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Full text of "Wachstumsmaxima von Keimlingsstengeln und Laboratoriumsluft"

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Waehstumsmaxima von Keimlingsstengeln 
und Laboratoriumsluft 

von 

Frieda Hoke. 

Aus dem Pflanzenphysiologischen Institute der k. k. Universität in Wien. 

Nr. 32 der zweiten Folge. 

(Mit 3 Tafeln.) 

(Vorgelegt in der Sitzung am 17. Mai 1912.) 

Wie bekannt, bestehen über die Wachstumsweise des 
Epikotyls von Phaseoliis multißorus Wildt in der Literatur 
nicht unerhebliche, wir können geradezu sagen, fundamentale 
Differenzen. Die eine Gruppe von Beobachtern behauptet, daß 
das nutierende Epikotyl von Ph. multißorus nur ein Wachs¬ 
tumsmaximum aufweist, während andere Forscher behaupten, 
daß deren zwei auftreten. Zu den ersteren gehört Sachs 
(7, 1903), der bei seinen Experimenten von 2 bis 3 cm langen 
Keimlingen ausging, die er in der gewohnten Weise mit Marken 
versah, deren Voneinanderrücken er täglich kontrollierte. Dabei 
bot sich ihm das von so vielen Keimligen her bekannte Bild, 
daß die Marken besonders an einer Stelle nicht unerheblich 
voneinander rückten, was ihn zu dem Schlüsse bewog, die 
Wachstumsintensität sei nicht in allen Regionen des Epikotyls 
dieselbe, es ergebe sich vielmehr eine Zone als besonders 
ausgezeichnet, die er darum Zone der größten Wachstums¬ 
zunahme, d. h. Wachstumsmaximum nannte. Die Beobachtungen 
zeigten nun, daß dieses Maximum mit jedem Tage weiter 
hinaufrückte, bis es nach der Streckung des Keimlings ganz 
verschwand. Wortmann (10<r, 1882), der die Sachs’schen 
Versuche wiederholte, kam zu dem gleichen Resultate. Er 


786 


F. Hoke, 


stellte seine Experimente im Glashause des pflanzenphysio¬ 
logischen Institutes in Würzburg auf und kultivierte die Pflanzen 
bei 22° C., nachdem er sie in Abständen von 0*5 cm markiert 
hatte. Es sei hier eines seiner Protokolle vviedergegeben. 


Tag 

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0-5—0-6—0-6—0-8—1-2—1-9—2-6—S-5 

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Er fand also im Epikotyl des Pli . mnltifloriis auch nur ein 
Maximum. Dieser Keimling folgt daher nach seiner Meinung 
dem allgemeinen Wachstumsgesetze der Internodien (nach 
Sachs). Dieses eine Maximum rückt immer weiter gegen die 
Spitze hinauf. 

Ganz anders war die Ansicht der zweiten Gruppe von 
Beobachtern. So fand Wiesner (9 b, 1883), daß bei seinen 
Versuchen mit Ph. mnltifloriis außer dem eben erwähnten 
Maximum, solange der Keimling nutierte, noch ein zweites 
Maximum zu bemerken war, das mit der Lösung der Nutation 
verschwand, wie sich das in der folgenden, seiner Arbeit (9 b, 
1883) entnommenen Tabelle klar ausspricht. Dabei hatte er 
seine Versuche im Laboratorium des alten pflanzenphysio¬ 
logischen Institutes in Wien aufgestellt. 










Wachstumsmaxima von Keimlingsstengeln, 


787 


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Sitzb. d. mathem.-naturw. Kl.; CXXI. ßd., Abt. I, 


54 


Anlaß geboten haben könne. Dagegen wendete Wiesner (9^, 1883) ein, Wortmann’s Pflanzen wären 
eben schon zu lang gewesen, da das eine Maximum nur bis zu einer Keimlingslänge von 4 cm zu sehen 
wäre, und ferner hätte Wort mann dadurch zum Übersehen des Maximums kommen müssen, weil er 















788 


F. Hoke 


die Distanzen der Marken von vornherein viel zu groß ge¬ 
wählt habe. 

Ich wurde nun von Herrn Prof. Mo lisch, dem ich gleich 
an dieser Stelle für die Zuweisung des Themas und dessen 
stete Förderung meinen verbindlichsten Dank aussprechen 
möchte, mit der Aufgabe betraut, die Versuche beider Gruppen 
von Experimentatoren unter genauester Berücksichtigung der 
eben wiedergegebenen Ansichten von Wiesner und Wort¬ 
mann nachzuprüfen. Dabei stellte sich ein ganz unerwartetes 
Ergebnis heraus, das im folgenden geschildert werden mag 
unter dem Titel : 

I. Einfluß der Laboratoriumsluft auf die Wachstumsmaxima 
von Phaseolus multiflorus Wildt und anderen Keimlingen. 

Gute, keimkräftige Samen von Ph. multiflorus wurden 
etwa 6 Stunden quellen gelassen und auf Filtrierpapier zum 
Keimen ausgelegt. Sobald sich 2 bis 2*5 cm lange Wurzeln 
entwickelt hatten, wurden nach sorgfältigster Auswahl je vier 
Keimlinge in Blumentöpfe in eine Mischung von gleichen Teilen 
Sand und Erde, die sich nach meinen Erfahrungen als besonders 
vorteilhaft erwies, gleich orientiert gesetzt und, nachdem sie 
im Gewächshause die Höhe von 1'5 bis 2 cm erreicht hatten, 
markiert Die so adjustierten Pflanzen wurden nun an ver¬ 
schiedenen Plätzen des pflanzenphysiologischen Institutes, und 
zwar vergleichsweise im Licht und Finstern aufgestellt. Es 
gehören zur Serie I die Keimlinge, welche im Warm- und Kalt¬ 
hause ihren Platz fanden, zur Serie II diejenigen, welche im 
Museum, Hörsal, Laboratorium für Chemie und im Korridor 
des Institutes aufgestellt wurden. Zu meiner großen Über¬ 
raschung zeigten die Keimlinge der Serie I bloß ein Wachstums¬ 
maximum, also das Verhalten, wie es Sachs und Wortmann 
beschreiben, während die der Serie II deren zwei aufweisen, 
wie dies Wiesner gefunden hat. Damit schien nun mit einem 
Schlage die Antwort in der Streitfrage gegeben. Was zunächst 
schon im ganzen Habitus der Keimlinge beider Serien auffiel, 
war die bereits vcn Moli sch (1905) und Richter (5 b, 
1903) beobachtete Hemmung des Längen- und Förderung des 


Wachstumsmaxima von Keimlingsstengeln. 


789 


Dickenwachstums an den Laboratoriumsluftpflanzen. Gleich¬ 
zeitig ließen sie die von Wiesner beschriebene undulierende 
Nutation in typischer Ausbildung erkennen. Da die Pflanzen, 
die in den Räumen mit unreiner Luft standen, das typische 
Aussehen von Laboratoriumsluftpflanzen aufvviesen, wie es von 
Molisch (1905; 2a, b, 1911), Neljubow (3a, b, 1901, 1911), 
Richter (5 b, 1903), Singer (8, 1903), Woy cicki (11 a , b, 1908, 
1909) u. a. beschrieben worden ist, und da gerade nur diese und 
regelmäßig nur diese zwei Maxima aufwiesen, so lag die Ver¬ 
mutung nahe, daß die gasförmigen Verunreinigungen der Luft die 
Ursache der zwei Maxima wären. Daraus ergab sich die weitere 
Versuchsanstellung, die im folgenden genau geschildert wird, 
von selbst. 


Versuchsanstellung. 

Die Markierung. Die in der oben mitgeteilten Weise vorbehandelten, 
in reiner Luft gehaltenen, 1*5 bis 2’0 cm langen Keimlinge wurden mit dem 
von Wiesner seinerzeit (9 b) beschriebenen Triebrädchen, dessen Zähne genau 
im Abstande von 1 mm voneinander angebracht sind, mit dem Farbstoffe eines 
Patentkissenstempels markiert, nachdem durch Vergleichsversuche anscheinend 
die völlige Unschädlichkeit des Patentkissenfarbstoffes dargetan und durch 
Vergleichsversuche mit Tusche die leichte Verfiießbarkeit 1 mm entfernter 
Tuschemarken bewiesen worden war. 

Die eigentliche Versuchsanstellung. Hierauf kamen die markierten 
Keimlinge unter Glasglocken, die, je nachdem eine größere oder geringere 
Feuchtigkeit beabsichtigt wurde, mit Wasser oder Vaselinöl von der umgebenden 
Luft abgeschlossen werden konnten. Die Töpfe standen natürlich auf Gläschen, 
um eine Schädigung der Wurzeln zu vermeiden. Ich möchte ausdrücklich 
bemerken, daß Vaselinöl völlig geruchlos ist, als Luftabschluß nicht schadet 
und sich besonders dann eignet, wenn es darauf ankommt, einen allzu feuchten 
Raum zu vermeiden. Die Kontrollobjekte waren im übrigen völlig gleich 
adjustiert, nur wurden die Glocken mit Glasröhrchen an einem Rande gehoben 
und so der Zutritt der Außenluft, beziehungsweise der Laboratoriumsluft möglich 
gemacht. Für die Aufstellung kamen in Betracht: 

1. reine Luft — licht, 

2. reine Luft — finster, 

3. Laboratoriumsluft — licht, 

4. Laboratoriumsluft — finster, 

so daß also immer dort, wo überhaupt die Laboratoriumsluft in Betracht kam, 
zwei Versuche nebeneinander standen, immer je einer mit reiner Luft und einer 
mit Laboratoriumsluft, die sich gegenseitig kontrollierten. 


54* 


Ich führe nun sofort die Ergebnisse meiner Versuche in zusammenfassender Weise an. 

1. Zwei Maxima sind nur in Laboratoriumsluft zu bemerken, und zwar liegt eines von 
den beiden im gestreckten Teile des Epikotyls. Dieses Maximum wandert immer weiter hinauf, bis es 


790 


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6 


Die Ablesung der Markendistanzen erfolgte nach gewohnter Art mit Millimeterpapier, wozu selbstverständlich die Glocken 
entfernt werden mußten, doch hatte, wie sich sicher erweisen ließ, diese kurze Berührung der Pflanzen mit der Außenluft keine schädliche 
Wirkung. Die Beobachtung erfolgte nach je 24 Stunden. 

Indem ich nun bezüglich meiner zahlreichen Versuche auf die Tabellen am Schlüsse der Arbeit verweise, greife ich hier zur 
Illustration zwei zusammengehörige Beispiele heraus. 








Wachstumsmaxima von Keimlingsstengeln. 


791 


mit dem zweiten, unterhalb der Nutationskrümmung liegenden 
verschmilzt, zu einer Zeit, da die Keimlinge durch Streckung 
eine Länge von etwa 4 cm erreicht haben (Wiesner, 9 b, 1883). 

2. In reiner Luft dagegen findet sich nur ein einziges 
Maximum, das immer weiter hinaufrückt, bis es ganz ver¬ 
schwindet. 

3. Die eben besprochenen Unterschiede zwischen Keim¬ 
lingen aus reiner und denen aus verunreinigter Luft fanden 
sich nicht nur an Licht- und Dunkelkeimlingen, die ihre Kotyle¬ 
donen besitzen, sondern auch an jenen Zwergexemplaren, 
denen die Kotyledonen am Versuchsbeginn abgeschnitten 
worden waren. 

4. Mit diesen Befunden erscheinen die zwischen Sachs 
und Wortmann einerseits und Wiesner und Wettstein 
andrerseits bestehenden Differenzen endgültig erklärt. 

5. Gleichzeitig ist hiermit wieder ein nicht uninteressanter 
Fall bekannt geworden, wo sich der einschneidende Einfluß 
der gasförmigen Verunreinigungen der Luft, wie sie im Labora¬ 
torium Vorkommen, in auffallender Weise kundtut. 

6. Die besprochene Wirkung der Laboratoriumsluft, des 
Leuchtgases, des Terpentins und anderer Narkotika auf die 
Wachstumsmaxima der Streckungszone bleibt nicht auf das 
Epikotyl von Ph. multifloriis beschränkt, sondern ließ sich auch 
bei Hypokotylen von Lupinns albus und Helianthus nach- 
weisen. Doch ist z. B. bei Lupinns allms stärkere Verunreinigung 
der Luft nötig, um diese Unterschiede zu zeigen. 

7. Eine Ausnahme bildet gewissermaßen Ph. vulgaris , 
das wieder einmal zeigt, wie verfehlt es wäre, auf Grund der 
beschriebenen Befunde zu generalisieren. Hier findet sich 
nämlich infolge der starken Nutation auch ein zweites Maximum 
bei Pflanzen in reiner Luft. Doch war das zweite Maximum in 
der verunreinigten Luft um ein Bedeutendes deutlicher. Hand 
in Hand damit ging auch eine mächtige Schlingenbildung in 
der Laboratoriumsluft, der nur undulierende Nutation in reiner 
Luft gegenüberstand. 

8. Bei allen Versuchen in Laboratoriumsluft tritt die 
schon von O. Richter (5 a, 1903) und anderen Forschern 
beobachtete Hemmung des Längen- und Förderung des Dicken- 


792 


F. Hoke, 


Wachstums ein; auch das von demselben Autor (5c, 1908) 
nachgewiesene Zerplatzen der turgeszenten Keimlinge der 
verunreinigten Luft war wiederholt zu sehen. 

Gerade diese zuletzt ausgeführten Erscheinungen ver- 
anlaßten mich nun, im Hinblick auf die von O. Richter (5 d y 
1910) zum erstenmal durchgeführten Turgorbestimmungen 
von in reiner Luft und in Laboratoriumsluft gehaltenen Keim¬ 
lingen Turgorbestimmungen in der Nutationszone auszuführen, 
deren Ergebnisse im zweiten Teile der vorliegenden Arbeit 
mitgeteilt sein mögen. 


II. Über die Verteilung des Turgors in der Nutationszone 
bei Keimlingen der reinen Luft, der Laboratoriumsluft und 
anderer Narkotica. 

Methodik. In Verwendung kam die plasmolytische Me¬ 
thode. Längsschnitte durch die Medianebene des Keimlings 
wurden in Salpeterlösung verschiedener Konzentration gebracht 
und nachher unter dem Mikroskop festgestellt, bei welcher 
geringsten Konzentration gerade Plasmolyse eintrat. 

Ergebnis der Untersuchungen. Zuerst hebt sich in 
den Zellen der Rückseite des Keimlings der Plasmaschlauch 
ab und erst bei stärkerer Konzentration auch in denen der 
Vorderseite. 1 Daher ist der Turgordruck an der Rückseite 
schwächer als an der Vorderseite. Ferner zeigte sich auf Grund 
wiederholter Versuche, daß diese Differenz des Turgordruckes 
vorn und rückwärts abhängig ist von der Luft des Kultur¬ 
raumes und daß diese Differenz um so größer wird, je ver¬ 
unreinigter die Luft ist. 

Unter Hinweis auf die am Schlüsse der Arbeit mitgeteilten 
tabellarischen Belege und unter Berücksichtigung des Wertes 
von l°/ 0 KN0 3 = 4'6 Atmosphären (Jost, 1) stellen sich die 
gefundenen Werte, wie folgt. 

1 Ich verstehe unter der Vorderseite in Übereinstimmung mit Wiesner 
die Seite, wohin die Spitze gekrümmt ist (konkave Seite), unter der Rückseite 
die konvexe. 


Wachstumsmaxima von Keimlingsstengeln. 


793 


PJiaseolus multißorus. Finster. 


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Reine Luft 

Laboratoriums¬ 

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gas durch 

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in Atmosphären 

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34*5 

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Phaseolus multißorus. Licht. 


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luft 

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7 Tage täglich 
zugeführt 

16 cm 3 Leucht¬ 
gas durch 

7 Tage täglich 
zugeführt 

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1 


Bezüglich der Tabelle sei bemerkt, daß die in der Tabelle 
angeführte Leuchtgasmenge in einen Kulturraum von 6 l 
hineingebracht wurde, so daß in demselben 7 / G0 , ^/ 15> respektive 
V 6 % Leuchtgas vorhanden war. 

Wie ferner aus der Tabelle hervorgeht, besteht zwischen 
vorn und rückwärts in der nutierenden Spitze ein bedeutender 
Unterschied im Turgordruck, und zwar beträgt die Differenz 
im Durchschnitt in der reinen Luft 3*1, in der Laboratoriums¬ 
luft 5*7 Atmosphären. Ferner besteht eine große Differenz im 
Turgordruck zwischen Vorder- und Hinterseiten bei Pflanzen 
in reiner Luft und in Laboratoriumsluft. Die Differenz im 
osmotischen Druck zwischen den Reineluft- und Laboratoriums¬ 
luftpflanzen ist durchschnittlich vorn 7, rückwärts 4 Atmo¬ 
sphären. 







































794 


F. Hoke, 


Helianthus , der, in reiner Luft gezogen, fast keine Krüm¬ 
mung zeigt, weist in Übereinstimmung hiermit auch keine 
merkliche Druckdifferenz auf (vorn und rückwärts in reiner 
Luft 25*3 Atmosphären). Untersucht man dagegen die Labora- 
toriumsluftkeimlinge dieser Pflanzen, die in der Laboratoriums¬ 
luft mitunter Nutationen der Knospenspitze bis 140, 180, ja 
270° aufweisen (Richter, 1903), so findet man die Differenzen 
im Turgor der Vorder- und Hinterseite wieder. Dagegen ist bei 
Pli. vulgaris , dessen auch in reiner Luft auftretende, besonders 
starke Nutation wir früher erwähnten, auch in reiner Luft eine 
recht auffallende Turgordifferenz der Vorder- und Hinterseite 
des Keimlings vorhanden. Nach dem Gesagten besteht also 
eine innige Beziehung zwischen Turgordruck einer-, Nuta¬ 
tion und Wachstumsmaximum andrerseits. Tritt nämlich eine 
große Turgordruckdifferenz zwischen Vorder- und Hinterseite 
auf, wie dies bei Pflanzen, die in Laboratoriumsluft kultiviert 
wurden, der Fall ist, so ist die Nutation groß und es bestehen 
zwei Wachtumsmaxima. Ist hingegen die Druckdifferenz gering, 
wie dies bei Pflanzen, die in reiner Luft gezogen wurden, der 
Fall ist, so fehlt die Nutation vollkommen oder ist nur gering 
und es tritt nur ein Maximum auf. 

Zusammenfassung. 

In der Literatur finden sich Angaben darüber, daß der 
nutierende Keimlingsstengel von Phaseolus mnltißorus Wi 1 d t 
und anderen Pflanzen ein Maximum oder zwei Maxima aufweist. 
Eine Entscheidung darüber, ob ein oder zwei Maxima auftreten, 
wurde bisher noch nicht gebracht. In der vorliegenden Arbeit 
wird gezeigt, daß beide Ansichten, die von hervor¬ 
ragenden Forschern (Sachs, Wiesner, Wortmann) her¬ 
rühren, richtig sein können und daß die Ursache für 
das Auftreten von zwei Maxima in den gasförmigen 
Verunreinigungen der Luft des Kulturraumes liegt. 

Unter normalen Verhältnissen kommt gewöhnlich nur ein 
Wachstumsmaximum vor, in der Laboratoriumsluft hingegen 
treten regelmäßig zwei Maxima auf. Von der erwähnten Regel 
weichen unter den untersuchten Pflanzen nur Keimlinge von 
Ph. vulgaris ab, die auch unter normalen Verhältnissen zwei 


Wachstumsmaxima von Keimlingsstengeln. 


795 


Maxima aufweisen, doch treten dieselben auch bei ihnen in 
verunreinigter Luft viel prägnanter hervor. 

Es wurde nebenbei nachgewiesen, daß der osmotische 
Druck an der vorderen, d. h. an der konkaven Seite der 
nutierenden Spitze viel größer ist als an der konvexen. Stets 
waren in der verunreinigten Luft die Turgorwerte im allgemeinen 
größer sowie auch ihre Differenzen. 


Anhang. 

I. Graphische Darstellungen des Auftretens der Wachstumsmaxima in reiner 
und in Laboratoriumsluft. Vergl. die Tafel I bis III. 

II. Turgorbestimmungen in den Zellen der Vorder- und Rückseite der Nutation 
von Keimlingen. 

Die bei den Bestimmungen verwendete Menge von KN0 3 wurde in 
Prozenten angegeben. Es trat in den Zellen größere oder geringere Plasmolyse 
ein, je nach der Konzentration von KN0 3 . xxx bedeutet starke Abhebung, 
xx mittlere Abhebung. Ein x bedeutet die eben noch sichtbare Abhebung des 
Protoplasmaschlauches, daher wurde dieser Wert als Grenzwert zur Bestimmung 
des Turgors angenommen. 

III. Erläuterung der Kurvendarstellungen auf Tafel I bis III. 

IV. Literaturverzeichnis. 



796 


F. Holle 


II. Turgor- 

Phaseolus 




Reine Luft. Dunkel 


In Prozent 
KNO s 

6*5- 6 -5*5-5*0-4*5 

In Prozent 
KN0 3 

6 -5-6-0-5-5-5-0-4-5-4-0 


Vorn. 

xxx-xxx- X — — 

Vorn. 

xxx-xxx— X — — — 


Mitte .... 

XX - XX - XX — — 

Mitte .... 

XX - XX - XX - XX — — 


Rückwärts 

XXX-XXX- XX - X — 

Rückwärts 

XXX-XXX-XXX-XX - X — 


Reine Luft. Licht 

In Prozent 
KN0 3 

6 •5- 6 -5‘5-5 * 0 

In Prozent 

kno 3 

6 • 5-6 * 0-5 * 5- 5 -4* 5 

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xxx-xx- x — 

XXX- x — — 

xxx-xx- X - X 

Vorn. 

xxx-xx - X — — 

XX - XX - XX — — 

XXX-XXX- XX - X — 

Mitte .... 

Rückwärts 

Mitte .... 

Rückwärts 


Durch 7 Tage täglich 7 mm 3 Leuchtgas 
zu geführt 

Durch 7 Tage täglich 16 mm 3 Leuchtgas 
zugeführt 

Dunkel 

In Prozent 
KN0 3 

8 -7 * 5- 7 -6 * 5- 6 -5 * 5 

In Prozent 
KNO 3 

8 -7-5- 7 -6 •5- 6 -5•5 

Vorn. 

1 

XX- X — — — — 

XX - XX - X — — — 

XXX-XXX-XX- XX - X — 

Vorn . 

XX- X — — — — 

XX-XX- X — — — 

XXX-XXX-XXX- XX - X — 

Mitte .... 

Rückwärts 

Mitte .... 

Rückwärts 



Durch 7 Tage täglich 31 mm 3 Leuchtgas 
zugeführt 

Durch 7 Tage täglich 16 min 3 Leuchtgas 
zugeführt 

Licht 

In Prozent 
KN t 0 3 

8 -7-5- 7 - 6 -5-G-5-5- 5-4-5 

In Prozent 
KN0 3 

7 - 6 •5- 6 -5•5-5 

Vorn. 

Mitte .... 

Rückwärts 

XXX-XX- X — — — — — 

XXX- XX - X — — — — — 

xxx-xxx-xxx-xxx-xx— XX - X — 

Vorn. 

Mitte. 

Rückwärts 

x - x — — — 

XX - XX - x — — 

XXX- XX -XX- x — 

























































Wachstumsmaxima von Keimlingsstengeln. 


797 


bestimmungen. 

multiflorus . 


ln Prozent 
KN0 3 


Vom. 

Mitte 

Rückwärts 


Laboratoriumsluft . Dunkel 


8 


-7 * 5-7 * 0-6 * 5-6 * 0-5 * 5 


In Prozent 
KN0 3 


-7*5_7- 0 - 6 *5-6 *0-5* 


XXX-XX- X — — 

XXX- XX - XX — — 

XXX-XXX-XXX-XX - X 


Vorn. 

Mitte . ... 
Rückwärts 


XXX-XX- X — — — 

XXX- XX - XX — — — 

XXX-XXX-XXX- XX - XX - X 


5- 


Laboratoriumsluft. Licht 


In Prozent 
KN0 3 


8 -7*5- 7 -6*5- 6 -5*5- 5 -4*5-4 


In Prozent 


KNOo 


7 -6*5-6*0-5*5-5 *0-4*5-4 


Vorn. 

Mitte 

Rückwärts 


XXX-XXX-XXX- X — — 

XXX-XXX-XXX-XXX-XX - X 

xxx-xxx-xxx-xxx-xxx- X 


Vom. 

Mitte 

Rückwärts 


xx-xx- x — — — 

xx - xx - xx - xx - x - x 

XXX-XXX-XXX- X — — 


Helianthus. Reine Luft. Dunkel 


ln Prozent 
KN0 3 

7 -6*5- 6 -5*5- 5 


Vorn. 

XXX- XX - XX - X — 


Mitte .... 

XXX- XX - XX - X — 


Rückwärts 

XXX-XX-XX- X — 



31 mm 3 Leuchtgas einen Tag zugeführt 

10 nun 3 Leuchtgas einen Tag zugeführt 

Licht 

In Prozent 
KN0 3 * 

7 . 5 - 7 -6*5- 6 -5*5- 5 -4-5 

In Prozent 
KNO 3 

7*5- 7 -6*5- 6 

Vorn. 

XXX-XX- X — — — — 

XXX-XXX- XX — — — — 

XXX-XXX-XXX- XX - X - X — 

Vorn. 

Mitte .... 

Rückwärts 

XX — — — 

XXX- XX - X — 

Mitte .... 

Rückwärts 









































798 


F. Hoke, 


III. Erläuterung der Kurvendarstellungen auf Tafel I bis III . 1 

Es soll als Beispiel die Tafel 1 im Detail erläutert werden. 

Am 31. Oktober wurden die Marken in der schon beschriebenen Weise 
aufgetragen; es war also an diesem Tage die Distanz von jj zwei Marken 
1 mm. Die Marken sind numeriert zu denken, und zwar so, daß die unterste 
die Nummer 0 und die oberste, welche also bei der nutierenden Spitze liegt, 
die Nummer 15 erhält. Am nächsten Tage wurden die Markendistanzen einzeln 
gemessen; es ergab sich für Nummer 1 2 mm usw. Man findet sämtliche 
Werte in den Tabellen am Fuße der Zeichnungen. So beträgt die Distanz 
der Marken Nr. 7 und 8 am 1. November 1-8 mm. Aus dieser Tabelle sieht 
man schon, daß ein Wachstumsmaximum auftritt, indem die Distanzen für die 
mittleren Marken größer geworden sind als für die Marken am Ende. Um 
dieses Verhalten noch augenfälliger zu machen, wurden oberhalb der Marken¬ 
nummern vertikale Strecken aufgetragen, welche den Zuwächsen proportional 
sind. (Der Proportionalitätsfaktor wurde bei jeder Tafel als Überhöhung an¬ 
gegeben.) Die Endpunkte der Strecken wurden der Deutlichkeit halber noch 
durch Kurven miteinander verbunden. Die Ordinaten dieser Kurven geben also 
die Wachstumszunahme für den betreffenden Pflanzenteil an dem betreffenden 
Tag an. So bedeutet z. B. die dick ausgezeichnete Ordinate in Tafel I die 
Zunahme der Distanz zwischen der dritten und vierten Marke am 1. November. 

IV. Literaturverzeichnis. 

1 . Jost L., Vorlesungen über Pflanzenphysiologie, p. 23. 

2 . Moli sch H., a) Über den Einfluß des Tabakrauches auf die Pllanze. 

Diese Sitzungsberichte, Bd. OXX, Abt. 1, Jänner 1911, 1. Teil, p. 4; 

Abt. I, Juli 1911, II. Teil, p. 6 . 

b) Über Heliotropismus, indirekt hervorgerufen durch Radium, 1905, p. 7. 

c) Leuchtende Pflanzen. Eine physiologische Studie, 1904. 

3. Neljubow D., a) Über die horizontale Nutation der Stengel von Pisam 

sativum und einigen anderen Pflanzen. Separatabdruck aus dem 

Botanischen Zentralblatt, Beihefte, Bd. X, Heft 3 (1901), p. 5. 

b) Geotropismus in der Laboratoriumsluft. Berichte der Deutschen botan. 

Gesellschaft, Jahrg. 1911, Bd. XXIX, Heft III, p. 1 10. 

4. Pfeffer, W., Pflanzenphysiologie. Bd. II, Jahrg. 1904, p. 75 bis 80. 

5. Richter O., a) Pflanzenwachstum und Laboratoriumsluft. Berichte der 

Deutschen botan. Gesellschaft, Jahrg. 1903, Bd. XXI, Heft 3, p. 180. 

b) Über Anthokyanbildung in ihrer Abhängigkeit von äußeren Faktoren. 

Sonderabdruck aus der »Medizinischen Klinik«, 1907, Nr. 3, p. 4. 

c) Über Turgorsteigerung in der Atmosphäre von Narkotika. Natur¬ 
wissenschaftliche Zeitschrift »Lotos«, Bd. 56 (1908), Heft 3. 


1 Infolge eines Druckfehlers sind in den Tafeln bei den Markendistanzen 
in mm die längs der Ordinatenachse aufgetragen sind, die Dezimalpunkte weg¬ 
gelassen worden. Statt 45 mm (Tafel I, Fig. 1) muß es z B. heißen 4'5 mm. 



Wachstumsmaxima von Keimlingsstengeln. 


799 


d) Neue Untersuchungen über Narkose im Pflanzenreiche. Mitteilungen 
des Naturwissenschaftlichen Vereines an der Universität Wien, 
IX. Jahrg. (1911), Nr. 1, p. 14 und 15. 

e) Die horizontale Nutation. Diese Sitzungsberichte, Bd. CXIX, Abt. 1, 
Dezember 1910, p. 2. 

6 . Ri mm er F., Über die Nutation und Wachstumsrichtungen der Keim¬ 

pflanzen. Diese Sitzungsberichte, Bd. LXXX1X, I. Abt., Mai 1884, 
p. 411 (p. 19). 

7. Sachs J., Über die Wachstumsweise des Epicotyls von Phaseolns mnlti - 

ßorus. Arbeiten des Botanischen Institutes in Würzburg, Bd. I, p. 127 
und 128. 

8 . Singer M., Über den Einfluß der Laboratoriumsluft auf das Wachstum 

der Kartoffelsprosse. Berichte der Deutschen botan. Gesellschaft, 
Bd. XXI, Jahrg. 1903, Heft 3, p. 179. 

9. Wiesner J., a) Über undulierende Nutation. Diese Sitzungsberichte, 

Bd. LXXVI1 (1878), Abt. I. 

b) Über die Wachstumsweise des Epicotyls von Phaseolns tnuUiftonts. 
Botan. Zeitg., 41. Jahrg. (1883), Nr. 27, p. 441 bis 447. 

c) Eine Bemerkung zu dem Aufsatze des Herrn Dr. J. Wortmann. Botan. 
Zeitg., 1883, Nr. 5, p. 77. 

d) und R. v. Wettstein, Untersuchungen über die Wachstumsgesetze 
der Pflanzenorgane. XXIII. Diese Sitzungsberichte, Bd. LXXXVIII, 
Abt. I, Juli 1883, p. 479 (p. 26). 

10. Wortmann J., a) Messung des Längenwachstums des nutierenden Epi¬ 

cotyls. Botan. Zeitg., 1882, Nr. 52, 29. Dezember, p. 933. 
b) Botan. Zeitg., 1883, Nr. 9, p. 146. 

11. Woycicki C., a) Beobachtungen über die Wachstumsregenerations- und 

-propagationserscheinungen bei einigen fadenförmigen Chlorophyceen 
und Laboratoriumskulturen und unter dem Einfluß des Leuchtgases. 
Extrait du Bulletin de TAcademie des Sciences de Cracovie, Classe 
des Sciences mathematiques et naturelles, Octobre 1909, p. 662. 
b) Beitrag zur Pathologie der Algen. Die Aplanosporen bei Cladophora 
frada var. horvida. Abdruck des Sitzungsberichtes der Warschauer 
Gesellschaft der Wissenschaften, 190S, Lieferung 1—2, p. 72. 

12. Wyplel M., Beiträge zur näheren Kenntnis der Nutation. Separatabdruck 

aus der Österreichischen botan. Zeitschrift, 1879, Nr. 1 und 2, p. 3.