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91. JAHRGANG • NR. 10 • OKTOBER 1965 



D 21 862 E 




s 




OFFIZIELLES ORGAN DER KIRCHE JESU CHRISTI 

DER HEILIGEN DER LETZTEN TAGE 

FÜR DIE DEUTSCHSPRACHIGEN PFÄHLE UND MISSIONEN 



INHALT 

Die Bedeutung der Ehe. Von Präsident David O. McKay .... 481 

Jugendtagung der deutschsprachigen Pfähle und Missionen 

Roadshow 484 

Sport 486 

BYU-Leichtathletik-Mannschaft 487 

Podiumsgespräche und Diskussionsgruppen 488 

Tanz 492 

Musik- und Tanzfest 494 

Pressestimmen 498 

Ein musikalisches Erlebnis 499 

Freud-Echo — Spiegel unserer Jugend. Von Frerich Görts . . . 500 

Briefe . 501 

Die Hauptversammlungen vom Sonntag 502 

Junge Männer sahen Gesichte. Von Walter Trauffer 502 

Junge Männer sahen Gesichte. Von John M. Russon 504 

Abfall — das dunkle Zeitalter. Von Hermann Mössner 505 

Die Wiederherstellung. Von J. Peter Loscher 506 

Der Fels der Offenbarung. Von Michael Panitsch 508 

Der Wert des persönlichen Zeugnisses. Von Hans-Peter Sillmann 509 

Warum ich an die Unsterblichkeit glaube. Von Martina Kaiser . . 510 

Junge Männer sollen Gesichte sehen. 

Von Präsident Ezra Taft Benson 510 

Junge Männer sehen ein Gesicht des Glaubens. Von Hans Stohrer 514 

Junge Männer sehen ein Gesicht des Dienens. Von Peter Bleyel . 515 

Ein Gesicht von meinen staatsbürgerlichen Pflichten. 

Von Enzio Busche 516 

Ein Gesicht von meinen Pflichten. Von Heinz Jankowsky . . . . 517 

Ein Gesicht von meiner eigenen Familie. Von Daniel Balmer . . 518 

Ein Gesicht von meiner ewigen Familie. Von L. Garett Myers . . 519 

Die Zukunft der Kirche in Europa. Von John F. Fetzer 520 

Junge Männer sollen Gesichte sehen. 

Von Präsident Ezra Taft Benson 522 

Zeugnisversammlung 525 

Rheinfahrt 526 

Abendmahlspruch, -Vorspiel und -nachspiel 490 

Präsident Benson geht nach Hause 528 

Diese Sternausgabe ist der großen Freud-Echo-Jugendkonferenz ge- 
widmet. In der nächsten Nummer werden die Anweisungen und Artikel 
für die Hilfsorganisationen in der üblichen Form erscheinen. 



OKTOBER 1965 

NUMMER 10-91. JAHRGANG 



Verlag und Herausgeher: 

Kirche Jesu Christi der Heiligen 
der Letzten Tage 
Präsidierende Bischofschaft 
Büro Frankfurt/M., Ditmarstraße 9 



Redaktion: 

Ezra Taft Benson, Henry G. Tempest, 
Kenneth B. Dyer, Immo Luschin- 
Ebengreuth, Walter H. Ruf 

Redaktionsassistent und typogra- 
phische Gestaltung: Harry M. Bohler 

Priestertum: Emil Geist 
Frauenhilfsvereinigung: Ilsa Hill 
Sonntagschule: Werner Linde 
Gemeinschaftliche Fortbildungs- 
Vereinigung: Justus Ernst und 
Myriam Schirm 

Primarvereinigung: Rixta Werbe 
Genealogische Abteilung: 
Hellmut Plath 



Vertrieb und Sternwerbung: 

Hans-Christian Heydecke 



Anzeigenleitung: 

Klaus-Jürgen Brandt, 6 Frankfurt/M., 
Stalburgstraße 2, Telefon: 77 02 36 
Anzeigenschluß am 5. des Vormonats 



Druck: 

Druck- und Verlagshaus 
Albert Limbach, Braunschweig 



Titelbild: 

Freud-Echo-Tanzfest 

Foto: European Information Service 




Die Bedeutung der Ehe 

Von Präsident David O. McKay 



„. . . Wer die Ehe verbietet, ist nicht von Gott be- 
rufen, denn Gott hat die Ehe für den Menschen ein- 
gesetzt. Darum ist es gesetzmäßig, daß der Mann 
ein Weib habe, und die beiden sollen ein Fleisch sein, 
und all dies, damit die Erde den Zweck ihrer Er- 
schaffung erfülle." (L. u. B. 49:15,16.) 
Diese direkte Offenbarung legt in wenigen Worten 
den Zweck der Ehe dar: Kinder zu zeugen und in 
der Familiengemeinschaft großzuziehen. 
Ich habe nur einen Wunsch in meinem Herzen: Die 
Jugend der Kirche soll glücklich sein. Das wahre 
Glück in diesem Leben findet man in einem Heim 
und in der Ehe. 

Die Geschichte beweist uns, daß die Ehe in der einen 
oder anderen Form schon seit Anbeginn der Zeiten 
die grundlegende Gemeinschaft des Menschen war. 
Wir wissen, daß die Ehe von Gott geboten und 
durch göttlichen Willen eingesetzt wurde. So war es 
im Anfang. Aber die Menschen haben die Ehe er- 
niedrigt und andere Formen und Sitten eingeführt, 
um einen Lebensgefährten zu erlangen. Einige Völ- 
ker bekommen ihre Frauen durch Diebstahl, bei 
etlichen Nomadenstämmen wurden und werden die 
Frauen gekauft. Bei zivilisierten Völkern genügte es 
lange Zeit, wenn beide Partner nur den Wunsch 
äußerten, von nun an als Mann und Frau zusam- 
menleben zu wollen. Später wurden die Ehezeremo- 
nien von den Kirchen anerkannt und noch später 
wurden sie durch Landesgesetze legalisiert. Deshalb 
finden wir bei verschiedenen Nationen verschiedene 
Ehesysteme. 



Ohne Eheglück kein Glück für die Menschheit 

„Denn Gott hat die Ehe für den Menschen einge- 
setzt." Die Ehe ist also ein Bund, der nicht leicht- 
fertig begonnen oder nach Gutdünken wiederaufge- 
löst werden kann, wenn etwa die ersten Schwierig- 
keiten zwischen den beiden Partnern auftauchen. 
Wenn die Menschen nur dies anerkennen und danach 
handeln würden, gäbe es keine zerbrochenen Ehen 
mit all ihrem Unglück und Elend. 
Kein Paar sollte ohne sorgfältige Prüfung und ern- 
stes, gebetsvolles Nachdenken in den Ehebund ein- 



treten. Jeder hat den Wunsch, in der Ehe ein glück- 
liches Leben zu führen. Das ist das natürliche, nor- 
male Leben. Die Stabilität der Regierung hängt 
ebenso vom ehelichen Glück ab, wie die Fortdauer 
des Menschengeschlechtes. Ohne Eheglück gibt es 
kein Glück für die Menschheit. 
Es ist wichtig, daß jeder seinen Lebensgefährten mit 
Weisheit und Gebet aussucht. Wenn man negative 
Charakterzüge an einer sonst sympathischen Person 
feststellt, soll man dem Verstand vor dem Herzen 
den Vorzug geben. Mädchen, gebt euch nicht der 
törichten Hoffnung hin, ein Mann werde nach der 
Hochzeit seine üblen Gewohnheiten überwinden 
oder seine negativen Charakterzüge ablegen! Er soll 
sich vor der Ehe bewähren. 

Welche positiven Eigenschaften sollte unser Ehepart- 
ner aufweisen? Ehrlichkeit, Treue, Keuschheit und 
Ehrfurcht sind Eigenschaften, die wir mit unserem 
Verstand oder unserem Urteilsvermögen erkennen 
können. Aber wirklich führen sollte uns das gött- 
lichste Attribut der Seele: die Liebe. 
Obwohl die Liebe nicht immer ein guter Führer ist, 
besonders wenn sie unerwidert bleibt oder an ein 
ungutes Geschöpf verschwendet wird, gibt es doch 
kein Glück ohne Liebe. 



Die Eigenschaften der wahren Liebenden 

Wie kann man aber wissen, ob es Liebe ist, was man 
für jemand anders fühlt? In meiner Jugend unter- 
hielt ich mich einmal mit einem Studienkollegen über 
Mädchen. Weder er noch ich wußten, ob wir wirklich 
Liebe empfanden oder nicht. Der junge Mann, er 
wurde später ein Mitglied des Rates der Zwölf, 
sagte zu mir: „Meine Mutter sagte einmal: Wenn 
du ein Mädchen triffst, in dessen Gegenwart du das 
Verlangen spürst, etwas Gutes zu leisten, dein Bestes 
zu tun und aus dir alles herauszuholen — diese 
junge Frau ist deiner Liebe wert und erweckt Liebe 
in deinem Herzen." 

Das lege ich allen jungen Männern als Richtschnur 
vor: In der Gegenwart des Mädchens, das ihr wahr- 
haftig liebt, ist euch nicht danach zumute, im 



481 




Schmutz zu wühlen oder es zu übervorteilen; in 
seiner Gegenwart werdet ihr alles sein wollen, was 
ein echter Mann sein soll. Ich fordere die jungen 
Frauen auf, sich ebenfalls an diese Richtschnur zu 
halten. Wenn ein junger Mann euch erkennen läßt, 
daß er euch nur als ein angenehmes Mittel zur Be- 
friedigung seiner Selbstsucht benutzen will, dann 
könnt ihr wissen, daß er nicht von Liebe getrieben 
ist. 

Laßt den Verstand sprechen! 

Unter solchen Umständen — - wie fasziniert ihr auch 
sein mögt, junge Frauen, und wie sehr ihr auch ver- 
meint, ihn zu lieben — laßt euren Verstand spre- 
chen und beherrscht eure Gefühle! Es mag euch 
Kummer bereiten, daß ihr nicht der Neigung eures 
Herzens folgen könnt, aber es ist besser, in der 
Jugend etwas Schmerz zu leiden, als eine größere 
Qual in späteren Jahren erdulden zu müssen. 

In der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten 
Tage gibt es nur einen Maßstab, der für Jungen 
ebenso wie für Mädchen gilt. Wenn ihr auf die Ein- 
gebungen eures besseren Ichs horcht, euer klares 
Urteil bewahrt und darauf achtet, was euch das 
eigene Herz in Wahrheit zuflüstert, dann werdet ihr 
zu der Erkenntnis kommen: Selbstbeherrschung in 
der Jugend und die Befolgung des Sittlichkeitsgrund- 
satzes sind die Quelle echten Mannestums, die Krone 
schöner Fraulichkeit, die Grundlage eines glücklichen 
Heims und der wesentliche Faktor für die Stärke 
und Erhaltung der menschlichen Rasse. 



Tempelehe 

Wenn man glaubt, daß die Seele unsterblich ist, daß 
die Persönlichkeit nach dem Tode bestehen bleibt, 
dann glaubt man auch, daß die Liebe nach dem 
Tode ewig währt. Obwohl wir das Gebot haben, 
alle unsere Mitmenschen zu lieben, lieben wir doch 
diejenigen am meisten, die uns am nächsten stehen: 
unsere Frau, unsere Kinder, unsere Eltern, unsere 
Brüder und Schwestern. Der Bund liebender Herzen 



wird nach diesem Leben verewigt sein. Darum hei- 
raten wir im Tempel und werden für Zeit und Ewig- 
keit aneinander gesiegelt. Im Hause des Herrn ver- 
pfänden wir unsere Liebe und bringen wir unsere 
Heiligen Gelübde dar. 

Der Bräutigam, der vor dem Altar im Tempel kniet, 
trägt in seinem Herzen den kostbarsten Besitz, den 
ein Gatte haben kann — die Gewißheit, daß sie, die 
nun voll Vertrauen als Gattin ihre Hand in die seine 
legt, in ihrer Reinheit und Lieblichkeit die göttliche 
Mutterschaft verkörpert. Wiegt diese Gewißheit, 
dieser vollkommene Glaube, diese vertrauensvolle 
Zuversicht nicht alles andere auf der Welt auf? 

Ebenso erhaben aber ist auch die Gewißheit für das 
junge Mädchen, daß der geliebte Mann, dem sie sich 
als Ehefrau gibt, mit derselben Charakterstärke und 
Reinheit zu ihr kommt, die sie ihm mitbringt. Ein 
solcher Bund ist wahrlich eine Ehe, von Gott ver- 
ordnet zur Verherrlichung seiner Schöpfung. 

Das ist euer Erbteil, Jugend der Kirche, wenn ihr an 
eure ewige Gemeinschaft denkt. 



Einige Frauen fordern in der Ehe alles 

und geben alles. 

Bei guten Männern sind sie glücklich; 

Bei schlechten Männern bricht ihnen das Herz. 

Einige fordern alles und geben wenig. 

Bei schwachen Männern sind sie tyrannisch; 

Bei starken Männern werden sie geschieden. 

Einige fordern wenig und geben alles. 
Bei gleichen Seelen sind sie im Himmel; 
Bei ungleichen ruhen sie bald im Grab. 

Einige geben wenig und fordern wenig. 

Das sind die Herzlosen — sie bringen weder 

Die Freude des Lebens noch den Frieden des Todes. 

James Allen 



482 



Jugendtagung 



der deutschsprachigen 



?fähle und Missionen 



Über 1500 Jugendliche aus der Schweiz, Österreich und Deutschland kehrten begeistert 
von der großen ~Freud-~Echo-Jugendtagung nach Hause zurück, die vom ig. Juli bis 
1. August 1965 auf dem Messegelände in Frankfurt am Main abgehalten wurde. 
Besondere Höhepunkte waren das Musik- und Tanzfest und die Hauptversammlungen 
am Sonntag. In der abschließenden 'Zeugnisversammlung kam zum Ausdruck) daß die 
Jugendtagung ihren Zweck erfüllt hat: Sie erweckte in den Herzen der Jugendlichen ein 
Echo der Freude und erhöhte ihre Bereitwilligkeit, im Werk des Herrn zu dienen. 



483 




Jkoad 



Begeisterte Pressestimmen in fast 
allen Tageszeitungen von Frank- 
furt und Umgebung zeigten die 
Meinung der Pressevertreter über 
das Roadshow-Festival. 
Es traten nur wenige Pannen auf. 
So wußte zum Beispiel die Road- 
show-Festival-Leitung zwei Minu- 
ten vor dem Auftritt noch nicht, ob 
die Bayerische Mission eine Road- 
show bringen würde oder nicht. Sie 
entschied sich für eine Notlösung. 
Bruder Richter erzählte uns in der 
saftigen bayrischen Sprache die 
Geschichte von David und Goliath. 
Allerdings war sein Vortrag so 
nett, daß wir nicht wissen, ob wir 
durch den Wegfall der bayrischen 
Roadshow etwas verpaßt haben . . . 
Mit Drehorgel, Gedächtniskirche, 
Funkturm und Zirkus Karajani ver- 
mittelte uns ein Fremdenführer mit 
Berliner Schnauze ein Bild der 
Freien Stadt Berlin. Der Amerika- 
ner und seine Frau im Reisebüro in 
Essen, die einen Einkaufsbummel 
machen wollten, wurden fast er- 
wartet, überhaupt scheinen sich 
die Amerikaner als Touristen in 
den Städten Europas großer Be- 
liebtheit zu erfreuen, denn in Graz 
tauchte schon wieder ein Amerika- 
ner auf. Allerdings verwandelte er 
sich nach einer „Operation" in 
einen Grazer Ehrenbürger, denn 
man hatte ihm das Herz der Stadt 
eingesetzt. 

Auch in Bern waren die Amerika- 
ner. Die Berner bekamen für ihre 
großartig gelungene Karikatur der 
amerikanischen Touristen Beifall 
auf offener Bühne. Die Hamburger 
gaben uns einen wertvollen Rat- 
schlag, wie man mit der über 
Europa hereingebrochenen Regen- 
zeit fertig werden kann: Das Wet- 
ter kann man nicht ändern — aber 
mit Sonne im Herzen bekommt 
selbst die traurigste Welt ein 
freundliches Gesicht. Die Hambur- 
ger dampften ab und machten den 
Freiburgern Platz, die uns zeigen 
wollten, wie man eine Roadshow 



484 




Links von oben nach unten: österreichische Mission. Pfahl Berlin, Pfahl Hamburg. Schweizerische 

Mission. 

Rechts von oben nach unten: Westdeutsche Mission. Pfahl Stuttgart. 



macht. Auch die Winterthurer 
wollten uns zeigen, wie reich ihre 
Stadt an historischen Höhepunkten 
und Sehenswürdigkeiten ist. 
Die Eßlinger werden im Volks- 
mund „Zwiebeln" genannt. Wie sie 
zu diesem Namen gekommen sind, 
zeigten sie den Besuchern des 
Roadshow-Festivals. Aber wir sind 
nicht sicher, ob sich der Teufel so 
leicht reinlegen läßt. Bemerkens- 
wert waren die schönen Kostüme. 
Ein ausländischer Gast, dieses Mal 
aus Afrika, besuchte die Messe- 
stadt Hannover und konnte erst 
nach einigen Schwierigkeiten zu- 
friedengestellt werden. In der 
Frankfurter Roadshow wurden 
Frankfurter Würstchen erfunden. 
Schwungvoll, leicht und abwechs- 
lungsreich waren die einzelnen 
Zwischenspiele. Hier haben wir 
Phantasie und Einfallsreichtum ge- 
funden, die in manche Roadshow 
gepaßt hätten. 

H. M. B. 



Siegerliste des Roadshow-Festivals 

Gesamtsieger: Gemeinde Eßlin- 
gen, Pfahl Stuttgart; 

2. Sieger: Gemeinde Zollikofen, 
Schweizerische Mission; 

3. Sieger: Gemeinde Graz, öster- 
reichische Mission; 

4. Sieger: Gemeinde Eppendorf, 
Pfahl Hamburg; 

5. Sieger: Gemeinde Hannover, 
Norddeutsche Mission; 

Anerkennung für gute technische 
Leistungen: Pfahl Berlin, West- 
deutsche Mission; 

Anerkennung für gutes Manu- 
skript: Zentraldeutsche Mission, 
Süddeutsche Mission, Schweizer 
Pfahl. 




485 



Sport 



Zum Sportfest am Rebstock kamen 
etwa 100 Sportler und mehr als 250 
Zuschauer, die dabei sein wollten, 
wenn sich die Jugend der Kirche im 
sportlichen Wettkampf maß. Auf 
dem Programm standen Fußball- 
Vorrunde und Fußball-Endspiel, 
Volleyball für Damen und Herren, 
Leichtathletik für Damen und Her- 
ren sowie als besondere Disziplin 
Staffelläufe für Damen und Herren. 
Das Sportfest wollte den Gemein- 
schaftsgeist der jungen Geschwi- 
ster stärken; deshalb waren alle 
Wettkämpfe, auch das Tischtennis- 
turnier in der Kongreßhalle, als 
Mannschaftskämpfe ausgeschrie- 
ben. Bewertet wurde die beste 
Durchschnittsleistung und nicht die 
beste Einzelleistung. 

Die spannenden Wettkämpfe führ- 
ten zu Ergebnissen, die weit höher 
lagen, als zu erwarten war. 

Manfred Hoffmann 



Rechts von oben nach unten: Fußballspiel 
Bayerische Mission gegen Schweizer Pfahl. 
Volleyballspiel österreichische Mission gegen 
Schweizerische Mission. 






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486 



BYU- 

Leicbtatyletik- 

Manwcbaji 



Ein Höhepunkt der Europareise 
der Leichtathletik-Mannschaft der 
Brigham-Young-Universitätwar die 
Begegnung mit der Frankfurter 
Eintracht, die am Samstag, 31. Juli, 
im Riederwaldstadion stattfand. 
Dieser Freud-Echo-Besuch der 
BYU-Mannschaft war das Ende 
einer erfolgreichen Europareise. 
Die Mannschaft war in Glasgow, 
London, Belfast, Hamburg, Kopen- 
hagen, Berlin, München, Wien, 
Mailand, Zürich und Manchester. 
In Deutschland wurde die Mann- 
schaft des HSV und eine Hambur- 
ger Auswahl mit Leichtigkeit ge- 
schlagen, während das Treffen in 
Berlin wegen Regens ausfallen 
mußte. Auch in Frankfurt gewann 
die BYU den Leichtathletik-Kampf. 
Diese Siege waren eigentlich nicht 
unerwartet, denn die BYU ist 
eine der stärksten amerikanischen 
Mannschaften. Während der letz- 
ten elf Jahre ist die BYU nie auf 
einem schlechteren als dem zwei- 
ten Platz ihrer Klasse gewesen. In 
diesem Jahr gehören zu der Mann- 
schaft Spitzenathleten wie Bob 
Tobler, der amerikanische Mei- 
ster über 400 m (46,0 Sekunden), 
und Mike Bianco, der im Kugel- 
stoßen auf über 18 m kam. 
Die BYU wurde im Jahre 1876 von 
Karl G.Maeser, einem Mitglied aus 
Dresden, gegründet. Er war ihr 
erster bedeutender Lehrer. Die Uni- 
versität, die sich in Provo, Utah, 
befindet, bekam ihren Namen von 
dem zweiten Präsidenten der Kir- 
che, der die Pioniere in den Westen 
zu dem Großen Salzsee führte. Ob- 
wohl nicht alle Studenten der BYU 
der Kirche angehören, besteht die 
ganze Leichtathletikmannschaft aus 
Heiligen der Letzten Tage. Einige 
der Mitglieder, so der Kugelstoßer 
Mike Bianco, sind Bekehrte. Tat- 
sächlich halten sich alle 18 000 Stu- 
denten, während sie an der BYU 
studieren, an die Regeln der Kirche, 
die Enthaltsamkeit von Tabak und 
Alkohol einschließen. R. Mabey 




Oben: BYU-Leichtathletik-Mannschaft beim Freud-Echo-Ball. 
Unten: Bob Tobler, der amerikanische Meister über 400 m. 





487 



und DidkuMiondgmppen 



Erziehung und Berui 

Nach einleitenden Worten wurden 
von Schwester Bosshard (Schwei- 
zer Pfahl), Bruder Uckermann 
(Westdeutsche Mission) und Bru- 
der Busche (Zentraldeutsche Mis- 
sion) Kurzreferate gehalten. 

Schwester Bosshard hob hervor, 
daß Erfolg im Berufsleben davon 
abhängig sei, daß in einem Mini- 
mum an Zeit ein Maximum an 
Arbeit geleistet würde. Die Be- 
hauptung, Erfolg sei erlernbar, 
untermauerte sie durch folgende 
Punkte: Gründliche Schulbildung 
ist Voraussetzung; ebenfalls muß 
man Gehorsam lernen, bevor man 
führen kann. Gute Planung und 
ständig das Ziel im Auge behalten, 
führt zum Erfolg. Für den Fort- 
schritt ist auch Zusammenarbeit 
notwendig, sie erfordert Rücksicht- 
nahme und Hilfe. Auch Mäßigkeit, 
Ordnungssinn und Verantwor- 
tungsbewußtsein gehören zu den 
Eigenschaften, die zum Erfolg füh- 
ren. Schwester Bosshard schloß 
ihre Ausführungen mit den Wor- 
ten: Wer ehrlich und fleißig zu 
arbeiten versucht, wer nie aufhört 
zu lernen, wer vor keinen Hinder- 
nissen zurückschreckt, wird es so- 
wohl zu geistigem wie auch mate- 
riellem Erfolg bringen. 

Bruder Uckermann sprach über die 
Ethik im Berufsleben. Jeder Tag 
verlangt von uns Entscheidungen, 
bei denen wir zwischen ethischen 
und unethischen Gesichtspunkten 
zu wählen haben. Im Vertrauen auf 
Jesus Christus wissen wir, was wir 
zu tun haben. Trotz möglicher an- 
fänglicher Nachteile wird ein kon- 
sequentes, gerechtes Handeln im 
Berufsleben auf die Dauer am 
erfolgreichsten sein. 

Bruder Busche sprach über die Be- 
rufswahl, die heute bei einer solch 
großen Fülle von Möglichkeiten 
außerordentlich schwierig ist. Man 
muß sich von dem Gedanken frei 
machen, einfach irgendeinen Beruf 



zu wählen. Wir sollten die Zeit nicht 
scheuen, sondern unseren Beruf 
durch Lesen, Hören und Studieren 
sorgfältig wählen. Denn vom Beruf 
hängt unsere Lebensfreude und 
unser Lebensglück ab. Wir müssen 
unser Leben nach Wahrheiten aus- 
richten und uns von Vorurteilen 
frei machen. Unser Ziel ist, anderen 
zu dienen. Wenn wir von dieser 
Voraussetzung ausgehen, dann 
wird die Wahl unseres Berufes 
leichter sein. Die entscheidenden 
Kräfte, die uns zum Erfolg leiten 
werden, sind die geistigen Funda- 
mente, auf denen unser Leben auf- 
gebaut ist. 

Im Anschluß an die Referate ent- 
stand eine lebhafte Diskussion, in 
der wir zu dem Schluß kamen, daß 
ethisches Verhalten im Berufs- 
leben Mut und Geschick erfordert. 

Hans Stohrer 



„Ist die Tempelehe Ihr Ziel?" 

Die Versammlung mit Tempelprä- 
sident Walter Trauffer besuchten 
die Geschwister gemeinsam. Der 
Raum war bis zum letzten Platz ge- 
füllt. Durch interessante Beispiele 
und durch die Ruhe und Liebe, die 
Präsident Trauffer ausstrahlt, wur- 
de jeder gefesselt. Er betonte die 
Wichtigkeit der Tempelehe. Eine 
Ehe, die nicht nur für die Zeit auf 
Erden, sondern für alle Ewigkeit 
gültig ist, kann nur im Tempel durch 
eine besondere Vollmacht des Prie- 
stertums geschlossen werden. Man 
muß würdig sein, um den Tempel 
besuchen zu können. Präsident 
Trauffer forderte die Anwesenden 
auf, sich auf den Besuch des Tempels 
vorzubereiten. Es ist bedauerlich, 
daß es viele Geschwister gibt, die 
nicht alle Möglichkeiten nutzen, 
die ihnen die Kirche bietet. Es 
sollte der Wunsch eines jeden Mit- 
gliedes sein, im Tempel zu heiraten. 
Hans Joachim Fröhlich 



Wir sind alle berufen zu führen 

Gesprächspartner bei diesem 
Podiumsgespräch waren Bruder 
Jankowsky von der österreichi- 
schen Mission, Bruder Stohrer von 
der Süddeutschen Mission, Bruder 
Knödler vom Stuttgarter Pfahl und 
Bruder Hornke vom Berliner Pfahl. 
Zuerst sprach Bruder Hornke über 
das Thema „Durch positives Den- 
ken Schwierigkeiten meistern und 
andere mitreißen". Begeisterung, 
die durch positives Denken ent- 
steht, bringt den Erfolg. Negatives 
Denken hält uns ab, ein Programm 
durchzuführen. Wenn ich aber be- 
geistert bin, dann gibt es keine 
Schwierigkeiten. 

„Nur einen Freund kann ich beleh- 
ren." Darüber sprach Bruder Jan- 
kowsky. Er stellte zuerst die Frage: 
„Wen hat Jesus belehrt?" und er- 
klärte dann, daß Jesus die Men- 
schen zuerst aufgerichtet hat, ihnen 
klarmachte, daß sie eine Persön- 
lichkeit sind und sie erst dann be- 
lehrte. Wenn man selbst überheb- 
lich ist und den andern für gering 
achtet, kann man ihn nicht beleh- 
ren. Führer können nur Menschen 
sein, die selbst bereit sind, sich 
führen zu lassen. 

Bruder Stohrer sprach über das 
Thema „Sollen wir nur in der 
Kirche Führer sein?" Ist es möglich, 
die Erfahrungen, die wir als Führer 
in der Kirche sammeln, im täg- 
lichen Leben nützlich anzuwenden? 
Alle Kenntnisse, die wir uns in 
diesem Leben aneignen, sind auf 
allen Lebensgebieten anwendbar, 
wenn sie auf Wahrheit beruhen. 
Wahre Führerschaft wird überall 
in der Welt gesucht und verlangt. 
Schon aus diesem Bedürfnis heraus 
sind leitende Brüder unserer 
Kirche auch in anderen Zweigen 
unserer Gesellschaft führend. 

Vor der allgemeinen Diskussion 
sprach Bruder Knödler über „Wir 
alle sind berufen zu führen". Mit- 
glieder dieser Kirche wurden schon 



488 




vor der Grundlage der Welt dazu 
berufen, ihren Mitmenschen zu 
dienen. Diese Berufung machte es 
uns möglich, durch einen erwählten 
Samen auf diese Erde zu kommen. 
Die großen Führer im Reiche Got- 
tes waren von den Tagen Adams 
bis in die heutige Zeit meist junge 
Menschen. Christus sagte zu sei- 
nen Bundeskindern: Folget mir 
nach. Durch diesen Aufruf sind wir 
berufen, durch Beispiel und Vor- 
bild in unserem Kreis zu wirken. 
In der folgenden lebhaften Diskus- 
sion wurde die Behebung des Man- 
gels an Selbstvertrauen und posi- 
tivem Denken besprochen und her- 
vorgehoben, daß auch kleine und 
kleinste GFV in der Lage sind, das 
von der Kirche vorgeschlagene 
Programm in ihrem Rahmen durch- 
zuführen. 

Rolf Knödler 



Ein Heiliger der Letzten Tage — 
ein wahrer Gentleman 

Darüber diskutierten die Brüder 
unter der Leitung von Präsident 
Lauener vom Schweizer Pfahl. Ein 
Gentleman, wie die Welt ihn ver- 
steht, soll hilfsbereit, großzügig, 
gut gekleidet, ritterlich und nicht 
nachtragend sein. Von einem Heili- 
gen der Letzten Tage wird darüber 



hinaus noch mehr erwartet. Er soll 
das Evangelium Jesu Christi als 
Richtschnur für sein Leben benut- 
zen. Er soll als Vater durch sein 
Verhalten seiner Frau gegenüber 
den Kindern zeigen, daß ihre Mut- 
ter es verdient, geachtet zu wer- 
den. Er soll sich auch dem Vater im 
Himmel gegenüber gentlemanlike 
benehmen und seinen Versprechun- 
gen nachkommen, die er bei seiner 
Taufe gegeben hat. Er soll sich 
ernsthaft und ständig bemühen, 
alle Gebote zu halten. 

Hans Joachim Fröhlich 



,,Du und dein gutes Aussehen" 

Ist Stricken, Kochen und Nähen 
unmodern? Diese und andere Fra- 
gen wurden in der Versammlung 
der Schwestern mit Margrit Lohner 
vom Hauptausschuß der GFV dis- 
kutiert. Dabei stellten sie fest, daß 
„fraulich" sein durchaus nicht un- 
modern geworden ist. 

Unser geistiger Fortschritt ist 
ebenso wichtig wie die Pflege un- 
seres Körpers. Selbst bei schmutzi- 
ger Arbeit kann man gut aussehen. 
Wir sollten uns immer unseres 
Wertes bewußt sein und deshalb 
auch auf unser Äußeres besondere 
Sorgfalt verwenden. 

Bärbel Schill 



Hausgespräch 

Mitglieder des Berliner Pfahles so- 
wie der Nord- und Zentraldeut- 
schen Mission bracbten am Freitag- 
nachmittag das „Flausgespräch" 
zur Aufführung. Das „Hausge- 
spräch" ist ein GFV-Programm, das 
in allen Missionen und Pfählen der 
Kirche in der ersten November- 
woche zur Aufführung kommen 
sollte. 

Dies ist gewissermaßen der Beitrag 
der GFV zum Familienheimabend- 
Programm der Kirche. Haupt- 
gedanke: Verbesserung der Be- 
ziehung der Kinder zum Eltern- 
haus. Ein Haus erzählt die Ge- 
schichte der Menschen, die es ken- 
nengelernt hat. Da ja bekanntlich 
Wände Ohren haben, ist es auch 
nicht weiter verwunderlich, daß das 
Haus die Jugendlichen und die 
Erwachsenen belauscht. Was wir 
aber zu Ohren bekamen, ließ uns 
hellhörig werden. Trotz der sehr 
kurzen Zeit, die den Programmteil- 
nehmern zur Vorbereitung zur 
Verfügung stand, war das Gezeigte 
beachtlich und ist ein Beweis dafür, 
in wie kurzer Zeit Gruppen aus 
drei verschiedenen Gebieten, die 
vom gleichen Geist beseelt sind, 
ein verhältnismäßig schwieriges 
Programm zur Durchführung brin- 
gen können. Es sollte für alle 



489 




Pfähle und Missionen ein Ansporn 
sein, das Hausgespräch in der 
ersten Novemberwoche ebenfalls 
zur Aufführung zu bringen und da- 
mit einen wichtigen Beitrag zu 
einer besseren Verständigung zwi- 
schen Jugend und Eltern zu leisten. 

Justus Ernst 



Die Musik der Heiligen 
der Letzten Tage 

Professor Weinzinger erzählte von 
der geschichtlichen Entwicklung 
des kirchlichen Liedes und der 
Orgelmusik, beginnend bei den 
Söhnen Levis, die ihre Gesänge im 
Tempel pflegten, welche man heute 
mit den gregorianischen Chorälen 
vergleichen kann. 
Durch die Reformation Martin 
Luthers nahm die Kirchengemeinde 
aktiv am Singen teil. Außerdem 
wurde nicht mehr lateinisch gesun- 
gen, und die Menschen verstanden, 
was sie im Gesang zum Ausdruck 
brachten. 



Joseph Smith erhielt die Offenba- 
rung, daß seine Frau ein Lieder- 
buch zusammenstellen sollte. Aus 
einer großen Zahl von Liedern 
wählte sie die schönsten aus. Des- 
halb befinden sich in unserem Ge- 
sangbuch zu 70 Prozent Lieder 
anderer Kirchen. 

Unterscheidet sich die Geisteshal- 
tung unserer Lieder von der ande- 
rer Kirchen? In früheren Kirchen- 
liedern finden wir keinen Auf- 
schluß, aber die Lieder unserer 
Kirche sind wirklichkeitsnahe und 
bejahend. Als Beispiele nannte Pro- 
fessor Weinzinger unter anderem 
die Kompositionen von Evan Ste- 
phens („Jauchzet Berge voller 
Freud") und Kirchenlieder von 
George Careless, die diesen neuen 
Stil schufen. Kirchenmusik sollte 
keine Gefälligkeitsmusik sein, son- 
dern von ihrem Wesen her zu grö- 
ßerer Geistigkeit hinlenken. Nach 
Cornwalls Auffassung sollten sich 
die Chöre auf volksliedhafter 
Ebene halten und nicht in Kunst- 
gesang ausarten. Ein Ausschuß für 
Kirchenmusik in Salt Lake City be- 



rücksichtigt diese Ziele beim Zu- 
sammenstellen von offiziellen Kir- 
chengesangbüchern. Von diesem 
Ausschuß stammt zum Beispiel 
auch die Verfügung, beim Einneh- 
men des Abendmahles keine musi- 
kalische Untermalung zuzulassen. 
In der GFV sollte das Volkslieder- 
gut gepflegt werden. Die europäi- 
schen Gemeinden sind mit ihrer 
Anteilnahme am Gemeindegesang 
fortschrittlicher als die amerikani- 
schen Gemeinden. 
Mitentscheidend für das Gelingen 
eines guten Gemeindegesangs ist 
die Begeisterung der Sänger, die, 
von einem guten Geist beseelt, 
schnell zur Beherrschung der 
Gesangsmaterie kommen können. 
Ein guter Gemeindezusammenhalt 
führt zu harmonischem Gesang. 
Ein geschickter Musikbeauftragter 
paßt die Lieder dem Thema des 
Gottesdienstes an. Die Gemeinde 
kann den Gesang zum Gebet voll- 
enden. In Lehre und Bündnisse 
hat der Herr geoffenbart, daß der 
Gesang der Gerechten für ihn ein 
Gebet sei. 



Abendmahlspruch, 
-Vorspiel und -nachspiel 



„Gott ist die Liebe; und wer 
in der Liebe bleibet, der blei- 
bet in Gott und Gott in ihm/' 
(l.Joh.4:16.) 



Darwin K, Wolford 




490 




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491 



Tanz 



Präsident McKay sagte einmal: 
„Die GFV wurde ins Leben geru- 
fen, um unsere Jugend bei ihren 
geselligen Tätigkeiten zu führen 
und zu leiten und um ihr Zeugnis 
vom Evangelium zu entwickeln 
und zu stärken. Ein wahres Zeug- 
nis kommt durch das einwandfreie 
Vorbild im Benehmen in der Ge- 
sellschaft zum Ausdruck — durch 
Reden, Gedanken und Taten. Das 
Tanzen ist ein Teil des reichhalti- 
gen Gemeinschaftlichen Fortbil- 
dungsprogrammes. Hier werden 
die Grundlagen zur gesunden Ein- 
stellung im Umgang mit anderen 
in allen Lebenslagen gelegt. Da 
können wir den Geist der Freund- 
schaft und Kameradschaft verspü- 
ren und Freude empfinden an 
einem Einfluß und in einer Um- 
gebung, die die Seele erheben kön- 




nen, die die Reinheit des persön- 
lichen Reizes erkennen und die Un- 
schuldigen vor jenen schützen, die 
erniedrigen. 

Unsere Jugendlichen verdienen — 
ja, sie sind ihrer wert — die Mög- 
lichkeit, sich zum Tanz zusammen- 
zufinden in einer gesunden Atmo- 
sphäre und unter dem Einfluß der 
Rechtschafienheit. Hier in dieser 
Umgebung, unter der Aufrichtig- 
keit der Kirchenmitglieder, können 
unsere jungen Männer und Frauen 
ihre Partner fürs Leben finden. Sie 
sollten ihre Tanzpartner oft wech- 
seln, um die Möglichkeit voll aus- 
zunutzen, ihre Freunde und Kame- 
raden besser kennenzulernen und 
zu verstehen. 

Wenn wir uns bei unserem persön- 
lichen Benehmen, bei unserer Klei- 
dung, unserem Anstand, unserer 



Haltung beim Tanzen und beim 
Tanzenlernen ein hohes Ziel set- 
zen, lernen wir andere zu respek- 
tieren und einander zu schätzen, 
während wir sehr viel Freude an 
diesen wunderbaren geselligen 
Tätigkeiten finden." 
Mit diesen Worten hat Präsident 
McKay die Ziele und Absichten 
zum Ausdruck gebracht, unter de- 
nen der Freud-Echo-Ball geplant 
und durchgeführt wurde, über tau- 
send junge Leute verspürten den 
Geist dieser Gesellschaft und tanz- 
ten nach den Klängen eines hervor- 
ragenden Orchesters. Das Pro- 
gramm wurde mit Tanzspielen, 
Einlagen und musikalischen Dar- 
bietungen bereichert. Zu den 
Ehrengästen zählten Präsident Ezra 
Taft Benson und seine Gattin. 
Während einer Pause drückte Prä- 




492 




sident Benson seine Zufriedenheit 
über den vorbildlichen Ablauf des 
Abends aus. 

Der Höhepunkt aller Tanztätigkei- 
ten beim Freud-Echo war das Tanz- 
fest. Dort hatten die Jugendlichen 
die Möglichkeit, ihre Tanzkennt- 
nisse zu zeigen, die sie während 
des Jahres durch das GFV-Tanz- 
programm gesammelt haben. 320 
Tänzer und Tänzerinnen boten 
über 3000 Zuschauern eine tänze- 
rische Augenweide — das Ergebnis 
wochenlanger Übung und Vor- 
bereitung. Hier gaben sie einen 
Teil der Freude weiter, die sie un- 
ter dem Einfluß des Evangeliums 
Jesu Christi verspüren. 
Brigham Young sagte einmal: „Un- 
sere Arbeit — Tag für Tag — , unser 
ganzes Leben liegt in der Reich- 
weite unserer Religion. Sie ist das, 
was wir glauben und versuchen zu 
leben. Erholung und Entspannung 
sind für unser Wohlbefinden ge- 
nauso notwendig wie jede andere 
ernsthafte Beschäftigung im Leben. 
Wollt ihr tanzen, so tanzt, und ihr 
seid zur Gebetsversammlung 
ebenso vorbereitet wie zuvor, 
wenn ihr Heilige seid." 

B. Wahlquist 



Am Schluß der großen Jugendtagung interviewten zwei Mitglieder 
des Freud-Echo- Ausschusses verschiedene Tagungsteilnehmer, um ihre 
Meinung über die Jugendtagung zu erfahren. 



Eigentlich fand ich alles sehr 
schön, aber das Allerschönste 
war die Zeugnisversammlung 
am Sonntagabend. 
Ich bin noch kein Mitglied der 
Kirche, weil meine streng katho- 
lischen Eltern es nicht erlau- 
ben . . . Am besten hat mir das 
Tanzfest und der Chor gefallen, 
überhaupt hat mir die ganze 
Aufmachung dieser Jugend- 
tagung sehr gefallen. 
Im Moment bin ich noch so voll 
Begeisterung, daß ich nicht ent- 
scheiden kann, was mir am 
besten gefiel. Aber ich möchte 
sagen, daß wir jedes Jahr ein 
Freud-Echo haben sollten . . . 
Die Tanzdarbietungen waren 
wohl am besten, und die Haupt- 
versammlungen am Sonntag 
waren wirklich einzigartig. 



Am meisten hat es mich gefreut, 
hier so viele Jugendliche unserer 
Kirche zu rinden und zu sehen. 
Manchmal meint man, es gäbe 
wirklich nur wenige . . . Am mei- 
sten hat mich die Zeugnisver- 
sammlung beeindruckt. Ich habe 
noch nie erlebt, daß man sich so 
gedrängt hat, um sein Zeugnis 
abzulegen. 

Mir hat die große Einigkeit gut 
gefallen, mit der wir hier zusam- 
men waren: wie eine große Fa- 
milie. Es sollte jedes Jahr ein 
Freud-Echo geben . . . 

Es sind viele Höhepunkte ge- 
wesen, die uns sehr viel gegeben 
haben. Besonders gut war der 
Chor, und es hat mir große 
Freude gemacht, da mitzusingen. 



Einlage von der Schweizer Mission: Charleston 



Musikeinlage von drei Missionaren. 




493 







Muri k- 

unö 

Tanzfedt 

494 f 



Ein glanzvoller Höhepunkt des 
Freud-Echos in Frankfurt war das 
Musik- und Tanzfest in der Fest- 
halle auf dem Messegelände. Das 
Niveau der Veranstaltung dürfte 
richtungweisend für die GFV-Ar- 
beit in der Kirche sein. Der Mut zur 
Sache, die sorgfältige Vorberei- 
tung und die Konzentration der 
Mitwirkenden wurden mit einem 
Gesamterfolg beschenkt, der seines- 
gleichen unter der Jugendarbeit in 
organisierten Jugendverbänden 
suchen muß. Der Abend hat aber 
auch gezeigt, daß es weit höhere 
Ziele gibt, als nur zu unterhalten. 
Das Wort aus dem 2. Nephi Kapitel 2, 
Vers 25 „Menschen sind, daß sie 
Freude haben können", findet erst 
seine letzte Erfüllung in der Freude 
am Großartigen und Sauberen, an 
der herausragenden und fort- 
schrittlichen Leistung zur Ehre des 
Himmlischen Vaters. Wer das am 
Programm und an der Wirkung des 
Musik- und Tanzfestes gelernt hat, 
war nicht vergeblich beim Freud- 
Echo. Die beispielhafte Organisation 
und der Leistungsstand der Darbie- 
tungen verdienen Lob und Aner- 






kennung. Im Musikteil des Abends 
sind die herrlichen Gesangsstimmen 
und die pianistische Arbeit unver- 
gessen. Der Chor der Europäischen 
Mission der Kirche Jesu Christi der 
Heiligen der Letzten Tage war eine 
Überraschung. Man ist geneigt, sich 
für die wuchtige Fülle dieses Klang- 
körpers anstelle der feinstimmigen 
Klavierbegleitung ein Orchester 
als „Begleitinstrument" zu wün- 
schen. Die eindringlichen Massen- 
chöre (klerikal und klassisch) hat- 
ten ihren unbestreitbaren Höhe- 
punkt in unserem Kirchenlied von 
Eliza Snow „O mein Vater, der du 
wohnest hoch in Herrlichkeit und 
Licht" für Solo und Chor. Abschluß 
der besinnlichen Weisen im Mu- 
sikteil des Abends war die Polo- 
naise in A-dur von Frederic Cho- 
pin, die am Klavier durch die bril- 
lante Technik und gefällige musi- 
kalische Gestaltung von Annelie 
Mouritz zu einem Ohrenschmaus 
wurde. 

Daß die Jugend auch im sortierten 
folkloristischen Lager zu Hause ist, 
zeigten acht Songs aus dem Musi- 
cal „Das verheißene Tal" (Craw- 



ford Gates). Talent, Humor und 
Sentimentalität wurden hier zu 
einem liebenswerten Gemisch, das 
unaufdringlich und trotzdem be- 
sitzergreifend war. Besser kann 
man es gar nicht sagen, als es Prä- 
sident Ezra Taft Benson formu- 
lierte: „Ihr habt so wundervoll ge- 
sungen wie der Tabernakelchor." 
Ein offenes Geheimnis für diesen 
Erfolg ist allerdings auch, daß 
Chor, Solisten und Instrumentali- 
sten wirklich mit Herz, Geist und 
Seele voll beteiligt waren. Eine 
Tatsache, um die — wo es auch sei 
— die Heiligen der Letzten Tage 
immer wieder beneidet werden. 
Wenn eingangs die Organisation 
als vollendet bezeichnet wurde, so 
gilt das auch im besonderen Maße 
für den Programmablauf vor den 
beinahe 4000 Besuchern. 

Was den zweiten Teil des 
Abends, das Tanzfest, angeht, so 
boten die 600 Tänzerinnen und 
Tänzer schon beim Einmarsch ein 
erhabenes Bild. Der Tanz zum fro- 
hen Beginn war in seiner Schlicht- 
heit sauber und ein guter Anfang 
(Rheinländer). Schwung und Begei- 



sterung zogen sich durch diese 
Darbietung. Noch eine Steigerung 
war die Alfstedter Quadrille (Alf- 
stedt bei Cuxhaven). Sauber ge- 
tanzt und ein wundervolles Bild 
bietend, wird dieser Tanz einen 
nachhaltigen Eindruck bei den Be- 
suchern hinterlassen haben. Der 
von Mädchen getanzte Holzschuh- 
tanz aus der Oper „Zar und 
Zimmermann" von Albert Lortzing 
war ein heiteres und anmutiges Er- 
leben. Der Square-Dance war 
zweifellos die lebendigste Darbie- 
tung aus dem Tanzteil des Abends. 
Wenn sich hierbei auch eine Grup- 
pe etwas „verhaspelte", so fiel das 
bei dem fröhlichen Mitgehen von 
Mitwirkenden und Zuschauern 
nicht weiter ins Gewicht. Der Kon- 
tramarsch — ein dänischer Volks- 
tanz — war exakt einstudiert und 
wurde gekonnt getanzt. Diese Ar- 
beit wurde durch eine besondere 
Wirksamkeit auf Auge und Herz 
belohnt. Das Menuett war tänze- 
risch hervorragend und schon ein 
Beispiel für echte Tanzkunst. Der 
„Cha-cha-cha" war quicklebendig 
und sehr pikant. Die saubere Ein- 



495 









Oben: Squaredancers aus der Westdeutschen Mission. 



Links von oben nach unten: Holzschuhtanz der Westdeutschen Mission. Holzschuh- 
tänzerinnen. Annenpolka-Mädchen aus der Nord- und Zentraldeutschen Mission. Menuett- 
Tanzpaare aus der Schweizerischen Mission. Die Kostüme für die verschiedenen Tänzer 
wurden von Beth Benson entworfen und zugeschneidert. 



496 



studierung hat sich gelohnt. Wenn 
etwas mehr Figuren getanzt wür- 
den, könnte dieser gelungene Tanz 
noch gewinnen. Die Annenpolka 
fiel gegen die vorherigen Leistun- 
gen etwas ab. Wenn bei der Ein- 
studierung etwas zielstrebiger ge- 
arbeitet worden wäre (der Tanz 
war etwas verbaut, und es gab 
auch ein paar choreographische 
Mängel), hätte das eine noch bes- 
sere Sache sein können. Zu bewun- 
dern ist trotzdem der Mut für diese 
Arbeit, an dem sich viele unschlüs- 
sige GFV-Gruppen ein Beispiel 
nehmen sollten. 

Noch ein hervorragendes Bei- 
spiel für gute Zusammenarbeit ist 
das gemeinsame Bild des Fami- 
lienwalzers (Schrittwalzer) gewe- 



sen. Es wurde hiermit auch ein 
Hinweis darauf gegeben, wie es 
möglich ist und daß es möglich ist, 
gemeinsam zu beginnen und ge- 
meinsam zu schließen. Die Ge- 
meinschaft ist der Ausgangspunkt 
für die Einzelleistung und führt 
wieder zur Gemeinschaft zusam- 
men! Zur Gesamtleitung muß her- 
vorhebend gesagt werden, daß hier 
wirkliche Könner am Werk waren. 
Könner, die nicht Stunden füllen 
wollten, sondern die Vielfalt der 
Talente zielbewußt zur Ehre des 
Himmlischen Vaters und seines 
Evangeliums einsetzen wollten. Es 
ist schon ein Stück Missionsarbeit, 
der „Welt" zu beweisen, daß die 
Heiligen der Letzten Tage nicht nur 
in den Heiligen Schriften lesen, 



sondern zur Bestätigung der 
Wahrheit des Evangeliums der 
Fülle auch im Alltag, in der Kunst 
und auf geistigem Gebiet weltge- 
wandt „ihren Mann" zu stehen 
wissen. Die abschließende Forma- 
tion aller mitwirkenden Tanzpaare 
zu einem gut lesbarem GFV war 
dann auch eine großartige Auf- 
forderung an alle jungen Mitglieder 
der Kirche und alle jungen Freunde 
aus der übrigen Welt: Kommt zur 
Gemeinschaftlichen Fortbildungs- 
Vereinigung der „Kirche Jesu 
Christi der Heiligen der Letzten 
Tage" und ihr werdet es erleben, 
daß ihr Freude die Fülle haben 
könnt. 







497 



Mormonen-Treffen in Frankfurt 



AI. FRANKFURT - Seit gestern beherbergt die Stadt 
Frankfurt 1500 junge Mormonen, die zum „Freud-Echo" der 
Jugendtagung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letz- 
ten Tage aus der Bundesrepublik, aus Österreich und der 
Schweiz angereist sind. 



Sie tagen bis zum l. Au- 
gust auf dem Messegelände 
unter Leitung des Präsiden- 
ten der europäischen Mission, 
Ezra Taft Benson. Er ist 
Mitglied des Rates der 
zwölf Apostel ehemaliger 
Landwirtschaftsminister im 
Kabinett Eisenhower, 

Drei Hauptausschuß-Mit- 
glieder aus Salt Lake City/ 
Utha (USA) und Missions- 
präsidenten aus allen Teilen 
Europas haben sich zu der 
ersten Tagung dieser Art an- 
gemeldet, in der sich die 
• Jugend verschiedener Natio- 
nen freundschaftlich begeg- 
net. 

Die Mormonen zählen 25 000 
Mitglieder in der Bundes- 
republik, zwölf neue Kirchen 
sind zur Zeit im Bau, bei 



den hier stationierten ameri- 
kanischen Truppen haben 
sie etwa 5000 Anhänger, 

Die Jugendtagung in 
Frankfurt ist auf Musik, 
Tanz und Fröhlichkeit aus- 
gerichtet. 

Ein Roadshow-Festival am 
Donnerstagabend, ein Freud- 
Echo-Ball am Freitag, bei 
dem nicht auf Charleston 
und Letskiss verzichtet wird 
und das große Freud-Echo- 
Musikal und Tanzfest am 
Samstagabend in der Fest- 
halle sind die Höhepunkte 
des Tagesprogramms, das 
Musikseminare, Sportveran- 
staltungen und Diskussionen 
in reicher Zahl vorsieht. 

Der Sonntag ist der Haupt- 
versammlung in , der Fest- 
halle vorbehalten. 



Zu dem Thema „Junge 
Männer sollen Geschichte 
sehen" sprechen aufler dem 
Präsidenten Taft Benson 
auch die Präsidenten der 
österreichischen und Schwei- 
zer Missionen. 



Am Montag fahren die 
Mormonen mit dem Schiff 
„Berlin" auf dem Rhein, um 
sieh in Aßmannshausen und 
auf dem Niederwald in freier 
Rede und Cfrorgesang zu 
messen. 



PRESSE- 
STIMMEN 



2000 Jugendliche in der Festhalte 



Freud-Echo« 

Musik und 

Tanzfest 



MuSi 



* . ^ a « und freie Rede 

Junge Mormonen deutscher Sprache m Frankfurt 




RT — Der 
achte dem 

-monentref- 
vorbereite- 

das Freud- 



SAnfctsfea 
Fraftk 
fenleten s 
ten Höhepunkt : 
Echo-Musik- und Tanzfest, 
das bis um 23 Uhr Ausfüh- 
rende und Zuschauer in Atem 
hielt. 

Der Jugendchor der Euro- 
päischen Mission der Kirche 
Jesu Christi der Heiligen der 
Letzten Tage, dessen Ge- 
samtleitung Professor Kurt 
Weinzinger innehat, er- 
brachte in geistlichen und 
weltlichen Gesängen einen 
hervorragenden Leistungs- 
querschnitt, 

Die Tänzer und Tänzerin- 
nen der einzelnen Missionen 
in ihren prächtigen Kostü- 
men, die. sich in Rheinländer 
und Menuett, in der Annen- 
Polka und im Square Dance 
mit der gleichen anmutigen 
Sicherheit bewegten, konnten 
sich über Mangel an Beifall 
nicht beklagen. 

Auftakt der Tagung: ein 
großes Roadshow-Festival. 

Ezra Taft Benson, Präsi- 
dent der europäischen Mis- 
sion, der vom Missionshaupt- 
platz Frankfurt aus die Ge- 
schicke der „Mormonen" in 
Europa leitet, freute sich 
über die Ideale und Talente 
der Jugend, die mit solchem 
Eifer zu dem Gelingen ihrer 
Tagung beitragen. 

Die Roadshows, mit denen 
sich die einzelnen Missionen 
am Donnerstagabend vor- 
stellten, waren als Lob und 
Preis auf die Heimat mit 
Gesang, Tanz und Dialogen 
gezeichnet. 

Berlin und Essen, Graz und 
Bern gerieten besonders pla- 
stisch. 

Die westdeutsche Mission 
brächte auch die ABEND- 
POST aufs Podium als zu 
dem Straßenleben westdeut- 
scher Großstädte zugehörig. 



Von der Kuppel der Festhalle auf dem Messegelände hingen die Fahnen 
der Schweiz, Österreichs, der Bundesrepublik und Frankfurts neben dem 
Grün-Gold der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (Mormonen). 
Das Parterre der großen Halle war leer, im ersten Rang hatte in der Mitte 
der einen Längsseite ein über 200 Stimmen starker Jugendchor Aufstellung 
genommen, die ganze gegenüberliegende Längsseite war von 2000 Jugend- 
liehen und, Erwachsenen besetzt. 



Das „Freud-Echo-Musik- und Tanz- 
fest", wie es im Programm genannt 
wurde, war einer der Höhepunkte der 
viertägigen Jugendkonferenz der jungen 
Mormonen deutscher Sprache in Frank- 
furt. Die Mitarbeiter der „Gemein- 
schaftlichen Fortbildungsvereinigung" 
hatten ein vielfältiges Programm zu- 
sammengestellt, in dem es keineswegs 
nur um religiöse Probleme ging. Laien- 
spiel, Musik, Tanz: und freie Rede stan- 
den eher im Mittelpunkt. 

Das zeigte sieh schon am Abend des 
ersten Tages, als in der gut besetzten 
Kongreßhalle ein Roadshow-Festival 
stattfand una der Präsident der Euro- 
päischen Mission dieser Kirche, der frü- 
here amerikanische Landwirtschafts- 
minister Dr. Ezra Taft Benson, die etwa 
1200 Jugendlichen willkommen hieß, die 
an der Tagung teilnahmen. 

Am Sportplatz am Rebstock hatte 
man für Freitag ein Sportfest organi- 
siert, an dem auch die Leichtathletik- 
mannschaft der Brigham-Young-Uni- 
versität aus Provo im amerikanischen 
Rundesstaat Utah, dem Zentrum der 
Mormonen, teilnahm. Die Athleten 
schlössen mit dem Aufenthalt in Frank- 
furt einen fünfwöchigen Europa- Trip 
ab. 

Arn gleichen Abend fand in der Kon- 
greßhalle ein Ball statt, zu dem die 
Tanzkapelle Prieß aus Mainz spielte und 
verschiedene Gruppen der Jugendorga- 
nisation der Kirche eindrucksvolle De- 
korationen geschaffen hatten. 



Neben der Hauptversammlung am 
Sonntag in der Festhalle, in der neben 
Präsident Dr. Benson zahlreiche andere 
Redner zu meist kürzeren Ausführungen 
das Wort ergriffen, war das Musik- und 
Tanzfest am Samstagabend zweifellos 
der Höhepunkt der viertägigen Konfe- 
renz. Unter der musikalischen Gesamt- 
leitung von Prof. Kurt Weinzinger (Salt 
Lake City, Utah) brachte der Jugend- 
chor, begleitet von Annelie Mouritz am 
Klavier und an der Orgel, geistliche und 
weltliche Gesänge zu Gehör. Neben Wer- 
ken von Bach, Händel und Haydn stan- 
den auch Mormonen-Komponisten auf 
dem Programm. 

Zum Abschluß des musikalischen Teils 
des Abends erklang Musik aus dem Mu- 
sical „Das verheißene Tal" von Craw- 
ford Gates, das an den Zug der Mor- 
monen nach dem Westen der Vereinig- 
ten Staaten erinnert. Dann beherrschten 
die über 300 Tänzerinnen und Tänzer 
das Parterre der Festhalle. Nur vier 
Scheinwerfergruppen beleuchteten die 
Szene auf dem Parkett, als Rheinländer, 
Quadrille, ein dänischer Volkstanz, die 
Annenpolka, aber auch der Holzschuh- 
tanz aus Zar und Zimmermann dar- 
geboten wurden. 

Ein Echo der Freude zu wecken, das 
war mit dem Motto der Konferenz 
„Freud-Echo" gemeint. Der Jugend der 
Kirche der Heiligen der letzten Tage 
deutscher Zunge die Möglichkeit zu ge- 
ben, sich näher kennenzulernen, und da- 
bei auch ihre eigenen Fähigkeiten zu er- 
kennen, war der Zweck dieser Konfe- 
renz; ..:.. , : -hw . 



498 



Em 
Brlebnw 



„Alles wohl, alles wohl" widerhallte 
es in der weiträumigen Festhalle 
in Frankfurt. Sänger und Zuhörer 
erfaßte schier ein heiliger Schauer, 
als die bekannten Melodien ,,0 
mein Vater" und „Kommt, Heü'ge, 
kommt" ausklangen. Der Dirigent 
legte den Stab zur Seite, verbeugte 
sich, und zu den Sängern gewandt 
gab er durch ein freundliches Nik- 
ken zu verstehen, daß er mit den 
Leistungen fast zufrieden war. In 
diesen Augenblicken frohlockte es 
im Herzen eines jeden treuen Hei- 
ligen der Letzten Tage, der das mit- 
erleben durfte. Apostel Benson 
drückte seine Anerkennung mit 
den Worten „wonderful" aus oder 
wie er am Sonntag sagte: „Ich 
schloß die Augen und es schien mir, 
ich hörte den Tabernakelchor." 
Bis zu diesem schönen Erfolg war 
jedoch ein langer Weg. Die Vor- 
bereitungen liefen seit Anfang des 
Jahres. Ein Chorheft mußte zu- 
nächst einmal zusammengestellt, 
gedruckt und versandt werden. 
Allmählich konnte dort und da in 
den Gemeinden die Probearbeit 
begonnen werden. Eine beachtliche 
Zahl an Chormitgliedern ver- 
einigten die Früh Jahrstagungen in 
Hamburg und Bern, die ersten 
Früchte der begonnenen Arbeit 
zeigten sich. Die Begeisterung 
wuchs, und immer mehr Geschwi- 
ster verlangten die Chorhefte. Die 
Zeit blieb jedoch nicht stehen, sie 
eilte mit Riesenschritten voran. 
Und schon saßen die ersten Teil- 
nehmer des Musikseminars im Zug 
nach Frankfurt. 

Zum ersten Male in der Geschichte 
der Kirche wurden die Chor- und 
Gesangsleiter im deutschsprachi- 
gen Raum zu einem Musikseminar 
zusammengerufen. Professor Kurt 
Weinzinger von der BYU in Provo 
stellte sein musikalisches Können 
über 60 Geschwistern, die sich aus 
Deutschland, Holland, Österreich, 
Schweiz und USA im Haus der Ju- 
gend eingefunden hatten, zur Ver- 




fügung. Die Grundelemente des 
Chorleitens, wie das Halten des 
Taktstockes, richtiges Taktschla- 
gen, Ausdrucksmittel, Auswahl der 
Werke, Stimm- und Sprech- 
übungen usw. wurden gelehrt. Eine 
Fülle von Wissen wurde in kürze- 
ster Zeit vermittelt. Bruder Wein- 
zinger schloß das Seminar mit 
einem Versprechen: wenn es ir- 
gendwie möglich ist, wird im kom- 
menden Jahr ein mindestens zwei- 
wöchiger Kurs für Chor- und 
Gesangsleiter stattfinden! 
Und schon öffnete FREUD-ECHO 
seine Pforten. Rhythmisch, heiter, 
beschwingt drangen vom Road- 
show-Festival die Melodien an un- 
ser Ohr. Ein bunter Reigen von 
Liedern und Melodien aus alter 
und neuer Zeit untermalten das 
Geschehen jeder einzelnen Road- 
show. Rhythmus erfüllte auch den 
Festsaal beim FREUD-ECHO-Ball. 
Der Rhythmus der modernen Tänze 
fährt am Herz vorbei direkt in die 
Beine! In immer kleiner werdenden 
Abständen folgten die Chorproben 
für das Musikfest, Proben am Vor- 
mittag, Proben am Nachmittag. Der 
große Augenblick war gekommen. 
Professor Kurt Weinzinger gab 
dem Chor das Zeichen, sich zu er- 
heben. Zuversichtlich blickten 250 
Augenpaare auf den Dirigenten. 
Der Taktstock blitzte im Schein- 
werferlicht, und mit leisem Sum- 
men nach der Melodie „Jesus 
meine Freude" setzte der Chor ein. 
Alt. Neuendorf sprach dazu eine 
Begrüßung. „Lobt ihr Geschöpfe 
alle Gott", „Vater unser" folgten. 
„Ehre sei Gott" aus „Messias" von 
Händel und „Die Himmel erzählen 
die Ehre Gottes" aus „Die Schöp- 
fung" erzeugten einen gewaltigen 
Eindruck bei Sängern und Zuhörer- 
schaft. 

Zum Höhepunkt gelangte das 
reichhaltige Programm mit den 
vertrauten, einfachen Melodien der 
Lieder „O mein Vater" und 
„Kommt, Heil'ge, kommt". Der Bei- 



fall der Besucher schien kein Ende 
zu nehmen, bis der Dirigent den 
Taktstock hob und der letzte Teil 
des Liedes „Kommt, Heil'ge, 
kommt" wiederholt wurde. Eine 
Freude war es, Fräulein Mouritz 
zuzuhören, wie sie mit bewun- 
dernswerter Geläufigkeit und An- 
mut Chopin auf dem Klavier 
spielte. Aus dem Musical „Das ver- 
heißene Tal" sang der Chor als 
Abschluß und Überleitung zum fol- 
genden Tanzfest rhythmisch sehr 
betonte Ausschnitte. 
Auch die Hauptversammlungen am 
Sonntagvormittag und am Nach- 
mittag wurden durch Darbietungen 
des Chores untermalt. Besonders 
das Stück „Gib uns Frieden, Herr" 
verdient hier hervorgehoben zu 
werden, wobei die Solopartien von 
Geschwistern des Hamburger Pfah- 
les großartig gesungen wurden. 
Die Zaubermacht Musik baute 
Brücken von Herz zu Herz und ließ 
im harmonischen Klang der Töne 
hohe Freude in einer Welt voll 
Harmonie, Wohllaut und Gleich- 
klang fühlen. 

Karl Benk 




499 



Freud-Echo — 
Spiegel unserer Jugend 



Von Frerich Görts 



Wer dieses große Ereignis von Anfang an miterlebte, 
als Passiver, als Globetrotter der in Frankfurt ver- 
sammelten kleinen Welt von Heiligen der Letzten 
Tage, konnte so recht die Jugend der Kirche in Aktion 
erleben. Und dieses „in Aktion" war vom Beginn der 
Tagung am Donnerstag das Augenscheinlichste. Die 
Roadshows — eine Non-Stop-Revue origineller folk- 
loristischer Beiträge von Nord bis Süd — glänzten 
im Jupiterlicht, das heißt, waren unterhaltend, niveau- 
reich — kurz: lobenswert. Es scheint so, als ob der Mo- 
dus des Non-Stop bei den Roadshows sich auf die 
weitere Folge der Ju-Ta ausgewirkt hatte. So war es 
zum Beispiel trefflich eingerichtet, am Freitag von acht 
Uhr ab parallel laufende, dem Inhalt glücklicherweise 
entgegengesetzte Programme zu starten, daß der Ta- 
gungsbummler recht genüßlich in dem allein sieben 
Seiten langen Freitagsprogramm blättern konnte, um 
das für ihn geeignetste sich herauszupicken. Dem rei- 
bungslosen, spannenden Sportfest standen Diskus- 
sionsgruppen gegenüber. Der Chronist kann aber 
lediglich von den Körperdisziplinen berichten — auch 
er kann nur auf einer Hochzeit tanzen — und müßte 
die dreizehn (!) verschiedenen Diskussions- und Füh- 
rergruppen unerwähnt lassen, die durch die im ge- 
druckten Programm angegebenen hervorragenden 
Kräfte manchen Genuß als auch Nutzen versprachen. 
Es wird wohl keiner so töricht gewesen sein und ge- 
glaubt haben, Freud-Echo sei ein Urlaub, in dem man 
alle viere von sich strecken könne. Das war nicht der 
Zweck dieser Kulturübung. Wer es dennoch getan hat, 
versäumte Kostbares, hat vergessen zu tanken. 

Da wir gerade beim Tanken sind: die Zeugnisver- 
sammlung ist die Zusammenkunft , in der wir in der 
Regel am meisten Kraft schöpfen, unser Zeugnis 
festigen. Der Sonntagabend bescherte uns eine solche 
(ca. 3 Std.). Und das Ergebnis war das, was unsere 
Lehrer und Leiter, Präsidenten und Bischöfe erfreuen 
mußte: die Jugend Zions in Europa bekundete, daß 
die Kirche die wahre Kirche sei. Die vier nimmer ab- 
reißen wollenden Kolonnen von jungen Mitgliedern 
an den Mikrofonen gaben das erste — und wohl für 
den Bestand der Kirche wesentlichste — Echo dieses 
Treffens. Jegliche Beschreibung des Zeugnisgottes- 
dienstes wäre ein billiger Abklatsch, ein unvollkom- 
menes N achvollziehen von einmalig erlebten Über- 
zeugungen und Gefühlen, daß man nur sagen kann: 
dieses Erlebnis war erschütternd. Das Erschütternde, 
Erstaunende zu erklären, fällt schwer, dennoch ein 
Versuch: erstens, alle waren von ihrem Tun („Ihre 
Aktion") auf der Ju-Ta überzeugt. Zweitens, die 
Ernsthaftigkeit und überwiegende Schlichtheit der 



Kundgabe gab den Hörern das Gefühl der Ehrlichkeit. 
Die mehr oder weniger offizielle und bekannte Parole, 
das Freud-Echo auch zum Knüpfen von Freundschaf- 
ten „mit Zukunft" geeignet sei, fand nach der Meinung 
des Chronisten die richtige Dosierung. Der Ball am 
Freitagabend schuf die offizielle Basis dafür. (Übrigens, 
einer der wenigen Bälle mit ungewöhnlich viel Tanz- 
fläche, was manchen Tänzer äußerst erfreute.) Die 
Dampferfahrt am Montag mußte zum „Freundschafts- 
bandeknüpfen" die wichtige Phase bringen. Vielleicht 
ist darauf die umwerfende Tatsache zu stützen, daß 
von morgens 10 Uhr bis abends 22 Uhr getanzt wurde. 
Die Dampferfahrt scheint aber noch in anderer Hin- 
sicht bemerkenswert, nicht letztlich in der Symbolik, 
daß wir alle in einem Boot sitzen und mit den Klip- 
pen zu kämpfen haben. Hier waren wir unter uns. 
Obwohl jeder nur einen geringen Teil der Anwesenden 
kannte, konnte er getrost zu federn hingehen, mit je- 
dem sprechen — eine Manifestation des Satzes, daß 
wir alle Brüder und Schwestern sind. 
Es fällt dem Beobachter schwer, alle die Namen auf- 
zuzählen, die des vollen Lobes würdig wären; auch ist 
es ihm kaum möglich, ohne einen dabei zu vergessen. 
Wir wollen hier nicht in billige Lobhudelei verfallen. 
Die Selbstverständlichkeit des Lobes für Organisation 
und Vollzug der ganzen Tagung ist so eklatant, daß 
jeder Applaus eine Schmälerung der Leistung bedeu- 
ten würde. Und das meint der Chronist ernst, wobei 
er kritisch auch das gesehen hat, was besser gemacht 
werden könnte, aber das sind nur Dinge — der Leser 
mag sich beruhigen — die so, wie sie waren, durchaus 
akzeptabel waren, was aber noch nicht bedeuten muß, 
sie seien bereits so perfekt, daß jede Verbesserung un- 
nötig sei. Darum ist an dieser Stelle unpassend von 
ihnen zu sprechen, (und jeder, der Mängel beobachtet 
hat, achte darauf, daß sie bei ihm nicht vorkommen — 
sonst sind wir vom hochnäsigen Pharisäertum nicht 
weit!). 

Für Aug und Ohr — ein GFV -Leckerbissen par excel- 
lence — war das Tanzfest. Die Höhe der Ziffer der 
Darbietenden ist schon kirchennotorisch . Hier wurden 
die vielfältigen Möglichkeiten sichtbar, die unerschöpf- 
lichen Tanz, Gesang, Instrumentalmusik, an 

einem anderen Abend Freie Rede. Derjenige, der sich 
dem Tun und Treiben verbunden fühlte, wußte, daß 
die GFV -Organisation kein Wald- und Wiesenverein 
ist, womit auch gesagt sein will, daß es von uns ab- 
hängt, was wir aus dem umfangreichsten, besten Ju- 
gendprogramm der Welt machen. 

Der Superlativ scheint dem Schreiber bei den Betrach- 
tungen zum Freud-Echo flott aus der Feder zu fließen, 
und das mit Recht. Quantitativ und qualitativ eine 
europäische Spitzenleistung. Und was ist Folge, Er- 
gebnis? Ein ungeheurer finanzieller Aufwand wurde 
erbracht, ein Vermögen geopfert. Wofür? Um echte 
Freude zu empfinden. Die langwierige exakte Vor- 
bereitung. Wofür? Um reine Freude zu empfinden. 
Resümee: es war keine Fehlinvestition. Es hat sich ge- 
lohnt. Hut ab vor den Organisatoren. Beifall für alle 
Anwesenden, denn sie sind wesentlicher Bestandteil 
gewesen. Denn was wäre ein Theater ohne Zuschauer? 



500 




Ruth Schütz, Oberwil, Schweiz: 

Ich möchte nicht versäumen, Ihnen 
im Namen aller Basler Teilnehmer 
von Freud-Echo zu danken für die 
großartige Tagung, die Sie und 
Ihre Mitarbeiter für die Mormonen- 
jugend organisiert haben. Es war 
einfach ganz große Klasse, wie 
man in Deutschland so sagt. Wir alle 
haben eine ganz große Bitte: Näch- 
stes Jahr wieder ein Freud-Echo! 

Karl Benk, Wetzlar: 

Mit großem Interesse habe ich alle 
Diskussionsgruppen verfolgt, an 
denen ich teilnehmen konnte. 
Jeder Tag war ein neues, großes 
Erlebnis für mich. Die Fülle des Ge- 
schauten und Gehörten war so 
stark und überwältigend, daß man 
kaum alle Eindrücke in der Kürze 
der zur Verfügung stehenden Zeit 
verdauen konnte. 

Ich bin der Meinung, bei der sich 
bietenden Gelegenheit einer so 
großen und vielgestaltigen Tagung 
sollten von jeder Gemeinde meh- 
rere Mitglieder teilnehmen, damit 
das geteilt Erlebte zu einem Gan- 
zen in die Gemeinden getragen 
wird. In einem ausführlichen Be- 
richt über ,, Freud-Echo" in unserer 
Gemeinde habe ich besonders auf 
die Möglichkeiten des Lernens und 
des Fortschritts bei einer solchen 
Tagung hingewiesen, und ich 
glaube jetzt schon sagen zu kön- 
nen, daß beim nächsten Freud-Echo 
unsere Gemeinde stärker vertreten 
sein wird. 

Jeder Tag gipfelte in einem Höhe- 
punkt. In seiner Gesamtleistung 
und Leitung war dieses Fest kaum 
noch zu überbieten! 

Roswitha Iwancsits, Essen: 

Ich möchte Ihnen im Namen aller, 
die am Freud-Echo teilgenommen 
haben — zumindest aus unserer 
Gemeinde — danken für die wirk- 
lich schöne Zeit, die wir erleben 
durften. Sie können versichert sein, 




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daß Freud-Echo für uns das Erleb- 
nis des Jahres war, und daß wir 
uns alle sehr freuen würden, wenn 
im nächsten Jahr wieder ein Freud- 
Echo stattfinden würde — 

Michael Schulze, Hannover: 
. . , möchte ich Ihnen aber noch sa- 
gen, daß ich glücklich bin. Das 
Freud-Echo hat mir soviel Kraft 
und Mut gegeben, es hat mir ein 
„Gesicht der Freude" gezeigt. Ich 
weiß, daß es nie etwas Besseres 
geben kann, um den Mitgliedern 
zu helfen. Ist es nicht ein großer 
Segen in einer Zeit der Gleichgül- 
tigkeit, Freudlosigkeit, ein solches 
Erlebnis haben zu dürfen? 

Richard Hornke, Berlin: 

Nun möchte ich Ihnen und allen, 
die am Ausschuß mitgearbeitet ha- 
ben, meine Anerkennung ausspre- 
chen. Ich war sehr dankbar, an 
diesem Ereignis der Kirche teil- 
genommen zu haben. Für unsere 
Jugend wird es ein neuer Mark- 
stein nach vorn werden. 



Friedrich Peters, Hamburg: 
Die Freud-Echo-Jugendkonferenz 
1965 in Frankfurt war ein voller 
Erfolg. Alle Veranstaltungen stan- 
den in höchstem Maße unter dem 
Geist Gottes, dem Geist der Wahr- 
heit, und alle geleisteten Beiträge, 
besonders die sehr guten Evange- 
liumsbotschaften, haben unsere 
Zeugnisse gestärkt. Größtes Lob 
spendeten auch unsere Wochen- 
endfahrer, einige darunter waren 
über achtzig Jahre alt. Sie alle wa- 
ren auch von der Organisation und 
der Übernachtungsmöglichkeit in 
der Schule angenehm überrascht. 
Wir sind auch alle wieder wohl- 
behalten in Hamburg gelandet. Die 
ersten GFV-Abende in allen Ge- 
meinden standen im Zeichen der 
Freud-Echo-Erlebnisse — und viele 
Stimmen wurden laut: Wären wir 
doch auch mitgefahren! Auf jeden 
Fall hat keiner die Fahrt bereut . . . 

Traudel Wallner, Wien: 
Wir sind alle wieder wohlbehalten 
in Österreich gelandet . . . Noch- 
mals vielen Dank für alles! 



501 



DIE 

HAUPTVERSAMMLUN6EN 
VOM SONNTA6 



Der Sonntag bildete für die Besucher der Freud-Echo-Tagung einen bis dahin 
in Europa unbekannten geistigen Höhepunkt. Begleitet von einem strahlend 
blauen Himmel, der an diesem Sonntag eine seit Wochen andauernde Regenzeit 
unterbrach, eilte die Melchisedekische und Aaronische Priesterschaft zu ihren 
um acht Uhr stattfindenden Versammlungen. Die Schwestern trafen sich zu 
gleicher Zeit in der eigens für sie hergerichteten Kongreßhalle unter dem Vorsitz 
der Schwester Margrit Lohner vom Hauptausschuß der GFVJD. 

Die Brüder aus den deutschsprachigen Ländern Europas waren beeindruckt von 
der großen Zahl der Priestertumsträger, die sich zu diesen Versammlungen zu- 
sammengefunden hatten. Zu der Versammlung der Ältesten hatten sich unter 
dem Vorsitz von Präsident Ezra Taft Benson 425 Brüder eingefunden, die unter 
der Leitung von Ältesten John K. Fetzer, Präsident der Süddeutschen Mission, 
an einem von ihm mit Umsicht und Aufgeschlossenheit geleiteten Podiums- 
gespräch teilnahmen. Die vorangegangenen Ansprachen des Präsidenten Rudi 
H. Seehagen, Pfahl Berlin, über das Thema „Der erste Schritt — Heirat in der 
Kirche" sowie die Worte des Präsidenten Michael Panitsch, Hamburger Pfahl, 
„Verständnis für und Arbeit mit der Jugend sind unbedingt erforderlich" waren 
interessant und richtungweisend. Sie brachten die große Verantwortlichkeit der 
Ältesten der Jugend gegenüber zum Ausdruck. Auch die Ansprachen der Prä- 
sidenten Roland Dätwyler, Pfahl Schweiz, und Hermann Mössner, Pfahl Stutt- 
gart, waren sehr aufschlußreich. Den Abschluß dieser Versammlung bildete eine 
Ansprache von Präsident Ezra Taft Benson, dessen Aufmunterung, Ermahnung 
und Belehrung von den Ältesten dankbar angenommen wurden. 

Die Versammlung der Aaronischen Priesterschaft wurde von 215 Priestertums- 
trägern besucht und stand unter dem Leitgedanken „Meine Zukunft als Mis- 
sionar" . Die hier gegebenen Ansprachen der Missionspräsidenten L. Garrett 
Myers, Norddeutsche Mission, Valdo Benson, Zentraldeutsche Mission, und 
Joel A. Täte, Berliner Mission, hinterließen bei den jungen Brüdern einen nach- 
haltigen Eindruck, der bei der abendlichen Zeugnisversammlung seinen Aus- 
druck fand. 

Die beiden Hauptversammlungen, die unter dem gleichen Thema „Junge Män- 
ner sollen Gesichte sehen" standen, waren am Morgen von 1600, am Nach- 
mittag von 1300 Personen besucht. Besondere Aufmerksamkeit wurde den 
Darbietungen des Freud-Echo-Jugend-Chores entgegengebracht, der unter der 
Leitung des Dirigenten Kurt Weinzinger „Herr durch die ganze Welt" und 
„Der Geist aus den Höhen" am Vormittag und unter der Leitung des Dirigen- 
ten Friedrich Peters aus dem Hamburger Pfahl am Nachmittag die Lieder 
„Gib uns Frieden, Herr" und „Gesang der Erlösten" sang. Die besondere Lei- 
stung des Chores wurde von allen Anwesenden, besonders aber von den an- 
wesenden Pressevertretern hervorgehoben. Präsident Ezra Taft Benson sprach 
davon, daß er glaubte, den Tabernakelchor von zu Hause zu hören. 

Am Nachmittag fand eine Sonderversammlung für Jungmissionare statt, die 
von über 400 Jugendlichen besucht wurde. In dieser Versammlung empfingen 
die 35 Jungen und Mädchen aus den Händen des Präsidenten Ezra Taft Benson 
eine Anerkennungsurkunde. Fünf von ihnen gaben stellvertretend für alle 
Jungmissionare und J ungmissionarinnen einen Bericht über ihre Erfolge und 
Arbeiten. Sie brachten darin besonders zum Ausdruck, daß sie sich schon heute 
auf eine Vollzeitmission vorbereiten, und sprachen die Bitte aus, erneut eine 
Berufung als Jungmissionare zu erhalten. 



JUNGE MANNER 
SAHEN GESICHTE 

Ansprache von Präsident Walter 
Traufier, Schweizer Tempel 

Es ist meine Aufgabe, mit Ihnen 
einige Dinge aus dem alten Testa- 
ment zu besprechen. So wollen wir 
mit Joseph, dem Sohne Jakobs, be- 
ginnen. 

Joseph war einer der jungen Män- 
ner, die Gesichte hatten und die 
groß in den Augen unseres Vaters 
im Himmel waren. Er hat auf die- 
ser Erde nie vergessen, dem Herrn 
treu zu dienen. Als er von Poti- 
phars Frau versucht wurde, sagte 
er: „Wie sollte ich denn nun ein 
solch großes Übel tun und wider 
Gott sündigen?" 

Er war schon in seinen jungen 
Jahren standhaft und bewies, daß 
er auf seine Mission vorbereitet 
war. Als er zu Unrecht zusammen 
mit einem Mundschenk und einem 
Bäcker im Gefängnis war, legte er 
diesen beiden ihre Träume aus, als 
sie ihn fragten, was wohl mit ihnen 
geschehen würde. Dem einen hat er 
gesagt, daß er zu Ehren kommen 
würde und dem anderen, daß er von 
der Erde Abschied nehmen müsse. 
Etwas später hatte Pharao den gro- 
ßen Traum von den sieben mage- 
ren und den sieben fetten Kühen, 
und Joseph hat ihm diesen Traum 
ausgelegt, daß sieben fette Jahre 
kommen würden und danach sie- 
ben magere Jahre. Er beriet auch 
den König, was zu tun wäre, um 
mit dieser Lage fertig zu werden. 
Man hörte auf ihn, und in der Bibel 
lesen wir, daß Pharao dem jungen 
Mann Glauben geschenkt hat. Er 
sagte: „Siehe, ich habe dich über 
Ägyptenland gesetzt." über Ägyp- 
tenland hat er den jungen Mann 
gesetzt! Ihm wurde das Wohl und 
Wehe dieses großen Landes anver- 
traut. 

Dann kam Moses — der große 
Moses — der Mann, der von Anbe- 



502 



ginn an stark war. Schon in seinen 
jungen Jahren hatte er für die Ge- 
rechtigkeit gekämpft. Es hatte ihm 
schon immer Sorgen bereitet, wenn 
er zusehen mußte, wie jemand un- 
terdrückt wurde. Wie Sie wissen, 
ging er eines Tages durch das Land 
und sah zwei seiner Freunde, die 
schwer arbeiten mußten und von 
einem Aufseher geplagt wurden. 
Er ist für sie eingestanden und hat 
den Aufseher niedergeschlagen. 
Später hat er den Töchtern von Va- 
ter Reguel beigestanden am Brun- 
nen, als sie für ihre Schafe Wasser 
schöpfen wollten und die Nachbarn 
kamen, sie belästigten und ver- 
suchten, das Tränken der Tiere zu 
verhindern. Er hat ihnen beigestan- 
den, obwohl er die Töchter nicht 
gekannt hat. Er hat ihnen gehol- 
fen, damit sie ihre Pflicht erfüllen 
könnten. Er war für ihr Recht ein- 
getreten und hat ihnen geholfen. 
Als er dem brennenden Busch nahe 
trat — von dem sie alle wissen, 
daß aus ihm die Stimme Gottes zu 
ihm gesprochen hat — sagte er: 
„Hier bin ich." Da wurde ihm die 
große Aufgabe zuteil, die Kinder 
Israel aus der Gefangenschaft 
wegzuführen in das gelobte Land. 
Der Herr hat ihm das Land für 
seine Freunde und sein Volk ge- 
zeigt, und was ihrer warten würde. 
Moses wurde der große Führer die- 
ses verfolgten Volkes und er hat es 
betreut und ihm viele, viele Jahre 
gedient. 

Nach ihm kam der Mann, von 
dem wir soviel gehört haben, sei- 
nen Namen trägt unser heutiger 
Prophet — David. 
Wir wissen viel von David. Un- 
ser Herz wird groß und warm, 
wenn wir von seinen Taten lesen. 
Seine Freundschaft mit Jonathan 
ist ein Segen. Wir lesen in der 
Schrift von Jonathan: „Er hatte ihn 
lieb, wie sein eigen Herz." Die Ge- 
schichte von Goliath und David 
kennen wir alle, das große Ver- 
trauen Davids in den Herrn. Go- 




liath hat ihn verkannt, und da 
sagte David zu ihm: ,,Du kommst 
zu mir mit Schwert, Lanze und 
Spieß, ich aber komme im Namen 
des Herrn Zebaoth, des Gottes 
Israels." Sie kennen den Sieg, den 
der junge David über diesen Mann 
errungen hat, den alle anderen 
fürchteten. David hat im Geiste des 
Herrn gewirkt, er vertraute auf 
Gott und siegte. Ihm verdanken 
wir viele wunderschöne Dinge, die 
das Alte Testament uns zu bieten 
hat. Viele der Psalmen und dar- 
unter vielleicht einen der schön- 
sten, den wir oft hören und der oft 
zitiert wird: „Der Herr ist mein 
Hirte, mir wird nichts mangeln. Er 
weidet mich auf einer grünen Aue 
und führet mich zum frischen Was- 
ser. Er erquicket meine Seele. Er 
führe mich auf rechter Straße um 
seines Namens willen. Und ob ich 
schon wanderte im finsteren Tale, 
fürchte ich kein Unglück, denn du 
bist bei mir, dein Stecken und Stab 
trösten mich. Du bereitest für mich 
einen Tisch im Angesicht meiner 
Feinde. Du salbest mein Haupt mit 
öl und schenkest mir voll ein. Gu- 
tes und Barmherzigkeit werden mir 
folgen mein Leben lang, und ich 
werde bleiben im Hause des Herrn 
immerdar." 

Wir dürfen vielleicht an Salomo 
denken, den Sohn Davids, der ihm 
auf den Thron folgte. Dieser junge 
Mann, der schon in jungen Jahren 
das Amt seines Vaters erhielt, tat 
den großen Ausspruch: „Herr, du 
hast mich als jungen Knaben zu 
diesem Amt berufen, gib mir ein 
verständig Herz." Dies ist einer der 
schönsten Wünsche, den man sich 



vorstellen kann. Er flehte nicht um 
Ehre und Ruhm, sondern er wollte 
ein verständiges Herz haben für 
die Bürger seines Reiches. Wir wis- 
sen, daß der Herr mit ihm sehr zu- 
frieden war. Gott gab ihm die Ver- 
sicherung, er werde gesegnet wer- 
den wie keiner zuvor. 
Dann gehen wir zu Daniel. Er 
war in jungen Jahren am babyloni- 
schen Hof erzogen worden und hat 
dort bewiesen, wie sehr es ihm am 
Herzen lag, die Gesetze und Ge- 
bote des Herrn zu halten. Er hat 
uns ein wunderschönes Beispiel 
gegeben, wie ehrenhaft und vorteil- 
haft es ist, das Wort der Weisheit 
zu halten. Er hat nur nach ein- 
fachen Dingen getrachtet und 
wurde groß, stark, schön und intel- 
ligent. Wir lesen in der Schrift, daß 
er auch vieles von Gesichten und 
Träumen verstand. 
Sie wissen, daß zu jener Zeit 
am Königshof Nebukadnezar 
herrschte. Er rief eines Tages seine 
Weisen zu sich und sagte: „Ich 
wünsche, daß ihr mir meinen 
Traum auslegt." 

Man rief die Gelehrten und die 
Großen und Weisen zusammen, 
und das Furchtbare geschah: Der 
König hatte seinen Traum verges- 
sen. Deshalb sagten die Großen 
und Weisen zu ihm: „Wie kannst 
du von uns erwarten, daß wir dir 
einen Traum auslegen, den du uns 
nicht erzählen kannst?" Der König 
drohte ihnen, wenn sie ihm nicht 
seinen Traum auslegen könnten, 
wären ihrer Tage wenige auf die- 
ser Erde. Daniel, der Junge, hatte 
davon gehört, und so hat er das ge- 
tan, was jeder in unserer Kirche 



503 



tut: er hat den Herrn um Weisheit, 
Verstand und Erkenntnis gebeten, 
um dem König seinen Wunsch zu 
erfüllen. 

Der Herr erfüllte ihm seine Bitte. 
Daniel ging zum König und er- 
zählte Nebukadnezar, daß er ein 
Gesicht gesehen habe. Er habe 
eine große Figur gesehen, die zu- 
sammengesetzt war aus vielen Me- 
tallen, Gold, Silber, Kupfer, Eisen 
und auch Ton und Erde. Ein Stein 
würde kommen, um dieses Bild zu 
zerstören, und das würde nicht von 
Menschenhand geschehen. Denken 
wir einmal darüber ein bißchen 
nach, was hier geschah. In den letz- 
ten 120 Jahren hat sich die Prophe- 
zeiung erfüllt, von der Daniel 
sprach. Diese Welt war voller Kö- 
nigreiche, zusammengesetzt aus 
vielen Menschen, und es heißt in 
der Schrift: Trotzdem man ver- 
suchte, sie zu einigen, war es ver- 
geblich. Die Einigkeit war von kei- 
ner großen Dauer. Sie wissen, daß 
es in dem Land, in dem wir uns 
heute befinden, vor hundert Jahren 
viele Königreiche gab; man hat 
sich verschwägert, untereinander 
geheiratet, und doch war es ver- 



geblich. Es gab Schwierigkeiten 
trotz Glanz und Silber, die König- 
reiche haben sich nicht bewährt. Es 
ist heute noch nicht alles so, wie es 
sein sollte. Denken wir nur an die 
Schwierigkeiten, die das Auslän- 
derproblem in den Ländern macht, 
denken wir an die Schwierigkeiten 
in der Ehe. Die Menschen ver- 
suchen ihr Bestes zu tun, und doch 
will die Einigkeit nicht zustande 
kommen. Es herrscht Unfriede, 
irgend etwas stimmt nicht. Und 
was hat Daniel gesagt? „Aber zur 
Zeit solcher Königreiche wird der 
Gott des Himmels ein Königreich 
aufrichten, daß nimmermehr zer- 
stört wird, und sein Königreich 
wird auch kein anderer bekommen, 
aber er selbst wird ewiglich blei- 
ben." 

So hat Daniel Nebukadnezar sei- 
nen Traum ausgelegt, dieses ist 
viele, viele Jahre her, und wir sind 
heute glücklich, daß wir wissen, daß 
das Königreich gekommen ist. Sie 
und ich gehören dazu. 

Was dieses Reich geschaffen hat 
und noch schaffen wird, haben wir 
erlebt. Für diesen großen Segen 
sollen wir dankbar sein. 



JUNGE MÄNNER SAHEN GESICHTE 

Ansprache von Präsident John M. Russon, Schweizer Mission 



Ich habe sehr viel über dieses 
Thema nachgedacht. Viele junge 
Männer haben Gesichte gesehen 
und auch ältere. Aber was will Ju- 
gend in den Augen des Herrn hei- 
ßen? Der Unterschied zwischen 
einem 70jährigen und einem 20j äh- 
rigen ist vielleicht so klein wie 
fünf Minuten in den Augen des 
Herrn, und so sind wir alle ziemlich 
jung. 

Es ist sehr wichtig gewesen, daß 
diese jungen Männer aus dem 
Neuen Testament irgendwie Tage- 



buch geführt haben oder einen Be- 
richt hinterließen von dem, was sie 
gesehen haben. Dies ist ein gutes 
Beispiel für die Jugend, die heute 
hier versammelt ist. Es war auch 
wichtig, daß immer Zeugen dabei 
waren, die von den verschiedenen 
Ereignissen berichteten, sonst hät- 
ten wir heute nicht das Neue Te- 
stament. Aber nicht nur das, was 
gesehen wurde, war wichtig, son- 
dern auch warum und wieso es ge- 
schah. Warum diese jungen Män- 
ner diese Gesichte gesehen haben 



und wie ihre Einstellung war, die 
es ihnen ermöglichte, solche wun- 
derbaren Gesichte und Aufträge 
vom Herrn zu bekommen. 
Beginnen wir mit Joseph. Wie 
die Schrift sagt, war er ein from- 
mer Mann und war auf seine Braut 
bedacht und nicht auf sich selbst. 
Als der Engel zu ihm kam und ihm 
berichtete, daß er das große Vor- 
recht habe, der Bräutigam einer 
Frau zu sein, die bald schwanger 
sein und den Sohn Gottes gebären 
würde, erkannte er als frommer 
Mann, welch Vorrecht dieses für 
ihn war. Dann lesen wir von der 
Geburt des Heilandes und von den 
Gesichten, die bei diesem Anlaß 
gesehen wurden. 

Als Jesus zu Johannes dem Täu- 
fer kam, sagte dieser: ,, Siehe, das 
Lamm Gottes!" Das konnte er nur 
durch ein Gesicht, durch die Ein- 
gebung des Geistes wissen. Den- 
ken wir auch an die Worte Petri, 
als er sagte: ,,Du bist Christus, des 
lebendigen Gottes Sohn!" Oder 
denken wir an die Jünger Christi, 
was sie sahen und wie sie lebten, 
nachdem er sie auserwählt hatte. 
Besonders nach den Pfingsttagen, 
nachdem sie vom Heiligen Geist 
erfüllt waren. Denken wir an das 
große Ereignis, als Petrus, Jakobus 
und Johannes zusammen mit Chri- 
stus auf dem Berg waren, als Chri- 
stus verklärt wurde. Oder denken 
wir an Stephanus, der voll Glauben 
und Kraft war und die Himmel 
offen sah. Er sah des Menschen 
Sohn zur rechten Hand Gottes ste- 
hen und war bereit, für dieses 
Zeugnis sein Leben zu opfern. 
In der Apostelgeschichte lesen 
wir viel von diesen Männern, z. B. 
als Paulus einen Kranken heilte, 
der seit seiner Geburt lahm war. 
Danach sagte das Volk: „Die Göt- 
ter sind den Menschen gleich ge- 
worden und zu uns hernieder- 
gekommen." So sahen sie diese 
jungen Männer an, sozusagen als 
Götter — den Menschen gleich. Als 



504 



Joseph sein Gesicht über die Ge- 
burt Christi bekam, handelte er, 
wie ihm befohlen wurde. Daraus 
können wir viel lernen. Auch aus 
dem Beispiel Pauli, als er unter- 
wegs nach Damaskus war, das 
Licht sah und die Stimme des Herrn 
hörte und fragte: „Was willst du 
von mir?" Fragen wir immer den 
Herrn: „Was willst du von mir?" 
Erinnern wir uns an die Antwort, 
die Ananias gab, als ihm befohlen 
wurde, Paulus zu belehren: „Hier 
bin ich!" Antworten wir auch im- 
mer: „Hier bin ich?" 

Von Kornelius lesen wir, daß er 
gottselig und gottesfürchtig war, 
deswegen bekam er ein Gesicht, 
daß das Evangelium auch für ihn 
und seine Familie bestimmt sein 
sollte und daß er den Besuch von 
Petrus bekäme. Denken wir an die 
Geschichte von Johannes — dem 
geliebten Jünger — als er auf der 
Insel Patmos war und in die Zu- 
kunft sah. Er sah den Engel fliegen 
mitten durch den Himmel, der ein 
ewiges Evangelium zu verkünden 



hatte denen, die auf Erden lebten. 
Wir sind jetzt diejenigen, die diese 
Prophezeiung wirklich erfüllen 
können. Johannes sah auch die To- 
ten vor Gott stehen, und daß Bücher 
aufgetan und sie nach den Schrif- 
ten in den Büchern gerichtet wur- 
den. Ich lese jetzt aus der Offen- 
barung Kapitel 3, Vers 20 und 21. 
Christus sagt dort durch Johannes: 
„Siehe, ich stehe vor der Türe und 
klopfe an. So jemand meine 
Stimme hören wird und die Tür 
auftun, zu dem werde ich eingehen 
und das Abendmahl mit ihm halten, 
und er mit mir. Wer überwindet, 
dem will ich geben, mit mir auf 
meinem Throne zu sitzen, wie ich 
überwunden habe und mich gesetzt 
mit meinem Vater auf seinen 
Thron!" 

Das ist der Weg, wir wollen mit 
dem Herrn das Abendmahl halten, 
wir wollen zu seiner Rechten sit- 
zen in seiner Gegenwart, deshalb 
müssen wir überwinden, standhaft 
und treu bleiben, dann werden wir 
auch selbst Gesichte sehen. 



ABFALL- DAS DUNKLE ZEITALTER 

Ansprache von Pfahlpräsident Hermann Mössner, Stuttgart 



Ich hatte das Vorrecht, schon 
mehrmals in dieser schönen Fest- 
halle zu sein aus beruflichen Grün- 
den, aber heut ist es das erste Mal, 
daß die GFV-Fahnen hier wehen, 
Grün und Gold, und daß das wie- 
derhergestellte Evangelium Jesu 
Christi hier verkündet wird. 
Vor 27 Jahren waren wir hier in 
Frankfurt versammelt zu einer 
ähnlichen Konferenz unter der 
Schirmherrschaft des damaligen 
europäischen Missionspräsidenten 
Thomas E. McKay, dem Bruder un- 
seres ehrwürdigen Propheten David 
O. McKay. Die Saat, die damals ge- 



sät wurde, ist heute mit aufgegan- 
gen. Es hat sich gezeigt, daß die 
Jugend unserer Kirche stärker und 
fester geworden ist. Und daß die 
Begeisterung und das Zeugnis für 
und vom Evangelium Jesu Christi 
Wurzel geschlagen hat. Es ist mein 
Vorrecht, in den wenigen Minuten, 
in denen ich vor Ihnen stehe, über 
den Abfall vom wahren Evangelium 
zu sprechen, über die Zeit des dunk- 
len Mittelalters. Aus dem Stuttgar- 
ter Evangelischen Sonntagsblatt 
vom 25. Juli 1965 entnehme ich aus 
einem Artikel von Pfarrer Dr. Ju- 
lius Rössle, Wuppertal, „Die Zeug- 



nisse schwäbischer Kirchenväter": 
„Der Geistliche Philipp Jakob Spe- 
ner, der Vater des deutschen 
Pietismus (17. Jh.), beklagte sich in 
vielen seiner Schriften über den 
Niedergang und Verfall des christ- 
lichen und kirchlichen Lebens. Um 
so mehr tröstete ihn die Hoffnung 
auf künftig bessere Zeiten, da der 
Herr das Antichristentum zerstören, 
Israel bekehren und sein ewiges 
Reich aufrichten werde. Die end- 
geschichtlichen Gedanken Speners 
hat der evangelische Superinten- 
dent Wilhelm Petersen aus Lüne- 
burg weiterentwickelt und vor 
allem die Lehre vom tausendjähri- 
gen Reich und von der Wiederbrin- 
gung aller Dinge in die pietisti- 
schen Kreise Deutschlands hinein- 
gebracht. Die bestehende Kirche 
betrachtete er als ein Sündenbabel 
und als eine Behausung Satans." 

Wie gesagt — dieses entnehme ich 
aus dem Stuttgarter Evangelischen 
Sonntagsblatt und nicht aus dem 
Buche Mormon. Die von Christus 
aufgerichtete und von den Apo- 
steln weiter geleitete Kirche be- 
stand nur noch kurze Zeit nach 
deren gewaltsamem Tod. Deshalb 
schrieb der große Apostel Paulus 
an die Galater: „Mich wundert, daß 
ihr euch so bald abwenden lasset 
von dem, der euch berufen hat in 
die Gnade Christi, zu einem an- 
deren Evangelium, so doch kein 
anderes ist, außer daß etliche sind, 
die euch verwirren und wollen das 
Evangelium Christi verkehren." 
Noch zu Lebzeiten des Paulus wand- 
ten sich viele von der wahren Kirche 
ab — fremden Lehren zu. Einige 
Zeit später schrieb er an Timo- 
theus, warnte und ermahnte ihn, 
am Evangelium und am Heiligen 
Geist festzuhalten. Er sagte: „Das 
weißt du, daß sich von mir gewandt 
haben alle, die in Asien sind, unter 
welchen ist Phygellus und Hermo- 
genes." In einem Brief an die 
Thessalonicher schrieb Paulus von 



505 




künftiger Zeit, als er sagte: „Lasset 
euch niemand verführen in keiner- 
lei Weise, denn er kommt nicht, es 
sei denn, daß zuvor der Abfall 
komme und offenbart werde der 
Mensch der Sünde, das Kind des 
Verderbens." Bereits im 3. Jahr- 
hundert finden wir, daß die Ver- 
ordnung der Taufe vom Unter- 
tauchen in Besprengen verändert 
wurde. Etwa zur selben Zeit wurde 
die Kindertaufe eingeführt. Dazu 
erklärt Martin Luther im ersten Teil 
des 16. Jahrhunderts: „Aus den 
Heiligen Schriften kann nicht be- 
wiesen werden, daß die Kinder- 
taufe von Christus eingesetzt 
wurde." Im 5. Jahrhundert wurde 
die Verordnung des Abendmahls 
geändert. Das Einfache, Klare wurde 
auf die Seite getan, und es kam der 
Glaube auf, daß das Brot und der 
Wein des Abendmahles sich in das 
tatsächliche Fleisch und Blut 
Christi verwandle. Wir fragen, 
was geschah mit der von Christus 
gegründeten Organisation der 
Kirche? Was geschah mit den 
Ämtern der Apostel, Propheten, 
Evangelisten, Hohenpriester, Sieb- 
ziger, Ältesten und Lehrer? Die 
Gaben des Heiligen Geistes, die 
Allgemeingut waren unter den 
Heiligen der ersten Tage, waren 
verlorengegangen. Offenbarungen 
hatten aufgehört, es gab keine Ge- 
sichte mehr. Das Priestertum, 
die Vollmacht im Namen Gottes zu 
handeln und zu amtieren, wurde 
von der Erde genommen. Dies sah 
Jesaja bereits 700 Jahre vor Christi 
in einer Vision voraus. Er sagte: 
„Das Land ist entheiligt von seinen 
Einwohnern, denn sie übertreten 



das Gesetz und ändern die Gebote 
und lassen fahren den ewigen 
Bund." Von dieser traurigen und 
schrecklichen Zeit sagte der Kir- 
chengeschichtsschreiber Mosheim: 
„Während dieser Zeit lag die 
wahre Religion unter einer ver- 
nunftlosen Masse von Aberglau- 
ben begraben und war nicht im- 
stande, ihr Haupt zu erheben. Die 
ursprünglichen Christen verehrten 
nur Gott und seinen Sohn, aber die 
sogenannten Christen in diesem, 
dem 7. Jahrhundert, verehrten das 
Holz eines Kreuzes, die Bildnisse 
heiliger Männer und die Gebeine 
von zweifelhaftem Ursprung." Nie- 
mand bestreitet heute mehr, daß 
dieser Abfall von der wahren 
Kirche Jesu Christi, der Abfall vom 
wahren und seligmachenden Evan- 
gelium Christi, stattgefunden hat. 
Doch vollzog er sich nicht von 
heute auf morgen, genausowenig 
wie man mit einem Satz in die 
Hölle springt. 

Arnos, der große Prophet, sagt im 
8. Kapitel, in dem er diese Zeit vor- 
aussagt: „Siehe, es kommt die Zeit, 
spricht der Herr Herr, daß ich 



einen Hunger ins Land schicken 
werde, nicht einen Hunger nach 
Brot oder Durst nach Wasser, son- 
dern nach dem Wort des Herrn zu 
hören. Daß sie hin und her, von 
einem Meer zum anderen, von Mit- 
ternacht gegen Morgen umlaufen 
und des Herrn Wort suchen und 
doch nicht finden werden." So all- 
gemein war dieser Abfall und Ver- 
fall der ursprünglichen Kirche und 
des wahren Evangeliums. Anstelle 
von Demut trat Hochmut; anstelle 
von wahrer Bildung Einbildung; 
Menschenehren anstelle wahrer 
Gottesverehrung und fürwahr traf 
das Wort der Schrift zu: „Sie ver- 
ehren mich mit ihren Lippen, aber 
ihre Herzen sind ferne von mir." 
Ich bezeuge Ihnen, meine Brüder 
und Schwestern, daß ich weiß, daß 
diese Dinge geschehen sind. Sie 
werden heute in der Welt genauso 
wie in kirchlichen Kreisen erklärt 
und anerkannt. Aber darüber hin- 
aus erklären wir der Welt, daß 
diese Zustände nicht so geblieben 
sind, sondern daß neues Licht, neue 
Wahrheit und Offenbarung wieder 
vom Himmel zu erwarten waren. 
Gott segne uns, daß wir dieses 
schätzen, daß wir dieses in uns auf- 
nehmen und weitertragen. Ich be- 
zeuge Ihnen, daß Gott vorgesehen 
hat, daß die Menschheit nicht in der 
Dunkelheit bleiben sollte; sondern 
neues Licht und die ewige Wahrheit 
wurde vorbereitet für diese letzte 
Zeit, in der wir leben. 



DIE WIEDERHERSTELLUNG 

Ansprache von Präsident J. Peter Loscher, österreichische Mission 



V/ie wunderbar ist es, an einer sol- 
chen großen Tagung teilzunehmen, 
wo wir nicht nur durch unsere An- 
wesenheit, sondern in Wort, im 
Gesang und im Tanz sehen, daß 
Menschen heute einen großen 
Grund zur Freude haben. Eine 



Freude, die lange nicht auf dieser 
Erde war, und eine Freude, nach 
der die Menschen in anderen Ge- 
meinschaften, Religionen und Kir- 
chen suchen. 

Joseph Smith sagte in einem Brief 
im Jahre 1842: 



506 



„Und nun, was hören wir im 
Evangelium, das wir angenommen 
haben? Eine Stimme der Freude! 
Eine Stimme der Barmherzigkeit 
vom Himmel; eine Stimme der 
Wahrheit aus der Erde; frohe Bot- 
schaften für die Toten; eine Stimme 
der Freude für die Lebenden und 
die Toten; frohe Botschaften großer 
Freude!" 

Diese große Freude, die heute von 
16 000 Missionaren verkündigt 
wird, diese Freude, die uns heute 
in diesem großen Freud-Echo zu- 
sammengeführt hat, ist die, daß wir 
mit aller Bestimmtheit wissen, daß 
Gott in dieser Zeit, im 19. und auch 
im 20. Jahrhundert, wiederum vom 
Himmel gesprochen hat und noch 
spricht. Daß Joseph Smith tatsäch- 
lich Gott den Vater und seinen 
Sohn Jesus Christus gesehen hat. 
Daß er als noch ganz junger Mann 
einen Engel gesehen hat, der vor 
Hunderten von Jahren auf dem 
amerikanischen Kontinent gelebt 
hat und sich als ein Prophet vor- 
stellte. Daß er durch die Kraft Got- 
tes in einem Gesicht die Geschichte 
des großen amerikanischen Volkes 
und seinen schließlichen Unter- 
gang gesehen hat und auch, daß die 
Indianer nicht ausgerottet werden 
sollen. Sie können heute das Buch 
„Lehre und Bündnisse" lesen, das 
die größten Gesichte enthält, die 
wir in unserer Zeit erhalten haben 
und von Menschen erzählt, die mit 
Gott in Verbindung waren. 
Joseph Smith hat nie vorgegeben, 
daß er das „Buch Mormon" durch 
seine eigene Kraft und durch sein 
eigenes Wissen übersetzt hat. Er, 
ein nur teilweise gebildeter, armer 
Junge, bekam von Gott die soge- 
nannte „Seherbrille" oder wie 
manche Menschen sagen „Seher- 
steine" und konnte so die versie- 
gelte Schrift lesen und übersetzen. 
Später sehen wir diesen jungen 
Mann, wie er Prophezeiungen über 
die Zukunft der Kirche gibt. Er sah 
das damalige kleine Häuflein Men- 



schen in den Felsengebirgen als ein 
mächtiges Volk und „wie eine 
Rose in der Wüste blühen". Viele 
von uns kommen von dort, wir 
wissen, daß sich dieses Gesicht er- 
füllt hat und stehen jetzt als Zeu- 
gen vor Ihnen. Zu Joseph Smith 
kam nicht nur eine, sondern viele 
Personen, von denen die Mensch- 
heit dachte, daß sie gestorben wä- 
ren. Zu ihm kam Johannes, der im 
Neuen Testament zuletzt als ent- 
haupteter Mann erwähnt wird. Zu 
ihm kamen Petrus, Jakobus und 
Johannes und übertrugen wichtige 
Schlüssel des Priestertums. Zu ihm 
kam Jesus Christus, und nicht nur 
Joseph Smith, auch seine Mitarbei- 
ter Sidney Rigdon und Oliver 
Cowdery sahen ihn verschiedene 
Male. Erlauben Sie mir, daß ich 
einige Worte zitiere, die er selbst 
schrieb: 

„Der Schleier wurde von unserem 
Geist genommen, und die Augen 
unseres Verständnisses wurden uns 
geöffnet." 

Danach gibt er eine große Beschrei- 
bung über die herrliche Erschei- 
nung, und er sagt weiter: 

„Nachdem dieses Gesicht geschlos- 
sen war, wurden uns die Himmel 
abermals geöffnet, Moses erschien 
und gab uns die Schlüssel zur 
Sammlung Israels . . . (weiter) Elias 
erschien . . . (weiter) Elia, der Pro- 
phet, der gen Himmel aufgenom- 
men wurde, ohne den Tod zu 
schmecken, erschien . . ." (L. u. B. 
110:1-2 u. 11-13) 

Wir sehen an diesen Beispielen, 
daß in dieser Zeit viele Gesichte 
gesehen wurden und daß Men- 
schen tatsächlich mit Wesen in Be- 
rührung gekommen sind, die ein- 
mal auf dieser Erde gelebt haben. 
Wir können nicht länger sagen: „Es 
ist noch niemand zurückgekommen 
von jener Welt." Ich erinnere Sie 
an das große Gesicht, daß Brigham 
Young hatte, als er die verfolgte 
Schar nach dem Westen führte. Als 



er im heutigen Salt Lake City an- 
kam und dieses Tal des Friedens 
überschaute, sagte er: „Dies ist der 
Platz; dieses hat mir Gott in einer 
Vision gezeigt." Er hatte das Tal 
lange bevor er hinkam gesehen. 

Heute wissen wir, daß die Himmel 
wiederum offen sind. Wir wissen, 
daß Mitglieder der Kirche, ob jung 
oder schon älter, heute solche Ge- 
sichte sehen. Wir bestätigen unsern 
Präsidenten als einen Seher, als 
einen Propheten und als einen 
Offenbarer. Heute haben wir einen 
solchen Menschen unter uns, näm- 
lich Präsident Benson. Wir bezeu- 
gen Ihnen, daß es notwendig ist, 
diese Botschaft der Freude, die 
vom Himmel kam, zu prüfen! 

Seit der ersten Zeit der Gesichte 
hat die Welt eine große Umwand- 
lung mitgemacht, denn auch in der 
Technik und in der Wissenschaft 
wurden gewaltige Gesichte ge- 
sehen. Denken Sie nur an die Men- 
schen, die den Nordpol und Südpol 
erforscht haben, an Leute wie 
Charles Lindbergh, als er das erste 
Mal den Ozean überflogen hat. 
Diese Männer hatten Visionen, 
Visionen von einer besseren Welt. 
Wir leben in einer Welt, in der 
Menschen in den Weltenraum hin- 
ausfliegen und dort sogar ausstei- 
gen, um sich die Wunder Gottes zu 
besehen. Ja, wir haben allen 
Grund, dankbar zu sein, ein Freud- 
Echo zu haben, um unsere Stimme 
im Jubel zu erheben. 

Möge Gott uns segnen, damit wir 
dieses glorreiche Licht, das uns 
durch die technischen Errungen- 
schaften gegeben ist, schätzen; 
denn heute können Sie in Ihr Heim 
gehen und selbst „Gesichte" sehen, 
wenn Sie Ihren Fernseher an- 
drehen. Alle diese Dinge haben 
sich erst in den letzten 120 oder 130 
Jahren ereignet. Möge Gott uns 
helfen, damit wir unsere Segnun- 
gen schätzenlernen. Möge er auch 
unseren Freunden und Unter- 



507 



Suchern helfen, damit sie erkennen 
können, daß die Wahrheit, von der 
die Propheten vor alters gespro- 
chen haben, wiederum auf dieser 



Erde ist; daß wir keine Stiefkinder 
sind, sondern alles das, was einmal 
in seiner Fülle vorhanden war, 
wieder hier ist. 



DER FELS DER OFFENBARUNG 

Ansprache von Piahlpräsident Michael Panitsch, Hamburg 



Ich glaube kaum, daß es jemanden 
unter uns gibt, der diese letzten 
drei Tage jemals vergessen wird! 
Es war eine einmalige Gelegenheit, 
zu sehen, was die Jugend unserer 
Kirche in der Lage ist zu vollbrin- 
gen . . . 

Sie haben schon heute gehört, 
meine lieben Geschwister und 
Freunde, daß zu jeder Zeit Gott, 
unser Himmlischer Vater, sich um 
seine Kinder hier auf dieser Erde 
gekümmert hat. 

Ob wir es im Alten Testament 
lesen, wie Präsident Trauffer ge- 
sprochen hat, oder im Neuen Testa- 
ment, wie wir von Präsident Rus- 
son gehört haben — zu jeder Zeit 
stellen wir fest, daß der Allmäch- 
tige Gott Seine Anweisungen und 
Seine Belehrungen, Seine Ermah- 
nungen und Ratschläge Seinen 
Kindern gegeben hat, ausgenom- 
men in der Zeit, von der Präsident 
Mössner gesprochen hat. In der 
Zeit nämlich, wo die Himmel ver- 
schlossen waren und keiner mehr 
Offenbarungen empfangen konnte. 
Und heute noch krankt manches in 
unserer Zeit an diesem Problem. 
Hören wir nicht von verschiedenen 
großen Zusammenkünften anderer 
Kirchen und Gemeinschaften, die 
versuchen, ihre Lehren an die 
ihnen davoneilende Zeit anzupas- 
sen? 

Der Herr hat aber gesagt, Er sei 
derselbe gestern, heute und in aller 
Ewigkeit! Die Lehre Jesu Christi 



braucht keiner Zeit angepaßt zu 
werden. Sie ist immer gültig, sie ist 
immer für alle Menschen annehm- 
bar! 

Präsident Loscher sprach von der 
Wiederherstellung der Vollmacht. 
Diese Wiederherstellung begann 
mit einer Offenbarung. Und seit 
dieser Zeit haben die Offenbarun- 
gen nie aufgehört, und wir haben 
die tröstliche Gewißheit, zu wis- 
sen, daß sie niemals aufhören wer- 
den. 

Jesus Christus ist der Führer die- 
ser Kirche. David O. McKay, den 
wir so verehren, ist Sein Prophet, 
der uns Seinen Willen kundtut und 
uns sagt, was im Moment das 
Wichtigste zu tun sei. 

Meine lieben Geschwister und 
Freunde! Die Kirche Jesu Christi 
ist eine Filiale des Himmels! Wenn 
man sich eine Filiale irgendeiner 
Firma hier denkt, wo der Chef sich 
nicht darum kümmert, diese sich 
selbst überläßt! Unvorstellbar! 
Vor einiger Zeit hielt ich eine 
Schrift in meinen Händen. Es hieß: 
„Achtung! Wir warnen vor Mor- 
monen" . . . Auch dort wurde 
unser unerschütterlicher Glaube an 
die fortlaufende Offenbarung er- 
wähnt. 

Es gibt nur zwei oder drei Schrift- 
stellen, die man als angeblichen 
„Beweis" dafür anführt, daß die 
Offenbarungen aufgehört haben 
und nicht nötig seien. 



Im Hebräerbrief heißt es z. B.: 
„Nachdem vorzeiten manchmal und 
auf mancherlei Weise Gott geredet 
hat zu den Vätern durch die Pro- 
pheten, hat er am letzten in diesen 
Tagen geredet durch den Sohn" . . . 
Das sollte eine dieser Stellen sein, 
wo behauptet wird — Gott hat „zu- 
letzt" geredet. 

Aber es ist genauso, als wenn ich 
sagen würde: „Es ist schon oft über 
die Wiederherstellung gesprochen 
worden. Zuletzt hat aber darüber 
gesprochen Präsident Loscher." 
Wurde darüber überhaupt also 
„zuletzt" gesprochen? Nein! Wenn 
Sie in Ihren Heimatgemeinden sind 
— werden Sie sicherlich noch oft 
über dieses Thema hören . . . 
In der Offenbarung Johannes steht 
wohl die „klassische" Stelle, die oft 
angeführt wird: „Und so jemand 
davontut von den Worten dieser 
Weissagung, so wird Gott abtun 
sein Teil vom Holz des Lebens und 
von der Heiligen Stadt, davon in 
diesem Buche geschrieben ist" . . . 
Das soll ebenfalls ein „Beweis" da- 
für sein, daß alles abgeschlossen 
sei, und nichts mehr dazu kommt. 
Aber die gleichen Worte stehen 
schon im 5. Mose! Folglich wären 
alle Bücher, die später geschrieben 
wurden, ungültig? 
Wir glauben nicht an diese Dinge! 
Offenbarungen sind das wahre 
Merkmal der Kirche Christi! Wo es 
keine Offenbarungen gibt - — kann 
keine Kirche Christi sein. 
Ältester John Widstoe, der ver- 
storbene Apostel der Kirche Jesu 
Christi, wurde einmal gefragt, 
wann, glaube er, habe der Prophet 
die letzte Offenbarung empfangen? 
Bruder Widstoe sagte: „Vielleicht 
am letzten Donnerstag." 
Jeden Donnerstag kommen die 
Apostel und die Erste Präsident- 
schaft im Tempel des Herrn in Salz- 
seestadt zusammen, um über die 
Belange der Kirche zu beraten . . . 
Meine lieben Geschwister, es ist 
oft gefragt worden, warum keine 



508 



weiteren Offenbarungen veröffent- 
licht werden, wie es seinerzeit mit 
dem Buch der Lehre und Bündnisse 
geschah. 

Ist es so? Werden keine Offenba- 
rungen mehr veröffentlicht? Blei- 
ben sie unbekannt? 

Lesen Sie keinen STERN? In 
jeder Ausgabe können wir die 
Worte unserer Propheten lesen! Ist 
das nicht die Stimme des Herrn? 



Glauben Sie etwa, daß das neue 
„Familienheimabend - Programm" 
nicht durch eine Offenbarung uns 
bekanntgegeben wurde? Wer die- 
ses Programm in seinem Heim 
durchführt, kann nur bestätigen, 
daß dies ein Programm des Herrn 
ist! 

Wir haben viele Beweise zu jeder 
Zeit, daß Gott vom Himmel spricht 
und uns nicht vergessen hat! 



DER WERT DES PERSONLICHEN 
ZEUGNISSES 

Ansprache von Hans-Peter Sillmann (4. Sieger des Freie-Rede-Wett- 
bewerbs), Schweizer Pfahl 



Ich möchte Ihnen die Frage stellen: 
„Was hält Sie bei dieser Kirche?" 
Sie bringt Ihnen doch nur so viel 
Unangenehmes. Sie müssen den 
Zehnten bezahlen. Sie müssen 
fasten. Sie müssen das Wort der 
Weisheit halten. Sie sollten den 
Sabbat heiligen. Sie müssen sich in 
sittlicher Hinsicht rein halten. Und 
als Krönung der ganzen Sache lau- 
fen Sie noch Gefahr, von Ihren Mit- 
menschen verspottet, ausgelacht, 
für verrückt oder altmodisch gehal- 
ten zu werden. Warum schließen 
wir uns nicht einfach einer großen 
Kirche an, wo wir weniger zu 
arbeiten und zu leiden haben? Was 
hält uns bei dieser scheinbar un- 
bequemen Kirche? Nur das Zeug- 
nis von der Wahrheit der Kirche. 
Wollen wir zuerst einmal über- 
legen, wie wir zu einem Zeugnis 
kommen. Nun, durch Glauben und 
durch den Geist der Wahrheit. 
Wenn wir einmal ein schwaches 
Zeugnis haben, Geschwister, dann 
sollten wir es fördern. Das kann 
man z. B. durch Tätigkeiten und die 
Erlebnisse, die damit zusammen- 
hängen, tun. Wir sollten uns ein 
starkes Zeugnis erarbeiten. Denn 



das Zeugnis ist unser Sicherheits- 
gurt und unsere Antriebsfeder. 
Wenn wir diesen Sicherheitsgurt 
besitzen, Geschwister, kann uns 
gewiß nichts geschehen. Mag der 
Unfall noch so groß sein, mag das 
Auto sich noch viele Male über- 
schlagen, wir bleiben fest auf unse- 
rem Sitz. Vielleicht sind wir schwer 
verletzt, aber wir haben die Wahr- 
heit noch, und sind dann in Zu- 
kunft vorsichtiger. Auch sollten 
wir uns das Material für diesen 
Gurt aussuchen, darauf achten, daß 
wir gutes und starkes nehmen, und 
nicht auf die Schönheit schauen. 
Was nützt uns die Schönheit eines 
Sicherheitsgurtes, wenn er bei 
einem Unfall zerreißt? 
Wir müssen also aufpassen, daß 
wir uns bei unseren Zeugnissen 
nicht durch den äußeren Schein 
blenden lassen. Ganz besonders 
dann nicht, wenn wir eines ablegen 
sollen. Es sollen nicht schöne 
Worte sein, sondern ein Zeugnis, 
denn, Geschwister, eines steht fest: 
Andere Leute täuschen wir nicht so 
schnell mit schönen Worten wie 
uns selbst. Das Zeugnis gibt uns 
Kraft, Schwierigkeiten, mögen sie 



auch noch so groß und unüber- 
windlich erscheinen, zu überwin- 
den. Es gibt uns auch die Kraft zu 
immer neuen Tätigkeiten, die dann 
wiederum unser Zeugnis stärken. 
Geschwister, die alten Propheten 
und Apostel, die neuen Propheten 
und Apostel und allen voran Chri- 
stus hatten und haben ein Zeugnis. 
Sie sind mit ihrer Überzeugung 
durch Folterungen und in den Tod 
gegangen. Aber sie blieben fest. 
Nebst all diesen Dingen spielt das 
Zeugnis auch in der Missionsarbeit 
eine große Rolle. Mit ihm, mit der 
mit ihm zusammenhängenden rech- 
ten Lebensweise sind wir bestimmt 
der beste Missionar. Wir sehen, 
was für einen großen Wert das 
Zeugnis hat, und darum möchte ich 
Sie bitten, sorgen wir doch dafür, 
daß neue Mitglieder in ihrem 
Zeugnis nicht geschwächt werden, 
indem sie an uns Anstoß nehmen 
müssen. Bitte, richten wir uns da- 
nach. Pflegen wir unsere Zeugnisse 
und überprüfen wir sie immer wie- 
der, denn auch der Satan ist noch 
da. Der Herr warnt uns vor ihm. 
L. u. B. 10:33: 

„So gedenkt Satan, dein Zeugnis in 
diesem Geschlechte zunichte zu 
machen, damit das Werk in diesem 
Geschlechte nicht hervorkomme." 
Liebe Geschwister, eines steht fest: 
Mit unserem Zeugnis stehen oder 
fallen auch wir. Mögen wir stets 
daran denken, das bitte ich im Na- 
men Jesu Christi. Amen. 



Neues Postscheckkonto 

des Sterns 

Am 1. November 1965 wird das 
alte Postscheckkonto des Sterns auf- 
gelöst. Beträge, die nach diesem 
Datum dort eingehen, werden von 
der Post automatisch zurückgesandt. 
Zahlungen für den Stern bitte auf 
das Postscheckkonto der 

Frankfurter Bank 

154-3019/02 



509 



WARUM ICH{AN DIE 
UNSTERBLICHKEIT GLAUBE 

Ansprache von Martina Kaiser (2. Sieger des Freie-Rede-Wettbewerbs), 
Süddeutsche Mission 



„Denn siehe, das ist mein Werk 
und meine Herrlichkeit, die Un- 
sterblichkeit und das ewige Leben 
des Menschen zustande zu brin- 
gen." Diese Worte unseres Heilan- 
des haben mich zu der Frage be- 
wegt: Was soll ich tun, um ewiges 
Leben zu erlangen? Wie oft haben 
Sie sich selbst schon diese Frage 
gestellt? Es gibt viele Menschen, 
die meinen, und ihre Anzahl ist 
sehr groß, daß dieses Thema nur 
für ältere Leute von Bedeutung sei. 
Sehr oft hören wir: „Ja, wenn ich 
älter bin, werde ich mich darum 
kümmern." Lassen Sie uns die Ant- 
wort betrachten, die Christus einem 
jungen Mann gab, der ihn fragte: 
„Was soll ich tun, um ewiges 
Leben zu erlangen?" Diese Antwort 
gilt heute genauso wie damals, als 
Christus sie gab: „Folge mir nach 
und nimm mein Kreuz auf dich." 
Ich bin dankbar, daß Jesus auch 
mir diese Aufforderung gab, ihm 
nachzufolgen. 

In der Geschichte der Menschheit 
gibt es viele gewaltige Ereignisse. 
Aber das größte Ereignis und 
gleichzeitig die Krönung des irdi- 
schen Lebens unseres Herrn und 
Heilandes ist seine Auferstehung. 
Als er dem Grabe entstieg, brach er 
die Bande des Todes. Wir wissen 
nicht genau, in welcher Weise die 
Auferstehung Christi die Auf- 
erstehung von uns Menschen be- 
wirkt, doch ist die Wirkung an sich 
eine Tatsache. 

Gott hat uns geoffenbart, daß bei 
der Auferstehung eines Menschen 
sein Körper und sein Geist eine 
wunderbare Wandlung durchma- 
chen. Im Buch Mormon, Alma 1 1 :45, 
lesen wir: „Sehet, ich habe zu euch 
vom Tod und von der Auferstehung 



geredet. Ich sage euch, daß dieser 
sterbliche Körper zur Unsterblich- 
keit aufstehen wird, d. h. vom Tod, 
selbst vom ersten Tod zum Leben, so 
daß er nicht mehr sterben kann. 
Geist und Körper vereinigen sich 
wieder, um nie mehr getrennt zu 
werden. So wird das Ganze geistig 
unsterblich, kann also keiner Ver- 
wesungmehrunterliegen." Die Auf- 
erstehung unseres Heilandes ist 
für mich eine große Antriebskraft 
zum Glauben, zum Mut, zur Buße 
und vor allem zu einem besseren 
Lebenswandel. 

Ich glaube mit meinem ganzen Her- 
zen an die Fortdauer der Persön- 
lichkeit. Ich habe heute nacht lange 
darüber nachgedacht, wie ich Ihnen 
Beweise dafür bringen kann, aber 
ich kann es nicht. Ich kann keine 
Beweise dafür bringen, aber ich 
glaube an die Unsterblichkeit, weil 



ich auf Christus und Sein Wort 
vertraue. „Und wer da lebet und 
glaubet an mich, der wird nim- 
mermehr sterben." Dieser Glaube 
gibt mir Sicherheit, denn ohne 
Glauben können wir nicht besser 
leben als ohne Wissen. Und der 
Glauben ist ebenso fruchtbar an 
Ereignissen wie das Wissen. 
Ebenso wie Christus nach Seinem 
Tode weiterlebte, so werden auch 
wir nach dem Tode weiterleben, 
und jeder wird den Platz zugewie- 
sen bekommen, den er sich hier er- 
arbeitet hat. Mit dieser Gewißheit 
wird uns der Gehorsam zu den 
ewigen Gesetzen des Evangeliums 
eine Freude sein, kein Leid und 
keine Last, denn Übereinstimmung 
mit den Grundsätzen des Evange- 
liums bringt Glück und Freude. 
„Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, 
welch Trost mir die Erkenntnis 
gibt. Er lebt, er lebt, der einst war 
tot, er lebt, mein Helfer in der Not. 
Er lebt, er weiß, was mir gebricht. 
Er lebt, gibt meiner Seele Licht. Er 
lebt, er lebt, stand auf vom Tod, er 
lebt, glorreich, der Sohn von Gott." 



JUNGE MÄNNER SOLLEN GESICHTE 
SEHEN 

Ansprache von Präsident Ezra Tait Benson vom Rate der Zwölf 



Es war der Prophet Joel, der sagte: 
„Eure Alten sollen Träume haben, 
und eure Jünglinge sollen Gesichte 
sehen." 

Ich möchte gerne sagen, daß ich für 
beide Kategorien in Frage komme; 
erstens, weil ich mich immer der 
Jugend verbunden weiß und mir 
die eigene Jugend im Geist be- 
wahrt habe, und zweitens, weil ich 
bei meiner Rückkehr nach Hause 
— das lese ich in der Zeitung — 
die Altersfürsorge der Vereinigten 
Staaten in Anspruch nehmen kann. 
Ja, ich habe Gesichte gesehen und 



Träume gehabt. Am Donnerstag- 
abend sah ich Hunderte junger 
Leute bei den Aufführungen der 
Roadshows. Freitag abend sah ich 
mehr als tausend von ihnen in 
einer beglückenden, geistigen 
Atmosphäre im Tanz vereinigt. Ich 
sah sie beim Sport, beim Fest der 
Freien Rede, ich sah, wie sie Unter- 
weisungen von ihren Führern er- 
hielten. Und gestern abend sahen 
wir sie in diesem Saal — Hunderte 
von ihnen, wie sie ihre Stimmen im 
Gesang erhoben. Ich meinte, den 
Tabernakelchor in Salt Lake City 



510 



zu hören, wenn ich die Augen 
schloß. Wirklich, gemessen an 
ihrem Alter, sind sie meiner Mei- 
nung nach ebensogut wie der Ta- 
bernakelchor. 

Dann dieses großartige Finale, die- 
ses Tanzfest! Frische und unver- 
dorbene junge Leute! Diese Tänze 
hätten in jeder Stadt der Welt auf- 
geführt werden können und hätten 
den Beifall von den Männern und 
Frauen guten Willens gefunden. 
Und da hatten einige daran ge- 
zweifelt, ob es durchführbar sein 
würde! Diese wunderbaren, reinen 
und geistigen jungen Leute können 
alles tun, was recht ist. Die Jugend 
der Mormonen — eine charakter- 
volle Jugend. Der Herr liebt sie, er 
hilft ihnen; sie können alles zu- 
stande bringen. 

Wir wissen, wohin wir gehen. 
Nichts unter dem Himmel kann 
uns aufhalten, wir lassen unseren 
jungen Leuten die richtige Führung 
angedeihen. Wir lieben sie und 
setzen unser Vertrauen in sie. Sie 
sind unser kostbarster Besitz. 
Keine Kirche kann größer sein als 
ihre Jugend. Darum liegt in der 
Kirche, im Reich Gottes, der 
Schwerpunkt auf der Jugend. 
Fürwahr, in dieser Kirche werden 
Gesichte gesehen! Ich sehe ein Ge- 
sicht von der großen Zukunft die- 
ser jungen Leute. Salomo, der 
Weise, sagte: „Wo keine Weis- 
sagung ist, wird das Volk wild und 
wüst" (Sprüche 29:18), und der Pro- 
phet Arnos erklärte: ,,Gott der Herr 
tut nichts, er offenbare denn seinen 
Ratschluß den Propheten, seinen 
Knechten." (Arnos 3:7.) Und in 
unserem neunten Glaubensartikel 
verkündigen wir der Welt: „Wir 
glauben alles, was Gott geoffen- 
bart hat, und wir glauben, daß er 
noch viele große und wichtige 
Dinge offenbaren wird." 
Wir leben in einer unruhigen Welt, 
einer Welt, die im Dunkeln herum- 
tappt und ihren Weg nicht findet. 
Wir leben in einer Welt, in der es 




ununterbrochen internationale Kri- 
sen gibt. Die Hoffnungen für einen 
Weltfrieden sind sehr düster. Die 
Weltlage wird anscheinend mit 
jedem Tag ernster. Wir leben im 
Zeitalter der Gefahr: Dunkle Wol- 
ken der Kriegsdrohung hängen 
über der Erde. Wir stehen im 
Kampf mit den Mächten des Bösen, 
und unsere Jugend hat teil an die- 
sem Krieg. Nie zuvor gab es eine 
so große Notwendigkeit für eine 
Jugend, die mit Gesichten begabt 
ist. 

Präsident David O. McKay, ein 
Prophet des Herrn, sagte: „Noch 
nie zuvor war der Feind der Recht- 
schaffenheit so gründlich organi- 
siert." Ja, die Welt wandelt in Fin- 
sternis, in geistiger Finsternis mit- 
ten am hellen Tag. 
Und was braucht die Welt? 
Die Jugend der Mormonen hat die 
Antwort. 

Vor ein paar Tagen saß ich mit 
Bürgermeister Heinrich Albertz 
von Berlin in seinem Büro. Wir 
sprachen über das große deutsche 
Wunder, über das Wirtschaftswun- 
der, und daß es dem Volk so gut 
geht; daß mehr als eine Million 
Fremdarbeiter hierher kommen, 
um die Arbeit zu bewältigen, die 
die eigenen Kräfte nicht mehr 
schaffen. Und ich beglückwünschte 
Herrn Erhard und die anderen Füh- 
rer dieses Volkes zu der von ihnen 
geleisteten Wirtschaftsführung. 
Aber dann sagte ich: „Ist die 
Grundlage auch wirklich gesund, 
sicher und fest?" 

Und dieser kluge, durchgeistigte 
Mann sagte darauf: „Nein, Herr 
Benson, die Grundlage ist nicht 
fest. Es fehlt etwas: In der Grund- 
lage gibt es keine Geistigkeit." 



Und wie brauchen wir gerade 
heute junge und erwachsene Men- 
schen mit Geistigkeit! Wie sehr 
brauchen wir Männer und Frauen 
mit Überzeugung, die die grund- 
legenden Tugenden und Wert- 
begriffe lieben! Männer und 
Frauen mit Grundsätzen und 
Charakter, die auch den Mut 
haben, für ihre Überzeugungen ein- 
zustehen. 

Selbst die organisierte Religion ist 
nicht immer auf dem richtigen 
Weg, weil immer mehr die Nei- 
gung besteht, es für die Menschen 
leichter und leichter zu machen, ein 
gutes Kirchenmitglied zu sein. Wie 
sehr brauchen wir heute doch Stim- 
men wie die eines Jeremia oder 
Hesekiel, eines Daniel oder Micha, 
die furchtlos gegen alles Böse an- 
stürmten. Eine Stimme wie die des 
Propheten Nathan, der dem König 
seine bösen Taten ins Gesicht warf. 
Das Christentum konnte wachsen, 
weil seine Anhänger nicht stille 
schwiegen. Jene ersten Christen 
sprachen: „Wir können nicht an- 
ders, als das zu bezeugen, was wir 
gesehen und gehört haben." So tra- 
ten sie dafür ein und hatten ihre 
Überzeugung. Könnt ihr euch vor- 
stellen, wie der Apostel Paulus vor 
dem König Agrippa stand, als er 
über das verachtete Christentum 
sprach? Trotz aller Verfolgung, 
trotz der Ketten, in denen er vor 
dem König stand, legte er Zeugnis 
ab von der Wahrheit und sagte da- 
bei: „Denn solches ist nicht im 
Winkel geschehen." 
Auch das, was wir heute Mormo- 
nismus nennen, ist nicht im Winkel 
geschehen. Seit 135 Jahren liegt es 
offen vor der Welt. Und was ge- 
denken wir zu tun? Diese jungen 



511 




Leute haben die Antwort schon ge- 
geben. Sie tragen die Botschaft, sie 
halten die Hochziele des Mormo- 
nismus aufrecht. Sie leben in der 
Welt, sind aber nicht von der Welt. 
Sie halten sich rein und unbefleckt 
von der Welt. Ich bemitleide den 
Menschen, der niemals die freudige 
Spannung erlebt hat, sich zu einer 
Überzeugung zu bekennen und für 
sie einzutreten. 

Was ist nun die Antwort? Jesus 
Christus wies uns den Weg. Ich 
spreche von Jesus Christus nicht 
allein als dem Sittenlehrer, für den 
ihn die christliche Welt ansieht, 
sondern von ihm als dem Erlöser 
der Welt, dem Heiland der Mensch- 
heit, dem Sohn Gottes, dem Schöp- 
fer dieser Erde. 

Er hat uns den Weg gezeigt, und 
die Mormonenjugend kennt den 
Weg. Sie weiß, daß der Friede aus 
dem Innern kommt und uns nicht 
von außen her aufgenötigt werden 
kann. Wie ein Mensch in seinem 
Herzen denkt, so ist er. Der Preis 
des Friedens ist Rechtschaffenheit. 
Ohne Gott kann es kein Glück und 
keine Sicherheit geben. Was wir 
heute brauchen, ist ein Volk, das 
niederkniet und den Allmächtigen 
um Hilfe anfleht; Familiengebete 
im Heim, Schriftlesungen und das 
Singen heiliger Lieder, wie es frü- 
her ein alltäglicher Brauch in den 
christlichen Heimen war. Diese 
Gepflogenheiten müssen wieder- 
kehren. 

Ja, die Antwort liegt in der Mor- 
monenphilosophie, in der Lebens- 
weise der Mormonen. Ich saß 
gestern abend bei dem Tanzfest 
neben einem bekannten Bankier, 



und er war sehr überrascht, als ich 
ihm sagte, daß wir durchschnittlich 
mehr als ein Drittel unserer Mit- 
glieder jeden Sonntag in der Kirche 
antreffen. Er sagte: „Ich glaube zu 
wissen, daß der Durchschnitt in der 
christlichen Welt im allgemeinen 
bei drei bis fünf Prozent liegt." Das 
ist es: In der Kirche Jesu Christi ist 
Lebenskraft, sie ist die wieder- 
hergestellte Kirche Christi. Men- 
schen sind, daß sie Freude haben 
können; und wer nach dem Evan- 
gelium lebt, braucht keine Sorgen 
zu haben. Natürlich haben auch wir 
unsere Versuchungen und Prü- 
fungszeiten, aber wir wissen, daß 
wir ewige Wesen sind, und oft 
schickt uns der Herr Schwierigkei- 
ten, damit wir unseren Charakter 
daran kräftigen. Eine nette Frau, 
Mitglied unserer Kirche, drückte 
das so aus: „Wenn alles gut geht, 
dann zollen wir Gott dafür An- 
erkennung, und wenn es nicht so 
gut geht, dann ist es eine Prüfung 
unseres Glaubens." 
Meine Brüder und Schwestern: 
Gottlosigkeit ist nicht Glück. Es 
lohnt sich, ein gutes Leben zu füh- 
ren. Die Jugend der Mormonen 
versteht das, aber es muß ihr im- 
mer und immer wieder eingeprägt 
werden. Der Plan der Erlösung ist 
Gottes Weg. Es ist ein Plan der Ge- 
sichte, denn er sieht von Anfang 
an das Ende. Gewiß, wir haben un- 
sere Entscheidungsfreiheit, es gibt 
keinen Zwang, und wir haben das 
Recht der freien Wahl. Wie kurz- 
sichtig wäre es jedoch, mit dem 
Leben Experimente anzustellen, 
wenn die ganze Geschichte der 
Menschheit immer wieder zeigt, 



daß es sich lohnt, ein gutes Leben 
zu führen. Meine Brüder und 
Schwestern — meine jungen Brü- 
der und Schwestern: Wir wissen 
das. Das Leben ist etwas Wirk- 
liches, und es liegt ein Zweck darin. 
Es ist ewig. Wir sollen so leben, 
daß wir die Gesichte haben, daß 
wir glücklich sein können. 
Gott hat wieder aus den Himmeln 
gesprochen. Junge Männer haben 
Gesichte gesehen, und junge Män- 
ner sehen jetzt Gesichte. Das 
größte Ereignis, das seit der Auf- 
erstehung des Meisters hier auf 
Erden stattfand, geschah, als diese 
neue Evangeliumszeit ihren An- 
fang nahm, als Gott der Vater und 
sein Sohn dem Propheten Joseph 
Smith erschienen. Die Jugend der 
Mormonen hat ein Zeugnis von 
dieser Tatsache. 

Ja, junge Männer haben Gesichte 
gesehen. Junge Männer waren füh- 
rend daran beteiligt, die Kirche 
wieder auf Erden aufzurichten, das 
Buch Mormon — einen neuen Zeu- 
gen für die göttliche Sendung Jesu 
Christi — hervorzubringen; sie 
waren beteiligt bei der Wiederher- 
stellung des Heiligen Priestertums, 
bei der Wiederherstellung der 
Kirche in diesen Letzten Tagen. 
Dieses ist für alle Kinder unseres 
Himmlischen Vaters von Bedeu- 
tung, denn wir sind alle Brüder 
und Schwestern, ob wir nun in der 
Kirche sind oder nicht. Der Herr 
liebt uns, und wir dürfen diese 
wichtige Botschaft nicht außer acht 
lassen. Wenn wir das täten, setzten 
wir unsere eigene Seligkeit aufs 
Spiel. 

Die Botschaft des Mormonismus ist 
entweder wahr oder falsch. Heute 
tragen zwölftausend Missionare 
ihr Zeugnis in die Welt, daß sie 
wahr ist. Und Millionen von Mit- 
gliedern der Kirche bezeugen das- 
selbe. Wir laden alle Welt ein, das 
zu untersuchen, damit auch sie die 
Segnungen des Evangeliums für 
sich in Anspruch nehmen und das 



512 



reiche Programm genießen können, 
das die Kirche für jung und alt be- 
reithält. 

Der Apostel Paulus sagte: ,, Prüfet 
alles, und das Gute behaltet." Das 
ist die Aufforderung, die wir an 
die Welt richten. Dies ist die wie- 
derhergestellte Kirche Jesu Christi. 
Es ist keine protestantische Kirche, 
keine katholische Kirche — ■ es 



ist die wiederhergestellte Kirche 
Christi. 

Unsere Botschaft richtet sich an die 
ganze Welt; die Kirche ist eine 
Organisation für die ganze Welt. 
Wir bezeugen dies voll Dankbar- 
keit und Demut. 

Ja, junge Männer sollen Gesichte 
sehen. Sie haben Gesichte gesehen 
und sehen sie heute. Sie werden 



sie auch in Zukunft sehen. Dieses 
ist die Welt Gottes, und dieses ist 
das Werk Gottes, in dessen Dienst 
wir stehen. Jugend der Kirche, mö- 
gen wir niemals diese Tatsache 
vergessen, und möge die Überzeu- 
gung von dieser Wahrheit der Leit- 
stern in unserem Leben sein, in 
allen künftigen Tagen! 



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Jugendkonferenz berichtet wird. Diese Sterne sind Andenken von bleibendem 
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5-4706 



513 



JUNGE MÄNNER SEHEN EIN 
GESICHT DES GLAUBENS 

Ansprache von Präsident Hans Stohrer, Pfahl Stuttgart 



Es ist eine Freude, in diesen Tagen 
an dieser Jugendkonferenz, an die- 
sem Freud-Echo anwesend gewe- 
sen zu sein. Es ist eine Freude, zu 
sehen, wie unsere Jugend arbeitet, 
wie sie sich Mühe gibt, wirklich 
positive, schöpferische Dinge zu 
vollbringen. Darum ist dieses 
Thema an diesem heutigen Sonn- 
tag als Abschluß für diese Jugend- 
konferenz gewählt worden: „Junge 
Männer sollen Gesichte sehen." 
Ich bin von Herzen dankbar, daß 
ich zusammen mit meiner Familie 
die Gelegenheit habe, an dieser 
Freud-Echo-Tagung teilzunehmen. 
Ich bin Präsident Benson von Her- 
zen dankbar für die Gelegenheit, 
durch einige Gedanken zu dieser 
Jugendkonferenz beizutragen. Von 
ihm habe ich den Auftrag erhalten, 
über das Thema „Junge Männer 
sehen ein Gesicht des Glaubens" 
zu sprechen. 

Schon der Prophet Joel und Paulus 
sprachen darüber. Diese Prophezei- 
ung ist für die letzten Tage, für die 
letzte Zeit, also für unsere Tage 
gegeben, daß junge Männer Ge- 
sichte sehen sollen. Dann ist diese 
Prophezeiung interessant genug 
für uns, interessant besonders für 
die jungen Menschen in diesen 
Tagen. Wir befinden uns inmitten 
der Jugend, und wir freuen uns 
daran, weil diese Jugend die Hoff- 
nung der Zukunft ist, die Hoffnung 
der Zukunft in sich trägt. Wir 
freuen uns heute schon darauf, die- 
ser Jugend einmal die Verantwor- 
tung in die Hände und auf die 
Schultern legen zu können. Wir 
sind gewiß, daß diese Jugend 
bis zu diesem Zeitpunkt mit 
Freude und einer Begeisterung im 
Herzen gelernt hat, Verantwortung 
zu tragen. Wir haben vieles davon 
in den letzten drei Tagen erfahren. 



Und es ist so, wie Präsident Benson 
bereits sagte, daß diese Dinge ein 
Gesicht der Zukunft sind. Es sind 
viele junge Männer unter uns, ver- 
schieden an Größe, Alter, Beruf, 
Wollen und Streben, verschieden in 
Fähigkeiten, Kraft, Charakter, in 
ihrer Stärke, verschieden in der 
Fähigkeit, zu glauben und danach 
zu handeln. 

Mehr oder weniger erfolgreich, 
mehr oder weniger zielstrebig, 
mehr oder weniger tapfer und mu- 
tig in der Verteidigung der Wahr- 
heit. Jedoch wissen wir eines, daß 
wir auf diesem Wege uns fortbil- 
den können bis zu einer Vollkom- 
menheit der Dinge, die unsere Per- 
sönlichkeit formen und gestalten 
sollen, eben so, wie es der Herr 
von uns wünscht. Darum ist kei- 
nem dieser Weg abgeschnitten, im 
Gegenteil — wir alle haben die 
Hoffnung, daß wir uns auf diesem 
Weg durch gegenseitige Unterstüt- 
zung und Liebe bewegen. Zu allen 
Zeiten waren trotz dieser Verschie- 
denheit, wie ich sie gerade an- 
geführt habe, die Probleme der 
Jugend gleich: anerkannt zu wer- 
den und erfolgreich zu sein. Ja, an- 
erkannt zu werden, jedoch nicht 
von irgend jemand, sondern von 
einer hochgestellten, einfluß- 
reichen, maßgebenden Persönlich- 
keit. Das war auch mein Ziel, als 
ich noch auf der Schulbank war. Es 
ist das Ziel der Jugend aller Zeit- 
alter gewesen, und so ist es 
auch heute. Meine lieben jungen 
Freunde, anerkannt zu werden von 
der höchsten Persönlichkeit, von 
Gott, unserem Himmlischen Vater, 
ist das Erstrebenswerteste und da- 
durch erfolgreich zu sein, ist der 
größte Lohn. 

Haben junge Männer jemals zuvor 
Gesichte gesehen? Sind sie an- 



erkannt worden von Gott? Waren 
sie dadurch erfolgreich? Ich möchte 
Ihnen einige junge Männer nennen: 
Enoch war sechzehn Jahre alt, als 
der Herr mit ihm sprach. Samuel 
und Daniel waren Knaben. Joseph, 
der Sohn Jakobs, war siebzehn 
Jahre alt, als der Herr ihm die Zu- 
kunft öffnete durch zwei Träume. 
Joseph Smith war etwas mehr 
als vierzehn Jahre alt, als ihm 
Gott und Jesus Christus erschienen. 
Ich möchte nicht mehr darüber 
sagen, denn Präsident Trauffer, 
Präsident Russon und Präsident 
Loscher haben bereits heute mor- 
gen darüber gesprochen. Ich möchte 
Ihnen von einem anderen jungen 
Mann berichten, von dem geschrie- 
ben steht, daß er groß, stark und 
mächtig im Glauben war: Mahonri 
Moriancumer, den meisten als der 
Bruder Jareds bekannt. Er war 
dieser mächtige, große und starke 
junge Mann, der das Vertrauen 
seines Volkes besaß und zu der 
Zeit lebte, als ein Turm zu Babel 
gebaut wurde. Sie kennen diese 
Geschichte, als der Herr geschwo- 
ren hatte in seinem Zorn, die 
Sprache dieser Menschen zu ver- 
wirren und sie in alle Welt zu zer- 
streuen. Der Bruder Jareds flehte 
den Herrn an, er möge ihnen gnä- 
dig sein, ihre Sprache nicht verwir- 
ren und sie nicht zerstreuen, so- 
weit wie es ihn und seine Familie 
und die Familie seines Bruders und 
die Familien ihrer Freunde betraf, 
und der Herr erhörte dieses Gebet 
und entsprach dem Wunsche dieses 
jungen Mannes. Ja, darüber hin- 
aus sprach er oft zu ihnen und 
gab ihm eine Verheißung, daß 
sie in ein auserwähltes Land kom- 
men sollten, und der Herr persön- 
lich führte sie wie einst die Kinder 
Israel durch eine Wildnis bis zu 
dem Ort, wo er ihnen befahl, Fahr- 
zeuge zu bauen, um die Wasser, 
die sie von diesem auserwählten 
Land trennten, zu überqueren. 
Hören Sie darüber und lernen Sie 



514 



davon — wir alle sollten dieses 
lernen, denn es ist das Wichtigste: 
„Und der Bruder Jareds tat, wie 
der Herr ihm befohlen hatte." Das 
ist nicht nur eine Aufforderung für 
die Menschen der vergangenen 
Zeit, sondern das ist die wichtigste 
Aufforderung, die an uns ergeht — 
zu tun, was uns der Herr befiehlt. 
Darin liegt der Segen für uns. Dar- 
in liegt die Verheißung, daß junge 
Männer Gesichte sehen in diesen 
letzten Tagen. Denn das ist die Be- 
dingung, daß sie den Willen unse- 
res Himmlischen Vaters tun, damit 
sie bereit sind, seine Stimme zu 
hören, damit sie bereit sind, die 
Dinge zu verstehen, die Er ihnen in 
Träumen und Gesichten zeigt. Ge- 
horsam ist die wichtigste Eigen- 
schaft, Gehorsam und Demut mit 
einem glaubensvollem Herzen. 




Ich bin überzeugt davon, daß unsere 
Jugend vieles erreichen kann. Die 
Propheten, von denen wir hörten, 
haben es uns vorgelebt. Der Mei- 
ster selbst hat es uns vorgelebt. 
Was müssen wir tun? Ständige 
Bemühungen und Anstrengungen 
sind notwendig, um ewige Gesetze 
kennenzulernen und danach zu 
handeln. Denn dann wird uns der 
Herr führen und leiten, und es wird 
die Zeit kommen, wo er uns nicht 
nur durch Träume und Gesichte 
leitet und führt, sondern durch 
seine eigene Stimme. 



JUNGE MÄNNER SEHEN EIN 
GESICHT DES DIENENS 

Ansprache von Peter Bleyel (3. Sieger des Freie-Rede-Wettbewerbs), 
Piahl Hamburg 



Wir glauben an die gleiche Organi- 
sation wie sie in der ursprüng- 
lichen Kirche bestand, nämlich 
Apostel, Propheten, Hirten, Lehrer, 
Evangelisten usw. Dieses ist ein 
Glaubensartikel der Kirche Jesu 
Christi der Heiligen der Letzten 
Tage, der Organisation, deren Ver- 
treter wir heute sind. 
Sie wissen wahrscheinlich von den 
Begebenheiten zu Christi Zeiten. 
Es war damals eine Form der Höf- 
lichkeit, der Dankbarkeit und des 
Dienens, daß zu gewissen Zeiten 
Fußwaschungen vollzogen wurden. 
Es ist uns überliefert in der 
Heiligen Schrift, daß auch Christus 
den Aposteln die Füße wusch. 
Nach einer Anfrage eines Bruders 
im Pfahl Hamburg erkundigten wir 
uns bei einem Apostel und konn- 
ten feststellen, daß auch diese 



Form des Dienens noch heute bei 
gewissen Zeremonien im Tempel 
des Herrn vollzogen wird. 
Präsident Benson, ein Apostel des 
Herrn, sagte heute morgen in der 
Priesterschaftsversammlung: ,,Es 
kommt nicht darauf an, wo wir die- 
nen, sondern wie wir dienen." Wir 
wissen, daß bei der Weiterordina- 
tion im Priestertum die Grundstufe 
der Diakon ist, nämlich — der Die- 
ner. Und daß, wenn wir weiterordi- 
niert werden, wir die gleichen 
Rechte und Pflichten in uns verkör- 
pern und weitertragen. Das heißt, 
daß auch ein Ältester oder Hoher- 
priester die gleichen Pflichten hat 
wie der Diener. Wir können einen 
Vergleich ziehen zu den Stellun- 
gen im Leben. Es wird gesagt, daß 
ein guter Befehlshaber nur der sein 
kann, der den Grundsatz des Ge- 



horsams erfüllt hat. Ein kleines 
Beispiel aus dem Leben der Bun- 
deswehr: 

Ein Mitglied unserer Kirche, ein 
junger Bruder, diente, und Sie wis- 
sen, daß der Ton bei der Bundes- 
wehr nicht gerade immer der 
zarteste ist. Dieser junge Bruder 
wurde, gerade weil er ein Mitglied 
der Kirche Jesu Christi, der Mor- 
monen, war, deshalb verspottet. Er 
hatte viel von einem jungen Mann 
deshalb zu ertragen. Als sie einmal 
in einem Manöver waren, konnte 
dieser junge Mann, der ständig 
über ihn gespottet hatte, nicht 
mehr seinen Dienst recht erfüllen, 
und der junge Bruder nahm ihm 
sein Gewehr und sein Gepäck ab 
und trug es. 

Dieses ist auch eine Form des Die- 
nens. Es ist nicht nur ein Dienst am 
Nächsten, sondern es ist gleichzei- 
tig ein Dienst, den er der Kirche 
erwiesen hat. Wir sollen nicht nur 
immer den engen Rahmen sehen, in 
dem wir uns gerade befinden. In 
jeder Situation sollten wir ver- 
suchen, weiter zu denken. 
Was verstehen wir nun unter die- 
sem Satz: „Junge Männer sehen 
ein Gesicht des Dienens"? Wir ha- 
ben viele Ansprachen bis jetzt ge- 
hört, daß Apostel und Propheten 
Gesichte sahen von Dingen, die 
vielleicht in der Zukunft sein wer- 
den. Es gibt einen Ausspruch im 
Volksmund: ,,Er zeigt sein wahres 
Gesicht." Ich möchte Ihnen mit dem 
neuen GFV-Wahlspruch für das 
kommende Jahr und mit einem 
Grundsatz der G-Männer zeigen, 
welches Gesicht der Kirche Jesu 
Christi vorschwebt. Der Wahl- 
spruch lautet: „Denn sehet, dieses 
Leben ist die Zeit, wann der Mensch 



515 



sich vorbereiten soll, vor Gott zu 
treten. Denn sehet, dieses Leben ist 
die Zeit, in der er seine Arbeit ver- 
richten soll.'' 

Und ein G-Mann sagt dazu: „Damit 
ich mit meinem Leben der Mensch- 
heit den besten Dienst erweise, 
verpflichte ich mich in aller Auf- 
richtigkeit, mit den besten Kräften 
mein Priestertum zu ehren, mich 
rein zu halten, mich tätig dem 
Bösen entgegenzustellen, ein Bei- 
spiel an Bescheidenheit und Mann- 
haftigkeit zu sein und den Regeln 
wahrer Anständigkeit zu ge- 
horchen." 



Ich möchte Ihnen an dieser Stelle 
sagen, daß eben dieses das wahre 
Gesicht der Priestertumsträger ist, 
die nach dem Gesetz des Herrn, 
nach den Geboten der Kirche Jesu 
Christi der Heiligen Letzten Tage 
leben. Ich bin dankbar, daß ich ein 
Mitglied dieser Kirche bin, und für 
die Talente, die wir auf dieser Ju- 
gendtagung entwickelt und vor- 
getragen bekamen. Und ich bitte 
den Herrn, daß wir immer die Ge- 
legenheit nutzen, unsere Talente 
auszubauen, um den Grundsatz des 
Dienens zu verkörpern. 



EIN GESICHT VON MEINEN 
STAATSBÜRGERLICHEN PFLICHTEN 

Ansprache von Enzio Busche, Zentraldeutsche Mission 



Ich komme aus einer Gemeinde, in 
der es auch eine GFV gibt. Eine 
wunderbare GFV. Wir haben einen 
wunderbaren GFV-Leiter. Unser 
GFV-Leiter hat eines Tages den 
Verantwortlichen des Jugendamtes 
unserer Stadt eingeladen, an einer 
GFV-Versammlung teilzunehmen. 
Dieser Mann kam, er wurde von 
uns begrüßt und er erlebte eine 
normale GFV-Versammlung. 
Was sah er dort? Die Leitung 
hatte eine junge 17jährige Schwe- 
ster. Sie stand auf und begrüßte 
eine Schar von 50 bis 60 jungen 
Menschen, die dort waren, um an 
dieser Versammlung teilzuneh- 
men. Die Schwester zeigte ihre 
ganze Liebe und bewies ihre Fähig- 
keit, eine Gruppe zu leiten und ihr 
ein Vorbild zu sein, und anschlie- 
ßend sangen sie gemeinsam das 
Lied: „Die Welt braucht Menschen 
voller Fleiß." Danach sprach ein 
18jähriger das Gebet. In diesem Ge- 
bet dachte er voller Liebe seiner 
Mitmenschen, er dachte an seine 
Familie, an seinen Staat, und er 
rief den Herrn an, ihn zu seg- 
nen, damit er seine Aufgabe 
stets erfüllen könne. In dem fol- 



genden Programm sprach ein 
16j ähriger über die Entstehungs- 
geschichte der Verfassung der Ver- 
einigten Staaten und erläuterte die 
einzelnen Gesichtspunkte dieser 
Verfassung. Nach der Klassentren- 
nung ging der Leiter des Ju- 
gendamtes in eine Klasse, in der 
junge Menschen über Reinheit 
vor der Ehe sprachen, und er hörte, 
mit welchem Ernst, mit welcher 
Ehrlichkeit die Jugendlichen um die 
grundsätzlichen Probleme mensch- 
lichen Zusammenseins rangen. 
Nach dem Schluß dieser Klassen- 
zeit, nach der Klassenzusammen- 
führung, hatte nun dieser Leiter 
des Jugendamtes das Wort, und 
man spürte seine innere Bewegung, 
als er zum Pult trat und sagte: „Ich 
habe heute eine Ansprache vor- 
bereitet, die kann ich Ihnen nicht 
geben. Wissen Sie, warum ich sie 
Ihnen nicht geben kann? Weil Sie 
weiter sind, als wohin ich Sie füh- 
ren wollte." Und dann legte er sein 
Manuskript zur Seite und sprach 
von seinen Problemen. Und das 
sind die Probleme, die wir alle 
kennen. In der Stadt, in der ich 
lebe, gibt es 150 Jugendorganisa- 



tionen. Der Leiter des Jugendamtes 
sagte: „Von diesen 150 sind 100 
fast kriminell und 50 so, daß ich 
jetzt schon weiß, daß bald keiner 
mehr dorthin geht. Heute erlebe 
ich zum erstenmal eine Jugend- 
organisation, in der ich Hoffnung 
sehe, in der ich Ziele sehe, Glau- 
ben, Liebe, all das, ohne das ein 
junger Mensch nicht glücklich wer- 
den kann." Dann hat er uns auf- 
gefordert und aufgerufen: „Helft 
mir, kommt, seht euch die Probleme 
an, laßt uns nicht im Stich." Zwei 
aus unserer GFV sind zu ihm ge- 
gangen und haben gesagt: „Wir 
möchten Ihnen helfen." Sie haben 
ein Jahr lang zusammen mit dem 
Jugendamt unserer Stadt gearbei- 
tet, um einen besonders kriminell 
veranlagten Jugendclub zu ändern. 
Sie sind in diesen Club hinein- 
gegangen als Mitglieder und haben 
einfach der Jugend gesagt, daß es 
sich lohnt, anständig zu sein, und 
haben ihre Ziele gewendet. Sie ha- 
ben auch ihre Interessen geweckt. 
Sie haben ihnen Liebe gezeigt, 
Verständnis, und es ist ihnen ge- 
lungen, innerhalb eines Jahres die- 
sen berüchtigten Jugendclub zu 
ändern. Die Haupträdelsführer 
sind aus dem Club ausgetreten. 
Diese jungen Brüder haben die Sat- 
zung dieses Clubs geschrieben. Sie 
haben eine Gerichtsordnung ver- 
faßt, und sie haben der Jugend ge- 
zeigt, wie es möglich ist, sich selbst 
zu verwalten, und daß nur eine Ge- 
sellschaft möglich ist, wenn Men- 
schen sich lieben, wenn sie verbun- 
den sind durch das Band der Ach- 
tung und durch den Wunsch, einan- 
der zu helfen und einander Freude 
zu bringen. 

Ich wollte diese Geschichte an den 
Anfang meines Referates stellen, 
um Ihnen gleich das Gesicht zu 
zeigen, das diese jungen Männer 
von ihren staatsbürgerlichen Pflich- 
ten gesehen hatten. 

Präsident David O. McKay sagte 



516 



einmal: „Jeder Mensch, der auf 
diese Erde kommt, hat ein Recht 
darauf, folgende drei Dinge ge- 
währleistet zu bekommen. Erstens 
hat jeder Mensch das Recht, einen 
guten Namen zu bekommen. Zwei- 
tens hat er das Recht, Sicherheit zu 
haben. Drittens hat er das Recht 
der freien Entfaltung." Und ich 
glaube, daß man diese Dinge auf 
den Staat beziehen kann. Als 
Staatsbürger haben wir das Recht, 
in einem Staat zu leben, der einen 
guten Namen hat. Ich bin im- 
mer beeindruckt und begeistert, 
wenn ich die Schweizer Bürger 
sehe, mit welcher Liebe und mit 
welcher Achtung sie zu ihrem 
Staat stehen können, weil dieser 
Staat einen guten Namen hat. Ge- 
schwister, auf uns Menschen in 
Deutschland lastet eine schwere 
Hypothek. Unser Land hat viele 
problematische Entwicklungen in 
der Vergangenheit durchgemacht, 
und wir haben die Pflicht, dafür zu 
sorgen, als Staatsbürger, daß unser 
Staat einen guten Namen be- 
kommt. Wir haben die Pflicht, dafür 
zu sorgen und alle unsere Kraft da- 
für zu geben, daß unser Staat, 
in dem wir leben, in der Welt ge- 
achtet wird. Nicht nur durch den 
Fleiß, die Tugenden, die uns ange- 
boren sind, sondern auch durch die 
Fähigkeit, sich zu korrigieren, sich 
zu verbessern, andere Menschen 
gelten zu lassen in ihren Ansich- 
ten, in ihrer Art, in ihrem Wollen 
und in ihren Zielen. Wir müssen die 
Untugend überwinden, zu schnell 
zu urteilen und zu glauben, daß 
wir alles besser wissen. 
Geschwister, wir, besonders wir, 
die wir Kinder haben, wir sind da- 
für verantwortlich, daß unser 
Name gut bleibt und daß der Name 
unseres Staates gut ist. Denn 
die wichtigste Voraussetzung, das 
wichtigste Fundament für ein posi- 
tives menschliches Leben ist die 
Selbstachtung. Wenn Sie in irgend- 
einem Menschen die Selbstachtung 



zerstören, haben Sie den Menschen 
ganz zerstört. Sicherheit, das zweite 
Recht, das wir haben. Wir haben die 
Pflicht, unseren Staat in seinem Be- 
streben nach Sicherheit zu unter- 
stützen, die Organe, die die Sicher- 
heit schützen sollen, anzuerkennen 
und unsere Rolle darin zu spielen. 
Wir haben die Pflicht und die Auf- 
gabe, dafür zu sorgen, daß die 
Grundfreiheiten menschlicher Ent- 
wicklung, freier Entfaltung, ge- 
währleistet bleiben und daß wir 
sie nutzen. 

Es ist eine große Sünde, Zeit zu 
vergeuden. Die Kräfte, die diese 
Welt bestimmen, sind ständig im 
Kampf: das Gute gegen das Böse, 
und jeder Tag, den wir vergeuden 
und uns nicht stärken im Bemühen, 
uns dem Guten zu widmen, ist ein 
verlorener Tag. Wir erfreuen uns 
in Mitteleuropa einer nie dagewe- 
senen Prosperität, und vielleicht 
sind wir auch gedankenlos und 
kennen nicht die Fundamente einer 
solchen Prosperität. Wir meinen, 
daß die tragenden Kräfte eines 
Staates die Verfassung sind, die 
Regierung, die Beamten, die Lehrer 
und Journalisten usw. Aber in 
Wirklichkeit, wenn wir die Funda- 
mente meinen, müssen wir viel tie- 
fer gehen. 

Es sind die Lebensprinzipien, die 
Christus gelebt hat und die er ge- 
lehrt hat: Ehrlichkeit, Selbstlosig- 
keit, Opferbereitschaft, Reinheit 
und Liebe. Es ist mir nicht bange 
um den Staat oder um die mensch- 
liche Gemeinschaft, in der diese 
Dinge gelehrt werden, in der diese 
Dinge an erster Stelle stehen. Denn 
erst durch diese Dinge fängt die 
Verfassung an zu leben. Durch 
diese Dinge wird die Regierung 
wertvoll, durch diese Dinge wird 
die Presse sauber, durch diese 
Dinge werden die Lehrer gut und 
durch diese Dinge werden Eltern 
erst zu Eltern. Und alle die Pro- 
bleme, in denen wir uns in der 
Menschheit nicht erst heute, son- 



dern schon seit Menschengedenken 
befinden, sind gelöst. Das ist die 
Botschaft Jesu Christi und das ist 
die Lehre der Kirche Jesu Christi. 
Es ist unsere Aufgabe, unsere 
Pflicht zu erkennen und zu sehen, 
welche wunderbaren Möglichkeiten 
wir haben, dem Weg Christi zu fol- 
gen, indem wir unserem Staat die- 
nen, das Gute darin vermehren und 
das Schlechte verbessern. 

EIN GESICHT VON 

MEINEN PFLICHTEN 

Ansprache von Heinz Jankowsky, 
österreichische Mission 

Wenn ich hier als Redner stehe, 
habe ich etwas Angst in meinem 
Magen. Es sitzen hinter mir und ne- 
ben mir so viele intelligente Führer 
aus verschiedenen Nationen Euro- 
pas, und das Thema, das mir ge- 
stellt ist, ist ein schwieriges Thema. 
Denn man müßte dabei ein großes 
Vorbild sein. Ich wünschte mir für 
eine bestimmte Gruppe, die unter 
uns sitzt, daß ich jung und hübsch 
wäre und noch dazu gut singen 
könnte, dann würde ich den neuen 
Schlager singen: ,,Mit 17 hat man 
noch Träume." Nachdem meine 
Mutter sehr viel träumt, nehme ich 
an, daß man auch mit 70 noch viele 
Träume hat, und immer noch wach- 
sen die Bäume in den Himmel. Ich 
fühle mich aber sehr stark, da ich 
dasselbe Priestertum trage, das 
alle Männer neben und hinter mir 
tragen, und kraft dieses Priester- 
tums werde ich sprechen. 
Eine ganz besondere Macht in die- 
sem Räume ist die Reinheit der Ju- 
gend, die hier versammelt ist, und 
die zu mir strömt wie ein Echo, das 
wir als junge Menschen in die 
Welt gepredigt haben, und von 
dem wir in unserem Alter zeugen. 
Wir geben Zeugnis von einer gewal- 
tigen Geisteskraft, die uns beseelt, 
und einer gewaltigen Begeisterung 
und Liebe zu allen Menschen. Ich 



517 



gebe Ihnen Zeugnis, daß noch nie 
in einem kurzen Zeitabstand wie 
heute und gestern, so viele Namen 
von Propheten unter dieser Kuppel 
genannt wurden. Und ich bin 
sicher, daß diese gewaltigen Män- 
ner uns hören und uns unterstüt- 
zen. Einen solchen Zeugen Jesu 
Christi haben wir heute unter uns. 
Es ist ein Vorrecht, zu Menschen zu 
reden, die jung sind, deren Augen 
noch strahlen, die frei sind von den 
Zwangsvorstellungen lästiger Er- 
fahrungen, die wir in diesem Leben 
durchmachen. 

Aber ich wünsche von Esra zu 
reden, von diesem großen Prophe- 
ten, der den Tempel erbaute. Das 
war ein sehr bekannter Schrift- 
gelehrter und ein Priester. Er war 
bekannt und berühmt, daß er das 
Gesetz Moses sehr gut verstand 
und auslegen konnte. Er baute den 
Tempel in Jerusalem wieder auf. 
Oder Nehemia, ein gewaltiger jun- 
ger Mann, der noch in der Gefan- 
genschaft war, und als Verwandte 
zu ihm kamen, stellte er die Fragen: 
„Wie schaut es in Jerusalem aus, in 
meinem Vaterland?" Und diese 
Menschen sagten zu ihm: ,,Es ist 
verbrannt, wüst und leer!" Und er 
war sehr traurig. Sein Gesicht 
war, Jerusalem wiederaufzubauen. 
Studieren Sie die Geschichte dieses 
Propheten. Aus dem Nichts baute 
er ein Jerusalem, das gewaltiger 
und mächtiger war als je zuvor. Er 
arbeitete als Maurer, als Architekt, 
als Hilfsarbeiter. Wir haben heute 
von Daniel gehört. Ich erwähne ihn, 
um Ihnen eine besondere andere 
Seite von ihm zu zeigen. Er war ein 
Knabe aus fürstlichem Haus, aus 
königlichem Geschlecht. Ein Is- 
raelite. Ein junger Mann, der das 
Priestertum Gottes trug, mit der 
Kraft eines Propheten, als er 14 
Jahre alt war. Dieser junge Knabe 
wurde ausgesondert von Nebukad- 
nezar, einem gewaltigen Kriegs- 
mann, und an seinem Hof erzogen, 
um dienen zu müssen. Und der 



Kämmerer wurde angewiesen, Da- 
niel gute Nahrung, dieselbe könig- 
liche Nahrung zu geben, damit er 
fähig sein sollte, die gestellten Be- 
dingungen zu erfüllen. Aber Daniel 
wünschte, die Kraft zu haben, um 
den Kämmerer überzeugen zu kön- 
nen, daß er mit Gemüse und mit 
Wasser dieselben körperlichen 
Kräfte und die geistige Fähigkeit 
besitzen könnte, um dem König 
Nebukadnezar dienen zu können. 
Der Kämmerer stellte eine Frist 
von zehn Tagen, und der Herr be- 
wies an diesem gefangenen Knaben 
die Herrlichkeit des Priestertums. 
Viele unserer jungen Freunde, wir 
werden vielleicht das heute in 
der Zeugnisversammlung wieder 
einmal hören, sind allein in ihrer 
Familie mit 17 oder 16 Jahren. Es 
gehört viel Kraft dazu, von der 
eigenen Familie den Spott zu ertra- 
gen, weil man ein Mormone ist. 
Von den anderen Lehrlingen oder 
Schülern verspottet zu werden, 
weil man sich nicht brüstet, schon 
drei Freunde oder sieben Freun- 
dinnen gehabt zu haben, sondern 
weil man still und bescheiden alle 
diese Witze und Zoten und schlech- 
ten Geschichten erträgt. Und in dem 
Gesicht dieser jungen Menschen 
entsteht der Wunsch, so zu werden, 
wie ihr Vorbild: ein Führer in ihren 
Berufen, im Studium und in der 
Kirche. 
Ich traf in Zollikofen bei Bruder 



Schaffner einen jungen Mann. Emil 
Schaffner baute gerade sein Haus, 
und ich habe ihm etwas geholfen, 
als ich den Tempel besuchte. Mit- 
ten in der Nacht, gegen elf Uhr, 
kam ein junger Mann aus Basel mit 
seinem Moped, schmutzig, weil 
sein Moped versagt hatte; aber er 
war ein Pfadfinder gewesen unter 
Emil Schaffner. Ich schätze, er war 
vielleicht 18 Jahre alt. Er kam, um 
diesem Ältesten zu helfen, sein 
Haus weiter zu bauen. Ich war ein 
Ältester, und ich habe mir die Fra- 
ge gestellt: Wo sind die Ältesten, 
die Brüder von Bruder Schaffner? 
Dieser junge Mann hat ihm gehol- 
fen. Warum? Weil Bruder Schaff- 
ner in diesen jungen Männern ein 
Vorbild, das Idealbild eines Man- 
nes, gezeichnet hatte, ihm dieses 
Gesicht gegeben hat — sei es, daß 
er ihnen vormachte, wie man 60 
Liegestützen zusammenbringt — 
kraft des Wortes der Weisheit, 
oder wie man sich in anderen Din- 
gen beherrscht. Das war für mich 
ein Gesicht. Ich könnte Ihnen Hun- 
derte von diesen Beispielen erzäh- 
len, aus diesen Jugendtagungen, 
aus dem Leben in den Gemeinden. 
Ich bitte Gott, uns zu segnen, daß 
wir immer die Kraft haben, die 
Kirche in diesen den Erlebnissen, 
die wir zur Zeit fühlen und mit- 
machen, voll und ganz zu unterstüt- 
zen, damit unsere jungen Freunde 
das Gefühl der Sicherheit haben. 



EIN GESICHT MEINER EIGENEN 
FAMILIE 

Ansprache von Daniel Balmer (1. Sieger des Freie-Rede-Wettbewerbs), 
Schweizerische Mission 



Haben Sie schon einmal ein Wind- 
hundrennen gesehen? Haben Sie 
gesehen, wie die großen, schlanken 
Windhunde gespannt und ange- 
strengt in ihren Bahnen stehen und 



warten? Haben Sie gesehen, wie 
sie nervös links und rechts hin- 
schauen? Wie sie warten, bis der 
Stoffhase auf der Bahn sich in Be- 
wegung setzt, der mit einer langen 



518 



Schnur gezogen wird? Und dann, 
dann springen sie los, und sie ren- 
nen mit der letzten Kraft bis ins 
Ziel. Genauso wie diese Wind- 
hunde sind oft wir Jungen. Wir 
leben heute in einer Welt, die we- 
niger körperliche, jedoch um so 
mehr geistige Größe und Standhaf- 
tigkeit erfordert. Als Jungen der 
Kirchen Jesu Christi steht uns das 
Vorrecht zu, zu wissen, woher wir 
kommen, was wir auf dieser Erde 
tun, und wohin wir nachher gehen 
werden. Wir schätzen es, daß wir 
Gesichte sehen, und welche Ge- 
sichte denken Sie, liegen uns am 
nächsten? Ganz bestimmt die Ge- 
sichte der eigenen Familie. Viele 
von Ihnen hier in diesem Saal sind 
Mütter und Väter, und ich glaube, 
auch Sie wissen, daß wir Sie 
manchmal brauchen. Sie sind 
manchmal ausschlaggebend, daß 
der Stoffhase auf der Bahn in Be- 
wegung gerät, damit wir lossprin- 
gen können. Ich glaube, das Schön- 
ste, was ein junger Mensch besit- 
zen kann, sind gute Eltern. Wir 
schätzen es mehr, als Sie glauben. 
„Wenn Eltern in Zion oder einer 
seiner organisierten Pfähle Kinder 
haben und sie nicht lehren, die 
Grundsätze der Buße zu verstehen, 
des Glaubens an Christum als den 
Sohn des lebendigen Gottes, der 
Taufe und der Gabe des Heiligen 



Geistes durch Händeauflegen, wenn 
sie acht Jahre alt sind, so wird die 
Sünde auf den Häuptern der Eltern 
ruhen." Dies lesen wir in Lehre 
und Bündnisse, Abschnitt 68. Wir 
Jungen wissen bestimmt, daß das 
Hauptgewicht auf uns liegt. Für 
Ihre Unterstützung, die Sie uns 
geben in dieser Aufgabe, werden 
wir Ihnen früher oder später be- 
stimmt dankbar sein. Um uns zu 
behaupten in dieser Welt, brauchen 
wir geistige und moralische Kraft 
und Größe. Wir müssen so stark 
sein wie Pelopidas. Als die The- 
baner mit den Spartanern bei 
Tegyra zusammenstießen, kam auf- 
geregt ein Soldat ins Lager gelaufen 
und sprach zum Feldherrn: ,,Herr, 
wir sind unter die Feinde geraten!" 
„Nun", entgegnete dieser, „eben- 
sogut die Feinde unter uns!" Wenn 
wir diese Einstellung haben und 
mit dieser Kraft das Evangelium 
Jesu Christi leben, dann werden 
wir Jungen später fähig sein, die 
Plätze hier vorne zu besetzen. Den- 
ken Sie immer daran, vergessen 
Sie nie, wir schauen auf Sie, auf die 
Eltern. Wir schauen in Ihre Gesich- 
ter. Und daß Sie die Standhaftig- 
keit besitzen, unsere Vorbilder zu 
sein, und wir die Standhaftigkeit, 
Ihnen nachzuleben, das bitte ich im 
Namen Jesus Christi. Amen. 



EIN GESICHT VON MEINER 
EWIGEN FAMILIE 

Ansprache von Präsident L. Garett Myers, Norddeutsche Mission 



Wenn man zu einer Zuhörerschaft 
in dieser Größe spricht, soll man 
sich in die Zuschauer versetzen, 
wenn man richtig verstanden wer- 
den will. Dies erinnert mich an eine 
kleine Geschichte, die ich vor lan- 
ger Zeit gehört habe. Ich möchte sie 
Ihnen erzählen. 



Es war einmal ein reicher Mann, 
der einen großen Hof mit vielen 
Kühen und Pferden besaß. Aber be- 
sonders liebte er einen Esel. Dieser 
Esel war eines Tages spurlos ver- 
schwunden. Der Mann hat ihn 
überall gesucht, aber er konnte ihn 
nicht finden. Als er nach einigen 



Stunden nach Hause kam, begeg- 
nete er seinem Sohn, einem Kna- 
ben von vielleicht zwölf Jahren. 

„Vater, wo bist du gewesen?" 
fragte der Junge. „Ich suchte den 
Esel, der uns weggelaufen ist, aber 
ich konnte ihn nirgends finden. 
Auch die Knechte, die ich beauf- 
tragt habe, konnten das Tier nir- 
gendwo sehen. Ich bin ganz ver- 
zweifelt. Ich weiß nicht mehr, was 
wir noch tun könnten." — „Viel- 
leicht kann ich dir helfen", meinte 
der Junge. „Ich weiß zwar nicht, 
wie du das anstellen willst, aber 
ich habe nichts dagegen", sagte der 
Vater. 

Nach einer halben Stunde kam 
der Junge zurück und führte den 
Esel mit sich. Erstaunt fragte ihn 
sein Vater: „Wie hast du das nur 
fertig gebracht?" Der Junge 
strahlte: „Das war ganz einfach. 
Zuerst habe ich mich gefragt, wo 
würdest du hinrennen, wenn du ein 
Esel wärst. Dann habe ich ein biß- 
chen darüber nachgedacht, bin dann 
dort hingegangen und habe auch 
den Esel gefunden." 

Ich werde nun versuchen, mich in 
Ihre Lage zu versetzen, liebe Ge- 
schwister. Mein Thema ist eines 
der besten, das ich je gehabt habe. 
Die ewige Familie. Aber vorher 
möchte ich Ihnen noch sagen, daß 
wir Präsident Benson hier vorne 
haben. Er war mir immer ein Vor- 
bild in dieser Hinsicht. Er und seine 
Frauen haben sechs Kinder. Soviel 
Einigkeit wie bei ihnen habe ich 
kaum in einer anderen Familie ge- 
funden. Sie sind eins in allen Din- 
gen. Präsident Benson ist immer 
ein Vorbild für mich gewesen. 

Wir haben heute morgen schon 
einige Male über das ewige Leben 
gesprochen. Ich kann mir eigentlich 
gar kein anderes Leben vorstellen. 
Wenn ich nach dem Tode nicht 
mehr leben würde, hätten all mein 
Streben, alle meine Mühe in die- 
sem Leben keinen Sinn. Das ist un- 



519 



vernünftig, an einen solchen Zu- 
stand zu glauben. 

Wir lesen in der Heiligen Schrift, 
daß Gott gesagt hat: Laßt uns Men- 
schen machen nach unserem Eben- 
bilde. Er schuf einen Mann und 
eine Frau. Dann hat er zu ihnen ge- 
sagt: „Seid fruchtbar und mehret 
euch und füllet die Erde." Es ist un- 
denkbar, daß dieses erste Paar 
nicht getraut wurde; der Vater im 
Himmel hat sie getraut und sie bil- 
deten die erste Familie. 

In unserer Kirche dreht sich alles 
um die Familie, um den Vater, 
um die Mutter, um die Kinder. 
Die Familie ist eine Einheit, die 
durch ein Gesetz von unserem 
himmlischen Vater eingesetzt 
wurde und sie soll in alle Ewig- 
keit Bestand haben. Der Zweck und 
das Ziel des Lebens nach dem 
Urteil unseres himmlischen Vaters 
ist, daß wir Freude haben und das 
ewige Leben genießen sollen. Das 
ist mit verschiedenen Gesetzen und 
Geboten verbunden. 

Vor einigen Jahren sprach ich mit 
einem beliebten Mann hier in 
Deutschland. Er war ehemaliger 
Professor an der Universität in 
Göttingen. Als ich ihn kennen- 
lernte, war er Oberkirchenrat in 
der evangelischen Kirche. Er wollte 
von mir einiges über unseren Be- 
griff des ewigen Lebens, besonders 
über die ewige Familie, wissen. Er 
vertrat den Standpunkt, daß am 
Ende dieses Lebens dies alles vor- 
bei sein werde. Es gäbe keine 
Familienbande mehr und auch kei- 
nen weiteren Fortschritt. Wir 
haben auch von der Taufe und der 
Taufe für die Toten gesprochen. Er 
war mit diesem Gesetz nicht ganz 
so vertraut, deshalb haben wir 
über die Geschichte von Nikode- 
mus gesprochen, wo der Herr aus- 
drücklich sagte: Es sei denn, daß 
jemand aus Wasser und Geist neu 
geboren werde, so kann er nicht in 
das Reich Gottes. 



Die Schriften fordern als wesent- 
lich für die Erlösung die Taufe. Sie 
machen keinen Unterschied zwi- 
schen Lebenden und Toten. Chri- 
stus hat nicht gesagt- „Nur die Le- 
benden müssen sich taufen lassen." 
Er hat keinen Unterschied zwi- 
schen den Lebenden und den Toten 
gemacht. Das Sühnopfer Christi 
wurde weder allein für die damals 
Lebenden noch für die, die nach 
seiner Kreuzigung in die Sterblich- 
keit geboren wurden, gebracht, 
sondern für alle Bewohner der 
Erde, einst, heute und in aller Zu- 
kunft. Mögen wir diesen Gedan- 
ken immer bei uns tragen. 
Hier unterscheidet sich unsere 
Glaubensgemeinschaft von allen 



andern Glaubensgemeinschaften. 
Wir haben den festen Glauben, daß 
dieses Leben nicht das Ende ist, 
daß unsere Familie mit allen Glie- 
dern bis zu Adam eine Familie 
bleiben wird. Wir werden diesen 
Zustand erreichen, wenn wir den 
Gesetzen unseres himmlischen 
Vaters treu sind. Der Weg ist eng 
und manchmal schwer, aber nicht 
unmöglich. Wenn wir uns so bemü- 
hen, wie es von uns verlangt wird, 
werden wir einstmals die vor uns 
Verstorbenen begrüßen können. 
Wir werden mit ihnen sprechen 
können, wie wir es hier tun. Wenn 
wir den größten Umfang des Evan- 
geliums kennenlernen. 



DIE ZUKUNFT DER KIRCHE 
IN EUROPA 

Ansprache von Präsident John F. Fetzer, Süddeutsche Mission 



Um mein Thema richtig zu be- 
handeln, möchte ich es zergliedern. 
Was ist ein Gesicht? Was ist 
Europa? Was ist — die Kirche? 
Es gibt einen Grund, warum wir 
alle hier sind: weil es Gesichte 
gibt. Hätte Joseph Smith das Ge- 
sicht von Gott Vater und seinem 
Sohn nicht gehabt, wäre keiner von 
uns heute hier. Deshalb muß ich 
die Wichtigkeit eines Gesichtes 
nicht noch betonen. Bruder 
McConkie schrieb: „Gesichte sind 
Beweise für die Göttlichkeit des 
Werkes. Zu jeder Zeit gibt der 
Herr seinem Volk Offenbarungen. 
Deshalb sind wir das Volk Gottes. 
Wenn irgendein Volk keine Ge- 
sichte und Offenbarungen emp- 
fängt, dann kann es nicht das Volk 
Gottes sein und die Kirche nicht 
Gottes Kirche." 

Im Buch Mormon, Moroni 7:37, 
können wir lesen: „Denn durch 
Glauben werden Wunder voll- 
bracht, und durch Glauben erschei- 



nen Engel und dienen den Men- 
schen. Wenn diese Dinge aufgehört 
haben, dann wehe den Menschen- 
kindern, denn dann ist es ihres 
Unglaubens wegen, und alles ist 
vergeblich." 

Was ist Europa? Europa ist der 
Nährboden der Kultur der west- 
lichen Welt. Europa hat uns Ameri- 
kanern ein großes Erbe gegeben. 
Mit den Augen eines Heiligen der 
Letzten Tage gesehen, besteht 
Europa aus zwei Teilen. In einem 
Teil wird missioniert, im anderen 
nicht. Belgien, Dänemark, Deutsch- 
land, England, Finnland, Frank- 
reich, Irland, Italien, Luxemburg, 
Nordirland, Norwegen, Österreich, 
Schottland, Schweden und die 
Schweiz sind die Länder, in denen 
missioniert wird. Albanien, Grie- 
chenland, Jugoslawien, Polen, Por- 
tugal, Rumänien, Spanien, Tschecho- 
slowakei, Ungarn und Rußland 
gehören zu den Ländern, in denen 
nicht missioniert wird. 



520 



Was ist die Zukunft? Die Zu- 
kunft hat eine unmittelbare Seite 
und eine weiter entfernt liegende. 
Die Zukunft ist die vor uns lie- 
gende Zeitspanne. Für jeden be- 
grenzt, für jeden unbestimmt. „Die 
Zukunft", sagt eine Versicherungs- 
firma, „gehört den Menschen, die 
sich darauf vorbereiten." Es bahnt 
sich eine abenteuerliche und inter- 
essante Entwicklung an. Die zu- 
künftigen wissenschaftlichen Ent- 
deckungen werden alle unsere heu- 
tigen Begriffe und Vorstellungen 
übersteigen. Meine Altersgruppe 
hat vielleicht noch zwanzig, drei- 
ßig Lebensjahre vor sich. Aber die 
Jugend hier im Saal hat noch fünf- 
zig oder mehr Lebensjahre vor 
sich. Also gehört ihnen mehr oder 
weniger die Zukunft. Die Unsicher- 
heit und Angst der Menschen wird 
in der Zukunft zunehmen, denn 
dieselben Erfindungen, die dem Le- 
ben weitere Jahre schenken, ver- 
mögen auch die ganze Menschheit 
zu vernichten. Das Verständnis des 
Menschen, wahrer Gottesglaube 
und Religion halten nicht Schritt 
mit der voranschreitenden Wissen- 
schaft. 

Die Zukunft kann man wohl an 
der Vergangenheit messen. H. F. 
Hodge sagte: Jeder Mann ist 
gleichzeitig eigener Ahne und 
eigener Erbe. Er ist seines zukünf- 
tigen Glückes Schmied und seiner 
eigene Vergangenheit. Wir ernten, 
was wir säen. 

Was ist die Kirche? Sie sind ein 
Teil davon. Sie sind ein Teil jener 
gläubigen Schar von zweieinhalb 
Millionen, die mit urchristlichem 
Eifer dem Herrn dienen wollen. 
Wir sind in manchen Teilen der 
Welt noch unbekannt. Und doch 
sind wir eine Weltkirche. Was mag 
wohl die Zukunft dieser Kirche in 
Europa sein? Dies hangt von vielen 
Faktoren ab, am ersten von der 
Weltpolitik. 

Wenn es zum Beispiel einen 
Weltkrieg gäbe, wäre die unmittel- 




bare Zukunft von Europa eine 
dunkle Zeit. Auch von der Frage 
der Religionsfreiheit hängt die Zu- 
kunft der Kirche ab. Es wäre zu 
wünschen, daß die Trennung von 
Kirche und Staat nicht nur auf dem 
Papier bestünde. Beim Katholiken- 
tag im letzten Jahr in Stuttgart ha- 
ben sie ihrem Volk die Bibel zu 
lesen gegeben. Ein Kardinal sagte zu 
einem evangelischen Bischof, mit 
dem ich sprach: „Was wird ge- 
schehen? Unser Volk liest zum er- 
sten Male die Bibel." 
Es gibt zur Zeit Bestrebungen, 
die verschiedenen Kirchen von 
Rom her zu einen. Ich bin ge- 
spannt, was daraus wird. Früher 
nannte man uns eine häßliche 
Sekte — heute ruft man: Unsere 
Brüder in den Sekten! 
Vor kurzem erschien in der 
Frankfurter Zeitung ein Artikel 
über den Evangelischen Kirchen- 
tag. Ich möchte daraus folgenden 
Abschnitt zitieren: „Wir Christen 
tragen die Verantwortung dafür, 
daß wir unser Volk in der gegen- 
wärtigen politischen Spaltung nicht 
in ein haßerfülltes Gegeneinander 
oder gleichgültiges Nebeneinander 
treiben lassen, und damit die Ge- 
fahr des Unfriedens in der Welt 
weiter genährt wird. Die Zwangs- 
herrschaft hat gelehrt, daß irdische 
Freiheit ein unveräußerliches 
Recht der Menschen und Völker 
ist. Die Evangelischen sollen für 
die Freiheit eintreten, wo sie be- 
hindert wird. Sie darf niemand 
vorenthalten werden. Sie darf aber 
auch nicht selbstsüchtig mißbraucht 
werden." Eine lobenswerte Aus- 
sage . . . 



Was sagen unsere eigenen Füh- 
rer über die Zukunft? Präsident 
Ezra Taft Benson sagte in seiner 
Ansprache in Nürnberg: „Heute 
haben wir größere Möglichkeiten, 
das Evangelium zu verbreiten als 
je zuvor. Aber es gibt zuviel 
Gleichgültigkeit in der Kirche. Es 
gibt zuviel Gleichgültigkeit in 
Deutschland. Aus diesem Grund 
wird es in diesem Land in nächster 
Zeit Schwierigkeiten geben. Mich 
dauert jedes Land, das die Lehren 
Christi nicht beachtet. Wir müssen 
dieser Nation helfen, daß sie nicht 
der Vernichtung anheimfällt." 
Marion G. Romney sagte in 
München: „Ich kann mir in meinen 
Gedanken eine Zeit vorstellen, in 
der Pfähle in der Süddeutschen 
Mission gegründet werden. Und in 
der dem Herrn gefälligen Zeit wird 
es hier in München einen Pfahl ge- 
ben. In Stuttgart, in Nürnberg, in 
Frankfurt, in Düsseldorf, in Ham- 
burg und anderen Großstädten 
Deutschlands werden Pfähle orga- 
nisiert. Tausende werden sich in 
diesem Lande der Kirche anschlie- 
ßen und Zion wird blühen und ge- 
deihen. Diese Arbeit, an der wir teil- 
haben, ist Gottes Werk. Die Kirche 
wird allgemein anerkannt werden, 
wenn die weltlichen Einrichtungen 
versagen. Es kommen bessere Zeiten 
für die Kirche. Die Arbeit wird vor- 
wärtsgehen. Schöne Versamm- 
lungshäuser werden hier gebaut, 
damit sich große Gemeinden ent- 
wickeln können. Wo jetzt Hun- 
derte sind, werden Tausende sein. 
Wir leben in der Zeit vor dem 
zweiten Kommen Christi. Der Herr 
wird sein Werk in diesen letzten 



521 



Tagen beschleunigen. Die Zeit 
kommt bald, in der der Herr in 
Herrlichkeit erscheinen wird, um 
der Bosheit der Welt ein Ende zu 
machen." 

Auch ich bin davon überzeugt, 
daß dieses Land eines Tages voll 
von Heiligen der Letzten Tage sein 
wird. Dieser Saal, in dem wir heute 



sind, wird einmal zu klein sein, um 
unsere Versammlungen zu fassen. 
Wann diese Zeit kommt, kann ich 
nicht sagen. Der Herr segne Sie 
und mich, damit wir unseren Pflich- 
ten so nachkommen, daß auch wir 
einen Beitrag in diesem Teil seines 
Weinberges leisten. 



JUNGE MÄNNER SOLLEN GESICHTE 
SEHEN 

Ansprache von ^Präsident Ezra Taft Benson vom Rate der Zwölf 



Irgendwer fragte: , Werden wir 
nächstes Jahr wieder eine Jugend- 
konferenz haben?" Und andere sa- 
gen: „Wir müssen jedes Jahr eine 
haben!" Brüder und Schwestern, 
wir wollen das tun, was am besten 
für unser Volk ist. Wir wollen 
Menschen heranbilden, das ist der 
ganze Zweck der Kirche, und wir 
wollen Führertum heranbilden. Der 
größte Teil aber dieser Heranbil- 
dung wird in den einzelnen Mis- 
sionen verrichtet. Vielleicht sollten 
wir im nächsten Jahr eine Jugend- 
konferenz auf Missionsebene ha- 
ben, und dann wieder eine für alle 
deutschsprachigen Gebiete im Jahr 
1967. Ich möchte mich aber nicht 
festlegen. Wir wollen noch mit den 
Pfahl- und Missionspräsidenten 
darüber sprechen und versuchen, 
zu entscheiden, was das Beste für 
unsere Jugend ist. 
Das ist eine großartige Jugend, 
und ich habe schon heute morgen 
erwähnt, daß sie unser kostbarster 
Besitz ist. Und was ist das Beste für 
sie? Ich bin sicher, daß es außer- 
halb der Kirche nirgends auf der 
Welt eine Gruppe junger Leute 
gibt, die so gut wäre wie diese jun- 
gen Männer und Frauen. 
Ich erinnere mich, daß ich vor vie- 
len Jahren in das Büro des Gouver- 
neurs von New York, Thomas E. 
Dewey, eingeladen wurde. Ich 
hatte noch nie seine Bekanntschaft 



gemacht. Wie Sie vielleicht wissen, 
war er später Präsidentschaftskan- 
didat der Vereinigten Staaten. Ich 
kam also in sein Büro, und seine 
erste Frage war: „Wie alt sind 
Sie?" Ich entgegnete: „Etwa so alt 
wie Sie!" Und damit war das Eis 
gebrochen. 

Er sagte: „Ich möchte Ihnen gerne 
drei Fragen stellen: Zuerst möchte 
ich etwas über Ihre jungen Leute 
wissen; wir haben im Staat New 
York eine Menge Schwierigkeiten 
mit den jungen Leuten." Er sagte: 
„Ihr Programm heißt doch GFV, 
nicht wahr?" Und ich hörte mit Er- 
staunen, wieviel er über unser 
Jugendprogramm wußte. Dann er- 
zählte ich ihm von der Gemein- 
schaftlichen Fortbildungs- Vereini- 
gung und sagte: „Würden Sie es 
glauben, wenn ich Ihnen sage, daß 
ich am letzten Freitagabend in Wa- 
shington im Distrikt Columbia bei 
einem wunderschönen Grün-Gold- 
Ball war, der von dreihundert jun- 
gen Paaren besucht war; und den 
ganzen Abend wurde getanzt, und 
es gab keine einzige Zigarette, kei- 
nen Alkohol, keine ordinären Aus- 
drücke, nichts Ungezogenes." Ich 
erinnere mich — er blickte mir 
offen ins Gesicht und sagte: „Herr 
Benson, das ist wohl das Schwie- 
rigste, was man jemals von mir zu 
glauben verlangt hat. Aber wenn 
Sie sagen, daß es wahr ist, dann 



wird es wohl so sein." Ich erzählte 
ihm, daß dies nur eine von vielen 
hundert gleichartigen Versamm- 
lungen in aller Welt war, die von 
der Mormonenjugend besucht wür- 
den. 

Dann wollte er etwas über unser 
Missionarsprogramm wissen und 
über das Wohlfahrtsprogramm. 
Das Programm der Kirche, meine 
Brüder und Schwestern, das ist das 
beste Programm auf der ganzen 
Welt. Nirgendwo gibt etwas Ähn- 
liches, es ist ein göttliches Pro- 
gramm, das unter der Inspiration 
des Himmels ins Werk gesetzt 
wird. Wir möchten, daß unsere 
jungen Leute Nutzen daraus zie- 
hen. Und wissen Sie, was unsere 
Jugend am meisten braucht? Sie 
braucht weniger Kritiker und mehr 
Vorbilder; sie braucht das richtige 
Beispiel der Erwachsenen ebenso 
wie eine richtige Unterweisung. 
Sie braucht das richtige Beispiel im 
eigenen Heim, in ihrer Wohn- 
gemeinde und bei ihren Kirchen- 
führern. 

Man hat schon gesagt, unsere Ju- 
gend würde in zunehmendem Maß 
gleichgültig, sie würde verweich- 
licht und suche sich nur das Leichte 
aus; sie hätte mehr Interesse an 
Sicherheit als an Bewährung und 
habe nicht mehr den Wunsch, hart 
zu arbeiten, auf eigenen Füßen zu 
stehen und sich so anzustrengen, 
wie es für den Erfolg notwendig 
ist. 

Ich glaube nicht, daß das stimmt. 
Ich hoffe, daß es nicht wahr ist, 
denn es gibt keine hervorragende 
Leistung ohne Anstrengung und 
harte Arbeit. 

Als Volk, als Kirche sind wir heute 
endlich als das bekannt, was wir 
sind. Wir haben viel Verfolgung 
erlitten, und es hat des besten Blu- 
tes dieser Generation gekostet, um 
diese Kirche ins Leben zu rufen, 
überall auf der Welt stieß die 
Kirche auf Widerstand — ■ aber 
heute kennt man uns als das, was 



522 



wir sind, und beurteilt uns nicht 
nach dem, was unsere Feinde über 
uns gesagt haben. 
Wir möchten, daß unsere jungen 
Leute mit aufrechtem Haupt in die 
Welt hinaustreten, stolz darauf, 
ein Mitglied der Kirche zu sein, 
und gerne bereit, der Welt davon 
zu erzählen. Das ist der Wille des 
Herrn. Allzulange gaben wir als 
Heilige der Letzten Tage uns der 
Selbstgefälligkeit hin. Wir waren 
zwar immer nur wenige an Zahl, 
das stimmt, aber das Volk Gottes 
— das waren immer nur wenige. Es 
ist ja nicht die Zahl, auf die es an- 
kommt, es ist vielmehr die Kraft, 
die in den wenigen liegt. Wir 
haben die Antwort auf die Pro- 
bleme der Welt. Wir sollten das 
Licht auf dem Berge sein, das hat 
der Herr in den Offenbarungen 
ganz klar gesagt. Er hat uns gebo- 
ten, uns ,,zu erheben und unser 
Licht leuchten zu lassen, daß es 
den Völkern ein Panier sei". Lesen 
Sie, was Er im Abschnitt 115 der 
Lehre und Bündnisse sagt. In die- 
sem Abschnitt gibt Er der Kirche 
Seinen Namen. Lesen Sie auch, was 
der Herr im 82. Abschnitt der Lehre 
und Bündnisse sagt, wo es heißt, 
daß die Kirche sich erheben und 
ihre schönen Gewänder anziehen 
soll, und nicht nur stoffliche Ge- 
wänder. Aber selbst in unseren 
Gewändern aus Stoff sollten wir 
uns anständig kleiden. 
Wir haben davon ein wundervol- 
les Beispiel hier in dieser Jugend- 
konferenz erlebt. Ich kann mich 
nicht entsinnen, an einem Grün- 
Gold-Ball teilgenommen zu haben, 
bei dem unsere Jugend besser und 
anständiger gekleidet gewesen 
wäre. Und dazu möchte ich die jun- 
gen Leute, die an dieser Konferenz 
teilnahmen, beglückwünschen. Ja, 
laßt uns die Kleider der Anständig- 
keit anlegen, laßt uns die Kleider 
der Reinheit anziehen und das Ge- 
wand des Glaubens und das Ge- 
wand der Geistigkeit. Wir wollen 




uns erheben und unser Licht vor 
der Welt leuchten lassen. 
Es ist großartig, ein Mormone zu 
sein. Das ist eine Auszeichnung. 
Wer nicht stolz darauf ist, ist des- 
sen auch nicht würdig. Der Herr 
will, daß wir uns erheben und unser 
Licht leuchten lassen. 
Und zu euch, meine wunderbaren 
jungen Leute, sage ich: 
Ihr seid nicht bloß gewöhnliche 
junge Leute, ihr seid erlesene Gei- 
ster; das hat der Herr seinen Pro- 
pheten ganz klargemacht. Ich will 
euch einige Worte des Präsidenten 
Wilford Woodruff vorlesen, um 
euch zu zeigen, daß ihr fürwahr 
auserlesene Geister seid, die zu- 
rückgehalten wurden, um in diesen 
Tagen auf die Erde zu kommen. 
„Der Herr hat aus den Schöpfungen 
Gottes eine kleine Anzahl von aus- 
erlesenen Geistern Seiner Söhne 
und Töchter erwählt, die diese 
Erde ererben sollen. Diese Gruppe 
von erwählten Geistern wurde 
sechstausend Jahre lang in der 
Geisterwelt zurückgehalten, um in 
den Letzten Tagen, in der Evange- 
liumszeit der Fülle, leiblich hervor- 
zukommen und das Reich Gottes 
auf Erden zu organisieren, um es 
aufzubauen und zu verteidigen 
und um das ewige, unvergängliche 
Priestertum zu empfangen." 
Präsident David O. McKay sagt 
uns, daß noch nie zuvor in der 
Weltgeschichte so viele böse Ein- 
flüsse an unserer Jugend am Werk 
waren wie heute. Noch nie zuvor 
war der Teufel so gut organisiert. 
Können wir uns dieser Herausfor- 
derung stellen? Ja, das können wir, 
wenn wir nach dem Evangelium 



leben, wenn wir die Gebote halten 
und die göttlichen Grundsätze 
hochhalten, die der Herr für Seine 
Jugend festgelegt hat. 
Die Verantwortung aber liegt auf 
dem Heim, auf den Eltern und auf 
den Führern der GFV, die diese 
Arbeit der Eltern ergänzen sollen 
— sie sollen die Verantwortung 
des Heimes nicht ersetzen, sie sol- 
len nur beistehen. Aber die Ver- 
antwortung liegt auf uns Erwach- 
senen, unserer Jugend Führung 
und Inspiration zu geben. Im allge- 
meinen wollen die jungen Leute 
wissen, was recht ist, und wir 
haben die Verantwortung, darauf 
zu achten, daß sie zu wissen be- 
kommen, was recht ist. 
Wie ich schon oft gesagt habe — ■ 
ich möchte ihnen eine vierfache 
Hoffnung vor Augen halten: 
Erstens möchte ich, daß sie glück- 
lich sind. Menschen sind, daß sie 
Freude haben können. In Gott- 
losigkeit aber gibt es kein Glück, 
Rechtschaffenheit ist der Weg zur 
Glückseligkeit. Es lohnt sich, daß 
ihr euch rein erhaltet, rein an Geist 
und Körper, rein in sittlicher Hin- 
sicht. 

In den Augen des Herrn wird 
Keuschheit niemals unmodern sein. 
Vor einiger Zeit hörte ich einen be- 
deutenden Mann — und er war 
kein Mitglied der Kirche — sagen: 
„Laßt euch von niemand auf die 
Idee bringen, daß Keuschheit un- 
modern geworden sei; Keuschheit 
wird nie unmodern sein. Eure Kin- 
der werden wünschen, daß ihre 
Mutter so rein sei, wie es ihr euch 
von eurer Mutter wünscht. Wenn 
wir unsere sittlichen Grundsätze 



523 



verlieren, dann werden wir zu 
Sklaven." 

Man kann auf Unsittlichkeit kein 
glückliches Heim erbauen. In der 
Kirche Jesu Christi gibt es auch 
keine doppelte Moral. Wir erwar- 
ten, daß sich unsere jungen Män- 
ner ebenso sauber und rein erhal- 
ten wie unsere jungen Frauen. 
Das sind die vom Himmel für uns 
festgelegten Grundsätze. Es ist 
vollkommen gleichgültig, was die 
Menschen dazu sagen mögen — 
das sind die göttlichen Grundsätze 
der Kirche Christi. Ja, wir wün- 
schen, daß ihr glücklich seid. 
Zweitens möchten wir, daß ihr bei 
eurem erwählten Beruf, solange es 
sich um etwas Ehrbares handelt, 
erfolgreich seid. Ihr sollt euch da- 
bei ein hohes Ziel setzen und so 
leben, daß ihr imstande seid, den 
Herrn zu bitten, Er möge euch bei 
eurer Arbeit helfen und bei euren 
Studien, in den Lehrjahren und bei 
allem, was ihr tut. Lebt so, daß ihr 
die Hand ausstrecken und von die- 
ser großen Kraft schöpfen könnt. 
Es heißt, wer sein Trachten auf 
nichts richtet, kann sein Ziel nie 
verfehlen. Ihr aber sollt euch ein 
erreichbares Ziel setzen, und wenn 
ihr es erreicht habt, dann setzt euch 
ein neues, höheres Ziel. 
Viele Leute irren mit ihrem Lebens- 
schifflein herum, weil sie ihren 
Kurs nie festgelegt haben. Betrach- 
tet das Geld als Nebenprodukt, 
nicht aber als das Ziel selbst. 
Und erinnert euch daran, daß die 
Freiheit eine Gabe Gottes ist, und 
an und für sich verewigt sie sich 
nicht von selbst. Es gibt nur Einen, 
der uns alles gibt, und das ist Gott, 
nicht die Regierung. Eine Regie- 
rung kann euch nur das geben, was 
sie jemand anders wegnimmt. 
Wenn eine Regierung so mächtig 
ist, daß sie euch alles geben kann, 
was ihr euch wünscht, so ist sie 
auch mächtig genug, um euch alles 
wegzunehmen, auch die Freiheit. 
Ihr sollt nach eurer Fähigkeit und 



Bemühung belohnt werden, und 
nicht nach euren Bedürfnissen. 
Macht das Beste aus eurem Leben. 
Das hängt von euch selbst ab, von 
jedem einzelnen. Glaubt an euren 
Gott, an euer Land und an euch 
selber, und zwar in dieser Reihen- 
folge. Und sagt euch immer und 
immer wieder vor: „Es hängt alles 
von mir ab!" 

Ich glaube, es war Präsident 
McKay, der sagte: „Man kann 
nichts dafür, wenn man mit acht- 
zehn Jahren häßlich ist; wenn man 
aber mit achtzig Jahren nicht schön 
ist, dann ist man selbst daran 
schuld." Präsident McKay ist statt- 
lich und schön anzusehen, und 
seine Frau ist edel und schön. Im 
nächsten Monat wird er zweiund- 
neunzig Jahre alt sein. Auf dem 
Titelblatt des STERN wird sein 
Bild zu sehen sein. 
Lest ihr alle den STERN? Wenn 
nicht, dann tut ihr nicht eure Pflicht. 
Der STERN ist die Improvement 
Era, die größte Kirchenzeitschrift 
im deutschsprachigen Gebiet, und er 
sollte in einem jeden Heim der 
Heiligen der Letzten Tage zu fin- 
den sein. Ihr solltet euch auch be- 
mühen, ihn in das Heim eurer Be- 
kannten zu bringen. Ich möchte zu 
dieser Sache nicht die Hände er- 
heben lassen, denn ich will nie- 
mand in Verlegenheit bringen. 
Wer aber den STERN noch nicht 
bezieht, soll ihn bald abonnieren. 
Ihr braucht ihn in eurem Heim und 
in eurer Familie, denn jeden Mo- 
nat ist darin eine Botschaft des 
Propheten Gottes zu finden, die 
zehnmal mehr wert ist als der Be- 
zugspreis. Ja, junge Leute, wir 
wünschen, daß ihr glücklich seid, 
und daß ihr bei eurem erkorenen 
Beruf Erfolg habt. 
Drittens möchten wir, daß ihr auf- 
rechte Bürger eurer Heimatländer 
seid. Allein darüber könnten wir 
eine halbe Stunde lang reden. Das 
wurde heute schon erwähnt. Liebt 
euer Land; nehmt daran einen akti- 



ven Anteil; breitet einen guten 
Einfluß unter euren Mitmenschen 
aus; fürchtet euch nicht, voranzu- 
gehen. Die ihr als Männer mit dem 
Priestertum Gottes angetan seid, 
denkt daran, daß ihr über eine be- 
sondere Macht verfügt. Ja, seid 
gute Staatsbürger. 
Und viertens sollt ihr so leben, daß 
ihr Erhöhung finden könnt im cele- 
stialen Reich. Denkt immer daran, 
daß die Zeit für die Wahrheit 
arbeitet, und der Mormonismus ist 
die Wahrheit. Die Zeit steht auf 
unserer Seite. 

Lebt so, daß ihr in den Tempel Got- 
tes gehen und dort für Zeit und alle 
Ewigkeit heiraten dürft, damit ihr 
in der künftigen Welt eure Familie 
bei euch haben könnt. 
Dann werdet ihr Gesichte sehen, 
Gesichte von den Ewigkeiten. 
Dann werdet ihr die Geheimnisse 
des Gottestums verstehen. Wenn 
ihr nur wüßtet, was das bedeutet. 
Es ist mehr wert als das Leben 
selbst. 

Gott segne die Jugend der Kirche, 
besonders aber die Jugend im 
deutschsprachigen Gebiet. Wir sind 
stolz auf euch, wir sind dankbar für 
euch, wir setzen unser Vertrauen 
in euch und setzen große Hoffnung 
in eure Zukunft. Schließt euch eng 
an die Kirche an, sie ist das Größte 
auf der ganzen Welt. Ich weiß, was 
ich damit sage. Ich habe den größ- 
ten Teil dieser großen Welt ge- 
sehen. In den letzten Jahren war 
ich bei fünfundvierzig Nationen 
und traf Könige und Präsidenten 
und Herrscher. Ich sage euch, es 
gibt nichts auf der Welt, was sich 
mit der Kirche Christi vergleichen 
läßt. Nirgendwo auf der ganzen 
Erde gibt es ein Jugendprogramm, 
das so umfassend und wertvoll 
wäre wie das dieser Kirche. 
Gott segne unsere Jugend und die 
Führer dieser Jugend. Möge unser 
Dienen und unser Leben so sein, 
daß wir niemals Reue empfinden 
müssen, denn das Leben ist ewig. 



524 



Zeugniweröamm lunß 



Etwa 750 junge Menschen versam- 
melten sich am Sonntagabend um 
19 Uhr in der Kongreßhalle zur 
Zeugnisversammlung. Als Gäste 
waren anwesend: Präsident Ezra 
Taft Benson vom Rate der Zwölf, 
Präsident Trauffer aus dem Schwei- 
zer Tempel und die Missions- und 
Pfahl-Präsidenten aus den deutsch- 
sprachigen Gebieten. 
Bruder Ernst dankte all denen, die 
in irgendeiner Weise an der Ge- 
staltung der Gesamtkonferenz mit- 
gewirkt hatten und übergab dann 
die Zeit den Anwesenden. — Sehr 
eindrucksvoll waren die Worte 
einer Schwester aus der Tschecho- 
slowakei, die uns Grüße der Ge- 
schwister aus ihrer Heimat über- 
mittelte, und durch ihren Bericht 
über das Leben der Gemeinden drü- 
ben erhielt die folgende Zeit eine 
ganz besondere Prägung; ich 
glaube, jeder und jedem der Anwe- 
senden wurde so recht bewußt, daß 
es eine Gabe von unermeßlichem 
Wert ist, sich in Freiheit versam- 
meln zu dürfen, an Jugendtagun- 



gen teilnehmen zu können und so- 
gar in öffentlichen Versammlungen 
sich gegenseitig durch Zeugnisse 
stärken zu dürfen. 
Es war wirklich ein einmaliges Er- 
lebnis, zu sehen, wie Jugendliche 
sich geduldig in die Schlange der 
Wartenden einreihten, um ihr per- 
sönliches Zeugnis von der Göttlich- 
keit der Kirche abzulegen. Man 
muß dabeigewesen sein und den 
Geist verspürt haben, der unter 
uns weilte! Immer stärker wurde 
der Anteil derer, die standen und 
darauf warteten, an einem der vier 
Mikrofone ihren Dank auszuspre- 
chen. Dank! Immer wieder hörten 
wir Worte des Dankes für die gro- 
ßen Segnungen, die uns zuteil ge- 
worden sind. Dank auch für die 
Jugendkonferenz Freud-Echo, die 
unseren jungen Geschwistern 
zeigte, daß wir eine große und 
starke Jugendorganisation haben, 
wenn wir einig um ein Ziel ringen. 
Viele junge Menschen standen auf, 
um der Welt zu verkünden: „Ich 
weiß, daß Gott lebt, daß Er wieder 



durch Propheten zu den Menschen 
spricht, um Sein Volk zu führen", 
und sie gaben Beispiele für beson- 
dere Führung in ihrem persönlichen 
Leben. 

Nachdem die Zeit verlängert wor- 
den war von 21 auf 22 Uhr und im- 
mer noch die Zahl der Wartenden 
stieg, sah sich Bruder Ernst ge- 
zwungen, die Sprechzeit auf eine 
Minute festzulegen, damit wenig- 
stens alle Geschwister, die bis da- 
hin standen, noch Gelegenheit ha- 
ben würden, ihr Zeugnis zu geben. 
Obwohl selbst diese Sprechzeit 
noch weiter verkürzt wurde, war 
es nach zehn Uhr geworden, ehe 
wir im Schlußlied noch einmal alle 
gemeinsam unseren Dank zum 
Ausdruck brachten. n O könnten 
wir sagen, wie tief wir empfinden" 
— der Chor der Gemeinde stimmte 
mit einem herrlichen „Hosianna" 
in unseren Lobpreis mit ein. Wahr- 
lich: Der Geist aus den Höhen 
gleicht Feuer und Flammen! 

Margret Ackermeier 



Soeben neu eingetroffen! 

DIE GESCHICHTE DER MORMONEN 

Ein illustrierter Bericht über Geschichte und Lehre der „Mormonen" 
Von Rulon S. Howells 

Neueste, 16. Auflage, 180 Seiten, mit vielen ein- und mehrfarbigen Bildern und Karten, ergänzt mit 
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Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Europäische Versandzentrale 
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525 



Rwem- 





X-LumiMBM'äiMunt: ii ii ii i« 11 11 i _i 



• ■ i '■ * • ■ i » » 



Den Abschluß der Freud-Echo- 
Tagung bildete eine Rheinfahrt auf 
der „Berlin". Ein Sonderzug brachte 
die Teilnehmer von Frankfurt nach 
Mainz - Kastei. Bei strahlendem 
Sonnenschein und mit musikali- 
scher Begleitung bestiegen die Ge- 
schwister das Schiff. 

Zu beiden Seiten des Rheins erho- 
ben sich Berge. Burgruinen grüßten 
von den Höhen und regten dazu 
an, die Gedanken in vergangene 
Jahrhunderte schweifen zu lassen. 
Eltville, Rüdesheim, Aßmannshau- 
sen, Lorch und Kaub blieben am 
Ufer zurück. Dann passierte das 
Schiff die Stelle des Rheins, an der 
die schroffen Felswände der Lore- 
ley emporragen. Das Mittagessen 
war gerade serviert, als St. Goars- 
hausen, der weiteste Punkt der 
Rheinfahrt, erreicht wurde. Hier 
wendete die „Berlin" und setzte 
ihren Weg bis Aßmannshausen 
fort, wo die Geschwister wieder 
festen Boden unter die Füße beka- 
men. 



Ein Sessellift beförderte die fröh- 
liche Gruppe dann in höhere Luft- 
schichten. Es war interessant, fest- 
zustellen, daß die Geschwister, die 
aus dem Flachland kamen und 
denen Seilbahnfahren fremd war, 
mit sorgenvollen Gesichtern oben 
ankamen, während die Bayern, 
Österreicher und Schweizer sieges- 
sicher schmunzelten. 

Von hier aus begann, in verschie- 
denen Gruppen, ein ausgedehnter 
Spaziergang mit netten Ereignis- 
sen. An einer Stelle führte Schwe- 
ster Lohner vom Generalausschuß 
der GFV mit den „Wanderern" 
Singspiele durch. In der sog. „Teu- 
felshöhle" lief manchem eine Gän- 
sehaut über den Rücken. Jedoch 
hatte man die Gelegenheit, sich bei 
den Tanzübungen, die Bruder 
Wahlquist ein Stück weiter leitete, 
von dem Schock zu erholen. 

Nachdem die Füße wund gelaufen 
waren und einige sogar aufgeben 
wollten, tauchte hinter einer Weg- 
biegung das gigantische Nieder- 





526 



" 



walddenkmal auf. Die riesigen, 
gußeisernen Figuren, die von den 
Steinquadern auf den Rhein herab- 
blickten, wurden von den Be- 
schauern sehr bewundert. 

Abwärts nach Rüdesheim ging es 
wieder mit der Seilbahn. Viele hat- 
ten es jedoch vorgezogen, zu Fuß 
den Anlegeplatz des Schiffes, das 
unterdessen von Aßmannshausen 
nach Rüdesheim gefahren war, zu 
erreichen. 

Auf der Rückfahrt war auch Apo- 
stel Benson unter den Schiffsgästen. 
Auf dem Vorderdeck tanzte dann 
die Jugend zu den Klängen der „3- 
Mann-Bordkapelle" im Monden- 
schein. 

Mit Verspätung, aber guten Mutes, 
erreichte die „Freud-Echo-Gesell- 
schaft" den „Heimathafen" Mainz- 
Kastel. Hier verabschiedeten sich 
viele Geschwister und traten ihre 
Heimreise an. Für die anderen 
stand der Sonderzug bereit, mit 
dem sie nach Frankfurt zurückfuh- 
ren. Hans Joachim Fröhlich 



Rechts von oben nach unten: Seilbahn Aßmanns- 
hausen. Vor der Seilbahnstation. Bingen am 
Rhein. 



-%'•"%* * 








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527 



Yrament Benöon 
gebt nach Haude 



Am 15. September 1965 kehrte Prä- 
sident Ezra Taft Benson von Frank- 
furt nach Salt Lake City zurück. 
Wie bereits bekannt, werden die 
Mitglieder des Rates der Zwölf in 
Zukunft ihren Wohnsitz in Salt 
Lake City behalten. Von dort aus 
werden sie die Beaufsichtigung der 
Missionsarbeit in den verschiede- 
nen Gebieten der Welt fortsetzen. 
Vorteilhaft für uns ist, daß Präsi- 
dent Benson die Leitung über die 
deutschsprachigen Gebiete behal- 
ten wird. Verbunden mit seiner 
Abreise ist die Schließung des 
europäischen Missionsbüros. 

Während seiner zweijährigen Ar- 
beit in Deutschland wurden große 
Fortschritte erzielt. An erster 
Stelle stand für ihn die Aufgabe, 
das Ansehen der Kirche zu heben. 
Diese Bemühungen waren von Er- 
folg gekrönt. 

Seine große Erfahrung und die 
Kraft seiner Persönlichkeit verlieh 
seinem Wirken ein besonderes Ge- 
präge. Zusätzlich zu seinem hohen 
Amt als Mitglied des Rates der 
Zwölf ist er ein ehemaliges Mit- 
glied des Kabinetts Eisenhower, in 
dem er acht Jahre als Landwirt- 
schaftsminister diente. Noch heute 
ist er in vielen öffentlichen Ämtern 
tätig; u. a. ist er Mitglied des Na- 
tional Council Boy Scouts of Ame- 
rica (oberstes Führungsgremium 
der Pfadfinder). 

Es war ihm möglich, seinen Einfluß 
in weite Kreise zu tragen. Er war 
hoch geachtet und wurde oft einge- 
laden, bei verschiedenen Anlässen 
zu wichtigen Persönlichkeiten aus 
Politik und Wirtschaft zu sprechen. 
Er stellte freundschaftliche Bezie- 
hungen zur Presse her. In jeder 
größeren Stadt wurde er von den 
Zeitungsleuten um Interviews ge- 
beten, die verschiedene Artikel 
über ihn schrieben. Er besuchte 
hohe Regierungsbeamte in Bonn. 
Er wurde von den Bürgermeistern 
vieler deutscher Städte empfangen; 



unter anderem besuchte er Willy 
Brandt in Berlin. 

Durch seinen Einfluß hat die Kirche 
stark an Ansehen gewonnen. Er 
hinterließ einen guten Eindruck 
und beseitigte Mißverständnisse 
über die Kirche bei Leuten, die 
falsch informiert waren. Er wollte 
im Geist der Wahrheit das An- 



im Sommer, über 1500 Jugendliche 
trafen sich bei dieser Konferenz; 
sie war ein geistiges Erlebnis für 
alle Besucher. Der künstlerische 
Wert des Musik- und Tanzfestes 
war außerordentlich. Diese Konfe- 
renz stand auf einem hohen geisti- 
gen Niveau. 

In seinem Amt wurde Präsident 




Üil'-i 



sehen und die Würde der Kirche 
fördern. 

Unter seiner dynamischen Führung 
nahm die gesamte Missionsarbeit 
einen kräftigen Aufschwung. Von 
Finnland und Skandinavien im 
Norden bis nach Deutschland und 
Italien im Süden hat er seine be- 
sonderen Fähigkeiten unter Be- 
weis gestellt. Während der letzten 
Wochen, die er in Deutschland ver- 
brachte, weihte er verschiedene 
Kirchengebäude ein. Angefeuert 
durch seine Begeisterung, wurden 
viele dieser Gebäude vor der ge- 
planten Zeit fertiggestellt. 

Den Höhepunkt seiner Tätigkeit 
erreichte er mit der Veranstaltung 
der Freud - Echo - Jugendkonferenz 



Benson nach Kräften von seiner 
liebenswürdigen Gattin und seiner 
reizenden Tochter Beth unterstützt. 
Sie waren ein beispielhaftes Vor- 
bild einer Familie der Heiligen der 
Letzten Tage. 

Missions- und Pfahl-Präsidenten, 
Gemeindeleiter und Missionare so- 
wie alle Mitglieder der Kirche im 
deutschsprachigen Gebiet werden 
Präsident Benson und seine Fami- 
lie sehr vermissen. Obwohl ihre 
Abreise eine große Lücke hinter- 
läßt, freuen wir uns, daß Präsident 
Benson uns wiederholt besuchen 

I 

wird. Wir wünschen Präsident Ben- 
son und seiner Familie eine gute 
Reise und weiterhin Erfolg. H. G.T. 



528 




NACHRICHTEN 



* 



Sehet, der große Tag des Herrn ist nahe, und wer wird denTag seiner Zukunft erleiden und 
wer wird bestehen können, wenn er erscheinen wird? Denn er ist wie das Feuer eines Gold- 
schmiedes und die Seife der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen und das Silber rei- 
nigen; er wird die Kinder Lewis reinigen und läutern wie Gold und Silber, damit sie dem 
Herrn ein Opfer in Gerechtigkeit darbringen. Laßt uns daher als eine Kirche und ein Volk 
und als Heilige der Letzten Tage dem Herrn ein Opfer in Gerechtigkeit bringen! Und laßt 
uns in seinem Tempel — ein Buch mit den Urkunden unserer Toten darbieten, das aller 
Annahme würdig ist. Joseph Smith (L u ß m . 24) 



Begabungs-Sessionen : 






1. Samstag, 7.30 Uhr in deutscher Sprache 

13.30 Uhr, in französischer Sprache 

2. Samstag, 7.30 Uhr und 13.30 Uhr, in deutscher Sprache 

3. Samstag, 7.30 Uhr in englischer Sprache 

13.30 Uhr, in deutscher Sprache 

4. Samstag, 7.30 Uhr und 13.30 Uhr, in deutscher Sprache 

5. Samstag, 7.30 Uhr und 13.30 Uhr, in deutscher Sprache 



Weitere Tempel-Sessionen: 



4. — 16. Oktober 1965 deutsche Sessionen (ausgenommen freitags) 



Achtung — Voranzeige: 



Ab Samstag, den 6. November 1965, beginnen wir wieder mit der Winterzeit und fangen 
die Vormittags-Sessionen eine Stunde später, d. h. um 8.30 Uhr, an. 



Tempel-Trauungen : 



3. August 1965: Wilfried Weber — Sabina T. F. Lange, Norddeutsche Mission 

7. August 1965: William A. Switzer — Beverly W. Strobel, Service men's Group 
14. August 1965: Klaus J. W. Brandt — Ruth S. Zimmermann, Westdeutsche Mission 
14. August 1965: Jan J. Hartong — Johanna C. H. Weißgerber, Niederländische Mission 
23. August 1965: Keijo K. Walimaa — Anna U. V. Wahlroos, Finnische Mission 
28. August 1965: Charles A. Denis — Yvonne B. Kureth, Französisch-Belgische Mission 

4. September 1965: Pierre T. Batailler — Nicole P. Ferruy, Ostfranzösische Mission 
4. September 1965: Eberhard K. Heinz — Karin E. Larsson, Süddeutsche Mission 

4. September 1965: Friedrich K. Malzl — Rosemarie C. Reiher, Westdeutsche Mission 



3-Generationen-Programm: 



Eine Bitte 

an alle Tempelbesucher: 



Auskünfte über Begabungs- und Siegelungs-Daten von Personen, die diese Verordnungen 
im Schweizer Tempel persönlich empfangen haben, werden auf Verlangen gerne erteilt. 
Bitte genaue Namensangaben, bei Frauen unbedingt auch Mädchenname. 
Hingegen sind wir zur Zeit leider nicht in der Lage, die Daten der stellvertretenden 
Verordnungen für Verstorbene anzugeben. 

a) betreffend Unterkunft: Melden Sie uns die Namen aller Personen, mit Altersangabe, 

die in Zollikofen Unterkunft brauchen. — Teilen Sie uns Tag 
und Stunde Ihrer Ankunft mit (bitte, nicht später als 20.00 Uhr) 
sowie den Tag Ihrer Abreise. 

b) betreffend Siegelung: Jede Familie (Ehepaar mit Kinder) muß unbedingt einen mit 

Schreibmaschine geschriebenen, korrekt ausgefüllten Familien- 
Gruppen-Bogen im Tempel-Bureau abgeben. 












Aus der Hauptansprache von Präsident Ezra Taft Benson 
auf der Freud-Echo-Jugendkonferenz: 



Das Programm der Kirche, das ist das beste Programm auf der ganzen Welt. 
Nirgendwo gibt es etwas Ähnliches, es ist ein göttliches Programm, das unter der 
Inspiration des Himmels ins Werk gesetzt wird. Wir möchten, daß unsere jungen 
Leute daraus Nutzen ziehen. Und wissen Sie, was unsere Jugend am meisten 
braucht? Sie braucht weniger Kritiker und mehr Vorbilder; sie braucht das richtige 
Beispiel der Erwachsenen ebenso wie eine richtige Unterweisung. Sie braucht das 
richtige Beispiel im eigenen Heim, in ihrer Wohngemeinde, und bei ihren Kirchenführern.