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Full text of "Bericht ©ber die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft in Frankfurt am Main"

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Bericht 

über die 

Senckenbergische naturforschende Gesellschaft 

in 

Frankfurt am 3Iaiii. 

Erstattet am Jahresfeste eleu 25. Mai 1879 

von 

Dr. med. Heinrich Schmidt, 

d. Z. erstf-m Director. 



^^VW- — 



H c h V e r e h r li c h e V e r s a m m 1 u u g ! 

In üffentliclier Sitzung erstattet Ihnen die Direction alljähr- 
lich Bericht über Personen und Gegenstände, soweit sie mit der 
Gesellschaft in Beziehung stehen. Die Wiederkehr der Jahresfeier 
bedeutet für uns eineu Festtag, au welchem Jeder, der in diesem 
Kreise ein Arbeitsfeld gefunden hat, sich Rechenschaft geben soll 
über das von ihm Erreichte, und an welchem Alle, die eineu 
offenen Sinn, ein warmes Herz haben für unsere Bestrebtingen, 
eingeladen sind, durch Eutgegeunahrae wichtiger Mittheiluugen 
über deu Zustand der Gesellschaft sich ein gewisses Urtheil zu 
bilden. Der Uebersichtlichkeit halber erfolgt die Darstellung, 
seitdem der Bericht allen Mitgliedern gedruckt zugestellt wird, 
in einem bestimmten Rahmen, so dass auch ein Vergleich des in 
den einzelnen Jahrgäugeu Gebotenen unschwer sich ausführen 
lässt; ja man kann sogar sagen, dass diese wiederkehrende Form 
zu einer Nebeueinanderstelluug geradezu einlädt. 



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lu den ersten Jahrzehnten des Bestehens der uaturforscheu- 
den Gesellschaft pflegte die Berichterstattung in anderer Weise zu 
geschehen. Denn dieselbe bildete einen Theil der Festrede, die 
ein Mitglied der Directiou über ein naturwissenschaftliches Thema 
vortrug. Indem dabei die Nachrichten über Personen und Dinge 
ihre Stelle fanden, wie solches gerade anging, dienten sie zur Klar- 
stellung der obwaltenden Verhältnisse, gaben willkommene Ge- 
legenheit, die Leistungen Einzelner in ein besonders günstiges 
Licht zu stellen und konnten nicht verfehlen, bei dem Zuhörer 
einen entschieden befriedigenden, öfter sogar einen erhebenden 
Eindruck zu hinterlassen. Wie leicht war es, das herbe Gefühl, 
das ein betrübendes Ereigniss hervorrufen musste, durch die nach- 
folgende Schilderung erfreulicher Erscheinungen zu beseitigen 
und au eine. Schöneres und Besseres versprechende Zukunft den 
Blick zu fesseln. 

Dacjegeu zeigen unsere Berichte in den letzten 10 Jahren 
eine rahigere, sachlichere Art, aus welcher die persönliche An- 
schauung des Redners, falls sie der Unzufriedenheit mit unseren 
Verhältnissen bestimmten Ausdruck gibt, um so schärfer hervor- 
tritt. Welche Form der Mittheilungeu gibt nun ein besseres 
Bild ? Wie ich denke, wohl die jetzt gebräuchliche. Berechtigt 
sie aber, auch wenn sie in einer Reihe von Jahrgängen vor uns 
tritt, zu einem wohlbegründeteu Ausspruch über die Gesammt- 
leistungeu der Senckenbergischen uaturforschendeu Gesellschaft, 
deren Thätigkeitsäusseruugen bekanntlich so mannigfaltig sind, 
deren arbeitende Mitglieder auf so verschiedenartigen, wissenschaft- 
lichen Gebieten ihren Beruf erfüllen? Sicherlich nicht! Zu solch' 
einem zusammenfassenden ürtheile müsste eine Geschichte unserer 
Gesellschaft mit eingehender Berücksichtigung aller an ihr Arbei- 
tenden vorliegen. In Betreff derjenigen freilich, die nicht mehr 
leben, wäre dergleichen nicht schwierig herzustellen; aber eine 
Schilderung des Wirkens und der Erfolge, oder, was dasselbe 
heissen würde, eine Kritik aller an dieser Stätte thätigen Lehrer 
und Forscher zu geben, das ist, wie kaum Jemand bestreiten wird, 
eine völlige Unmöglichkeit. 

Dass ich es mir gestattete, darauf hinzuweisen, was die Be- 
richte bieten, möchten Sie, darum bitte ich, nicht als überflüssig 
ansehen. Die öffentliche Meinung aber, auf welche jedes gemein- 
nützige Institut mit gebührender Achtung hinblickt, wird mir 



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diese Aucleiituugeu umsoweuiger verargen könuen, als es der 
JSenckeiibergischeu natiirforschenden Gesellschaft unbeuommeii 
bleiben muss, ihre eigene Ansicht über die Tragweite ihrer Mit- 
theiluugeu auszusprechen. 

In herkömmlicher Weise erhalten sie zuerst die Angaben 
über Zahl und Wechsel unserer geehrten Mitglieder. Im ab- 
gelaufenen Jahre meldeten ihren Austritt an die Herren : Ingenieur 
F. F. A n d r e a e , I s i d o r B e r m a u n , L. B 1 i e d u n g , Louis 
Engel, Ludwig F u 1 d , J. A. H a m m e r a n , Consul Jacob 
Jacobsohn, Jacob Klein, L. A. Meixner, Consul 
F. A. Muck, Dietr. Wilh. Schmidt, Fr. Ad. Schürmann, 
Samuel Trier, J. F. Weisbrod, Phil. Weydt, Nicolaus 
Weydt, C. G. B. Zimmer, Philipp Schiff. Weggezogen 
ist Herr Dr. jur. Fr. Borgnis. 

Verstorben sind Herr Baruch Bonn, Justizrath Dr. Fester, 
M. B. Gold Schmidt, H. H. Goldschmidt, Dr. med. 
M. Gundersheim, Georg Jung-Hauff, Wilh. Rieger, 
Frau Fr. Rumpf, Herr Kreisthierarzt C. Schmidt, Fr. Wipper- 
manu, Dr. phil. C. Zimmer. Diese Verluste betreffen uns 
besonders schmerzlich, da die Mehrzahl der Heimgegangenen 
eine lange Reihe von Jahren hindurch der Gesellschaft auge- 
hört hat. 

Diesem grossen Rückgange der Mitgliederzahl gegenüber er- 
scheint die Summe der neu Eingetretenen leider sehr klein. Es 
sind fünf: die Herren Dr. Emil Bück, Dr. J. H. Reichen- 
Ij a c h , F r i e d r. Schäfer, Ludwig Stelz, Gustav Trier. 
Da vor 2 Jahren eine in zahlreichen Exemplaren versandte Auf- 
forderung zum Beitritt den schönsten Erfolg hatte, so beabsich- 
tigt die Direction wiederum Circulare zu versenden ; und zwar 
gedachte sie die Söhne unserer verstorbenen Mitglieder dabei be- 
sonders berücksichtigen zu dürfen. 

Die Gesammtzahl der Mitglieder erreicht heute die Höhe von 
524 gegen 550 im Vorjahre, nachdem durch Austritt 19, 12 durch 
Todesfall aus unserer Gesellschaft geschieden sind und 5 neue 
Eintritte stattgefunden haben. 

In den engeren Kreis der arbeitenden Mitglieder traten ein 
die Herren Dr. Emil Bück, Dr. J. H. R e i c h e n b a c h , In- 
genieur L u d w i or Becker. 



Auf der Marmortafel, die dem Eintretenden im Erdgeschosse 
einen ernsten, stillen Gruss bietet, werden Sie zwei neue Namen 
finden. Es haben im vergangenen Jahre die ewige Mitgliedschaft 
erworben Herr Philipp Nicolaus Manskopf durch Ent- 
richtung des festgesetzten Beitrags, sowie der verstorbene Schneider- 
meister Herr Johann Heinrich Roth, der uns die Summe 
von 500 Gulden vermacht und ausserdem bestimmt hatte, dass 
der dritte Theil eines Gewinnes, der auf gewisse, einer anderen 
Stiftung vermachte Werthpapiere entfallen sollte, uns zugewie- 
sen werde. 

Zu correspondirenden Mitgliedern wurden ernannt: Herr 
Dr. Alexander Strauch, Mitglied der Kaiserlichen Academie 
der Wissenschaften zu St. Petersburg, wohnhaft daselbst, und 
Herr Anton Stumpff aus Homburg v. d. H., derzeit auf Ma- 
dagascar. Von beiden Herreu sind dem Museum werthvoUe Be- 
reicherungen überwiesen worden. 

Die seltene Auszeichnung der Ernennung zum correspon- 
direnden Ehrenmitgliede wurde unserem hochverehrten Professor 
Dr. Böttger bei Gelegenheit seines 50jährige:i Docenten- 
jubiläums. 

Auch im verflossenen Jahre entriss der Tod ihrem segens- 
reichen Wirkungskreise eine Anzahl unserer correspondirenden 
Mitglieder. 

Es verstarb am 17. März d. J. in Dresden das Zweitälteste 
correspondirende Mitglied, aufgenommen 1822, der Geh. Hofratli 
Dr. med. et phil. H. G. L. Rei eben b ach. Geboren am 8. 
Januar 1793 zu Leipzig, Hess er sich, erst 19 Jahre alt, in seiner 
Vaterstadt als Arzt nieder. Nachdem er kürzere Zeit hindurch 
Privatdocent gewesen, wurde er schon 1818 ordentlicher Professor. 
Zwei Jahre später ward ihm die Leitung des Dresdener Museums 
und des dortigen botanischen Gartens übertragen, in welch letz- 
terer Stellung er bis zu seinem Tode verblieb. Während einer 
Reihe von Jahren war er Präsident der Cäsareo-Leopoldina. Er 
besass einen seltenen Reichthum au Kenntnissen in der Botanik so- 
wohl, als auch in der Zoologie. Eine grosse Reihe wissenschaft- 
licher Schriften entstammen seiner Feder, von denen verschiedene 
die Entwickelung eines neuen botanischen Systemes zum Gegen- 
stande haben. 



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Im Staate Ohio verschied am 7. April d. J. Dr. Adolf 
Reu SS, in Frankfurt a. M. geboren 1804, zu Göttingen pro- 
movirt 1825 und seit 1834 in seiner ueuen Heimath als Arzt 
thätig. Er beschäftigte sich eingehend mit Zoologie und zwar 
besonders mit den Arachniden. In dem von der Gesellschaft vor 
Jahrzehnten herausgegebenen Museum Senckenbergianum hat er 
die Saurier, Batrachier, Ophidier und Spinnen unserer Sammlung 
bearbeitet. Von ihm stammen die Bestimumngeu der auf der 
Bibliothek befindlichen prächtigen Handzeichnungen der Arachniden, 
die Oberpfarrer Wide r zu Beerfelden im Odenwalde seiner Zeit 
anfertigte (1834). 

Zu Stuttgart, seiner Geburtsstadt, ist am 12. September v. J. 
im Alter von 84 Jahren der ßergrath a. D., Dr. honor. Fried r. 
von A 1 b e r t i aus dem Leben geschieden. Er war vielfach als 
Geologe thätig (1834). 

Ebenfalls hoch betagt verstarb am 8. Februar d. J. in Upsala 
der dortige Professor der Botanik E. M. Fries. Er war ein 
Mann, ausgezeichnet durch unermüdliche Thätigkeit und liebens- 
würdige Charaktereigenschaften. Seine zahlreichen, werthvollen 
Schriften auf dem Gebiete der Pilz- und Flechtenkunde sichern 
ihm einen bleibenden Namen in der Wissenschaft (1873). 

Seit dem 9. d. M. betrauert die Universität Göttingen und 
mit ihr die wissenschaftliche Fachwelt den Hintritt eines vortreff- 
lichen Gelehrten, des Geh, Hofraths und Professors August 
Grisebach. Der Tod ereilte ihn, nachdem er kurze Zeit zuvor 
aus Italien zurückgekehrt war. Er hat von jeher in liebens- 
würdigster Weise seine jüngeren Collegen mit Rath und That 
unterstützt. Die Wissenschaft verdankt ihm zahlreiche Schriften, 
die besonders die Systematik und Pflauzengeographie betreffen. 
Für letztere hat er in seinem grossen Werke »über die Vegetation 
der Erde« eine Fülle von neuen Thatsachen und Forschungen zu- 
sammengetragen und damit künftigen Arbeiten ein unentbehrliches 
Hülfsbuch geliefert (1873). 

Zu Halle a. d. S. ist am 21. April d. J. der frühere Di- 
rector des Gymnasiums in Guben, Prof. Dr. Hermann Low ge- 
storben. Er war Mitglied des Frankfurter Parlamentes gewesen 
und hatte sich eingehend mit Entomologie beschäftigt (1849). 

Nachträglich ist uns auch Kunde geworden von dem Tode 
des trefflichen Kenners der Alpenflora, nämlich des Apothekers 



und Professors Georo; Hiuterhuber in Salzburg. Ihm verdankt 
das Herbarium der Gesellschaft viele werthvolle Pflauzen (1825). 

Mit tiefem Schmerze nahm im Februar d. J. die ganze ge- 
bildete Welt die Nachricht entgegen, dass am 10. desselben 
Monats dem Wirken des grössten Physiologen der Jetztzeit der 
Tod ein Ziel gesetzt habe, dass Claude Beruard nicht mehr 
unter den Lebenden sei. Geboren 1813 im Rhone-Departement, 
widmete er sich dem medicinischen Studium und wurde 1841, zwei 
Jahre vor seiner Promotion, der Assistent des gefeierten Physio- 
logen Magen die. 1854 erhielt er die ordentliche Professur für 
allgemeine Physiologie an der Sorbonne und ein Jahr darauf den 
Lehrstuhl für experimentelle Physiologie am College de France. 
1859 öffneten sich ihm die Pforten der Academie der Wissen- 
schaften und 10 Jahre später auch die des Senatspalastes. Seine 
Arbeiten über die Verdauung, den Nerveneinfluss auf dieselbe, 
speciell über das Pancreas, die Leber, den Darmsaft, die Zucker- 
bildung unter normalen und abnormen Verhältnissen bezeichnen 
einen gewaltigen Fortschritt der Wissenschaft und stellen ihren 
Verfasser in die erste Reihe der Naturforscher aller Zeiten. Es 
sind dem ausgezeichneten Manne die höchsten wissenschaftlichen 
Ehren durch Verleihung der sog. grossen Preise zu Theil ge- 
worden. Auch den todten Meister hat seine Nation in seltener 
Weise geehrt: sie Hess ihren berühmten Bürger auf Staatskosten 
bestatten. (1853). 

Bei der am Jahresschlüsse satzuno'so-emäss vorgenommenen 
Neuwahl der Mitglieder der Direction» bei welcher der erste Di- 
rector, Herr Dr. Petersen, ohne wieder wählbar zu sein, aus- 
zuscheiden hatte und der ebenfalls abtretende erste Schriftführer 
wieder wählbar war, wurde Herr Dr. med. Heinrich Schmidt 
erster Director, und der bisherige erste Secretär, Herr Dr. pliil. 
Fr. Kiukelin, zum zweiten Male in seinem Amte bestätigt. 
Als zweiter Director fungirt Herr Dr. phil. Th. Geyler, als 
correspondirender Secretär Herr Dr. med. R. Fridberg. 

Das zeitraubende Geschäft des ersten Cassirers besorgte zu 
unserem besten Danke Herr Bankdirector Hermann Andrea e. 
Ihn unterstützte in freundlicher Weise der zweite Cassirer Herr 
Albert Metzler. Von der im Frühjahr abgehaltenen General- 
versammlung, zu welcher mittelst Karten eingeladen worden war, 
wurden beide Herren in ihrem Amte bestätigt. 



— 9 — 

Aus der Revisionscommission, welcher die Prüfimg des Rech- 
nnngsweseDS der Gesellsclialt obliegt, iiud auf deren Autrag die 
Geueralversammluug die Entla.stnng der Herreu Cassirer ausspricht, 
schieden satzuugsmässig aus die Herreu Rechtsanwalt M. Ha\ick 
uud Robert Flersheim. An ihre Stelle wählte die General- 
versauiuiluug die Herreu Albert M u in lu von Seh wa r z en stein 
und Rechtsanwalt Paul Reis s. 

Nachdem in die Redactionscommission für die Abhandlun- 
gen, an Stelle des ausgeschiedenen langjährigen Mitgliedes Herrn 
Dr. Fr. Schar ff, Herr Dr. Th. Petersen getreten ist, besteht 
dieselbe nunmehr ausser dem zuletzt Geuaunteu aus deu Herreu 
Prof. Dr. Lucae als Vorsitzendem, Dr. Th. Geyler, Hauptmann 
Dr. L. von Heyden, Dr. F. C. Noll. Die Redaction der Jahres- 
berichte besorgten die Herrn Dr. Geyler, Dr. Kiukelin, 
Dr. Blumenthal. 

Die Büchercommission, auf deren Vorschläge hin die Gesell- 
schaft die Bibliothek vervollstäudigt, zeigt gegen das Vorjahr 
folgende Veränderung: Da Herr Dr. Fr. Schar ff seinen Aus- 
tritt erklärt hatte, trat au seine Stelle Herr Dr. Th. Petersen. 
Es verblieben die Herrn Prof. Dr. Lucae und Dr. Noll. Es trat 
ferner neu ein der erste Bibliothekar des Senckeubergiauums, 
Herrr Dr. W. Stricker. 

Die im letzten Berichte namentlich aufgeführten Herren 
Sectionäre verwalteten auch im verflossenen Jahre den ihnen über- 
wieseneu Theil der Sammlungen. Dem gedruckten Berichte wer- 
den Mittheiluugeu aus den einzelnen Sectioneu, soweit sie von 
Wichtigkeit sind, augefügt werden. 

Leider ist Herr Dr. 0. Böttger, der Sectionär für Repti- 
lien, Amphibien und Fische, noch immer an das Zimmer gebannt. 
Gleichwohl widmet er sich mit rastlosem Eifer und schönem Er- 
folge der Bearbeitung und wissenschaftlichen Verwerthuug der ihm 
anvertrauten Theile unserer Sammlung. Nachdem er mit deu 
Clausilien fertig geworden, hat er bereits eine tretfliche Monographie 
über Reptilien und Amphibien aus Syrien für den heurigen 
Jahresbericht eingesendet. Es liegen ihr zum grössten Theile 
Geschenke unseres so hochverdienten Dr. L. von Heyden zu 
Grunde. 

Es ist Ihnen bekannt, dass in der alljährlich am Ende des 



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Winters abgehaltenen Generalversammlung die Finanzen 
der Gesellschaft zu eingehender Darstelluag kommen. Ferner 
wird regelmässig dem gedruckten Berichte eine tabellarische 
üeber sieht der Einnahmen und Ausgaben beigegeben. 
Es sei daher hier nur kurz erwähnt, dass der Voranschlag mit 
24 525 Mark für 1879 niedriger gegriffen ist, als der des ver- 
gangeneu Jahres. 

Von besonderen Zuwendungen an Geld erwähnen wir 
zuerst, dass, Avie so oft schon früher, auch im letzten Jahre unser 
hochherziger Freund und Sectionär Herr Adolf Metzler zu 
botanischen Zwecken 46 Mark gespendet hat. Ferner nennen wir 
die Beiträge, welche Herr Philipp Nicolaus Manskopf sowie 
der verstorbene Herr Joh. Heinrich Roth zur Erwerbung 
der ewigen Mitgliedschaft gegeben habeu. (s, o.) 

Die Verwaltuug unseres Antheils an der im letzten Berichte 
ausführlich erwähnten Rapp'schen Stiftung wurde dem Con- 
sulenten der Gesellschaft, Herrn Dr. jur. R. Pfefferkorn über- 
tragen, dem wir für die uneigennützige und sorgfältige Erledigung 
unserer Rechtsgf Schäfte seit mehreren Jahren schon zu recht 
warmem Danke verpflichtet sind. 

Zu den Gescheuken, in gewissem Sinne allerdings, gehört 
auch ein entsprechender Theil der alljährlich unserer Bibliothek 
einverleibten Bücher. Wie Sie wissen, erhalten wir von äusserst 
zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften regelmässige Zu- 
sendungen in Tausch gegen unsere Publicationeu. 

Das Gesuch um Schriftenaustausch erging im letzten 
Jahre an die Gesellschaft seitens der Bibliotheca nationale in Florenz, 
des westphälischen Vereins, des Vereins für Naturkunde in Cassel, 
der Societas fenuica in Helsiugfors und der Gewerbeschule zu 
Bistritz in Siebenbürgen. 

Die Ergänzung der Büchersammlung durch Kauf betrifft 
einmal die regelmässige Fortsetzung von Zeitschriften und dann 
deu Erwerb wichtiger Fachwerke, deren Preis wegen der fast 
stets beigegebenen, sorgfältig ausgeführten Abbildungen gewöhnlich 
ein hoher ist. Da in früheren Berichten von der nothwendigen 
Anschaffung des grossen conchyologischen Werkes von Reeve 
gesprochen und zugleich dem Bedauern Ausdruck verliehen wurde, 
dass uns leider die Mittel dazu nicht zu Gebote stünden, so darf 



— 11 — 

jetzt nicht uuerwähut bleiben, dass Herr Dr. Kübelt, einer der 
Sectiouäre für Malakozoologie, antiquarisch in Abtheilungeu ein 
ebenso brauchbares, aber nicht so theures Fachwerk, den Thesaurus 
conchyliorum von Sowerby für die Bibliothek zu erwerben und 
damit einen recht wünschenswertheu Ersatz zu finden wusste. 

Derselbe für unser Museum in erfreulicher Weise thätige 
Gelehrte hat ans schriftlich davon in Kenntniss gesetzt, dass seine 
ausgewählte, reichhaltige Bibliothek bei seiuem Ableben in unseren 
Besitz übergeheu solle. Wir können nur von Herzen wünschen, 
es möge diese Erbschaft der Gesellschaft noch viele Jahrzehnte 
vorbehalten bleiben. 

Von weiteren Büchergescheuken ist zu erwähnen, dass der 
am 11. April 1878 verstorbene, als Arzt und paediatrischer 
Schriftsteller allgemein sehr geschätzte Dr. med. Alexander 
Friedleben seine werthvolle Bibliothek, soweit dieselbe rein 
wissenschaftliche Werke enthält, der naturforschendeu Gesellschaft 
vermacht hat, allerdings unter Bedingungen, welche anzunehmen 
wir jedoch keine Bedenken haben konnten. 

Von unserem hochverehrten Mitgliede Herrn Grafen v. B o s e - 
Reichen bach erhielten wir einen aus dem Jahre 1808 stammen- 
den Prachtbaud, der 161 von einem Frankfurter Namens Simon 
verfertigte Aquarellzeichnungen von giftigen und anderen Pflanzen 
enthält. Wie in früheren Jahren verehrte auch jetzt wieder 
Herr Dr. E. Rüppell das dem berühmten Gelehrten seitens der 
bedeutendsten zoologischen Gesellschaft der Erde aus Hochachtung 
zugesandte colorirte Exemplar der Proceedings of the zoological 
Society of London p. 1 — 4. Ferner wurden uns von dem hiesigen 
Mikroskopischen Verein die ersten 15 Bände und das 1. Heft 
des 16. des M. Schultze'schen Archivs für mikroskopische Ana- 
tomie zum Geschenk gemacht und an dessen Annahme die Voraus- 
setzung geknüpft, die Gesellschaft werde künftighin die Fortsetzung 
dieser werthvollen Zeitschrift auf eigene Kosten überuehmen. Es 
sind diese Zuwendungen den gütigen Gebern, wie üblich, bestens 
verdankt worden. 

Geschenke an Naturalien sind dem Museum wieder in reicher 
Zahl überwiesen worden. Die stets am Jahresfeste geübte Eiuzel- 
aufzählung der vielen hochverehrten Geber und der betreffenden 
Gegenstände ergänzt sich dadurch, dass dem Berichte ein genaues 



— 12 — 

Verzeichuiss später eingefügt wird und die Sectionäre, wie bereits 
erwähut, noch häufig iu besonderen Anlagen wichtigere Neuig- 
keiten besprechen. 

Der vergleichend anatomischen Sammlung verehrte Herr 
C. F. Müller, stud. med. dahier, einen KafFeruschädel, und Herr 
J. Blum Schädel vom RoUaffeu und einer Waschbärart. 

Die Säugethiersammlung wurde vermelirt durch Ankauf 
voü 4 Exemplaren des seiteneu CJitrormjs Madagascariensis, durch 
einen Wombat aus dem zoologischen Garten , den uns dessen 
Director in entgegenkommender Weise billigst überliess, und durch 
Anderes. 

Für die Vögelsammlung erhielten wir von Herrn F. Bastier 
eine Eutenart (Ftcrocyanea circia), von Herrn Photographeu Hutli 
einen Bastard von Girlitz und Kauarienvogel, und von Herrn 
Verwalter Mühlicr ein in einen Pantoffel gebautes Nest der 
Motacilla alba. 

Von Amphibien wurden uns zugewiesen seitens des Sectiouärs 
Herrn Dr. 0. Böttger ueuu Tritoneu in drei Species, gesammelt 
bei Brückenau a. d. Röhu, ferner von dem neuerwählten corre- 
spoudirenden Mitgliede Herrn A. Stumpft, d. Z. auf Madagascar, 
(Sohn des Oberamtsrichters Herrn L. Stumpf f iu Homburg v. d. H.) 
verschiedene Chamäleon, Schlangen und Eidechsen. Das gleich- 
falls neuernaunte correspoudirende Mitglied Herr Academiker 
Dr. Alexander Strauch iu St. Petersburg, bewährt als Forscher 
auf dem Gebiete der Reptilien , verehrte der Sammlung drei 
Eidechsenspecies aus dem russisch-asiatischen Gebiete, zwei Eremias 
und einen Fhrynoccphalus. Von ihm erhielten wir vor einigeu Tagen 
eiue freuudliche Zuschrift, iu welcher er uns die demnächstige 
Ankunft von zwei Turkestauischen Schildkröteu (Homojms Hors- 
fieJäii) ankündigt. Erkauft wurde eine kleine Schlange, Bhinocfris. 

Die Crustaceen erhielten eiueu Zuwachs dadurch, dass 15 
Formen von Squilliden-Larven aus dem berühmten Museum Godefroy 
iu Hamburg erworben wurden, sowie durch einen von Herrn 
Appellatiousgerichtsrath Dr. Jeanrenaud geschenkten trocknen 
Seekrebs, 

Der Insectensammlung wurde verehrt von dem eben 
genannten Herrn A. Stumpff eine Suite Schmetterlinge aus 
Madagascar, sowie mehrere Gläser mit Insecten in Spiritus. 



— 13 — 

Feruer schenkte Herr W. von Schouler iu Wiesbaden 2 Gläser 
mit in Spiritus couservirteu lusecteu, welche auf Sumatra im 
Reiche Delhi gesammelt worden sind. Die Herren Sectionäre 
Oberstlieutenant S aa 1 mülle r und Dr. v. Heydeu bereicherten 
die Sammlung durch Eintausch für uns neuer portugiesischer und 
brasilianischer Schmetterlinge gegen Dubletten der Käfersammlung. 

Der Weichthiergnippe hat, wie bisher, der Sectionär Herr 
Dr. K b e 1 1 manch schönes Exemplar zugewandt. Werthvolle 
Reihen von Exemplaren verehrten ferner der Sectionär Herr F. D. 
Heyuemanu und Herr Baron H. von Maltzau. Herr Dr. Kobelt 
vermehrte diesen Theil der Sammlung, der anderen Museen gegen- 
über eine seltene Vollständigkeit besitzt, durch bedeutende Ein- 
käufe. Auch setzte er, wie für seine Bibliothek, so für seine 
kostbare malakozoolog-ische Sammluno' die Gesellschaft zum 
einstigen Erben ein. 

Für die Corallensammlung erhielten wir von Herrn Chr. 
L am brecht dahier eine Maeandriua, 

Unsere berühmte Pflanzensammlung erhielt zum Geschenke 
von dem luspector des Palmengarteus Herrn Heiss die Blüthe 
^iinei- Sianhojjca ocellota und den Blütheusteugel einer Agave; von 
Herrn Hofrath Dr. Pauli ein ÖO Gramm schweres Stück Gummi 
Ladanum von Cistus creticus. Sie wurde ausserordentlich be- 
reichert, indem eine prächtige Collection südeuropäischer Species 
erworben wurde, noch mehr aber durch Ankauf von 860 Arten 
aus Colorado, die einer bisher kaum gekannten Gebirgsflora dieses 
durch Grossartigkeit und Eigeuthümlichkeit der Terrainbildung 
merkwürdigen Territoriums angehören. Auch wurde eine Anzahl 
südamerikanischer Arten gekauft. Endlich ist die Fortsetzung 
des Rabenhorst'schen Pilzherbariums nicht zu vergessen. 

Die Thierversteinerungen (Zoopaläontologie) wurden vermehrt 
seitens des Herrn Otto Com i 11, der aus dem städtischen Museum 
und aus dem Alterthumsvereine verschiedene Knochenreste überwies ; 
durch einen von Herrn Ingenieur Ludwig Becker überwiesenen 
Backzahn von ElepJias primigenins, ausgegraben auf der Bocken- 
heimer Landstrasse; durch Zechsteiupetrefacten von Beith bei 
Glasgow, verehrt von Herr Carl Jung dahier, durch einige Fisch- 
reste, gefunden in der sogenannten Papierkohle bei Bonn, welche 
Herr Director Hugo Böttger (Beuel bei Bonn) übergab. Als sehr 



— u — 

werthvoll erwähnen wir die von Herrn Friedrich S c h a r f f in 
Bordeaux geschenkte Suite fossiler Meeresconchylieu aus dem 
üntermyocän der Faluus de Bordeaux. 

Der Phytopalaeontologischen Sammlung (versteinerte Pflan- 
zen) verehrte Herr Professor S a n d b e r g e r in Würzburg eine 
Suite Tertiärpflanzen aus dem Zsilythale (Ungarn), Herr 
Director Böttger Pflanzenreste aus der Bonner Papierkohle, 
Herr Georg Steige rwald hier ein Stück Kieselholz vom 
Mainufer. 

An Mineralien erhielt die Sammlung auch im verflossenen 
Jahre Geschenke seitens des Sectioüärs Herrn Dr. Fr. Schärft 
und zwar 24 Stücke vom Vesuv, Odenwald, Taunus, darunter 
Leuzit, Amethyst, Flnssspathoctaeder ; ferner von Herrn Dr. jur. 
Alfred Bück ein Stück Bockenheimer Tachylit, von Herrn Dr. 
V. Hey den einen Ludvighit vom einzigen Fundorte Eisenstein in 
Ungarn; von Herrn Apothekenbesitzer Dr. Fresenius mit Quarz- 
drusen besetzte Basaltsteine; aus dem städtischen Museum durch 
Herrn Otto Cornill einen Achat; von Herrn Ingenieur Chr. 
Fe 11 n er eine Glasschlacke von Copenhagen, einen Anthracit 
von Pitsburg, einen Speerkies vom Duxer Braunkohlenrevier. Durch 
Kauf wurde erworben: Von F. C. Pech in Berlin Gold von 
Vöröspatak in Ungarn in sehr merkwürdiger Bauform, Ilmenit 
von Miosk; Proustit von Marienberg, eine Kalkspathgruppe von 
Prcibram, Scapolith von Gouverneur, Stephauit vom Andreasberg, 
Glauberit von Villa Rubia, Heulandit von Wallis, und andere 
hübsche Stücke. Die letzteren sechs wurden gekauft von Dr. 
Schuchhard iu Görlitz. 

Der geologischen Abtheilung schenkte Herr Ingenieur 
Ludwig Becker zwei der Wealdeuformation des Teutoburger 
Waldes entnommene Stufen von Deistersandstein mit Cyrena ovalis, 
zwei Tertiärkalkstufen m\i Mytilus aus Frankfurt ; Herr H. Heyd 
vier Stufen Spiriferen - Sandstein von Usingen; Herr Dr. Lucas 
V. Hey den zwei Stücke Kalktuff von den Plitvica - Seeuferu 
(Militärgreuze) ; Herr Dr. Naumann ein Stück alpinen Muschel- 
kalk vom Ampezza-Thal (Tyrol). Da laut kürzlich erhaltener 
Mittheilung die Sendungen aus dem Gotthardtunnel wieder auf- 
genommen werden, so stehen unserer geologischen Sammlung 
weitere Bereicherungen bevor. 



— 15 — 

Der ethnographische Theil erhielt von Herrn Dr. Emil 
Bnck aus den Züricher Pfahlbauten bei Pfäffikonzen zwei grosse 
Stücke eines Hirschgeweihes. Herr Dr. 0. Böttger schenkte 
ein in einem Bieberer Steinbruch bei Offenbach gefundenes Stück 
Bronce und einen bei Querfnrt gefundenen Sporn; Herr Form- 
hals fünf Pfeilspitzen aus Feuerstein und Frau Müller-Rentz 
eine japanesische lederne Cigarrenbüchse mit Stickereien. 

Da unsere reichen Sammlungen neben einer systematischen 
Vergrösserung besonders einer sorgfältigen Conservirung bedürfen, 
wenn nicht die zur Schau gestellten Formen organischen Lebens 
allmälig der Vernichtung anheimfallen sollen, so erfüllt es uns 
mit besonderer Freude, auch heute wieder constatiren zu können, 
dass die Herren Sectionäre derjenigen Abtheiluugen , die ganz 
vorzüglich dem Verderben ausgesetzt sind, mit rastlosem Eifer für 
die Erhaltung arbeiten. 

Gestatten Sie mir, hier eine kurze Bemerkung einzuschalten. 
Schon recht oft ist, hie und da mit starkem Ausdrucke der Unzu- 
friedenheit, an die Hüter unserer Sammlungen die Frage gerichtet 
worden, warum nicht alle Naturalien dem Besucher zum Be- 
trachten ausgestellt seien , wozu dieses sorgsame Verschliesseu in 
Kisten und Schränken dienen könne. Die Autwort ist eben die, 
dass viele organische Gebilde, wenn sie dem Lichte und auch der 
Luft ausgesetzt werden, sehr zu ihrem Nachtheil sich verändern, 
und daher es dringend geboten erscheint, nicht um eines flüch- 
tigen, dem Beschauer gewährten Genusses willen, ganze Reihen 
unserer Sammlung dem Verderben auszusetzen. Aber wer von 
Ihnen sich specieller für irgend einen Theil der Sammlung 
interessirt, der kann durch den 2. Director, die betreffenden 
Sectionäre und die beiden Custoden nach vorheriger Rücksprache 
Gelegenheit erhalten , alle Gegenstände genau in Augenschein 
zu nehmen. 

Die im letzten Berichte in Aussicht gestellte LTeberführung 
des grössteu Theiles der ethnographischen Sammlung in das 
städtische Museum war im Juni begonnen worden, musste aber, 
da es vorläufig dort an Raum fehlte, später unterbrochen werden. 
Genaueres über das, was endgültig hier verbleiben soll, wird der 
Bericht des Sectionärs Herrn Dr. Finger bringen. 

Seitdem das Senckenbergische Museum einen Namen in der 
Gelehrtenwelt erlangt hat, wurde es von Fachmännern benutzt. 



— 16 — 

um Vergleichnngeu uud Studien daselbst vorzuuelimen. Dies ge- 
schah auch im abgelaufenen Jahre, indem die vorzügliche Pflauzen- 
sammlung mauuigfach von Botanikern durchgeseheu, die schönen 
Racenschädel zu eingehenden Forschungen benützt und der vor- 
trefflichen Vogelsammlung sorgfältige Beachtung geschenkt wurde. 
Aus solchen Besuchen Gelehrter ist dem Museum schon mannig- 
facher Nutzen erwachsen , indem , abgesehen von der Anregung 
zum Tausch, nicht selten Objecte von Specialken uern endgültig 
bestimmt wurden, wie dies seitens des correspondireuden Mitgliedes, 
des Herrn von Saussure in Genf in Betreff der neu aus Mada- 
gascar angelangten Orthopteren und Millepeden erst kürzlich der 
Fall war. Auch erging von Herrn Professor Mabille am Jardin 
des Plantes (Paris) an die Gesellschaft das Ersuchen , die von 
Herrn Oberstlieutenaut Saalmüller im letzten Jahresberichte 
beschriebenen Lepidopteren von Madagascar ihm leihweise zu 
überlassen , damit er sie in seinem Specialwerke über diese lusel 
abbilden könne. 

Zu auss ergewöhn lieh er Zeit wurde auf Vorschlag des 
Herrn Oberbürgermeister Dr. von Mumm deu Mitgliedern des 
Congresses für Völkerkunde das Museum geöffnet. 

Wissenschaftliche Sitzungen, zu welchen an alle Mit- 
glieder durch öffentliche Bekanntmachung unter Angabe der be- 
treffenden Vorträge Einladung ergeht, und in denen die jüngst 
eingegangenen Geschenke vorgelegt und womöglich besprochen 
werden , fanden im Winter sieben statt. Es hielten grössere 
Vorträge : 

Herr Dr. W. Stricker: Zur Erinnerung an Samuel Thomas 
von Sömmerring, promovirt 1778. 

Herr Dr. von Hey den: Wissenschaftliche Reise in Croatien, 
Slavonien und an der bosnischen Grenze. 

Herr Dr. H. Loretz: üeber die Schichten von Hallstadt in 
Oberösterreich und St. Cassian in Tyrol und deren Versteine- 
rungen. 

Herr Dr. Th. Petersen: Zur Bildung der Erzgänge. 

Herr Dr. Reichenbach: Ueber die Keimblätter und die 
erste Entwickeluug des Nervensystemes bei den Arthropoden. 

Herr Dr. Julius Ziegler: üeber phänologische Beobach- 
tungen. 



— 17 — 

Herr Major von Homeyer (Wiesliadeu) : Naturleben am 
Cnanza. 

Herr Dr. Julius Ziegler: Ueber thermische Vegetation s- 
constauten. 

Herr Prof. Dr. Lucae: Bericht der Commission über die 
Zuerkennung des Tiedemann- Preises. 

Lehrvorträge hielten: 

1. Herr Dr. Fr. Noll über di(^ Naturgeschichte der wirbel- 
losen Thiere bis zum November 1878. 

2. Herr Prof. Dr. Lucae über die Naturgeschichte des 
Menschen und der Wirbelthiere vom November 1878 an. 

3. Herr Landesgeologe Dr. Carl Koch in Wiesbaden über 
Geognosie und Paläontologie der älteren Gebirgsformationen mit 
besonderer Berücksichtigung des Taunus. 

Der jüngste Jahresbericht enthielt, abgesehen von zahlreichen 
Mittheilungen über die Gesellschaft, Arbeiten von den Herreu: 
Dr. Th. Geyler, über einige paläontologische Fragen, insbeson- 
dere über die Juraformation Nordost- Asiens ; Oberstlieuteuant Saal- 
müller, Mittheiluugen über Madagascar, seine Lepidopteren- 
fauna mit besonderer Berücksichtigung der dieser angehörigen, in 
uuserem Museum befindlichen Arten; Hauptmann Dr. L. v. Hey den 
über die Käferfauna von Madagascar, Dr. med, Heinrich Schmidt 
über die Bedeutung des naturgeschichtlichen Unterrichts. 

Von den Abhandlungen bringen das 2. und 3. Heft XL Bandes 
folgende Arbeiten : 

1. Die neuere Theorie über die feinere Structur der Zellhülle, 
betrachtet an der Hand der Thatsachen von Prof. Dr. Leopold 
D i p p e 1 . 

2. Das Nervensystem und die Muskulatur der Rippenquallen 
von Dr. Carl C h u n. 

3. Treppen- und Skelettbildung einiger regulärer Crystalle von 
Dr. Friedr. Scharff. 

4. Die Reptilien und Amphibien von Madagascar (erster 
Nachtrag) von Dr. 0. Böttger. 

5. Fauna japonica exframarina nach der von Prof. Dr. Rein 
gemachten Sammlung von Dr. Kobelt. 

Unserem Bestreben, mit den auf dem Boden der Dr. Sencken- 
bersischen Stiftungsadministration angesiedelten wissenschaftlichen 
Gesellschaften das beste Einvernehmen zu pflegen, gaben wir er- 

2 



— 18 — 

neuten Ausdruck, indem wir die Aufstellung eines Anemometers 
auf dem Dache des Museumsgebüudes seitens des Physikalischen 
Vereins gerne gestatteten und einen gleichzeitig gewünschten Zim- 
meraustausch bereitwillig eingingen. 

Es ist Ihnen bekannt, dass die Senckeubergische natur- 
forschende Gesellschaft seit Decennien in gewissen Zwischenräumen 
und in jüngster Zeit sogar stets drei Jahre hinter einander Preise 
für wissenschaftliche Arbeiten zu vergeben hat. In diesem Jahre 
sollte der Tiedemann-Preis zur Vertheilung kommen. Die zur 
Prüfling der im »letzten Quadriennium erschienenen Arbeiten über 
Physiologie im weitesten Sinne des Wortes« ernannte Commission 
bildeten die Herren Prof. Dr. Lucae, Dr. Reichenbach, 
Dr. Geyler, Dr. med. W. Loretz, Dr. J. Ziegler. Nachdem 
in zahlreichen Sitzungen über etwa 80 Ai'beiten eingehender Be- 
richt erstattet und deren Bedeutung kritisirt worden war, einigte 
sich die Commission dahin, unseren Frankfurter Landsmann, den 
Prof. ord. der Zoologie in Heidelberg, Herrn Dr. Otto Bütschly 
für seine bahnbrechende Abhandlung: »über die ersten Eutwicke- 
luugsvorgänge der Eizelle, Zelltheilung und Conjugation der In- 
fusorien« des Tiedemann-Preises (514 Mark und eine Denkmünze in 
Silber) pro 1879 für würdig zu erklären. In feierlicher Sitzung 
wurde von dem Vorsitzenden der Commission über deren Arbeiten 
und Richterspruch Bericht erstattet und gemäss dem Beschlüsse 
der Commission seitens des ersten Directors der Preis zuerkannt. 
Die gekrönte Arbeit ist erschienen in den Abhandlungen der 
Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft, 

Hieran dürfte sich passend die Mittheiluug reihen, dass wir 
noch in anderer Hinsicht ein Gutachten abzugeben berufen waren, 
indem die geologische Landesanstalt in Berlin uns die neuesten 
von ihr veröffentlichten geologisch - agronomischen Karten zur 
Prüfung zusandte. Die von der Gesellschaft ernannte Fachcom- 
missiou hat sich ihrer Aufgabe bestens entledigt. 

Wissenschaftlich bedeutende Männer zu ehren, geziemt vor 
allen Dingen wissenschaftlichen Gesellschaften. Diese Ehren- 
aufgabe hat unsere Gesellschaft jederzeit gerne erfüllt, und sie 
betheiligte sich demgemäss an der academischen Feier, welche der 
Physikalische Verein unter zahlreicher Theilnahme seitens anderer 
Gesellschaften, von Behörden und Privaten anlässlich des 50jäh- 
rigen Docentenjubiläums unseres hochverdienten Prof. Dr. Böttger 



— 19 — 

am 1. October verausialtete. Den .Jubilar begrüsste der erste 
Direetor, IFerr J)r. rotersoii, und überreichte ihm das kunstvoll 
uusuef'iilute l)i])l()m eines cürresjiondirenden Ehrenmitgliedes. 
Auch (h'u allheliebten, jedi^'/eit thätigeu, in seltener Weise sach- 
kundigen, ersten Bibliothekar des Senckenbergianuins, Herrn 
Dr. med. W. Stricker, beglückwünschte eine Deputation unserer 
Gesellschaft zur Feier seiner 25j:ihrigen Wirksauikeit an der Bi- 
hliothcca Scnckenhergiana ^ indem sie sich unter den vou der 
Dr. Senckenbergischeu Stiftungsadministration Geladeuen befand. 
Möy;e der Gefeierte es als einen Deweis unserer Hochachtung be- 
trachteu, dass der von der Gesellschaft alljährlich dem Bi- 
bliothekariate zu leistende Gehaltsbeitrag für seine Person fortan 
namhaft erhöht ist. 

Als der berühmte Entdecker der thierischeu Zelle, Professor 
Schwann in Löwen, sein r)üjähriges Doctorjubiläum beging, ehrte 
die Gesellschaft den um die Wissenschaft hochverdienten Mann, 
der seit 1841 ihr correspondirendes Mitglied ist, durch Ueber- 
seudung einer Adresse. 

Im verflossenen Jahre ist an die Gesellschaft mehrmals die 
Aufforderuns: gerichtet worden, einen Beitrag zu leisten zur Er- 
richtunff von Denkmälern für Männer der Wissenschaft, deren 
Haupt der Kranz der Unsterblichkeit ziert, nämlich für den ver- 
storbenen unvergesslichen Entdecker des Gesetzes der Krafterhal- 
tung, Robert vou Meier in Heilbronu, für den gleichfalls 
kürzlich abgerufenen ausgezeichneten Naturforscher Carl Ernst 
von B a e r in Dorpat, und für den einstigen Bürger dieser Stadt, 
den Erfinder des galvanischen Telegraphen und zugleich grossen 
Anatomen, für Samuel Thomas von Sommer ring. Im 
ersten Falle bewilligte die Gesellschaft eine entsprechende Summe, 
während sie vorerst die Betheiligung im zweiten den Einzelnen 
überliess, da noch ein anderes Project, nämlich die Veraustaltung 
eiiier deutschen Prachtausgabe von Bär 's Schriften geplant ist 
und wohl auch von uns pecuniär gefördert- werden dürfte. Das 
Sömmerring-Deukmal hat der Physikalische Verein neuerdings wie- 
der in Anregung gebracht; und deputirte unsere Gesellschaft zu 
dem Comite Herrn Prof. Dr. Lucae, der bereits seit Jahren in 
der Sache thätig ist, und den gegemvärtigen 1. Director. 

Der seit vielen Jahren uns g(;währte städtische Beitrag war 
uns auch für 1878 — 79 iu Aussicht gestellt worden, falls nicht 



— 20 — 

der Kreistag denselben, wie bereits einmal geschehen, übernehmen 
sollte. Durch Zuschrift vom 7. d. M. wurde der Gesellschaft nun 
mitgetheilt, dass wegen Errichtung eines Corrigendenhauses dem 
Kreise zu anderen Zwecken keine Summen in diesem und den 
nächstfolgenden Jahren zur Verfügung ständen. Es waren daher 
die städtischen Behörden in der Lage, den Zuschuss von 4000 Mark 
für das letzte Jahr zu leisten. Wir sprechen für diesen erneuten 
Beweis der Anerkennung unseres Wirkens den städtischen Be- 
hörden an dieser Stelle den besten Dank der Gesellschaft aus und 
geben der sicheren Hoffnung Ausdruck, dass auch für 1879 — 80 
die Beihülfe in gleicher Höhe uns gewährt werde, nachdem deren 
Notliwendigkeit in zahlreichen Eingaben an hohen Magistrat durch 
Zahlenbeweise dargelegt worden ist.*) 

Bei verschiedenen Gelegenheiten wurde von unseren Mit- 
gliedern darauf hingewiesen, welche Vermehrung das uaturgeschicht- 
liche Wissen im Laufe der vielen Jahrzehnte, seitdem unsere Ge- 
sellschaft besteht, erfahren hat, und welche gewaltige Entwickolung 
die Lehren von der Entstehung und den inneren Lebensvorgängen 
der organischen Wesen gegenwärtig aufweisen. Der sichere Gang, 
den die Naturwissenschaft, nachdem es ihr gelungen war, das be- 
strickende Joch der Naturphilosophie von sich zu werfen , aller- 
dings nicht immer unentwegt, vorwärts schreitet, hat den Vertretern 
anderer Zweige menschlichen Wissens entschiedene Achtung ab- 
gerungen; und in der That ist er so verlockend, dass vielfach das 
Bestreben hervortritt, auf zahlreichen Gebieten wissenschaftlichen 
Forschens ihn nach Kräften zu nützen. Diese gemeinsamen Wege 
sind wohl im Staude, zu Zielen zu führen, die nicht weit aus- 
einander liegen: sie weisen schliesslich auf eine Einheit der Wissen- 
schaft hin. 

Wie Jedermann weiss, enthält nun die Naturgeschichte, die 
vergleichende Anatomie, die Physiologie eine unendliche Fülle von 
Thatsachen, deren Keuntnissuahme, deren Vermehrung, zugleich 
aber auch deren kritische Sichtung der Forscher als seine Auf- 
gabe zu betrachten hat. Leicht gewinnt es da den Anschein, als 
ob nicht geringe Gefahr vorhanden sei, dass die erdrückende Masse 
der Einzelheiten, in denen beispielsweise besonders der Systematiker 

*) Der bei der Jahresfeier vorgetragene Schluss des Berichtes wurde, da 
er lediglich polemischer Natur war und nur locales Interesse haben konnte, 
auf Wunsch der Gesellschaft durch das Folgende ersetzt. 



/ii arhriteii li;il, ilic A ll^riiKMiiiiljcrsk'ht wesentlich erschwere, ja 
sogar imiiiüglich mai-hc. Allein die iiaiiirrorschentle Gesellschaft, 
da in ihr das Einzelwisseu eiues Jedeu durch Vorträge, Veröffent- 
lichung und auf andere Weise der Gesamnitheit, soweit es üher- 
hanpt geschehen kann, zu Gute kommt, sorgt passend dafür, dass 
ciiKin Auseinandi'rgi'litii iiiTlieile, deren Beziehungen XAim Ganzen 
sich schlies.sliidi nur als ganz oherflächliche erweisen möchten, 
vorgeheugt weide. Zugleich aher liefert die rastlose Einzelarbeit 
nicht nur (\i'\\ Mitgliedern, sondern auch allen, die mit denselben 
Fächern sich bescliäftigen , kostbares kritisches Material, um der 
Aiwrkennung oder Verwerfung gewisser, allgemein beliebter natur- 
geschichtlicher Anschauungen sichere Grundlagen zu geben. Dieses 
Streben, das, was ein Jeder für sich schafft. Allen, die mit Eifer 
und Sachkenntniss auf die Erweiterung ihrer Anschauunoren Be- 
dacht nehmen, zugänglich zu macheji , gibt einer Gemeinschaft 
wissenscli ältlicher Männer den inneren Halt. Es bietet dem Forscher 
eine ununterbrochene Anregung, nicht mit dem Erreichten zu- 
frieden zu sein, vielmehr mit zäher Kraft sich zu bemühen, aus 
der Ueberfülle des Reichthums der Natur Erscheinung und Wahr- 
heit dem Verständnisse zu erschliesseu. Aber auch denjenigen, 
die nur als Lernende diese Räume besuchen, sollte dasselbe eine 
dringliche Einladung sein, die Gelegenheit, au Erfahrung und 
Wissen zuzunehmen, nicht unbenutzt zu lasseu. 

In allen Welttheilen finden wir Societäteu, deren Thätigkeit 
der Naturforschung gewidmet ist ; es sind nicht gerade viele unter 
ihnen , die auch die öffentlichen Lehrvorträge mit Sorgsamkeit 
pflegen. Was von diesen Gesellschaften publicirt wird , kommt, 
mit geringen Ausnahmen allerdings, in unseren Besitz. Wir können 
uns daher füglich rühmen , für ausserordentlich zahlreiche Fach- 
schriften der Vereiniguugspunkt in hiesiger Stadt zu sein. Solches 
ist aber nur dadurch ermöglicht, dass die Senckenbergische uatur- 
forschende Gesellschaft ein würdiges Glied darstellt in der Reihe 
xler naturforschendeu Vereinigungen des Erdkreises. 



I 
I 



22 



Verzeichiiiss der Mitglieder 

der 

Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft. 



I. Stifter.*) 

Becker, Johannes, Stiftsgärtner am Senckenbergischen med. Institut. 1817. 

t 24. November lb3o. 
Boeg-ner, Joh. Willi. Jos., Dr. med., Mineraloge (1817 zweiter Secretär) 1817. 

t 16. Juni 1868. 
Bloss, Joli. (ileorjr, Glasermei.ster, Entomologe. 1817. f 29. Februar 1820. 
Buch, Joli. Jali. Casimir, Dr. med. und pliil., Mineraloge. 1817. f 13. März 1851. 
Cretzschniar, Phil. Jakob, Lehrer der Anatomie am Senckenbergischen med. 

Institut. (1817 zweiter Director.) 1817. Lehrer der Zoologie von 1826 bis 

Ende 1844, Physikus und Administrator der Senckenbergischen Stiftung 

t 4. Mai 1845. 
*Ehnnanu, Joh. Christian, Dr. med., Medicinalrath. 1818. f L3. August 1827. 
Fritz, Joh. Christoph, Schneidermeister, Entomologe. 1817. f 21. August 1835. 
*Freyreiss, Georg Wilh., Prof. der Zoologie in Rio Janeiro. 1818. f 1- April 1825. 
*Gfrimelius, Joachim Andreas, Banquier. 1818. f 7. December 1852. 
Ton Heydeu, Karl Hciur. dJeorg, Dr. phil., Oberlieutenant, nachmals SchöfF 

und Bürgermeister, Entomologe. (1817 erster Secretär.) 1817. f 7. Jan. 1866. 
Helm, Joh. Friedr. Anton, Verwalter der adligen uralten Gesellschaft des 

Hauses Frauenstein, Conchyliologe. 1817. f 5. März 1829. 
*Jassoy, Ludw. Daniel, Dr. jur. 1818. f 5. October 1831. 
*Kloss, Joh. Oeorg- Burkhard Franz, Dr. med., Mediziualrath, Prof. 1818- 

t 10. Februar 1854. 
*Loehrl, Joh. Konrad Kaspar, Dr. med., Geheimerath, Stabsarzt. 1818. 

t 2. September 1828. 
*Metzler, Friedr., Banquier, Geheimer Commerzienrath. 1818. f 11. März 1825. 
Meyer, Bernhard, Dr. med., Hofrath, Oruithologe. 1817. f 1- Januar 1886. 
Miltenberg, Wilh. Adolph, Dr. phil., Prof., Mineraloge. 1817. f 81. Mai 1824. 
''=Melber, Joh. Georg David, Dr. med. 1818. f 11. August 1824. 
Neeff, Christian Ernst, Dr. med., Lehrer der Botanik, Stifts- und Hospitalarzt 

am Senckenbergianum, Prof. 1817. f 15. Juli 1849. 
Neuburg, Joh. Georg', Dr. med., Administrator der Dr. Senckenberg. Stiftung, 
Mineraloge, Ornithologe. (1817 erster Director.) 1817. f 25. Mai 1830. 

*) Die 1818 eingetretenen Herren wurden nachträglich unter die Reihe der Stifter 
aufgenommen. 



— 23 — 

*(le Neiilvilh', Mattliias Willi., Di-, med. 1818. f 31. Juli 1842. 

Kens, Joli. Willi., HospitahiR'istcr ;uu Dr. iSeiickenbcr^'. Bürgerhospittil. 1817. 

t '21. ()ctol)er 1818. 
*Hii|»l»oll, Willi. I'clcr INliiard Siiiioii, Dr. med., Zoologe und Mineraloge. 1818. 
Sli'iii, Jüli. (.'aspar, Apotheker, Dotauiker. 1817. f 10. April 183-1. 
Stiebel, Salonio Frictlricli, Dr. med., Geheimer Hofrath etc., Zoologe. 1817. 

t 20. Mai I.S(18. 
*Varrentrai>i», Joli. Koni*., IMiysiku.s, l'roi".. Administrator dcv Dr. Senckenberg. 

StiftuiiK- 1-^1>!- t II- I^liii'i'' l^^<i<»- 
Voelckof, (»eorj«- Adolph, llandelsmauu, Entomologe. 1817. f i'J- -Tuli 182ü. 
^''Wenzel, Hciur. Karl, Geheimerath, Prof., Dr., Dismas, Rittor, Director der 

l'rimatisclion Spceialschule. 1818. f 18. October 1827. 
*v. Wicseiiliüttcn, Hciiir. Karl, Königl. bair. Oberst-Lieutenant, Freiherr, 

Mineralui^e. IS18. f ö. November IS'iO. 
*v. («eruiiig', Joh. Isaak, Geh. Kath etc. Entomologe. 1818. f -'• Febr. 1837. 
*v. Soemmeriug', Samuel Thomas, Dr. med., Geheimerath, Prof. etc. 1818. 

t 2. ^lärz 1830. 
*v. Bctliiiiaun, Sliiiou Moritz, Staatsrath 1818 f 2S. December 182G. 



II. Ewige Mitglieder. 

Ewige Mitglieder .sind solche, welche, anstatt deu gewöhuliehen 
Beitrag jährlich zu eiitricliten, es vorgezogen haben, der Gesellschaft 
ein Capital zu scheuken oder zu vermachen, dessen Zinsen dem 
Jahresbeiträge gleichkommeu, mit der ausdrücklichen Bestimmung, 
dass dieses Capital verzinslich augelegt w'erden müsse und nur der 
Ziusenertrag desselben zur Vermehrung und Unterhaltung der Samm- 
lungen verwendet werden dürfe. Die den Namen beigedruckten 
Jahreszahlen bezeichnen die Zeit der Schenkung oder des Vermächt- 
nisses. Die Namen sämmtlicher ewigen Mitglieder sind auf einer 
Marmortafel im Museumsgebäude bleibend verzeichnet. 

Ilr. Simon Moritz vouBetlimaun. 1827. 1 Hr. Alexander v. liethmaiin. 18lti. 
» (ieor^ Heinr. Schweudcl. 1828. | » Heinr. v. Bcthuiaiin. 184G. 
» Johann Friedr. Ant. Helm. 1829. » Dr. jur. Rath Friedr. Schlosser. 
» (ieors? Ludwig Gontard. 1830. 1847. 



FrauSnsaniia Elisabeth Uetlimann 

Hohveg. 1831. 
lli. Heinrich Mylius son. 1814. 
» Georg Melchior 31ylins. 181 1. 
» Baron Amschel Mayer von Uoth 

Schild. 1845. ^ J. A. Grnnelins. 1853. 

» Johann Georg Schmidboni. 184.>. j » P. F. Ch. Kroger. 1S54. 
» Johann Daniel Souchay. 1845. | » Alexander Gontard. 1854 



Stephau von (jnaita. 1847. 
H. L. Döbel in ßatavia. 1847. 
G. H. Hauck-Steeg. 1848. 
Dr. J. J. K. Buch. 1851. 
G. von St. George. 1858. 



Hr. M. Frhr. v. Betlimaiin. 1854. 

» [)i. Ildiiar«! Rüppell. 1857. 

y Dr. Th. Ad. Jali. Em. Müller. 1858. 

» Julius Nestle. ISCO. 

» Eduard Finger. 1860. 

» Dr. jnr. Eduard Souchay. 1862. 

» J. N. Gräffendeich. 1864. 

y E. F. K. IJüttner. 1865. 

» K. F. Krepi). 1866 

> Jonas Mylius. 1866. 

» Constantin Fellner. 1867. 



Hr. Dr. Hermann von Meyer. 1869. 

» Dr. W. D. Sömmerring'. 1871. 

» J. G. H. Petsch. 1871. 

>' Bernhard Boiidorf. 1872. 

» Friedrich Karl Rileker. 1874. 

» Dr. Friedrich Hessenherg. 1875. 

» Ferdinand Laurin. 1876. 

» Jakob Bernhard Kikoflf. 1878. 

» Joh. Heinrich llotli. 1878. 

» J. Ph. Nicol. Mansliopf. 1878. 

» Jean Noe du Fay. 1879. 



III. Mitglieder des Jahres 1878. 

Die arbeitenden sinil mit * bezeichnet. 



Hr. Alt, Franz. 1873. 
» Alt, F. G. Johannes. 1869. 
» Audreae, Achille. 1878. 
» Andreae, F. F., Director. 1869. 
» Andreae, Herrn., Bank-Director. 

1873. 
» Andreae, H. V., Dr. med. 1849. 
» Andreae-Passavant, Jean, Director. 

1869. 
» Andreae-Goll, J. K. A. 1848. 
» Andreae-Goll, Phil. 1878. 
» Andreae-Winckler, Joh. 1869. 
>' .^udreae-Winckler, P. B. 1860. 
» Andreae, Rudolph. 1878. 
» Angelheim, J. 1878. 
» *A.skenasy, Eugen, Dr. phil. 1871. 
» Auffarth, F. B. 1874. 
V *Baader, Friedrich. 1873. 
» Bacher, Max. 1873. 
» Bachfeld, Friedrich. 1877. 
» Baer, Joseph. 1860. 
» Baer, Joseph, Director. 1873. 
» Bärwindt, J., Oberstabsarzt, Dr. 

med. 1860. 
» *Baggc, H. A. B., Dr. med., Physi- 

kus. 1844. 
» Bansa, Gottlieb. 1855. 
» B.m.sa, Julius. 1860. 
» Bansa-Streiber, K. 1860. 



.*BardorfF, Karl, Dr. med. 1864. 

de Bary, Heinr. A. 1873. 

de Bary, Jak., Dr. med. 1866. 
*Ba8tior, Friedrich. 1876. 

Becker, Adolf. 1873. 
*Becker, Ludw., Ingenieur. 1877. 

Behreuds, Phil. Friedr. 1878. 

Belli-SeufFerheld, F. 1837. 

Bender, Anton Joseph. 1878. 

Benecke, Joh. Herrn. 1873. 

Berg, K. N., Bürgermeister, Dr.jur. 
1869. 

Berle', Karl. 1878. 

Bermanu, Isidor. 1877. 

Bertholdt, Joh. Georg. 1866. 

Best, Karl. 1878. 

V. Bethmanu, S. M., Baron. 1869. 

Beyfus, M. 1873. 

Bliedung, L. 1869. 

Blum, Herrn. 1860. 
*Blum, J. 1868. 
*Blumenthal, E., Dr. med. 1870. 

Bkuuenthal, Jos. Leop. 1866. 
*Bockenheinjer, Dr. med. 1864. 

Böhm, Joh. Friedr. 1874. 

Börne, Jak. 1873. 
*Böttger, Oscar, Dr. phil. 1874. 

Bolongaro, Karl Aug. 1860. 

Bolongaro-Crevenna, A. 1869. 



— 25 



k 



ITr. Bolongaro-Crevpiina, .T. L., Rtiult- 

r:\ih. \XM. 

» Umiii. üariR'li. lSt)2. 

» Bonn, Kiivl. I8t!G. 

» Bontant, F. 1S0(!. 

» i?orgnis, Friedr. Dr. jiir. 1S77. 

» Boignis, J. Fr. Fianz. lS7o. 

» *v. Boso-Reiclienbacli, Graf. JSCO. 

» Both, J. B. 182-t. 

» Brauntels, Otto. 1877. 

» Brentano, Anton Tlieod. 187.'5. 

» Brentano, Liulwijj, Dr. jur. 1812. 

» Brofft, Franz 18(3(;. 

. Brofft, Theodor, Stadtrath. 1877. 

» Brott't. Wilh. Leonh. 18(ifi. 

» Brückner, Wilh. 184«. 

» Buchka, Franz Anton. 1854. 

» Bück, A. F., Dr. jur. 1866. 

» Büttel, Wilhelm. 1878. 

» Cahn, Heinrich. 1878. 

» Cahn. Moritz. 1873. 

» Carl, Dr. med. 1878. 

» Caspari, Franz, Dr. jur. 1877. 

» Cassel, Gustav. 1873. 

» Chun, Oberlehrer. 18()6. 

» Claus, Dan. Andr. 1870. 

» Cnyrim, Ed., Dr. jur. 1873. 

» Cnyrim, Vict., Dr. med. 1866. 

> Conrad, K., Münzmeister. 1873. 

- Cornill-Goll, Wilh. 187^. 

» Creizenach, Ignaz. 1869 

» Defize, Adolf. 1873. 

» Degener, K., Di*. 1866. 

» *Deichler, J. Cli., Dr. med. 1862. 

^ Delosea, Dr. med. 1878. 

■■> Denzinger, F. J., Baurath und 

Dombaumeister. 1873. 

» Dibelka, Jos. 1873. 

» Diehn, Phil., Thierarzt. 1866. 

-» Doctor, Ad. Heinr. 186!). 

» Dondorf, Carl. 1878. 

» Dondorf, Paul. 1878. 

» Donner, Karl. 1873. 

» V. Donner, Phil. 1859. 

^ Drexel, Heinr. Theod. 1863. 

» Dröll, J.A. 1878. 

. Ducca, Wilh. 1873. 



. Fdonfeld, Felix. 1873. 

Khinger, August. 1872. 

Khrhard, W., Ingenieur. 1873. 

KlHsseu, Justizratli, Dr. jur. 1860. 

Fmden, .Jak. Pliil. 186'.». 

Knder.';, Ch. 1866. 

Engel, Louis. 1873. 

Engelhard, Bernhard. 1877. 

Engelhard, Karl Phil. 1873. 

Engelhard, Hobert. 1878. 

Epstein, Theodor. . 1873 

EJrnst, August, Professor. 1854. 

Eyssen, B. Gustav. 1866. 

Eyssen, K. E. 1860. 

P'abricius, Franz. 1866. 

du Fay, Jean Noe. 1842. 

Feege, W. 1877. 

Feist, Eduard. 1878. 

Fellner, F. 1878. 

Fester, Dr. jur., Justizrath, Notar. 

1873. 
*Finger, Oberlehrer, Dr. phil. 1851. 

Finger, L. F. 1876. 

Flersheim, Ed. 1860. 

Flersheim, Rob. 1872. 

Flesch, Dr. med. 1866. 

Fliusch, Heinr. 1866. 

Flinsch, W. 1869. 

Frank, John. 1878. 

Franz, Jean. 1878. 

Fresenius, Ph., Dr. phil. 1873. 

Frey, Philipp. 1^78. 

Freyeisen, Heinr. Phil. 1876. 
*Fridberg, Hob., Dr. med. 1873. 

Friedmann, Jos 1869. 

Fries, Friedr. Adolf. 1876. 

V. Frisching, K. 1873. 

Fritsch, Ph., Dr. med. 1873. 

Frohmann, Herz. 1873. 

Fühl, Ludwig. 1869. 

Fuld, S., Dr. jur. 1866. 

Fulda, Karl Herrn. 1877. 

Funck, K. L. 1873. 

Garny, Joh. Jak. 1866. 

Geiger, Berthold, Dr. Advoc. 1878. 

Gering, F. A. 1866. 

Gerson, Jak., Generalconsul. 1860. 



26 



Hr. Getz, Max, Dr. med., Sanitätsrath. 

1854. 
» Geyer, Job. Christoph. 1878. 
» *Geyler, Herrn. Theodor, Dr. phil. 

1869. 
» Gockel, Ludwig, Director. 1869. 
» *Goldmanu, Val., ßector. 1876. 
» Goldschmidt, Abr. 1873. 
» Goldschmidt, Ad. B. H. 1860. 
» Goldschmidt, B. M. 1869. 
» Goldschmidt, H. H. 1873. 
» Goldschmidt, Marcus. 1873. 
» V. Goldschmidt, Leop., Geueral- 

consul. 1869. 
» Gontard, Moritz. 1850. 
» Gotthold, Gh., Dr. phil, 1873. 
» Grabe, Charles, Consul. 1866. 
» Graubner, Friedrich. 1873. 
» Gross, Max. 1878. 
» Gross, Wilh. 1873. 
» Grüuebaum, M. A. 1869. 
» Grunelius, Adolf. 1858. 
» Gruuelius, Moritz Eduard. 1869. 
» V. Guaita, Max. 1869. 
» Gunderslieim, Joseph. 1873. 
» Gunderslieim, M., Dr. med. 1860. 
» Günther-do Bary, Chr., Ivontiicr. 

1878. 
« *Haag, Georg, Dr. jur. 1855. 
» Haase, A. W. E. 1873. 
» Häberliu, E. J., Dr. jur. 1871. 
» Hahn, Adolf L. A., Consul. 1869. 
» Hahn, Anton. 1869. 

> Hahn, Moritz. 1873. 

» Hamburger, K., Dr. jur. 1866. 
» Hammeran, J. A., Buchdruckerei- 
Besitzer. 1873. 
» Hammeran, K. A. A., Dr. phil. 1875 
» Hanau, Heinrich A. 1869. 
» V. Harnier, Ed., Dr. jur. 1866. 
» Harth, M. 1876. 

> Hauck, Christ., Stadtrath. 1860. 
» Hauck, Georg A. H. 1842. 

» Hauck, Alex. 1878. 

» Hauck, Moritz, Advocat. 1873. 

» Heimpel, Jakob. 1873. 

» Henninger, Heinrich. 1877. 



Hr. Henrich, Joh. Gerhard. 1860. 
» Henrich, K. F., jun. 1873. 

> Hensel, L., Rentmeister. 1878. 
» Herz, Otto. 1878. 

» Hessel, Julius. 1863. 

» Hesseuberg, PMedrich. 1878. 

» Heuer, Ferd. 1866, 

> *v. Heyden, Luc, Hauptmann, Dr. 

1860. 

> V. Heyder, Georg. 1844. 

» *Heynemann, D. Fr. 1860. 

» Höchberg, Otto. 1877. 

» Hotf, Joh. Adam. 1866. 

» Hoff, Karl. 1860. 

» Hohenemser, H., Director. 1866. 

» Holthof, Carl, Stadtrath. 1878. 

> V. Holzhausen, Georg, Frhr. 1867. 
» Holzmaun, Phil. 1866. 

>' Hornberger, Albert. 1870. 

» Ihm, August. 1866. 

* Jacobi, Rudolf. 1843. 

» Jacobson, Eduard, Consul. 1875. 

» Jacquet Sohn, H. 1878. 

» "Jäger, Rudolf, Director. 1867. 
Die Jägersche Buchhandlung. 1866. 
Hr. Jassoy, Wilh. Ludw. 1866. 

» Ickelheimer, Dr., Advocat. 1878. 

» Jeanrenaud, Dr. jur., Appellations- 
gerichtsrath. 1866. 

» Jonas, Adolf, Dr. jur. 1873. 

» Jordan, Felix. 1860. 

>' Jost, <Konr., Apotheker. 1859. 

» Jourdan, Jacob. 1878. 

» Jügel, Karl Franz. 18i!l. 

» Jung, Karl. 1875. 

» Jung-Hauff, Georg. 1866. 

» Kalb, Emil, ßankdirector. 1878. 

» Kassel, Elias, Director. 1873. 

» Katheder, K. 1863. 

» Katzenstein, Albert. 1869. 

» Kayser, Adam Friedr. 1869. 

» Kayser, J. Adam. 1873. 

» Keller, Adolf, Rentier. 1878. 

» Keller, Heinr., Buchhändler. 1844. 

» *Kesselmeyer, P. A. 1859. 

» ''Kessler, F. J., Senator. 1888. 

» Kessler, Heinrich. 1870. 



— 27 



. Kessler, Wilh. 1844. 

Kinen, Karl. 1873. 
*Kiiikeliii, Friedr., Dr. pliil. 1^7:5. 

Kircliheim, S., Dr. med. 1Ö7:>. 

Kissel, Georg. 180(). 

Klein, Jakob Thil. 1873. 

Klinisch, K.arl. 1873. 

Kling, Gustav. 1861. 

Klitscher, P. Aug. 1878. 
*Kloss, 11., Dr. med., IMiysikus, 
Sauitätsrath. 1842. 

Klotz, Karl Coust. V. 1844. 

Knabciischuh, Jakob, ,jnu. 1877. 

Knips, Jos. 1878. 

Knopf, L., Dr. jur., Stadtrath. 18G9. 
*Kobelt, W., Dr. med. 1877. 

Koch, Joh. Friedr. 1806. 

Koch, Wilh. 1859. 

Königswerther, Martin. 1878. 

Kohu-Speyer, Sigism. 1860. 

Kotzenberg, Gustav. Iö73. 

Krämer, Johannes. 186(>. 

Kraussold, Dr. med. 1878. 

Kreb.s-Pfaft; Louis. 1878. 

Kriegk, Max, Dr. med. 1878. 

Küchler, Ed. 1866. 

Kugele, G. 1860. 

Kugler, F., Dr. jur., Ai)pellations- 
gerichtsrath. ISiyj. 

Kuseuberg, li. J., Dircctor. 1873. 

Ladenburg, Emil. 1869. 

Laemmerhirt, Karl. Director. 1878. 

Landauer, Wilh. 1873. 

Lang, R., Dr. jur. 1873. 

Langenberger, Franz. 1860. 

Langer, Dr. jur. 1873. 

Lautenschläger, Alex., Director. 
1878. 

Lautereu, K., Consul. 1869. 

Le 15ailly, Georg. 1866. 

Lehr-Anthes, Willi. 1878. 

Leschhorn, Ludw. Karl. 1869. 

Leser, Phil. 1878. 

Lindhcimer, Ernst. 1878. 

Lindheimer, Gerhard 1854. 

Lindheimer, Julius. 1S73. 

Lion, Benno. 1873. 



II r. Liou, Franz, Director. 1873. 

» Lion, Jakob, Director. 1866. 

> Lion, Siegmund, Director. 1873. 

» Lühr, ('lemens. 1851. 

» Lönholdt, G. W. 1873. 

» Löwenick, N. 1875. 

» Loretz, A. W. 1869. 

» *Loretz, Herrn., Dr. pliil. 1877. 

» Loretz, Wilh., Dr. med. 1877. 

» 'Lorey, Karl, Dr. med. 1869. 

» Lorey, W., Dr. jur. 1873. 

» *Lucae, G., Prof., Dr. med. 1842. 

» Lucius, Eug., Dr. phil. 1859. 

» V. Lukacsich, Major. 1832. 

» Maas, Adolf. 1860. 

» Maas, Simon, Dr. jur. 1869. 

» Mack, Joh. Friedr. 1866. 

» Mahlau, Albert 1867. 

>. Majer, Joh. Karl. 1854. 
Fr. Majer-Steeg. 1842. 
Ur. Malss, Dr. jur. 18V3. 

■» Mauskopf, Nikolaus. 1859. 

» Manskopf.W. H.,Geh.Commcrzien- 
rath. 1869. 

» Marburg-Friderich, Adolph. 1878. 

» Marburg, Heinrich. 1878. 

» Marx, Dr. med. 1878. 

V Matti, Alex., Dr. jur. 1873. 

» Matti, J. J. A., Dr. jur. 1836. 

» Maubach, Jos. 1878. 

» May, Arthur. 1873. 

» May, Ed. Gustav. 1873. 

» May, Joh. Val., Dr. jur. 1873. 

» May, Julius. 1873. 

» May, Martin. 1866. 

» Mayer, Willi., Director. 1878. 

» Meixner, K. A. Ib66. 

» Merton, Albert. 1869- 

» Merton, W. 1878. 

» Merzbach, A. 1873. 

» Mettenheimer, Chr. Heinr. 1873. 

» *Metzler, Adolf. 1870. 

» Metzlcr, Albert. 1869. 

» Metzler, Gustav. 1859. 

^ Metzler, Karl. 1869. 

» Metzler, Wilh. 1844. 

» Metzler-Fuchs, G. F. 1842. 



28 



Minjon, Herni. 1878. 
Minoprio, Karl Anton. 1821. 
Minoprio, Karl Gg. 1869, 
Mohr, Oberlehrer, Dr. phil. ]86(i. 
Moldeuhauer, F., Ingenieur. 1873. 
Mouson, Joh. Gg. 187;j. 
Muck, F. A., Consul. 1854. 
Müller, Joh. Christ. 1866. 
Müller-Rentz, F. A. 1874. 
Müller, Paul. 1878. 
Müller, Siegra. Fr., Dr. Notar. 1878. 
Mumm von Schwarzenstein, Alb. 

1869. 
Mumm V. Sehwarzenstein, D. H., 

Dr. jur., Oberbürgermeister. 1869. 
Mumm V. Schwarzenstein, Herrn., 

Generalconsul. 1852. 
Mumm V. Schwarzenstein, P. H., 

jun. 1873. 
Mumm V. Schwarzenstein, W. 1856. 
Mylius, Karl Jonas, Architekt. 1S7J. 
Nestle- John, Georg 1878. 
Nestle, Hermann. 1857. 
Nestle, Julius. 1873. 
Nestle, Richard. 1855. 
Neubert, W. L., Zahnarzt. 
Neubürger, Dr. med. 1860. 
Neustadt, Samuel. 1878. 
de Neufville-Büttner, Gust., 

Commerzienrath. 1859. 
de Neufville-Siebert, Friedr. 1860. 
de Neufville, Otto. 1878. 
Neumüller, Fritz. 1875. 
Niederhoflieim, A., Director 1873. 
"Noll, F. K., Dr. sc. nat. 1863. 
V. Oberuberg, Ad., Dr. jur. 1870. 
Ochs, Hermann. 1873. 
Ochs, Karl. 1873. 
Ochs, Lazarus. 1873. 
Odrell, Leop., Dr. jur. 1874. 
Ohlenschlager, J. A., Dr. jur. 1859. 
Ohlenschlager, K. Fr., Dr. med. 

1873. 
Opliu, Adolph. 1878. 
Oppenheim, Guido. 1873. 
Oppenheimer, Charles. 1873. 
Oppenheimer, Marcus Moritz. 1877. 



187.' 



Geh. 



1859. 



1878. 



Hr. Ortenbach, Friedr. 1853. 

» Orthenberger, Dr. jur. 1866. 

> d'Orville, Friedr. 1846. 
» Osterrieth, Franz. 1867. 
» Osterrieth-v. Bihl. 1860. 

» Osterrieth-Laurin, Aug. 1866. 

> Osterrieth, Eduard. 1878. 

V Osvvalt, H., Dr. jur. 1873. 
» Parrot, J. Ch. 1873. 

» Passavant, F., Dr. jur., Stadtrath. 

1866. 

» Passavant, Gust., Dr. med. 

» Passavant, Herrn. 1859. 

» Passavant, Robert. 1860. 

>' Passavant, Rudolf. 1869. 

» *Passavant, Theodor. 1854. 

» Perle, Stabsarzt, Dr. med. 

» Petermann, Ad., Dr., Zahnarzt. 1875. 

» *Petersen, K. Tb., Dr. phil. 1873. 

> Petsch-Goll, Phil. 1860. 
» Pfaehler, F. W. 1878. 

>' PfeflFel, Aug. 1869. 

> Pfeffel, Friedr. 1850. 

» Pfefferkorn, R., Dr. jur. 1856. 

v> Pfeifer, Eugen. 1846. 

» Pieg, K., Steuorrath. 1873. 

V Ponfick, Otto, Dr. jur., Stadt- 

gerichts-Secretär. 1869. 

» Posen, Jakob. 1873. 

>' Prestel, Ferd. 1866. 

» Quilling, Friedr. Wilh. 1869. 

» Raabe, Ernst. 1872. 

» Rauten berg, Leopold. 1873. 

« Raveustein, Aug. 1866. 

» Ravenstein, Simon. 1873. 

Die Realschule, Israelitische. 1869. 

Hr. Reiffenstein, J. P. 1878. 

» V. Reinach, Adolf, Baron, General- 
con.sul. 1860. 

» V. Reinach, Alb., Baron. 1870. 

» Reinganum, Paul, Dr. 1878. 

» Reiss, Enoch. 1843. 

» Reiss, Jacques, Geh. Commerzien- 
rath. 1844. 

» Reiss, Paul, Advocat. 1878. 

» Reuss, Dr. jur., SchöfiF. 1824. 

» Ricard, Adolf. 1866. 



29 — 



Hr. Ricard, L. A. 1873. 
» Richard, Friedr. ISUG. 
. *Hicliters, A. .1. Ferd., Dr. 1877. 
» liieger, Wilholni. 18.S2. 
» RiiKlskopf, Isaak M. 180(1. 
i> *Kipps, Dr. med. 185Ü. 
» Uittner, G , Commerzienrath. 1800. 
» *Roberth, Ernst, Dr. med. 1850. 
» Rödiger, Konr., Dr. ])liil., Diror- 

torialratli. 1851». 
^ Rüssler, F., Münzwardein. 1800. 
» Rös.<?ler, Hector. 1878. 
» Uoos, Benjamin. 1809. 
» *Roose, Wilh. 1809. 
» Roth, Georg. 1878. 
» Roth, Joh. Heinrich. 1878. 
» V. Rothschild, M. K,Generalconsul, 

Freiherr. 1843. 
>^ V. Rothscliild, Wilh., Generalconsul, 

Freiherr. 1870. 
» Rottenstein, Dr. 1800. 
» Rueff, Julius, Apotheker. 1873. 
» Rumpf, Dr. jur., Consnlent. 1860. 
Fr. Rumpf, Fr. 1868. 
Hr. Saaler, Adolph. 1878. 
» *Saalniüller, Max, Oberst) ieuteuant. 

1878. 
» Sachs, Joh. Jak. 1870. 
» Sanct-Goar. Meier. 1806. 
» Sandhagen, Wilh. 1873. 
» Sauerliinder, J. D., Dr. jur., Stadt- 

rath. 1873. 
» Schaffner, Ferd., Dr. med. 1800. 
» Scharff, Alexander. 1844. 
» *Scharff, F. A., Dr. jur. 1852. 
» Scliartf-Osterrieth, Gottfr. 1859. 
> Schaub, Carl. 1878. 
» Scheffer, Karl, Postamts-Assiatent. 

1875. 
-» *Scheidel, Seb. AI., Director. 1850. 
» Schenck, Joh. David. 1800. 
»• Schenck, W. 1878. 
» Schepeler, Ch. F. 1873. 
» Scherbius, G. Th. 1860. 
» Scherlen.sky, Dr. jur. 1873. 
» Schiele, Simon, Director. 1800. 
» Schiff, Phil. 1873. 



. Schilling, Dr. med. 1833. 

Schlemmer, Dr. jur. 1873. 

Schmick, J. P. W., Ingenieur. 1873. 

Schmidt, Adolf, Dr. med. 1832. 

Schmidt. Dietrich Wilh. 1870. 
^Schmidt, Heinr., Dr. med. 1866. 

Schmidt, J. Chr., Dr. med. 1876. 

Schmidt, Joh. Georg. 1876. 

Schmidt, Kar], Kreiathierarzt. 1800. 

Schmidt, Konriul Kr. 1872. 

Schmidt, Louis A. A. 1871. 
'Schmidt, Maxim., Dr. vet., Director. 

180(i. 
*Schmidt, Moritz, Dr. med. 1870. 

Schmidt-Polox, Adolf. 1855. 

Schmidt-Rumpf, L. D. Phil. 1876. 

Sclimidt-Scharfl, Adolf. 1855. 

Schmölder, P. A. 1873. 

Schmöle, Wilh. 1866. 

SchüUes, Joh., Dr. med. 1866. 
*Schott, Eugen, Dr. med. 1872. 

Schürmann, Friedr. Adolf. 1876 

Schulz, Heinr., Dr. jur. 1866. 

Schumacher, Gg. Friedr. 1866. 

Schwarz, Georg Ph. A. 1878. 

Schwarzschild, Em. 1878. 
*Schwarzschild, H., Dr. med.. Geh. 
Sanitätsrath. 1836. 

Schwarzschild, Moses. 1800. 

V. Schweitzer, K., Dr. jur., Schöft". 
1831. 

von Seydewitz, Hans, Pfarrer. 1878. 
*Siebert, J., Dr. jur. 1854. 

Siebert, Karl August. 1809. 

Sömmerring, Karl. 1870. 

Sonnemann, Leopold. 1873. 

Souchay, A. 1842. 

Speltz, Dr. jur., Senator. 1800. 

Speltz,. Jakob. 1819. 

Spengel, Friedrich, 1878. 

Speyer, Georg. 1878. 

Speyer, Gustav. 1873. 

Spiess, Alexander, Dr. med., Sani- 
tätsrath. 1805. 

Stildermann, Ernst. 1873. 
*Stettan, Ph. J., Dr. med. 1802. 

V. Steiger, L. 1809. 



— 30 



Hr. Stern, B. E., Dr. med. 1865. 
» Stern, B. S. 1878. 
» Stern, Theodor. 1863. 
» Steuernagel, Job. Heinr. 1860. 
» *Stiebel, Fritz, Dr. med. 1849. 
» Stiebel, Julius. 1877. 
» V. Stiebel, Heinr., Consul. 1860. 
» Stilgebauer, Gust , Bankdirector. 

1878. 
» Stock, H. A. 1859 
» Straus-Puld, A. J. 1873. 
» ^Stricker, W., Dr. med. 1870. 
» Strube, .Jak., Hofrath. 1873. 
» Strubel), Bruno. 1876. 
» Sulzbacb, Emil. 1878. 
* Sulzbach, Moritz. 1878. 
» Sulzbach, Rud. 1869. 
» Trier, Samuel. 1873. 
» Trost, Otto. 1878. 
» Ulmann, A., Dr. phil. 1871. 
» Umpfenbach, A. E. 1873. 
» Üna-Maas, S. 1873. 
» Varren trapp. Fr., Dr. jur. 1850. 
» *Varrentrapp, Georg, Dr. med.. Geh. 

Sanitätsrath. 1833. 
» Varrentrapp, J. A. 1857. 
» von den Velden, Fr. 1842. 
» Vogt, Ludwig, Director. 1866. 
» *Volger, Otto, Dr. phil. 1862. 
» Volkert, K. A. Gh. 1873. 
» *Wallacb, J., Dr. med. 1848. 



Hr. Weber, Andreas. 1860. 

> Weiller, Jak. Hirsch. 1869. 

» Weisbrod, Friedr. 1873. 

» Wei-smanu, N. 1873. 

» Weismanu, Wilhelm. 1878. 

» V. Weisweiller, Georg. 1860. 

» *Wenz, Emil, Dr. med. 1869. 

» Wertheiuiber, Emanuei. 1878. 

» Wertheiuiber, Louis. 1869. 

» Wetzel, Heinr. 1864. 

» Weydt, Nik. 1869. 

» Weydt, Phil. 1872. 

» Wiesner, Dr. med. 1873. 

» Winter, W. Chr. 1852. 

» Wippermann, Friedr. 1819. 

» Wirsing, Adolf. 1873. 

» * Wirsing, J. P., Dr. med. 1869. 

» Wirth, Franz. 1869. 

» Wittekind, H., Dr. jur. 1860. 

» Wolff, Adam. 1873. 

* Woltr, Phil. 1874. 

» Wolfskehl, H. M. 1860. 

» Wüst, K. L. 1866. 

» Wunderlich, Gg. 1869. 

>. Zickwolff, Albert. 1873. 

» Zickwolff, Otto. 1873. 

» *Ziegler, Julius, Dr. phil. 1869. 

» Ziegler, Otto, Director. 1873. 

» Zimmer, Georg. 1878. 

» Zimmer, K., Dr. phil. 1855. 

» Zimmer, K. G. B. 1869. 



IV. Neue Mitglieder für das Jahr 1879. 



Hr. *Buck, Emil, Dr. 
» *Reichenbach, J. H., Dr. 



Hr. Schäfer, Friedrich. 
» Stelz, Ludwig. 



Hr. Trier, Gustav. 



— 31 — 



V. ('orrespoutlinMule Mitijlietler. *) 



1S2(). Wühler, Fiiedr., l'iot'ossor in 
Gött.ingon (von liier)- 

1822. Reichenbacli, 11. (!. !,., Prof. in 
Dresden. 

1823. Radius, .Tu.'^tus, Pr. med. in 
Leipzig. 

1825. de Laizer. C'onile Maurice, in 

Clairmont-Forrant. 
1827. Keferstein, Adolf, Gerichtsrath 

in Erfurt. 
1827. l?oinhardt, Job. A., Professor 

in Kopeubai^en. 
1830. Czihak, J. Gh., Dr., Professor 

in Aschaft'enburg. 

1832. Engelmanu, Job. Georg, Dr. 
med. in St. Louis, Nordamerika 
(von bier). 

1833. Fecbner, Gustav Tbeodor, Prof. 
in Leipzig. 

1834. Listing, Dr. pbil., Professor in 
Göttingen (von hier). 

1834. Wiebel, Karl, Prof. in Hamburg. 

1836. Decaisne, Akademiker in Paris. 

1836. Schlegel, Herrn., Professor Dr., 

Director des Museums in Leyden. 

1836. Agard, .Jakob Georg, Prof. in 
Lund. 

1837. Studer, Bernhard, Professor in 
Bern. 

1837. Studer, Apotbeker in Bern. 
1837. Coulon, Louis, in Neufcbatel. 
1837. de Montmoliu, Auguste, in 

Neufcbatel. 
1839. Meyer, Georg Hermann, Prof. 

in Zürich (von hier). 
1841. Genth, Adolf, Dr. med., Badearzt 

in Schwalbacb. 
1841. Schwann, Theod., Dr., Prof. in 

Löwen. 
1841. Budge, Jul., Prof in Greifswald. 
1841. Betti, Pietro, Soperintendente 

de sanita in Florenz. 
1841. Parolini, Alberto, in Bassano. 



1811. Fasetta, Valentin, Dr. med. in 
Venedig. 

1842. Thomae, K., Prof, emerit. Di- 
rector des landwirtbschaftlicheu 
Instituts in Wiesbaden. 

1842. Hein, Dr. in Danzig. 

1842. Claus, Bruno, Dr. med. in Bonn 
(von hier). 

1844 Güppert, Heinrich Robert, Pro- 
fessor in Breslau. 

1844. Scbimper, W. P., Professor in 
Strassbui-g. 

1844. Bidder, Friedr. IL, Professor in 
Dorpat. 

1844. Plieninger, W. IL Tb., Professor 
in Stuttgart. 

1844. Blum, Prof. in Heidelberg. 

1845. Biscbofi; Tb. L. W., Professor in 
München. 

1845. Adelmann, Georg B. F., Prof. 

in Dorpat. 
1845. Kützing, Friedrich Traugott, in 

Nordhausen. 
1845. Meneghini, Giuseppe, Professor 

in Padua. 

1845. Zimmermann, Ludwig Philipp, 
Dr. med. 

1846. Sandberger, Fridolin, Professor 
in Würzburg. 

1846. Worms, Gabriel, auf Ceylon (von 

hier). 
1846. Worms, Moritz, auf Ceylon (von 

hier). 

1846. Schiff, Moritz, Dr. med., Prof. 
in Florenz (von hier). 

1847. Virchow, Rudolf, Prof. in Berlin. 

1848. Dunker, Wilhelm, Professor in 
Marburg. 

1848. Philippi, Rudolf Amadeus, Di- 
rector des Museums in Santiago 
de Chile. 

1849. Beck, Bernh., Dr. med., General- 
arzt in Karlsruhe. 



•) Die vorgesetzte Zahl bpdentet das Jahr der Aufnabino. 



— 32 



1849. von Schieiden, M. J., Professor, 
k. russ. Staatsrath in Wiesbaden. 

1849. Dohrn, Karl August, Dr., Präsi- 
dent des Eutouiolog. Vereins in 
Stettin. 

1849. Fischer, Georg, in Milwaukee, 
Wisconsin (von hier). 

1849. Gray, Asa, Prof. an der lloward- 
üniversity in Cambridge. 

1850. Kirchner (Consul in SydnejO, jetzt 
in Darinstadt (von hier). 

1850. Mettenheimer, Karl Christian 
Friedrich, Dr. med., Leibarzt in 
Schwerin (von hier) 

1851. Jordan, Hermann, Dr. med. in 
Saarbrücken. 

1851. Landerer, Xaver, Professor, Hof- 
apotheker in Athen. 

1852. Leuckart, Rudolf, Dr., Professor 
in Leipzig. 

1853. Robin, Charles, Prof. in Paris. 
1853. de Bary, Heinr. Anton, Prof. in 

Strassburg (von hier). 
1853. Bnchenau, Franz, Dr., Professor 

in Bremen. 
1853. Brücke, Ernst Wilh., Professor 

in Wien. 
1853. Ludwig, Karl, Prof. in Leipzig. 

1853. Bruch, K., Dr., Prof. in OflPenbach. 

1854. Schneider, Wilh. Gottlieb, Dr. 
phil. in Breslau. 

1854. Ecker, Alexander, Profe.ssor in 
Freiburg. 

1854. Besnard, Anton, Dr., Oberstabs- 
arzt in München. 

1855. Grube, Eduard, Staatsrath, Prof. 
in Breslau. 

1856. Scacchi, Archangelo, Professor 
in Neapel. 

1856. Palmieri, Professor in Neapel. 
ly57. Leyh, Friedrich A., Professor in 

Stuttgart. 

1857. v. Homeyer, Alex., Major in 
Wiesbaden. 

1859. Ribeira in Coira, Brasilien. 
1859. Frey, Heinrich, Prof. in Zürich 
(von hier). 



1860. Weinland, Christ. Dav. Friedr., 
Dr. phil. in Holien-Wittliugen, 
Württemberg. 

1860. Gerlach, J., Prof. in Erlangen. 

1860. Weismann, Aug., Professor in 
Freiburg (von hier). 

1861. Becker, Ludwig, in Melbourne, 
Australien. 

1861. Helmholtz, H. L. F., Professor 
in Berlin. 

1861. von Manderstjerna, Excell., kais. 
Russ. Generallient. in Warschau. 

1863. Hofniann, Herrn., Professor der 
Botanik in Giessen. 

1863. von Riese-Stalburg, W. F., Frei- 
herr, Gutsbesitzer in Prag. 

1863. de Saussure, Henri, in Geni'. 

1864. Pauli, Friedr. Wilh., Dr. med., 
Hofrath, in Bockenheim 

1864. Schaafhausen, H., Prof. in Bonn. 

1864. Keyserling, Graf Alex., Ex-Cura- 
tor der Univer.sität I^orpat. 

1865. Bielz, E. Albert, Dr., in Hermann- 
stadt. 

18(;6. Möhl, Dr., Profes.sor in Kassel. 

1867. Landzert, Professor in St. Peters- 
burg. 

1867 von Harold, Freih., Major a. D. 
am Königl. Museum in Bei-lin. 

1867. de Marseul, Abbe in Paris. 

1868. Hornstein, Dr., Oberl. in Kassel. 

1869. Lieberkühu, N., Prof. in Marburg. 
1869. Wagner, R., Prof. in Marburg. 
1809. Gegenbauer, Karl, Prof. in Jena. 
1869. His, Wilhelm, Prof. in Leipzig. 
1869. Rütimeyer, Ludw., Professor in 

Basel. 
1869. Semper, Karl, Prof. in Würzburg. 
1869. Gerlach, Dr. med. in Hongkong, 

China (von hier). 
1869. Woronin, M., in St. Petersburg. 
1869. Barboza du Boccage, Director 

des zoolog. Museums in Lissabon 
1869. Kenngott, G. A. , Professor in 

Zürich. 
1871. V. Müller, F., Director des botan. 

Gartens in Melbourne, Australien. 



33 - 



1871. V. Ilaast, Jul., Dr., Staatsgeologe 
in Cbrist-Church, Auckland, Neu- 
seelaml. 

1871. Jones, Matthew, Präsident des 
naturhistor. Vereins in Halifax. 

1872. Agardh-Westerliind, Dr. in Kon- 
neby, Schweden. 

1872. Verkrüzon, Th. A., in Frankfurt 

am Main. 
1872. Nägeli, K., Prof. in München. 
1872. Sachs, J., Prof. in Würzburg. 

1872. Hooker, J. D., Direct. des botan. 
Gartens in Kew, England. 

1873. Koch, Karl, Dr., Landesgeologe 
in AViesbaden. 

1 873. Streng, Prof. in Giessen (von hier). 
1873. Beyrich, Professor in Berlin. 
1873. Stossich, Adolf, Professor an der 

Realschule in Triest. 
1873. vom Rath, Gerb., Prof. in Bonn. 
1873. Römer, Professor in Breslau. 
1873. Seebach, Professor in Göttingen. 
1873. Heer, Oswald, Prof. in Zürich. 
1873. von Siebold, Prof. in München. 
1873. Caspar}', Rob., Prof. in Königs- 
berg. 
1873. Gramer, Prof. in Zürich. 
1873. Bentham, Georg, Präsident der 

Linnean Society in London. 
1873. Darwin , Charles , in Down , 

Beckenham, Kent in England. 
1873. Günther, Dr. am British Museum 

in London. 
1873. Sclater, Phil. Lutley, Secretary 

of zoolog. Soc. in London. 
1873. Leydig, Franz, Dr., Professor in 

Tübingen. 
1873. Loven, Professor, Akademiker 

in Stockholm. 
1873. Schmarda, Prof. in Wien. 
1873. Pringsheim, Dr., Prof. in Berlin. 
1873. Schwendner, Dr., Prof. in Basel. 
1873. de Candolle, Alphonse, Prof. in 

Genf. 
1873. Schweinfurth, Dr. in Berlin, 

Präsident der Geographischen 

Gesellschaft in Cairo. 



1873. Russow, Edmund, Dr.. Prof. in 
Dorpat. 

1873. Cohn, Dr., Prof. in Breslau. 

1873. Rees, Prof. in Erlangen. 

1873. Godeffroy, J. K., Rheder in Ham- 
burg. 

1873. Ernst, Dr., Vorsitzender d. deut- 
schen naturforach. Gesellsch. in 
Caracas. 

1873. Mousson, Professor in Zürich. 

1873. Krefft, Director des Museums in 
Sydney. 

1873. Giebel, Professor in Halle. 

1874. Joseph, Gustav, Dr. med., Docent 
in Breslau. 

1874. von Fritsch, Karl, Freiherr, Dr., 

Professor in Halle. 
1874. von Tomassini, Ritter Muzio, in 

Triest. 

1874. Gasser, Dr., Privatdocent in 
Marburg (von hier). 

1875. Bütschli, Otto, Dr., Prof. in 
Heidelberg (von hier). 

1875. Dietze, Karl, in München. 

1875. Fraas, Oscar, Dr., Professor in 
Stuttgart. 

1875. Fischer von Waldheim, Alex., 
Staatsrath u. Ritter in Moskau. 

1875. Genthe, Herrn., Prof. Dr., Direc- 
tor des Gymnasiums in Duisburg. 

1875. Klein,Karl,Dr.,Prof.inHeidelberg. 

1875. Ebenau, Karl, in Madagascar 
(von hier). 

1875. Moritz, A., Dr., Directeur de 
l'observatoire physique in Tiflis. 

1875. Probst, Pfarrer, Dr. phil. in 
Unter -Essendorf, Württemberg. 

1875. Targioui-Tozetti, Prof.inFlorenz. 

1875. Zittel, Karl, Dr., Prof. inMüuchen. 

1876. Rein,' J. J., Dr., Prof. in Marburg. 
1876. Liversidge, Prof. in Sydney. 
1876. Böttger, Hugo, Director in Beuel 

bei Bonn (von hier). 

1876. Langer, Karl, Dr., Prof. in Wien. 

1876. Le Jolis, Auguste, President de 
la Society nationale des sciences 
naturelles in Cherbourg. 
3 



— 34 — 



1876. Meyer, A. B., Dr., Director des 
königl. zoolog. Museums in Dres- 
den. 

1870. Wetterhan, J. D., in Freiburg 
i. Br. (von hier). 

1877. Voit, Karl, Dr., Prof. in München, 

1877. Schmitt, C. G. Fr., Dr., Prälat 
in Mainz. 

1878. Chun, Carl, Dr. in Neapel (von 
hier). 



1878. Corradi, A., Professor der Kgl. 
Universität in Pavia. 
Hayden, Prof., Dr., Staatsgeologe 
in Washington. 

Strauch, Alex., Dr. phil., Mit- 
glied der k. k. Akademie der 
Wissenschaften in St. Petersburg. 

1878. StumpfF, Anton, aus Homburg v. 
d. H., d. Z. auf Madagascar. 



1878. 



1878. 



YI. Ausserordentliche Ehrenmitglieder. 

1872. Mühlig, J. G. G., Verwalter (von hier). 

1875. Erckel, Theodor (von hier). 

1878. Hetzer, Wilhelm (von hier). 

1878. V. Böttger, Rudolph, Prof. Dr. (von hier). 



— 35 — 



Verzcicliiiiss 

der Geschenke für das iiaturliistorisclie Museum, 

welche vom Juni 1878 bis Juni 1879 der Gesellschaft 
• überwiesen wurden. 

1. Für die Skeletsammlung. 

Von Herrn Conrad Ferd. Müller, stud. archit. von hier: der 

Schädel eines Gaika-KaÖer, 
Von Herrn Lehrer J. Blum: der Schädel eines Nasua und der 

eines Cehus. 

2. Für die "V ögelsammlung. 

Von Herrn Friedrich B a s t i e r : 1 Anas querqueäula. 

Von Herrn Photograph 1 1 u t h : 1 Bastard von Girlitz c? und 

Kanarienvogel 9- 
Von Herrn Verwalter Mühlig: ein Nest von Motacilla alba mit 

Eiern (in einem Pantoffel). 

3. Für die Sammlung von Reptilien und Amphibien. 

Von Herrn Akademiker Prof. Dr. Strauch in Petersburg: 1 Eremias 
variahil'is, 1 Eremias velox und 1 Phrynocephalus aurifus 
aus der Steppe am Alakul - See und Lepsafluss ; 2 Testudo 
(Homopns) Horsfieldi% (J und 9 a-us Turkestau, lebend. 

Von Herrn Dr. Oscar Böttger: 1 Triton taeniatus, 2 Triton 
cristatns und 4 Triton alpestris von Zeitlofs bei Brückenau 
an der Rhön. 

Von Herrn Anton Stumpf f, z. Z. in Madagascar, durch Herrn 
Oberaratsrichter L, Stumpff in Homburg v. d. H. : 3 Sen- 
dungen Reptilien und Amphibien von Madagascar, darunter 
der kostbare Chamaelco super ciliaris cf und 9i ein neuer Laub- 
frosch und ein neuer Gecko. 

Von Herrn W. v. S c h o u 1 e r in Wiesbaden : 3 kleine Schlangen 
(2 für uns neu), gesammelt im Reiche Deli auf Sumatra. 

4. Für die Sammlung der Qliederthiere. 
Von Herrn L. Jeanrenaud durch Herrn Appellationsgerichts- 
rath Dr. Jeanrenaud : ein getrockneter Seekrebs. 



— 36 - 

Von Herru W. v. Schouler iu Wiesbacleu : 2 Gläser mit lu- 
secteu und Scolopeudern iu Spiritus, gesammelt im Reiche 
Deli auf Sumatra (Niederläudisch-Tndieu). 

Von Herrn Christoph und L i p s : ein Hummer. 

Von Herrn Anton Stunipff auf Madagasear: eine zweite Sen- 
dung Schmetterlinge aus Madagasear und mehrere Gläser mit 
lusecten in Spiritus, ebendaher. • 

Von Herrn Baron v. M a 1 1 z a h n : eine Suite portugiesischer uud 
brasilianischer Schmetterlinge in Tausch gegen Käfer- Dubletten. 

5. Für die Sammlung von Mollusken. 

Von Herrn D. F. Heynemaun dahier : eine höchst werthvoUe 

Sammlung abnormer und verkrüppelter Schneckenschalen — • 

eine iu ihrer Art wohl einzige Sammlung. 
Von Herrn Baron H. v. Maltzan: eine reiche Suite westindischer 

Zweischaler. 
Von Herrn Dr. W. Kobelt: eine Anzahl Meerescouchylien aus 

Westiudieu, sämmtlich für das Museum neu. 

6. Für die Sammlung niederer Thiere. 
Von Herrn Chr. Lamb recht: eine Macandrina. 

7. Für die Pflanzensammlung. 

Von Herrn luspector Heiss : der Blütheustand einer Agave ameri- 

cana und eine Blüthe von Stanhopea ocellata. 
Von Herrn Dr. W. Kobelt: ein Pinienzapfen. 
Von Herrn Hofrath Dr. Pauli: ein Stück echtes Gummi Lada- 
num von Cistus cretiais.. Ernte von 1860 (90 Gramm). 

8. Für die zoopaläontologisehe Sammlung. 

Vom Städtischen Museum und vom Alterthums verein, 
durch Herrn Conservator CorniU: Diverse fossile Knochen- 
reste. 

Von Herrn Ingenieur L. Becker: ein Backenzahn von Elejjhas 
primigenius aus diluvialem Kies, Bockenheimer Landstrasse. 

Von Herrn Kaufmann Carl Jung in Glasgow: Petrefacten aus 
dem Zechsteiu von Beith bei Glasgow. 

Von Herrn Dir. Hugo Böttger: einige Fischreste aus der 
Papierkohle bei Bonn. 



- 37 — 

Von Herrn Robert Schärft' in Bordeaux: eine Suite fossile 
Meere.sconcliyli«'ii ans dem IJnterniiocän der faluns de Bor- 
deaux ( Leugnan, Saucats, Merignac etc.). 

1>. Für die phytopaläontologisehe Sammlung. 

Von Herrn l'rol'. Dr. Sandber<fer in Wnrzburg : eine Suite 
Tertiärptlanzen aus dem Zsilythale (Siebenbürgen). 

Von Herrn IHr. 1 1 u ij o Böttger: einige Pflanzenreste aus der 
l?apierlcohle bei Bonn. 

Von I li'irn (i e o r g Steiger w a I d : ein Stück Kioselholz vom 
Mai IUI Ter. 

10. Für die geologische Sammlung. 

Von Herrn Ingenieur Ludw. Becker: 2 Stufen Deistersandsteiu 
mit Cyrina ovalis aus der Wealdenformation von Oberkircheu 
bei Riutehi im Teutoburger Wald , eine Platte Tertiärkalk 
mit Mytüiis Faiijasii, bei Frankfurt. 

Von Herrn H. Heid: Spirifereusandstein von Wernboru bei 
Usingen. 

Von Herrn Hauptmann Dr. v. Hey den: Kalktuff von den Ufern 
der Plitvicaseen (kroatische Militärgreuze). 

Von Herrn Dr. Neuniaun dahier: eine Stufe alpiner Muschel- 
kalk vom Ampezzüthal (Süd-Tyrol). 

Von Herrn Landesgeologeu Dr. Carl Koch: ein Stück Glasopal 
und Chloropal von der Louisa bei Frankfurt, 

11. Für die Mineraliensammlung. 

Von Herrn Dr. Friedrich S c h a r f f : 24 Stücke Mineralien vom 
Vesuv, vom Odenwald und Taunus, darunter Leuzit in auf- 
gewachsenen Krystallen , Amethyst von den Drei Brunnen 
und Flussspath-Octaeder vom Rossert, 

Von Herrn Dr. jur. A. Bück: ein Stück Tachylit von Bockenheim. 

Von Herrn Dr. W. K o b e 1 1 : Bergkrystall in carrarischem 
Marmor. 

Von Herrn Apotheker Dr. Fresenius : diverse Basalte mit 
Zeolithdrnseu. 

Von Herrn Steigerwald: ein Achat, durch Herrn Otto Cornill. 

Von Herrn Hauptmann Dr. v. Heydeu: ein Stück Ludvighit 
von dem einzig bekannten Fundorte Eiseustein-Morawitza im 
Krassoer Comitat (Ungarn). 



- 38 — 

Von Hciru lugeuieur Christ. Fei In er: 1 Anthrazit von Pitts- 
burg, 1 Speerkies aus dem Duxer Braunkohleurevier, Hart- 
mannszeche bei Ladowitz und eine Schlacke aus der Glashütte 
bei Kopenhagen. 

Von Herrn Gottfried Scharff: 6 Mineralien von Iserlohn. 

Von Herrn Dir, Hugo Böttger: eine Septarie mit Gypskrystallen 
auf Schwefelkies ans der Braunkohle bei Rott. 

12. Für die ethnographische Sammlung. 

Von Frau M ü Her - Rentz : eine lederne, mit Stickereien ge- 
schmückte Cigarrenbüchse aus Japan. 

Von Herrn J. Formhals: 5 Pfeilspitzen aus Feuerstein. 

Von Herrn Dr. Oscar Böttger: Stück eines Werkzeugs (einer 
Schnalle?) aus Bronze, aus dem Steinbruche von Biber bei 
Offeubach. — Sporn, von Bergfarnstadt bei Querfurt. 



Geschenke an Geld von Juni 1878 bis Juni 1879. 

Legat des Schneidermeisters Herrn J o h. Heinrich 

Roth. fl. 500 = M. 857. 14 

Geschenk des Herrn J. P h. Nie. Man s köpf als 

ewiges Mitglied » 500. — 

Geschenk des Herrn P h i 1. v o n D o n n e r . . . » 40. — 

Geschenk des Herrn Ad. Metz 1er » 46. — 

Geschenk von Frau Constanze du F a y geb. 
Lutteroth, zum Andenken an ihren dahin- 
geschiedenen Gemahl Herrn Jean Noedn 

Fay sei » 1600. - 

Städtische Subvention pro 1878 » 4000. — 



Geschenke an Büchern. 

(Die mit * versehenen vom Autor geschenkt.) 

Agardh-Westerlund, Dr. C, in Ronneby (Schweden): Skandina- 
viska folgarnes fortplantnings historia. Heft I. 1878. 

Besnard, Oberstabsarzt A. F., in München : Systematischer Jahres- 
bericht. (Die Mineralogie in ihren neuesten Entdeckungen 
und Fortschritten.) No. XXXI. 1878. 



— 89 — 

*BÖttger, Dr. ()s(':ir, in Kruiikfml a. M. : Monographio der 
Clausiliensection Albinaria v. Vest. 1878, 

* — Die 'l'crtiärl'auna von Pubas am obern Maranon. 

von Bose-Keichenbjicll, (Iraf, in Frankfurt a, M. : ein aus dem 
Jahre 1808 stammender Prachtbaud, der 161 von 
einem Frankfurter Namens Simon verfertigte Aquarell- 
zeichnuugen von giftigen u. a. Pflanzen enthält. 

*Caspary, Robert: Alexander Braun's Leben. 

Coniill, Ollo, in Frankfurt a. M. 

.loh. Friese: Versuch einer leichten und fasslichen 
Darstellung des Laufs der Gestirne mit 2 Kujjfer- 
tafeln. 1790. 

Dobsou, G. Edw., in London : Catalogue of the Chiroptera of 
the Collection of the British Museum. 

*Geyler, Dr. Theod., in Frankfurt a. M.: lieber fossile Pflanzen 
von Borneo. 1875. 

*H5Uig-Riit('nberg, Dr. G., in Frankfurt a. M. : Beschreibung 
neuer Arten von Heteromeren. 
— Heteromeren aus dem Museum Godeffroy. 

V. Heyden, Hauptmann Dr. L., in Frankfurt a. M. 

E. Mulsaut und Ed. Ver r eaux : Histoire naturelle 

des oiseaux mouches ou Colibris, Tome HI— IV. 1877. 
Joues, J. 3I;itihow: List of the Mollusca of Nova Scotia. 
Klein ^ Prof. C, in Göttingen: Die Meteoritensammlung der 

Universität Göttingen am 2. Jan. 1879. 
*Kobelt, Dr. med. W., in Schwanheini : Fortsetzung von Ross- 

mässler's Iconographie der europäischen Land- und 

Süsswasser- Mollusken. Bd. V, Liefg. 4 — G. Bd. VI. 

Liefg. 1-3. 
^likroskopisdier Yerein iu Frankfurt a. M. 

Schnitze: Archiv für mikroskopische Anatomie. 

Bd. I— XV. u. Bd. XVI. Heft 1—2 nebst Namen- 

und Sachregister zu Bd. I — VIII. 
V. Müller, Baron Ferd,, in Melbourne: The organic constituents 

of plants and vegetable substances. 1878. 
Radius, Dr. Juslns, in Leipzig. Einige Bemerkungen der Phar- 

macopoea germanica. 1878. 



— 40 — 

*vom Ratb, Prof. G., in Bonn : Ueber den Granit. 

* — Vorträge und Mittheilungen. 

* — Ein Beitrag zur Kenntniss der Krystallisation des Cyanit. 
*Ree8S, Prof. M., in Erlangen : Der botanische Garten zu Erlangen. 
Rtippell, Dr. Eduard, in Frankfurt a. M. : Proceedings of the 

scientific meetings of the Zoological Society of London. 

1878. Part. I— IV. (Colorirtes Exemplar.) 
— Transaction of the Zoological Society of London. Vol. X. 

Part. 6—M. 
*Rütimeyer, Prof. L., in Basel : Die Rinder der Tertiär-Epoche, 

nebst Vorstudien zu einer natürlichen Geschichte der 

Antilopen. IL Theil. 1878. 
Scliarif, Dr. Friedr., in Frankfurt a. M. 

P. G r t h : Tabellarische Uebersicht der einfachen 

Mineralien nach ihren krystallographisch- chemischen 

Beziehungen. 
Scharff, Ingenieur G., juil., in Frankfurt a. M. 

Dr. Fr. Hochstetter: Ueber einen neuen geologischen 

Aufschluss im Gebiete der Karlsruher Thermen. 
Senckeiibergische Stiftuiigs-Admiiiistratiou in Frankfurt ii. M. : 

24. Nachricht von dem Fortganjr und Zuwachs der 

Dr. Senckenbergischeu Stiftung. 
^Stoppaili, Antonio , in Mailand : Carattere marino dei grandi 

anfiteatri morenici dell' Alta Italia. 
*Stossich, Mich., in Triest : La teoria della vescica germinativa 

11 Velebit. 

* — Beiträge zur Entvvickelungsgeschichte der Ohaetopoden. 
*Stren^, Prof., in Giessen : Geologisch -mineralogische Mitthei- 
lungen. No. VII. 

* — Mineralogische Mittheilungen über die Erze von Chana- 

cillo in Nord-Chile. 
*v. Tschnsi, Ritter, zu Schmidhofeu : Die Vögel Salzburgs. 

* — Bibliographica ornithologica. 

"^Ziegler, Dr. Jnlins, in Frankfurt a. M. : [Übersicht der Vege- 
tationszeiteu in Frankfurt a. M. (Beobachtungen während 
der Jahre 1867-78.) 



— 41 



Verzeichniss 

der vom Juni 3878 bis Ende Mai 1879 im Tausch gegen die Abhand- 
lungen und Berichte der Gesellschaft eingegangenen Schriften. 

Vom Akademien, Behönleii, Gesellschaften, Instituten, 
Vereinen u. dgl. 

Aarail, Aarjrauisclic natiirlorsclieiule Gesellschaft. 

Mittheiinuocn, lieft I. 
Aniiens, Societe Linueeune du Nord de la Franee: 

Bulletin meiisuel. Tome IV. No. 70—76 u. No. 78—81. 
Anislerdani, Könijrliclie Academie der Wissenschaften: 
Jaarboek. 1877. 
Processen Verbaal. 1877 — 78. 
Verhaudelingeu. Af'd. Natuurk. Deel XVIII. 
Verslageu eu Mededeelingeu. Aftl. Naturk. 1878. 
Tweede Reeks. Deel XII-XllI. 1878. 

— Zoologische Gesellschaft: 
Opeuiugsplechtigheid van de Tentoonstelling. 1878. 

Basel. Schweizerische natnrforschende Gesellschaft: 

Verhaudlung.Mi. VI. Theü. Heft IV. 1878. 
Batavla. Genossenschaft für Künste und Wissenschaften: 

Notulen. Deel XV. No. 2—4. 1878. — Deel XVI. No. 

1—2. 
Gedurende de eer«te eeuw van zejn bestaan 1778 — 1878 

(Gedenkboek). Deel I. uebst einer Kupferniedaille. 
Tijdschrift voor ludische taal-, laud- und volkenkuude. 
Deel XXIV. aflevering 6. 1878. Deel XXV. aflev. 1. 

— Naluurkundigc Vereeniging in Neederlansch Indie: 
Natuurkuiidig Tijdschrift. Deel XXXV.— XXXVII. Zevende 

Serie. Deel V— VII. 1875-77. 
Berlin. Königlich Preussische Akademie der Wissenschaften: 
Mathematis(;lic Abluuidlungeu 1877. 
Monaischrift. Januar und Februar. 1879. 
Physikalische Abhandlungen. 1877. 

— Deutsche geologische Gesellscliaft: 
Zeitschrift. Bd. XXX. Heft 1—4. 1878. 



— 42 — 

Berlin. Königl. Preuss. Ministerium für Handel, Gewerbe und öffent- 
liche Angelegenheiten : 

Abhaudlungen zur geologischen Specialkarte von Preusseu 
und den Thüringischen Staaten. Band IL Heft 3 — 4. 
Atlas zu den Abhand hingen. Band II. Heft 4. 

Geologische Specialkarte von Preussen und den Thüringi- 
schen Staaten. Lieferung XL in 6 Blättern mit 6 
Heften Erläuterungen. Lieferung XIII. in 4 Blättern mit 
4 Heften Erläuterungen. 

— Botanischer Verein für die Provinz Brandenburg: 
Verhandlungen. Jahrg. XIX. 1877. 

— Gesellschaft naturforschender Freunde: 
Sitzungsberichte 1878. 

Bern. Naturforsohende Gesellschaft : 

Mittheilungen. No. 923—936. 1877. 
Bologna. Accademia Royal delle scienze dell' Istituto: 

Memorie. Serie III. Tomo VIIL 

» Serie III. Tomo IX. Fase. 1 — 2. 

Rendiconto 1877—78. 
Bordeaux. Society des Sciences physiques et naturelles: 

Memoires. Tome IL No. 3. 1878. 
» » III. » 1. » 

Boston. American Academy of arts and sciences. 

Proceedingö. New series. Vol. IV— V. 1877. 

— Society of natural history: 

Memoirs. Vol. IL Part. IV. No. 6. 1878. 

Proceedings. Vol. XIX. Part. I— IL 1877. 
Bremen. Naturwissenschaftlicher Verein. 

Abhandlungen. Bd. VI. Heft 1. 
Breslau. Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. 

55. Jahresbericht 1877. 

General-Sachregister der in den Schriften von 1804 bis 
1876 incl. enthaltenen Aufsätze. 

Schlesische Inschriften vom XIII. bis XVI. .lahrhundert. 

Eine Audienz Breslauer Bürger bei Napoleon I. 1813. 

— Landwirthschaftlicher Centralverein für Sclilesien: 
Bericht 1876-77. 

Brunn. Naturforschender Verein. 

Verhandlungen. Bd. XVI. 1877. 



— 43 — 

Brunn. K. k. Mährisch -Schlesische (icsellscliiift zur Befördornng des 
Aokcrlcuios, der Natur- und Landeskunde : 

Mittlu'iluiit>-eii. Jahrg. 58. 1878, 
Brüssel (Bruxellcs), Acad<''niie royale des sciences, des lettre» et 
des beaux arts de Belg^ique. 

Memuires des meinbres. Tome XLII. 1878. 

Memoires courouues et des savauts etrangers. Tome 

XL-XLl. 187()— 78. 
Memoires courouues et autres memoires. Tome XXVIT bis 

XXVni. 1877—78. 
Bulletins. II. serie. Tome XLI— XLV. 1876—78. 
Annuaire. 1877—78. 
Tables de Logarithmes. 1877. 
— Societe eut(uiiolo^i(iue de llolgique. 
Ämiales. Tome XXI. 1878. 
Compte reiidu. Öer. IL No. 52 — 62. 
Extrait des Comptes rendus. 
Calcutta. Asiatic Society of Ben^til. 

List of periodieals and publications. 

Journal. Vol. XLVL Part I. No. 2-4. 1877. Part IL 

No. 3-4. 1877. 

Vol.XLVIL Part I. No. 1 — 3. Part IL No. 1-3. 1878. 
Proceedings. Jahrg. 1877. No. VIII— X. 
» Jahrg. 1878. No. VII— VIII. 

Cambridge, U. S. A. (Mass.). Museum of Comparatife Zoology: 
Aunual Report. 1877—78. 
Bulletin. Vol. V. No. 2—9. 1878. 
Memoirs. Vol. V. No. 2. 1877. Vol. VL No. 2. 1878. 
Cassel. Verein für Naturkunde: 

Jahresbericht. III. V. XI. XVI. XVIII. XXIV. XXV. 
Catalog der Bibliothek. 

Eisen ach, H., Dr., Uebersicht der bisher in der Um- 
gegend von Cassel beobachteten Pilze. 
Kessler, H. Fr., Dr., Die Lebensgeschiclite der bisher 

auf Ulmus campestris L. vorkommenden A])hiden- Arten. 
Verzeichniss der bei Cassel in einem Umkreise von drei 

Meilen aufgefundenen Coleopteren. 
Catania. Accademia (lioenia di seienze natural!: 

Atti. Ser. IIL Tomo XI-XII. 1877—78. 



— 44 — 

Chemnitz. NaturwissenschaftlicLe Gesellschaft. 

Jahresbericht VI. 1875—77. 
Christiailia. Königl. norwegische Universität. 

Archiv for Mathematik og Naturvs^idenskab. Bd. III. 
Heft 2—4. 
Chnr. Naturforschende Gesellschaft GraubUndens. 

Jahresbericht. 1876 — 77. 
Danzig. Natnrforschende Gesellschaft: 

Schriften. Neue Folge. Bd. IV. Heft 2. 1877. 
Darmstadt. Gesellschaft für Erdkunde und Mittelrheiuischer geolo- 
gischer Verein. 

Nutizblatt. III. Folge. Heft XVII. No. 193—204. 
Dorpat. Naturforschende Gesellschaft. 

Archiv. I. Serie. Bd. VHL Heft 3. 1877. 
H. Serie. Bd. VII. Heft 4. 
TL Serie. Bd. VIII. Heft 1—2. 1877. 

Sitzungsbericht. Bd. IV. Heft 3. 1877. 
Dresden. Isis, Natnrwissenschaftliche Gesellschaft: 
* Sitzungsberichte. 1878. 

Schneider, 0., Dr., Naturwissenschaftliche Beiträge zur 
Kenutniss der Kaukasus-Länder. 1878. 
Edinburgh, Royal Society: 

Transactions. Vol. XXVIII. Part IL 1877—78. 
Elberfeld-Barmeu. Naturwissenschaftlicher Verein : 

Jahresberichte. Heft 5. 1878. 
Erlangen. Physikalisch-niedicinischc Societät: 

Sitzungsberichte. Heft 10. 1878. 

Florenz. Real Istituto di studi superiori pratici e di perfezionamente : 

(Sezione scienze fisiche e naturale.) 

Publicazioni. Vol. I. 1877. 

Ca van na, Dott. G., Studi e ricerche sui Picnoeouidi. 

Part. L 1877. 
Arcangeli, G., Opere publicate. 

(Sezione in medizina, chirurgia e scuola di farmacia.) 
Publicazioni. Vol. I. 1877. 
Frankfurt a. M. Neue Zoologische Gesellschaft: 

Zeitschrift: Der Zoologische Garten. Jahrg. 1878. No. 4 
bis 12. Jahrg. 1879. No. 1—4. 



- 45 - 

Frankfurt a. M. Pliysikalisclier Vereiu : 

JalireslKM-iclit. 1 870—77. 

— Central-Ausschiiss des Dciitsclicii ii. Ocsterreich. Alpeiivereins : 
MiUht'iluii^rfii. Jalirg. 1878. No. 1 — 6. 

Freiburi; i. Hr. Xalurforsthoiide (iesellscliaft: 

15(M-iclit(Mil)(M-(liuVerliiindlungen. lid. VII. Heft 2— 3. 1878. 
St. (wa 11(^11. Xaturwissensehaftlicbe (»esellschaft: 

Bericht 1876—77. 
tfOllf (Geilövc). Societ«^ «le pliysiqtie et d'liistoirc naturelle: 

Memoirt's. Tonio XXV. Fart. H- I 

Tome XXVI. Part. I. J 1877/78. 
Giesseil. Oberliessisclie (Gesellschaft für Natur- nud Heilkunde: 

Bericht. XVII. 1878. 
GlasjJCOW. Natural History Society : 

l'r..cee(lings. Vol. III. Part 3. 
Gotll 011 bürg (Göteborg). Kongl.Wetenseapoch WitterhetsSumliälles: 

Handlingar. Ny TidstoIjJ. Haftet 15— IG. 
Graz. Akadeni. Leseverein der k. k. Universität: 

Jaliresbericht. XI. 1878. 
Greifswald. Naturwisseuscliaftlioher Verein für Neu- Vorpommern und 

Rügen: 

Mittheihuigen. Jahrg. X. 1878. 
Halle a. S. Naturforsclieude (ilesellscbaft: 

Abhandlungen. Bd. XIV. Heft 1—2. 1878. 

Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinische Deutsche Akademie der 

Naturforscher : 

Leopoldina. Jahrg. 1878. Heft XIV. No. 9 — 24. 
» Jahrg. 1879. Heft XV. No. 1 — 8. 

— Verein für Erdkunde : 
Mittheilungen. 1878. 

Haiilblirg-Altoua. Naturwissenschaftlicher Verein: 
Verhandlungen. 1877. Neue Folge. IL 

— Verein für naturwissenscliaftliclie Unterhaltuug: 
Verhandlungen. 1876. Bd. III. ■ 

Hannover. Naturhi^t<trische (lesellschaft : 

Jahresbericht. XXV— VI. 1874 — 76. 
Harlem. Society Hollandaise des sciences exactes et naturelles: 

Archives Neerlandaises des scieuces exactes et naturelles. 
Tome XI H. Livr. 1-5. 

Naturkundige Verhandeliugen. Deel IIL 1878. 



— 46 — 

Harlem, Teyler-Stiftuug : 

Archives du Musee Teyler. Vol. IV. Fase. 2 — 4. 
» » » V(.l. V. Part I. 

Heidelberg. Natnrhistorisch-medicinisclier Verein: 

Verhandlnna-eu. Neue FoIm. Bd. II. Heft 2 — 3. 
Helsillgfors. Societatis pro Fanna et Flora Feniiica: 
Acta. Vol. I. 1875—77. 
Notiser ur Sällskapets pro Fauna et Flora Fennica. För- 

haudliugar. Haftet 2—3. 1852 u. 1857. 
Ny Serie. Haftet 2—4 u. G— 11. 
Meddelandeu. Haftet 1 — 4. 
Sällskapets pro Fauna et Flora Feunica. 
Jena. Medicinisch-naturwissenscUaftlielie fiesellscliaft: 
Jenaische Zeitschrift. Bd. XII. Neue Folge. 
Bd. V. Heft 3—4. Bd. XHI. Nene Folge. 
Bd. VI. Heft 1. 
Sity.uDgsberichte für 1878. 
Innsbruck. Natnrwissenschaftlich-inediciuispher Verein : 
Berichte. Jahrg. VII. 1876. Heft 2 — 3. 
» Jahrg. VIII. 1878. Heft 1. 

Kiel. Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein: 

Schriften. Bd. III. Heft l. 1878. 
Lausanne. Soci<^te Tandoise des sciences naturelles: 

Bulletin, r Ser. Vol. XV. No. 80. 1878. 
Linz. Verein für Naturkunde: 

Jahresbericht. IX. 1878. 
Lissabon (Lisboa). Academia real das sciencias: 

Annales da Conimissäo central permaueuto de Geographia. 

No. 2. 1877. 
Chemica Agricola. 1875. 
Flora cochinchinensis. Tomus I — IL 1740. 
Historia dos estabelecimentos scientificos litterarios e 
artisticos de Portugal. Tomo V. 1876. VII. 1878. 
Historia e memorias da Academia real das sciencias de 
Lisboa. IL Classe. Nova serie. Tomo IV. 1875. 
Parte IL 1877. 
Jornal de sciencias mathematicas , physicas e naturaes. 
Tomo V. 1874—76. 



— 47 - 

Lissabon (T^isboa). Academia real das sciencias: 

Jornal de scioneias niathematieaa, physicas e naturaes. 

(Botanicii.) No. XXI— XXIII. 
Sessäo Publica. 1875 u. 1877. 
LoikIoii. ßritis]i-As«tO(iatioii Cor tlie advaiieoment of science: 
Report of ilie 47. nieeting. 1877. 

— Zoological Society: 
Proceediiigs. Part. I— IV. 1878. 
Trausactions Vol. X. Part 6 — 11. 1878. 

St. Louis. Academy of scieiices: 

Transactioüs. Vol. III. No. 4. 1878. 
Lüttich (Liege). Societ«'« freolo^iqne de Belgique : 

Annales. Tome IX. 1876. 
Lyon. Societe Linu^eniie: 

Annales. Nonvelle Serie. Tome XXXIII. 1876. 

— Societe d'a^riciiltiire, d'histoire naturelle et arts ntiles: 
Annales. Ser. IV. Tome IX. 1876. 

Mailand (Milano). Reale Istituto Lombardo : 

Memorie. Vol. XIV. XV. della Serie III. Pasc. I. 1878. 

Rendicouti. Ser. IL Vol. X. 1877. 
Mannheim. Verein für Natnrknnde : 

Jahresbericht. 41 — 44. 
Moskau. Societe imperiale des naturalistes : 

Bulletin. 1878. No. 1—3. 
München. Königl. Baierische Akademie der Wissenscbaften : 

Abhandlungen. Bd. XIII. Abth. I. 1878. 

Almanach. 1878. 

Sitzungsberichte der matheinatiscli -physikalischen Classel 
1878. Heft 1—4. 

Grümbel, C. W., Dr., Die geognostische Durchforschung 
Baierns. 
Münster. Westfälischer Provinzial-Verein: 

Jahresbericht. V— VI. 1877. 
Neapel. Zoologische Station : 

Mittheilungen. Bd. I. Heft 2. 
Neu-Braudenburg. Verein der Frennde der Naturgeschichte: 

Archiv. Jahrg. XXXI-XXXII. 1877—78. 
Neufchatel. Societe d'histoire naturelle : 

Bulletin. Tome XL Heft 2. 1878. 



— 48 - 

Oflfeilbach. Verein für Naturkunde: 

Berieht. 17—18. 1875—1877. 
Passau. Naturwissenschaftlicher Terein: 

Bericht XI. 1875—87. 
St. Petersburg. Academie Imperiale des scIences: 
Bulletin. Tome XXV. No. 1--3. 
Memoires. Tome XXV. No. 5-9. 
Tome XXVI. No. 1—4. 
^ Societe entouiologique de Russie : 

Horae soeietatis eutomologicae. Tome XITI. 1877. 
(Tome X. No. 1—4, deiit>!c]i nurl vnssi^^ch). 

— Kaiserlicli-botanischer CTarteu: 

Acta horti Petropolitani. Tomns V. Fase. II. 

Philadelphia. Academy of natural science : 

Proceediugs. Part I — ^III. 1877. 

— American philosophical society : 
Proceedings. Vol. XVII. No. 100. 
List of surviving members. 1878. 

Pisa. Societä Toscaua di seiende natnrali: 

Atti. Vol. III. Fase. 2. 1878. 

Aduuanza. 1878—79. 
Prag. Deutscher akademischer Leseverein : 

Jahresbericht. 1877—78. 
Regensburg. Zoologisch-mineralogischer Verein: 

Correspoudenzblatt. Jahrg. XXXI. 1877. 
Rom. R. Accademia dei Lincei : 

Atti. Vol. II. Fase. 6. 1878, 

Vol. II. Transimti. 1877—78. 
» Vol. III. Fase. 1—5. 
,, R. Comitato geologico d'Italia: 

Bolletiuo. 1878. No. 3—12. 
» 1879. No. 1-2. 

Rotterdam. Neederlandsche dierkuiidige Vereenigung: 

Tijd>;chritt. Deel IV. Aflev. I. 1878. 
Salem, ü. S. A. Essex Institution: 

Bulletiu. Vol. 9. No. 1-12. 1877. 
Stettiu. Entomologisclier Verein: 

Eutomologische Zeituug. Jahrg. XXXVII. 1877. 



— 49 — 

Sydney. Royal Society of New South Wales: 

Aimu<al Report of the deiiiirteiuent of mines. 1877. 
Journal uud Proceedings of the Royal Society. 1877. 

Vol. XI. 
ßemarks on the sedimeiitary formations (Edition IV. 1878). 
Railways of New South Wales. (Report on their con- 

structiou aud workiug 187G.) 
Report of the Council of educatiou upou the public 

Schools. 1877. 
Strassburg. Kaiserl. UniTersitHts- und Landes-Bibliothek: 

1 1 luaugural-Dissertationen. 
Triest (Trieste). Societä Adriatica dl scienze natural! : 
Bolletiuo. Vol. IV. No. 1—2. 1878—79. 
— Societä Agraria: 

L'amico dei campi. Jahrg. XIV. No. G— 12. 1878. 
Turin (Torilio). Reale accademia delle scienze: 

Atti. Vol. XIII. Disp. 1-8. 1877—78. Vol. XIV. 

Disp. 1 — 2. 1879. 
Bolletiuo deir osservatorio della regia uuiversitä di Toriuo. 

Jahrg. XII. 1877. 
Memorie. Ser. II. Tomo XXIX-XXX. 1878. 
Washington, U. S. Geological surrey of the territories: 

C o u e s , E., Birds of the North west. Miscellaneous publi- 

catious. No. 3. 1874. 
Bulletin of the United States geological and geographica! 

survey of the Territories. II. Ser. No. 2, 4 — 6, Vol. IL 

No. 2—4. Vol. III. No. 1—4. Vol. IV. No. 1—2. 
Illustratious of cretaceous and tertiary plants of the 

Western Territories of the United States. 1878. 
Ethnography and philology of the hidasta ludians. 1877. 

Miscellaneous publications. No. 5 — 9. Descriptive 

catalogue of the photographs of the United States 

geological survey. 1875 — 77. 
Preliminary report of the field work of the United States 

geological and geographica! survey. 1877. 
Report of the United States geological survey of the 

Territories. Vol. VII. 1878. IX. 1876. XI. 1877. 

4 



— 50 — 

Washington, U. S. Cfeological snrvey of the territories: 

Sun pictures of Rocky mouutaiu Scenery witli a descriptiou 
of the geographica! aud geological features etc. of the 
great West. 187G. 

Adress before the Rocky moautain medical association. 1877. 

Catalogue of the publicatious of the Uuited States geo- 
logical and geographica! survey. 1877. 

— Smithsonian Institution : 

XXXI. Jahresbericht der Staats - Ackerbaubehörde von 
Ohio. 1876. (IL Reihe.) 
Wien. K. k. Akademie der Wissenschaften: 

Denlvschrifteu der Kaiserlichen Akademie der Wissen- 
schaften, mathematisch -naturwissenschaftliche Classe. 
Bd. XXXV und XXXVIII. 

Sitzungsberichte. Jahrg. 1878. No. 12 — 22 und No. 24 
bis 28. Jahrg. 1879. No. 1-9. 

— K. k. geologische Gesellschaft: 

Jahrbuch. Bd. XXVIII. No. 1-4. 1878. 
Verhandlungen. 1878. No. 1-18. 

— K. k. zoologisch-botanische (Tcsellsehaft: 
Verhandlungen. Bd. XXVIII. 1878. 

— K. k. Sternwarte: 

Meteorologische Beobachtungen an der Wiener Stern- 
warte. 1877. 

— Leseverein der deutschen Studenten : 
Jahresbericht. VII. 1877—78. 

— .Naturwissenschaftlicher Verein an der k. k. technischen Hoch- 

schule : 
Berichte. ITI. 1878. 

— Terein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse: 
Schriften. Bd. XVIII-XIX. 1877-79. 

Würzburg. Physikalisch-medieinische tJesellschaft : 

Verhandlungen. Neue Folge. Bd. XII. Heft 1—4. Bd. XIII. 

Heft 1-4. 
23 diverse Tnaugural-Dissertationen. 

Yokohama, Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ost- 
Asiens : 

Mittheilungen. Heft 12 und 14—16. 1877—78. 



— 51 — 

Zürich. Allgeiiieiiie Schweiz, nuturforscheiulo dlescllschal't luv <li<^ 
gesanimtcii Naturwissenschaften : 

VerlumiUung.Mi in Hox den 20.— 22. Aug. 1877 (00. Jahres- 
versaniialuiig, Jahresbericht 1876 — 77). 
— Naturlorschende (»esellschalt: 

Viorteljahrsschrift. Jahrg. XXI— XXII. 1876-77. 

ZwictvilU. Verein für Naturkunde: 

Jahresbericht. 1877. 



Verzeicliiüss 

der angekaufteil Bücher und Zeitschriften. 

Die mit * bezeichneten sind auch früher gehalten worden. 

*Abhaudhiugeu der Schweizerischen paläontologischen Gesellschaft. 

*Annales des sciences naturelles (Zoologie et Botanique). 

*Annales de la Societe Entomologique de France. 

*Auuals and magaziue of natural history. 

*Archiv für Anthropologie. 

V. Baer, C. E., Dr. lieber die homerischen Lokalitäten in der 
Odyssee (von Prof. L. Stieda. 1878). 

^Beiträge zur geologischen Karte der Schweiz. Lief. 13 — 14. 

*Cabanis, Journal für Ornithologie. 

*C a j e t a n , Dr., u. P e 1 d e r, R. Reise der österreichischen Fregatte 
Novara um die Erde. (Zoologischer Theil, Lepidoptera, 
zwei Bände Text und Atlas.) 

Claus, Carl. Untersuchungen zur Erforschung der genealogischen 
Grundlage des Crustaceen-Systeras. 

^Deutsche eutomologische Zeitschrift. 

Ehlers, E., Prof. Die Borsten würmer, Annelida, Chaetopoda. 
Abtheilung L 

Feser, J. Die polizeiliche Coutrolle der Markt-Milch. 

Flechsig, Paul, Dr. Die Leitungsbahuen im Gehirn und Rücken- 
mark des Menschen. * 

Firtsch, Gust. Untersuchungen über den'feineren Bau des Fisch- 
gehirns. 



— 52 — 

*Gegeiibaur, C. Morphologisches Jahrbuch. Eine Zeitschrift für 
Anatomie und Entwicklungsgeschichte. 

*Geological Magazine. 

Graff, L., Dr. Das Genus Myzostoma. 

*Groth, P. Zeitschrift für Krystallographie. 

Groth, P. Die Mineraliensammlung der Kaiser-Wilhehns-Univer- 
sität in Strassburg. (Ein Supplement zu den vor- 
handenen mineralogischen Handbüchern.) 

V. Hauer, F. Ritter. Die Geologie und ihre Anwendung auf 
die Keuntniss der Bodenbeschaffenheit der Österreich. - 
Ungar. Monarchie. 

*Heer, 0. Flora fossilis Helvetiae. Die vorweltliche Flora der 
Schweiz. 

Hertwig, 0. u. R. Das Nervensystem und die Sinnesorgane der 
Medusen. 

*Hofmann und Schwalbe. Jahresbericht über die Portschritte 
der Anatomie und Physiologie. 

Hoffmeister, W. Die botanischen Ergebnisse der Reise Sr. 
Königl. Hoheit des Prinzen Walderaar von Preusseu 
in den Jahren 1845 — 46. 

*Hubrec ht, A. A. W. Dr. H. G. Bronn's Classen und Ordnungen 
des Thierreichs. 

Huxley, Th. H. Reden und Aufsätze, Bibliothek für Wisseu- 
schaft und Kunst. Bd. 11. (Deutsche autorisirte Aus- 
gabe von Dr. Fr. Schnitze. 1877.) 

*J a n , Icouographie des Ophidiens. 

*Just, Leopold. Botanischer Jahresbericht. 

*Kobelt. Jahrbücher der deutscheu malakozoologischen Ge- 
sellschaft. 

Köllicker, Alb. Entwicklungsgeschichte des Menschen und der 
höheren Thiere. 

Kossmann, Robby. Zoologische Ergebnisse einer Reise in die 
Küstengebiete des rothen Meeres. I. Hälfte. 

Kühne, W. Untersuchungen aus dem physiologischen Institute 
der Universität Heidelberg. Bd. I. Heft 1—4. Bd. IL 
Heft 1-3. 

V. Lenhossek, Jos. Die künstlichen Schädelverbindungen. 



— 53 — 

*Leonliard und Geinitz. Neues Jahrbuch für Mineralogie. 

Lepsius, Rieh. Das westliche Süd-Tyrol. 

Leuckart und Nitzsche. Wandtafeln. Lief. IL 

Linden Schmitt, L. Die Alterthümer unserer heidnischen Vor- 
zeit. Bd. I— III. 

V. Li n stow, 0, Compendiuin der Helminthologie. 

*Malakozoologische Blätter. 

*M a r t i n i - C h e m n i t z. Conchylien-Cabinet. 

Memoire sur la flore earbonifere du departement de la Loire. 
(Partie Botanique systematique.) 

*Meyer, Dr. A. B. Mittheiluugen aus dem zoologischen Museum 
in Dresden. 

M i e t z s c h, Herm. Geologie der Kohlenlager. 

*M ü 1 1 e r. Archiv für Anatomie und Physiologie. 

*Nachrichtsblatt der Deutschen malakozoologischen Gesellschaft. 

*Nature. 

*Palaeontographica. 

*Paleontologie Fran^aise. 

Preussische Expedition nach Ostasien. 

Zoologischer Theil. Bd. I — II. 
Botanischer Theil. Heft I. 

*Quarterly Journal of the Geological Society of London. 

Rathke, H, (von Wittich, W. Untersuchungen über die Ent- 
wickelung und den Körperbau der Krokodile.) 

Rauber, A. lieber die Stellung des Hühnchens im Entwick- 
lungsplan. 

Rosenbusch, H. Mikroskopische Physiographie der massigen 
Gesteine. 

Rye, Ed. Caldwell. The zoological record for 1876. 

*S e m p e r. Arbeiten aus dem zoologisch-zootomischen Institut in 
Würzburg. 

*Siebold und KöUicker. Zeitschrift für wissenschaftliche 
Zoologie. 

Si 11 im an. The American Journal of science and arts. 

Sowerby, G. B., jun, Thesaurus couchyliorum or Figures and 
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* T r o s c h e 1. Archiv für Naturgeschichte. 



— 54 — 

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Viiisou, Auguste. Voygage ä Madagascar. 

Weiss, Ch. E. Fossile Flora der jüngsten Steiukohlenformatiou 
und des Rothliegeuden im Saar-Rhein-Gebiete. 

* Württembergische naturwissenschaftliche Jahreshefte. 

*Zeitschrift für Ethnologie. 

Zirkel, Ferd. Elemente der Mineralogie. 

Zoologische Ergebnisse der Nordseefahrt vom 21. Juli bis 9. Sep- 
tember 1872. 



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57 — 



Vorträge und Abhandlungen. 



Keptilieii iiiul Amphibien ans Syrien. 

Von 

Dr. Oskar Böttger. 

Da specielle Aufzählungen syrischer Kriechthiere mit alleiniger 
Ausnahme eines Verzeichnisses von 16 Arten ^) aus Beirut, das 
ich 1877 in Giebel's Zeitschrift f. d. ges. Naturwiss., Bnd. 49, 
S. 285 geben konnte, meines Wissens noch nicht existiren, dürfte 
die folgende Mittheilung über eine Reihe weiterer syrischer Spe- 
cies, namentlich auch für die geographische Verbreitung unserer 
altweltlicheu Reptilien nicht ganz werthlos sein. Die vorliegende 
kleine Collectiou von 1 8 Arten wurde theilweise in der Umgebung 
von Jaffa, theilweise in der von Haiifa (Caifa) am Berge Carmel 
gesammelt. Die Arten von dem erstgenannten Orte und eine Reihe 
von Stücken, die vom Fusse und von den Abhängen des Carmel aus 
nächster Nähe von Haiffa stammen, sind von Herrn Haus Simon 
in Stuttgart durch Vermittlung des Herrn Hauptm. Dr. Lucas 
von Hey den, dem unser Museum schon so viele herpetologisclie 



*) Es sind : Homalosoma melanoceiiihalum .Jan ; Coronella austriaca 
Laur. var., Zamenis (Periops) neyketus Jan, Z. Dahin Fitz, sp., Z. viridi- 
flavus Latr. var. caspius Iwan, Callopeltis quadrilineatus Fall., C Aesculapii 
Aldr. sp., Tropidonotus natrix L. var., Tr. tesselatus Laur. sp., CoelopeUis 
lacertina Fitz, sp., Tarhophis vivax Fitz, sp., Eryx jaciäus L. sp., Vipera 
(DaboiaJ lebetina Forsk. sp. (= V. xantlüna Gray var. nach F. Müller, 
Catalog d. Baseler Araph. u. Rept., Basel 1S78, S. 696), Eumeces panimentatus 
Geoffr. sp., Euprepis vittatus Oliv, und 6'ejxs (Gongylus) ocellatus Forsk. sp. 



— 58 — 

Zuwendungen und Bereicherungen verdankt, der Seuckenbergischeu 
naturforschenden Gesellschaft neuerdings zum Geschenk gemacht 
worden; eine kleine Zahl Arten von Haiffa wurde dagegen von 
Herrn Hans Simon dem Stuttgarter Museum überwiesen, aus 
welchem ich sie durch die Freundlichkeit des Herrn Oberstudieurath 
von Krauss auf einige Tage zur Ansicht erhielt. 

Von besonderem Interesse scheinen mir die nahen Beziehungen 
der hier kurz beschriebeneu Reptilfauna zu der von Nord-Afrika 
zu sein, indem nicht weniger als 13 von den 18 besprochenen 
Arten in Aegypten und zum Theil auch in Algerien vorkommen, 
während 2 Species Syrien ausschliesslich eigeuthümlich zu sein 
scheinen, 2 ebenfalls rein asiatischen Gattungen angehören und 
eine Art Ost-Europa und West- Asien gemeinsam |ist. Im üebrigen 
wird die Fauna von Syrien und Palaestina, wie bekannt, zum 
circummediterranen Zweige der palaearktischen Region gerechnet; 
nur sehr wenige Vertreter specifisch orientalischer Gruppen (so 
3 Arten von Homalosoma, Vertretern der Schlangenfamilie der 
Calamariideu, und 1 Art der Eidechsengattuug Ophiops) reichen 
bis in die syrisch-palaestiuische Fauna hinein. 

Eine eingehende Vergleich ung der syrischen Reptilfauna mit 
der der Nachbarländer behalte ich mir für eine spätere Gelegen- 
heit vor, insbesondere da Herr Hans Simon, ein eifriger und 
kenntnissreicher Entomologe, mir gegenüber die Absicht aus- 
gesprochen hat, die weiteren sicher zu erwartenden Sendungen 
aus Syrien meiner Hand anzuvertrauen und dieselben theilweise 
wenigstens unserer Gesellschaft zum Geschenk zu machen, was ich 
nicht unterlassen will, hiermit schon jetzt dankend anzuerkennen. 

U-eptilia. 



I. Ophidia. 

Farn. I. Typhlopidae. 

1. Onychocephalus Simoni Bttg. n. sp. 1879. 
Char. Caput conicum; scuta Caput tegentia punctis insculptis 
eleganter ornata; rostrale mediocre, subovatum, antice depressum^ 
in aciem acutissimam transversam nee non media parte angulatam^ 
A-formem protr actum, oreni valde superans. Oculi deficientes. 
Series longüudinales squamarum 20. Squamae praeanalia magni- 



— 59 — 

tudine non excelleutcs. Cauda hrevis, latituäme capitis parum 
latigior sed crassior, ultima parte rotuudata, mdlo wodo mucro- 
iiata. — Unicolor candare flavesccnti-carnoso. 

Long, total. 196; capitis ca. 5, trunci 187,25, caudae 3,75 uim; 
lat. capit. 3, trnncl vix 3,75, caudae 3,5 mm. 

Hab. Ilaiffa Syriae. 

Vou der Furm luul Farbe eines gewöhnlichen Regenwurms, 
etwa 54nuil länger als an der dicksten Stelle des Körpers breit. 
Der Schwanz ist fast genau so lang, wie der hintere Theil des 
Körpers breit ist. 

Der Kopf ist von oben gesehen kegelförmig, nach vorn 
ziemlich rasch verschmälert, nur in der Gegend der Nasalen eine 
ganz kurze Strecke cylindrisch und dann rasch wieder zu einer 
deutlichön Spitze zusammengezogen. Vou der Seite gesehen springt 
die Schnauze als eine oben etwas ausgehöhlte, unten plane, äusserst 
scharfe, einen Winkel von weniger als 45° bildende Schneide 
gut 1^2 mm über die Muudöifnung vor. Alle grösseren Kopf- 
schilder sind nach vorn hin wenigstens mit zahlreichen, feinen, 
eingestochenen Punkten bedeckt. Der obere Theil der massig 
grossen Rostralplatte bildet ein regelmässiges, nur vorn winklig 
zugeschärftes Oval, dessen Vorderrand hornartig und gebräunt 
erscheint ; der untere, ebenfalls punktirte Theil bildet ein Fünfeck 
mit etwas ausgehöhlter Basis und ist deutlich in die Quere ge- 
wölbt. Die Nasalen sind schmal, in ihrer ganzen Ausdehnung 
ziemlich gleichbreit, unten, da wo die Nasenlöcher ausmünden, in 
scharfer Wölbung nach der Oberseite zu übergebogen. Von dem 
dicht unter der Rostralschneide gelegeneu, der Naht des Rostrale 
stark genäherten Nasenloch ausgehend, trennt eine winklig ge- 
bogene, nach unten zu den Supralabialeu laufende Naht das Na- 
sale in zwei Theile. Die Praeocularen und die Ocularen, welche 
übrigens keine Spur eines Auges erkennen lassen, sind schmale 
Schildchen, die zusammen die Breite des Nasals kaum übertreffen. 
Hinter dem Rostrale liegen auf dem Scheitel noch 3 Schuppen, 
eine unpaare und eine paarige, welche sich nicht durch die Form, 
wohl aber durch die etwas bedeutendere Grösse vor den übrigen 
Körperschuppen auszeichnen. Der kurze, sackförmig ohne vor- 
tretende Spitze endigende Schwanz ist etwas nach einwärts ge- 
bogen; der After wird durch mehrere, durch nichts von den 
übrigen Körperschuppen in Grösse und Form verschiedeneu 



— 60 — 

Schüppchen gedeckt. Die Schuppen des Körpers sind ziemlich 
gross, sechseckig und deutlich breiter als lang. Sie stehen in 
20 Längsreihen. In der Mitte des Körpers zähle ich ausserdem 
22 Querreihen von Schuppen auf 10 mm Länge. ^) Den Schwanz 
decken unterseits 13 Schuppeuquerreihen. 

Die Färbung ist ein einfarbiges gelbliches Fleischfarb ; 
eine Streifung in Hell und Dunkel, entsprechend den 20 Längs- 
schuppenreihen, ist nur bei grosser Aufmerksamkeit an dem in 
Spiritus liegenden Thiere zu erkennen. 

Vorkommen. Ein Exemplar, aus Haiffa in Syrien, möglicher- 
weise aus einer der am Berge Carmel befindlichen Höhlen. Ich 
erlaube mir diese Blindschlange nach dem unermüdlich eifrigen 
Entomologen Herrn Hans Simon in Stuttgart, dem wir die 
schöne Novität verdanken, zu benennen. 

Bemerkungen. Keine der ziemlich zahlreichen bekannten 
Arten dieses kosmopolitischen Genus hat ein so stark schneidig 
vortretendes Rostrale, keine zeigt eine ähnliche Sculptur der 
grösseren Kopfschilder. Auch die Form des sich nach vorn stark 
verjüngenden Kopfes mit dem A-förmig zugespitzten Rostralende 
und die Abwesenheit einer Stachelspitze am Schwänze werden die 
auch durch die Färbung hinlänglich ausgezeichnete, jedenfalls 
tief in der Erde lebende und das Tageslicht sorgfältig meidende 
kleine Schlange von allen bekannten Formen mit Leichtigkeit 
unterscheiden lassen. 

Die meines Wissens in den Nachbarländern Kleinasien, Persien 
und Arabien fehlende Gattung zeigt sich in dieser merkwürdigen 
und so ausgezeichneten Art meines Wissens zum erstenmal in 
der circummediterrauen Thierwelt. 

Farn. n. Calamariidae. 
2. Homalosoma melanocephalum Jan 1862. 

Jan, Prodromo della Iconogr. gener. degli Ofidi, Genova 1862, S. 34 und 
Iconogr. des Ophid., S. 36, Lief. 13, Taf. 3, Fig. 4. 

Diese reizende kleine Schlange liegt mir in 2 Exemplaren, 
einem erwachsenen (No. 2) und einem ganz jungen Stück (No. 3) 
von Jaffa vor. 



') Es empfiehlt sich bei den Typhlopiden statt des zeitraubenden, 
jedenfalls überaus lästigen und für manches Auge geradezu unmöglichen 



— Gl — 

Die Filrbuug bekler stimmt ^nt mit Jan 's Zeiclmuug, die 
Kopfuuterseite insbesondere mit seiner Fig. 4d, doch zeigt bei 
unseren Stücken das Mentale einen grossen weissen Mittelfleck, 
und der schwarze Mittelfleck auf der Kehle fehlt. Auch ist die 
Schwanzobersoite bei beiden Exemplaren uugefleckt. 

Jederseits zähle ich 1 Postocular, 1 einziges Temporale und 
6 Supralabialen. 

Schuppenformel: No. 2. Squ. 15; G. 4, V. 194, A. 1/1, 
Sc. 59/59. — No. 3. Squ. 15; G. 4, V. 188, A. 1, Sc. 57)57. 

Durchschnittszahl aus den 6 von Jan und mir vorliegenden 
Beobachtungen: Squ. 15; G. 4, V. 197, A. 1/1, Sc. 55/55. 

Dimensionen: No. 2. No. 3. 

Totalläucre 454 mm. 186 mm. 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte 369 » 153 » 
Schwauzlänge 85 » 33 » 

No. 2 ist demnach das grösste bis dato bekannte Exemplar 
dieser Art. 

Verhältniss von Schwanz- zu Totallänge bei No. 2 wie 1 : 5,34, 
bei No. 3 wie 1:5,64. 

Durchschnittszahl dieses Verhältnisses nach 5 Messungen von 
Jan und mir wie 1:5,56. 

Vorkommen. Diese Art war bis jetzt nur aus Syrien be- 
kannt und übereinstimmend von Jan und mir als bei Beirut 
lebend angeführt gewesen. 

Farn. III. Colubridae. 
a. Subfain. Coronelliiiae. 

8. Simotes (Chatachlein) diadema Dum. Bibr. 1854. 

Dumeril et Bibrou, Erpetologie generale, find. VII, S. 779 (TIeterodon); 

Jan, Prodromo d. Iconogr. gener. d. Ofidi, Modena 1863, S. 18 und Iconogr. 

des Ophid., Lief. 10, Taf. 6, Fig. 2. 

Diese interessante, recht seltene und auch für unser Museum 
neue Schlange liegt in 2 prächtigen Exemplaren der Sammlung 
von Jaffa bei. 



Zählens der Querschuppenreihen, die auf 10 mm der Körpermitte gefundene 
Zahl mit der Länge des Thieres zu multipliciren und das Product durch 
10 7,u theilen, um eine für den Vergleich vollkommen ausreichende Ver- 
hältnisszahl (hier 431), die ich »Annäherungswerth der Schuppenquerreihen« 
nennen will, zu erhalten. 



— 62 - 

Dumeril und Bibron und Jan haben eine so eingebende 
Schilderung derselben gegeben, dass ich mich hier nur auf das 
zu besebräuken brauche, was mir von den betreffenden Angaben 
an unseren Stücken abweichend erscheint. 

Die Färbung der syrischen Exemplare ist rehbraun mit 
weisslichen Schuppenrändern; längs des Rückens läuft eine Reihe 
von 33 — 36, längs des Schwanzes eine solche von 10 grossen, 
rautenförmigen, dunkelbraunen, schwach hell umrandeten Flecken, 
die aus schwarzumrandeten Schuppen gebildet werden. Links und 
rechts von diesen Rückenmakeln und ziemlich alternirend mit 
ihnen steht je eine Längsreihe kleinerer, weniger lebhaft sich von 
der Grundfarbe abhebender Fleckchen. Der Kopf zeigt eine sehr 
sauber sich abhebende, ankerförmige, in der Mitte einen hellen 
Längsstrich umschliessende Zeichnung. 

Praeocularen zähle ich jederseits 3, Postocularen 2, Supra- 
labialeu 8, von denen nur das fünfte das Auge berührt. Die 
beiden Stücke sind, abweichend von der Jan'schen Abbildung, 
mit durchweg getheilten Subcaudaleu versehen. 

Schuppenformel: No. L Squ. 19; G. 4, V. 164, A. 1/1, 
Sc. 40/40. — No. 2. Squ. 19; G. 4, V. 162, A. 1/1, Sc. 39/39. 

Durchschnittszahl aus den 8 von Dumeril-Bibron, Jan 
und mir vorliegenden Beobachtungen : 

Squ. 19; G. 4, V. 166, A. 1/1, Sc. 40/40. 

Dimensionen: No. 1. No. 2. 

Totallänge 448 276 mm 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte . 380 233 » 
Schwanzlänge G8 43 » 

Auch bei dieser Art ist No. 1 das grösste bis dato bekannte 
Exemplar. 

Verhältniss von Schwanz- zu Totallänge bei No. 1 wie 1 : 6,59, 
bei No. 2 wie 1 : 6,42. 

Durchschnittszahl dieses Verhältnisses nach 9 von Dumeril- 
Bibron, Jan und mir ausgeführten Messungen wie 1 : 6,65. 

Vorkommen. Diese durch ihr eigenthümlich gestaltetes 
Rostrale besonders bemerkenswerthe Schlange war bis jetzt nur 
an wenigen Punkten Algeriens und der an Algerien westlich an- 
grenzenden Wüste gefunden und ausserdem auffallenderweise in 
der Literatur nur noch in einem Stücke aus Persien (Dum. Bibr.) 
angeführt gewesen. Syrien vermittelt jetzt diese beiden weit aus- 
einander gerückten Fundorte. 



— 63 — 

I). Siil»fnm. Colubiiiiae. 

4. Zamcnis DaJdi Fitz. sp. 1826. 

Strauch, Schlaueren des russ. Reichs, St. Petersburg 1873, S. 123; 
Audouin et Savigny, Descript. Kgypt., Atlas Suppl., Taf. 4. Fig. 4. 

Es liegt ein juDgcs, in der Färbung ganz mit der citirten 
Abbildung des o-rosseu französischen Werkes übereinstimmendes 
Exemplar von Jaffa vor, bei dem sowohl die erste, mit dem Zügel- 
streif nach vorn sich vereinigende Halsfleckeureihe , als auch die 
dritte oben zu je einem queren schwarzen Halbbande verschmilzt. 
Im ganzen zähle ich jederseits 6 deutliche, schwarze, heller- 
umsäumte Halsflecke, die beiden Querbänder eingerechnet. Nach 
hinten schliessen sich au dieselben noch einige kleinere dunkle 
Fleckchen in unregelmässiger Weise und wechselnden Abständen 
an. Fr. Müller nennt diese Farbenvarietät in seinem Katalog 
der zu Basel aufgestellten ßept. u. Amphib., Basel 1878, S. 599 
var. collaris. Bei dem vorliegenden Stück erscheint übrigens nur 
das oberste Prae- und das oberste Postoculare nahe dem Orbital- 
i'aud weisslich. 

Die Kopfschuppen zeigen sich durchaus normal ; jederseits 
zähle ich 8 Supralabialen. 

Schuppenformel: Squ. 19; G. 3, V. 214, A. 1/1, 
Sc. 117/117. 

Durchschnittszahl aus den 18 von Schlegel, Dumeril- 
Bibrou, Bonaparte, Strauch und mir vorliegenden Be- 
obachtungen : 

Squ. 19; G. 3, V. 216, A. 1/1, Sc. 118/118. 

Dimensionen: 

Totalläuge 283 mm. 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte . 209 » 

Schwanzlänge 74 » 

Verhältniss von Schwanz- zu Totallänge wie 1 : 3,82. 
Durchschnittszahl dieses Verhältnisses, nach 5 von Schlegel, 
Dumeril-Bibron, Strauch und mir angestellten Messungen 
wie 1 : 3,7, also doch nicht ganz »fast ein Drittel«, wie Strauch 
a. a, 0., S. 124 ausdrücklich hervorhebt. 

Vorkommen. Strauch führt diese schmucke Schlange, 
abgesehen von ihren europäischen Fundpunkten, aus Asien von 
Xanthus, aus der südlich von Angora gelegenen Landschaft Hai- 



— 64 — 

maueh und aus Trebizond au, und ausserdem von den Inseln 
Rhodos und Cypern. Weiter findet sich die Art in ganz Syrien 
(3 Stücke von hier auch im Mus. Senckenberg. sub III S 1, 
comm. Rüppell), namentlich auch bei Beirut (Böttger), weiter in 
Galiläa, von wo sie bis Aegypten geht, und schliesslich an sehr 
zahlreichen Punkten in Persien und in den Kaukasusländern. 

c. Subfam, Natricinae. 

5. Tropidonotus tesselatus Laur. sp. 1768, 

Laurent!, Synops, reptil., S. 87, 188; Schreiber, Herpetol. europ., 

Braunschweig 1875, S. 231; Böttger in Giebel's Zeitschr. f. d. ges. 

Naturw. 1877, Bnd. 49, S. 287. 

Nur ein junges, von Haiffa aus der Umgebung des Berges 
Carmel stammendes Exemplar (No. 3). 

Färbung. Das Stück zeigt olivengraue Grundfarbe und 
wenig vom Typus abweichende Zeichnung. Die bekannte Nacken- 
makel ist deutlich markirt; die wenig aus der Grundfarbe heraus- 
tretenden schwärzlichen Rückenflecken stehen in 6 Längsreihen; 
überdies sind noch, namentlich an den Körperseiten, ziemlich 
regelmässig in die durch die dunkeln Rückenmakeln gebildeten 
Rhomben gestellte weissliche Schuppenränder zu constatireu. In 
der Würfelfleckuug der Bauchseite herrscht nach hinten das 
Schwarz über das Horngelb des Halses und der Seitentheile vor. 

Das Exemplar zeigt die bei dieser Art normale Zahl von 
jederseits 8 Supralabialen, von denen aber das vierte und fünfte 
den Bulbus berühren. Jederseits 2 Prae- und 3 Postocularen. 

Schuppenformel: Squ. 19; G. 2, V. 165, A. 1/1, Sc. 53/53, 
somit Zahlen für die Ventralen und Subcaudalen, die beide nied- 
riger als die sämmtlichen von Strauch für 50 meist südrussische 
Stücke gegebenen Grössenangaben sind. 

Die Durchschnittszahl für die 3 von mir (mit Einschluss 
einer var. hydrus Pall.) beobachteten Schuppenformeln syrischer 
Exemplare ist: 

Squ. 19; G. 2, V. 168, A. 1/1, Sc. 61/61. 

Dimensionen: 

Totalläuge 236 mm. 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte . . 193 » 
Schwanzlänge 43 » 



— 65 — 

Verhältiiiss von Schwanz- zu Totallänge wie 1 : 5,49 , wäh- 
renil Strauch für die siulrussische Form dieser Art 1 : 5,03 be- 
rechnen lässt. 

Vor koni m i^ n : Abgesehen von diMi zahlreichen von Strauch 
(Schlangen dos russ. ileichs in Mein, de l'Acad. d. St.-Petersbourg, 
VlI. ser. Bnd. 20, 1873, S. 104 u. f.) in erschöpfender Vollstän- 
digkeit und mit treffender Kritik gegebenen Fundortsnachweisen 
in Süd- und Mittel-Europa wird diese Schlange aus Afrika an- 
geführt nur von Algerien (A. Dumeril), was aber wohl auf irr- 
thüniliche Bestimmung oder falsche Fundortsangabe zurückzuführen 
ist, da dieselbe von anderen Forschern daselbst nicht angetroffen 
wurde und auch dem südlichen Theile der pyrenäischen Halbinsel, 
die so viele nahe Beziehungen zur algerisi-hen Fauna zeigt, trotz 
zahlreicher in der Literatur verzeichneter Angaben fehlt, und von 
Aegypten (Mus. Berolin. et Vindobon.), Aus Asien kennt man 
sie nach Strauch von Kleinasien (Dam. et Bibr.) und zwar so- 
wohl vom Festlande von Troja (Jan), von Trebizond (Lichten- 
steiu) und den Euphratgegendeu (Günther), als auch von den 
Tnseln Rhodos und Cypern (Unger und Kotschy), dann von Persien 
(Dum.-Bibr., Filippi), wo sie speciell bei Teheran (Doria) vor- 
kommt, von Syrien, wo sie bei Beirut (Böttger) lebt, und von 
Palästina (Tristram), wo sie in Galiläa bei den Seen von Phiala 
und von Merom und bei Jerusalem beobachtet worden ist. Im 
asiatischen Russland findet sie sich nach Strauch namentlich in 
den an das Schwarze, Asow'sche und Kaspische Meer angrenzen- 
den Gouvernements bis nach Ost-Turkestan (Blanford) hin, ja 
östlich geht sie vielleicht sogar bis ins Altai-Gebirge. 

Farn. IV. Psaramophidae. 
6. Fsavnmophis moniliger Daud. sp. var. Merosolymitana Jan 1870. 

Jan, Iconogr. des Ophid., S. 90, Lief. 34, Taf. 3, Fig. 2 und 3; vevgl. auch 
Geoffroy St-Hilaire, Descr. Egypt., Hist. natur., Rept. Atlas Taf. 8, 

Figur 4. 

Vor mir liegen 2 frisch gefangene, prachtvoll gefärbte Exem- 
plare dieser Art von Jaffa, 

Färbung: Nennen wir die mittelste Längsreihe der Rücken- 
schuppen 1 und zählen wir von ihr aus links und rechts abwärts 
bis zu den Bauchschildern, so ist Reihe 1 bei dem grösseren Stück 

5 



— 66 — 

No. 1 gelbweiss gefärbt mit schwarzen Seiteneckeu der Schuppeu- 
ränder, Reihe 2 — 4 sind dunkel oliveubraun . Reihe 5 ist iu der 
oberen Hälfte schwarzbraun, in der unteren weissgelb, Reihe 6 
gelbrosa, Reihe 7 in der oberen Hälfte gelbrosa, in der unteren 
schwarzbraun, Reihe 8 dunkel olivenbraun, Reihe 9 in der oberen 
Hälfte oiivenbraun, geschieden von der unteren weissen Hälfte 
durch eine feine schwärzliche Linie. Die Bauchkante ist durch 
eine bräunliche, Avellige Linie angedeutet; die Bauchschilder sind 
in ihrem mittleren Drittel isabellgelb, im üebrigen links und 
rechts rein weiss gefärbt. Die Farbenzeichnuug dieses Exemplars 
steht somit in der Mitte zwischen der von .Jan bei seiner var. 
hierosolymifana angedeuteten und der in Aegypten (vergl. die 
cit. Abbild, bei Geoffroy St. -Hilaire) bei unserer Art ge- 
wöhnlichen. Die Zeichnung der Ober- und die der Unterseite des 
Kopfes stimmt aber vollkommen mit Jan's Abbildung von var. 
hierosolymitana. 

Das andere Stück No. 2 zeigt auf olivengraubraunem Grund 
3 Längsreihen von schwarzen Punktflecken auf dem Rücken, 
deren äussere nach unten und zwar namentlich gegen den Schwanz 
hin von einer breiten, helleren Längszone eingefasst erscheint. 
Die lebhaften hellen Längsstreifen fehlen, und die Rückenfärbung 
stimmt also hier noch mehr mit Jan's Fig. 2 var. hierosolymi- 
tana., als die unseres Exemplars No. 1. Kopf, Kehle und Bauch 
sind sehr ähnlich denen des vorigen Stückes gefärbt. 

Merkwürdigerweise besitzen beide vorliegenden Exemplare, 
übereinstimmend mit Geoffroy St. -Hilaire 's citirter Abbil- 
dung, jederseits 9 statt der gewöhnlichen 8 Supralabialen, eine 
Abweichung von der Regel, die ich bis jetzt in der Literatur 
nirgends erwähnt gefunden habe. Doch lässt sich das vierte 
Supralabiale deutlich als dasjenige erkennen, welches als eiu- 
ffeschoben betrachtet werden muss; das fünfte und sechste steht 
in Coutact mit dem Auge. Die hohe Zahl der Supralabialen er- 
innert etwas an die nahestehende Gattung Taphrometoj^ov ., doch 
habe ich mich durch das Vorhandensein der von Zahnlücken nm- 
cfebenen lanjien Zähne im Oberkiefer unmittelbar unter dem Auge 
davon überzeugen können, dass die vorliegenden Stücke ächte 
PsamtYU)phis-¥ orvaew sind. 

Schuppenformel: No. 1. Squ. 17; G. 4, V. 167, A. 1/1, 
Sc. 119/119. — No. 2. Squ. 17; G. 3, V. 171, A. 1/1, S. 121/121. 



— 67 — 

Diese Zahlen stimmeu fast irenaii mit denen ägyptischer 
Exemplare dieser Art. 

Durchschnittszahl aus den 7 von Geoffroy St. -Hilaire, 
Schlegel, Strauch und mir vorliegenden Beobachtungen: 

Squ. 17; G. 3 — 4, V. 1G5, A. 1,1, Sc. 105/105. 
wobei aber die Zahl der Subcaudaleu doch wohl noch etwas zu 
niedrig ausgefallen ist, indem Seh lege l's und Strauch 's An- 
gaben zum Theil wenigstens von Thieron mit verletztem und gut 
Terheiltem Schwanz herrühren dürften. 

Dimensionen: No. 1. Xo. 2. 

Totalläuge 794 mm 726 mm. 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte 512 » 462 » 

Schwanzlänge 282 » 264 » 

Verhältniss von Schwanz- zu Totallänge bei No. 1 wie 1 : 2,82, 
bei No. 2 wie 1 : 2,75. 

Eine genauere Durchschnittszahl kann ich bei dem Manorel 
an Angaben in der Literatur über Messungen unverletzter Exem- 
plare nicht geben. 

Vorkommen: Aus Asien finde ich diese in Nord- nnd West- 
Afrika weit verbreitete Art nur von Tor im peträischen Arabien 
(Stücke aus Arabien liegen im Mus. Seuckenberg. sub III Q 1, 
comm. Rüppell). von Jerusalem in Palästina (Jan) und von 
Beirut (Jan) iu Syrien angegeben. In Trans-Caucasieu und über- 
haupt im südlichen Russland, von wo die Art früherhiu mehrfach 
citirt wurde, fehlt sie nach Strauch's neuesten Forschungen 
ganz bestimmt. 

Farn. V. Dipsadidae. 
7. Tarhophis vivax Fitz. sp. 182 6. 

A. Strauch, Schlangen des russ. Reichs, St. Petersburg 1873, S. 194; 
Audouin et Savigny, Descr. Egypt., Hist. natur. Rept. Suppl. Taf. 4. 

Fig. 2. 

Vor mir liegt ein schönes Exemplar dieser interessanten Ver- 
treterin der Dipsadinenfamilie von Jatfa in Syrien. 

Seine Färbung ist sehr ähnlich der oben citirten .Abbil- 
dung in dem grossen französischen Werke, aber die Kopfunter- 
seite zeigt sich bei unserem Stück unregeknässig und etwa>: unter- 
brochen schwarz und weiss längsstreifig. Die Kopfoberseite ist 
graulich, fein schwarz gewölkt, der Occipitallängsstreif glänzend 



— 68 — 

scliwarz, mit der ersten Rückenmakel zusammenhängend. Die 
23 Rückenmakeln erscheinen glänzend schwarz, fliessen mit den 
Seitenmakelu zusammen und bilden auf diese Weise in der Mitte 
erweiterte, scharf von der bräuulichgeiben Grundfärbung sich ab- 
hebende Querbiuden. Schwanzmakeln zähle ich 12 oder 13. Die 
Unterseite des Körpers ist glänzend schwarz und besäet mit zahl- 
reichen, schmutzig rosarothen Würfelfleckcheu. 

Der Körper ist, wie gewöhnlich, deutlich höher als breit. 
Jederseits zähle ich 9 Supralabialen, indem sich zwisclieu G. und 
7. Supralabiale noch je ein grosses, dreieckiges, mit der Spitze 
nach unten gerichtetes Schildchen einschiebt. Die Kopfschuppen 
sind im Uebrigen normal, das Prenale mit dem Auge in Contact. 

Schuppenformel: Squ. 19; G. 5, V. 176, A. 1/1, Sc. 53/53. 

Die auffallend geringe Zahl der Bauchschilder ist wiederholt 
von mir gemessen, und die obige Angabe beruht also nicht auf 
einem Versehen. Sie bleibt um 15 hinter der bis jetzt Ijeob- 
achteten niedrigsten und um 74 hinter der angeblich (von Fleisch- 
mann) gemessenen höchsten Bauchschilderzahl zurück. 

Die Durchschnittszahl der Schuppenfor'mel beträgt bei dieser 
in der Beschilderung schon von Strauch als merkwürdig variabel 
bezeichneten Schlange nach 23 von Schlegel, Menetries, 
Eichwald, Dumeril-Bibrou, Strauch und mir vorliegenden 
Beobachtungen : 

Squ. 19 (21); G. 4 (5), V. 209, A. 1/1 und 1, Sc. 60/60. 

Dimensionen: 

Totallänge 428 mm. • 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte 355 » 
Schwanzlänge 73 » 

Verhältniss von Schwanz- zu Totallänge wie 1 : 5,86. 

Durchschnittszahl dieses Verhältnisses nach 6 von Schlegel, 
Dumeril-Bibron, Strauch und mir angestellten Messungen 
genau ^ 1:6. 

Vorkommen: Abgesehen von den zahlreichen Fundstellen 
dieser Schiauge im südöstlichen Europa und ihrem Voi-kommen 
in Aegypten ist dieselbe aus Asien bekannt von Brussa und 
Xanthus in Kleinasien (ein Stück aus Kleiuasieu im Mus. Sencken- 
berg, sub III W 1, comm. Schneider) und von der Insel Rhodos, 
weiter von Beirut in Syrien, dem Berg Tabor und .Jerusalem in 
Palästina, sowie von den Kaukasusländern und von West-Persien. 



— 69 — 

II, Lacertilia. 

Farn, I. Lacertidae. 

8. Acanthodactylus hosManus Daud. .^p. var. syriaciis in. 

I>iinii'iil et Bibioii, Erptit. gener., Bd. V, S. 278, cxclus. synon. A. lon- 

yicaudatits Rüi)p. {spec. distinctissima!); Aucloiiin et Savigii}-, Dcscr. Egypi, 

Rept. Atlas Suppl. Taf. 1, Fig. l)— 10 {Lacerta aspera et boskiana). 

Char. Sqitamae nofacl jwsteriores distincte minores quam tu 
Ac. hoskiano typico. 

Zwei ziemlich junge Stücke dieser, wie es scheint, neuen 
Varietät liegen aus Haiffa vor, die aufs trefflichste mit den oben 
citirten Beschreibungen und Abbildungen übereinstimmen und nur 
in der relativen Grösse der hinteren Rückenschuppen etwas ab- 
weichen. 

Die Färbnng stimmt genau mit der von Dumeril-Bil)rou 
für junge Exemplare dieser Art angegebenen und fast vollkommen 
mit der von Stücken, die Rüppell aus Aegypten mitbrachte und 
die im Mus, Senckenberg. sub II NN 9 f — k aufbewahrt werdeu, 
nur ist die Zahl der weissen Längsstreifen des Rückens bei beiden 
syrischen Stücken vorn 8 und wird erst durch Verschmelzung der 
beiden mittleren auf der hinteren Rückenpartie zu 7 Streifen. 
Auch ist die Schwanzunterseite hier lebhaft rosa gefärbt. 

Die deutlich gekielten Schuppen sind auf der hinteren Hälfte 
des Rückens zwar mehr entwickelt und hier überhaupt etwa 
doppelt so gross als auf der vorderen Rückenpartie, aber auf- 
fallenderweise verhältnissmässig bei weitem nicht so gross als 
bei den typischen von mir verglichenen Stücken dieser Art aus 
Aegypten. Alles Uebrige finde ich aber identisch. Auch die 
Exemplare aus Syrien zeigen jederseits 4 Supraorbitalschilder, ohne 
Granula vorn und hinteu, desgl. 10 Läugsreihen von Bauchscbil- 
dern und 22 — 23 Schenkelporen jederseits. 
Dimensionen : 

Totallänge (des grösseren Stückes) ' . 125,5 mm. 
Von der Schnauze bis zur Afterspalte 41,5 » 

Schwanzlänge 84 » 

Verhältniss von Schwanz- zu Köiperlänge wie 1 : 1,49, welche 
Zahl sich bei Dumeril-Bibron zu 1 : 1,74 berechnet, während 
bei B mir vorliegenden Stücken aus Aegypten das Mittel sich 
gleichfalls auf 1 : 1,5 stellt. 



— 70 — 

Vorkommen: Diese Art war meines Wissens, wenn wir 
den vagen Ausdruck »empire ottoman« bei Olivier ausnehmen, 
bis jetzt aus Asien noch nicht bekannt gewesen; verbreitet ist 
sie aber in ganz Nord -Afrika von Algerien an (Strauch) bis 
Aegypten. 

9. Ophiops elegans Menetr. 1832. 

Dumeril et Bibron, Erpät. ge'ner., Bnd. V, S. 259; Gray, Catalogue of 

Lizards, 1845, S. 44. 

Die Färbung der 5 vorliegenden Stücke dieser Art, welche 
sämmtlich von Haiffa stammen, ist die normale, lehmgelb, oliven- 
braun oder braungrüu, jederseits mit zwei hellereu Seitenstreifen; 
die schwarzen Rückenmakelu sind in 4 Längsreihen geordnet. 
Die Gliedmaassen zeigen, wie gewöhnlich, helle Tropfenflecken. 

Diese durch das verkümmerte, ringförmig das Auge umschlies- 
sende Lid und durch das nur an den Halsseiten schwach ent- 
wickelte Halsband von allen etwa verwandten europäischen La- 
certiden leicht und sicher zu unterscheidende Species stimmt in 
Körperform und Beschuppung genau mit Dumeril-Bibron's 
oben citirter ausführlicher Beschreibung. Jederseits zähle ich 
8 Supralabialen, von denen das 5. vorn jederseits vom oberen 
Prenooculare durch ein dazwischen geschobenes unteres Freno- 
oculare getrennt ist. Vorhanden sind weiter 8 Längsreihen von 
Bauchschildern, deren äusserste von den daran stossenden Seiten- 
schuppen in der Grösse allerdings nur wenig abweichen, und 
10 — 9, 10—10, 10—10, 11 — 11, 11 — 12 Schenkelporen, was 
im Durchschnitt für diese Art 10 — 10 Poren ergibt. 

Dimensionen: No. 1 No. 2 No. 3 No. 4 

Totalläuge 115,5 131,5 142 145,5 mm 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte 37,5 42,5 45 46,5 » 
Schwanzlänge 78 89 97 99 » 

Verhältniss von Schwanz- zu Totallänge wie 1 : 1,47, während 
die Berechnung von Dumeril-Bibron's Maassen für diese Art 
fast die gleiche Verhältnisszahl, nämlich 1 : 1,51 ergibt. 

Vorkommen: Diese Art scheint über ganz Kleiuasien, wo 
sie speciell von Smyrna (A. Dumeril) angegeben wird, bis zum 
Caspisee (Baku, Chirwän) verbreitet zu sein. In Syrien wurde 
dieselbe zuerst von Hemprich und Ehrenberg beobachtet. 



— 71 — 

Haiffii scheint der südlichste bis jetzt in der Literatur genannte 
Fundort der Species nnd zuj^leicli meines Wissens das südwest- 
lichste Vorkoniiiien der specitisch asiatischen Gattung Ophiops 
zu sein. 

Farn. n. Gymnophthalmidae 
10. Ahlepharus pannonicus Fitz. 1824. 

Fitzinyor, Vurh. d. Ges. uaturf. Freunde Berlin, I3ud. 1, S. 298, Taf. 14; 
Strauch in Mcl. biolog. d. Bull. d. l'Acad. St.-Petersbourg, Bnd. 6, 1867, 

S. 560. 

Es liegen drei Stücke dieser zarten Eidechse von Haiffa aus 
Syrien vor. 

Färbung. Oberseite bron/.ofarbig mit Kupferglanz. Kopf 
oben .schwarz gestrichelt und gepunktet. Seiteustreif schwärzlich, 
nach obenhin hell eingefasst, nach unten ganz allmälig in die 
weissliche, grün und roth opalisirende Unterseite übergehend. 
Schwanz oben mit oder ohne 2 feine schwarze Längsstreifeu. Die 
Unterseite des Kopfes und Halses und der Baucli tragen auf 
jeder Schuppe an ihrem Hiuterraud eine schwärzliche Makel, so 
dass die untere Korperfiäche über und über dunkel punktirt er- 
scheint. Die Schwanzuuterseite ist einfarbig eisengrau. 

Froutoparietale doppelt; ein grosses Interparietale. Das 
Augenlidrudiment bildet auf der hinteren Seite des Bulbus einen 
doppelten Halbriug, von denen jeder aus 4 über einander ge- 
stellten Schüppchen besteht. Frontonasalen von einander getrennt; 
4. Snpralabiale das Auge berührend. 18 Läugsschuppenreihen, 
während die typische Form deren wenigstens 20 besitzen soll. 

Dimensionen: " No. 1 No. 2 No. 3 

Totallänge 60 61 74 mm. 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte 33,5 26 26 » 

Schwanzläuge {'"flT) 35 48 » 

Kopfbreite 4 3,75 3,75 » 

Grösste Breite dos Körpers .... 4,75 4 4 » 

Verhältniss vou Schwanz- zu Totallänge bei dem ganz nor- 
malen Stück No. 3 wie 1 : 1,54, welches Verhältniss sich bei 
Dumeril-Bibron zu 1 : 2,'2 berechnet, während Schreiber's 
Angabe (etwa 1 : 1,G5) ebenfalls noch etwas zu hoch gegrilfen 
erscheint. 



— 72 — 

Vorkommen: Diese kleine Eidechse ist von europäischen 
Fundorten bis jetzt bekannt aus mehreren Orten in Ungarn 
(Fitzinger), aus Rumelien und Morea (Exped. scientif. d. Moree), 
den ionischen Inseln und den Inseln Syra (Erber) und Mykonos 
(Ehrhardt). Aus Asien wird sie bis jetzt nur angegeben von der 
lüsel Cypern (Unger und Kotschy) und aus Persieu (coli. Mus. 
Paris.). Der Fundort Syrien ist demnach neu für die Art. 

Farn. III. Sepidae. 
11. Splietwps capistratus Fitz. 1826. 

Dumeril et Bibron, Erpet. gener., Bnd. V, S. 578, Atlas Taf. 57, Fig. 3 
(capistratus Wagl.); Gray, Catalogue of Lizards, London 1845, S. 122; 
Audouin et Savigny, Descr. Egypt.. Rept. Atlas Suppl. Taf. 2, Fig. 9—10 

(Scincus sepsoides). 

Die Färbung des einzigen vorliegenden, gut erhaltenen 
Stückes von Jaffa ist matter als gewöhnlich, der grauschwarze 
Zügelstreif zwar deutlich sich abhebend, die 9 Längsstreifen des 
Rückens aber sind nur hellbräunlich auf isabellgelbem Grunde, 
ganz durchlaufend, ohne Spur von Punctirung. 

Unser Stück unterscheidet sich von Dum eril- Bibrou's 
Beschreibung und den im Mus. Seuckeuberg. sub I P P 1 lie- 
genden Exemplaren aus Aegypteu nur durch das Auftreten von 
24 statt 25 Längsschuppeureihen, durch die etwas stärkere Ent- 
wickelung der beiden mittleren Praeanalschuppen auf Kosten der 
beiden seitlichen und durch die vielleicht etwas schwächere Aus- 
bildung der Vordergliedmaassen, deren 5te äusserste Zehe nur als 
sehr kurzer Stummel ausgebildet ist und fast rudimentär genannt 
werden darf. Doch habe ich auch unter 5 ägyptischen Stücken 
2 mit blos 24, 1 mit 26 Längsschuppen gefunden, und auch die 
Grösseueutwickelung der beiden mittleren Praeanalschuppen und 
die relativen Maasse der Vorderfüsse haben sich in ähnlicher Weise 
etwas schwankend gezeigt. 

Dimensionen: Da der Schwanz bei dem vorliegenden 
syrischen Stücke an seiner Spitze regeuerirt ist, hat die Wieder- 
gabe der Maassverhältnisse*) desselben kein besonderes Interesse. 



*) Drei nahezu erwachsene Stücke unserer Sammlung aus Aegypten 
messen 93,5 + 70; 90 + 64 und 69+49; das von Du me'ril -Bibron ge- 
messene Exemplar 87 + 75, so dass sich das Verhältniss von Schwanz- zu 
Totallänge danach wie 1 : 2,33 stellt. 



— 73 — 

Vor kounueu: Aus Syrien wird die vorliegende Species be- 
reits von Walhice in »Verbreitung der Tliiere« , Bnd. 2, 
Dresden 187(3, S. 439, wohl nach mündlicher Angabe von 
A. Günther, erwähnt. Ihr eigentliches Vaterland ist die Nord- 
küste von Afrikii von Aegypten an bis Algerien. A. Dumeril 
und Strauch führen sie auch vom Senegal an, doch dürfte diese 
mir unbekannte Form vielleicht der von Wallace erwähnten 
zweiten Species unserer Gattung angehören. 

12. Seps (Gongylus) ocellatus Forsk. sp. 1775. 

Dumeril et Bibrou, Erpet. ge'ner., Bnd. V, S. 616; Gray, Catalogue 
of Lizartls, 1845, S. 123; Geoffroy St-Hilaire, Descr. Egypt., Rept. 
Altlas Tai'. 5, fig. 1 (Auolis marbre) und Audouiii et fcsaviguy, ebda. 

Snppl. Taf. 2, fig. 7. 

Vor mir liegen 2 Stücke dieser in Syrien allgemein verbrei- 
teten Eidechse von Jaffa, eins von Haiöa. 

Tu der Färbung stimmen die beiden Exemplare von Jaffa 
12'enau mit den Abbildunsreu in dem citirten grossen französischen 
Werke über Aegypten, also mit var. A bei Dumer il-Bibr ou, 
a. a. 0., S. G20 und mit var. d bei Schreiber, Herpetolog. 
europaea, Braunschweig 1875, S. 356. Namentlich auf dem Schwänze 
sind die schwarzen, weissaugigen Querbiuden ganz regelmässig 
durch zwei Querreiheu von oliveugrauen Schuppen von einander 
geschieden, genau wie es Savigny in seiner unübertrefflichen 
Abbildung darstellt. 

Das Stück von Haiffa zeigt auf dem Rücken weit weniger 
zahlreiche und viel unregelmässiger gestellte Augenflecke, so dass 
man bei ihm weder von Querbinden noch von Längsreihen von 
Makeln sprechen kann. Auf dem Schwanz aber sind diese Augen- 
flecke abweichend wie bei den Stücken von Jaffa hier kaum ent- 
wickelt und nur hie und da in schwachen Spuren sichtbar. 

In der Beschilderung des Kopfes finde ich nichts Bemerkens- 
werthes; doch zähle ich bei den beiden Exemplaren von Jaffa nur 
28 Läugsreihen von Schuppen in der Körpermitte, gerade so wie 
bei den von mir früher untersuchten Stücken aus Beirut, bei dem 
Exemplar von Haiffa 30 Reihen, also überhaupt ähnliche Zahlen 
wie bei den Stücken der var. viridcmus Grav. von den Canaren, 
bei der die Schuppenreihen von 28 bis 30 schwanken, während 
die zahlreichen Exemplare des Senckenberg'schen Museums aus 



— 74 — 

Marocco dereu stets 33 bis 38 aufzuweisen haben. Dumeril- 
Bibrou uud die meisten übrigen Autoren geben für unsere Art 
als Mittel für die Längsschuppeureihen die Zahl 30 au. 

Dimensionen: Jaffa Haiffa 

Totallänge 129,5 mm 163 mm 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte . 61,5 » 79 » 

Schwanzlänge 68 » 84 » 

Verhältniss von Schwanz- zu Totallänge wie 1 : 1,9 und wie 
1: 1,94. 

Durchschnittszahl dieses Verhältnisses nach 9 von Dum er il- 
Bibron und mir augestellten Messungen wie 1 : 2,02. 

Vorkommen: Aus Jaffa war die Art schon von Fr. Müller 
(Cat. Amphib., Basel 1878, S. 631) angegeben. Sonst aus Asien 
finde ich sie noch von Persien (A. Dumeril) , von Arabien 
(Forskäl u. a.), von Beirut in Syrien (Böttger), aus Palästina 
und von den Inseln Chios (Böttger) , Rhodos und Cypern er- 
wähnt. Im üebrigen ist sie in Süd-Europa und Nordafrika, wie 
auf den Canaren uud Madeiren fast allenthalben häufig anzu- 
treffen. 

Farn. IV. Geckonidae. 

13. Hemidadylus turcicus L. sp. 1767. 

Liune, Syst. uatur. I, S. 362, 13; Dumeril et Bibrou, Erpet. gcuer., 
Bnd. III, S. 360 (verruculatiis Cuv.). 

Es liegen 2 ganz mit südenropäischen Stücken dieser Art 
übereinstiunnende Weibchen von Haiffa in Syrien vor. 

Färbung heller als gewöhnlich, hell lehmgelb oder grau- 
weiss mit scharf markirten schwarzen Tropfenflecken und theil- 
weise rein weissen Rückenhöckern. Schwanz mit 11 bräunlichen, 
vorn und hinten schwarz begrenzten Halbbinden geringelt, Unter- 
seite einfarbig weisslicli; lufralabialen nicht dunkel tingirt. 
Zügelstreif deutlich. 

Rostrale quadratisch; Supralabialen 8 — 8, Infralabialen 7 — 6 
und 6 — 6; Submeutalen 2 — 2. Unter dem Daumen 7, unter dem 
grossen Zeh des Fusses 6 Querlamellen, von denen nur 2, resp. 
1 in der Mitte gespalten sind. Die Rüekentuberkel, die ihrer 
lebhaften, schwarzen oder weissen Färbung wegen etwas mehr 
vorzutreten scheinen als gewöhnlich, stehen auf der Mitte des 
Körpers in 14, seltner in 12 fast regelmässigen Längsreihen. 



i 



— 75 — 

Oimetisioiicn: No. 1. No. 2. 

Totalläuge 84 102 mm. 

Vou der Schiuiu/e bis zur Afterspalte . 47 40 » 

Scliwanzläufre CTrT') 50 » 

Verhältuiss von Scliwauz- zu Totalläuge wie 1 : 1,82, wäh- 
rend Messungen an südeuropäischen Stücken die Zahlen 1 : 2,09 
(Dumeril-Bibron) und 1 : 2,28 (Böttger) ergaben. 

Vorkommen: Abgesehen von Europa, wo diese Art im 
Süden von Portugal (Böttger) und Spanien, in Süd-Frankreich, 
ganz Italien, Sicilien, Dalmatieu, auf den ionischen Inseln (Böttger), 
in Morea und auf den griechischen Inseln des Archipelagus, 
namentlich den Cycladen (Ehrhardt) und in der euro])üischen 
Türkei (Fitzinger) auftritt, und von Afrika, wo sie vom Senegal 
(Dum.-Bibr.), von Algerien (vergl. Strauch) und vou Aegypten 
und Abessynieu [grmiosus lUippell) augegeben wird, lebt Hetni- 
dactylus turciciis in Asien über ganz Kleinasieu verbreitet, wo er 
bei Trapezunt (Dum. Bibr.), in Natolien (Fitzinger), bei Xanthus 
(Gray) und auf der Insel Cyperu (Unger und Kotschy) vorkommt, bis 
zum peträischeu Arabien (Rüppell) und bis Persien (A. Dumeril). 
Speciell aus Syrien habe ich die Art in der Literatur aber 
nicht angeführt gefunden. 

Id. Gymnodactylus Kotschy i Steind. 1870. 

Steindachner, Sitz.-Ber. d. k. Akad. d. Wiss. Wien, Bnd. 62, S. 329, 
Taf. 1, Fig. 1; Schreiber, Herpetol. europ., Braunschweig 1875, S. 481. 
= Gonyodactylus cyprius Fitzinger 1843 nom. in Syst. Rept., Vindob., S. 93. 

Ich rechne zu dieser wahrscheinlich vielfach verkannten Art 
ein prächtig erhaltenes Weibcheu von Haiffa, das vou Herrn 
Haus Simon dem Senckenbergischeu Institut zum Geschenk 
übergeben Worden ist. Alles, Färbung uud Körperform, stimmt 
vollkommen mit den Steindachner'schen Angaben. 

Färbuug. Die an Platydacfyhis facetanus und Delcdanäei 
erinnernde Zeichnung besteht aus 4 in der Mitte winklig nach 
hinten gezogenen schwarzen Querbinden auf hellgrauem Grunde, 
deren erste auf dem Hinterhals, die zweite und vierte zwischen 
den Insertionen der Gliedmaassen, die dritte auf dem Mittelrückeu 
iu gleichem Abstand von der zweiten und vierten Binde sich be- 
finden. Der Schwanz zeigt 10 schmale schwarze Halbringe. Der 
Kopf ist oberseits dunkeigrau marmorirt, die Gliedmaassen sind 



— 76 — 

undeutlich, die Finger und Zehen deutlich schwarz und weiss 
gebändert ; die Labialen sind schwarz und weiss gewürfelt ; 
die helle Unterseite erscheint schwarzgrau getropft, die Fleckchen 
überschreiten aber nicht au Grösse eine einzelne Bauchschuppe. 

Kopf zwischen den Augen schwach der Länge nach vertieft. 
Nasenöffnung auffallend kleiu , kleiner als jede der 3 sie nach 
hinten umgebenden Schüppchen. Ohröffnung oval, ziemlich in 
die Längsrichtung des Körpers gestellt, etwas gross. Grundschuppen 
der Oberseite kleiu, eckig-rundlich, von etwas ungleicher Grösse; 
die von ihnen bedeckte Fläche au Grösse die der Tuberkel weit 
überragend. Tuberkel klein und flach, aber doch mit scharfem 
nasenartig aufgesetztem Läugskiel, durch wenigstens 3 Schüppchen 
von dem seitlich nächstliegenden und durch wenigstens 2 Schüpp- 
chen von dem vorhergehenden oder nachfolgenden Tuberkel ge- 
treunt. Die Tuberkel stehen in 10 sehr deutlichen Längsreihen, 
welche sich vom Hinterhaupt bis zur Schwanzbasis verfolgen 
lassen; auf dem Schwänze zeigen sich 22 — 24 Halbriuge, deren 
jeder 6 dornige Tuberkel trägt. Der ü uterarm ist mit eiuigen, 
das ganze Hinterbein oberseits aber mit zahlreichen, dreieckig- 
kegelförmigen Tuberkeln besetzt. Es findet sich nur je ein Höcker 
auf der Schwauzbasis rechts und links hinter der Cloake. 

Das Rostrale ist oben gefurcht, kaum höher als die an- 
grenzenden Labialeu. Supralabialen sind 8-8, Lifralabialeu 7 — 7 
zu zählen, deren 3 dem Meutale zuuächst liegende sich durch 
eine grössere Höhe auszeichnen, als die weiter hinten gelegenen. 
Auf das dreieckige Mentale folgt jederseits eine Reihe von 3 oder 
4 successive an Grösse abnehmender Submentaleu, deren erstes 
Paar in der Mittellinie znsamraeustösst und die vom zweiten 
Paare an nach hinten zwischen sich und den Supralabialen noch 
Raum für eine Reihe parallelgestellter kleinerer Schüppchen lassen. 
Der vou den Submentalen umschriebene Winkel wird von Schuppen 
ausgefüllt, die fast die Grösse der Abdominalschuppen zeigen und 
die dann erst in eiuiger Entfernung von den Submentalen nach 
hinten zu kleiner werden und in die kleinen Schüppchen der 
Kopfunterseite allmälig übergehen. Diese sind nur halb so gross 
wie die in etwa 30 schiefe Längsreihen gestellten Abdominal- 
schuppen. Die Unterseite des Schwanzes wird durch eine Längs- 
reihe breiter Schindelschuppen gedeckt; die Schüppchen des letzten 
Drittels der Schwanzuuterseite sind undeutlich gekielt. 



— 77 — 

Dimensionen: 

Totallilnge 73,5 mm. 

Von der Scliniuizc l)is zur Afterspalte 32,5 » 

Scliwanzlänge 41 » 

Kopflänge 13 » 

Grösste Kopfbreite 8,5 » 

Grösste Kopfhöhe 5,5 » 

Länge der Vordergliedmaassen . . . 14,5 » 
Länge der llintergliedmaasseu . . . 18,5 » 
Verhältuiss von Schwanz- zu Totalläuge wie 1 : 1,79; von 
Kopfhöhe zu Breite zu Lauge wie 1 : 1,55 : 2,36. 

Vorkommen: Bis jetzt wird diese Art nur vou Persien, 
Cypern, der griechischen Lisel Syra, Aegypten(?) und von Goree 
in Senegambien angegebeu , da die weiteren von Schreiber 
erwähnten Fundorte Apulien uud Calabrien von De Betta (Atti 
del R. Istit. Veueto, Ser. V, Bnd. V, Sep. A. S. 13) mit Recht 
als sehr verdächtig betrachtet werden. Sollte aber nicht am Ende 
Syra blos eine Verwechslung von Syria sein, wie ich umgekehrt 
auf Etiquetten der vou Syra stammenden Schnecke ClausiUa 
caerulea Fe'r. in zahlreicheu öfFeutlichen und privaten Samm- 
lungen die falsche Fuudortsaugabe Syria augetroffen habe? Immer- 
hin aber bleibt die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass diese 
Geckonenart vou Kleinasieu und Syrien aus, vou wo ich sie uach- 
gewieseu zu haben glaube, sich über Cypern, woher Fitzinger 
seineu Gonyodactylus cyprius bekam, der wohl sicher mit der uns 
vorliegendeu Species identisch sein dürfte, bis zu den Cycladen 
hin verbreitet, eine Muthmaassuug, die zu coustatiren spätereu 
Forschungen vorbehalten bleiben muss. 

Bemerkungen: Ich rechne zu G. Kotschyi als Männ- 
chen eine Form, die unter Gymn. scaher Rüpp. var. II L l*a 
von Nisib in Anatolien (comm. Dr. Fischer) in der Sammlung 
der Seuckeubergischen Gesellschaft liegt, und die sich vou dem 
oben beschriebenen syrischen Stücke nur durch folgende Eigen- 
thümlichkeiten unterscheidet : Die Rückentiiberkel sind etwas 
grösser und breiter, so breit wie ihre Zwischenräume, und in der 
Mitte des Rückens in querer Richtung durch 3 Schüppchen (wie 
bei der syrischen Form), in der Längsrichtung aber nur durch 1 — 2 
Schüppchen von ihren Nachbarn getrennt. 2 Höcker jederseits an 
der Schwanzbasis links und rechts hinter der Cloake. Ausserdem 



— 78 — 

fehlt der SchwanzuDterseite die grössere ScliupiDenläiigsreihe imd 
die Schüppchen sind in den zwei letzten Dritteln desselben unter- 
seits deutlich gekielt. 2 Praeanalporen, weit von der After- 
spalte entfernt, so dass noch 4 grössere und mehrere kleinere 
Schuppenquerreihen sie von dieser trennen. 

Gymn. geccoides Spix, von dem mir die R tipp eil 'sehen 
Originalexemplare seines G. scaber aus Arabien vorliegen, unter- 
scheidet sich von beiden beschriebenen Stücken, abgesehen von 
den bekannten Unterschieden im Habitus und abgesehen von den 
grösseren und schärferen Tuberkeln, die meist in 12 — 14 Längs- 
reiheu stehen, darin, dass er nur jederseits 2 entschieden grössere 
Submeutalen besitzt, d. h. dass das dritte Paar, wenn vorhanden, 
sich nur sehr wenig von den Schuppen der Umgebung au Grösse 
auszeichnet, dass weiter hinter diesen Submeutalen unmittelbar 
bereits die kleineu Körnerschüppchen der Kehlgegend beginnen 
und dass die 5 — 6 Praeanalporen dicht an den After gerückt 
sind, so dass nur noch 2 — 3 grössere Schuppenquerreihen sie 
von diesem trennen. 

Gymn. pipiens Pall. ist, wie ich mich an Origiualstückeu 
des Petersburger Museums vom Berg Gross-Bogdo, südl. des 
Elton-Sees (comm. A. Strauch) überzeugen konnte, eine von den 
beiden genannten und einander offenbar nahe verwandten Arten 
durch Färbuug — sie besitzt doppelt so viele Querl)inden über 
den Rücken als G. Kofschyi — , durch Rückeuskulptur — aus 
gerundeten, die Granulationen an Grösse nur sehr wenig über- 
steigenden Tuberkeln bestehend — , durch die in die Quere ver- 
breiterten Submeutalen und durch die 9 — 11 Praeanalporen wesent- 
lich abweichende Foi*m. 



Pam. V. Agamidae. 

15. Sfellio vulgaris Latr. 1802. 

Dumeril et Bibrou, Erpet. göner., Bnd. IV, S. 528; Gray, Catalogue 

of Lizards, 1845, S. 255 {cordylina) ; Geoffroy St-Hilaire, Descr. Egypt., 

Rept. Atlas Taf. 2, fig. 3. 

Vor mir liegen 2 junge schön gezeichnete Exemplare dieser 
Art von Haiifa , der mangelnden Praeanalporen wegen wohl 
beides Weibchen. 



— 79 — 

Die Färbung ist die bei jungen Stückon dieser Art ge- 
wülmliche, auf schwar/brauiieni Uiitorgruiul eine hello Querbinde 
dicht hinter dem llinterkopr, 4 Iclnngelhe Querbinden über dem 
Rücken inid 1- ähnliche Binden über dem Schwan/. Kopf und Rj 

Gliedmaassen erscheinen etwas heller graubraun, letztere undeutlich 
hell und dunkel gebäudert uud gefleckt. 

Die Länge des Kopfes ist wie bei Jugendexemplareu vieler 
Eidechsen uud Krokodile im Verhältniss zur Breite etwas geringer 
als im erwachsenen Zustand. An das Mentale setzt sich links 
und rechts noch je eine Reihe von 2 oder 3 durch Grösse be- 
sonders ausgezeichueter Schuppeu an, welche iu ihrer Längen- 
erstreckung quer auf die lüfralabialen gestellt sind und deren erste 
mit dem ersten Lifralabiale in Contact ist. Die Dorugruppen iu 
der Ohrgegend uud die Schuppen des LTnterhalses sind noch sehr 
schwach entwickelt; der Schwanz zeigt bei dem einen der vor- 
liegenden Exemplare 71 Querriuge, genau so viel wieDumeril- 
B i b r o n angeben. 

Dimensionen: No. 1 No. 2 

Totallänge 88 107 mm 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte . 37 49 » 

Schwanzläuge 51 (verletzt) 

Kopflänge 14 17 mm 

Grösste Kopfbreite 12 15 » 

Grösste Kopf höhe 8,5 12 » 

Verhältniss von Schwanz- zu Totallänge wie 1 : 1,73, während 
Dumeril-Bibron dieses Verhältniss beim erwachsenen Thier 
zu 1 : 1,66 berechnen lässt. 

Vorkommen: Diese Art verbreitet sich von Aegypten an 
über Arabien, Syrien, die Inseln Cypern uud Chios und Kleinasien, 
überhaupt also über das ganze westliche Asien bis in die Kaukasus- 
länder und bewohnt ausserdem einzelne Theile der europäischen 
Türkei und die Inseln Mykonos, Faros,. Melos und Kephalonia. 
Aus Jaffa in Syrien wird Stellio vulyaris bereits von Westphal- 
Castelnau (Catalogue d. Rept., Montpellier 1870, S. 18) au- 
geführt. 



— 80 — 

Pam, Vi. Chamaeleontidae. 

16. Chamaeleo citiereus Aldrov. 1663. 

Dume'ril et Bibron, Erpet. gener., Bnd. III, S. 204 (vulgaris var. Ä); 
Geoffroy St-Hilaire, Descript. Egypte, Hist. nat. Rept. Atlas, Taf. 4, 

fig. 3. 

Es liegen 4 jnnge Stücke dieser Art, sämmtlieh von Haiffa 
io Syrien stammend, vor. 

In der Färbung sind dieselben nahezu übereinstimmend 
mit 2 jungen Exemplaren im Mus. Senekenberg. sub HCl aus 
Aegypten. Der Kopf und die vordere Hälfte des Rumpfes er- 
scheinen matt grüulichschwarz, der Bauch, die Gliedmaassen, der 
hintere Theil des Rumpfes und der Schwanz heller, und zwar 
durch zahlreiche aufgestreute o-elbe Pünktchen hell gelbc^rau. Die 
dunkleren Radialstreifen auf dem Augenlid sind meist deutlich 
markirt; die Lidspalte ist oft, die Kehl- und Bauchkaute und je 
2 aus grossen länglichen Flecken bestehende Längsstreifen au den 
Seiten sind immer lebhaft citrongelb. Die o-euanuten Seiteustreifen 
ziehen sieh genau längs des ersten und des zweiten Drittels der 
Körperhöhe nach hinten, so dass die obere Makelreihe in der 
Höhe des Auges beginnt und nach hinten bis an die Insertion 
des Schwanzes fortsetzt, während die untere, gewöhnlich zu einer 
ununterbrochenen Seitenbinde sich einigende die Insertionen der 
Vorder- und Hintergliedmaasseu verbindet. Die von Geoffroy 
St.-Hilaire in dem oben citirten Werke gezeichnete Querbäu- 
deruug von Rücken und Schwauz mit abwechselnd helleren und 
dunkleren Binden ist gleichfalls bei zweien unserer syrischen 
Stücke vorhanden, wenn auch nicht gerade sehr deutlich markirt. 
Zwei von den vorliegenden Exemplaren zeigen überdies auf dem 
Hinterrücken links und rechts einen sehr ausgedehnten, an den 
Rändern verschwommenen gelben Fleck. -. ,/ 

Abweichend von der Form beim Jugeudzustand der ägyp- 
tischen Spielart des gemeinen Chamäleons, zu dem sich in Ober- 
Aegypten noch eine zweite Art Ch. calyptratus ' A. Dum. 1851 
(nach Prof. W. Peters' gütiger Mittheiluug ^= Ch. hasiliscus Cope, 
Proceed. Acad. Nat. Scienc. Philadelphia 1868, S. 316) gesellt, 
ist bei der syrischen Form die Occipitalcrista mehr geradlinig, 
hinten weniger in die Höhe gerichtet und daselbst in weniger 
spitzem Winkel vom Halse abgesetzt, im allgemeinen also ihrer 



— 81 — 

LiiiiffonanadohmintTf nach der IVIniidspalte mehr parallel verlaufend, 
während sie bei der ägyptischen l'\)rin sieh hinten stark zuspitzt 
und unter spitzoreui Winkel vom Halse abgesetzt erscheint. Wei- 
tere Unterschiede in der Körpergestaltung habe ich nicht auf- 
tindeu köuueu. 

Dimensionen: No. 1 No. 2 No. 3 No. 4 

Totallänge 88 71 112 118 mm 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte 41 43 55 57 » 

Schwanzlänge 42 (verletzt) 57 Gl » 

Kopflänge in der Mittellinie ... 15 16 19 21,5 » 
Hintere grösste Breite des Helms .7 8 9 9,5 » 

Länge der Hinterhauptscrista . . 5,5 G,5 8 8,5 » 

Grösste Kopfbreite i. d.Waugengegend 9,5 9,5 12 13 » 
Grösste Kopfhöhe am Hinterhaupt .13 15 17,5 19,5 » 
Von d.Schnauzeuspitze Z.Mundwinkel 10,5 11 13 14,5 » 

Die Kopflänge verhält sich demnach zur Rumpf länge (mit 
Kopf gemessen) bei jungen Thieren im Durchschnitt wie 1 : 2,74, 
die Schwanzlänge zur Totalläuge wie 1 : 1,9G, während alte Exem- 
plare jene zu 1 : 3,4, diese zu 1 : 2,09 zeigen. 

Vorkommen: Dieses Chamäleon findet sich, wie bekannt, 
in ganz Nord- Afrika und in Süd-Spanien. Von Aegy^ten aus 
seht es ausserdem einerseits bis in den Süden der Sahara und bis 
in das Gebiet des weissen Nils, andererseits bis Syrien, die Insel 
Cyperu und Persien. Die vorliegende, durch die ziemlich gerad- 
linig verlaufende Helmcrista ausgezeichnete Localform aus Syrien 
war meines Wissens in der Literatur noch nicht erwähnt gewesen. 



III. Chelonia. 

Farn. I. Testudinidae. 

17. Testudo pusilla Shaw. 1802. | 

Dum^ril et Bibron, Erpetologie generale, Bnd. II, S. 44 (mauritanica) ; 
Strauch, Verbreitung d. Schildkr., Petersburg 1865, S. 14. 

Nur ein ganz junges, kaum dem Ei entschlüpftes Exemplar 
dieser Art liegt von Haiffa in Syrien vor. 

Dasselbe trägt schon vollständig sämmtliche Kennzeichen 
seiner Art, das ungetheilte Subcaudale, den kurzen, ungenagelten 

6 



— 82 — 

Schwanz und den kräftigen, bei jungen Stücken freilich nur linsen- 
förmigen Schenkelhöcker. 

Von der Beschreibung jugendlicher Stücke bei Dumeril- 
Bibron, a. a. 0. S. 48 weicht unsere Form nur dadurch ab, 
dass der Oberkiefer und nicht der Unterkiefer (Druckfehler?) vorn 
3 kleine zahnartige Auszackungen trägt, und dass die Vertebralen, 
deren erste und fünfte in der Mitte keine dunkle Zeichnung be- 
sitzen nur mit einer centralen schwarzen Makel gezeichnet sind. 
Das Subcaudale erscheint vollkommen flach. Auch zeigt die 
Daumenkralle der Hand nur die halbe Länge der übrigen Krallen 
und kann als relativ schwach ausgebildet bezeichnet werden. 

Dimensionen: 

Länge des Rückenpanzers in der Mitte . . 41 mm. 

Hintere grösste Breite desselben .... 36 » 

Höhe desselben 23 » 

Länge des Brustpanzers in der Mitte ... 34 » 
Schwanzlänge (vom Vorderrand der Cloake) 5 » 

Die Breite des Panzers verhält sich demnach zu seiner Länge 
wie 1 : 1,14, ein Verhältuiss, das sich mit dem Wachsthum des 
Thieres successive (bei maroccanischen Stücken unserer Sammlung) 
zu 1 : 1,25; 1 : 1,27 bis 1 : 1,37 steigert, während die Höhe des- 
selben sich zur Länge verhält wie 1 : 1,78, ein Verhältniss, das 
bei grösseren Exemplaren (wiederum bei unseren maroccanischen 
Stücken) die Grösse 1:1,88 bis 1:1,95, ja (bei Dumeril-Bi- 
bron's wohl aus Algerien stammendem Exemplare) 1 : 2,55 er- 
reicht. 

Vorkommen: Abgesehen von der ganzen Nordküste von 
Afrika, wo die Art von Marocco angefangen bis zur Landenge 
von Suez überall häufig ist, lebt sie in Asien in Syrien (Forskäl), 
wo sie namentlich am Libanon und bei Aleppo sehr gemein sein 
soll, in Kleinasien (Gray) und zwar speciell in der Gegend von 
Angora (Berthold) und von Xanthns (Gray), in Transkaukasien 
(vergl. Strauch) und Persien (Pallas), wo sie besonders von Teheran 
(Strauch) angeführt wird. 



— 83 — 
I3n.ti*a,ciliifi. 



T. Amtra. 

Farn. I. Hylidae. 

18. Ilyla arhorca L. sp. var. meridionalis ßoettg. 1874. 

Böttger, Rept. v. Mavocco u. v. d. Canaren, Abhandl. d. Senckenberg. 

Gps., Bnd. 9, 1874, S. Gfi und Noll's Zoolog. Gavton 1877, S. 31; Aiidonin 

et Savigny, Doscr. Kgypt., Rept. Atlas Suppl. Taf. II, Fig. 13. 

Vor mir liegt ein erwachsenes Stück dieser verbreiteten Laub- 
froschart von Ilaifta. 

Cliaraktoristisch für die citirto Varietät, die im ojanzen Mittel- 
nicorgcbict als ausschliessliche Localform auftritt, ist das Fehlen 
der von mir sogenannten Hüftschlinge, einer deutlichen, beim 
binnenländischen Laubfrosch nach oben und vorn gerichteten, ^ 

buclitigen Einsattelung des schwarzen oder grauen, weiss ein- 
gefassten Seitenstreifens jederseits in der Hüftgegend. 

Die Färbung der Körperseiten ist bei der syrischen Form 
in folgender Weise leicht verschieden von der als typisch für var. 
meridionalis anzusehenden citirten Zeichnung in dem grossen 
Werket über die ägyptischen Amphibien. Der dunkle Seitenstreif, 
der bei der ägyptischen Foitn vom Nasenloch an über das Auge 
und weiter bis zur Insertion der Hiutergliedmaassen fast gerad- 
linig Ober- und Unterseite von einander scheiden soll, bei der 
cauarischen Form aber schon nahe der Insertion der Vorderglied- 
maassen verschwindet, lässt sich bei der vorliegenden syrischen 
Form bis etwa in die Mitte der Rumpfseiten verfolgen, ist auch 
nach oben mehrmals gebuchtet und winkelig hin und her gezogen 
und löst sich nach unten in kleinere grauliche Marmorzeichnungeu 
auf. Weiter hinten geht Rücken- und Bauchfärbung allmälig 
in einander über. Etwas höher als der Seitenstreif, in einer 
Linie, die vom Trommelfell nach der Afteröffnung hinzielt, stehen 
ausserdem in regelmässigen Zwischenräumen etwa 5 kleine schwarze 
Flecken in einer Längsreihe. Endlich lassen sich noch zwischen 
Mundwinkel und Insertion der Vordergliedmaassen 2 schwarzgraue, 
hinter einander gestellte Längsflecke beobachten. 

Abweichungen im äusseren Bau konnte ich bei dem syrischen 
Stücke im Vergleich zu unserer europäischen und der cauarischen 
Form nicht nachweisen. 



— 84 — 

Dimensionen: 

Total länge 46 mm. 

Maulbreite 15 » 

Oberschenkel, vom After gemessen . . 22 » 

Länge des Unterschenkels im Fleisch . 22,5 » 

Fusslänge (mit den Zehen) 32 » 

Vorkommen: Diese der Hüftschlinge entbehrende Varietät 
des Laubfroschs war mir bis jetzt nur aus Süd-Frankreich, den 
canarischen Inseln und Nord-Afrika bekannt gewesen, wo er sicher 
in Aegypten und wahrscheinlich auch in Marocco als aussch hess- 
liche Form vorkommt. Ihr Auftreten in Syrien ist immerhin 
beachtenswerth. Die von A. Günther (Catalogue of Batrachia 
sah, London 1858, S. 108) aus Kleinasien und den Euphrat- 
gegenden erwähnte Form unseres gemeinen Laubfroschs dürfte 
ebenfalls der var. meridionalis nahe stehen oder vielleicht gar 
mit ihr identisch sein. 



Diagnosen zweier neuer Anipliibien 
ans Madagascar. 

VOD 

Dr. pliil. 0. Böttger. 

PfiijHodactylns (Fhyllodadylus) Stutn/fi n. sp. 

l)i//ifi üDutcs luiguicidati, (jracilcs, rccti, suhtns seric siiigula 
lamdlurum transversarum stibgranulafarum wstructi ; disci scansorn 
trapezoidalcs^ sidco longitudwali hiparüti^ plani. Fholidosis notaei 
hefrroffoiea. 

PupiUa vcrticalis; ro>i1rale convexo-trapezoidale, supernc latius; 
supralahialia 12; mentale trianguläre; infralahialia 12. Suhmentalia 
anteriora 2 longo producta, ad latera singulis posticcqiic uvo scidello 
sexungulari majore sccida. Orhitae distinctae sulco eircumscriptae^ 
occipiit cute adstrictiim, paraUelepipedum formans. Dorsum seriebus 
longitudinalibns fuhercidorum triangulär nim regidaribus 6 j}lurihusque 
i)idisfinrfis dorso-lateraVdms ornatmu ; latera menibraque tuberculis 
sid'carinatiü, ventrr squamis laevibus, safis tnagnis, rotiindato-sex- 
angularibus instructus. Caudaut videtur subverticillata, supra seriebus 
6 spinularum arniata. 

Supnt nigro-grisetis., subtus sordide albus, capite subfusco- 
griseo, sidnDilcolori, dorso linea longitudinali pallida cum maeidis 
t ransversis dorsal ilms 4, parallelogramma formantibus, palUdioribus, 
nigro-marginatis connexa. 

Caput 23, truncus usquc ad cloacam 44,5, cauda (regcnerata) 
25; long, total. 92,5 mm. 

Hab. Tnsida Nossi-Be, spcc. unicum a dar. Anton Stunipff 
lectum. 



— 86 — 

Polypedates dispar n. sp. 

Dentes palatales duos acervos formantes trianguläres^ intcr sc 
et a choanis sputio lato separati, mar(jimhus posticis hurüontalibiis 
nee postice convergentihus fustigia choanariwi postica distincte 
supcrantibus. Aperturae cJioanarum tubarumque aequa fere magiii- 
tudine. Canthi rostrahs obtiisiuscidi scd distincti, antice angido 
ac'iUo juncti. Aperturae nasales siih ipso cantJio, satis prominentes, 
apicc rostri magis approximatae quam ocidis. Regio frenalis satis 
alta, suhexcavata. Tympanum distinctum, magnittidine dimidiam 
orhitam aequans. Plica cutanea ab angido postico ocidi super 
tympanum ad regionem humeralem decurrcns. Ctdis cranio non 
ad/iaerenSy tergo marium media parte densiter verructdosa, feminarum 
lacvissima, ahdomine iidernaque femorum parte modice gramdatis. 
Disci scansorii mediocres, digiti primi niinimi, tertii quartique 
subaequales, tympano valde minores. Membrum posterius antice 
projectum calce vix aperturam nasalem attingens. Cutis natatoria 
perfecta; planta pedis distincte verrucidosa. 

Supra aut albido-cincreus vel unicolor ( 9 ) vcl membris maculis 
obscurioribus in transversiim ornatis (cf et 9) ci'^d olivaceo-griseus 
(9) Macula obscura inter orbitas trapczoidali signatus et dorso 
indisfinctc punctatus marmoratiisque , ad latera scmper strigis 
pallidis binis magis minusve distinctis exstructns. Cluiies nigre- 
scentes, alhidopunctatae; regio analis triangidum albescens formans. 
Partes abdoniinis et femorum granidatae fuscae. Secundum canthum 
rostralem plicamque cidaneam regionis humeralis linea nigrescens. 

Caput maris 14, feminae 17—18 long., long, total, mar. 
40—40,5, fem. 48 — 51, nienihr. anter. maris 25 — 25,5, fem. 
28-31, mcmbr. poster. maris 63—65, fem. 74—78,5 mm. 

Hab. Iiisula Nossi-Be, specim. 5 a dar. Auton Stmnp)ff lecta. 



— 87 



l)i;ii;noses Coleopleroriiiii aliquot iiovoruin in 
Japonia a Dom. Prof. J. J. Hein, Doct. pliil., 

€ollcctoruni, 

auctore 

Dr. L de Heyden. 

1. Hopfia Iteitiil llcyden. Rufo-picea^ dcnse Jlavociridi 
squamosu, sijmimidis rofiiiidcUis, opucis; sciifcUo, thoracis latcrihus 
squüintdis ddutioribus; corpore subtiis^ ahdonüne, pygidio densissime 
squanmlis urycnteo-viridlhua lucidis tecto. Fedihus riißs, tursis 
unticis, Dicdiis ru/b-piccis, posticis nig?-o-piccis ; femoribus dcnsius, 
tlhüs parce squanmlis oblonyis vi ridiar genteis iectis. Tihiis anticis 
hidcntatis. Antennis mßs, clcwo rufo-hrimneo, 9. articidatis, articido 
primo squanmlis duabus oblongis vestito. ScideUo longo, trianguloso, 
posücc acuto, apice ipso rotundato. Long, corp 6 — 7 millim. 

H. parvulae Krynicldi (j)oUinosae Er.) Bussiae meridionalis 
valde afßnis, sed elytris brevioribtis, subtus lucida, thoracis angulis 
posticis rectis subeJcvatis, scutcllo longiore dlstincta. Exemplaria 
quatnor in insula Kiushiu Japoniae Dom. Prof. Dr. Rein, in 
cujus honorem hanc speciem nonwiavi, reperit. 

2. l^Oilnhvus Reiiiii Heyden. Capite nigra, nitido, antice 
ßavo-riifo, labro fusco; thorace flavo-rufo. tertia pars mediana 
brunnea, linea media fortiter sed anguste incisa, lateribus ante 
angidos jjosficos sinuatis ; scidello nigra ; elytris ßavo-2}allidis, singulo 
jjlaga mediana longitudinali brumtea. Corpore subtus, aidennis 
pcdibusquc nigro-briüineis; caxis, femoruni basi, abdoniitiis niarginibiis 
jjosticis, a]itc)niaruni articulis primo secundo ßava-rußs, apice intus 
brunnea nuiculata, tertia quarto basi ßava-rußs. Corjmre taio subtus 
elytrisque ßavo-griseis, sat dense p)ubescentibus. Unguicidis omniLus 
basi forte triangulariter dentatis. Lang. 10 millim. 



In provincia Mino Japoniae a Dom. Prof. Hein, cui de- 
dicatus, seniel captus. 

3. J*i/7'ochroaJaponica Heyden. Femina. Bepressa., ohscure 
rufo-coccinea , antennis pedihusque nigris; ore, thoracis lateribus 
nigris; fronte nigro, inter oculos for fiter transverse clevato, antice 
laxe excavato. Thorace minore, parmn latiore quam longiore, la- 
teribus post medium angiüatis, ante medium transverse late impresso., 
linea media canaliculata in foveam antesctäellarem cffundente. Elytris 
plus quadruplo thorace longioribus, ante medium dilatatis, transverse 
densissime rugosis, in tdroque lincae duae e rugis obliquis plumi- 
formibus latioribus. Falporum artioulis primo minuto rufo., scmndo 
quarto aequalibus., tcrtio breviore et avgustiore, quarto lateribus 
parallelis, basi apiceque acuminatis. Antennae partim desunt; 
articulis 1 et 3 — 6 longitudine aequalibus., primo basi attenuato, 
3 — 6 sensim fortiter ramosis, fortius (jam in tertio) quam in P. xjec- 
tinicorni nostratu, cui affmis sed major. Long. 11 millim. {capmt 
et thorax ^^ elytra 9 millim.) 

Propje ah urbe Kioto Japoniae semel capta. 

4. ßiiiis lleiiiii Roelofs (Compte rendu Soc eutom. de 
Belgique, seance 5 avril 1870). Oblongo-ovalis, nigra, parum nitida, 
nigrosubsquamosa. Elytrormn interstitiis squanmlis luicis linea 
omatis, vittaque abbreviata basali et plag a idtra-medium concoloribus. 
Ex affinitate B. dispiloti Solsky. Copiose Iccfa in foliis Benthamiae 
japonicae Sieb, et Zucc. (Cornus Kousa Buerger) in aditu Aburasahi 
(800 mcter altitud.) inter provincias Mino et Echizen Japoniae. 
Ab auctore exemplariis Beinianis, a nie arbitrio suo permissis, 
descripta. 

5. Toxotiis nibiiitus Gebier var. Hei tili Heyden. 
Niger, flavo-griseo subpidjescens, antennis totis pedihtmpue, femorum 
posticorum apice excepto, obscure luteis; vertice non eanaliculato 
(in typo obsolete eanaliculato), thorace in lateribus nodo rotundato 
(in typo dente valde obtuso). Abdomine toto rufo {in typo toto vel 
apice tantum rufo). Long. 11 millim. (elytr. long. 8 millim.) Prope 
ab urbe Osaka Japoniae semel capitis. Species typica in deserto 
ad flumen Ajagus (deserta Kirghisorum) occurrit. 



89 — 



lieber phäiioloiJjiscUe lieobachliiiigeii. 

Vortrag, gehalten in der wissenschaftlichen Sitzung der Senckeubergischen 
naturlbrscheuden Gescllachatt am 15. Februar 1871) 



Dr. Julius Ziegler. 

lu jedem Jahre hören Sie, wie, des Winters überdrüssig, der 
Eiue dem Andern freudig erzählt: »Der Hasel nussstrauch blüht, 
das Schneeglöckchen, der Pfirsich, die Kirsche blüht, der Storch 
ist angekommen, die Schwalben sind da« ; fügt wohl auch bedeu- 
tungsvoll hinzu »schon« oder wohl auch »erst«. Einerseits be- 
weist damit Jeder, welch' hohes Interesse diese Fragen in An- 
spruch nehmen. Andererseits zeigt der Widerstreit der Meinungen, 
die oft geradezu entgegengesetzte Behauptung, dass man von ganz 
verschiedenen , häufig nur gauz unbestimmten Voraussetzungen 
ausgeht und so zu keinem Ergebniss gelangt. Wir werden später 
sehen, wie hierzu bei Nichtbefolgung einer bestimmten Methode 
fortwährend Gelegenheit geboten ist. 

Lassen Sie uns zunächst näher ins Auge fassen, was der 
Betrachtung zu Grunde liegt! 

In denjenigen Landstrecken der Erde, in welchen eine Winter- 
ruhe eintritt, das heisst eine Periode, in welcher den Witterungs- 
verhältuissen und zwar wesentlich der geringeren Temperatur 
entsprechend, mehr oder weniger eiue Unterbrechung oder doch 
eine Verlangsamung der Vegetatiousthätigkeit stattfindet, zeigen 
die meisten Pflanzen eine höchst auffallende Kegebnässigkeit in 
der zeitlichen Anordnung der einzelnen Phänomene, der einzel- 
nen Stadien ihrer Entwicklung, wie Belaubung, Blüthe, Frucht- 
reife u. s. w. Es sind also au eine jährliche Periode gebundene Er- 
scheinungen, welche wir zum Gegenstaude der Beobachtung machen 



— 90 — 

und dem entsprechend wir diese kurz als »phänologisclie« Beob- 
achtungen bezeichnen, — besser aber wohl als »phänomeno- 
logische« bezeichnen sollten. 

Hierher rechnen wir nun auch einige Erscheinungen aus dem 
Thierreiche, welche von denselben örtlichen Einflüssen abhängig 
sind, wie solche bei den Pflanzen; vornehmlich noch das regel- 
mässige Kommen und Gehen der wandernden Thiere, besonders 
der Zugvögel, welches gleichfalls mit der Periodicität der meteo- 
rischen Vorgänge in innigem Zusammenhange steht. Wie schon 
angedeutet, ist die Wärme das Hauptbedingniss sämmtlicher be- 
rührten Verhältnisse, wie sie es auch für das jeweilige geogra- 
phische Vorkommen ist; aber sie allein reicht, zumal so, wie sie 
unsere gewöhnlichen Temperatur-Beobachtungen ergeben, nicht 
aus zur Erklärung. Hier spielen die Lage nach Höhe (Elevation), 
Aequator- und Polabstand (bezüglich der Länge der Tage), Meeres- 
nähe, Meeresströmungen, Niederschläge und deren zeitliche Ver- 
theilung (Regenzeiten), Winde, Reflex von Wasserspiegeln, Expo- 
sition, Bodenverhältnisse und vieles Andere mit, — kurzum das 
Klima eines Ortes. 

Das Klima meteorologisch so zu zergHedern, um einfache 
Rückschlüsse auf die phäuologischen Verhältnisse eines Ortes 
machen zu können, ist nun, wie wir noch sehen werden, nicht so 
leicht; geradeso wie es dem Landwirthe und dem Arzte immer- 
hin schwer fällt, meteorologisches Beobachtungsmaterial seinen 
Zwecken wirklich und vollständig dienlich zu machen. Umgekehrt 
von den phäuologischen Verhältnissen auf die klimatischen zu 
schliessen, wird hingegen in den meisten Fällen keine grossen 
Schwierigkeiten haben und leicht seine Nutzanwendung auf die 
Gesundheitspflege und die Pflanzenzucht finden können. Stellen 
wir also phänologische Beobachtungen an zum Nutzen der ar- 
beitsthätigeu, wie der leidenden Menschheit! 

Was sollen wir aber beobachten und wie sollen wir beob- 
achten? — 

Obgleich Linne schon deutlich den Weg gezeigt hatte, 
war man sich anfänglich darüber noch nicht recht klar und die 
ersten Beobachter haben wohl ohne entsprechenden Nutzen ihr 
grosses Beobachtungsmaterial beschaft't. Aus diesem ist übrigens 
hervorgegangen, dass das Zweckdienlichste eine Beschränkung auf 
möglichst wenige ausgewählte Beobachtungsgegenstände sei. So 



— 91 — 

schrumpfte die Zahl der Beobachtuugs-Pflauzeu uud -Thierc 
alliuäli^ mehr und mehr zusammen. 

Vou Pflanzeu wurdeu solche festgehalten, welche eine 
grosse Verbreitung haben, das heisst, so zu sagen in allen Theileu, 
wenigstens der gemässigten Zonen in gr;)s.serer Anzahl uud iu 
gedeihlichem Zustande anzAitreÖ'eu sind, wie viele der angebauten 
Nutz- uud Ziergewächse, Pflanzeu, deren Vegetatiousstufen (oder 
-Phasen) ferner leicht fasslich, vou der Saatzeit unabhängig, keinen 
individuellen Schwankungen unterworfen und zeitlich gut vur- 
theilt sind. 

Als, im Allgemeinen, nicht sonderlich günstige Vegetatious- 
stufen möchten anzusehen sein : die erste Vegetationsbewegung, 
das Knospeuschieben, das erste Laub, das Sichtbarwerden der 
ßlattoberfläche, die allgemeine Belaubung, die allgemeine Laub- 
verfärbung und der Laubfall, Sie alle sind mit Schärfe nur 
selten zu bestimmen und jedem Beobachter ist die Möglichkeit 
einer Auschauuugsverschiedenheit unbenommen. 

Ganz anders verhält es sich bei der ersten Blüthe und der 
Vollblüthe, sowie — wenn auch mit Ausnahmen — der ersten 
Fruchtreife und der allgemeinen Fruchtreife, welche über- 
dies auch ein weit grösseres practisches Interesse in Anspruch 
nehmen. Doch ist auch hier Mancherlei zu berücksichtigen. Vor 
Allem ist jederzeit festzuhalten, dass man normale Erscheinungen 
beobachten will, nicht abnorme, — wie sie Zeitungen mit Vor- 
liebe zu bringen pflegen. 

Am Spalier gezogene Pfirsiche, Aprikosen, Birnen uud Trauben 
können nicht maassgebeud sein; sie nähern sich gleichsam den 
Treibhauspflanzen. Aehnlich verhalten sich in engen Höfen be- 
findliche Exemplare, welche unter der Einwirkung reflectireuder 
und erwärmter Mauern stehen. Leider laufen an Solchen ge- 
machte Beobachtungen, besonders bezüglich der ersten Blüthe, all- 
zuleicht mit unter und trüben das Ergebniss empfindlich. 

Doch wird derjenige Beobachter, welcher einigermaasseu Lust 
und Liebe für die Sache hat, nach kurzer Uebung leicht inne- 
werden, wo im nächsten Umkreise seines Wohnortes diejenigen 
Exemplare zu finden sind, welche als normale angesehen werden 
können, um so mehr, wenn es sich, wie schon gesagt, nur um 
wenige Arten, Holz- oder doch mehrjährige Pflanzen, wie Apfel, 
Aprikose, Birne, gelber Hartriegel, Haselnuss, gew. Hollunder, 



— 92 — 

rothe Johannisbeere, weisse Lilie, kleinblättrige Linde, Pfirsieb, 
Rosskastanie, Schlehe, Süsskirsche, gew. Syringe, Tronipetenbaum 
und Weinrebe handelt, welche vorzüglich als geeignete hervor- 
zuheben sind. 

Die grösste Aufmerksamkeit erfordert offenbar die Beobach- 
tung der ersten Blüthe, das heisst der ersten geöffneten Blüthe, 
beziehungsweise des ersten Stäubens der Kölbchen (Autheren). 
Ein tägliches sorgfältiges Absuchen ist zur betreffenden Zeit durch- 
aus nothwendig ; entgeht die erste Blüthe dem Blick, so kann 
eintretende ungünstige Witterung den Beobachtungstermin um 
eine Woche und mehr hinausschieben. 

Scheinbar schwieriger, aber bei einiger Uebuug leicht auf 
etwa zwei Tage genau zu bestimmen ist der Tag der Voll- 
blüthe, das heisst des Termins, an welchem bei der Mehrzahl der 
vorhandenen Exemplare über die Hälfte der ßlüthen geöffnet ist. 
Fiel in die Blüthezeit ein Nachtfrost, wovon wir in unseren 
Klimaten ja fast niemals ganz, am wenigsten bei frühzeitiger 
Entwicklung verschont werden, so ist davon Notiz zu nehmen, 
insofern er entweder die Blüthe vernichtet oder die Pflanze, wie 
man treffend zu sagen pflegt, »gedrückt« hat, in Folge dessen 
mehr oder weniger eine abnorme Verzögerung der Blüthenent- 
faltung, ein »Rückschlag« eintritt. — Diese und andere Störungen 
in dem Entwicklungsgang veranlassen zuweilen ein abermaliges, 
ein zwei und dreimaliges Blühen und selbst Fruchtreifen in ein und 
demselben Jahr; doch ist, von einem Rückgang der Belaubung 
begleitete aussergewöhnlich warme, beziehungsweise trockene 
Witterung die gewöhnlichere Ursache der gleichen, beim Laubholz 
weit häufigeren Erscheinung, des sogenannten »Johannistriebs« ; in 
der Regel jedoch ohne dem normalen Eintritt der Phase im folgen- 
den Jahre merklich Abbruch zu thun. — 

Die erste Frucht reife, beziehungsweise deren Eintritt ist 
unter anderen bei der Johannisbeere, welche glasartig durch- 
scheinend, bei der Süsskirsche, welche auch auf der Schattenseite 
roth, beim Holluuder, dessen Beere vollständig schwarz werden 
muss, und bei der Rosskastanie, deren grüne Fruchtkapsel zer- 
springt, leicht und sicher zu bestimmen. Weniger geeignet ist 
dagegen die Beobachtung der Fruchtreife der Stachelbeere, des 
Pfirsichs, der Weintraube, des Apfels und der Birne, da hier die 
Spielarten durch ungleiche Zeitigung zu sehr ins Gewicht fallen. 



— 93 — 

Vou unbestreitl)arem luteresso ist die Reifezeit der allverI)reitetou 
Halmfrüchte, besonders im Verhältuiss zu derjenigen ihrer Blüthe; 
doch ist dies wieder mehr eine Frage für sich, indem bei ihnen 
Saatzeit und Culturart sehr entscheidend mitsprechen. 

Unter allgemeiner Fruchtreife wird der Zeitpunkt ver- 
standen, an welchem bei der Mehrzahl der vorhandenen Exem- 
plare über die Hälfte der Früchte vollkommen reif ist. 

Eine grosse Erleichterung für den Beobachter ist es, wenn 
er an bestimmte Exemplare, etwa im eigenen Garten, anknüpfend, 
sich stets vou den ausserhalb im Allgemeinen stattfindenden Vor- 
gängen annähernd eine Vorstellung machen kann. Er wird da- 
durch und mit Berücksichtigung der Witterung Verhältnisse sich 
viele unuöthigt' Gänge ersparen können. 

Auf die Beobachtungen bei Thieren übergehend, bemerke 
ich sogleich, dass mir dieser Theil der Phänologie zu ferne liegt, 
um ihn hier eingehend besprechen zu können ; ül)rigens glaube 
ich nur auf die, den Meisten von Ihnen wohlbekannten Vorträge 
und Schriften des Herrn Dr. Noll *) und Palmen's**) ver- 
weisen zu dürfen. Doch sei hervorgehoben, dass sowohl die hier- 
her gehörenden Phänomene auf weit verwickeiteren Vorgängen 
beruhen, als auch, dass die Anstellung der Beobachtungen eine 
weit schwierigere und mühevollere ist. Wo wir die Gewächse 
aufzusuchen haben, wissen wir ganz genau, bei den Thieren aber 
sind wir auf ein gutes Stück Zufall angewiesen und die Beweg- 
lichkeit erschwert obendrein sehr das Erkennen. Die auf den 
nachher herumzugebenden Tabellen verzeichneten Thiere sind zum 
Theil eben mit Rücksicht hierauf gewählt; es sind vornehmlich 
Vögel, Schmetterlinge und Käfer. 

Streng genommen gehörte hierher nur das Erscheinen 
derjenigen, welche ihren Winterversteck oder ihren Larvenzustand 
verlassen, wobei es oft recht schwer fällt, gleichartige Thiere der 
einen oder der anderen Herkunft zu unterscheiden. Eine viel 
weitergehende Frage bildet das Kommen und Gehen der Zug- 
vögel, da es nicht lediglich von den augenblicklichen örtlichen 
Witterungsverhältnissen bedungen ist, oder doch wenigstens nicht 



*) Noll, F. C. lieber den sogenannten Instinkt. Zeitschrift: Der Zoo- 
logische Garten. Jahrg. XVII. 187G. No. 2 bis 10. 

**) Palmen, J. A. lieber die Zugstrassen der Vögel. Leipzig. W. Engcl- 
mann. 187G. 



— 94 — 

seiu muss. Welchen Weg die Zugvögel uebmeu, wie lange Zeit 
sie zum Weiterkommen bedürfen, was sie örtlich und zeitlich zum 
Kommen und Gehen bestimmt, das sind hochwichtige Fragen, die 
meist noch ungenügend beantwortet sind. Zur Lösung aller dieser 
Fragen gibt es eben nur Eines : Vieljähriges, ununterbrochenes 
und wahrheitsgetreues Aufzeichnen der geeignetsten Beobachtuugs- 
erscheiuungen an geeigneten Stellen. 

Zur Förderung der phänologischen Statistik, wie der Thier- 
und Pflanzengeographie müssen wir ein, über alle Theile der Erde 
gezogenes Beobachtungsnetz wünschen, ähnlich dem, welches die 
reine Meteorologie theils besitzt, theils herzustellen im Begriff ist, 
innerhalb welches nach ganz bestimmten und übereinsiimmendeu 
Methoden beobachtet wird. 

Die Zahl der vorhandenen Beobachtungsstationen, fast 
ausschliesslich auf Mittel-Europa und die Vereinigten Staaten Nord- 
Anierika's beschränkt, ist leider noch eine verhältnissmässig kleine. 
Sie schmilzt überdies auf eine äusserst kleine zusammen, wenn 
man diejenigen ausser Rechnung lässt, welche, wie die meisten 
Amerikanischen, nur zwei oder doch nur wenige Jahre thätig waren. 

In erster Reihe stehen ohne Zweifel die est er reich isch- 
Ungarischen Beobachtungen, veranlasst und geleitet von Carl 
Fritsch, Vicedirector der k. k. Centralanstalt für Meteorologie 
und Erdmagnetismus in Wien, jetzt in Salzburg wohnend. Ich 
lege Ihnen hier die Uebersicht der phänologischen Beobachtungen 
im Jahre 1876 aus dem letzten Jahrbuch der k. k. Central- 
anstalt vor. 

Unter den auswärtigen Stationen finden Sie auch Frankfurt a. M., 
von wo ich 1871 pflanzenphänologische Beobachtungen einzu- 
senden begann. Seit 1874 erhält die Wiener Anstalt nun auch 
noch thierphänologische Mittheilungen von hier; doch liegen bis 
jetzt nur diejenigen von 1875 im Druck vor. Dieselben wurden 
1874 imd 1875 von Herrn Carl Dietze, 1877 und 1878 von 
Herrn Inspector J. G. G. Mühlig und mir geliefert. Ausser 
vielen zerstreuten, sind thierphänologische Beobachtungen von 
Frankfurt, meines Wissens, nur noch bezüglich der Ankunft des 
Storches vorhanden, wovon diejenigen über das Nest auf dem 
Both'schen Hause an der grossen Eschenheimer Strasse bereits 
16 Jahre hinter einander umfassen. 

Hier haben Sie ferner eine der vorigen entsprechende 



— 95 — 

Tabello,*) welche die aus den jiUirliclien lieül)aclituiig"en der einzelnen 
Stationen Oesterreich-Ungarns berechneten mittleren Veo'etations- 
zeiteu enthält, zugleich mit Angabe der Beobachtuugsjahre, der 
Seehöhe, der geographischen Länge und Breite des Ortes. Endlich 
enthält dieses Heft **) die auf Wien reducirteu Zeiten der ersten 
Blütlu^ für eine sehr grosse Anzahl der verschiedensten Gewächse. 

Besondere Beachtung verdienen nächst den eben besprochenen, 
sowie neben denen von Quetelet, Göppert, Colin und Anderen, 
allein schon wegen der Nachbarschaft, die in Giessen von Her- 
mann Hoffniauu durch eine lange Reihe von Jahren und mit 
grosser Sorgfalt angestellten Beobachtungen, deren erste noch in 
das Jahr 1835 fallen. Dieselben finden sich zum Theil in der 
Botanischen Zeitung**'^) und in den Berichten der Oberhessischen 
Gesellschaft für Natur- und Heilkunde niedergelegt. Der vor- 
liegende fünfzehnte Band enthält die Ende 1875 berechneten 
mittleren Vegetatiouszeiteu, sowie eine Uebersicht der thierphäno- 
logischen Beobachtungsresultate. 

Von anderen Orten nnserer Gegend liegen, so weit meine 
Keuutuiss reicht , noch Beobachtungen vor von : Otlenbach, 
Messel und Rossdorf bei Darmstadt, Rehbach im Odenwald, Bir- 
Icenau bei Weinhein: an der Bergstrasse, — in Weinheim selbst hat 
Herr Oberlehrer Dr. Finger schon im Jahre 1834 beobachtet, — 
ferner von Heidelberg, Bruchsal, Heilbroun, AschaJäfenburg, Rara- 
holz bei Schlüclitern, Büdingen, Cassel, Marburg, Braunfels hei 
Wetzlar, Cronberg am Taunus, Römei-hof bei Frankfurt, Winkel am 
Rhein, Trier, sowie Pfeddersheim und Monsheim in Rheinhessen. 
Von diesen Stationen ist die Mehrzahl gleichfalls wieder einge- 
gangen und das erbrachte Material meistens nicht ganz genügend. 
Eine neue Beobachtuugsstation wird für Kaichen beabsichtigt. 

Was schliesslich die Frankfurter Beobachtungen betrifft, 
so sind vereinzelte sehr alte Aufzeichnungen vorhanden, wie die 
aus dem Jahre 1826; doch sie mehr planmässig zu betreiben 

*) Fritsch, Carl. Mehrjährige Mittel der pliänologischen Beobach- 
tungea aus dem Pflanzenreicbe. Jahrbücher der k. k. Centralanstalt für 
Meteorologie. Neue Folge Bd. VII. Jahrg. 1870. ' 

**) Fritsch, Carl. Normaler Blüthoukalender von Oostcrreich-Ungarn. 
Denkschriften der matheniatisch-naturwissonschaftlichcn Classc der kaiser- 
lichen Academie der Wissenschaften in Wien. Bd. XXXIII. 1873. S. !)9b. 140. 
***) Hoffmann, Hermann. Zur Kenntnias der Vegetations-Normalen. 
Botanische Zeitung 1801. No. 20 u. 27. 



— 96 — 

unternahm erst mein Bruder, Wilhelm Ziegler, dann Herr 
C o n s t a n t i n F e 1 1 n e r und Herr Stadtgärtner A. Web e r. Von 
18G7 an habe ich meinerseits regelmässige Aufzeichnungen be- 
iionnen und — leider fast allein — bis heute weitergeführt. 

Die ersten vier Jahre 1867 — 70 sind in den Berichten der 
Oberhessischen Gesellschaft abgedruckt. 

Seit 1871 hat es der Physikalische Verein, beziehungsweise 
das meteorologische Comite desselben übernommen, den Gegenstand 
in den Bereich seiner Thätigkeit zu ziehen. Von dieser Zeit an 
enthält der Jahresbericht des genannten Vereins eine kleine üeber- 
sicht der hauptsächlichsten Beobachtungsresnltate des betreffenden 
Jahres nebst den beigesetzten Mitteln. Während sich die neueren 
auf die erste Blüthe und die Vollblüthe beschränken, umfasste die 
Tabelle von 1871 ausserdem noch die erste Laubentfaltung, die 
allgemeine Belaubung, die erste und allgemeine Fruchtreife, die 
feaubverfärbung und den Laubfall. Dem begleitenden Texte war 
eine kleine Tafel beigefügt, welche versuchsweise eine graphische 
Darstellung zur Vergleichung der mittleren phänologischen Ver- 
hältnisse verschiedener Orte, hier Wien, Giessen und Frankfurt, 
enthielt. Die etwas auffallenden Unterschiede waren zum Theil 
veranlasst durch die Aufnahme von älteren Beobachtungen einzelner 
Jahre, aus welchen keine Angaben für die übrigen Pflanzen vor- 
lagen, wodurch die Möglichkeit gegeben war, dass für die eine 
Pflanze und Phase vorwiegend frühzeitiges, für die andere 
verspätetes Erscheinen in Rechnung kam und die Zeitfolge der 
Erscheinungen eine falsche ward. Das uuverhältnissmässig spätere 
Blühen des Pfirsichs in Wien rührte, wie ich erst 1874 dort selbst 
in Erfahrung brachte, speciell daher, dass dort, was einzig richtig 
ist, keine Spalierexemplare zur Beobachtung dienen, wie bis dahin 
in Frankfurt und Giessen, wo es fast nur solche gibt. Der Unter- 
schied zwischen den beiden Beobachtnngsweisen beträgt nicht 
weniger als zwei Wochen. 

Diese und manche anderen schon angedeuteten Fehler habe 
ich weiterhin vermieden und so kann ich Ihnen heute die Er- 
gebnisse von, der Mehrzahl nach zwölfjährigen ununterbrochenen 
Beobachtungen vorlegen. Die erhaltenen mittleren Zeiten werden, 
wie ich überzeugt bin, schwerlich viel von den wahren Mitteln 
abweichen ; genügte doch meist schon die Hälfte der Zeit, um 
nahezu dasselbe Resultat zu gewinnen. Von Schaltjahren, die ja 



— 97 — 

ciuen nicht zn beseitigenden Fehler mit sich bringen, kommt je 
eines auf drei andere Beobachtuno-sjalire , so dass derselbe mög- 
lichst gering erscheint. 

Die von mir seiner Zeit dem Jahresberichte des Physikalischen 
Vereins versuchsweise beigegebene graphische Darstellung, (welche 
ich Ihnen vorhin herumgegeben habe), hat mich von der Zweck- 
mässigkeit einer solchen überzeugt und in mir den Wunsch rege 
gemacht, eine qualitativ vollkommenere und einen grösseren Zeit- 
raum des Jahres umfassende herzustellen. So ist denn die in 
autographischeni Abdruck bereits in Ihren Händen befindliche 
Tafel der mi tt 1 eren V eg et atio nszeiten in Frankfurt a. M. 
entstanden. Um, durch das ganze Jahr zeitlich möglichst gleich- 
massig, etwa auf jede Woche, vertheilte Anhaltspunkte zu haben, 
musste ich mehrmals zu Objecten greifen, von welchen nur wenige 
Beobachtungsjahre vorlagen, und selbst zu solchen, die an und 
für sich nicht sonderlich geeignet genannt werden konnten, 
während manches Bewährte wegbleiben musste , wenn nicht 
eine stellenweise Ueberfüllung stattfinden sollte, zum Beispiel 
im Frühling. Um übrigens der Wahrheit näher zu kommen, 
berechnete ich im Falle nur weniger Beobachtungsjahre allemal 
noch Verhältnisszahlen. Diese sind, im Zweifel, der Reihenfolge 
zu Grunde gelegt. Sie finden dann immer zwei Kreischen für 
eine und dieselbe Pflanze und Vegetationsstufe eingetragen ; das 
eine, welches das gefundene Beobachtuugsmittel bezeichnet, ist 
mit ausgezogenen Linien verbunden, das andere, welches das, als 
wahrscheinlich, berechnete Mittel bezeichnet, mit punctirtenLinien. 

Tragen wir neben diese Curve die betreffenden Beobachtungen 
eines Jahres ein, wie es in einem der aufgehangenen Blätter in 
rother Farbe für das nicht besonders abnorme vorige Jahr (1878) 
geschehen ist, so erhalten wir ein vollkommen klares Bild über 
den Verlauf der Vegetationsentwickelung in demselben. Sie sehen 
unmittelbar, um wieviel Tage dieselbe zu einer Zeit voraus oder 
zurück war. Wollen Sie beispielsweise die Verzögerung in Folge 
des kühleren Wetters in der zweiten Hälfte des März und ersten 
des April und wiederum im Juni beachten! Auf das sonderbare 
Verhalten der Weinrebe und des Trompetenbanms kommen wir 
noch zurück. Für dieses Jahr (1879) können wir vorerst nur die 
Haselnuss verzeichnen, welche erst am 11. Februar zu blühen, 
das heisst zu stäuben begann, also gegen das Mittel 9 Tage zu- 

7 



— 98 ~ 

rück blieb. Die Grreuzen, bis zu welchen die einzelnen Vegetations- 
zeiten während des Zeitraums von Anfang 1867 bis Ende 1878 
schwankten, finden Sie in der anderen angehefteten Tafel durch 
einen rothen Streifen angedeutet; die Möglichkeit grösserer Ab- 
weichungen ist natürlich nicht ausgeschlossen. 

Eine derartige Curve oder Tabelle*) mittlerer Vegetations- 
zeiten eines Ortes kann, unter gewissen Voraussetzungen, in den 
meisten Fällen leicht für einen grösseren Umkreis Verwendung 
finden ; die gewählten Pflanzen und Vegetationsstufen überdies 
noch in einem grossen Theil der cultivirten Erdstriche. Wo nicht, 
würden an Stelle der ausfallenden, andere, für das Beobachtuugs- 
gebiet geeignete, dem Verbreitungsbezirk oder Wohngebiet ent- 
sprechend, einzuschalten sein und so, übergreifend, weiter. Handelt 
es sich darum Vergleiche zwischen verschiedenen Orten zu ziehen, 
so ist unsere Tafel wiederum dienlich, für den einzelnen Fall, wie 
im Allgemeinen. Angenommen ist jedoch dabei, dass an jedem der- 
selben in gleichem Sinne beobachtet wird. Da dieses zwischen 
Frankfurt und Giessen im Wesentlichen der Fall ist, habe ich die 
entsprechenden Giessener Beobachtungsmittel als Beispiel mit ein- 
getragen; sie sind durch ein liegendes Kreuzchen gekennzeichnet. 
Die noch vorhandenen kleinen Schwankungen dürften wohl zum 
grossen Theil der Ungleichzähligkeit der Beobachtungsjahre zu- 
zuschreiben sein. Bei der Aprikose, dem Pfirsich und der Wein- 
rebe sind dagegen, wie auch in der Tafel vermerkt ist, die Spalier- 
pflanzen die Ursache des starken Voreilens und bei der zahmen 
Kastanie und dem Trompetenbaum die Spärlichkeit der vorhandenen 
Exemplare Veranlassung der Verspätung in Giessen, so weit diese 
nicht besondere, in meinem nächsten Vortrag zu erörternde Gründe 
hat. Bei dieser Gelegenheit werde ich auch auf das frühere 
Blühen der Herbstzeitlose sowie das frühere Eintreten der Laub- 
verfärbung und des Laubfalls in Giessen wieder zurückkommen. 
Im Uebrigen bleibt Giessen durchgehends um 5 bis 6 Tage hinter 
Frankfurt zurück. 

In der Tafel finden Sie ferner, durch starke Punkte bezeichnet, 
die mittleren Zeiten des ersten Blühens der angegebenen Pflanzen 
von Oesterreich-Ungarn, und zwar bezogen auf Wien, Da bei 

*) Nachstehend ist auf Seite 101 und 102 eine der vorerwähnten Tafel 
entsprechende Tabelle der mittleren Vegetationszeiten in Frankfurt a. M. 
abgedruckt. 



- 99 — 

Ableitnug dieser Mittel ein aus den verschiecleusten Lagen, von 
luiterschiedliclien Beobachtern, in ungleichen und ungleichzähligen 
Jahren an unglcichvielen Pflanzenarten erbrachtes Material ver- 
wendet werden nuisste, so kam es, dass die in Wien selbst uu- 
n-iittelbar erhaltenen Mittel — sie sind hier mit einem kleinen 
schwarzen Viereck angedeutet — keine vollkommene Uebereiu- 
stiramung in ihrem (lang mit den vorgenannten zeigen. 

Streng genommen erscheint es nicht gerechtfertigt, Mittel- 
zahlen aus, über Monate vertheilten verschiedeneu Phänomenen ab- 
zuleiten. Geschieht es dennoch, so geschieht es um einen ganz 
einfachen Ausdruck zur leichten Vergleichung vieler Orte im 
(xrosseu und Allgemeinen zu haben, was am vollkommensten wohl 
durch Linien gleichzeitiger und gleichartiger Vegetationserschei- 
nungeu, ähnlich den Isothermen, zu erreichen sein würde. Tn der 
vor Ihnen hängenden, mit Rücksicht auf Hoch- und Tiefland ge- 
wählten Karte von Deutchland beziehungsweise Mitteleuropa sind in 
dem eben angedeuteten Sinn, aber auf andere Weise, die meisten Be- 
obachtungsorte des Gebietes eingetragen und zwar unter Beifügung 
der Zahl der Tage, um welche die Frühjahrsvegetation daselbst 
durchschnittlich vor derjenigen Wiens voraus oder dahinter zurück 
ist.*) Für den ersten Fall ist die carmiurothe Farbe gewählt, für den 
zweiten die gelbe, zinnoberroth sind die mit Wien übereinstimmenden 
Orte. Der Durchmesser der Farbenkreise entspricht der ungefähren 
Differenz der Tage. Die Einflüsse der Lage nach geographischer 
Breite und Seehöhe, von Binnenland und Küste treten schon deut- 
lich hervor. Aber wie viele grosse Strecken finden Sie da, wo uocli 
kein Farbenkreis, noch keine Zahl eingetragen werden konnte?! 

Zur Erreichung dieses Zieles möchte ich übrigens einen an- 
dern, bei nicht zu ungünstigen Umständen leicht zu befolgenden 
und lohnenden Weg empfehlen, den ich auch bereits betreten habe. 
Es ist eine Verallgemeinerung desselben Verfahrens, welches 
Hermann Hoff mann**) bezüglich Italiens angewendet hat, von 
wo bis dahin nur spärliche phänologische Beobachtungen bekannt 

*) Die Angaben sind zum grössten Theil entnommen aus : Fritscli, Carl. 
Vergleichung der Blüthezeit der Pflanzen von Nord-Amerika und Europa. 
Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der kaiser- 
lichen Academie der Wissenschaften. Jahrg. 1871. Bd. LXIII. Abthl. II. 
S. 179 b. 213. 

**) Hoffmann, Hermann. Zur vergleichenden Phänologie Italiens. 
Zeitschrift für Meteorologie Bd. IX. 1874. S. 305 b. 310. 



— 100 — 

wareu. Bei einer Reise, an welcher auch ich theilnahra, wurden 
im Frühjahr 1874 allenthalben, so viel wie möglich, phäuologische 
Aufzeichnungen gemacht; diese mit den in Giessen in demselben 
Jahre angestellten Beobachtungen verglichen und die Zeitunter- 
schiede, das heisst die Zahl der Tage »vor« Giessen eingetragen. 
In ähnlicher Weise hat Dr. Carl Hoffmaun*) 1877 in Italien 
und Griechenland Aufzeichnungen gemacht, die aber weniger gute 
Ergebnisse lieferten. Um auf die angegebene Art ein vorläufig 
einigermaassen genügendes Bild zu bekommen, müssen wir offenbar, 
ähnlich wie in unseren Tabellen und unserer Tafel, enge Grenzen 
ziehen, das heisst, nur wenige, durchaus geeignete Objecte be- 
nützen. Das habe ich mich zu thun bemüht, als ich im vorigen 
Sommer (1878) abermals Italien bereiste und viele der 1874 be- 
suchten Orte wieder berührte. Die vorliegende Kartenskizze gibt 
die 1874 und die 1878 eingehaltenen Wege, die Namen der Orte, 
wo entsprechende Beobachtungen gemacht werden konnten, und 
in Zahlen die Unterschiede gegen Frankfurt a. M. ; -f bedeutet 
vor, — nach ; grün unterstrichen sind die Zahlen für den Früh- 
ling (1874), roth unterstrichen die Zahlen für den Sommer (1878). 
Deutlich spricht es sich aus, wie an der milden Riviera di 
Ponente, in dem, von Nizza bis Genua gegen Norden durch eine 
gewaltige natürliche Mauer geschützten Garten, — mit seineu 
Pinien, Agaven, immergrünen Eichen, Lorbeeren, Myrten, Pistazien, 
Citronen, Orangen, seinen ausgedehnten Oliven-Hainen und statt- 
lichen Palmen, — angeweht von warmen Winden , unter dem 
freudigen Blicke der Sonne sich frühzeitig Alles belebt, während 
am Po, am Arno und dem Tiber sich 's nur laugsam regt und 
unser Auge erst ganz im Süden des Landes dem gleichen Fort- 
schritt begegnet. Wie ganz anders sieht es da im Sommer aus! 
Die geröll-, kies- und sanderfüllteu breiten Flussniederungen er- 
wärmen sich um so höher, als das Wasser spärlicher wird und 
rasch verläuft die Blüthe, reift die Frucht, während Gebirg und 
Meer mit mildernder Hand einer ruhigeren Entwicklung huldigen. — 
Doch hier gelange ich schon auf dasjenige Gebiet, welches ich heute 
zu Gunsten der Vereinfachung des Vorzubringenden bestrebt war 
möglichst zu umgehen, um es ein anderes Mal mit Ihnen zu betreten. 



*) Hoffmann, Carl. Phänologische Beobachtungen aus Italien und 
Grrieckenland. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Be- 
richt XVn. 1878. S. 15 b. 22. 



— 101 — 



Mittlere Tegetalioiiszeiten in Fraiikfuri am Main. 

Nach den Beobachtungen von Dr. Julius Ziegler während der Jahre 

18G7 bis 1878. 

Erklärung der A'dcürzAingen : Bo. s. =■ Blattoberflächc sichtbar; 
c. Bth. = erste Blüthe offen; Vbth. = Vollblüthe, über die Hälfte der 
Blüthcu offen; e. Fr. = erste Frucht reif; a. Fr. = allgemeine Fruchtreife, 
über die Hälfte der Früchte reif; a. Lbv. = allgemeine Laubverfärbung, 
über die Hälfte der Blätter verfärbt; a. Lhf. = allgemeiner Laubfall, 
über die Hälfte der Blätter abgefallen. 

Anmerkung: Wegen geringerer Anzahl vou Beobachtungsjahren oder 
aus anderen Gründen nur annähernd genaue Angaben sind in ( ) gesetzt. 



Monat 



Tag! 



Niiine der Pflanze 



Vege(a(ions- 
Stufe 



Februar 



März 



April 



Mai 



2 

(24) 

(25) 

26 

3 I 

4 I 
(24)1 

4 : 

(5) 

6 
10 
11 
13 
14 
15 
18 
21 
21 
22 
23 
23 
27 
28 

6 

10 

10 

21 

(26) 



Corylus Avellana, Haselnuss 

Cornus mas, gelber Hartriegel .... 
Helleborus fodidus, stinkende Niesswurz 
Galanthus nivalis, Schneeglöckchen . . 
Crocus luteus, gelber Safran .... 
Lmeoj^ivi verniim, Frühlingsknotenblume 
Anemone nemorosa, Windröschen . . . 
Aesculus Ilippocastanum, Rosskastanie . 
Prunus Armeniaca, Aprikose .... 

Rihes rubrum, Johannisbeere 

Prunus Avium, Süsskirsche 

Prunus spinosa, Schlehe 

Persica vulgaris, Pfirsich 

Pyrus communis, Birne 

Mibes rubrum, Johannisbeere .... 

Prunus Avium, Süsskirsche 

Persica vulgaris, Pfirsich 

l'ilia parvifolia, kleinblättrige Linde 

Vitis vinifera, Weinrebe 

Pyrus Malus, Apfel 

Pyrus communis, Birne ....... 

Syringa vulgaris, Syringe 

Aesculus Hippocastanum, Rosskastauie . 

Pyrus 3Ialus, Apfel 

Aesculus Hippocastanum, Rosskastanie . 

Syringa vulgaris, Syringe 

SambuCHS nigra, IloUuuder 

Atropa Belladonna, Tollkirsche . . . 



e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 
Bo. s. 
e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 

Vbth. 

Vbth. 

Vbth. 
Bo. s. 
Bo. s. 
e. Bth. 

Vbth. 
e. Bth. 
e. Bth. 

Vbth. 

Vbth. 

Vbth. 
e. Bth. 
e. Bth. 



— 102 



Monat 


Tag 


Name der Pflanze 


VegetaUüiis- 
Stufe 


Juni 


9 


Prunus Avium, Süsskirsche 


e. Fr. 




10 


Sambucus nigra, Hollunder .... 




■ 


Vhth. 




14 


Vitis vinifera, Weinrebe 




. 


e. Bth. 




19 


Ribes ruhrum, Johannisbeere . . . 






e. Fr. 




20 


Castanea vesea, zahme Kastanie . . 






e. Bth. 




22 


Tilia parvifolia, kleinblättrige Linde 






e. Bth. 




24 


Liliuni candidum, weisse Lilie . . . 






e. Bth. 




25 


Castanea vesca, zahme Kastanie . . 






Vbih. 




26 


Prunus Avium, Süsskirsche .... 






a. Fr. 




27 


Vitis vinifera, Weinrebe 






Vbth. 




30 


Lilium candidum, weisse Lilie . . . 






Vbih. 




30 


Tilia parvifolia, kleinblättrige Linde 






Vbth. 




30 


Bibes rubrum, Johannisbeere . . . 






a. Fr. 


Juli 


2 


Catalpa syringaefoUa, Trompetenbaum 






e. Bth. 




(8) 


Prenanthes purpurea, Hasenlattich . 






e. Bth. 




13 


Catalpa syringaefoUa, Trompetenbaum 






Vbth. 




(22) 


Atropa Belladonna, Tollkirsche . . 






e. Fr. 


August 


11 


Sambucus nigra, Hollunder .... 






c. Fr. 




(13) 


Aster Amellus, Sternblume .... 






e. Bth. 




(24) 


Vitis vinifera, Weinrebe 






e. Fr. 




31 


Sambucus nigra, Hollunder .... 






a. Fr. 


September 


(2) 


Colchicum autumnale, Herbstzeitlose . 






e. Bth. 




15 


Aesculus Hippocastanum, Rosskastanie 






e. Fr. 




(16) 


Colchicum autumnale, Herbstzeitlose . 






Vbth. 




30 


Aesculus Hippocastanum, Rosskastanie 






a. Fr. 


Octobcr 


18 


Aesculus Hippocastanum, Rosskastanie 






a. Lbv. 




19 


Tilia parvifolia, kleinblättrige Linde 






a. Lbv. 




21 


Vitis vinifera, Weinrebe 






a. Fr. 




28 


Vitis vinifera^ Weinrebe 






a. Lbv. 




24 


Prunus Avium, Süsskirsche .... 






a. Lbv. 


November 


2 


Aesculus Hippocastanum, Rosskastanie 






a. Lbf. 



— 10:i — 



Uober tlierinisclie Vegetatioiis-Constaiiteii. 

Vortrag, gehalten in der wissenschaftlichen Sitzung der Senckenbergischen 
naturforschenden Gesellschaft am 5. April 1879 



Dr. Julius Ziegler. 

Bei dem Ilmen letzthin über phänologische Beobach- 
tungen Vorgetragenen blieb, mit Rücksicht anf Kürze und Klar- 
heit, das Ursächliche der Erscheinungen absichtlich möglichst 
unberührt. Lassen Sie uns dieses heute einer näheren Betrachtuncr 
unterziehen 1 Nehmen wir die periodischen Vorgänge, wie Be- 
laubung, Blühen. Frnchtreifen und so weiter, so erscheint es uns, 
beiuahe als selbstverständlich, klar, dass abgesehen tou der nothi- 
gen Nahrung (Wasser. Kohlensäure, Stickstoff -Verbindungen, 
Schwefel-, Kiesel- und Phosphor-Säure, Kali, Magnesia, Kalk und 
andere Aschenbestandtheile) vor Allem die Wärme die Haupt- 
bediuguug der Thätigkeit sei, wie wir sagen, die »Arbeit leiste.« 
Indem wir letzteren Ausdruck gebrauchen, sprechen wir nun aber 
zugleich aus, dass eine Vegetationsleistung in einem be- 
stimmten (constanten) Verhältniss zum Wärmeverbrauch 
stehe. So liegt es denn nahe, darnach zu fragen, welches Maass 
von Wärme- beziehungsweise Kraft- Verbranch für eine bestimmte 
Arbeitsleistung, etwa zur Reifung der Frucht von der Befruchtung 
der Blütlie aus gerechnet, oder zur Blüthenentfaltung einer schon 
ausgebildeten Knospe von der Winterruhe ab, unumgänglich uöthig 
sei. Sind wir auch nicht im geringsten im Zweifel, dass die an- 
gedeuteten Beziehungen thatsächlich bestehen, so vermögen wir 
doch leider keinen so einfachen Ausdruck hierfür zu finden, 
wie zum Beispiel für eine Dampfmaschine im Kohlenverbrauch, 



— 104 — 

wo Arbeitsleistung und Wärme-Einheiten sich genau bestimmen 
lassen. Die Pflanze ist eben keine Maschine, ebensowenig wie 
ein Thier es ist, dessen innere Kraftäusserungen noch weit ent- 
fernt sind, verstanden werden zu können. 

Eine Pflanze bedarf, obwohl in vielen Fällen schon beim 
Schmelzpunkt des Eises Vegetationsthätigkeit stattfindet, andere 
und zwar höhere Temperaturen, um zu blühen, als um Blätter zu 
treiben oder zu keimen. *) Es ist daher nicht gleichgültig, auf 
welcher Entwicklungsstufe eine bestimmte Temperatur zur Wirkung 
kommt. 

Betrachten wir andererseits die gegebenen natürlichen Tem- 
peraturverhältnisse, so bietet sich eine grosse Mannigfaltigkeit. 
Wir haben allenthalben im Verlaufe des Jahres kurze und lange, 
heitere und trübe Tage, Tage mit bald kürzer, bald länger an- 
haltender, niederer oder höherer Temperatur ; wir haben schroffe 
Gegensätze zwischen Tag- und Nacht-Temperatur, zwischen Sommer- 
und Winter-Temperatur im Binnenland, im Gegensatz zum Küsten- 
klima mit seinen durch das Wasser gemässigten Schwankungen ; 
zunehmende Tageslänge in höhereu Breiten zur Sommerzeit, ebenso 
auch bei zunehmender Seehöhe, welche selbst dagegen eine un- 
mittelbare Wärmeabnahme bedingt; in der Polnähe schieferes 
Einfallen der Sonnenstrahlen, steileres nach dem Aequator hin, 
desgleichen bei, nach der Mittagsrichtung abgedachten Lagen, 
Auch die durch die Winde gebotene Wärme schwankt gleich- 
falls nach der Lage. Allzugrosse Feuchtigkeit drückt wegen der 
Wasserverdunstung die Wirkung der Wärme für die Vegetation 
herab und so kommt hierbei auch der Wechsel in der meteorischen 
Wasser zufuhr in Betracht. Nicht minder die zeitliche Beschaffen- 
heit des Bodens, ob feucht oder trocken, ob gefroren, bewachsen, 
schneebedeckt oder nicht; sowie die physikalischen Eigenthüm- 
lichkeiten des Bodens, dessen Erwärmbarkeit abhängig ist von 
seiner Farbe, seinem Strahlungsvermögeu, seiner Lockerheit, seinem 
Wasserhaltungsvermögen und der Wärmecapacitat und -Leitungs- 
fähigkeit seiner Bestandtheile. 

Diese und andere, zum Theil schon in meinem letzten Vor- 
trag berührten Verschiedeuartigkeiten Hessen manchen Forschern, 



*) Sachs, Julius. Jahrbuch für wissenschaftliche Botanik. 1860, 
Bd. II. 



— 105 — 

wie Sachs,*) Koppen,**) Askenasy ***) und kürzlich noch 
Schafferf) die Lösung der Frage überhaupt /wcif'elbaft er- 
scheinen. 

In der Tliat sind die nach den früheren Verfahren erhaltenen 
Tlierniotneterwerthe, selbst als iiui' empirischer und iudirecter 
Ausdruck für die erforderliche VVärun', ganz un/ulänglich. 

A 1 e X a n d e r v o n 1 1 u in b o 1 d t bcseiiräiikte sich auch darauf, 
die Beziehungen der Mitteltemperaturen zum Vorkommen im All- 
gemeinen zu beleuchten. 

Leopold von Buch nahm an, dass die Erreichung einer 
bestimmten Vegeiationsstufe vom Eintritt einer bestimmten Mittel- 
temperatur abhänge. 

Doveff) wies die Abhängigkeit der voreiligen oder ver- 
späteten Vegetation von den vorhergehenden günstigen oder un- 
günstigen Teniperaturverhältuissen, an der Hand der von Eisen- 
lohr verötfeutlichteu, in Karlsruhe von 1779 — 1830 angestellten 
Beobachtungen nach, ohne jedoch einen mathematischen Ausdruck 
dafür geben zu wollen. 

Dies hatte daü'ecren schon Reaumnr versucht und Cotte 
nahm dementsprechend vermuthungsweise eine bestimmte Summe 
von Temperaturgraden an, die erforderlich sei, damit eine Pflanze 
blühe. 

Boussiugault fff) glaubte diese in der Summe der Mittel- 
temperaturen während der Vegetationsperiode gefunden zu 
haben, welch' letztere sich bei niederen Mitteltemperaturen ver- 
längere, bei höheren entsprechend verkürze. 



*) Sachs, Julius. Geschichte der Botanik. 1875. 
**) Koppen, Wladimir. Wärme und Pflanzenwachsthum. Inau- 
guraldissertation 1870 und Bulletin de la Societe Imperiale des Naturalistes 
de Moscou, 1870. Bd. XLIII, S. 41. 

***) Askenasy, Eugen. Ueber die jährliche Periode der Knospen. 
Botanische Zeitung 1877. No. 50 b. 52. 

t) Schaffer, Friedrich. Ueber die . Abhängigkeit der Blüthen- 
entwicklung der Pflanzeu von der Temperatur. Inauguraldissertation. 
Bern 1878. 

tt) Dove. Ueber den Zusammenhang der Temperaturveräuderungen 
der Atmosphäre und der oberen Erdschichten mit der Entwicklung der 
Pflanzen. Verhandlungeu der Königlich Preussischen Akademie der Wissen- 
.schaften in Berlin. 181G. S. 16 b. 27. 

fff) Boussingau 1 1. Traite d'economie rurale. Bd. II. S. 658. 



— 106 — 

Claepius, Regiernngsadvocat aus Köthen, war nicht weit 
von dieser Auffassung entfernt. Sein wenig bekanntes, etwas 
gezwungenes Verfahren erörterte derselbe in einem am 19. De- 
cember 1829 im Physikalischen Verein dahier gehaltenen Vortrag 
ȟber die genauere Bestimmung des Zeitunterschiedes, welcher 
durch verschiedene Temperaturen bei der Vegetationsentwicklung 
hervorgebracht wird, *) Die Berechnungen bezogen sich auf 
Beobachtungen des Aehrentreibens, der ersten Blüthe und der 
Ernte des Roggens und der ersten Süsskirschenblüthe in den 
Jahren 1824 bis 1828 und gingen darauf hinaus, nachzuweisen, 
wieviel Tage von einer gewissen höheren Mitteltemperatur zur 
Ansgleicliung erforderlich wären, um zu dem gleichen Punkt zu 
gelangen, wenn die Vegetationsentwickelung gegen ein anderes 
Jahr zurückgeblieben war. Als Ausgaugszeit wählte Claepius 
das Frühjahr, beziehungsweise den 1. März. 

Quetelet**) änderte das Boussingault'sche Verfahren in 
der Art ab, dass er die Summen, willkürlicher Weise, aus den 
Quadraten der Mitteltemperaturen bildete. Eine wesentliche Ver- 
besserung lag jedoch in der Verwendung bestimmter Pflanzen- 
Exemplare. 

Fritsch ***) summirte dagegen vom 1. Januar, als der un- 
gefähren Zeit tiefster Wiuterruhe beginnend, bis zur Eintrittszeit 
der verschiedenen Vegetationserscheinungen alle täglichen Mittel- 
temperaturen unter Ausschluss der Grade unter Null, 

Tomascheck f) dividirte die auf diese Weise erhaltenen 
Summen durch die Zahl der verflossenen Tage mit positiven 
Mitteltemperaturen . 



*) Jahrblich des Physikalischen Vereins iu Frankfurt a. M. 1831. 
S. 91 b. 107. 

**) Quetelet, A. Sur le climat de la Belgique. Chapitre IV. Pheno- 
menes periodiques des plantes. Annales de l'Observatoire T. II. Bruxelles 1846. 
***) Fritsch, Carl. Untersuchungen über das Gesetz des Einflusses 
der Lufttemperatur auf die Zeiten bestimmter Entwicklungsphaseu der 
Pflanzen. Denkschriften der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe 
der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien, Bd. XV. 1858. 
S. 85 b. 180. 

t) Tomascheck, A. Mitteltemperaturen als thermische Vegetations- 
constanten. Verhandlungen des Naturforschenden Vereins in Brunn. 1875 
Bd. XIV. S. 70 b. 81. Zeitschrift für Meteorologie Bd. XI. 1876. S. 8 1 b. 84.' 



— 107 — 

De Caudolle*) fing, im Uebrigen unter Beibehaltung 
des ursprünglichen Boussingaiilt 'sehen Verfahrens, mit einem 
als »nützlich« bezeichneten Temperaturgrad zu zählen an, 
bei welchem und über welchem bis zu einer gewissen Höhe 
er eine entschiedene Vegetaiionsiliiit'gkeit tiir eine Pflanze an- 
nahm — zum Beispiel für die iiuche 5'* C, für die Eiche 0*^ C. — 
und zählte liis zu dem Tage im Herbste fort, an welchem die 
Mitttdtemperatur wieder auf den gleichen Stand heriil)gesnnken 
war. Er beging jedoch hierbei, besonders in Anbetracht der Un- 
gleichheit der Zahl der Tage, zunächst den Fehler, die als werth- 
los angesehene Temperaturhöhe nicht auch bei jeder höheren 
Tagestemperatur in Abzug zu bringen. 

Linsser**) glaubte erwiesen zu haben, dass »die an zwei 
verschiedenen Orten den gleichen Vegetatiousphasen zugehörigen 
Summen von (Mittel-) Temperaturen über Null den Summen 
aller (jährlichen) positiven (Mittel-) Temperaturen beider Orte 
proportional« seien und nahm an, dass dies auf der Anpassung 
der Pflanzen an das jeweilige Klima beruhe. 

Trotz aller Bemühungen und mathematischen Wendungen 
kam aber keine rechte üebeieinstimmung zu Staude, wesshalb ich 
auch manches andere Hierhergehörige übergehe. 

Was allen Verfahren bis dahin als gewichtiger Mangel an- 
haftete und erst von Hermann Hoffmann***) thatsächlich be- 
rücksichtigt wurde, ist, dass die Temperaturmessuugen im Schatten 



*)De Candolle, Alphonse. Geographie botanique raisonnee. 
Bd. I. 1855. — Sur la methode des sommes de temperature appliquee aux 
phe'nomeues de la Vegetation. Archives des scieuces physiques et naturelles. 
Bibliotlieque universelle de Geneve. 1875. Bd. LIII. S. 257 b. 280, Bd. LIV. 
S. 5 b. 47. 

**) Linsser, Carl. Die periodischen Erscheinungen des Pflauzenlebens 
in ihrem Verhältniss zu den Wärmeerscheinungeu. Memoires de TAcademie 
imperiale des sciences de St. Petersbourg. VII™" Serie. Tome XL No. 7, 
1867. — Erman's Archiv für die wissenschaftliche Kunde von Euasland 
XXV, 4, 1867, S. 555 b. 619. 

***) Hoffmann, Hermann. Das Problem der thermischen Vege- 
tationsconstanteu. Heyer 's allgemeine Forst- und Jagdzeitung, December 
1867. S. 457 b. 461. — lieber thermische Vegetationsconstanteu. Abhand- 
lungen der Senckenbergischen naturforscheuden Gesellschaft Bd. VIII. 1872. 
S. 379 b. 405. — Zeitschrift für Meteorologie Bd. III. 1868. S. 93 b. 9*5, 
Bd. IV. 1869. S. 392 b. 893 und S. 553 b. 554, Bd. X. 1875. S. 250 b. 252. 



— 108 — 

geschahen, während die Pflanzen ihre Wärme nicht nur von der 
Luft übertragen, sondern mehr oder weniger unmittelbar von der 
Sonne selbst mitgetheilt erhalten und dabei, wie Askenasy") 
gezeigt hat, ihre Temperatur, ohne dabei Schaden zu nehmen, 
beträchtlich (über 50*^ C), erhöhen können; wogegen die Er- 
wärmung der Luft nicht gleichen Schritt hält, indem die er- 
wärmte fort und fort emporsteigt. H. Ho ff mann stellte da- 
her vergleichende Messungen an einem der Sonne ausgesetzten 
Thermometer an, welches in der nächsten Nähe der Be- 
obachtungspflauzen aufgestellt war , und summirte vom Jahres- 
anfang (1. Januar) an bis zur Eiutrittszeit der verschiedenen 
Vegetationsstufen die täglichen Maximalstände über Null des be- 
sonnten Tliermometrographen. Nur die täglich einmaligen höchsten 
Stände zu nehmen, erschien gerechtfertigt, da eine aus diesen 
hergestellte Curve einen nahezu vollkommen analogen Gang zeigte 
mit einer solchen, welche aus stündlichen Beobachtungen an dem 
besonnten Thermometer hervorgegangen war. 

Obgleich das benutzte Instrument kein vollkommenes war, 
so waren die jährlich erhalteneu Ergebnisse, zumal mit den früher 
erzielten verglichen, von überraschender Uebereinstimmung. Nicht 
minder die auf gleiche Weise von mir**) seit 1869 in Frank- 
furt a. M. gewonnenen, auf welche ich noch zurückkommen werde. 

Die Zahlenähnlichkeit — zum Beispiel 1168, 1159, 1182, 
1158° R. für Lonicera alpigena in Giessen — ist wirklich so 
zufriedenstellend, dass man fragen muss, wie dies trotz der be- 
sprochenen entgegenstehenden umstände möglich sei, zumal ein 
Vegetations-Beobachtungsfehler um einen einzigen Tag leicht einen 
Unterschied von über 30*^ mehr oder weniger bewirken kann. 

Hier ist nun wohl zu bedenken : 

1. dass, wenigstens in unseren gemässigten Klimaten und 
l)ei den Frühjahrserscheinungen die auftretenden höhereu Tem- 
peraturen ***) nicht nur von den Pflanzen ertragen werden, sondern 

*) Askenasy, Eugeu. Ueber die Temperatur, welche Pflanzen im 
Sonnenlicht annehmen. Botanische Zeitung 1875 No. 27. S. 441 b. 444. 

**) Abbandlungen der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft- 
Bd. VIII. 1872. S. 386 u. 388. — Ziegler, Julius. Beitrag zur Frage 
der thermischen Vegetations-Constanten. Jahresbericht der Senckenbergi- 
schen naturforschenden Gesellschaft für 1873/74 S. 115 b. 123. 

***) Die höchsten an meinen Instrumenten beobachteten Stände be- 
trugen 43-0« C. am 27. VII. 1872 und 39-5» R. am 18. und 19. VII. 1871. 



- 109 — 

auch zur mechauischen Arbeitsleistung Verwerthuncf finden: wenn- 
gleich wohl ohne entspreclieude Steigerung, selbst unter Abnahme 
der Wirkung jenseits einer gewissen Höhe ; 

2. dass relativ sehr niedere Temperaturen mit nur geringer 
Vegetationsleistung, gegenüber den höheren mit augenfälliger 
Wirkung, in den Summen zurücktreten und l)ei nicht sehr grossen 
Unterschieden in der Zahl der Tage immer einen nahezu gleichen 
Theil der Summe ausmachen; 

3. dass die durch Winde zugeführte warme Luft, die Dauer 
der Erwärmung durch die Sonne nach Tagesläuge und Bewölkung 
und die Durchstrahlbarkeit (Diathermanität) der Luft - welch 
erstere wiederum von der Dichtigkeit und dem Wassergehalt der 
letzteren abhängig ist, indem die zurückgehaltene Wäriiie (die 
Wärmeabsorption) mit diesen, rasch anwachsend, zunimmt — 
ebenso wie an der Grösse der den Prianzen gebotenen Wärme- 
menge auch einen gewissen Antheil an der Höhe des vom Be- 
sonnungsthermometer angezeigten Temperaturgrades nehmen, wo- 
gegen der W^ärmeverlust durch Rückstrahlung nud Abgabe an 
die Luft die Temperaturgrade beider herabdrückt; 

4. dass die Reihenfolge der Vegetatiouserscheinungen — so- 
weit die geographische Verbreitung, entsprechend der den einzel- 
neu Ptlanzenarteu innewohnenden oder mangelnden Anbequemungs- 
fähigkeit keine Grenze zieht — eine in günstigster Weise der 
steigenden Temperatur des Sommers entsprechende ist, indem, wie 
schon gesagt, die anfänglichen Entwicklungsvorgänge ein weit ge- 
ringeres Wärmebedürfniss haben, als die späteren. 

Wofern wir uns nur an bereits in der Ruhezeit vorgebildet 
gewesene Orgaue halten, handelt es sich bei deren Entfaltung 
wesentlich nur um mechanische Wärmewirkuug und Stoffumlage- 
rung. Bei den meisten der beobachteten Erscheinungen tritt aber 
die Stoff-Neubildung (Assimilation) und Ansammlung von Bau- 
stoffen hinzu oder läuft nebenher so, dass wir auch den Einfluss 
des Lichtes mit in Rechnung ziehen müssen. Hier sind wir 
nun nicht besser daran, als bei den bezüglichen Wärmemessungen, 
vielmehr weit schlechter. Bleibt für Letztere immerhin noch ein 
Hoffnungsschimmer, wenigstens bei enger begrenzter Fragestellung 
einen unmittelbaren Ausdruck zu finden — hier in Wärme- 
einheiten — so schwindet eine ähnliche Erwartung für das Licht 
vollends, da für jeden Theil seines Spectrums die chemische 



— 110 — 

Wirkung eine verschiedene, auch wieder im einzelnen Fall ver- 
schieden ist und ein Schluss von einer Lichtart auf die andere 
unzulässig erscheint. Da jedoch die erhaltenen Summen, wie ge- 
sagt, eine unleugbare Uebereiustimmung zeigen, und wenn sie dies 
auch weiterhin thun, so dürfen wir wohl annehmen, dass die 
täglichen Maximalangaben des Be?>;onnungsthermometers ähnlich 

o O o 

wie der Wärme-, so auch der ungefähr gleichlaufenden Licht- 
zufuhr, beziehungsweise dem Licht verbrauch der Pflanzen im 
Grossen und Ganzen entsprechen. 

Der vorwiegende Einfluss der Wärme tritt am reinsten her- 
vor, wenn die Beobachtung zur Zeit der Winterruhe beginnt und 
bis zur Entfaltung eines schon vorgebildet gewesenen Theiles 
(Blatt, Blüthe) gerechnet wird; ein Vorgang, der sich unter ge- 
wissen Voraussetzungen mit abgeschnittenen Zweigen auch bei 
Lichtausschluss künstlich herbeiführen lässt und vom Wurzel- 
nnd Keimtreiben eines Samens — worüber Herr Dr. Eugen 
Äskenasy Ihnen von dieser Stelle seiner Zeit Mittheilung ge- 
macht hat — nicht weit verschieden ist. 

Die Wahl der Winterruhe und insbesondere des 1. Januar 
zum Ausgangspunkt der Berechnung ist übrigens nicht ohne 
Willkür und nur insoferu ohne grosse Bedeutung, als einerseits 
die derzeitigen Temperaturgrade, andererseits die Vegetations- 
beweguugen nur geringe sind. Letztere sind aber thatsächlich 
vorhanden, wie die chemischen Umsetzungen der Vorrathsstoife 
lange vor dem Knospenschieben und die Vorsprüuge später ab- 
geschnittener Zweige bei Treibversuchen bekunden. Winterblüthige 
Pflanzen, wie Corylus ÄvellcDui, der Haseluussstrauch, und Daphne 
Mezereum^ der Seidelbast, eignen sich aus gleichem Grund vol- 
lends gar nicht zu dieser Zählungs weise, da sie zu allen Zeiten 
des Winters blühen können und es darum bisweilen zweimal in 
einem und demselben Jahre thun. 

Der Mangel eines wahren Null- oder Ruhepunktes für die 
Vegetatiousthätigkeit in der freien Natur hat mich daher bew^ogen, 
versuchsweise einen anderen Ausgangspunkt zu wählen, wofern 
der Zeitpunkt nur scharf zu bestimmen war. So vom Erscheinen 
der ersten Blüthe oder reifen Frucht in eiuem Jahre zählend bis 
wiederum zur gleichen Erscheinung im darauffolgenden und so 
fort, also von gleicher zu gleicher Vegetationsstufe , von einem 
Vegetationsjahre zum anderen. Dabei ist vorausgesetzt, dass von 



— 111 — 

der eineu, schwer greifbaren, aber in der That bestehenden, an- 
fänglichen Entwicklungsstufe (der ersten Anlage der Blätter und 
Blüthen, der Befruchtung u. s. w,) bis zu der äusserlich wahr- 
nehmbaren und zeitlich bestimmbaren in theruii.sch- physiologischer 
Beziehung ein festes Verhältniss bestehe. 

Nach meiner ursprünglichen Erwartung sollte sich mit 
dieser Berechnuugsweise bei ein und demselben Instrumente für 
alle einzelnen Versuchspflauzen und beobachteten Entwicklungs- 
stufen alljährlich nahezu die gleiche Summe ergeben, welche der 
mittleren Summe vieler Jahre entsprechen, von jeuer des einzelneu 
Kalenderjahres dagegen bedeutend abweichen könnte. 

Das Ergebuiss meiner zum Theil jetzt elfjährigen Beobach- 
tungen und Berechnungen, welche ich Ihnen vorlege, ist nun ein 
anderes. Zeigen auch ganze ReiJaen trotz der Verschiedeuartigkeit 
der Pflanzenarten und -Individuen die überraschendsten Summen- 
üebereinstimmungen, ist auch der Gesammteiudruck des Erbrachten 
ein bis zu einem gewissen Grade befriedigender — zumal in An- 
betracht dessen, dass hier immer zwei Vegetationsbeobachtungen 
und eine weit grössere Zahl von Thermometersfändeu, als bei der 
Zählungsweise vom 1. Januar an, in Rechnung kommen und ihre 
Fehler geltend macheu, — so fällt doch sofort ins Auge, dass 
innerhalb mancher Zeitspannen übereiustimmeud weit niederere, 
andererseits weit höhere Summen aufti'eteu, aber nicht plötzlich, 
sondern in der Aufeinanderfolge der Erscheinungen allmälig zu- 
und abnehmend, ähnlich wie auch bei den nur aus je zwölf Mo- 
naten gebildeten Summenreihen. 

Dies beruht offenbar darauf, dass bei der Zählung von einem 
zum andern Vegetationsjahr, einerseits die Gesammtmenge dar- 
gebotener Wärme und Lichts und die Gesammtleistung der Pflanze 
herangezogen werden, was immer innerhalb dieses Zeitraumes 
neben der phänologischen Leistung stattgefunden haben mag; 
andererseits über das Bedürfniss hohe Temperaturen in die 
Summen kommen und zwar ebenso auch • in die bei Zählung vom 
1. Januar an erhaltenen. Als die normalen Summen, oder 
doch solchen am nächsten kommende, werden darnach für beide 
Zählungsweisen die niedersten erhalteneu angesehen werden 
müssen. Die Minimalsummen stellen also die wahren Wärme- 
couötanten — wenn wir sie noch so nennen wollen — dar. Offen- 
bar sind diese Werthe zugleich auch diejenigen, welche nach den 



— 112 — 

kälteren Gebieten zu, neben anderen Ursachen dem Vorkommen 
einer Pflanze eine Grenze ziehen, werden also vermuthlich auch 
da erhalten werden, wo ausnahmsweise günstige Lagen, etwa 
solche mit Rückstrahlung von Wasserspiegeln (wie bei unserem 
Main-Nizza) ein Gedeihen von auf höhere Temperaturen angewie- 
senen Gewächsen heisser Zonen ermöglichen. 

Um eine sichere Grundlage zur Beurtheilung der durch 
kühleres Klima bedingten Verhältnisse /u gewinnen , habe ich in 
Anbetracht der schon erwähnten, gegen Frankfurt im Mittel 5 
bis 6 Tage zurückbleibenden Vegetationsentfaltung in Giessen, seit 
Anfang 1875 gemeinschaftlich mit Prof. Hermann Hoff manu 
Beobachtungen in genau gleichem Sinne augestellt. *) Hierzu 
wurden zwei mit einander verglichene, nach meinen Angaben von 
Dr. H. Geissler in Bonn neu angefertigte Sonnenthermometer 
übereinstimmend und zwar in nächster Nähe der Versuchspflanzen 
aufgestellt. Letztere waren ausschliesslich durch Stocktheilung 
oder Stecklinge bestimmter Exemplare erhalten und folgende dazu 
erwählt : Aster Amellus , Atropa Belladonna , Berheris vulgaris^ 
Corylus Avellana, Prenanthes purpurea, Rihes rubrum, Salix 
daphnoides, Samhucus nigra, Syringa vulgaris und Vitis vinifera. 
Durch gegenseitigen Austausch dieser Pflanzen sollte Abweichungen 
in Folge von Einzeluuterschieden begegnet werden. Für Ribes 
rubrum wurde an beiden Orten überdies die gleiche Erde ge- 
nommen, damit auch die mineralische Nahrung sowie die Erwärm- 
barkeit des Bodens übereinstimmten, während die Wasserzufuhr 
und die Exposition ungefähr als gleich angenommen werden 
durften. 

Der schöne Erfolg, welchen die anfänglichen Beobachtungen 
versprachen, ist jedoch zu meinem grössten Bedauern, an uner- 
warteten, nicht in der Sache selbst liegenden Hindernissen ge- 
scheitert; hoffentlich nur vorerst und ohne Andere von der Nach- 
eiferung abzuschrecken. 

Aber auch ohne diese Beobachtungen vermag uns schon die 
heute wiederum aufgehangene Tafel der mittleren Vegetations- 
zeiten in Frankfurt u. s. w. wohl zu belehren, dass der Trom- 
petenbaum (Catalpa syringaefolia), dessen Samen schon hier nicht 



*) Hoffmann, Hermann. Thermische Vegetationsconstanten 1875. 
Zeitschrift für Meteorologie Bd. X. 1875. S. 250 b. 252. 



— 113 — 

mehr zeitigen, die Kastanie (Castanea vesca)^ welche in unserer 
Nähe noch herrlich gedeiht, in Giessen nur kümmerlich, und die 
Weinrebe (Vitis vinifera), welche zuweilen selbst liier nicht mehr 
zur vollkommenen Reife gelangt, als Fremdlinge aus wärmerem 
Laude sich in Krankfurt wenigstens noch etwas heimischer fühlen, 
als in Giessen. Dort kann zum Beispiel die niederste Wärme- 
snmme zur rechtzeitigen Entfaltung der ersten Blüthe alt-ein- 
gebürgerter Pflanzen in massigen Gaben bereits erreicht sein, ohne 
dass den grösseren Ansprüchen der Fremdlinge Genüge geschehen 
wäre, was in Frankfurt indessen vielleicht eintrat unter Ver- 
schwendung eines kleinen Teraperaturüberschusses an die Anderen. 
— Hierin liegt wohl überhaupt die häufigste und wesentlichste 
Ursache für die öfters ungleiche Reihenfolge der Erscheinungen 
bei verschiedenen Pflanzen in verschiedenen Gegenden. Aehnlich 
verhält es sich an einem und demselben Orte in verschiedenen 
Jahren. Das eine Mal ist die, eine höhere Temperatur be- 
anspruchende Pflanze A vor einer anspruchsloseren B voraus, 
da Letztere zu der betreffenden Vegetationsleistung von der ihr 
in höheren Temperaturgraden gebotenen Wärme keinen ent- 
sprechenden Gebrauch zu machen weiss, während sie ein anderes 
Mal bei niederen Temperaturen, welche für Ä noch unzureichend 
waren, schon ihr Ziel erreicht haben kann. 

Im Gegensatz zu dem eben betrachteten Verhalten des Trom- 
petenbaums, der zahmen Kastanie und der Weinrebe steht das- 
jenige von Colchicum autumnale, der Herbstzeitlose. Dieselbe blüht 
in Giessen durchschnittlich viel früher als in Frankfurt und, wie 
es scheint, in kühleren Spätsommern allgemein früher, als in 
wärmeren. Ohne Zweifel bedarf diese Pflanze zur Anlage ihrer 
Blüthe unter der Erde der sommerlichen Wärme und an manchen 
Orten, zum Beispiel Gurgl in den Oetzthaler Alpen, wo die Blüthe- 
zeit in den Frühling fällt, reicht die Wärmezufuhr gerade noch aus 
um vor Wintersanfang die Blüthenanlage zu vollenden. Dagegen 
sind höhere Temperaturen nicht dazu geeignet die äusserst zarte 
Blüthe zu treiben und zu entfalten, am wenigsten wenn sie von Trock- 
niss begleitet sind ; andererseits können verhältnissmässig niedere 
Wärmegrade noch wirksam sein, wie Crasan's*) Versuche beweisen. 

*) Crasan, Franz. Beiträge zur Kenntniss des Wachsthums der 
Pflanzen. Sitzimgsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe 
der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien. Jahrg. 1873. 
Bd. LXVII. Abth. I. S. 143 b. 188 u. S. 252 b. 274. 

8 



— 114 — 

Bezüglich des in höheren Breiten durchschnittlich , so auch 
iu Giessen gegen Frankfurt früheren Eintretens der Laubverfärbung 
und des Laubfalls haben wir vorläufig nur den Ausweg, sie als auf 
der Accommodation der Pflanzen beruhend anzunehmen ; abgesehen 
davon, dass das Fallen des Laubes sehr häufig durch den ersten 
Frost oder Reif erzwungen wird. 

Kehren wir zurück zu unseren »niedersten Summen«, so wirft 
sich die Frage auf, was im anderen Falle das Anwachsen der 
Summen, auch der entsprechenden bei der Zählung vom 1. Januar 
au, zu bedeuten hat. Sehen wir von gelegentlichen, unzweifel- 
haften Schädigungen der mannigfaltigsten Art durch übermässige 
Hitze, zumal bei gleichzeitiger Trockniss, ab, so dürfen wir wohl 
annehmen, dass die über die zur Erreichung der betreffenden Ent- 
wicklungsstufe noch nützliche Temperaturhöhe und über die Nor- 
malsumme hinaus gebotene Wärme- und Lichtmenge, neben der 
phänologischen Wirkung eine weitergehende Arbeit leiste, wie 
ich es schon früher angedeutet habe*). Diese kann darin bestehen, 
dass im Allgemeinen eine grössere Menge von Stoffen verarbeitet, 
die Erzeugnisse zum Bau verwandt werden oder zur Aufspeiche- 
rung gelangen, mit anderen Worten, mehr Holz, grössere Früchte, 
mehr Laub entwickelt, mehr Blatt- und Blüthenknospen angelegt 
werden , mehr Stärkemehl u. s. w. in die Zellen gelangt. Oder 
sie besteht darin, dass die Güte der Erzeugnisse gesteigert wird, 
dass das Holz, die Früchte u. s. w. frühzeitig, vor Frosteintritt, 
zur vollen Reife kommen, sich in ihnen die Stoffe derart um- 
lagern, dass sie in unseren Augen an Werth gewinnen, das Holz 
an Festigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Frost, Früchte an 
Süsse, an Duft und Wohlgeschmack. Ob das Eine oder das Andere 
eintritt, das hängt offenbar davon ab, zu welcher Entwicklungs- 
zeit und in welchem Maasse der Wärmeüberschuss gespendet wird. 
Dies zeigt sich deutlich bei der Laubverfärbung, für welche durch 
die Beobachtungen und Berechnungen von Hermann Hoff mann 
und mir**) nachgewiesen worden ist, dass dieselbe durch sonniges 
Herbstwetter beschleunigt, durch trübes verzögert wird. Die nach- 



*) Ziegler, Julius. Beitrag zur Frage der thermischen Vegetations- 
Constanten. Jahresbericht der Senckenbergischen naturforschenden Gesell- 
schaft 1873/74. S. 123. 

**) Hoffmann, Hermann. Ueber Blatt Verfärbung. Centralblatt für 
das gesammte Forstwesen. Wien, 1878. Jahrg. IV. No. 7. 



- 115 — 

herige Vegetatiousthätigkeit wird hiervon eutschieden beeinflusst 
werden können. Nehmen wir die Weinrebe als Beispiel, so ist der 
Farben wrchsel des Lanbes begleitet von der Ablieferung wesent- 
licher Bestaudtheile au das Holz wie an die Beeren. Ihm folgt 
bald der normale Laubfall und weiterer Sonnenschein trifft uu- 
mittelbar dit; freigelegten Tnuiben, deren Säuregehalt sich mindert, 
deren Zuckergehalt zuniuimt, und ermöglicht die Bildung derjenigen 
Stoffe, die nach der Vergährung erst zur rechten Geltung kommen. 

Ich erwähne dies vornehmlich auch um darauf hinzudeuten, 
wie wichtig die Ergründung der Wärme- und Lichtbedürfnisse 
der Pflanzen ganz besonders zur Nutzanwendung ist und wie 
wenig geeignet es erscheint, Bestrebungen in dieser Richtung aus 
theoretischen Bedenken von der Hand zu weisen. Damit kommen 
wir nicht weiter. Weiter kommen wir durch geduldiges, um den 
Erfolg unbekümmertes , gewissenhaftes Weiterbeobachten mit 
offenen Augen für alle Thatsachen und Irrthümer und durch mög- 
lichste Beseitigung der Fehler. Langen wir einmal oben an, so 
werden wir uns freilich vielleicht sagen müssen, dass wir den 
richtigen oder den kürzesten Weg nicht eingeschlagen haben ; 
vielleicht haben wir aber dabei an Ueberblick und Einblicken 
gewonnen, mehr gelernt! — 

So möchte auch ich unverdrossen weiter an die Arbeit gehen 
in der Hoffnung, gelegentlich abermals etliche Schritte vorwärts 
zu kommen. 

Lassen Sie mich daher zum Schluss noch einige Worte über 
meine Beobachtungen, Beobachtungspflanzen und 
Instrumente sagen ! 

Nach längeren Versuchen, welche anderweitige Apparate 
entweder nicht geeignet, oder vorerst wenigstens nicht erforder- 
lich erscheinen Hessen, wurde vor Beginn des Jahres 1875 das 
obenerwähnte, von Dr. H. Geissler in Bonn nach meinen An- 
gaben besonders zu dem vorliegenden Zwecke verfertigte Thermo- 
meter (No. 4) aufgestellt, welches dem obersten, längeren, der vor 
Ihnen stehenden genau gleicht. Dasselbe hat sich nach meinen 
bisherigen Erfahrungen recht gut bewährt; denn es zeigen die 
den Vegetationszeiten entsprechenden Summen der Maxima bei 
diesem mehr üebereiustimmung, als bei den anderen Instrumenten. 
Sein Gefäss 258*6 Gramm reinen Quecksilbers enthaltend, ist aus 
farblosem , möglichst gleichmässig-dickem Glase, nahezu kugel- 



— 116 - 

förmig und freistehend der Sonne, beziehungsweise dem Süden, 
so zugewandt, dass zu allen Tageszeiten eine gleich grosse Fläche 
den Strahlen ausgesetzt ist. Während eine kurz vorübergehende 
Besonnung, deren Wirkung auf die Pflanzen nur eine geringe sein 
kann , in Anbetracht der verhältnissmässig grossen Masse des 
Quecksilbers auch nur eine geringe Erwärmung des Instrumentes 
hervorbringt, die sich bei der, eine sichere Ablesung von Zehutels- 
graden gestattenden Theiluug jedoch immer deutlich anzeigt, ist 
erst eine längere oder beträchtlich starke Besonnung im Stande, 
die gleiche Temperaturerhöhung wie an einem kleinen Thermo- 
meter zu bewirken. 

Soweit stimmt die Einrichtung mit derjenigen des anderen 
grösseren Thermometers (No. 3) überein, welches nach Art des 
Hick'schen Thermographen angefertigt wurde, von welchem der 
Sicherheit halber ein Exemplar (No. 2) noch heute neben dem ersteren 
im Gebrauch ist. Leider hat sich das vergrösserte H ick 'sehe In- 
strument nicht bewährt, indem die grössere Röhren weite den 
Reibungswiderstand so sehr verringerte, dass schon kleine Er- 
schütterungen die Lage des Quecksilberfadens zu verändern ver- 
mochten. Der Maximalstand des G eis sl er 'sehen Thermographen 
wird dagegen durch ein in der wagrechten Skalenröhre liegenbleiben- 
des Glasstäbchen bezeichnet, welches durch ein kleineres an dem 
Quecksilber leicht anhaftendes von diesem getrennt ist. Sollte durch 
einen unglücklichen Zufall sich Quecksilber vorbeischiebeu, so sind 
die Stäbchen bei der grossen Weitung der Röhre und einer am 
Ende angebrachten grösseren Erweiterung ohne Schwierigkeit wieder 
in Ordnung zu bringen, was bei anderen Stäbchen-Thermographen 
fast nie gelingt und bei dem vorgelegten anfänglich benutzten 
vollkommen zur Unmöglichkeit wurde. 

Die beiden zur Zeit benutzten Instrumente sind l'S Meter über 
der Erde in nächster Nähe der genau gekennzeichneten Beobach- 
tungspflanzen aufgestellt. Letztere geniessen eine gleichmässige 
gute Pflege, sowohl in der Sorge für ihre Nahrung u. s. w., als 
auch im Schutze gegen ihre Feinde. 

Im Ganzen sind es, da zu den im Jahresbericht für 1873/74 
aufgeführten mittlerweile noch einige (nämlich : Atropa Bella- 
donna, die Tollkirsche, Aster Amellus, die Sternblume, Prenanthes 
purpurea^ der Hasenlattich und Salix daphnoides, die Schimmel- 
wride) hinzugekommen sind, jetzt 27 Pflanzenarten, von welchen 



— 117 — 

die erste offene Blüthe imd 9 davon (darunter Atropa Belladonna)^ 
deren erste reife Frucht beobachtet wird. Einzelne Versuchs- 
pflauzen, einschliesslich der Beete, sind 60 vorhanden, indem für 
die meisten Arten mehrere Vertreter da sind. Wollte ich jeder 
derselben für die erste Blüthe, sowie für die erste Frucht eine 
einzelne Tabelle einräumen , so würden es , mit Hinzunahrae 
einiger allgemeiner Beobachtungen deren 117 sein. Weder diese 
noch die mitgebrachten Haupttabellen möchte ich Ihnen übrigens 
zumuthen jetzt durchzusehen, am allerwenigsten aber Ihnen er- 
müdende Zahlenreihen vorlesen. Es wird wohl zur Bekräftigung 
meiner Darlegung genügen einige Blätter*) herauszugreifen, denen 
ich noch die Zusammenstellung der (berichtigten) Thermometer- 
Beobachtungen an den zwei Instrumenten für das Jahr 1878, 
beispielshalber, zugebe, mit der Bitte, dieselben, ebenso wie die 
aufgelegten Bücher und Schriften in Augenschein zu nehmen. 



Kurz nachdem der obenstehende Vortrag gehalten worden war, erhielt 
ich Kenntniss von einer am 30. März erschienenen, höchst beachtenswerthen 
Abhandlung des Herrn Prof. Dr. A. J. von Oettiiigen: Phänologie der Dor- 
pater Lignosen, ein Beitrag zur Kritik phänologischer Beobachtungs- und 
Berechnungsmethoden. Dorpat 1879. Druck von Heinrich Laakmann. Näher 
auf diese Arbeit hier einzugehen gestattet der Raum leider nicht, doch möge 
wenigstens das Hauptergebniss derselben kurz angedeutet werden. 

von Oettingen unternahm es, auf Grund der in Dorpat von 1869 
bis 1875 angestellten pflanzenphänologischen und der dortigen meteorologi- 
schen Beobachtungen, die untere Grenze der nützlichen Tempera- 
turen (vergl. oben S. 107 bez. A. de Candolle!), die »Seh well C', wie 
er sie nennt, für eine grössere Anzahl von Gewächsen festzustellen. Er ge- 
langte hierzu, indem er imter Berücksichtigung des wahrscheinlichen Fehlers, 
die Wärmesummen, von der Winterruhe an, für verschiedene Pflanzen und 
Vegetationsstufen und für verschiedene Ausgangstemperaturen (von an- 
fangend bis 10" C.) berechnete, und allemal diejenige ermittelte, bei welcher 
sich die grösste Uebereinstimmung der entsprechenden Summen von Jahr 
zu Jahr ergab. Die gefundenen Schwellenwerthe haben in der That eine 
grosse Wahrscheinlichkeit. 



*) Nachstehend sind auf Seite 118 bis 121 neun derselben vervollständigt 
abgedruckt. Eine ausgedehntere Veröffentlichung ist erst für eine spätere 
Gelegenheit in Aussicht genommen. 



— 118 — 

Jch hoffe bei nächster Gelegenheit wieder auf dieses Buch zurückzu- 
kommen und das Verfahren von Oettingen's an meinen phänologischen 
Beobachtungen, sowohl bezüglich der Mitteltemperaturen, als auch der Be- 
sonnungsmaxima zu erproben. Ferner gedenke ich den, nach meiner Meinung 
nicht aussichtslosen Versuch zu machen, darnach auch die oberen Grenzen 
(Schwellen) der in phänologischem Sinne nützlichen Temperaturgrade an- 
näherungsweise zu bestimmen, und zwar durch fortgesetzte Herabminderung 
der höchsten an der Sonne erhaltenen Maximalstände bis zum Gleichwerden 
der höheren Summen mit den entsprechenden niedersten (vergl. oben S. 111). 



Beobachtungen über die Abhängigkeit der Tegetationszeiten 
TOn der Besonnung, 

angestellt in Frankfurt am Main von Dr. Julius Ziegler, während der 
Jahre 1869 bis 1879. 



Anmerkungen. 



Die dem Namen beigefügte Zahl bedeutet die laufende Nummer der 
Versuchspflanze, die in ( ) daneben stehende die Bezeichnung derselben im 
Garten (Feldstrasse 8). 

Beim Summiren der Sonnenmaxima wurde das am Tag des Eintritts 
einer Phase beobachtete Maximum nicht mitgezählt, woferu letztere nicht 
erst gegen Abend eintrat und die Wärme des Tages als wesentlich mit- 
wirkend angesehen werden musste; die Vegetationsbeobachtung ist in diesem 
Fall, der Gleichförmigkeit halber, auf den folgenden Tag eingetragen. Die 
eingeklammerten Angaben sind nur annähernd genau. 

Die Thermometerstände sind, mit Ausnahme derjenigen vor dem 21. 
II. 1870, berichtigt. 

Am 21. II. 1870 trat an die Stelle der bis dahin benutzten das Maximum- 
thermometer "R. No. 1. Am 16. III. 1871 kam das Maximumthermometer "R. 
No. 2 für No. 1 und am 1. VI. 1871 das Maximumthermometer "C. No. 3 
in Gebrauch. Das Maximumthermometer "C. No. 4 wurde am Nachmittag 
des 31. XII. 1874 an die Stelle von No. 3 gesetzt. Den mit den älteren 
Instrumenten erhaltenen Summen ist ein * beigefügt. 



119 - 




Summe der täglichen höchsten Stände über Null 
eines von der Sonne frei bestrahlten Thermometers 

von ilor Z'it dfs Erscheinens 



vom 1. Jauuur an. 
K. 1 C. 



der ersten Hlütho im ver- 
flossenen Jalir an. 
" U. » C. 



GalantfiHs nivalis, Schneejjlöckc 


teil, 1 rib), 


erste Blüthe offen. 


— 


— 


1869 


— 




— 





(12) 


(in) 


1870 


(523-5)* 


— 


— 


— 


28 


II 


1871 


409-5* 


— 


(6159-5)* 


— 


4 


m 


1872 


580-9 


546 


9* 


6845-5* 


— 


16 


II 


1873 


355-3 


463 


8* 


6247-7 


7433-8* 


1 


III 


1874 


486-7 


444 


r 


6472-6 


7383-5* 


9 


m 


1875 


521-8 


358 


5 


6183-6 


— 


29 


II 


1876 


347-0 


243 





5903-3 


6160-8 


11 


II 


1877 


315-3 


286 


4 


6211-3 


6404-5 


19 


II 


1878 


278-4 


225 


1 


6045-5 


6106-4 


4 


III 


1879 , 


331-4 


275 


2 


60288 


6243-5 



Bibes rubrum, rotlie Johannisbeere^ 9 (9), erste Blüthe offen. 



(10) 


IV 


1869 


(1135-5)* 


— 


— 





(18) 


IV 


1870 


(1095-5)' 


— 


(6081-5)* 


— 


26 


III 


1871 


906-0* 


— 


6084-0* 


— 


31 


III 


1872 


1005-5 


995-9* 


6773-6 


— 


2 


IV 


1873 


990-8 


1186-5' 


6458-6 


7707-0* 


9 


IV 


1874 


1063-4 


1046-4' 


6413-8 


7263-1* 


13 


IV 


1875 


1042-3 


859-3 


6127-4 


— 


3 


IV 


1876 


796-2 


679-5 


5832-0 


6096-5 


4 


IV 


1877 - 


914-4 


807-7 


6361-2 


6489-3 


11 


IV 


1878 


935-7 


848-8 


6103-7 


6208-8 


9 


IV 


1879 


817-7 


759-2 


5857-8 


6103-8 



Pininus insiticia, (Pflaume) Reineclaude, 17(16), erste Blüthe offen. 



12 


IV 


1869 1 


1183'5* 











23 


IV 


1870 


1254-5* 


— 


6193-0* 


— 


16 


IV 


1871 


1298-8* 


— 1 


6317-8* 


— 


18 


IV 


1872 ' 


1319-9 


1342-9* 


6695-2 


— 


10 


IV 


1873 


1129-7 


1356-7* 


6283-1 


7530-2* 


16 


IV 


1874 


1184-5 


1184-1* 


6396-0 


7230-6* 


23 


IV 


1875 


1240-8 


1064 


6204-8 


— 


10 


IV 


1876 


952-3 


836-8 


5789-6 


60491 


11 


IV 


1877 


1071-5 


967-6 


6362-2 


6491-9 


18 


IV 


1878 


1087-3 


1012-2 


6098-2 


6212-3 


26 


IV 


1879 i 


1050-8 


1006-8 1 


5939-3 


6188-0 



120 — 



Tag 




Summe der täglicben höchsten Stände über Null 
eines von der Sonne frei bestrahlten Thermometers 



vom 1. Januur an. 



von der Zeit des Erscheinens 
der ersten Blüthe im ver- 
flossenen Jahr an. 
» K. I "C. 



Pyrus 31aliis, Aepfelbauin (rother Winter-Calville), 
Blüthe offen. 



23 (20), erste 



(17) 


IV 


1869 


28 


IV 


1870 


3*) 


V 


1871 


25 


IV 


1872 [ 


20 


IV 


1873 


25 


IV 


1874 


30 


IV 


1875 


25 


IV 


1876 


6 


V 


1877 ll 


28 


IV 


1878 1 


5 


V 


1879 



(1304-5)' 
1341-0' 

(1643-4)* 
1445-8 
1343-7 
1382-2 
1381-9 
1205-3 
1475-0 
1296-8 
1202-5 



1486-7* 

1625-8* 

1399-9* 

1210-1 

1095-8 

1367-0 

1233-8 

1166-0 



(6158-0)* 
(6575-9)' 
(6476-5) 
6381-2 
6379-7 
6148-2 
5901-5 
6513-2 
5904-2 
5881-5 



7655-5* 
7177-3* 

6162-0 
6632-3 
6034-5 
6125-6 



*) Frostschaden. 



Aesculus Hippoeastanum, Bosskastanie) 26, erste Blüthe offen. 



(24) 
(2) 
29 
27 
19 
25 

5 
24 
10 

1 
14 



IV 


1869 


V 


1870 


IV 


1871 


IV 


1872 


IV 


1873 


IV 


1874 


V 


1875 


IV 


1876 


V 


1877 


V 


1878 


V 


1879 



(1445-5)' 
(1411-0)" 
1565-7" 
1494-1 
1325-4 
1382-2 
1495-9 
1194-0 
1556-7 
1361-2 
1379-2 



1541-5 

1609-0* 

1399-9 

1331-7 

1084-2 

1453-2 

1302-7 

1345-9 



(6087 
(6339 
6602 
6304 
6898 
6262 
5776 
6605 
5886 
5993 



0)' 
5)* 

5 
6 


2 
2 
7 
9 



7583-9* 
7194-1* 

6028-8 
6730-1 
6017-2 
6236-6 



lÄlium candiduin, weisse Lilie, 40 (33), erste Blüthe offen 



1 

30 
29 
3 
2 
26 
11 



— 


1869 


— 


_„ 


— 


— 


— 


1870 


— 


. — 


— 


— 


_ 


1871 


— 


-— 


— 


— 


— 


1872 


— 


— 


— 


— 


VII 


1873 


2898-3 


3483-3* 


— 


— 


VI 


1874 


2864-5 


3115-5* 


6307-4 


7035-4* 


VI 


1875 


2822-9 


2816-8 


6106-9 


— 


VII 


1876 


2815-0 


2824-3 


6070-2 


6283-8 


VII 


1877 


2888-1 


2908-4 


6316-1 


6445-2 


VI 


1878 


26660 


2723-7 


5860-3 


5983-0 


VII 


1879 


2737-6 


2803-4 


6047-4 


6273-1 



- 121 — 



Tac 



Monat 



Jalu- 



I Summe der tiif,'liclien liöchsten Stiliule über Null 
eines von iler Sonne frei bestrahlten Tliormonieters 



vom 1. 
' K. 



1 der Zeit des Krscli<inciis 
ersU^n l'ruclit — lUütlie — 
im verflossenen Jiilir an. 

" H. : " c. 



h'ihrs (i lossularla, Stachelbeere, (0), erste Frucht reif. 



(15) 


(VI) 


1869 


(2532'5r 


— 


— 


— 


(27) 


(VI) 


1870 


(2853-0')' 


— 


(6410-0)' 


— 


8 


VII 


1871 


3417-2* 


— 


(6799-9)" 


— 


21 


VI 


1872 


2718-6 


2957-2' 


5975-5 


6173-6' 


3 


VII 


1873 


2947-9 


3538-4' 


6702-6 


8097-6 


29 


VI 


1874 


2848-7 . 


3097-5' 


6242-0 


6962-3 


30 


VI 


1875 


2849-7 


2847-1 


6149-5 


— 


29 


VI 


1876 


2723'3 


27211 


5951-7 


6150-3 


4 


VII 


1877 


2931-2 


2956-6 


' 6450-9 


6596-6 


28 


VI 


1878 


27271 


2792-4 


i 5878-3 


6003-5 


— 


— 


1879 


— 


— 


— 


— 



Aster Amellus, Sternblume, 51 (3G), erste Blüthe offen. 









1869 


— 


— 


1 — 


— 


— 


— 


1870 


— 


— 


t — 


— 


— 


— 


1871 


— 


— 


1 — 


— 


— 


— 


1872 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


1873 


— 




— 


— 


— 


— 


1874 


— 




' — 


— 


12 


VIII 


1875 


3954-1 


4083-8 


•' — 


— 


10 


VIII 


1876 


3910-9 


4040-9 


6034-9 


6233*4 


19 


VIII 


1877 


4087-5 


4198-2 


6419-6 


6518-4 


18 


VIII 


1878 


4046-4 


4237-4 


6041-3 


6206-9 


20 


VIII 


1879 


3795-6 


3900-7 


' 5725-0 


5856-7 



Aesculus Hippocastanum, Bosskastanie, 26, erste Frucht reif. 



(16) (IX) 1869 (4895-5)' 



16 
28 
25 
30 
19 
13 
25 
20 
15 
3 



IX 
IX 
IX 
IX 
IX 
IX 
IX 
IX 
IX 
X 



1870 
1871 
1872 
1873 
1874 
1875 
1876 
1877 
1878 
1879 



4901-5* 

5714-8' 

51534 

5274-1 

4983-8 

48332 

5072-7 

4840-1 

4774-3 

"48238 



5998-5' 

6201-4* 

55950' 

5065-6 

5254-3 

4988-3 

5011-1 

4946-5 



(6127-5)' 
7086-8' 
6112-7 
65940 
60509 
5997-9 
6317-6 
6010-4 
6016-6 
6025-3 



6902-5* 
7719-3* 

6796-8* 

64650 
6095-1 
6190-5 
6128-8 



— 122 



Bemerkungen und Nachträge 

zu den 

„Mittheilungen über Madagaskar und seine Lepidopteren- 

Fauna" 

des Jahresberichtes 1877/78. 
Von M. SaalmUller. 

Als durch deu vorigen Jahresbericht der Senckenberg'schen 
naturforschenden Gesellschaft 14 neue Lepidopteren von 
Madagaskar veröffentlicht vpurdeu, ersuchte mich Herr Professor 
P. Mabille in Paris, der die Lepidopteren für das grosse Werk 
über Madagaskar von Alfred Grandidier zu bearbeiten über- 
nommen hat, ihm nähere Mittheiluugen zu machen und sie ihm 
womöglich zu übersenden. Es war mir diese Aufforderung um so 
erwünschter, als ich dann auf die leichteste Weise Sicherheit über 
die neu aufgestellten Arten erhielt, da dieser anerkannten Autori- 
tät augenblicklich das umfangreichste Material aus allen grösseren 
Sammlungen zu Gebote steht. Bald nach Einsendung der Novae 
Species und einiger sonst noch zu Zweifel Veranlass gebenden, 
schon bekannten Arten, erhielt ich durch Herrn Mabille auf die 
liebenswürdigste Weise das Resultat seiner Vergleichungen über- 
sandt, und es wurde mir dadurch die Bestätigung, dass die grosse 
Mehrzahl als neu anerkannt und nur einige wenige älteren Namen 
weichen mussten. 

Die stattgehabte Correspondenz und meine weiteren Unter- 
suchungen veranlassen mich zu folgenden Bemerkungen: 

ad 11 und 12. Ä. Rakeli B. ist 9 ^^^ ^- '^^«^ ^■■> 

welch letzterer Name eingeht, 
ad 13. Ä. Piva Gn. (Vinson, Voy. Mad. Lep. p. 34) ist 
mit Ä. Ranavalona B. als 9 zusammenzuziehen ; ebenso 



— 123 - 

ad 16 und 17 als Junonia Epiclelia B. 16 = (^; ist aber 
wohl nur Localform von J. Clelia Cram.; das Museum 
besitzt 9 Stücke mit blauen Flecken dieser Art. 

ad 23. An Stelle von Hypolimnas Bolina L. ist Misippus L. 
zu setzen (Mus. Ulr. p. 264. 1764) = cf Bolina 
Cram. 65. E. P. = cf Solina Dru. Ex. Ent. I. Taf. 14, 
1 u. 2). 9 = Diocippus Cram. 28. B. C. 

ad 25. Pseitdacrea Drusilla = Ps. (Panopea) Äpaturoides. 
Felder, Novara-Reise Lepid. p. 416 gibt die Be- 
schreibung, aus der ich unser Exemplar nicht erkennen 
konnte, 

ad 29. Charaxes Candiope God. var. 

ad 31. Gupido Bomanzo = C. Philipptis F. (^. 

ad 32. Jalimeniis BatiJceli B. = J. Ganibinus B. 9- 

ad 46. Papilio Merope Cram. var. Brutus F. ist von Felder 
als Localform unier dem Namen Papilio Meriones 
Feld, aufgestellt. (Novara-Reise Lep. p. 93.) 

ad 51. Tagiades Flesus F. als Insularis Mab. bestimmt. 

ad 52. Plesioneura Hyalinata = Hesperia Andrachne B. 
Boisduval's Beschreibung ist in seiner Fauna Mad. p. 67 
nach einem sehr defecten Exemplar gegeben. 

Nachträge I. 

Durch vs^eitere Sendungen aus Madagaskar ist die Sammlung 
durch folgende Arten vermehrt worden: 

Rhopalocera, 

79 JDanais Chrysippus L. 2. Orbis antiquus. 

Der griechischen, kleinasiatischen und afrikanischen Form nahe 
stehend, nur Flügel kürzer und breiter, die weisse Binde der 
Vordeiflügel breiter, vor der Spitze befinden sich nur 2 weisse 
Flecke, die einzelnen Flecke am Rande grösser und in geringerer 
Zahl, die Hinterflügel mit breiterer, dunkler, wenig gefleckter Aussen- 
binde. Die Form der Flügel und die Zeichnung der Hinterflügel 
wie bei Var. Borippns Klug (Symbolae Phys. taf. 48 fig. 1 — 5). 

80. Eurytcla Dryope Cram. 1. Afrika. 

ad 2;^ Hypolimnas Misippus L. var. Inaria Cram. (214 A. B.) 

Nur Varietät des 9 ohne weisse Binde auf den Vorderflügeln, 
dagegen zwischen Rippe 4 und 7 lebhaft hellbraun, der Fleck vor 



— 124 — 

der Spitze der 9 Stammform etwas heller als die Grviridfarbe 
angedeutet. 

81. '^Eronia Lucasi Grandidier. 2 (;^, 2 9- 

Rev. Zool. 1867. p. 273. 

Cf Eronia Vohemara Ward, Ent. Monthly Mag. VI. (1870) 
p. 224. 

Ward, Afric. Lepid. p. 4. t. 4, fig. 3, 4. 1873. 

cf 65 mm, 9 68 mm. 

In beiden Geschlechtern sehr verschieden. Vorderrand der Vor- 
derflügel stark gebogen, Spitze stark vorgezogen besonders beim 9- 

Aussenrand aller Flügel gewellt, beim 9 stärker, dessen 
Flügel auch breiter sind. Körper schwarz, weiss behaart, Fühler 
schwarz, unten braun mit bräunlicher Kolbe. Stirne braun, Palpen 
braun, unten gelb ; Augen braun, Brust unten orange, ebenso die 
Beine. 

(5* Oberseite: weiss. Vorderflügel: Spitze breit gelb, von ^jb 
des Vorderrandes aus, das letzte ^/i der Mittelzelle ausfüllend und 
vom Ursprung der Rippe 3 mit dieser nach dem Innern Vs des 
Aussenrandes laufend. Costalrippe braunschwarz, im letzen ^s des 
Vorderrandes in einen braunschwarzen Rand auslaufend, der die 
Spitze umzieht, sich im Aussenrande verschmälert und bis gegen 
Rippe 4 läuft. Von dem dunklen Rand aus ziehen die Rippen in 
gleicher Farbe eine kurze Strecke in das Gelbe hinein. Hinter- 
flügel zeichnungslos. 

Unterseite: Vorderflügel orangegelb, die Wurzel und den 
Tnnenraud breit weiss lassend. Am Ende der Mittelzelle ein 
schwarzer, länglicher Fleck, zwischen Rippe 3 und 6 gegen den 
Aussenrand zu dunkelbraun bestäubt. Hinterflügel orangegelb, mit 
braunvioletter Bestäubung, die am stärksten am Vorderrande 
in 2 Gruppen auftritt. 

9 Oberseite: Hellschwefelgelb. Vorderflügel mit schwarzem 
länglichem Fleck am Ende der Mittelzelle. Costalrippe schwarz, 
von ihrem letzten ^js zieht um die Spitze herum bis nahe an den 
Innenwinkel ein breiter, braunschwarzer, fleckiger Rand. Hinter- 
flügel am Aussenrande mit 6 braunschwarzen, eckigen Flecken auf 
den Rippen 2 bis 7, den hellen Rand schmal frei lassend; die 
mittleren sind die grössten. Vor der Fleckenreihe liegen noch 4 
kleinere Flecken im Bogen in Zelle 2 bis 5. In der Nähe der 
Wurzel mit schwacher dunkler Bestäubung. 



— 125 - 

Unterseite : Vorderflügel schwefelgelb mit dunklerem Vorder- 
uud Aiisseiiraud, die beide uacli der Spitze zu ins Orange über- 
gehen, mit rosavioletter Beschattung, besonders am Aussenrand 
und dem schwarzen Fleck am Ende der Mittclzelle wie oben, 
lliiiterflügel helloraugegelb mit rosavioletter Bestäubung, am Vorder- 
raud in mehreren Gruppen dunkler. Der Aussenrand zwischen 
Rippe 2 und 7 breit und fleckig rosaviolett. 

82. Catopsilia Florella F. 9. Afrika. 

ad 41. * Callosune Evanthe B. 4 (^, 1 9- 

Unter den (^(^ befindet sich 1 Exemplar, bei dem der Spitzen- 
fleck der Vorderflügel statt hellzinnoberroth, hellorangelb ist. 

Trimen (Rhopal. Africae, Australis I. p. 55), welcher das 9 
zuerst beschreibt, sagt: keine Spur von Orange an der Spitze, 
sondern nur ein einfaches, breites schwärzliches Band etc., während 
bei vorliegendem Exemplar das schwärzliche Band besonders in 
seiner Mitte nach der Wurzel zu stark mit orange Schuppen be- 
streut ist, und an seiner Grenze wurzelwärts einen hellgelben Schein 
besitzt. Das Vorkommen ausser Madagaskar ist sehr zweifelhaft, 
ein einziges Exemplar des British Museum trägt das Etiquette 
Süd- Afrika, in dessen Richtigkeit schon Trimen Zweifel setzt, auch 
führt Wallengren in seineu Kafi'erlandets Dag-Fjärilar (Lepid. 
Rhop. in Terra Caflfrorum) 1857. Evanthe nicht an. 

83. Fapilio Delalandii God. 1. Süd-Afrika. 

Im Vergleich mit Stücken vom afrikanischen Festlaude ist 
die schwefelgelbe Binde der Vorderflügel ungemein breit und zu- 
sammenhängend und nur am Vorderrande durch die dunkleren 
Rippen G, 7 und 8 unterbrochen. Der Querast in der Mittelzelle 
ist dagegen sehr schmal, von gleicher Farbe wie die Binde und 
nur gegen den Vorderrand zu etwas dunkler bestäubt. 

84. *IIeteropterus Howa Mabille 1. 

Ann. Soc. Ent. Fr. 1876 p. 215 et 270. 

85. *lIeteropterus JRhadama B. 1. 

JSeterocera. 

86. *Eiyo {Ambuly x) Coquerelii B. 

Spec. Gen. des Lep. Heteroceres I. p. 191. PL 4 Fig. 2. 

Nachstehende schöne Ophiuside habe ich zu Ehren des Herrn 
P. Mabille benannt und ist bereits in den »Petites Nouvelles 
entumologiques. Paris. N. 213. 1. Fev. 1879« beschrieben; da mir 



— 126 — 

das Thier jetzt nicht vorliegt, so gebe ich die Uebersetzung der 
ausführlichen Diagnose. 

87. *Ophisma Mabillii n. s. 1 cT. 
66 mm. 

Flügel hellgraubraun, seidengläuzend. 

Oberseite: Vorderflügel am Vorderrande nach der Spitze zu 
convex, haben einen Basalstrich und einen andern in der nieren- 
förmigen Makel. Der Saum leicht violettblau glänzend, hat einen 
länglichrunden schwarzen Makel. Darauf folgt eine breite Makel 
am Vorderrande nahe der Spitze, gelblichweiss, mit 3 rostfarbenen 
eingelegten welligen Linien; am Inuenrande befinden sich 3 klei- 
nere von ähnlicher Farbe durch rostfarbene Linien getheilt, in 
einer Curve gestellt. Aus der Makel am Vorderrande zieht eine 
dunklere, gezähnte Linie nach dem Hiuterwiukel zu. Hinterflügel 
uugezeichnet, an der Basis breit aschgrau, mit langen, rauhen 
Haaren. Der Vorderwinkel hat einen weissen Randfleck, der 
Afterwinkel 2 andere kleinere. Die Fransen am Afterwinkel 
weisslich. 

Unterseite: Vorderflügel an der Basis grau weiss, die Makeln 
am Innenrand in einem verwischten, weissen Raum ; Hinterflügel 
grau mit bräunlichen Räudern und 2 etwas heller braunen gebogeneu 
Linien gezeichnet. 

88. Grammodes Älgira L. L süd. Europa, Afrika, Asien. 

89. *Remigia May er i B. 3. 



Abgesehen von einigen Consuln, die Sendungen an europäische 
Museen gelangen lassen, sammelt augenblicklich in Madagaskar 
von Bedeutung nur Herr J. M. Hildebrandt aus Düsseldorf, 
leider ist der Engländer Crossley daselbst gestorben. 

Unsere beiden Freunde Herr Carl Ebenau und Anton 
Stumpff, die unser Museum durch sehr interessante Naturalien 
wesentlich bereichert haben, sind nach kurzem Aufenthalt in ihrer 
Heimath wieder nach der afrikanischen Insel abgereist. Um den 
beiden Herren das Sammeln zu erleichtern, hat die Senckenberg'- 
sche naturforschende Gesellschaft dieselben mit allem nöthigen 
Material und Instrumenten ausgerüstet, so dass wir Aussicht haben, 
noch manches neue Thier in unseren Abhandlungen und Jahres- 
berichten veröffentlichen zu können. 



— 127 



AllgemeiHOH über Sinnesorgane. 

Vorti'ag 

gehalten bei der Jahresfeier der Seuckenbergischen Naturforschenden 
Gesellschaft zu Frankfurt a. M. am 25. Mai 1879 



Dr. Heinrich Reichenbach. 



Hochansehnliche Versammlung! 

Unsere gegenwärtige Zeit bietet die merkwürdige Erscheinung, 
dass kein philosophisches System die nach wahrer Menschlichkeit 
strebenden Geister in einem solchen Grade zu beherrschen vermag, 
wie dies zu den Zeiten eines Cartesius, Leibnitz, Wolif, Kant und 
Hegel der Fall war. Dieser Umstand braucht keineswegs auf 
einem allgemeineren geistigen Rückgang zu beruhen, vielmehr wird 
mau nicht fehlgehen, wenn man die Ursache dieser Erscheinung 
zum grossen Theil dem täglich wachsenden Eiufluss der Natur- 
wissenschaften zuschreibt, die sich mit durchschlagendem Erfolg 
gegen willkürliche Speculationen wenden. Mau braucht ja nur 
an die Resultate der neueren Chemie bezüglich der Molecularcon- 
structiou der Materie, au die Auffindung des mechanischen Wärme- 
aequivalents, an das Princip der Erhaltung der Energie — oder 
wie Zöllner es nennt — an die Constanz der Bilanz zwischen 
Ursache und Wirkung in der uns bekannten Welt zu denken, 
oder man erinnere sich der Umwälzungen, die durch die Auf- 
stellung der Zellenlehre und der Descendenztheorie bewirkt wurden, 
— und mau wird den mächtigen Eiufluss naturwissenschaftlicher 
Errungenschaften auf die allgemeine Weltanschauung erklärlich 
finden. 



^ 128 — 

Freilich hat sich aus dem Lager der Naturforschung und 
zwar von materialistischer Basis aus eiu erbitterter Kampf gegen 
alle und jede speculative Philosophie entwickelt, der um so 
erfolgreicher geführt werden konnte, je weniger die letztere die 
Resultate exacter Forschung berücksichtigte. Aber es kann mit 
Genugthuung die erfreuliche Thatsache constatirt werden, dass 
ebenfalls aus den Reihen der Naturforscher hervorragende Geister, 
die die Unzulänglichkeit des Materialismus erkannten, der Philo- 
sophie in der neueren Zeit ein intensives Interesse zuwenden, 
durchdrungen voq der Ueberzeugung, dass die exacte Forschung 
unaufhörlich durch philosophische Kritik beeiuflusst werden muss, 
sollen ihre Resultate dem Geistesfortschritt wirklich dienstbar sein, 
anstatt dem zersetzenden Materialismus Vorschub zu leisten. 

Und in der That, durch innige Wechselwirkung vou Natur- 
wissenschaft und Philosophie sind gerade in der neueren Zeit 
Erruugenschaften von erheblicher Bedeutung erzielt worden. Es 
hat sich gezeigt, dass durch Benützung naturwissenschaftlicher 
Methoden, durch rein physikalische Betrachtungsweise auch über 
die geistige Natur des Menschen Licht verbreitet werden kann, 
wenn auch in sehr beschränktem Maasse. Einige Resultate der 
physiologischen Psychologie rechtfertigen diese Behauptung zur 
Genüge; es sei nur an das psycho-physische Grundgesetz von 
Weber und Fe ebner erinnert, welches aussagt, dass zwischen 
Empfindungsintensität, also einer rein psychischen Grösse, und 
der Reizstärke ein ganz bestimmter Zusammenhang besteht, der 
sich sogar in mathematische Fassung bringen lässt. 

Es gibt aber ein Gebiet der Naturwissenschaften, dessen Re- 
sultate in ganz besonders hohem Grade auf philosophische Probleme 
von Einfluss sein müssen, ein Gebiet, das eben deswegen auf das 
eingehendste erforscht ist und wo der menschliche Geist von jeher 
seine grössten Triumphe gefeiert hat. Es ist dies die Lehre von 
den Sinnesorganen. 

Die grossartigen Errungenschaften dieses Wissensgebietes sind 
nicht nur von entscheidender Bedeutung für die Erkenntniss- 
theorie, sie zeigen uns nicht nur, wie alle unsere Vorstellungen 
von den Structurbedingungen unseres Organismus abhängen, son- 
dern sie führen uns auch mit zwingender Noth wendigkeit un- 
mittelbar an die scharf markirte und unübersteigliche Grenze 
unseres Erkennens und Wissens überhaupt und geben somit 



— 129 — 

entscheidende Gründe zur Wiederlej^ung des Materialismus au 
die Haud. 

Als mir seitens der Direction der Senckenbergischen Gesell- 
schaft der ehrende Auftrag ward, heute hier zu sprechen, glaubte 
ich kein besseres Thema wählen zu können, als gerade die Sinnes- 
organe. Freilich kann ich mich bei der Kürze der Zeit nur an 
grosse, allgemeine Züge halten und werde ich vorzugsweise nur 
die morphologischen Verhältnisse einer eingehenderen Betrachtung 
unterwerfen. 

Die Sinuesapparate vermitteln dem Organismus die Kennt- 
niss der Aussenwelt; eingeschaltet zwischen diese und den Sitz der 
empfindenden und geistigen Thätigkeit, als welcher das Nerven- 
system gilt, verhalten sie sich zu diesem Centralapparat nach 
einem geistreichen Vergleich, wie die verschiedenen Schalter eines 
Telegraphensystems zur Centralstation, die auch je nach ihrer 
Constructiou nur ganz bestimmte Depeschen aufnehmen und ver- 
mitteln können. 

Bei den höheren Geschöpfen, zumal beim Menschen haben 
diese Sinnesapparate einen ausserordentlich verwickelten Bau. 
Eine vergleichende Betrachtung der in Rede stehenden Organe 
in der ganzen Thierwelt hat aber das merkwürdige Resultat zu 
Tag gefördert, dass fast alle Sinnesorgane, auch die allereinfach- 
sten, ähnliche, ja oft identische Einrichtungen besitzen, die sich 
von einander leicht und ungezwungen ableiten lassen. Wie auf 
andern Gebieten, so hat sich auch hier wieder gezeigt, wie eine 
tiefere Auffassung, eine umfassendere Einsicht dadurch erreicht 
wird, dass man nicht den Menschen am Menschen allein studirt, 
sondern dass mau bestrebt ist, ihn auf der Folie der Thierwelt, 
ja der ganzen organischen Natur zu verstehen. Ebenso hat auch 
die Entwicklungsgeschichte der Sinnesorgane Resultate aufzuweisen, 
die durch ihre Beziehungen zu den Ergebnissen der vergleichenden 
Anatomie von hohem Interesse sind. 

Wo wir in der ganzen Thierwelt unzweifelhafte Sinnesorgane 
antreffen, finden sich eigenthümlich modificirte Zellen, welche mit 
einem Nerven in Verbindung treten. Diese Zellen sind meist 
cylindrisch, langgestreckt und tragen den Charakter von Epithel- 
zellen deutlich zur Schau. An ihrem centralen Pol lässt sich 
eine Nervenfaser nachweisen und an ihrem peripheren Ende tragen 
sie ein Ausscheideproduct, ein sogenanntes Cuticulargebilde, das 

9 



— 130 — 

bald die Form vou Stäbchen, Zäpfcheu, Stiftcheu besitzt, bald 
ein oder mehrere Härchen darstellt. Diese Zellen heissen Sinnes- 
zellen; treten sie zu Gruppen zusammen, so bilden sie ein Sinues- 
epithel. Diese Siuneszellen übertragen Bewegungsvorgäuge der 
Aussenwelt, welche wir mit den Worten Licht, Schall, Wärme, 
chemischer Prozess, Druck etc. zu bezeichnen pflegen, auf die 
Nervensubstanz; offenbar spielen hierbei die cuticularen End- 
gebilde eine hervorragende Rolle, denn wir finden sie in den 
verschiedenen Sinnesorganen ganz verschieden ausgebildet und bei 
den gleichnamigen Sinnesorganen ganz verschiedener Thiere be- 
sitzen sie oft den gleichen Bau. Ueber die Art ihrer Einwirkung 
auf die Nerveusubstauz stehen uns nur Vermuthungen zu Gebot. 
So werden wahrscheinlich die feinen Hörhärchen in unserm Ohr 
durch Schallbewegungen in Mitschwingung versetzt; die End- 
gebilde der Riech-, Schmeck- und höchstwahrscheinlich auch der 
Sehzellen dürften durch einen chemischen Prozess alterirt werden, 
während die Tastnerveneudiguugen, ähnlich wie die Hörhärcheu, 
durch einen mehr mechanisch zu nennenden Vorgang erregt 
werden. 

Da wir in allen unzweifelhaften Sinnesorganen diese End- 
apparate auffinden, so sind wir zu dem Schluss berechtigt, dass 
da, wo ähnliche Siuneszellen auftreten, ein Sinnesorgan vorhanden 
sein kann, dessen Funktion allerdings aus andern Begleiterschei- 
nungen erschlossen werden muss. Es waltet aber hier eine mehr 
oder weniger beträchtliche Unsicherheit, was ganz besonders vou 
den Tast-, Geschmacks- und Geruchswerkzeugen der niederen Thiere 
gilt, während wir für Hörorgane und für Augen ziemlich sichere 
Merkmale besitzen. 

Stets sind die Sinnesepithelien oder die Sinneszellen der 
äusseren Körperschicht genähert; in vielen Fällen bilden sie einen 
integrirenden Bestandtheil der äusseren Haut und wo sie in der 
Tiefe liegen, da weist fast überall die Entwicklungsgeschichte ihren 
Ursprung aus der äussersten Körperschicht nach. 

Mit den Sinnesepithelien treten vielfach besondere Apparate 
in Verbindung, deren ganze Einrichtung darauf hinweist, dass 
sie die aus der Aussenwelt stammenden Bewegungen in bestimmter 
Weise zu modificiren haben, ehe die Einwirkung auf die Sinnes- 
zellen erfolgt. Dahin gehören Farbstofie, lichtbrechende Medien, 
schallleitende Apparate, kleine Polsterchen wie bei den Tast- 



— 131 — 

körpereben. Ferner liegen fast überall Nerven- oder Ganglien- 
zellen in nächster Nähe der Sinnesepitlielien, welche mit den 
Hiuuesnerveutasern vor deren Eintritt in die Siuneszellen verknüpft 
sind. Mau hat diese Ganglienzellen in sehr sinnreicher Weise 
als Kraftmagazine gedeutet, dazu bestimmt, bei eiuer grösseren 
Zahl von Reizvorgängen dem Nerven die erforderliche Kraft zu 
übermitteln. 

Es mag gleich hier noch bemerkt werden, dass wir bei vielen 
Sinnesorgauen zwar die aus der Siuueszelle tretende Nervenfibrille 
kenneu, aber nicht ihren directen Zusammenhang mit dem Siunes- 
nerveu. So ist es bis auf den heutigen Tag noch nicht gelungen, 
den Zusammenhang der Nerven mit den Sehzellen im Auge, mit 
den Hörzellen im Ohr, mit den Riechzellen oder den Schmeck- 
zellen bei den Wirbelthieren trotz angestrengter Untersuchungen 
nachzuweisen, so überaus wahrscheinlich derselbe auch ist. 

Nach Obigem machen wir znr unbedingten Voraussetzung 
von Sinnesorganen die Existenz eines Nervensystems, eines Central- 
apparats, wo die von jenen Organen übermittelten Bewegungs- 
vorgäuge zur Empfindung gelangen, oder wie mau zu sagen 
pflegt, sich in Empfindung umsetzen. 

Wie verhält es sich nun bei den Thieren, bei welchen ein 
Nervensystem noch nicht zur Sonderung gekommen ist? Wie 
steht es bei den einzelligen Wesen ? Haben sie keine Sinnes- 
organe und demgemäss auch keine Empfindungen? Wir sehen 
doch, wie die Amoeben, die Infusorien auf äussere Einwir- 
kungen reagiren. Die Anioebe' zieht bei der geringsten Er- 
schütterung ihre Pseudopodien ein; die Vorticelle schreckt bei 
der Berührung durch ein kleines vojrbeischwimmendes Thierchen 
heftig zusammen ; wo ein Stückchen faulende Substanz liegt, ver- 
sammeln sich die Infusorien wie die Adler auf dem Aase ; an der 
hell erleuchteten Seite des Aquariums treff^i wir stets die zahl- 
reichsten dieser kleinen Wesen, und bei vielen kennt man einen 
Pigmentfleck, der an ein Auge erinnert; wir stehen also vor der 
Thatsache, dass das Protoplasma dieser einzelligen Wesen in ver- 
schiedener Weise auf Einwirkungen der Aussenwelt reagirt; wir 
können auch nicht unbedingt in Abrede stellen, dass dabei etwas 
Aehnliches stattfindet, wie das, was wir Empfindung nennen 
wenn wir aber unter Sinnesorgauen Einrichtungen verstehen, durch 
welche gewisse Bewegungsvorgänge der Aussenwelt erst auf ein 



— 132 — 

Nervensystem übertragen werden müssen, um eine Empfindung 
zu veranlassen, so dürfen wir jenen einzelligen Thiereu keine 
eigentlichen Sinnesorgane zusehreiben. 

Wir treffen demgemäss erst da auf ächte Sinnesorgane, wo 
die Arbeitstheilung im Zelleustaat so weit vorgeschritten ist, dass 
sich ein besonderer Empfindungsapparat, ein Nervensystem diffe- 
renzirt hat. Die einfachsten derartigen Thiere finden wir unter 
den Coelenteraten. Die Medusen besitzen bereits einen verhält- 
nissmässig hoch entwickelten Nervenapparat, aus vielen Fasern 
und Ganglienzellen bestehend. Der Körper dieser Thiere besteht 
auch schon aus den bekannten drei gesonderten Schichten; in der 
am weitesten nach aussen liegenden Schicht ist das Nervensystem 
in Form zweier Ringe entstanden und bleibt auch zeitlebens in 
dieser Schicht liegen. Diese Thatsache hat eine tiefere Bedeutung: 
Hat doch die Entwicklungsgeschichte den Nachweis geliefert, dass 
der Leib aller Thiere, mit alleiniger Ausnahme der Protisten, sich 
aus solchen blattartigen, schichtenweis über einander gelagerten 
Zellenmasseu aufbaut, die in der Zwei- oder Dreizahl vorhanden 
sind und den Namen Keimblätter führen; ferner weiss man, dass 
bei den allermeisten Thieren das Nervensystem in dem äusseren 
Keimblatt, dem Ectoderm sich entwickelt. 

Die Sinnesorgane der Medusen sind insofern von Wichtigkeit, 
als wir hier diese Apparate in ihrer einfachsten Gestalt vor uns 
haben. An verschiedenen Körperstellen und zwar immer in 
nächster Nähe des Nervenrings hat das physiologische Experiment 
eine höhere Empfindlichkeit nachgewiesen und die anatomische 
Untersuchung daselbst typisches Sinuesepithel constatirt, dessen 
Elemente lauge, in das Wasser ragende Geisseihaare tragen und 
an ihrem entgegengesetzten Pol eine Faser besitzen, die direct 
mit dem Nervensystem zusammenhängt. In nächster Umgebung 
dieser Sinnesepithelieti finden sich nicht nur Pigmentanhäufungen, 
sondern auch lichtbrechende Medien von linsenförmiger Gestalt 
und ausserdem Einrichtungen, die den Hörorganen höherer Thiere 
ganz ausserordenlich ähnlich sind. 

Diese Verhältnisse weisen darauf hin, dass hier die aller- 
einfachsten Anfänge der Sinnesorgane vorliegen : In dem Siunes- 
epithel oder in nächster Nähe desselben treten allmälig die 
accessorischen Apparate auf, die gesonderte Empfindungen von 
Licht oder Schall ermöglichen, während die Partien ohne diese 



— 133 — 

Einrichtungen vorläufig noch indifferenter Natur sind. Man hat 
diese letzteren auch sehr bezeichnend »indifferentes Sinnesepithel« 
genannt. *) 

Werden solche Geisseihaare besonders lang und nehmen sie 
eine festere Beschaffenheit an, so sind dadurch Einrichtungen 
gegeben, die besonders geeignet erscheinen als Tastorgane zu 
dienen; oft treten derartige Tastborsten zu kleinen Kämmchen 
zusammen, die dann in der Regel an besonders exponirten Körper- 
stellen anzutreffen sind. Bei vielen niederen Thieren sind die her- 
vorragenderen und beweglichen Körperauhänge meist durch feines 
Tastgefiihl ausgezeichnet. Die Empfindlichkeit der Taster und 
Fühler der Arthropoden ist hinlänglich bekannt und vielfach sind 
hier von L e y d i g u. A. haarähnliche Nervenenden als Tastborsten 
gedeutet. In der ganzen, durch hohe Empfindlichkeit ausgezeich- 
neten Haut der Mollusken sind Tastzellen beschrieben, welche 
pinseltragende Becherchen darstellen.**) 

Hier und da trifft man auf verhältnissmässig sehr complicirte 
Tastapparate, wie bei der Larve von Corefhra^ von der sie 
Leydig***) beschreibt. Hier entspringen in den Bauchganglien 
Nervenfäden und treten in kleinere Ganglien ein, die der Körper- 
oberfläche genähert sind; mit diesen stehen einfache oder gefiederte 
Borsten in Verbindung, die frei in das Wasser ragen; eine be- 
sondere Rolle scheint dabei ein eigenthümlicher, federnder Apparat 
zu spielen. 

Mit grösserer Sicherheit kennen wir die Tastorgane des 
Menschen und der höhereu Thiere, sie liegen ebenfalls in der 
Haut und können als Derivate derselben betrachtet werden. 

Es lassen sich aber ganze Hautpartien namhaft machen, 
die keineswegs ohne Empfindung sind, jedoch bestimmter Tast- 
nerveuendifjungen gänzlich entbehren. Hier müssen wir an- 
nehmen, dass die Temperatur- und Druckwirkungen ihrer Natur 
nach keiner besonderer Uebertragungsapparate bedürfen, um die 
Nervenfaser zu afficiren. Wo aber der Sitz eines besonders feinen 



*) 0. u. R. Hertwig, Nervensystem und Sinnesorgane der Medusen. 
Leipzig 1878. 

**) Flemming, Arch. f. mikr. An. V. VI. Boll, Ebendas. VI. Suppl. 
Vergl. auch Claparede, der sie zuerst sah. 

***) Leydig, Lehrb. der Histologie pag. 211. 



— 134 — 

Tastgefühls ist, da treffen wir auch Tastorgane, kleine Polster- 
apparate von verschiedener Gestalt und abweichendem Bau. 

Die eiufachsten sind die sogenannten »Tastzellen«,*) blaseu- 
förmige Elemente mit hellem Zellkern, in deren Protoplasma eine 
Nervenfaser eindringt; treten zwei dieser Tastzellen zusammen, 
so resultirt eine »Zwillingstastzelle« ; vereinigen sich endlich eine 
grössere Anzahl dieser Zellen zu einem kleinen ellipsoidischen 
Polsterchen, an welches eine vielfach sich verästelnde Nerven- 
faser tritt, so entsteht ein »Meissner' sches Tastkörperchen«, die 
besonders häufig an den Fingerspitzen auftreten. Wieder andere 
Formen sind die »Endkolben«, die bald kuglig, bald cylindrisch 
sind; hier bilden mehrere Zellen ein Bläschen mit feinkörniger 
Substanz erfüllt ; in dieses tritt die Nervenfaser ein, die meist mit 
einer kleinen Anschwellung hier eudigt. 

In der Haut und der Schnabelspitze vieler Vögel findeu wir 
ähnliche Bläschen; nur sind sie hier mit einigen Lamellen um- 
geben, die prall mit einer Flüssigkeit erfüllt sind. Aus diesen 
nach ihrem Entdecker »Herb st' sehe Körperchen« genannten 
Gebilden lassen sich leicht die am längsten bekannten »Vater'- 
schen Körperchen« entstanden denken ; diese letzteren haben nur 
eine bedeutendere Anzahl Lamellen und scheinen besonders dazu 
bestimmt, mechanischen Druck in hydrostatischen umzusetzen. 

Wir finden also in der äusseren Haut aller Thiere besondere 
Nervenendigungen mit Zellen in Verbindung tretend, die im All- 
gemeinen den Charakter von Sinneszellen aufweisen. Die vielfach 
von einander abweichenden Tastorgane der höhereu Thiere und der 
Menschen lassen sich, wie wir gesehen haben, leicht von einander 
ableiten, eine Thatsache, der wir jedenfalls Bedeutung zuschreiben 
müssen. 

Höchst räthselhafte Gebilde finden wir in der bekannten 
Seitenlinie der Fische; alles weist darauf hin, dass wir es mit 
Sinnesorganen zu thun haben ; zahlreiche Nerven treten in Epithel- 
zellen ein, die alle Merkmale einer Sinneszelle zeigen ; ihre Ab- 
stammung vom Ectoderm ist erwiesen; sie liegen anfangs in der 
äussersten Körperschicht und gerathen erst durch einen Ein- 
stülpungsprozess in die Tiefe. Ihre Funktion ist gänzlich un- 
bekannt; sie sind aber deswegen von Interesse, weil sie bei 



*) Merkel, Arch. f. mikr. Anat. XI. 



— 135 — 

Amphibieularven, solange sie im Wasser leben, genau in gleicher 
Weise auftreten, und erst verschwinden, wenn das Leben in der 
Lnft beginnt. *) Die Existenz dieser Seitenorgane scheint deni- 
geuiäss mit dem Aufenthalt im Wasser zusammenzuhängen. 

lieber die Geschniacksorgane der niederen Thiere können wir 
auch nur Vermuthnngen aufstellen, obwohl die Erfahrung lehrt, 
dass diesen Geschöpfen die entsprechenden Empfindungen keines- 
wegs mangeln. Ich erinnere nur an die leckere Stubenfliege und 
die Honig fressenden Kerfe. Bei der Biene glaubt Joseph**) 
auch Gechmacksorgane gefunden zu haben; er beschreibt kleine 
Näpfchen in der Mundhöhle, in welchen helle Bläschen sich 
zeigen, die einen Stift und eine Faser besitzen. Wurden diese 
Bläschen unter dem Mikroskop mit indifferenten Bitterstoffen 
behandelt, so entstand eine bläuliche Färbung, während eine 
Salzlösung ein gelbgrünes Aufleuchten ergab. Obwohl diese Ver- 
suche keineswegs beweisend sind, so lassen sie es immerhin als 
möglich erscheinen, dass dieser chemische Prozess eine Geschmacks- 
empfindung veranlassen könnte; denn soviel scheint gewiss, dass 
bei dem Schmecken chemische Prozesse eine Hauptrolle spielen. 

Auch vom Mensehen und den höheren Thieren kennt man 
die eigentlichen Schmeckzellen erst seit 1867. An den verschie- 
denen Papillen der Zunge, auch am Gaumen, und bei Fischen 
selbst an den Kiemenbögen und den Barteln finden sich zahllose 
becher- oder kuospenförmige Gebilde, sogenannte »Schmeckbecher«; 
die im Innern dieser Becher liegenden Zellen erweisen sich wieder 
als typische Sinneszellen; sie haben einen centralen Nervenfortsatz 
und ein peripheres Härchen oder Stäbchen, was sich in manchen 
Fällen gabelt; man deutet sie als die eigentlichen »Schmeck- 
zellen«. Da die innere Auskleidung der Mundhöhle in frühen 
Embryonalstadien sich aus einer Einstülpung aus dem Ectoderm 
entwickelt, so sind auch die Schmeckbecher mit ihren Siunes- 
zellen gerade wie das Nervensystem Producte des äusseren Keim- 
blattes. 

Nicht viel besser wie mit den Geschmacksorganen ergeht es 
uns mit den Riechapparateu der niederen Thiere. Wir müssen 
vielen derselben ein <janz ausserordentlich feines Geruchs- 



*) Fr. E. Schnitze, Arch. f. mikr. Anat. VI. 
**) Joseph, Amtl. Ber. d. Naturf.-Vers. in München 1877, p. 227. 



- 136 - 

vermögen viudiciren; man denke nur an die Aas fressenden 
Insekten, an die Krebse, die man mit Ködern in Masse fängt 
man denke ferner an die interessante Thatsache, dass Schmetter- 
linge, die zu den Seltenheiten in einer Gegend gehören, in 
grösserer Zahl sich einfinden, wenn nnm ein Weibchen in einem 
der Luft zugänglichen Behälter exponirt. Es sind dies staunens- 
werthe Leistungen, gegen welche selbst der Geruchssinn eines 
Spürhundes nicht allzu hoch geschätzt werden darf. Trotzdem 
stehen sich über den Sitz des Geruchssinnes bei niederen Thieren 
die widersprechendsten Anschauungen gegenüber. Wimpernde 
Grübchen mit Nervenendigungen werden bei Medusen und Würmern 
als Geruchsgrübcheu in Anspruch genommen. *) In den Fühlern 
der Landschnecken findet sich ein starker Nerv, dessen Fasern 
in Ganglien sich verbreiten; man glaubt hier im Einklang mit 
physiologischen Experimenten das Gerachsorgan vor sich zu 
haben.**) Bei im Wasser lebenden Schnecken kennt man Wimper- 
leisten und radförmige Wimperorgane, die. ebenfalls als Geruchs- 
werkzeuge gedeutet werden. Verhältnissmässig sicherer ist man 
bezüglich der Cephalopodeu, da hier ganz ähnliche Bildungen auf- 
treten, wie bei niederen Wirbelthieren und den Embryonen höherer: 
hinter den Augen der Tintenfische liegen zwei Grübchen; ein 
direct neben dem Sehnerven im Gehirn entspringender Nerv ver- 
sorgt diese Riechgruben mit zahlreichen Nervenfäden. 

Besondere Schwierigkeiten machen die Arthropoden. Leydig 
beschreibt bei Daphnien helle Röhrchen mit knopfförmigem Ende 
an den Antennen und nennt sie Riechhaare; ganz ähnliche 
Gebilde fand man bei Asellus, Gammarus und Ästacus nebst 
seinen Verwandten. Auch bei Insekten sollen die Antennen die 
Träger der Riechorgane sein; kleine Grübchen mit einer krater- 
artigen Erhebung sind als solche gedeutet. ***) Eine andere Hypo- 
these geht von der Voraussetzung aus, dass in physiologischer 



*) Claus, Denkschrift d. k. Acad. d. "Wissensch. Wien XXXVIII. 
Eimei , Amtl. Ber. d. Naturf.-Vers. München 1877, p. 183 ff. Quatrefages, 
Mem. sur la fam. des Nemertins. Annal. des sc. nat. 1846. 3e ser. Tab. VI. 
**) Flemming, Arch. für mikr. Anat. Bd. VI. 

***) Vergl. Leydig, Geruchs- und Gehörorgane der Krebse und In- 
secten. Müll. Arch. 1860. Lehrbuch der Histol. 1857. — Ferner Leffebore, 
Ann. de la soc. entom. de France 1838, T. VII. Bergmann u. Leuckart, 
Fhys. Uebersicht des Thierreichs. 



— 137 — 

Analogie mit den Verhältnissen bei Vertebraten die Geruchs- 
organe Lnft athniender Insekten am Piingaug der llespirations- 
orgaue liegen müssten. Joseph*) fand auch in der That in 
der Nähe der Stigmen ein Orübehen mit Nervenendigungen, die 
er als Geruchgrübchen deutet. 

Erst für die Wirbelthiero sind die Geruchsorgane mit ab- 
soluter Sicherheit bekannt; das Riechepithel dieser Thiere ist sogar 
für die ganze Auffassung der Sinnesorgane von klassischer Be- 
deutung, insofern von ihm Max Seh u It ze im Jahre 1862 zuerst 
die hypothetische Behauptung aussprach, die Riechzellen seien 
weiter nichts als modificirte Epithelzellen, die mit dem Nervus 
olfactorius in Verbindung getreten seien. Diese Auffassung ist 
seitdem auf die übrigen Sinnesorgane übertragen und hat sich 
als vollkonmien zutreffend erwiesen. 

Was nun die Elemente der Riechschleimhaut anlangt, so 
lassen sie sich in zwei Gruppen bringen. Die einen sind einfache 
Epithelzellen, tragen weder Härchen noch Stäbchen, zeigen aber 
einen sich verästelnden Protoplasmafortsatz an ihrem centralen 
Pol. Die eigentlichen Riech zellen sind weit schlanker, besitzen 
einen Stift oder einen Stab und haben eine varicöse Nervenfaser 
an ihrem centralen Pol. 

Von besonders hohem Interesse sind aber die gröberen 
morphologischen Verhältnisse der Geruchsorgane bei den Wirbel- 
thieren. Hier können wir nicht nur, wie bei den Geschmacks- 
organeu, den Ursprung des Riechepithels aus dem äusseren Blatte 
nachweisen, sondern wir können auch die mannigfachen Ab- 
weichungen der gröberen Structurverhältuisse leicht ans einander 
ableiten; wir können eine continuirliche Reihe, von Einfachem zu 
Zusammengesetztem allmälig fortschreitend, aufstellen, und viele 
der niederen Stadien treten in den Embryonalperioden höherer 
Thiere gleichsam wie in einem Spiegel i^eflectirt, wiederum auf. 

Das Hauptresultat vorweg nehmend können wir behaupten : 
Die Geruchsorgane bei den Vertebraten sind nichts weiter als 
Ectoderm-Grübchen am Kopfe, die allmälig complicirteren Bau 
annehmen und mit der Mundhöhle in Verbindung treten, sobald 
das Luftleben beginnt. 

Der Amphioxus besitzt, wie manche Würmer und Mollusken, 



*) Joseph, Amtl. Ber. d. Naturf.-Vers. München 1877, p. 174 ff. 



— 138 — 

nur ein einziges Geruebsgrübchen vorn am Kopf gelegen; bei den 
Cyclostomen, zu denen unser Neunauge gebort, ist die Nase aucb 
noch unpaar, wird aber bereits zu einem hinten blind endigenden 
Rohr; nur bei Myxine, einem parasitisch lebenden Fisch, com- 
municirt dieses Rohr mit der Mundhöhle. 

Alle übrigen Vertebrateu haben eine paarige Nase ; in ihrer 
einfachsten Form stellt sie zwei symmetrisch gelegene, blind 
endigende Einstülpungen des Ectoderms dar. So tritt das Geruchs- 
organ bei vielen Fischen und bei sämmtlicheu Embryonen der 
übrigen Vertebraten auf. 

Bei den Rochen und Haien ragen zwei Fortsätze vom Rand 
dieser Gruben einander entgegen und bilden eine zum Mundwinkel 
führende Rinne. Hier haben wir also den Beginn einer Com- 
munication der Nasenhöhle mit der Mundhöhle vor uns, und dieses 
Uebergangsstadinm tritt genau in gleicher Weise bei den Embryonen 
der übrigen Wirbelthiere vorübergehend ebenfalls auf. 

Die seitlichen Randfortsätze, die bei Rochen und Haien die 
Nasenfurche bilden, köunen aber frühzeitig verschmelzen, wie bei 
manchen Knochenfischen; hier besitzt deuigemäss die Nasenhöhle 
zwei Oeffnungen, die aber beide an der Aussenfläche des Körpers 
sich befinden. Allmälig rückt nun die eine dieser beiden in 
die Mundhöhle. Bei den Lurchfischen {Dipnoi) und den Kiemen- 
lurchen {Perennibranchiaten) liegen die inneren Nasen Öffnungen 
gerade noch auf dem Lippenrand, bei Salamandern und Fröschen 
sind sie schon hinter die Kieferräuder gerückt, bei den höheren 
Amphibien wandern sie noch weiter nach hinten, bis sie endlich 
bei allen höheren Vertebraten weit hinten im Rachen als die 
beiden Choanen ausmünden. 

Es scheint, dass diese allmäligen üebergänge im Causalnexus 
stehen mit dem successiven Aufgeben des Wasserlebens. Wir 
haben es hier mit einer Anpassung an den Aufenthalt in der 
Luft zu thun. Durch die Verbindung der Riechorgane mit dem 
Respirationsorgan werden erstere nicht nur leistungsfähiger 
bezüglich ihrer eigentlichen Function, sondern sie stellen jetzt 
auch noch Wächter für die zarten Athmungswerkzeuge dar. 

Noch überraschendere und anziehendere Resultate ergibt die 
vergleichende Betrachtung der Gehörorgane in der Thierwelt. 

Fragen wir wieder nach der denkbar einfachsten Form der 
Hörwerkzeuge, so muss ohne Weiteres zugegeben werden, dass 



— 139 — 

ein einfaches frei in das Wasser ragendes Härchen von etwas 
steiferer Beschaffenheit vollständig ausreichend sein kann, um 
Schallbewegungen des Walsers aufzunehmen und auf die Nerven 
zu übertragen. Vielfach sind auch derlei Haare an den ver- 
schit.'densten wirbellosen Wasserthieren beschrieben und als Hör- 
haare in Anspruch genommen worden. Man suchte diese Deutung 
auch durch Experimente '/a\ rechtfertigen. Hensen*) fand 
nämlich an Crustaceen solche Sinueshärchen auf, brachte die 
Thierchen unter ein Mikroskop, construirte einen schallleitendeu 
Apparat und liess nun eine Trompete anblasen ; es ergab sich, 
dass bei verschiedenen Tönen auch verschiedene dieser Härchen 
in deutlich mit dem Mikroskop wahrzunehmende Schwingungen 
gerietheu, — ähnlich wie die Saiten eines Claviers ohne Dämpfer 
in Mitschwinguniren versetzt werden, wenn man einen Ton hinein- 
singt, wobei dann auch diejenigen Saiten am stärksten erklingen, 
deren Ton dem gesungenen am nächsten verwandt ist. 

Aber nur selten ragen die Hörhärchen frei ins Wasser, in 
weitaus den meisten Fällen befinden sie sich in einem mit Flüssig- 
keit prall erfüllten Bläschen ; mit diesem Bläschen tritt der 
Hörnerv in Verbindung, dessen Fasern dann in die Epithelzellen 
des Hörbläschens eintreten, welche an ihrem entgegengesetzten 
Ende die in die Hörflüssigkeit ragenden Härchen tragen. In 
der Regel schwimmen in der Hörflüssigkeit feste, kuglige oder 
crystallisirte Concremente, vorzugsweise aus kohlensaurem Kalk 
bestehend; sie heissen Hörsteine oder Otolitheu und zeigen meist 
eine zitternde Bewegung. Was für eine Funktion diesen Otolithen 
zuzuschreiben ist, weiss man nicht. Man glaubt, es seien 
Dämpfungsapparate, für welche Ansicht man geltend macht, dass 
in der Säugethierschnecke keine Otolithen sich finden, wohl aber 
eine eigenthümliche Membran, die Membrana tectoria der Ana- 
tomen. Ihre ganze Lage deutet auf einen Dämpfuugsapparat hin, 
ferner sucht man sie mit Recht der Otolithenmembran niederer 
Vertebraten gleichzusetzen. 

Ueberall, wo unzweifelhafte Hörwerkzeuge vorhanden sind, 
habeu wir das gleiche Baupriucip : Ein geschlossenes flüssigkeit- 
erfülltes Bläschen mit Otolithen und Nervenendorganen. Selbst 
das verwickelte Labyrinth der höheren Vertebraten lässt sich 

*) Hensen, Stud. üb. d. Gehörwerkzeuge d. Krebse. Zeitschr. f. wiss. 
Zool. Bd. XUL 



— 140 - 

vermittelst vergleichender Betrachtung und der Thatsacheu der 
Eutwicklungsgeschichte auf diesen Bauplan mit Leichtigkeit zurück- 
führen. 

Schon die Medusen tragen in nächster Nähe ihres indifferenten 
Sinnesepithels diese Hörbläschen in den sogenaunten Siuneskörpern. 

Bei Muscheln liegen die schönsten Hörbläschen gar im 
Fusse, während sie bei Schnecken und Würmern (Turbellarien, 
Nemertiuen, Arenicola, Fahricia u. a.) dem Kopfgauglion dicht 
augelagert sind. Die Brachiopoden haben nur während ihres 
Larveulebens die Hörbläschen, die sich zurückbilden, wenn sich 
die Thiere festsetzen. Nicht in allen Fällen kann der Zusammen- 
hang mit dem Nervensystem und der Ursprung dieses Hör- 
bläschens mit wünschenswerther Sicherheit nachgewiesen werden. 
Bei den Medusen sind sie aber mit absoluter Bestimmtheit Derivate 
des Ectoderms und bei den Tintenfischen weiss mau ebenfalls, 
dass sich das Hörbläschen aus dem äusseren Keimblatt durch einen 
Einstülpuugsprozess, wie bei den Wirbelthieren entwickelt; und 
wie bei Rochen und Haien, so kann man auch bei Tintenfischen 
die nach aussen führende Einstülpuugsöffnuug auch an aus- 
gewachsenen Thieren auffinden. 

Die Hörwerkzeuge der Arthropoden kennen wir nur bei 
wenigen Gruppen mit genügender Sicherheit. Ein kleines 
Krebschen (Mysis) ist dadurch berühmt, dass es seine Ohren, zwei 
prachtvolle Hörbläschen mit grossen Otolithen gar in der 
Schwanzklappe trägt. Dieser immerhin eigenthümliche Standort 
darf uns nicht allzusehr wundern, denn wir können aus anderen 
Gebieten ebenfalls auffallende Beispiele derart anführen. Die 
Medusen haben ihre Sinueskörper au verschiedenen und zahl- 
reichen Stellen ihres Schirmrandes; manche Muscheln tragen eine 
grosse Zahl von Augen an ihrem ganzen Mantelrand, Amphicora, 
ein Borstenwurm, hat Augen an beiden Körperenden, und 
Polyophthalmus, ebenfalls dahin gehörig, hat sogar an jedem 
seiner zahlreichen Segmente Augen. Diese Thatsacheu beweisen 
nicht nur die ungemein grosse Anpassungsfähigkeit des gesammteu 
Integumentes , sondern sie sind in vorzüglichem Grade dazu 
geeignet, uns beim Homologisiren ähnlicher Gebilde vorsichtiger 
zu machen, als gegenwärtig viele Zoologen es sind. So tragen, 
um nur noch ein Beispiel anzuführen, Grillen und Heuschrecken 
ihre Ohren in den Schienen der Vorderbeine, während die Feldheu- 



- 141 — 

schreckeu dieselben an den Seiten der ersten Hiuterleibsringe 
haben ; und die einzelnen Formverhilltnisse weichen bei ganz 
nahe verwandten Gattnngeu in einem solchen Grade ab, dass 
man selbst hier, nach G r a b e r , *) an ihrer Gleichwerthigkeit zn 
zweifeln berechtigt ist. Die Richtigkeit der Deutung dieser 
Apparate als Ohren bei den eben genannten Orthopteren ist 
durch die neueren Untersuchungen Graber's wieder sehr in 
Frage gestellt. Es zeigte sich das merkwürdige Factum, dass 
diese Thiere nach der Exstirpation dieser vermeintlichen Ohren 
auf Geräusche und Töne noch gerade so gut, ja sogar noch besser 
reagireu als früher. Auch hörten sie nicht auf zu musiciren und die 
Geschlechter lockten sich nach wie vor durch Töne einander an. 

Bei den zehnfüssigen Krebsen stosseu wir auf typische Hör- 
bläschen im Basalglied der inneren Fühler, sie stellen eine Haut- 
einstülpuug dar und commuuicireu zeitlebens mit der Aussenwelt, 
sind also mit Wasser gefüllt. Die Rolle der Otolithen spielen 
hier kleine Saudkörner, die sich der Krebs selbst in die Ohren 
hineinarbeitet, was Heusen dadurch bewies, dass er zu frisch 
gehäuteten Palaemon, die also ihre Hörsteine verloren hatten, 
Harusäurecryställchen brachte, welche er später in den Hör- 
bläschen wieder auffand. 

Dass wir, wie bemerkt, das wunderbar gebaute Ohr der 
Wirbelthiere auf die typische Bläschenform zurückführen können, 
verdanken wir der Embryologie. In frühen Entwickluugsstadien 
bildet sich zu beiden Seiten der MeduUa oblongata eine Ein- 
stülpung des äusseren Blattes, die allmälig tiefer wird, sich von 
dem Ectoderm abschnürt und sich schliesst. Aus den Wandungen 
dieses primitiven Ohrbläschens entwickeln sich später die Sinnes- 
epithelien des Ohres; also auch hier verdankt der wichtigste 
Apparat, die Sinneszelleu, seineu Ursprung dem Ectoderm, Das 
in die Tiefe gerückte einfache Bläschen nimmt durch allerlei 
Ausbuchtungen und Hervorstülpungen die merkwürdige Gestalt 
an, die zur Bezeichnung Labyrinth die Veranlassung gab. Das 
Labyrinth ist, wie bei den Wirbellosen, mit der Hörflüssigkeit 
gefüllt, in der die Otolithen schwimmen. Mit dem Labyrinth- 
bläschen tritt ein Nerv, der Nervus acusticus, der nach Gegenbaur 
ein modificirter Hautnerv ist, in Verbindung; das mittlere Keim- 

*) Graber, Die tympanalen Sinnesapparate der Orthopteren. Denkschr. 
d. k, k. Acad. d. Wiss, Wien. Bd. XXXVI, 



-^ 142 — 

blatt liefert unter auderm eine knöcherne ümliällung ; die erste 
Kiemeiispalte wird von den Amphibien an aufwärts zur Pauken- 
höhle , währeud aus den Kienieubogen selbst, — die bekanntlieh 
bei den Embryonen höherer Wirbelthiere ähnlich auftreten, wie 
bei den Fischen, nur dass sie ein anderes Schicksal haben — 
schallleitende Apparate entspringen. 

Ganz wie für das Geruchsorgan lässt sich auch für das Hör- 
organ ein successives Auftreten der oben gekennzeichneten Com- 
plicationen darthuu, und hier wie dort tritt nicht nur wiederum 
eine allmälige Anpassung an das Leben in der Luft auf, sondern 
es existirt auch ein entschiedener Parallelismus zwischen den 
Embryonalzuständen höherer und den fertig entwickelten Ohren 
niederer Vertebraten. 

Der Eiustülpungscanal des Labyrinthbläschens hat sich bei 
Rochen und Haien erhalten. Die drei bekannten halbzirkel- 
förmigen Canäle treten in der Wirbelthierreihe successive auf. 
Myxine hat einen einzigen, Petromyzon deren zwei und erst die 
übrigen haben die drei Bogengänge entwickelt. Die Schnecke, 
jeuer wichtigste Abschnitt des Labyrinthes, deren wunderbarer 
Einrichtung wir es zu verdanken haben, dass wir aus einer Klang- 
masse einzelne Töne herauszuhören vermögen, die also die Existenz 
der Musik direct bedingt, — sie kann gleichfalls in ihrer all- 
mäligen Entwicklung verfolgt werden : Die Schnecke der Fische 
ist eine leichte Ausbuchtung des Labyrinthes, die bei den Am- 
phibien, Reptilien und Vögeln sich allmälig vergrössert und an 
ihrem Ende etwas augeschwollen ist. Die Schnecke der niedersten 
Säugethiere, des merkwürdigen Schnabelthiers und der Echidna 
ist auf dieser Entwicklungsstufe stehen geblieben; sie haben die 
gleiche Schnecke, wie die Vögel und Reptilien, und erst bei den 
höheren Säugern nimmt dieses Gebilde die Form an, die ihm den 
Namen gab. 

Vergleichen Sie nun hiermit die Formveränderungen der 
Gehörschnecke bei den Embryonen der höheren Thiere. Die 
früheste Anlage ist eine leichte Ausbuchtung, wie bei den Fischen ; 
bald aber wächst sie in die Länge und bietet bei Säugethier- 
embryoneu eine Lage und eine Form, die — nach einem Ausdrucke 
Kölliker's*) — fast auf ein Haar die Verhältnisse wiedergeben 



*) Kölliker, Entwicklungsgesch. pag. 724. 



— 143 — 

wie bei den Vögelu. Bei Echidiia und Ornithorhynclms bleibt 
sie auch auf diesem Stadium stehen, l)ei den übrigen aber 
beginnt sie bakl die bekannten Spiralkriiinmungen. 

Der Schall-Leituugsapparat erscheint erst mit dem beginnen- 
den Luftleben; während die Schallwellen im Wasser «'enüo-ende 
Intensität besitzen, um auf die CJehörorgaue durch die Körper- 
wände hindurch einwirken zu können, bedarf es zum Hören in 
der Luft eines mehr oder weniger feinen Hebelsystems, das in 
seiner höchsten Ausbildung ganz ausserordentlich feine Luft- 
schwingungen dem Labyrinth vermitteln kann. Es setzt sich 
dieser Apparat im Wesentlichen aus einer schwingenden Platte, 
dem Trommelfell, und einem, oder einer Kette von drei Gehör- 
knöchelchen zusammen. 

Wem verdanken diese Letzteren ihren Ursprung? Sind sie 
neu auftretende Organe oder finden wir sie auch schon bereits 
bei Wasserthieren ? 

Wie bereits erwähnt, treten bei den Embryonen höherer 
Thiere Kiemenbogen auf, die in Lage und Form im Allgemeinen 
den Kiemenbogen der Fische entsprechen, nur ist eben ihr Schicksal 
bei den verschiedenen Wirbelthieren ein verschiedenes. Die Kiemeu- 
spalte, die bei Rochen und Haien die Spritzlöcher bildet, wird 
von den Amphibien au aufwärts zur Paukenhöhle, die mit der 
Mundhöhle gerade so wie die Kiemenspalte communicirt; diese 
Commuuication ist die Eustachische Trompete, die bei starken 
Schalleindrücken durch Oeffnen des Mundes ein Sprengen des 
Trommelfelles gelegentlich verhindern kann. Der Verschluss der 
Paukenhöhle nach aussen ist ebeu das Trommelfell , und das 
äussere Ohr, wo ein solches überhaupt vorhanden, ist lediglich 
eine Modificatiou der Kiemenspalteuränder. Die Verbindung 
zwischen Labyrinth und Trommelfell ist bei Amphibien, Reptilien 
und Vögeln durch ein einziges Knöchelchen, die sog. Columella, 
bewerkstelligt, einem Derivat des zweiten Kiemenbogens. Erst 
die Säugethiere besitzen eine Kette von drei Gehörknöchelchen, 
die als Hammer, Amboss und Steigbügel genügend bekannt sind. 
Der Steigbügel entspricht der Columella, die beiden übrigen 
Knochen entstehen gleichfalls aus dem zweiten Kiemenbogen ; 
sie finden sich auch schon bei sämmtlichen niederen Wirbel- 
thieren, funktioniren aber hier als Verbindungsstücke zwischen 
Ober- und Unterkiefer, sind also beträchtlich grösser. Der Amboss 



— 144 --- 

entspricht dem Quadratbein, der Hammer dem Os articulare der 
Anatomen, 

Das Gehörorgan der Wirbelthiere stellt also in der That ein 
vom äusseren Blatt stammendes Bläschen dar, welches sich suc- 
cessive durch Ausbuchtungen etc. zu dem Labyrinth gestaltet und 
mit welchem bei fortschreitender Entwicklung verknöcherte Ab- 
schnitte der Kiemenbogen in Verbindung treten, ein feines Hebel- 
werk darstellen, um die feinsten Schallbewegungen dem Labyrinth, 
also den Nervenendigungen zu übermitteln. 

Diese letzteren finden sich an verschiedenen Stellen des Laby- 
rinthes vertheilt; die mit Hörhaaren in der Ein- oder Mehrzahl 
versehenen Hörzellen treten zu Gruppen zusammen und formireu 
die Maculae und Cristae acusticae. Die Hörzellen sind evidente 
Epithelzellen und zeigen an ihrem einen Pol die Nervenfaser. 
Besonders zahlreich sind aber die Hörzellen in der Schnecke und 
hier tragen sie alle ganze Büschel von Hörhärcheu. Sie stehen 
auch hier zu Gruppen vereinigt und setzen mit noch anderen Ge- 
bilden das sehr genau untersuchte C o r t i 'sehe Organ zusammen, 
von dem hier nur das Wichtigste hervorgehoben werden kann. 

Alle Hörzellen stehen auf einer besonderen Membran, welche 
in der Schnecke ausgespannt ist , alle Windungen derselben 
mitmacht und einen höchst bemerkenswertheu mikroskopischen 
Bau zeigt. Dieses von den Anatomen als Membrana basilaris 
bezeichnete Häutchen ist nämlich aus zahllosen radiär angeordneten 
Fäserchen zusammengesetzt. Da nun die Basilarmembran wie der 
Schneckencanal nach oben allmälig schmäler wird, so verjüngen 
sich auch die Radiärfasern und es lässt sich eine gewisse Aehn- 
lichkeit der letzteren mit den Saiten eines Klaviers nicht ver- 
kennen. Die Membrana basilaris spielt höchst wahrscheinlich die 
Rolle des Analysators, durch den es ermöglicht ist, aus einer 
ganzen Klangmasse einzelne Töne herauszuhören ; ihre Pasern 
werden durch die Schallbewegungen des Labyrinth wassers in 
Mitschwiugungen versetzt, und gerade wie beim Klavier ohne 
Dämpfer diejenigen Saiten am stärksten erklingen, deren Eigen- 
töne dem angegebenen Ton am nächsten verwandt sind, gerade 
so werden sich die Fasern verhalten und auf die über ihnen be- 
findlichen Hörzellen mehr oder weniger stark einwirken. Früher 
glaubte man in den Corti'schen Bogen die Analysatoren suchen 
zu müssen, seit man aber weiss, dass die Vögel, jene eminent 



^ 145 — 

musikalischen Geschöpfe, keine Bogen besitzen, folgt man der 
oben gegebeneu Deutung H e n s e n 's. *) 

Es bleibt uns nun noch das Auge übrig. Gerade so, wie wir Hör- 
orgaue bereits bei den Medusen aus dem indifferenten Sinnesepithel 
sich entwickehi sahen, sei es als einfache, frei in das Wasser ragende 
Härchen, sei es als theilweise oder ganz geschlossene Bläschen mit 
Otolith, gerade so treffen wir auch hier zum ersteumal auf un- 
zweifelhafte Sehorgane. Die Siuneszellen haben sich mit Pigment 
umgeben, es treten bereits lichtbrechende Medien, linsenförmige 
Verdickungen der äusseren Körperschicht auf. Aber die drei Haupt- 
factoreu der Sehorgane : Nervenendigungen , Pigmente und licht- 
brechende Medien sind bereits vollständig vorhanden; sie haben 
sich aus dem äusseren Blatt gesondert, liegen aber noch voll- 
ständig in demselben. Wo wir unzweifelhafte Augen autreffen, sind 
diese drei Factoren beim Aufbau betheiligt, nur lichtbrechende 
Medien fehlen zuweilen. Demgemäss kanu man von dem bei 
manchen Turbellarien, Rotatorien und andern Würmern dem Ge- 
hiruoaiicrlion aufgelagerten Pigmentfleck wohl nicht mit absoluter 
Bestimmtheit behaupten, dass er ein Auge sei, da Sinneszellen noch 
nicht nachgewiesen sind. 

Die Nervenendorgane im Auge sind durchgängig von stäbcheu- 
oder zapfeuförraiger Gestalt; die Zellen, denen sie aufsitzen, sind 
typische Epithelzellen mit centralem Nervenfortsatz ; bemerkens- 
werth ist, dass bei manchen Augen (Wirbelthiere und einzelne 
Mollusken) die Stäbchen dem Licht abgewendet stehen ; das Licht 
muss vorher einige Gewebsschichten durchdringen, um zu den 
Stäbchen zu gelangen. 

Woher wissen wir, dass die Stäbchen und Zapfen beim Sehen 
in der That die Rolle von Uebertragungsapparaten spielen? 

Wir kennen nämlich im Auge der Wirbelthiere eine Stelle, 
wo Zapfen und Stäbchen fehlen ; dies ist die Eintrittsstelle des 
Sehnerven; es gelingt leicht, darzuthun, dass dieser bekannte 
Mariotte'sche Fleck vollständig blind ist. Ferner: Beleuchten 
wir unsere Retina in schräger Richtung, so gewahren wir die be- 
kannte Purki nj e'sche Schatteufigur, die dadurch entsteht, dass 
die vor den Stäbchen befindlichen Retinagefässe auf diese eiueu 
Schatten werfen. 



*) Hensen, Zeitschr. für wiss. Zool. Xu. pag. 481. 

10 



— 146 — 

Das allerein fachste Aeuglein besitzen einige Räderthierchen 
und die berühmte Larvenform der Crustaceeu, der Nauplius. Hier 
liegt ein einziges Stäbchen im Pigment eingebettet; diese Ein- 
richtung ist vollständig ausreichend, um verschiedene Inteusitäts- 
grade von Lichtwellen zu unterscheiden, v^ährend es kaum denk- 
bar ist, dass damit Farben oder Raumverhältnisse percipirt werden 
können. 

Die nächste Complication zeigen die Echinodermen (Seesterne *) 
und die Wasserflöhe (Daphnien); hier treten mehrere in Pigment 
gehüllte Sehstäbchen auf, und bei den Daphnien bildet ihreAussen- 
fläche einen Theil einer Kugeloberfläche. Wenn wir wollen, so 
können wir hier bereits von einer Retina sprechen, die kugelig 
nach aussen sich hervorwölbt und deren einzelne Elemente von 
verschiedenen Strahlen verschieden afficirt werden. Aber hier steht 
das Sehvermögen noch auf tiefer Stufe; denn halten wir daran 
fest, dass durch ein Nervenstäbchen einer Nervenfaser nur ein 
Eindruck vermittelt werden kann, so ist klar, dass durch die ge- 
ringe Zahl der Stäbchen in jenen Augen auch nur eine sehr be- 
schränkte Zahl von Einzelempfindungen hervorgebracht werden 
kann. 

Bei fortschreitender Entwickelung des Auges treten licht- 
brechende Medien auf. 

Ein kleines Krebschen, Corycaeus, hat wie der Nauplius ein 
einziges Sehstäbchen ; aber vor ihm ist eine Linse eingeschaltet. 
Offenbar hat letztere nicht die Bestimmung, ein Bild zu entwerfen, 
da ja keine genügende Zahl von Stäbchen hinter der Linse vor- 
handen ist, um die punctuellen Verschiedenheiten des Bildes zur 
Perception zu bringen; die Linse verstärkt lediglich die Wirkung, 
indem sie ein ganzes Bündel Lichtstrahlen concentrirt und auf das 
Stäbchen wirft. 

Ganz anders aber gestaltet sich die Sache, wenn die Linse mit 
einer grösseren Anzahl von Sehzellen sich combinirt; letztere bil- 
den dann eine flächenhaft entwickelte Retina, und das ganze Auge 
stellt nunmehr eine Camera obscura dar, wie sie der Photograph 
benützt. Die Linse entwirft ein verkleinertes, umgekehrtes Bild- 
chen auf die Retina und letztere verhält sich ähnlich wie die 
lichtempfindliche Platte des Photographen. Diese Analogie geht 



*) Häckel, Zeitschr. f. wies. Zool. X. 



— 147 — 

sogar noch beträchtlich weiter. Vor einigen Jahren entdeckte 
Boll in der Netzhaut von Wirbeltliieren einen rothea Farbstoff, 
den sogenannten Sehpurpur, der die höchst bemerkenswerthe Eigen- 
schaft hat, durch Licht zersetzt zu werden. In rasch geöö'neten 
Augen eben getödteter Thiere kann man noch deutlich das ver- 
kleinerte unigekelirte Bildchen vor dem Tod angeschauter Objecte, 
z. B. eines hell eileuchteteu Fensterkreuzes, erkennen. Der Seh- 
purpur hat möglicherweise weitere Verbreitung. Die Stäbchen 
in Arthropodeuaugeu zeigen nämlich gleichfalls röthlichen Schimmer, 
und von Max Schnitze wurde auch im Cephalopodeuauge eine 
rothe Farbe beobachtet. 

Durch die Entdeckung des Sehpurpurs sind die Ansichten 
über das Wesen des Sehvorgaugs erheblich alterirt. Während 
mau früher die Stäbchen bald als katoptrische Apparate, bald als 
Eiurichtungou, durch welche stehende Lichtwellen erzeugt würden, 
deutete, ist man jetzt genöthigt, einem chemischen Prozess die 
Hauptrolle beim Sehen zu vindicireu ; die Natur dieses Prozesses 
wird wahrscheinlich durch die Beschaffenheit der Lichtstrahlen 
bestimmt. In welcher Weise dabei die Stäbchen alterirt werden, 
ist bis jetzt gänzlich unbekannt. Soviel scheint aber gewiss, dass 
von diesem Prozess nur soviel zur Perception kommt, als einzelne 
Stäbchen in Mitleidenschaft dabei gezogen werden ; demgemäss 
muss die im Gehirn durch eine Art Addition der Eiuzelempfin- 
dungen entstehende Gesichtsvorstellung um so ausgebildeter und 
detaillirter sein, je mehr Stäbchen getroffen werden und je feiner 
diese sind. Gerade so, wie man aus kleinen und zahlreichen 
Steinchen ein feiner ausgeführtes Mosaikbild construiren kann, 
wie aus grossen und wenigen, so werden auch diejenigen Thiere 
besser sehen, die möglichst kleine, aber zahlreiche Stäbchen und 
Zapfen besitzen. 

Hält man an dieser Vorstellung fest, so lässt sich auch die 
berühmte BVage nach dem Aufrechtsehen der Gegenstände, die 
doch auf unserer Netzhaut verkehrt abgebildet sind, erledigen. Im 
Grunde ist diese Frage ohne Weiteres beseitigt, wenn man sich 
nur klar macht, dass wir ja durch unsere Sinnesorgane überhaupt 
gar keine Abbilder der Aussenwelt erhalten. Nur Einwirkungen 
der Objecte auf unser Nervensystem finden statt. Will man aber 
dennoch diese vielumstrittene Frage erörtern, so bedenke man, was 
schon Joh. Müller so treffend bemerkt, dass wir ja Alles ver- 



~ 148 — 

kehrt sehen, folglich auch unseren eigenen Körper und die tastende 
Hand. Und ferner: Was kommt denn in unser Gehirn? Ledig- 
lich eine Summe von Einzeleindrücken, vermittelt durch die ein- 
zelnen Stäbchen, aber keineswegs ein Bild; die Synthese zu einer 
Gesichtsvorstellung findet im Gehirn statt, wobei die Innervations- 
gefühle bei der Augenbewegung eine erhebliche Rolle spielen, und 
der Umstand, dass das Sehstäbchen, welches mir den höchsten 
Punkt eines angeschauten Objectes vermittelt, bei dem Netzhaut- 
bild zu Unterst liegt, kommt gar nicht in Betracht, weil ich ja 
von der Lage der gereizten Stäbchen auf meiner Netzhaut nicht 
die geringste Vorstellung habe. Dass aber die relative Lage der 
in Wirkung tretenden Stäbchen von Bedeutung ist, leuchtet von 
selbst ein. 

Bilderzeugende, nach dem Princip der Camera obscura ge- 
baute Augen kommen in der Thierwelt weit verbreitet vor, und 
es würde zu weit führen, wollten wir alle kleinen Modificationen 
bei Würmern, Mollusken, Arthropoden und Wirbelthieren erörtern. 
Nur Einiges mag noch hervorgehoben werden: 

Ein sehr wunderbares Auge hat der zu den Cephalopoden 
gehörige Nautilus; es stellt auch eine Camera obscura mit äusserst 
ausgebildeter Retina dar; merkwürdigerweise fehlt aber die Linse 
vollständig. Die Augenkammer communicirt durch eine feine 
Pupillenöffnung mit der Aussen weit, ist also durch Wasser aus- 
gefüllt; die Pupillenöffnung kann aber so fein gemacht werden, 
dass nach bekannten optischen Gesetzen ebenfalls ein umgekehrtes 
und verkleinertes Bild auf der Retina erzeugt wird. 

Die übrigen Tintenfische haben ausserordentlich hoch ent- 
wickelte Augen, die in manchen Beziehungen wahrhaft über- 
raschende Analogien mit dem Wirbelthierauge darbieten. Indessen 
es hat eine genaue Untersuchung die Unmöglichkeit einer Homo- 
logie festgestellt. Erwähnt sei noch die bemerkenswerthe Be- 
obachtung H e n s e n 's , *) nach welcher an eine Stäbchenzelle des 
Cephalopodenanges drei Nervenfasern treten; würde sich dies auch 
bei andern Thieren bestätigen, so würde dies der gegenwärtig viel 
bestrittenen Young-Helmholtz 'sehen Farbentheorie eine erheb- 
liche Stütze bieten. 



*) Hensen, Ueber das Auge einiger Cephalopoden. Zeitschr. f. wiss. 
Zool. Bd. XV. 



— 149 — 

Den grössten Modificatiouen unterliegt das Auge bei den 
Arthropoden. Ausser dem bereits geschilderten NatqMus- Auge, dem 
Auge des Corycacus und der Daphnia treten neben ächten bilder- 
sehenden Augen die wunderbaren Facettenaugen auf. Die bilder- 
sehenden Augen lieissen hier Punktaugen, Ocellen oder Stemraata 
und huden sich ausser bei Spinnen, Krebsen, Tausendfüssleru und 
vielen Insektenlarven auch bei ausgebildeten Insekten; im letzteren 
F'all sind sie zu drei vorhanden und stehen 'auf dem Scheitel. Die 
Punktaugen repräsentiren becherförmige Vertiefungen der äusseren 
Körperhaut, deren Oeffnung nach aussen mit einer linsenförmigen 
lutegunientverdickuug verschlossen ist. Im Grunde des Bechers 
liegt die Retina und zwischen ihr und der Linse sind einige 
glashelle Zellen, der Glaskörper, eingeschaltet, während Pigment 
den Augenbecher rings umgibt. 

Das merkwürdige Facettenauge lässt sich nun leicht aus 
diesem Punktange ableiten. Vermehren sich nämlich die Integu- 
mentlinsen, wobei ihre Grösse abnimmt, und findet eine Diöereu- 
zirung der Retina und des Glaskörpers dergestalt statt, dass je 
etwa 7 Retinazellen und immer 4 Glaskörperzellen sich zu einer 
Gruppe vereinigen, sich mit Pigment umkleiden und mit einer 
der zahlreichen Facetten linsen in Verbindung treten, so haben 
wir ein Eiuzeläuglein des zusammengesetzten Insekten auges 
vor uns.*) Dabei werden die 4 Glaskörperzelleu zu dem bekannten 
Krystallkegel, die entweder nach Grenacher's neuesten Unter- 
suchungen ihre weiche Beschafi'enheit zeitlebens behalten oder 
aber durch einen Cuticularisiruugsprozess allmälig verhärten. 
Bei verschiedenen Insekten sind Uebergangsstadieu dieses Prozesses 
noch nachzuweisen. 

Wie wird nun mit dem Pacettenauge gesehen? 

Zwei Möglichkeiten liegen vor. 

Erstens: In jedem Aeuglein entsteht durch die Facettenlinse 
ein umgekehrtes Bildchen der angeschauten Objecte; es sind also 
soviel Bilder da, als Facettenaugen. Diese Anschauung wird seit 
neuerer Zeit aufgegeben. Denn die geringe Anzahl von Retina- 
Elementen in einem Einzelauge, deren Stäbchen dazu auch noch 
zu einem einzigen Sehstab (»Rhabdom« Grenacher) verschmelzen, 
ist nicht im Stande, eine grössere Summe von Einzelreizen, die 

*) Vergl. Grenacher, Untersuch, über das Insektenauge. Klin. Monats- 
blätter für Augenheilkunde. Rostock 1877. 



— ir.o ~ 

doch zur Perception des Bildes erforderlich wären, dem Ceutral- 
organ zu übermitteln; dann aber ist gar keine flächeuhafte Retina 
vorhanden, wo ein Bild überhaupt entstehen könnte, und ferner 
hat Exner*) dargethan, dass nur central einfallende Strahlen 
zum Sehstab gelangen können, da die Krystallzellen durch totale 
Reflexion das Zustandekommen eines Bildes vollständig unmög- 
lich machen. Ausserdem aber können ja die Facettenlinsen voll- 
ständig fehlen, wie bei den Crustaceen. 

Zweitens: Es kommt beim Sehen mit dem Facetten äuge über- 
haupt nicht zur Construction eines Bildes ; die Linsen dienen, wie 
beim Corycaeus-Ange nur zur Verstärkung, und soviele Einzelaugeu 
in dem kugelig hervorgewölbten Facettenauge stecken, soviele 
Einzelempfindungen werden beim Sehen erzeugt, gerade wie beim 
Daphnidenauge. Die Einzeleindrücke werden dann durch das 
Centralorgan addirt, gerade so wie es im Grunde genommen auch 
bei den bildersehenden Augen sich verhält; denn ob die meine 
Stäbchen reizenden Lichtstrahlen vorher einmal irgendwo zu einem 
reellen Bild vereinigt waren, ist für das Wesen des Sehvorgangs 
eigentlich irrelevant, wenn nur die relative Lage der von einem 
Object gereizten Stäbchen die gleiche bleibt. Da die Einzeiaugen wie 
Kugelradien angeordnet sind, so wird bei einem r^hig dasitzenden 
Insekt ein bestimmtes Aeuglein, z, B. von der Spitze eines Baumes, 
ein weiter darunter liegendes von einem Punkt des Stammes ge- 
troffen. Alle dazwischen und seitlich stehenden werden durch ver- 
schiedene Punkte der Krone verschieden afficirt. Die Gesammtheit 
aller dieser Reize liefert die Gesichtsvorstellung. 

Diese Anschauung über die Function des Facettenauges wurde 
bereits vor 50 Jahren von Joh. Müller vertreten; er nannte diesen 
Sehprozess das Sehen nach dem Princip der musivischen Sonderuug, 
insofern von einer Menge von Lichtstrahlen durch die Einzeläug- 
lein gewisse central einfallende ausgesondert werden und zur Wir- 
kung gelangen. 

Seine höchste Ausbildung und weiteste Verbreitung hat das 
Auge im Wirbelthierreiche. Nur der zweifelhafte Amphioxus hat 
lediglich einen Pigmentfleck, und wo wir auf blinde Wirbelthiere 
treifen, liegen stets rückschreitende Metamorphosen vor, An- 



*) Exner, Ueber das Sehen von Bew. u. die Theorie des zus. Auges. 
Wiener Sitzungsber. III. A.bth. Juliheft 1875. 



— 151 — 

passnugeu au parasitische Lebensweise oder an den Aufenthalt an 
dunklen Localitiiten. 

Es unterliegt das Wirbelthierauge auch nur geringen Modi- 
ficationen, die durch den Aufenthalt im Wasser oder in der Luft, 
oder durch die Lebensweise überhaupt bestimmt sind. Hierauf ein- 
zugehen vorbietet die Kürze der Zeit. 

Wollen wir aber die wichtigsten Theile des wundervollen 
VVirbelthierauges in ihrer Bedeutung richtig würdigen, so müssen 
wir auf die Entwicklungsgeschichte in Kurzem eingehen, deren 
Resultate auch den vielfach complicirteu Bau leichter verständlich 
machen : 

In dem äusseren Keimblatt entsteht in frühen Embryoual- 
periodeu das Nervensystem zunächst als eine Längsrinne, die sich 
allmälig von vorn nach hinten zu verschliesst, also zu einem 
Rohre wird, und in die Tiefe rückt. Wir halten fest, dass das 
Centralnervensystem ein Derivat des äusseren Keimblattes ist. An 
dem vorderen Ende des Nervenrohrs entstehen drei blasenförmige 
Erweiterungen, aus denen das Gehirn seinen Ursprung nimmt. Tu 
der vordersten dieser drei jirimitiven Hirnblaseu entwickeln sicli 
nun zwei seitliche Ausbuchtungen, die bald zu zwei mit der Vor- 
derhirnblase in Verbindung stehenden gestielten Blasen werden ; 
sie heissen die primitiven Augenblaseu und wachsen allmälig 
hervor bis zur Berührung mit der äusseren Haut, die sich über 
dem gesammten Nervensystem geschlossen hat. An der Berüh- 
ruugsstelle zwischen Augeublase und lutegument entsteht nun in 
letzterem eine Verdickung, die aber bald zu einer Einstülpung 
sich umbildet, auf die Augenblase drückt, wodurch diese letztere 
von aussen herein gedrückt wird und dann einen doppelwandigen 
Becher darstellt, dessen Stiel mit dem Vorderhirn zusammenhängt. 
Der Stiel wird später zum Sehnerv; die hintere oder äussere 
Becherwaud gibt der Pigmentschicht der Retina den Ursprung, 
während aus der inneren Becherwaud sich die übrigen 5 Retinal- 
schichten differenziren. In den Hohlraum • des Bechers ragt die 
bald sich abschliessende Integumenteinstülpung hinein und ent- 
wickelt sich zur Linse. Das mittlere Keimblatt liefert die übrigen 
Augentheile, die Sclera, Cornea, den Glaskörper, Chorioidea, die 
Scheide des Opticus und die übrigen accessorischen Augentheile. 
Was uns am meisten interessirt, ist der Ursprung des wichtigsten 
Augentheils, des Sinnesepithels der Retina, aus dem äusseren 



— 152 — 

Blatte; gewiss ein höchst bemerkenswerthes Resultat, zumal wenn 
wir uns erinnern, dass auch für viele Wirbellose der Ursprung der 
Sehzellen aus dem Ectoderm coustatirt ist, and dass die Sinnes- 
zelleu im Ohr, im Geruchs- und Geschmacksorgan ebenfalls mit 
absoluter Bestimmtheit im Ectoderm entspringen. 

Der äusserst verwickelte Bau der Retina wird uns durch die 
soeben geschilderte Entwicklung verständlicher. Die hintere Hälfte 
des Augenbechers liefert Retiuapigment, das sich bis in die Iris 
fortsetzt. Aus der Innern Becherwand entstehen 5 Schichten, die 
deutlich in zwei Abtheilungen zerfallen, eine nervöse und eine 
epitheliale. 

Die nervöse Abtheilung, die unter anderem die Opticus- 
fasern und zahlreiche Ganglien enthält, kann als eine dünne 
Lage grauer Hirusubstauz aufgefasst werden, worauf ja auch ihr 
Ursprung hinweist, während die Epithelialschicht genau dem 
Epithel des durch Einstülpung entstandenen Centralcanals ent- 
spricht. Ihre Zellen lageu einmal in der äussersten Körperschicht, 
wo viele Sehzellen niederer Thiere zeitlebens verbleiben. Wie 
soeben angedeutet, enthält die Epithelschicht die eigentlichen Seh- 
zellen, die theils mit cylindrischen, schlanken Stäbchen, theils mit 
flaschenförmigen Zapfen ausgestattet sind. Je höher die Thiere 
organisirt sind, je zahlreicher sind die Stäbchen und Zapfen, je 
detaillirter wird also gesehen. Beim Menschen schätzt man ihre 
Zahl auf 130 Millionen, während die Zahl der Opticusfasern nur 
auf 1 Million geschätzt wird. Demgemäss werden wahrscheinlich 
mehrere Endorgane auf eine Nervenfaser kommen. Den wirk- 
lichen Zusammenhang zwischen Sehzelle und Nervenfaser kennen 
wir nicht ; wir verfolgen die Opticusfasern in die Ganglienzellen, 
jene »Kraftmagazine« , wir sehen sie auch wieder heraustreten, 
verlieren sie aber alsdann in der fein granulirten Schicht. 

Genau am hinteren Ende der Augenaxe kennt man eine ver- 
tiefte Stelle der Retina, die von ihrer gelben Farbe beim Men- 
schen und Affen den Namen Macula lutea führt, Sie ist die 
Stelle des deutlichsten Sehens, auf die beim Fixiren stets das 
Bild des fixirten Objectes fällt. Die Sehzellen tragen hier nur 
Zapfen von ungemeiner Feinheit; die übrigen Partien der Retina 
verhalten sich zu diesem gelben Fleck nach einem hübschen 
Vergleich , wie der Sucher am feinen Teleskop zu diesem 
selbst. — 



— 153 — 

Wir sind mit unseren Betrachtungen 7ai Ende gekommen. 
Das ungeheure Wissensgebiet konnten wir freihch nur flüchtig 
durchwandern, um hier und da einige Früchte zu pflücken. Nichts- 
destoweniger können wir einige allgemeine Resultate aufstellen, 
die sich daraus unmittelbar ergeben. 

Zunächst hat sich gezeigt, dass die Sinnesorgane in der 
Thierwelt auf verschiedenen Entwicklungsstufen sich befinden, von 
denen viele von einfacheren, ebenfalls vorhandenen abgeleitet 
werden können. Andere sind fast stets nach einem gleichen 
Princip construirt, wenn dies auch nicht auf den ersten Blick 
in die Augen fällt. 

So Hessen sich die vielfach variirenden Tastorgane der Wirbel- 
thiere auf allmälig sich mehr und mehr complicirende Polster- 
apparate zurückführen. Die Geruchsorgane innerhalb des gleichen 
Typus können in eine vollständige Entwicklungsreihe gebracht 
werden, und niedere Glieder dieser Reihe treten bei Embryoneu 
höherer Thiere in identischer Weise wieder auf, aber nur vorüber- 
gehend. 

Das Ohr besitzt fast im ganzen Thierreich den gleichen Bau- 
plan: Ein Bläschen mit Otolithen und Nervenenden, Die Com- 
plicationen des Wirbelthierohres, die Bogengänge, die Schnecke 
und die Gehörknöchelchen treten in der Wirbelthierreihe successive 
auf und in der gleichen Reihenfolge entwickeln sie sich beim Embryo. 

Das Auge erweist sich stets aus drei Factoren zusammen- 
gesetzt : Nervenstäbchen , Pigment und lichtbrecheude Medien, 
die in vielen Thierstämmen zu einer Camera obscura zusammen- 
treten, deren Bildfläche von den Nervenstäbchen dargestellt wird. 

Allen Sinnesorganen gemeinsam sind aber die Sinneszellen 
mit ihren Nervenfortsätzen und ihren cuticularen Endgebilden ; 
meist treten sie zu Gruppen zusammen und bilden das Sinnes- 
epithel, das in seiner primitivsten Form bei den Medusen als 
indifferentes Sinnesepithel zum erstenmal auftritt. 

Für die meisten Fälle ist festgestellt, dass die Sinnesepithelien 
aus dem äusseren Keimblatt stammen. Entweder bleiben sie zeit- 
lebens in der äusseren Haut liegen, oder sie wandern in die Tiefe, 
theils zum Schutz, theils um mit accessorischen Apparaten in 
Verbindung zu treten. 

Die Sinnesorgane sind demnach eigentlich weiter nichts als 
modificirte Hautpartien, die mit dem Nervenapparat in Verbindung 



— 154 — 

treten und deren Structur von der jeweiligen Entwicklungsstufe 
des betreffenden Geschöpfes abhängig ist. 

Es ist klar , dass durch den Entwicklungsgrad der Sinnes- 
organe auch ihre Leistungsfähigkeit bedingt ist und demgemäss 
können wir behaupten, dass auch unsere Erfahrung, unsere ganze 
Erkenntniss von der gegenwärtigen Structur unserer Sinnesapparate 
direct abhängig sein muss. 

Es kommt dabei, ausser den accessorischen Apparaten und 
den gröberen Verhältnissen, zunächst und vorzugsweise die Be- 
schaffenheit der specifischen Nervenenden, der Stäbchen, Zapfen, 
Härchen etc. in Betracht, denn hiervon ist ja nach unserer Vor- 
stellung die Natur des Nervenprozesses bestimmt. 

lieber die Beziehungen der Endapparate unserer Sinnes- 
organe zu den Vorgängen der Aussenwelt einerseits und zu dem 
Nerveuprocess andererseits, sowie über die Natur des letzteren 
selbst stehen uns nur Vermuthungen zu. 

Die neuere Physik lehrt uns, die Erscheinungen des Lichtes, 
des Schalles, der Wärme, die chemischen Prozesse etc. als Be- 
weguugsvorgäuge der kleinsten Masseutheilchen kennen. »Das 
reichste Naturgemälde eines tropischen Urwaldes bietet der ana- 
lysirenden Wissenschaft nichts als bewegte Materie.« Diese Be- 
wegungen pflanzen sich bis zu unseren Sinnesorganen und in 
letzter Instanz bis auf die Nervenenden fort und müssen dort 
nach dem Princip der Erhaltung der Energie ebenfalls Bewegungen 
hervorbringen, Bewegungen, deren Natur durch die Vorgänge der 
Aussenwelt, aber auch durch die Beschaffenheit der Sinnesorgane 
bestimmt ist. 

Aber lange nicht alle Beweguntren der Aussenwelt können 
unsere Nervenendorgane alteriren. Aus dem unendlichen Chaos 
der uns umgebenden Vibrationen der Atome werden durch unsere 
Sinnesorgane nur gewisse ausgesondert und auf das Empfindungs- 
organ verpflanzt. So haben unsere Tonwahrnehmungeu eine obere 
und eine untere Grenze, denn es gibt Wellenbewegungen der 
Luft, die genau so ablaufen, wie diejenigen, welche unsere Ton- 
vorstellungen erzeugen, aber unser Ohr reicht nicht aus, sie zu 
hören. Ebenso gibt es Lichtstrahlen, die die Silberverbindungen 
der photographischen Platte noch zersetzen, aber wir sehen sie 
nicht; es sind dunkle Lichtstrahlen. Zahlreiche Gerüche, die von 
anderen Geschöpfen wahrgenommen werden, macheu auf unser 



— 155 — 

Riechorgan keinen Eindruck. Und sind wir nicht umgeben von 
einem Heer von Beweguugserscheinungen, die wir Elektricität, 
Magnetismus etc. nennen, die aber erst so zu sagen in optische, 
akustische, chemische und mechanische Bewegungsformen umgesetzt 
werden müssen , damit wir von ihrem Dasein überhaupt eine 
Kenntuiss erlangen? Das heisst doch nichts anderes, als: Wir 
nehmen von der Welt nur soviel wahr, als es unsere Sinnes- 
organe erlauben, und es kann als einer der höchsten Triumphe 
der Naturforschung bezeichnet werden , dass wir ganz bestimmt 
wissen : Es existiren noch Vorgänge in der Welt, für deren Wahr- 
nehmung uns die Organe fehlen. 

Es lässt sich aber ausserdem noch mit Leichtigkeit darthun, 
dass unsere Vorstellungen von Farbe, Grösse, Lage, Bewegungen 
eines Objectes durch die ßeschatfenheit des Letzteren gar nicht 
unabänderlich bestimmt sind. Deuken Sie nur an die berühmten 
Versuche, die an die Existenz des blinden Flecks in unserem 
Auge anknüpfen, oder an die bekannte Z oll ner'sche Täuschungs- 
figur ; diese letztere zeigt uns, dass wir nicht im Stande sind, 
zwei Linien, von denen Avir ganz bestimmt wissen, dass sie parallel 
sind, als Parallellinieu zu erkennen , wenn wir sie durch ein 
System schiefer Linien durchkreuzen. 

Unsere Erkenntniss ist also, wie Helmholtz sagt, durch 
unsere Organisation bedingt. Die Atome der Welt leuchten nicht, 
sie klingen nicht und haben keine Temperatur. Die ganze Welt 
ist dunkel, stumm, kalt. Erst wenn Sinneshärcheu die Vibrationen 
auf ein Nervensystem übertragen, entsteht Licht, Schall, Wärme. 

Aber das grösste Räthsel , dessen Unlösbarkeit gerade aus 
der Lehre von den Sinnesorganen hervorgeht, haben wir noch 
nicht genannt. Wie entsteht aus einem Nervenprozess, der nach 
aller Wahrscheinlichkeit nur Bewegungsformen von Molecülen 
darstellt, eine Empfindung? Hier ist die Brücke abgebrochen; 
aus bewegter Materie kann Empfindung und Bewusstsein nicht 
abgeleitet werden. Auch die Hypothesen von Seelenzellen helfen 
hier nicht ; aus dem einen grossen allgemeinen Räthsel entstehen 
dadurch nur Millionen Einzelräthsel , von denen jedes gerade so 
unlösbar bleibt. 

Können wir aber nicht die einfachste Empfindung aus be- 
wegter Nervensubstanz ableiten, und lässt sich darthun, dass wir 
die Vorgänge der Welt nur insoweit wahrnehmen, als die jeweilige 



— 156 — 

Structur der Sinnesapparate und des Nervensystems es gestattet, 
ja gelingt es sogar zu zeigen, dass wir Objecte gar nicht so 
wahrnehmen können, wie sie wirklich sind, so ist damit die 
absolute Unbegreiflichkeit der Naturvorgänge unabänderlich und 
endgültig erwiesen. 

Mit der Begreiflichkeit der Naturvorgänge steht und fällt 
aber der Materialismus ; er kann als philosophisches Priucip nicht 
aufrecht erhalten werden. 

Die Naturwissenschaften kämpfen also nicht nur mit Erfolg 
gegen willkürliche philosophische Speculationen, sondern sie bringen 
auch entscheidende Gründe gegen den Materialismus auf und 
beseitigen mit diesem auch seine zersetzenden Wirkungen. 

Es sind demnach auch die Naturwissenschaften nach der posi- 
tiven Seite hin vollkommeu geeignet, hinter unserer Sinnenwelt eine 
neue und unendliche Welt der Ideale zu eröffnen, die den tief- 
gehenden Bedürfnissen des menschlichen Gemüthes, welche objectiv 
betrachtet ja auch schaffende Naturtriebe darstellen, in vollem 
Maasse Genüge leistet 

Möge es der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft 
noch lange vergönnt sein, an diesen wahrhaft erhabenen Be- 
strebungen der Naturwissenschaften intensiven Antheil zu nehmen. 



— 157 — 



A 11 li a 11 g. 



a. Sectionsberichte. 

1. Beritlit über die Section für vergleichende Anatomie. 

Von der Directiou der Senckenberg'schen naturforsehendeii 
Gesellschaft /.u einem Berieht über die Section für vergleichende 
Anatomie aufgefordert, komme ich dieser Aufforderung mit voll- 
kommenster Bereitwilligkeit entgegen. Finden sich aber auch 
in dem Bericht über 1875 — 76 eine grosse Anzahl osteologischer 
Thierpräparate von mir aufgeführt, so kann in diesem Jahre davon 
freilich nicht die Rede sein. Es waren jene Abfälle früherer 
laugjähriger Arbeiten über vergleichende Myol ogi e und Osteo- 
logie der Raubthiere etc. Gegenwärtig bin ich freilich mit 
ähnlichen Untersuchungen, wenngleich in weit unbekannteren 
Regionen beschäftigt. Das Material hierzu findet sich glücklicher- 
weise noch in der Section und enthält Choloeptis cliäactylus, 
Chiromys madagascariensis, Hyrax, Lemur, Phascoloniys, Halma- 
tiirus und Antilope dorcas; Exemplare seltenster Art theilweise 
nicht nur präparirt, sondern gezeichnet, ja für unsere Ab- 
handlungen lithographirt. — Hier begegnen wir der Entwicklung 
der in Frage stehenden Systeme auf der niedersten Stufe, und 
hier finden wir Verknüpfungen in verschiedenster Richtung 
zwischen Wiederkäuern, B eutelth ier en und Nagern, 
zwischen Affen, Faulthieren und' Raubthi er en. Dass 
ein solches Material geistig und technisch durchgearbeitet werden 
muss und nicht kurzer Hand beurtheilt und sichtbar vorgeführt 
werden kann, versteht sich ja von selbst und muss ich daher, 
verehrliche Direction, bitten, sich mit obigen Andeutungen zu 
begnügen. 

Dr. Lucae. 



158 -^ 



2. Bericht über die Thätigkeit der entomologisclieii Seetloii 

der Senckenberg'schen naturforsclienden Gresellschaft im 

Zeitraum 1878/79. 

Die Thätigkeit der Sectionäre beschränkte sich im abgelaufe- 
nen Jahre auf die genaue Durchsicht der Sanimlungsbestände und 
auf die Vorarbeiten für eine durchgeführte und gleichmässige 
Herstelhmg der Schränke und der darin enthaltenen Kasten für 
die eigentliche Sammlung. Zu diesem Zwecke musste ein grosser 
Theil der Kasten geräumt und deren Inhalt provisorisch ander- 
weitig in gesicherten Behältern aufbewahrt werden. Bis zu 
Ende Sommer werden die Reparaturen vollendet sein und soll 
dann eine gleichmässige Ordnung und Bearbeitung der Gesammt- 
bestände in Angriff genommen werden. Bei diesem Umstecken in 
andere Kasten konnte schon auf diese Umordnung zum Theil 
Rücksicht genommen und gleichartiges Material zusammengebracht 
werden. 

Eine Vermehrung ward der Sammlung zu Theil durch die 
Sendungen einer grossen Anzahl von Madagaskar-Insekten durch 
Herrn Stumpf. Herr v. Saussure aus Genf, unser correspon- 
direndes Mitglied, hatte die Güte, bei seinem letzten Hiersein 
eine Anzahl davon, besonders Orthopteren und Millepeden 
zu bestimmen, von denen einige sogar zugleich die Original- 
exemplare darstellen. 

Von Herrn von Maltzan wurde eine Anzahl von ihm in 
diesem Jahre in Portugal gesammelter, sowie ferner eine Suite 
brasilianischer Pracht-Schmetterlinge im Tausche gegen Dubletten 
aus den Käferbeständen erworben. 

Der Vorsteher der entomologischen Section: 

Dr. von Heyden, 
K. Hauptmann z. D. 



— 159 — 

3. Kericht über die coiichologisclie Sedioii iu 1878/79. 

Unsere Coucliyliensaramlung erhielt iu dem abgelaufeneu 
Jahre verschiedene uicht unerhebliche Bereicheruugeu. Angekauft 
wurden aus der Gruner'scheu Sammlung die Gattungen Triton, 
Fi/rida uud Fi(sn.s, unter denselben zahlreiche Seltenheiten, welche 
unserer Sammlung fehlten. Von den Pyrula haben zahlreiche 
Exemplare als Originale für die Monographie dieser Gattung im 
Conchyliencabinet von Martini-Chemnitz gedient. 

Feruer wurden iu Tausch von Herrn Verkrüzen erworben: 
Panopaea norvegica, Boreofusus Bernicicnsis, Ncptunea norvegica 
und Buccinopsis Dalei, vier der seltensten Nordsee- Arten, uud eine 
Anzahl uus noch fehlender Seeconchylien vou Mauritius. 

Vou Herrn D. F. Heynemann erhielt unsere Saumilung ein 
sehr werthvolles Geschenk, eine grosse Anzahl abnormer uud ver- 
krüppelter Conchylien, drei Schiebladeu füllend, eine in ihrer Art 
wohl einzige Sammlung. 

Ferner von dem Sectionär eine Anzahl für unser Museum 
sämmtlich neuer Meerescouchylien aus West-Indien, Im Anschluss 
an die früher im Tausch erworbene Suite schenkte uns Herr 
H. vou Maltzan ausserdem noch eine reiche Suite westindischer 
Zweischaler, so dass auch unsere westindische Localsammlung 
jetzt nicht mehr ganz unbedeutend ist. 

Die Artenzahl unserer Sammlung hat im verflossenen Jahre 
um etwa 300 zugenommen uud beläuft sich jetzt auf nahezu 8000, 
immerbin noch nicht ein Viertel der bekannten Arten. 

Dr, W. Kobelt. 



4. Bericht über die Sectionen der Botanik und der 
Phytopalaeontologie. 

Der Direction der Senckenbergischeu naturforschenden Gesell- 
schaft erlaube ich mir folgenden kurzen Bericht über die Botanische 
Section vorzulegen. 

Die in letzter Zeit erworbenen Sammlungen, welche sich 
hauptsächlich auf Europa (hier vor allem auf Süd -Italien, aber 
auch auf Spanien, Griechenland, Serbien, Ungarn und Scandinavien) 



— 160 ~ 

ferner auf Nord - Amerika (Jowa, Missouri, Californien) und 
Süd-Amerika (Argentinische Republik) beziehen, konnten wenig- 
stens zum Theil bereits eingeordnet werden. Hierzu kam noch 
der grösste Theil des von Prof. Fresenius gesammelten Herbars, 
sowie die in letzter Zeit von mir bestimmten Pflanzen aus den 
von Prof. Rein in Japan gemachten Sammlungen. Die Einreihung 
schreitet vorläufig noch immer sehr langsam fort, da im ver- 
flossenen Jahre nur erst ein Theil der vorhandenen Fascikel in 
dem Schwefelkohlenstoffkasten gereinigt werden konnte ; also bei 
den jetzt einzureihenden Gattungen das lästige und ungemein 
zeitraubende Durchsehen der Fascikel noch nicht unterlassen 
werden kann. Im Jahre 1879 wurden durch die Beihülfe von Herrn 
A. Metzler weitere Erwerbungen von meist südamerikanischen 
und südeuropäischen Pflanzen gemacht, und schliesslich eine Flora 
von Colorado, bestehend in 860 Nummern erworben, einem Districte, 
welcher durch die Grossartigkeit und Eigenthümlichkeit seiner 
Terrainbildung sich auszeichnet und zugleich noch kaum bekannt 
ist. Diese Flora ist Gebirgsflora, gesammelt von 5000 bis 14 000 
Fuss über'm Meer. — Bei wissenschaftlichen Arbeiten wurde das 
Herbar der Seuckenbergischen Gesellschaft in letzter Zeit mehr- 
fach zu Rathe gezogen , (von auswärtigen hier durchreisenden 
Botanikern). 

Die paläontologische Sammlung wurde dieses Jahr durch die 
von Herrn Prof. Sandberger in Würzburg geschenkte werthvolle 
Suite von Pflanzenversteinerungen aus dem Zsilythale in Sieben- 
bürgen bereichert. Zugleich hoffe ich, dass wohl in naher Zeit eine 
Sammlung von Devonpflanzen aus belgischen Fundorten, welche 
mir Herr Director Crepin in Brüssel für das Museum zugesagt hat, 
eintrefl'en werde. Auch darf ich die Hofi'nung aussprechen, dass 
ich eine grössere Suite von Pflanzen aus dem Pliocen Toskana's, 
mit deren Bearbeitung ich jetzt gerade beschäftigt bin, durch die 
Güte des Herrn Dr. v. Bosniaki dem Museum zuzuweisen vermag. 
Letzteres würde insofern noch besonders erwünscht sein, da die 
von mir aus gleichaltrigen Ablagerungen Siciliens beschriebenen 
Abdrücke durch Schenkung des Herrn Director Stöhr schon früher 
dem hiesigen Museum zugewendet wurden. 

Dr. Geyler, 

Sectionär für Botanik. 



IGl — 



5. Bericht der Section für Miiienilogie über den Jahr- 
gang 1878. 

An Gescheuken siDdiüiervorzaheben: 

1. Von Herrn Dr. J^fiecli'ich Scliarff 4 .Stufen vom 
Vesuv, besonders aufsitzende Leuzite, 1 Amethystdruse von den 
3 Brunnen. 14 Stufen aus dem Taunus, darunter Flussspath- 
Octaeder vom Rossert. Weiter: Groth, Uebersicht der Mineralien 
nach ihren krystallographisch-cheraischen Beziehungen. 

2. Von Herrn Dr. Alfred Bück 1 faustgrosses Stück 
Tachylyt aus dem Basalt von Bockenheim. 

Aus dem durch Herrn Dr. Rüppell seiner Zeit der Minera- 
logischen Section durch Tauschgegeustände zugewiesenen Capitale 
sind von demselben alljährlich zu Anschaffungen zu ver- 
wenden fl. 22.30 = M. 38.57 

dazu wurden für den laufenden Jahrgang weiter . » 111.43 

ausgeworfen, so dass zur Verwendung kommen konnte 

ein Betrag von M. 150. — 

Hiervon ist angeschafft worden: 

1. In dem Heidelberger Mineralien -Comptoir fand ich nur 
Weniges für das Museum geeignet: 

Mai: 1 Wolframit von Schlaggen wald M. 3. — 
1 verzerrter Kalkspath von Andreasberg » 1. — 
1 Markasit von Folkestone . . . . » 1. — 



M. 



2. C. F. Pech, die ausgezeichnete Mineralien- 
handlung in Berlin, sandte Besseres: 

Aug. 13. Gold von Vöröspatak, zierlicher Skelet- 
bau in Stäbchen reihenweise geordnet, ähnlich einer 
Stufe in Bonn, welche Hesse über g in Minera- 
log. Notiz VII pag. 39 beschrieben M. 20. — 
Ilmenit von Miask » 13.50 

Weiter hat sich die Section au Dr. Schuchardt 
in Görlitz gewandt in der Hoffnung, daselbst spanische 
Mineralien zu erhalten, die uns fast durchaus fehlen. 



M. 33.50 



11 



— 162 — 

Er saudte 3 Kistchen, darinnen aber nur wenige 
spanische Mineralien. 

3. (Oct.) bei Dr. Schuchardt in Görlitz. 

Proustit von Marienberg . . . . M. 10. — 

Kalkspathgruppe von Przibram . . » 10. — 

Skapolith von Gouvernor .... » 20. — 

Theuardit von Caracolas .... » 2. — 

10 Stück Philippsit von Zirswitz . » 3. — 

Schweizerit nach Quarz, Zermatt . » 1. — 

Göthit von Lostwithill » 4. — 

Hydrotitauit 2 Stück, Magnet Cove » 2.50 

Stephauit von Andreasberg ... » 12. — 

Manganit von Ilefeld » 3. — 

Pyrolusit von Platten > 1.50 

Malachit von Cordova » 1.50 

Pyromalit von Nordmarkeu ... » 4. — 

Nagyagit von Naguaga .... » 6. — 

Glauberit von Villa Rubin ...» 10. — 

Heulaudit vom Wallis, Gieblisbach. » 8.50 

sog. Sandcalcit » 3. — 

Sylvauit von Nagyag » 7. — 



M. 109. 



Im Ganzen also . . M. 147.50 

Dagegen würden zufolge eines Beschlusses der Gesellschaft 
3 Stück kleiner Nilgeschiebe No. 1855 aus der Mineralogischen 
Sammlung ausgeschieden und an die städtische historische Samm- 
lung laut Quittung übergeben. 

Von den seiner Zeit durch Herrn Dr. Volger eingestellten 
Gegenständen sind bis jetzt zwei Kisten voll ausgeschieden 
und abgeholt worden; es ist etwa noch ein gleicher Betrag zu 
demselben Zwecke zurückgestellt worden. 

Im Laufe dieses Sommers ist die ganze Mineralogische 
Sammlung durchgesehen, gereinigt und frisch geordnet worden. 
Es geschah dies wieder nach dem bisher befolgten älteren System 
von Blum, während neuerdings die öffentlichen Sammlungen 
mehr und mehr bei der Gruppirung der Mineralien die Aehnlich- 
keit der chemischen Constitution ohne Berücksichtigung der Form 
ins Auge fassen und zur Geltung bringen. Ein bezüglicher An- 



— 163 — >- 

trag auf Umänderung des Systems in der Aufstellung ist iudess 
unterblieben, weil eine derartige Umstellung einen verfügbaren 
freien Raum verlangt, jetzt aber zu diesem Zwecke kaum eine 
einzige Schublade hätte verwendet werden können; vorerst bleibt ^ 

noch die Aufstellung der geologischen und der paläontologischen 5 

Sammlung zu vollenden, der nöthige Raum wird sich dann wohl k 

finden. ,i 

Dr. Friedrich Schar ff, 

Sectionär für Mineralogie. 



164 — 



b. Protokoll-Auszüge über die wissenschaftlichen 
Sitzungen während 1878/79. 

In diesen Sitzungen werden regelmässig die neuen Geschenke 
für die Samiulungeu, sowie für die Bibliothek vorgelegt. 

Diese sind, da ein Verzeichniss derselben unter S. 35 gegeben 
ist, hier nicht erwähnt, insofern sich nicht etwa Vorträge daran 
knüpften. Ebenso ist nicht erwähnt, dass, was regelmässig 
geschah, das Protocoll der vorigen Sitzung verlesen wurde. 

Samstag den 16. November 1878. 

Vorsitzender Herr Dr. Th. Petersen. 

Herr Dr. Stricker hielt zur Erinnerung der am 
7. April 1778 erfolgten Promotion von Samuel 
Thomas von So mm erring einen Vortrag, — das Andenken 
an die vielseitige Thätigkeit und Bedeutung des grössten Ana- 
tomen Deutschlands hier in Frankfurt wach zu erhalten, wo er 
seine Familie begründete. Hierdurch wurde ihm später Frankfurt 
zu seiner zweiten Heimath, wo er mehrere Jahre als practischer 
Arzt wirkte, wo er auch die letzten Lebensjahre im Kreise seiner 
Familie verbrachte und 75 Jahre alt sein ruhmreiches Leben 
schloss. In eben diesen Jahren schenkte Sommer ring auch 
unserem Museum und daher vor Allem den kühnen Unterneh- 
mungen Rüppell's grosses Interesse. 1828 am 7. April wurde 
hier auf das solennste sein 50jähriges Doctorjubiläum gefeiert. 
Aus den Ueberschüssen der zur Prägung einer Denkmünze für 
diesen Tag gesammelten Beiträge wurde der von unserer 
Gesellschaft alle 4 Jahre zu vergebende, vor 2 Jahren nun zum 
elften mal vergabte Sommer ring-Preis, welcher der bedeu- 
tendsten Leistung in der Physiologie werden soll, gegründet. 



— lüo — 

In einem zweiten Vortrage schilderte Herr Dr. v. Heyden 
seine mit 2 Freunden von Mitte Mai bis Ende Juli 
dieses Jahres iu Croatien und Slavonien unter- 
nommene wissenschaftliche Reise. Hierfür ist eine 
Karte, in welche ihre Reiseroute eingezeichnet ;st, ferner eine 
grössere Anzahl besonders interessanter Laudschaftsbilder etc. 
aufgestellt. Nachdem nun der Redner die durchreisten Länder 
orographisch und hydrographisch beschrieben, geht er auf die 
nähere Beschreibung der besonderen Ziele und der Mittel ein, 
welche die Reisenden beim Sammeln verwendeten. So wurde Perusic 
wegen der in den dortigen Höhlen lebenden augenlosen Insecten 
besucht. Eine Hauptausbeute gaben die auf dem Grunde von 
trichterförmigen Vertiefungen vermodernden umgestürzten Bäume 
und das hier liegende Laubwerk. Die Entstehung dieser Kessel 
erklärt der Redner durch locales Einsinken, Einstürzen des unter- 
höhlten, kahlen, kalkigen Plateaus; vielfach sind diese Trichter, 
welche in sehr verschiedenen Grössen, vielfach in enormer Menge, 
sich im ganzen Gebiete finden , mit durch die Regenwassei: 
eingeschwemmter, bebaubarer Ackerkrume am Grunde überdeckt. 
Gelegentlich der Beschreibung der Buchen- und Eichenurwälder, 
die von den Reisenden ebenfalls durchforscht wurden, kommt der 
Redner auf das frühere unsinnige Abholzen des westlichen See- 
karst und Velebit, ferner auf die Art und Weise, wie die öster- 
reichische Regierung jetzt diese kolossalen Waldbestände nutzbar 
zu machen sucht, zu sprechen. Das Notliwendigste hierfür, Strassen, 
fehlen eben noch meistens. Die Ziege bezeichnet der Redner als 
den grössten Feind des Pflanzeuwuchses; wo sie in grösserer 
Menge gezogen werde, ist das Land arm. 

Abgesehen von der Insectenwelt hat auch die übrige Fauna 
manch Interessantes: im Oguliuer Regiment sollen in einem Wald- 
bestand von 40 000 Joch noch circa 150 Bären stehen; hier 
finden sich auch Auerhähne, Gemsen, häufig auch Wölfe; ganz 
enorm reich sind Sümpfe, z. B. im Petsrwardeiner Regiment an 
Sumpfvögeln. Die Plitvica-See'u, welche 12 au Zahl etagenmässig 
übereinander reihenweise sich folgen, von denen jeder sein krystall- 
reines kalkreiches Wasser durch mehrere Klafter hohe Fälle in 
den unteren ersiesst, sind reich an Lachsforelleu. Das Fischen 
derselben geschieht durch Werfen mit eiserneu Haken nach den- 
selben von den höchst primitiven Fahrzeugen aus, die einfach 



— 166 — 

■und ganz roh ausgehöhlte Baumstämme sind. Von Clausilieu 
brachte der Redner 8 neue Varietäten mit. 

Die erfolgreiche Reise verdanken die Reisenden zum grossen 
Theil einer von General-Feldmarschall-Lieutenaut Philippovic 
ausgestellten offenen Ordre, welche alle Civil- und Militär-Behörden 
anwies, den Reisenden auf jede Weise behülflich zu sein. 

Samstag den 7. December 1878. 

Vorsitzender Herr Dr. Tb. Petersen. 

Den ersten Vortrag hielt Herr Dr. H. Loretz über die 
Schichten von Hallstatt und St. Cassian und deren 
Versteinerungen, wozu eine grössere AusAvahl der von Herrn 
von Klippstein angekauften Sammlung vorlag. Die Namen 
Hallstatt und St. Cassian sind schon lange in den Kreisen 
derer bekannt, welche sich die touristische oder die wissenschaft- 
liche Erforschung der Alpenwelt zum Ziele gesetzt haben. Wie 
die Umgebungen dieser Orte landschaftlich reich an sehens- 
wertheu, grossartigen Scenerien sind, so enthalten auch die 
dortigen Berge eine grosse Fülle von merkwürdigen Versteine- 
rungen, deren Aufsammlung und Untersuchung die Geologen schon 
seit Jahrzehnten beschäftigt; eine umfangreiche Literatur existirt 
schon über dieselben. Die Gesteinsschichten, welche jene ver- 
steinerten Ueberreste ehemaliger Meeresgeschöpfe einschliesseu, 
gehören dem Keuper an, welcher sich aber in seiner alpinen Aus- 
bildung, nach Gestein, wie nach organischen Einschlüssen wesentlich 
von dem uns nähergelegenen schwäbisch-fränkischen Keuper ab- 
weichend zeigt. Diese Verschiedenheit in der alpinen und ausser- 
alpinen Entwickeluug ein und desselben Schichtensystems macht 
sich mehr oder weniger bei allen Formationen geltend und bildet 
eine Hauptschwierigkeit bei der zoologischen Entzifferung des 
alpinen Schichtengebäudes. Der Vortragende berührt nun kurz 
noch eine Reihe von anderen Schwierigkeiten — so die mannig- 
faltigen und grossartigen Lagerungsstörungen, welche mächtige, 
steil aufgerichtete Scbichtensysteme betroffen und verschoben 
haben, dann die grosse Armuth an Versteinerungen oder den 
schlechten Erhaltungszustand derselben in manchen Gebirgs- 
partien, weiter die Hindernisse, welche Terrain, Witterung oder 
auch mächtige Alles verfüllende Schuttmassen dem vordringenden 



— 167 — 

Geologen entgegenstellen u. s. f. Erschwerender jedoch als die 
genannten Pnukte ist für die rasche und sichere geoguostische 
Orientirung in den Alpen der sogenannte Faciesvvechsel, d. h. 
die Erscheinung, dass ein und dieselbe geologische Bildung an 
verschiedenen, oft gar nicht weit von einander entfernten Orten 
im Alpengebirge selbst so ganz anders aussehen kann, dass also 
z. B. in demselben geognostischen Horizonten Korallenkalk, 
Dolomit, Ilochseekalk mit Ammoniten etc. miteinander wechseln 
können. Gerade der Keuper zeigt sich in dieser Beziehung 
äusserst ^vielgestaltig und bietet denn auch an den Orten Hall- 
statt einerseits und St. Cassian anderseits ein sehr abweichendes 
geoguostisches Bild ; während in Hallstatt am unteren und mittleren 
Keuper eine Kalkbilduug mit Ammoniten, der sogenannte Hall- 
statter Marmor erscheint, findet sich in St. Cassian als gleich- 
zeitiges Aequivalent eine Reihe ganz anders zwischen Schichten 
und unter diesen als wichtigste die St. Cassianer Kalkmergel und 
Korallenkalke mit den berühmten Versteinerungen. Den Schluss 
des Vortrages bildet eine nähere Charakterisirung und übersicht- 
liche Betrachtung der Faunen, welche in Hallstatt und St. 
Cassian überliefert sind , nebst Bemerkungen über deren gegen- 
seitige Beziehungen und muthraassliche Lebensbedingungen. Auch 
durch die Entdeckung dieses Reichthumes an organischen Formen in 
der Alpen-Trias wird die nur dürftige Fauna der gleichzeitigen 
ausseralpinen Formationen in erfreulicher Weise ergänzt, und so 
erst die Verbindung hergestellt zwischen der reichen Entfaltung 
der Thierwelt einerseits in den paläozoischen Formationen und 
anderseits in den jüngeren mesozoischen. 

Hierauf besprach Herr Dr. Petersen die Quellen für 
die Bildung der Erzgänge. Dass Gangmineralien und 
Erze im Allgemeinen nicht aus grossen Tiefen stammen, vielmehr 
zu den Nachbargesteinen in naher Beziehung stehen, konnte nicht 
unbekannt bleiben; weiss ja auch der Bergmann aus Erfahrung, 
wie sehr die Erzgänge und Lager nutzbarer Mineralien an gewisse 
Gesteine geknüpft sind. Es hatte an einschlägigen, genauen 
chemischen Untersuchungen bislang gefehlt. Der Vortragende 
erinnert daran, wie er für viele krystalliuische Gesteine einen 
Gehalt an phosphorsaurem Kalk nachgewiesen und so auch die 
Quelle der nassauischen Phosphoritlager erklärt, ferner wie er 
bei den in Gemeinschaft mit Prof. Sandberger ausgeführten 



— 108 — 

üntersucliuugeu der hochinteressauten Mineralien der Silber, 
Wismuth, Kobalt und andere Metalle führenden Erzgänge des 
mittleren Schwarzwaldes eben jene Metalle mehrfach in den 
Nebengesteinen constatirt, sowie dass der Schwerspath der dortigen 
Gänge von dem kleine Mengen von Baryt führenden Feldspathe 
abgeleitet werden müsse. Neuerdings hat sich nun Saudberger 
weiter mit diesem Gegenstande beschäftigt und in verschiedenen 
Hornblenden, Augiten und sogar im Glimmer schwere Metalle, 
wie Kupfer, Kobalt, Blei, Silber, Wismuth, selbst Arsen und 
Antimon nachgewiesen, was für die Bildung der Erzgänge von 
hohem Interesse erscheint. Der Antimon, Kupfer und Kobalt 
führende Glimmer von Zindelsteiu im südöstlichen Schwarzwalde 
wurde u. A. vorgezeigt. 

Samstag den 18. Januar 1879. 

Vorsitzender Herr Dr. H. Schmidt. 

Vorerst erläutert Herr Dr. v. H e y d e n die Bildung der 
Kalktuffe, welche sich auch heute noch am Grunde der 
Plitvica-See'n bilden. Der Kalkreichthum der Zuflüsse gelangt 
heute durch Auslaugung des Hippuriteukalkes, der die umliegenden 
Gebirge zum grossen Theil zusammensetzt, in dieselben. 

Hierauf hält Herr Dr. Reiche nbach den angekündigten 
Vortrag über die Keimblätter und die erste Ent- 
wickeln ng des Nervensystems bei Arthropoden. 
Eine der wichtigsten Errungenschaften der moderneu Zoologie ist 
die Erkenntniss, dass die Thiere mit alleiniger Ausnahme der 
Protisten aus ganz einfachen, meist flächenhaft ausgebreiteten 
Primitiv Organen, den sogenannten Keimblättern, sich entwickeln. 
Nachdem der Vortragende die Verdienste Wolff's, P and er 's, 
Bär's, Rathke's, Müller's etc. hervorgehoben, zeigt er, wie 
durch die Aufsteilung der Zellentheorie auch die Lehre von den 
Keimblättern in eine neue Phase getreten und eins Menge dies- 
bezüglicher wissenschaftlicher Fragen angeregt habe, u. A. wie 
entstehen aus der Eizelle die Keimblätter, wie sind die Keim- 
blätterzellen beschaffen, wie betheiligen sich deren Elemente an 
dem Aufbau der Organsysteme ? Neuerdings ist nun durch die 
Aufstellung der Descendeuztheorie die Keimblätterlehre wieder in 
ein neues Stadium getreten. Jetzt richte sich die Forschung 



— 169 — 

besonders darauf, zu eruiren, ob die Keimblätter der verschiedenen 
Thiertypc'U, der höheren und niederen, gleichwerthig oder liomolog 
seien? Behufs dessen geht die Untersuchuug dahin zu erkennen, 
1. ob der Eutstehungsprocess der Keimblätter bei allen Thiereu der 
gleiche ist, 2. ob bei denselben aus den entsprechenden Keim- 
blättern genau die gleichen Orgausysteme sich aufbauen. 

Redner stellte sich nun die Aufgabe, diese beiden Momente 
an genau untersuchten Repräsentanten des Arthropoden-Kreises 
zu discutiren, schickte jedoch dem noch die Erläuterung des von 
ihra verbesserten Leiser 'scheu Mikrotoms voraus, mittelst dessen 
z. B. ein erhärteter Embryo in eine ununterbrochene Reihe von 
Schnitten bis ^/to mm Dicke zerlegt werden kann, so dass eine 
genaue Einsicht in die inwendig ablautenden Eutwickelnngs- 
processe möglich ist. Aus der Untersuchung Bobretzky's etc. 
ergab es sich, dass im Arthropodenei eine totale Furchnng statt- 
finde, dass jedoch das Endresultat dieses Processes bei Crustaceeu 
und Arachniden einerseits, bei Insecteu anderseits ein wesentlich 
verschiedenes sei. Genau beschreibt Redner besonders das von 
ihm in diesem Stadium untersuchte Ei von Ästacus fluviatilis 
und dessen Umwandlung; schliesslich sei es von einem über ein- 
schichtigen Zelllager umhüllt. Bei den Schmetterlingen hingegen 
fand Bobretzky innerhalb dieser Eizelle noch andere sehr 
voluminöse Zellen, die den ganzen übrigen Zellraum erfüllen. 
Während also bei Krebsen und Spinnen ara Schlüsse des 
Furchungsprocesses nur ein Keimblatt vorhanden ist, finden sich 
beim Schmetterlinge deren zwei. Der Redner schildert nun die 
von ihm beobachtete weitere Entwickelung der Keimblätter des 
Flusskrebses — die des Mesodermes und Entodermes, welch' ersteres 
wahrscheinlich deni Entoderm entstamme. Nach Kowalewsky 
bilde sich beim Schwimmkäfer und bei der Biene durch Einstül- 
pung nicht, wie beim Astucus das innere, sondern das mittlere 
Blatt, ähnlich sei es auch nach Bobretzky bei den Schmetter- 
lingeu. Es geht hieraus hervor, dass die Keimblätter nahe ver- 
wandter Thiere auf sehr abweichende Art entstellen, dass somit, 
auch wenn man andere Thiere so in den Bereich der Vergleichung 
zieht, aus dem Eutstehungsprocesse bis jetzt noch iiicht auf deren 
Homologie zu schliesseu sei. 

Nun auf die Betheiligong der Keimblätter an dem Aufbaue 
der Organsysteme übergehend, macht der Vortragende geltend. 



— 170 — 

dass in dieser Beziehung mehr Uebereinstimmuug vorhanden 
sei. Wie bei den höheren Thieren entwickeln sich z. B. 
bei Astacus aus dem inneren Blatt der Mitteldarm und die 
Leber , aus dem mittleren die Muskulatur , das Herz , das 
Blut etc., aus dem äusseren die Körperbedeckung, der Vorder- 
und Hinterdarm, besonders aber auch das Nervensystem, dessen 
hier ablaufende Entwickelungsvorgäuge sehr analog denen bei 
Wirbelthiereu sei. Redner beschreibt genauer die ersten Anlagen 
des Nervensystems bei Astacus-, zuerst lege sich eine mediane 
seichte Rinne au, deren mittlere Partieeu später segmeutweise 
sich einstülpeu, während die Randpartieen die Ganglien liefern. 
Li frühereu Stadien liege das Gehirn nicht dem übrigen Nerven- 
system in Bezug auf den Darm entgegengesetzt, vielmehr sei die 
Lage des Krebsgehirnes über dem Darm lediglich die Folge später 
eintretender Krümmungen, die mediane Nervenriune sei auch bei 
Schmetterlingen und beim Regenwurm aufgefunden. 

Nach alle dem schliesst Redner, dass die Homologie der 
Keimblätter noch als ein Problem bezeichnet werden müsse, das 
in hohem Maasse geeignet sei, den Forschungstrieb anzuspornen 
und ihm feste Richtung zu geben. 

Die wichtigsten Behauptungen bezüglich der Entwicklungsge- 
schichte des Flusskrebses belegte der Vortragende mit beweisenden 
Präparaten, die er durch Zeichnungen erläuterte und mittels der 
aufgestellten Mikroskope demonstrirte. 



Samstag den 15. Februar 1879. 

Vorsitzender Herr Dr. G e y 1 e r. 

Eine vorliegende Sammlung, ein Geschenk von Herrn Prof. 
Dr. Sandberger in Würzburg, gab Herrn Dr. Geyler Gelegen- 
heit, die Tertiärflora des Zsilythales in Siebenbürgen zu besprechen, 
demnach ist sie äquivalent unserem Cyrenenmergel, also ober- 
oligocän ; ausser den von Heer beschriebenen Pflanzen fanden sich 
unter den von Herrn Sandberger geschenkten auch Spuren von 
Taxodium disüchum. 

Hierauf folgte der Vortrag des Herrn Dr. Julius Ziegler 
über phänologische Beobachtungen. Siehe Seite 89. 



— 171 — 

Samstag den 1. März 1879. 

Vorsitzender Herr Dr. H. Schmidt. 

Herr Major von Homeyer über Natu rieben am 
Cuanza. Wie alle westafrikanischen Flussgebiete, so ist auch das 
des Cuanza charakterisirt durch eine vordere Barre — zurück ins 
Land hat derselbe z. B. bei Massangano eine Breite von 1400 Schritt, 
während die der Mündung nur 500 Schritt beträgt; noch weiter 
zurück, oberhalb Dondo stürzt der Fluss über mehrere Wasserfälle. 
Zur grossen Regenzeit — Februar bis Anfangs Mai — stauen 
sich daher die Wasser bedeutend und setzen das Tiefland, das sich 
von der Küste weit ins Innere erstreckt, unter Wasser. Unter 
anderem beobachtete der RecUier (1875) an einer Palme noch in 
einer Höhe von 22 Fuss Schlammtheile. 

Das vom Redner durchforschte Gebiet gliedert sich in : 
1. die weite Ebene mit Steppenflora, 2. den Urwald mit dichtem 
nnwegbarem Uuterwalde, 3. das inselartig aus der Steppe sich 
heraushebende Felsengebiet mit Bergen von 2 — 4000 Fuss Höhe, 
durchschnitten von tiefen Schluchten. Hier concentrirt sich das 
Thier- und Menscheuleben. — Die Flora der Steppe besteht, soweit 
sie feucht ist, vornehmlich aus Ricinus, Papyi'usartigen Gräsern 
und Bourdaonpalmen, auf und au den zurückgetretenen Wassern 
aus Süsswasser-Blasentangen und Amaryllisartigen PÜauzeu; wo 
in der Trockenzeit die Steppe trocken ist, ist sie von Cactusartigen 
Euphorbien, Mimosen, Genisten und gelb und roth blühenden Malven- 
bäumeu bewachsen. Weiter werden die Umstände geschildert, 
welche die Ebene zu einer Malariagegend machen — Wasser, 
tropische Hitze, dumpfe Luft und starker Temperaturwechsel, der 
während eines Tages ca. 20" R, beträgt. 

Auf das Thierleben übergehend bespricht der Redner den 
grossen Einfluss, welchen die Manier der Neger, die dürre Steppe 
in Brand zu setzen, auf jene ausübt. Der Löwe ist weit östlich 
bis Malange verdrängt, wo keine Steppe ist ; dasselbe gilt vom 
Büffel, vom Elephanten, auch Busch- Antilopen werden nicht mehr 
gesehen; der Leopard ist ins Gebirg verdrängt, ist auch dort nicht 
mehr gefürchtet. Doch regenerirt sich rasch wieder die Steppe, flüch- 
tige Thiere, Perlhühner, Trappen, Heuschrecken finden sich wieder 
ein, letztere sogar oft in ungeheurer Anzahl. Von den Flussbewohnern 
bespricht der Redner besonders das Krokodil ; er sah Thiere von 



— 172 — 

10 — 14FussLäuge; es ist als das schlimmste uächtliche Raubthier 
gefürchtet ; während der Fortpflanzuugszeit hält es sich in den 
Tümpeln mit weit aufgerisseiiem Rachen, den oft ein blauflügeliger 
Regenpfeifer nach Parasiten fahndend dnrchläuft. Nach de Rosa ist 
das Nilpferd bei Colombo, 12 Meilen von der Küste, sehr häufig, doch 
lässt es höchstens 6 Punkte — die Nüstern, die Augen-Stirnränder 
und die Ohrenspitzen am Wasserspiegel sehen. — Aus dem ge- 
birgigen Gebiete nannte der Vortragende den Klippschliefer und die 
graugrüne Meerkatze, deren Hauptaufenthalt Carica Papaya, die 
Bananen, die Schirmakazien und Gummibäume sind; auffällig ist, 
dass sie beim Herabklettern auch von den steilsten Felsen stets 
mit dem Kopf vorangehen. — Die Regenzeit ist die Zeit der Be- 
gattung, des Nestevbauens, folglich der Sommer. Zur Berichtigung 
der verbreiteten Ansiclit, als besässen die Tropen keine Sänger, 
führt der Redner die Buntdrossel (Bessornis), verschiedene Staare 
und Nectarinen, auch einen drosselartigen Steinschmätzer in Central- 
Afrika an. Von den Schmetterlingen hebt der Vortragende den sehr 
raschen Generationswechsel hervor. In den 9 Monaten — 
September bis Anfangs ^ai — geschieht derselbe meist dreimal. 
Während die Abkömmlinge einer Generation gleich sind, zeigen 
dagegen die verschiedeneu Generationen Verschiedenheiten, z. B. 
hat die 1. Generation von Pontia severina auf der Unterseite eine 
schwarz und weisse, die 2. eine schwarz und gelbe und die 3. eine 
schwarz und rothgelbe Netzzeichnung. Als Beweis für das massen- 
hafte Vorkommen der Schmetterlinge erwähnte der Redner, dass 
er in der Regel an einem Abende in seinem Zimmer 180 — 200 
Nachtschmetterliuge gefangen habe. Die grossen hochfliegeuden 
Charaxeu, welche am Gipfel der Veronia febrifuga sich aufhalten, 
lockte er mit Cognac und Zucker, mit denen er Negercacteeu überzog, 
herab. Die Stelleu, an welchen sich die Charaxen gerne aufhalten, 
sind kleine Stellen, am Gipfel, an welchen durch Ameisen das 
Ausfliesseu des Nahrungssaftes veranlasst ist. Herr von Homeyer 
vermuthet, es seien die Ueberschwemraungen und Brände, welche 
die Ameisen nöthigten, so hoch zu steigen. Damit stimme, dass 
alle Höhlennestbauenden Vögel, die Staare, Eisvögel etc. zahl- 
reiche Brut haben, im (jegensatze zu denjenigen, welche offene 
Nester bauen, deren Brüten bei uns zahlreich sind. Was die 
Verbreitung der Thiere angeht, wird hervorgehoben, dass die Thier- 
welt von Pongo Adongo, das vom Ufergebiete durch eine Gebirgs- 



— 173 — 

kette getrennt ist, sehr geringe Beziehungen zum benachbarten 
Westen haben, vielmehr gehe die Hiiui)tströnmng nach Nordost. 
So correspondirrn die Schmetterlinge mit der Fauna der süd- 
asiatischen Tnst'ln. sogar des Anuirgebietes, wofür Yphthma der 
Erebien-Abtheilung, dann auch Dcaiais und Cliaraxes Belege geben. 
Mit Madagascar hat Pongo Adongo die Acherontia solam gemein. 
Eine dritte Strömung führt nach Norden nach dem Senegal, 
was sich durch gleiches Klima und gleiche Bodeubeschaft'enheit 
erklärt. Von am Cuauza vorkommenden Kosmopoliten erwähnte 
der Redner schliesslich den Distelfalter, unseren Todtenkopf und 
die kleine Ackereule. — Mehrfach ist die Bemerkung gemacht, 
dass an der Küste (Loando) Schmetterlinge, welche weiter land- 
einwärts mit Punktzeichnung vorkommen, in Strichzeichnung über- 
gehen, ähnlich wie dies z. B. die Helgoländer Form Var. Zatima 
thut, im Vergleiche zur continentalen Stamm- und Punktform 
Spilosonia hibricq^eda. 

Samstag den 5. April 1879. 

Vorsitzender Herr Dr. H. Schmidt. 

Herr Dr. Julius Ziegler spricht über thermische 
Vegetationsconstanteu. Siehe Seite 103. 

Dr. F. Kinkelin, 

d. Z. erster Secretär. 



— 175 - 



1 11 li a 1 1. 



Seite 
Bericht, erstattet am Jahresfeste, den 25. Mai 1879, von Dr. med. 

HeinrichSchmidt 3 

Verzeichniss der Mitglieder: 

I. Stifter 22 

II. Ewige Mitglieder 23 

III. Mitglieder des Jahres 1878 24 

IV. Neue Mitglieder für das Jahr 1879 30 

V. Correspondirende Mitglieder 31 

VI. Ausserordentliche Ehrenmitglieder 34 

Verzeichniss der eingegangenen Geschenke: 

1. Für das naturhistorische Museum 53 

2. An Geld 38 

3. An Büchern 38 

Verzeichniss der durch Tausch erworbenen Bücher und Zeitschriften 41 

Verzeichniss der angekauften Bücher und Zeitschriften 51 

Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben 55 

Bilanz per 31. Dec. 1878 56 

Vorträge und Abhandlungen : 

1. Reptilien und Amphibien aus Syrien von Dr. Oskar Böttger 57 

2. Diagnosen zweier neuer Amphibien aus Madagascar. Von 

Dr. phil. 0. Böttger 85 

3. Diagnoses Coleopterorum aliquot novorum in Japonia a Dom. 
Prof. J. J. Rein, Doct. pliil, collectorum, auctore Dr. L. de 
Heyden 87 

4. üeber phänologische Beobachtungen von Dr. Julius Ziegler 89 

5. üeber thermische Vegetations-Constanten von Dr. Julius 
Ziegler 103 

6. Bemerkungen und Nachträge zu den Mittheilungen über Mada- 
gaskar und seine Lepidopteren-Fauna von M. Saalmüller 122 

7. Allgemeines über Sinnesorgane. Vortrag, gehalten bei der 
Jahresfeier von Dr. Heinrich Reichenbach 127 



— 176 — 

Anhang : 

a. Sectionsberichte. 

1. Bericht über die Section für vergleichende Anatomie . . . 157 

2. Bericht über die Thätigkeit der entomologischen Section der 
Senckenberg'schen naturforschenden Gesellschaft im Zeitraum 
1878/79 158 

3. Bericht über die couchologische Section in 1878/79 .... 159 

4. Bericht über die Sectionen der Botanik und der Phytopalae- 
ontologie 159 

5. Bericht der Section für Mineralogie über den Jahrgang 1878 161 

b. Protokoll-Auszüge über die wissenschaftlichen Sitzungen während 

1878/79 164 



Mahlan & Waldschmidt. Frankfurt a. M. 



Bericht 



*foz,2 



^^.S. 



IST, 



über die 



Senckeiibergische 
naturforscheiide Gesellschaft, 



1875-1876. 



Franlcfurt a. M. 

Druclf von Mab lau k Wal d so b ni i dt 
1877. 



../^ 



7^. 



'^^ 



^"^(o-Ji^J 



Bericht 



lilicr (li( 



Seiickenbergische 



ö- 



naturforscliende Gesellschaft. 



1876—1877. 



Frankfurt a. M. 

Druck von Muh lau & "NValdschniitlt. 
1877. 



k-/V9 



Bericht 



Jv. n». U./gy4 



über die 



Senckenbergische 
naturforschende Gesellschaft. 



1877—1878. 



Frankfurt a. M. 

Druck von Malilau & Waldschmidt. 
1878. 



v_ 



-^/TiP . ^i^Do^/ /. fyro 



Bericht 



über die 



Senckeiibergisclie 
naturforscheiide Gesellschaft. 



1878—1879. 



Frankfurt a. M. 

Druck von Mali lau & Waldschm itl t. 
1879. 






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3 2044 106 268 667 



Date Due 



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