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Full text of "Filmwoche 1951 39"

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Ausgabe A 6. Jahrgang Baden-Baden, 29. September 1951 ı Nr. 39 





Fachzeitschrift 
für das 
deutsche Filmwesen 


Aus dem 
Inhalt 


Industriewerk Synchronisation 


Wir sprachen Joe Stöckel und 
Dagmar Rom 


Wildwestmanieren der Kölner 
Polizei 


Columbias reiches Angebot 


„Hoffmanns Erzählungen“ 
jetzt mit deutschen Sängern 


Entweder Cannes oder Venedig 


Filme im Spiegel der Kritik 


PREIS 


60 


D-PFENNIG 





Peggy Dow, der Typ des jungen Mädchens von heute 
spielte sich schnell in die vordere Reihe der Hollywood-Stars. Mit den Filmen „Dein Leben in meiner Hand“, 
„Sieg über das Dunkel“ und „Mein Freund Harvey” kommt sie jetzt nach Deutschland, Foto: Universal-International 








König dreht „Drei Kavaliere” 

Die Dreharbeiten zu „Drei Kavaliere 
nach einer Idee von Hans Heinz König, Dreh- 
buch: H. König undLacmüller, begannen 
am 24. 9. in Oberau bei Berchtesgaden, Richard 
König will mit den „Drei Kavalieren“ einen 
Erfolgsfilm gleich der „Fidelen Tankstelle” 
schaffen und vertraut dabei auf Joe Stöcel, 
der Regie führt und die Hauptrolle. spielt und 
eine Komikerbesetzung. Als weitere Darsteller 


wurden verpflichtet: 

ErikaRemberg,Harald Holberg, Beppo Brem, 
Margarethe Haagen, Willy Reichert, Harald 
Mannl, Erika v. Thellmann, Ludwig Bender, 
Fred Kallmann, Charlotte Dauder-+t, Lucie Eng- 
lisch, Jupp Hussels, Erhard Siedel und Ernst 
Rotmund. Die Musik schreibt Werner Bochmann. 
Die Bauten erstellt Max Seefelder. Den Ton steuert 
Hans Wunschel. Regie-Assistent und Schnittmeister: 
Adolph Schlyssleder. Aufnahmeleitung: Gustl 
Lauterbacher. s 


Pontus dreht auf Sizilien 


Im Oktober wird Geza von Cziffra im 
Rahmen der Pontus-Produktion mit den Auf- 
nahmen für seinen neuen großen Farbrevue- 
Film „Der bunte Traum“ beginnen. Es 
sollen zunächst Außenaufnahmen der Spielhand- 
lung auf Sizilien gedreht werden. 

Für diesen Eisrevue-Film wird übrigens eine 
Eiskunstläuferin gesucht, die eine der weiblichen 
Hauptrollen übernehmen kann. Nach den An- 
gaben von Geza von Cziffra muß dieses neue 
„Häseken“ nach dem Vorbild der Sonja Henie 
jung, charmant, schauspielerisch begabt, gut 
gewachsen und blond sein. : 

Im Mittelpunkt der Eisrevueszenen stehen 
unter anderen, wie schon berichtet, das welt- 
bekannte Eisläuferehepaar Maxi und Ernst 
Baier, ein internationales Eisballett sowie 
hervorragende Einzelkönner der europäischen 
Eiskunstlauf-Elite. 


„Lied der Heimat” 


Die Filmproduktion Bühne und Film GmbH,.- 


Karl Schulz, (früher Schulz und Wwuellner 
Filmfabrikation und Vertrieb) bearbeitet gegen- 
wärtig einen Filmstoff um das Deutsche Volks- 
lied mit dem Titel „Lied der Heimat”, 

Der Stoff schildert eine romantische Liebes- 
geschichte, die deutsche Volkslieder  filmisch 
und musikalisch zur Geltung bringt. 


E-Film gegründet 


. Unter dem 31. 8. wurde im Handelsregister 

die E-Film, Europäische Film GmbH, 
Sitz Frankfurt/Main, eingetragen. 
Unternehmens ist die Herstellung und der Ver- 
trieb von Filmen sowie die Beteiligung an ähn- 
lichen Unternehmungen. 

Als Geschäftsführer zeichnet der General- 
sekretär der Europa-Union Otto Blessing. 
Die Dreharbeiten zu dem ersten Spielfilm der 
E-Film, „Bankett der Schmuggler“, der in Ge- 
meinschaftsproduktion mit der Teve-Film, 
Brüssel, entsteht, haben bereits begonnen. 





” ai r r 

Zur Uraufführung seines Films „Der Verlorene“ 

weilte Peter Lorre in Frankfurt, mit ihm der Journalist 
Egon Jameson, der auf Grund von langwierigen Er- 
mittlungen tatsächlicher Vorgänge Lorre den Filmstoff lie- 
ferte. Die verantwortungsbewußte Anlage und spannungs- 
volle Durchführung des Films fanden die uneingeschränkte 


Zustimmung von Presse und Publikum, “Foto: National-Film 


492 


Zweck des.. 





Zusammenschluß der Filmdarsteller 
Am 18. 9. tagte in München eine Gruppe von 
Filmdarstellern mit dem Zweck, den „Deut- 


schen Verband der Filmdarstel- 
ler“ zu gründen. Die Filmdarsteller beantrag- 
ten ihre Aufnahme in die DACHO. An Stelle 
eines Vorstandes wurde fürs erste ein Arbeits- 
ausschuß gebildet, der bis zum endgültigen 
Aufbau des Verbandes die Funktionen des Vor- 
standes übernimmt. Diesem gehören Luise 
Ullrich, Kurt Meisel und Adrian Hoven 


an. 

Die Gründungsmitglieder des Deutschen Verbandes. der 
Filmdarsteller sind Luise. Ullrich, Grethe Weiser, Inge 
Egger, Hansi Knoteck, Renate Mannhardt, Gusti Kreisel, 
Edith Meinel, Franziska Kinz, Hans Albers, Viktor Staal, 
Rudolf Schündler, Adrian Hoven, Karl Schönböck, Jaspar 
v. Oertzen, Hans Zesch-Ballot, Kurt Meisel, Walter 
Ladengast, Waldemar Frahm, Helmut Wittrich, Harald 
Holberg und Charlott Daudert. Wg- 


Harlan-Film „Hanna Amon“ erfuhr keine 

Unterbrechung 

Wie wir uns in Göttingen selbst überzeugen 
konnten, sind die Dreharbeiten am Harlan- 
Farbfilm „Hanna Amon“ entgegen allen 
anderslautenden Meldungen nach Beendigung 
der Außenaufnahmen in den Bayerischen Bergen 
seit über 14 Tagen in vollem Gange. Der Un- 
fall von Kristina Söderbaum hatte nur zu einer 
geringfügigen Unterbrechung geführt. E.B. 


Erster Film-Sonderzug zu „Johannes und die 13 

Schönheitsköniginnen“ 

Der neue Agfacolor-Farbfilm der Berolina 
„Johannes und die 13 .Schönheitsköniginnen" 
wurde am 27. 9. im Turm-Palast Frankfurt ur- 
aufgeführt. Der Start dieses heiteren Spiels um 
die Wahl der Miß Europa erhält sein besonderes 
Gewicht durch den Einsatz des ersten. Film- 
sonderexpreß‘' der deutschen Bundesbahn, der 
mit den Hauptdarstellern sowie den in diesem 
Film mitwirkenden Schönheitsköniginnen aus 
zahlreichen europäischen Ländern von München 
zum Uraufführungsort Frankfurt fuhr und von 
dort eine Rundreise zu den Städten der ersten 
großen Einsätze dieses Films macht. 


Herbert Kirchhoff 


entwirft zur Zeit die Dekorationen für den 
Real-Film „Die Stimme“ und verfolgt dabei 
ein interessantes Prinzip. Kirchhoff arbeitet 
nach Originalfotos von Straßen, Wohnungen 
und Arbeitsräumen, die den Schauplätzen des 
Drehbucs entsprechen. Regisseur Erich Engel 
weilt zur Zeit in München, um mit den Autoren 
des Films-Fritz Kortner und Horst Budjuhn 
letzte Drehbucharbeiten vorzunehmen. 


Schnell noch lesen 


-.. daß Hermann Speelmans jetzt in Hamburg 1, 
Raboisen 88, Tel.: 33 48 03, zu erreichen ist. 


... daß Harald Mannl, der zuletzt in dem Lieben- ° 


einer-Film „Blauer Stern des Südens“ spielte, für eine 
wesentliche Rolle des am 24. 9. begonnenen König-Films 
„Drei Kavaliere“ verpflichtet wurde. 

-.. daß Rene Clair im Auftrag der RKO-Produ- 
zenten Wald und Krasna in Hollywood mit der Verfil- 
mung des Romans „Das Weib des Pilatus“ von 
Clare Booth Luce begann, dessen Titelgestalt, im Film 
Olivia de Havilland, mit den Augen der Römerin die 
Tragödie Christi erlebt. 

... daß an Stelle des kürzlich ausgeschiedenen Louis 
B. Mayer jetzt der langjährige Produktionschef der MGM 
Dore Scharey den Posten des Präsidenten der Ge- 
sellschaft übernommen hat. 

».. daß der Filmschwank „Atoll K“ mit Stan Laurel, 
Oliver Hardy und Suzy Delair, den Prisma in Deutschland 
verleiht, jetzt in Nizza mit großem Heiterkeitserfolg ur- 
aufgeführt wurde. 

..daß MPAA-Präsident Eric Johnston, der im 
Januar zum Aufbau einer Regierungsstelle für Wirt- 
schaitsförderung berufen wurde, voraussichtlich im Ok- 
tober an seinen führenden Posten in der amerikanischen 
Filmwirtschaft zurückkehren wird. 

-..daß die Filmfassung des bekannten Dramas „Die 
schmutzigen Hände“ von Sartre dem Pariser 
Uraufführungskino einen außerordentlichen künstlerischen 
und finanziellen Erfolg brachte, 

... daß der Centfox-Film „All about Eve“ (Alles 
über Eva) im Pariser Broadway-Theater 19 Wochen 
in französischer Erstaufführung lief. 

..„.daß Albert Lieven, der seit seiner Emigration 
jetzt in Hamburg bei der Verfilmung der Operette „Die 
Dubarry“ erstmalig wieder in einem deutschen Atelier 
steht, von Rank die Genehmigung erhielt, in zwei wei- 
teren deutschen Filmen mitzuwirken. 

... daß der Hans Hass-Film „Abenteuer im 
RotenMeer“ vonliseSelckmann-Wienecke 
geschnitten wurde. Den Cutter-Arbeiten kam gerade bei 
Sayer Film besondere Bedeutung zu. (S. Kritik in Fiwo 

r. 35). 

... daß Franziska Kinz für ein Gastspiel in „Sechs 
Personen suchen einen Autor“ an das Kurfürstendamm- 
Tbaater nach Berlin verpflichtet wurde, 





Zahlen beweisen! 


WasdasHerzbefiehlt 


(Veronika die Magd) 
Stuttgart 


Universum-Lichispiele 
melden: 1. Woche über 


20000 Besucher. 


Publikum restlos begeistert! 


Nürnberg 
Orpheum- 
Hans Sachs- 
Park-Lichispiele 


melden: 1. Woche bei 
gleichem Einsatz - Termin 


26 266 Besucher. 


Prolongieren 2. Woche 


„Sündige Grenze“ abgedreht 


R. A. Stemmle hat mit Kameramann Igor 
Oberberg die Aufnahmen zu seinem im 
Prisma-Verleih erscheinenden CCC-Film 
„Sündige Grenze, die bei Aachen, in Bel- 
gien und im CCC-Atelier in Berlin-Spandau ge- 
dreht wurden, beendet. Der Film ist zur Zeit im 
Schnitt, den Walter Wischnewski betreut. 
Die Musik schreibt Herbert Trantow. : 


Andıe Cayatte startete „Schwurgericht” 

in Berlin 

Zur deutschen Erstaufführung seines im Pal- 
las-Verleih erscheinenden Films „Schwur- 
gericht” (Justice est faite), der bei den Ber- 
liner Filmfestspielen einen „Goldenen Bären“ 
erhielt, weilte der französische Regisseur Andre 
Cayatte in Berlin. Er begab sich von dort aus 
an die deutsch-belgische Grenze bei Aachen, um 
die Außenaufnahmen zu dem europäischen Ge- 
meinschaftsfilm „Bankett der Schmuggler“ zu in- 
spizieren, dessen künstlerische Oberleitung er 
inne hat. 





Amerikanischer Besuch in Geiselgasteig ‘ 
MPAA-Vertreter führten interessante Besprechungen mit 
deutschen Produzenten. Von links n. rechts: MPAA-Vize- 
präsident McCarthy, MPAA-Repräsentant für Deutsch- 
land Marc Spiegel und die Herren Rauschen. 
bach, Klagemann und Witt, Foto: MPAA 








Ausgabe 39/51 


FILMWIRISCHAFT. 





Erich Menzel 


Irrweg Staatsfonds 


In unserer Artikelreihe über die Auswirkungen der Prädikatisierung durch die bundes- 
einheitliche Filmbewertungsstelle (s. auch Fiwo Nr. 38 „Vergnügungssteuer — nur 
Finanzquelle für Fiskus?“, Nr. 37 „Konkrete Fragen an Länderfinanzminister” und Nr. 34 
„Filmbewertungsstelle — Mangel an praktischem Nutzen”) lassen wir heute Erich 
Menzel, den Leiter des Instituts für wissenschaftliche Filme in Erlangen über die 
fachlichen und filmkulturellen Gefahren der Staationdsbildung zu Wort kommen. 


Es gibt verschiedene Meinungen und Pläne 
für die Überwindung-der deutschen Filmkrise. 
In einem Punkt sind alle Beteiligten einig. Staat, 
Filmwirtschaft und Theaterpublikum rufen 
nach dem „guten Film“. 

Gute Filme sollen dem Publikum Freude 
machen oder erhebende Werte vermitteln: Sie 
müssen deshalb nicht in jedem Falle Kunst- 
werke sein, obwohl das Filmkunstwerk stets 
das Idealziel bleiben wird. Es genügt, wenn 
sie mit sauberer Gesinnung geplant, mit 
verantwortungsbewußtem, filmhandwerklichen 
Können gestaltet werden und einen so breiten 
Widerhall im Filmtheaterpublikum finden, daß 
ihre Herstellungskosten oder mehr wieder an 
den Produzenten, zurückfließen. 

Der kluge Filmverleiher und Filmtheaterbe- 
sitzer sollte versuchen, aus Spiel- und Kultur- 
filmen dieser Art ein Qualitätsprogramm an- 
zubieten und aufzuführen. Damit wird er gleich- 
zeitig die verschiedenen Geschmacksrichtungen 
der Filmtheaterbesucher erfassen und befriedi- 
gen, was sich auf die Dauer in einer Steigerung 
der Durchschnittsbesucherzahlen des einzelnen 
Filmtheaters auswirken wird. 

Neben der allgemeinen Forderung nach Quali- 
tätsfilmen wird — vor allem von staatlichen 
Vertretern — die spezielle Forderung nach einer 
Selbstauslese im Bereich der Filmwirtschaft, 
vor allem der Filmproduktion, erhoben, Es 
wird behauptet, es gäbe zu viel Filmprodu- 
zenten und unter ihnen zu viel. schlechte. Das 
mag zum-Teil stimmen. 


Eine andere Frage ist es allerdings, ob Miß- 
stände durch die Bildung und Verteilung von 
Staatsionds bereinigt werden können. 


Daß die krisenhaften Schwierigkeiten der deutschen 
Filmindustrie zu einem ausschlaggebenden Teil durch die 
überhöhte Vergnügungssteuer hervorgerufen wurden, 
wird inzwischen auch von zuständigen staatlichen Stellen 
kaum noch ernsthaft bestritten. Die grundsätzliche Bereit- 
schaft des Staates, einen Teil der Vergnügungssteuer bei 
wertvoll anerkannten Filmen in die Filmproduktion 
zurückfließen zu lassen, ist dafür ein klarer Beweis. 

Es ist auch durchaus vertretbar, wenn der Staat die 
Ermäßigung der Vergnügungssteuer nur solchen Filmen 
zugute kommen lassen will, die durch sachverstän- 
dige Organe einer strengen Auslese und Bewertung 
unterworfen worden sind. Die Grundsätze und das Ver- 
fahren, nach denen dies geschieht, sollten allerdings ver- 
öffentlicht werden, damit sie auch von den Sachverstän- 
digen außerhalb der Filmbewertungsstelle diskutiert und 
bestätigt werden können. 


Die Meinung, daß Qualitätssteigerung und 
Selbstauslese in der Filmproduktion nur über 
die Bildung und Verteilung eines Staatfonds 
erreicht werden können, ist dagegen ein um- 
fassender Irrtum. 

Denn eine gerechte und fachlich vertretbare 
Filmbewertung und die, damit verbundene 
Steuerermäßigung führen automatisch zu Quali- 
tät und Niveau in der Filmproduktion. Dazu 
kommt, daß für die gesamte Filmindustrie ein 
wirtschaftlich vertretbarer Anlaß gegeben seın 


muß, die nicht geringen und in der gegenwärti- 


gen Lage schwer ins Gewicht fallenden Kosten 
für eine Filmbewertung zusätzlich auszugeben. 

Wenn ein bewerteter Film seinem Hersteller, 
seinem Verleiher und dem Theater einen di- 
rekten wirtschaftlichen Vorteil bringt, wird 
der Produzent seine ganze Kraft einsetzen, um 
den nächsten Film noch besser zu machen. Ver- 
‚leiher und Theaterbesitzer werden sich um die 
Terminierung und die Aufführung des Films be- 
sonders bemühen. Dadurch wieder können 
höhere Besucherzahlen erreicht werden.’ (Dieser 
Vorgang ist nicht nur für Spielfilme, sondern 
vor allem für die Kulturfilmproduktion von 
fundamentaler Bedeutung). 

Produzenten, die den wirtschaftlichen Erfolg 
ihrer Filme über ‘die Steuerermäßigung erstre- 
ben, werden von selbst gezwungen, ihren Film- 
vorhaben den Qualitätsstandard zu geben, der 


für die Filmbewertungsstelle ausreichend ist. 
Und sie erhalten ohne die Einschaltung eines 
Staatfonds den Beitrag, der ihnen direkt die 
Vorfinanzierung weiterer Filmvorhaben ge- 
stattet. 
* Sofern aber Gelder in einen Fonds geflossen 
sind und erst nach den Entscheidungen eines 
Gremiums für geplante Vorhaben freige- 
geben werden sollen, so steht dabei zunächst 
einmal fest, daß die Verwalter des Fonds na- 
turgemäß in noch viel stärkerem Maße Irrtü- 
mern ausgesetzt sind, als der erfahrene Film- 
fachmann. Es würde sich oft-genug heraus- 
stellen, daß die Filmbewertungsstelle Filme, 
die aus einem. Staatsfonds finanziert wurden, 
ablehnen müßte. Damit würde ein endloser und 
erfahrungsgemäß nicht zu schlichtender Streit 
zwischen den Herren des Staatsfonds und dem 
Filmhersteller ausbrechen, um zu ergründen, 
wer an dem Mißerfolg schuld ist. Daran kann 
vernünftigerweise niemandem etwas gelegen 
sein. 

Schließlich ist zu bedenken, daß ein Produzent 


berechtigterweise nur dann Filme bewerten 
lassen will, wenn er selbst für seine Be- 
mühungen belohnt wird. Die durch seine Lei- 
stung erbrachten Gelder sind unbillig verteilt, 
wenn sie über den anonymen Staatsfonds ent- 
weder Anderen oder ausgerechnet zur Stärkung 
seines Konkurrenten dienen, der thematisch und 
stilistisch gleichartige Filme herstellt wie er 
selbst. 

Der Staatsfonds aus der Vergnügungssteuer 
wird mehr Verwirrung als Nutzen in der Film- 
produktion stiften und zudem erneut den Vor- 
wurf einer staatsgelenkten Filmproduktion auf 
den Plan rufen. Die bisherigen Ergebnisse staat- 
licher Einflußnahme auf die Filmindustrie, lassen 
ein weiteres Fortschreiten auf diesem Wege 
nicht gerade als besonders wünschenswert er 
scheinen. 

Wie groß die Gefahren sind, in die tüchtige 
Staatsbeamte geraten, wenn sie versuchen, sich 
aui dem ihnen berufs- und arbeitsmäßiq frem- 
den Filmgebiet aktiv zu betätigen, hat gerade 
in jüngster Zeit der unglückliche Ausgang des 
Dokumentarfilmunternehmens auf der Loreley 
gezeigt. Nur ein mit allen Licht- und Schatten- 
seiten des Filmgeschäfts gründlich vertrauter 
Fachmann wäre imstande gewesen, die falschen 
Töne in der verführerischen Weise, mit der 
dieses Unternehmen angepriesen wurde, so 
rechizeitig zu entdecken. daß es des entzau- 
bernden Spiegels, in dem sich die Verantwort- 
lichen schließlich vor die peinliche Tatsache 
eines eklatanten Mißerfolges gestellt sahen, 
gar nicht erst bedurit hätte. 


Gemeinsame Lösung - der bessere Teil 


Offene Worte zur Unterbrechung der Verhandlungen zwischen 
* Zentralverband. Verleih und Produktion 


In unserem „Kommentar zur Lage” (FIWO 
Nr, 36, Seite 460 a) waren wir u. a. zu der Ver- 
mutung gekommen, daß bei den Besprechungen 
zwischen Delegierten des ZdF einerseits und 
Vertretern von Produktion und Verleih auf der 
anderen Seite die Partner mit „vorgefaßt alter- 
nativenEinstellungen an den'Varhandlungsiisch” 
kommen würden. Die Auffassung hat inzwischen 
ihre Bestätigung gefunden: Am 20. September 
ließen Verleih und Produktion wissen, daß sie 
über den ZdF-Produktions-Finanzierungsplan 
dann weiter zu verhandeln gewillt sind,wenn eine 
Entscheidung über die unumgänglich notwen- 
dige Marktregelung vorliegt. 

Bis dahin sollen die Besprechungen ruhen. 

Der forsche Optimismus, der gelegentlich die 
Gespräche vom 14. und 20. September beglei- 
tete, hat sich somit’ vorerst.noch nicht in greif- 
bare Ergebnisse umsetzen lassen. Das kommt 


. nicht allzu überraschend, wenn man als begrün- 


det und gegeben annimmt. daß mit Finan- 
zierungsmaßnahmen allein noch nicht 
unbedingt die gesunde und zweckentsprechende 
Auswertungsbasis für Produktion und 
Verleih erreicht werden kann. Diese Meinung 
vertraten und vertreten jedenfalls nach wie vor 
kompetente Produktions- und Verleihvertreier. 
Deshalb war es kaum zu vermeiden, daß in den 
Verhandlungen mit den ZdF-Delegierten früher 
oder später das Wort Quota fallen mußte. Eben 
darüber wollten die Vertreter der Theatersparte 
sich aber nicht unterhalten, weil sie in ihrem 
Plan die Gesamtlösungq sehen — oder sahen, 
das wird sich noch %eiaen. 

So mußten zwangsläufig die Unterhaltungen 
unterbrochen werden. 

Dem Vernehmen nach soll dieser Tatbestand 
erfreulicherweise nicht dazu führen, daß.erneut 
eine gegenseitige Protest- und Beschuldigungs- 
welle durch den Resolutions-Blätterwald rauscht. 
Der Zentralverband wird sich vermutlich in einer 
Präsidialsitzung mit der Situation befassen. 
Möglicherweise werden die Standpunkte außer- 
dem auf der in letzter Zeit stark vernachlässig- 
ten Spio-Ebene zur Sprache kommen. Was nicht 
ausschließt, daß inzwischen ‚beide Seiten in 
Bonn eine verstärkte Aktivität entfalten, um 
den fälligen definitiven Quota-Bescheid zu er- 
wirken. 


Es bleibt qrundsätzlich zu hoffen, daß die 
Verhandlungspariner alles vermeiden, was zur 
Versieifung der Standpunkte und der verire- 
tenen Prinzinien führen könnte. Hinter dieser 


Hoifnung stehen — unabhängig von den er- 
iabrungsgemäß unprodukliven Folgen starrer 
Spartenaspekte-— konkrete sachliche Überle- 


gungen, die im Einzelnen folgendermaßen ange- 
deutet werden können; \ 


i. Die im ZdF-Plan angestrebte Finanzierung der deut- 
schen Produktion schließt einen bestimmten Betrag des 
Eintrittsgeldes auch für ausländische 
Filme mit ein. Wir bringen hier Auslandsfirmen keines- 
wegs auf neue Gedanken (im Gegenteil, der Hinweis kam 
von dort an uns), wenn wir sagen, daß dadurch gewisse 
Rückwirkungen ausgelöst werden könnten, die sich beispiels- 
weise in einer bisher noch nicht gekannten Steigerung der 
Quantität und Qualität ausländischer Programme zu gün- 
stigsten Verleihbedingungen bemerkbar machen würden. 
Die damit eintretenden Folgen (z.B. der Terminverstop- 
fung) wären klar und sind durchaus nicht utopisch ent- 
wickelt, wenn man weiß, daß die Ausländer zwar der 
Quota zustimmten; sicher aber wenig Neigung zu noch 
größeren Zugeständnissen (der Produktions-Finanzie- 
rung) zeigen werden, ohne ihre größeren Möglichkeiten 
vell auszuspielen. 

Aus dem Plan ist einstweilen noch nicht zu erkennen, 
was dagegen — außer marktregelnden Maßnahmen — ge- 
ian werden sollte. 

2. Die in dem ZdF-Vorschlag angeregte Finanzierungs- 
methode zieli auf die Wiederherstellung einer starken 
Kapitalbasis ab, „um dadurch die Produktion gehaltvoller 
deütscher Filme zu ermöglichen, die zu annehmbaren Ver- 
leiasätzen ihren angemessenen Abnehmerkreis finden 
sollen. 

Der Vorschlag enthält vorerst noch keine näheren EI- 
läuterungen darüber, wodurch diese Annahme garantiert 
Wirklichkeit werden kann, obgleich a) Wettbewerbs. 
bedingungen in freiester Form bestehen bleiben sol- 
len (s. oben), b) die Frage der konzentrierten und nur da- 
durch tatsächlih konkurrenzfähigen Firmen- 
struktur noch ungelöst ist (Kartellgesetze) und c) trotz- ° 
dem keinerlei Terminsicherungen verbindlich und 
auf breiter Grundlage konzediert werden sollen. 

Es muß nicht besonders betont werden, daß 
wir uns bei der offenen Ansprache der im Zu- 
sammenhang mit dem Plan des Zentralverban- 
des auftauchenden Probleme nur von dem ob- 
jektiven Bemühen leiten lassen, für eine im 
Kern außerordentlich begrüßenswerte Absicht 
den realen Boden zu finden. Dabei muß folge- 
richtig der Gedanke vorherrschen, daß es in 
jedem Fall besser ist, unumgängliche Notwen- 
digkeiten fachlichüerlegen zusehen 
und untereinander abzustimmen. 
Das Gegenteil (das in den vergangenen Jahren 


(Fortsetzung umseitig) 


492 a 


Filmwirtschaft 39/51 


| Investitionshilfe-Gesetz bringst 
Kostensteigerung für Filmwirtschaft 


Bereits kurze Zeit mach Beendigungder Parlamentsierien beriet der Wirtschaitspolitische Ausschuß des 
Bundestages den Gesetz-Entwurf über die „Investitionshilie der gewerblichen Wirtschaft“, Die Bundesregie- 
rung drängt auf schnelle Vorlage vor dem Plenum des Bundestages, zumal, wie erinnerlich, der Forderung 
des Bundeskanzlers auf Behandlung des Gesetzentwurfes noch vor den Parlamentsferien nicht entsprochen 
wurde. Außerdem sollen die Banken bereits jetzt die Investitionshilie mit 150 000 009 DM bevorschussen. 


Man muß also trotz gegenteiliger Vorstellun- 


gen die Lesung und die Verabschiedung des 
Gesetzes im Bundestag für die nächste Zeit er- 
- warten, und es ist zweckentsprechend, sich mit 
dem Gesetz, so wie es in der Vorlage aussieht, 
und mit den zu. erwartenden Auswirkungen 
schon jetzt zu befassen- 

Die Aufbringung der Investitionshilfe bedeu- 
tet neben der Kostensteigerung und den Steuer- 
erhöhungen eine neue fühlbare finanzielle Be- 
lastung der westdeutschen gewerblichen Wirt- 
schaft und damit auch der Filmwirtschait. 


Zweck der Umlage 


ist es, der Grundstoif-Industrie für Kohle, Eisen und 
Energieerzeugung die zur Kapazitätssteigerung vordring- 


lichen Investitionsmittel in Höhe von 1 Milliarde DM durch - 


eine Selbsthilfeaktion — die Auflage von Auslandsanleihen 
ist ja verwehrt — zuzuführen und gleichzeitig eine vorzei- 
tige Investition der güterverarbeitenden Industrie zu ver- 
hindern, Der Aufbringung kommt sozusagen die Bedeutung 
einer gelenkten Vermögensverlagerung zu. Sie besitzt nicht 
das Wesen einer Steuer, da die aufgebrachten finanziellen 
Mittel nicht dem Fiskus zufließen, sondern in den Wirt- 
schaitskreislauf zwangsmäßig gelenkt werden. Verzinsung 
‘ und Abgeitung durch Wertpapiere geben der Umlage den 
Charakter einer Zwangsanleihe. Der Veräußerung der 
Wertpapiere ist eine dreijährige Sperririst, gerechnet vom 
Tage der Zuteilung, gesetzt. Dadurch werden evtl. nicht 
unbeträchtliche Vermögensteile einzelner Betriebe lang- 
fristig festgelegt. 

Die Umlage ist eine einmalige Aktion, die 
zeitlich vom 1. 7. 1951 bis 30. 6. 1952 begrenzt 
ist. Jeder am 1. 1. 1951 bestehende oder im 
Laufe des Kalenderjahres neugegründete Ge- 
werbebetrieb ist zur Aufbringung heranzu- 


ziehen. 

Bei der Festlegung der Bemessungsgrundlage ist davon 
ausgegangen worden, daß der Unternehmer Aufbringungs- 
schuldner ist. Deshalb ist der sogenannte Unternehmer- 
anteil an der betrieblichen Wertschöpfung. zum Maßstab 
der Aufbringung gemacht worden, den man im Gesetz als 
Rohgewinn bezeichnet. 

Dieser Rohgewinn errechnet sich aus den Betriebseinnah- 
men für steuerbare Lieferungen und Leistungen im Sinne 
des $ 1 des Umsatzsteuergesetzes im Kalenderjahr 1951 ab- 
züglich der Aufwendungen für Material- und Personalein- 
satz, zuzüglich der Aufwendungen für Verbrauchssteuern, 
gezahlte Soll-Zinsen und bei Einzelunternehmen und Per- 
sonengesellschaften eines Pauschalbetrages ähnlich dem 
sogenannten Unternehmerlohn. x 

Von diesem Beitrag, in welchem demnach die üblichen 
Gemeindekosten der Fertigung oder des Vertriebes noch ent- 
halten sind, sollen 5 vH als Aufbringung in zwei Raten 
an die Industrie-Kreditbank oder ihre Hilfsstellen abge- 
führt werden. Die erste Rate wird, wie man in Regierungs- 
kreisen erwartet, noch vor Ende dieses Jahres auf der 
Berechnungsgrundlage vom 1. 1. — 30. 6. 1951 fällig sein, 

Die Betriebe nehmen ihre Veranlagung selbst vor, wäh- 
rend den zuständigen Finanzämtern die-Bemessung, Begut- 
achtung und Bearbeitung der Selbstveranlagungen zufällt. 
Nur wenn der endgültige Aufbringungsbetrag 400 DM nicht 
erreicht, entfällt für den einzelnen Betrieb die Aufbring- 


pilicht 


Die Bemessungsgrundlage 
ist in ihrer Gestaltung nicht ohne weiteres auf 
die Betriebe der Filmwirtschaft anzuwenden. 
Der Film ist nicht im üblichen Sinn ein Indu- 
strieerzeugnis oder eine Handelsware. Der $ 10 
des Gesetzesvorschlages sieht zwar vor, daß 
bei Fehlen der allgemeinen Bemessungsgrund- 





Gemeinsame Lösung . .: 
(Fortsetzung von Seite 492a) 


wechselseitig oft genug praktisch „erprobt“ 
wurde) kann immer nur dazu führen, daß ein 
Gesetz als Schiedsspruch von mehr oder weni- 
ger versierten Beamten erlassen wird oder die 
„freieste Freiheit“ den Wunsch nach dem Ex- 
trem, der. formal gebundenen Ordnung wach 
werden läßt. 

Um die Wiederholung dessen, was bisher 
keinen Schritt weiter brachte, zu vermeiden, 
dürfte es an der Zeit sein, daß jetzt in Ge- 
sprächen nicht mehr Systeme prinzipiell ableh- 
nend oder zustimmend, sondern Modalitäten 
behandelt werden, die zur umfassenden Lösung 
der offenbar nicht zu trennenden Finanzierungs- 
und Marktregelungsproblematik führen. 

„Man sollte annehmen können, daß sich noch 
genügend Verbandsvertreter stark genug fühlen, 
um bei ihren Mitgliedern nicht nur über die 
Vorteile der eigenen Auffassung und die Nach- 
teile anderweitiger Darlegungen zu refe- 
rieren. Hoffentlich findet diese Annahme in ab- 
sehbarer Zeit ihre Bestätigung durch einen 
echten Gedankenaustausch auf objektiver Ebene, 
der von der Einsicht getragen ist, daß die deut- 
sche Filmwirtschait mit einergemeinsamen 
Lösung den besseren Teil wählt.“ 
(„Kommentar zur Lage“, Fiwo Nr. 36) 


492 b = 


lage eine abweichende Bemessungsgrundlage 
oder ein abweichender Aufbringsatz anzuwen- 
den ist. Dieser Paragraph bezieht sich jedoch 
mehr auf die Fälle, in welchen der allgemeine 
Aufbringungssatz offensichtlich zu einer über- 
mäßigen Beanspruchung der Liquidität führen 
könne. Inwieweit dieses auf die Gewerbe der 
verschiedenen Filmwirtschaftszweige zutrifft, 
müßte noch festgestellt werden. Der $ 6 setzt 
für die allgemeine Bemessungsgrundlage 
Lizenzgebühren und andere gewerbliche Schutz- 
rechte dem Aufwand für Wirtschaftsgüter des 
Vorratsvermögens, d- h. also einem Material- 
wert, gleich, Hierunter dürften demnach die 
Lizenzkosten, die Leihmieten und alle Gebüh- 
ren und Abgaben fallen, welche in wirtschaft- 
lichem Zusammenhang mit der Leistung des 
Betriebes, d. h. also der Herstellung des Films, 
der Verleihung des Films und der Vorführung 
des Films stehen. 

Man wird in den Sparten der Filmwirtschait 
genaue Feststellungen treffen müssen, welche 
leistungsbezogenen Aufwendungen als abzugs- 
fähige Beträge im Sinne des Gesetzes vorlie- 
gen können. 

Es ist in dieser Verbindung\zum Beispiel auf die hohen 
Reklamekosten hinzuweisen, welche den drei Sparten, Pro- 
duktion, Verleih und Theater, entstehen. Im Gegensatz zu 
anderen gewerblichen Betrieben — ausgenommen vielleicht 
die Markenartikel- und Tabakwarenindustiie — ist in 
der Filmwirtschait die Propaganda leistungsbezogen, So- 
weit bekannt wurde, ist bei den Beratungen im wirtschaits- 
politischen Ausschuß des Bundestages der Werbungsnot- 
wendigkeit für alle Gewerbe schon wenigstens bis zu einer 
Höhe von 70 vH der Aufwendungen Rechnung getragen 
worden. Für die Anerkennung der Abzugsfähigkeit weiterer 
Aufwendungen, welche bei der Produktion, im Verleih und 
im Filmtheater in enger Verbindung -mit der Leistung ste- 
hen, müssen m.E,. eindringliche Vorstellungen bei den 
zuständigen Stellen erhoben werden, insbesondere mit dem 
Hinweis, daß die Liquidität der Betriebe zu weitgehend 
beansprucht wird. Eine Anzahl der Betriebe, z.B. Produk- 
tionsfirmen, arbeiten nur auf Kreditgrundlage und sind 
praktisch nicht in der Lage, zusätzliche Zahlungen zu lei- 


sten. Die Schwierigkeit der Zahlung liegt ja darin, daß die 
Aufbringungsbeträge keine Kosten sind und deshalb nicht 
abgewälzt werden können, sondern aus dem Vermögen 
‚geleistet werden müssen. Der $ 20 sieht zwar eine Stun- 
dung und einen Erlaß in besonderen Ausnahmefällen vor, 
beschränkt die Möglichkeiten aber gleichzeitig durch die 
Bestimmung, daß Stundung nur gewährt werden kann, 
wenn der Aufbringungsschuldner nicht über Guthaben und 
4ällige Forderungen verfügt oder sich den Aufbringungs- 
'betrag auf zumutbare Weise, z. B. durch Veräußerung von 
Vermögensteilen, ‘beschaffen kann. 

Die Finanzbehörden versicherten zwar, daß 
die kreditgebenden Banken gewillt sein wer- 
den, die Aufbringungsbeträge zu kreditieren. 


Die Möglichkeit hierzu besteht wohl schon im 


.Hinblick darauf, daß die Banken für den Kre- 
. dit die zu erwerbenden Wertpapiere als Sicher- 


heit in Übereignung nehmen. Diese Kredit- 
nahme ist allerdings für den Kreditnehmer ein 
schlechtes Geschäft. Er wird für den Kredit 
wahrscheinlich etwa 10—12 Prozent Zinsen zah- 
len müssen, während der Aufbringungsbetrag 
mit 4 Prozent verzinst wird. 


Lizenzzahlungen an Italien 


Auf Grund des am 30. Juni 1951 unterzeich- 
neten Protokolls über die filmwirtschaftlichen 
Bestimmungen zwischen der Bundesrepublik 
Deutschland und der Regierung Italien (vergl. 
Bundesanzeiger Nr. 156 v. 15. August i95i) 
können nunmehr die Erträgnisse aus dem Ver- 
kauf und der Auswertung von Spielfilmen und 
Kurzfilmen, die den Charakter von Dokumentar- 
filmen, Fachfilmen oder Kulturfilmen haben, 
sowie von Wochenschauen im Wege des deutsch- 
italienischen Zahlungsabkommens überwiesen 
werden, sofern die berechtigten Einfuhrgenehmi- 
gungen beiFilmeninOriginalfassung 
nach dem 31. August 1951 erteilt worden sind. 

ND-Genehmigungen für derartige Überwei- 
sungen nach Italien werden auf Grund der vom 
Bundeswirtschaftsministeriums erteilten Einfuhr- 
genehmigungen von den Landwirtschaftsministe- 
rien ausgestellt. 

Die auf der Grundlage des am 30. Juni 1951 
abgelaufenen Abkommens über den Austausch 
von Filmen zwischen Italien und Westdeutsch- 
land vom 28. September 1949 zugelassenen 
Filmgeschäfte werden weiterhin. über die in 
diesem Abkommen vorgesehenen Filmkonten 
abgewickelt. 


Filmausschuß gegen Bavaria-Verkauf 


Der Bundestagsausschuß für Presse, Rundfunk 
und Film hielt auf Einladung des Bayerischen 
Wirtschaftsministers Dr. Seidl im Münchener 
Wirtschaftsministerium am 20. 9. eine ordent- 
liche Sitzung ab. Zur Debatte stand die Öfient- 
liche Ankündigung des Verkaufs des Ufi-Ver- 


-mögens. Zu Beginn der im Anschluß stattfinden- 


den Pressekonferenz informierte Dr. Vogel die 
anwesende Fach- und Tagespresse über fol- 
gende drei Punkte, die der Ausschuß dem Bun- 
destag vorlegen wird: 


. Der Bundestagsausschuß für Presse, Funk und 
Film legt gegen die Ausschreibung der 
Alliierten Hohen Kommission im 
Bundesanzeiger, den Verkauf zweier Kom- 
plexe des Ufi-Vermögens betreffend, Ver- 
wahrung ein. Diese Maßnahme sowie die 
alliierte Note vom 10. August d. J. ist auf 
Grund der von den westlichen Außenmini- 
tern in Washington geführten Verhandlungen 
sachlich überholt und nicht mehr zu rechtfer- 
tigen. 


2.Die Bundesregierung wird er- 
sucht, noch einmal an die Hohe Kommis- 
sion heranzutreten und die geeigneten 
Schritte zu unternehmen, um die Gegenseite 
auf die veränderte Situation aufmerksam zu 
machen. 


-_ 


.Diese Ansichten sollen auch durch den Vor- 
sitzenden dem Ausschuß für auswär- 
tige Angelegenheiten unterbreitet 
werden. = 


w 


In der folgenden Diskussion wurde darauf 
hingewiesen, daß kapitalstarke Filmgesellschaf- 
ten: geschaffen werden müßten, die von sich 
aus in der Lage sind, den Kreditgebern ge- 
nügende Sicherheiten zu geben. Das Wichtigste 
sei eine Neuordnung der Filmindustrie. Man 
müsse — so führte Abgeordneter Mende 
(FDP) aus — einen Mittelweg zwischen der ver- 
gangenen Ufa und: der zur Zeit bestehenden 
Zersplitterung finden. 

Die Qauotafrage, die der nächsten Aus- 
schuß-Sitzung vorbehalten ist, stand dieses Mal 
nur am Rande zur Debatte. Abgeordneter Karl 
Brunner (SPD) führte den Standpunkt sei- 


‘ Bavaria-Studios zu unterhalten. 


ner Partei zur Quotaregelung dahingehend aus, 
daß man zunächst die Finanzierungsfrage ge- 
löst wissen müsse, worauf Dr. Most von der 
Fifi zu bedenken gab, ıdaß die Finanziers auf der 
anderen Seite wiederum zuerst auf die Markt- 
regelung warteten, bevor sie an die Finanzis- 
rung gehen wollen. 


Abgeordneter Hennig (SPD) führte weiter 
aus, es sei an der Zeit, mit dem oft diskutierten 
Prinzip der freien Marktwirtschaft einmal Ernst 
zu machen. Die notwendigen Kapitalmittel für 
eine Filmbank müssen aus den Rückläufen der 
Steuereinnahmen genommen werden. 


Der Nachmittag des 20. September diente 
einer Besichtigung Geiselgasteigs durch die 
Mitglieder des Bundestags-Ausschusses. Er gab 
ferner Gelegenheit, sich mit Direktor Fritz 
Thiery über schwebende Fragen bezüglich der 
Weigl 


Neue Hoffnung für Geiselgasteig 


Wie bereits kurz in Nr. 38 der FW gemeldet, 
wurden jetzt endlich nach monatelanger Stag- 
nation 4 Produktionsfirmen Ausfallbürgschaften 
des bayerischen Staates erteilt. Dieser Tropfen 
auf einen heißen Stein, der zugleich aber auch 
ein Hoffnungsschimmer ist, stellt die am 9. 8, 
auf der Notkundgebung in Geiselgasteig ge- 
forderte Übergangshilfe dar. ; 

Der Zusammenschluß der 4 Produzenten Witt, 
NDF, König und Helios ist insofern ein Novum, 
als eine gegenseitige Haftung für gegenseitige 
Verluste mit 70 vH des Einspielergebnisses 
besteht. Eine Inanspruchnahme der Staatsbürg- 


“ schaft ist damit aller Voraussicht nach ausge- 


schaltet. 

Auch die noch nicht ganz geklärte Frage der 
Refinanzierung wartet einer baldigen positiven 
Entscheidung. Erst nach Zustandekommen dieser 
gegenseitigen Garantie war Finanzminister 
Zietsch bereit, der Staatsbürgschaft für die 
vier Filme überhaupt näherzutreten. 


Gedreht werden: Ein Bertha v. Suttner-Stoff „Herz 
der Welt“ (NDF); eine Gesellschaitskomödie „Ich 
heiße Nicky“ (Witt); „DreiKavaliere* (König- 
film) und „Haus des Lebens“ (Helios). Wg- 








Aktuelles Filmeecht 


Plagiatsprozeß 
„Sensatiomin San Remo“ beendet 


Wie wir in unserer letzten Ausgabe mitteil- 
ten, hatte der Direktor des Folkwang-Tanz- 
theaters in Essen, Kurt Jooss, gegen die Her- 
steller des Films „Sensation in San Remo“ einen 
Plagiats-Prozeß angestrengt mit der Begrün- 
dung, daß die unter der Bezeichnung „Sittlich- 
keitskommission“ laufende Szene des Films auf 
sein Tanzdramıa „Der grüne Tisch“ zurückgehe. 

Das Essener Landgericht führte am 17., 18. 
und 20. September Verhandlungen durch, die 
mit der Vorführung des Tanzdramas und des 
Films begannen. 

Dabei bestritt die Filmseite nicht gewisse 
Ähnlichkeiten, die jedoch zufällig. entstanden 
seien. Umgekehrt konnte die Gegenpartei auch 


nicht Unterschiede in Abrede stellen. 

Als Zeuger der Filmpartei traten die Balleitmeisterin 
des Filmes Sabine Reß und Filmproduzent Roli Meyer 
auf. Film-Choreograf Jens Keith gab als Sachverständi- 
ger kund, daß es sich bei den länzerischen Bewegungen 
um allgemeinübliche Kenntnisse versierter Tanzmeister 
handele. Eidesstattliche Aussagen von Georg Jacoby, Ma. 
rika Rökk, Werner G. Stammer und den Maskenbildnern 
lagen dem "Gericht schriftlich vor. 

(Ganz allgemein gab es noch andere Tanzkünstler, die 
am „grünen Tisch“ Urheberrechte beanspruchen: Hanna 
Spohr, frühere Dortmunder Ballettmeisterin, behauptet, 
Jooss habe ihre Inszenierung „Die Sitzung“ im „grünen 
Tisch“ ausgewertet und bekräftigte diese Aussage durch 
ihren Eid. Walewska Gehrt "behauptet das gleiche in 
einer schriftlichen eidesstattlichen Erklärung in bezug auf 
ihre Tanzszene „Der Tod“. Um die Verwirrung vollständig 
zu machen, behauptet der Drehbuchautor Edgar Kahn, 
die „Sittenkommission“-Szene des Filmes sei ein Plagiat 
aus einem von der Jungen Film-Union abgelehnten Dreh- 
buch von ihm). 

Die Ballett-Partei bestritt die Zufälligkeit mit Sachver- 
ständigen-Gutachten. Persönlich sagen in diesem Sinne aus: 
‚die Balletlmeisterinnen Olga Brand-Knack, Ham- 
burg, und Yvonne Georgi, Düsseldori, sowie der Tän- 
zer Karl Bergest, Köln, und die Kunstkritiker Dr. 
Hannes Schmidt, Essen, und Fritz Herwagen. 

Die Vernchmung ergab, daß die Filmchcereographin Reß 
zurzeit der Uraufführung des „Grünen Tisches* 1932 in 
Paris weilte und am folgenden Tage dort einen eigenen 
Tanzabend halte. Infolge Erkrankung habe sie das Jooss- 
Ballett aber nicht gesehen, nur ein Foto (Tod mit Fahne) 
mit Gewißheit, andere vielleicht zu Augen bekommen und 
Erzählungen von Kollegen über die Inszenierung gehört. 
Auch habe sie keine Anregungen von einem Tänzer er- 
halten, der sowohl im Jooss-Balleft wie im Film einer der 
Männer am Tisch gewesen sei. Die bekannten „Spiegel”- 
Artikel über die Nevaufführungen des Balletts und den 
U:heberanspruch von Hanna Spohr seien ihr erst, nach der 
Klage von Jooss bekannt geworden. 

Der Verteidiger der beklagten Filmseite wies in seinem 
Plädoyer vor allem darauf hin, daß der gesetzliche Schutz 
vor Plagiaten in der Tanzkungt nur selten anwendbar sei. 
Er beantraget Aufhebung der einstweiligen Verfügung und 
erhob Einspruch gegen die zweite einstweilige Verfügung 
— notfalls unter Bereitstellung einer Sicherheit, 

Der Vertreter des Klägers stützte sich in seinem Plä-. 
doyer auf die Sachverständigen-Gutachten und bestritt die 
Behauptung der Gegenseite, 'daß die Filmszene vorwiegend 
musikalisch und est in zweiter Linie tänzerisch zu werten 
sei. Film sei in erster Linie immer optisch, ‘hier also 
tänzerisch, zu beurteilen. 

In seinem Urteil bestätigte das Essener Landgericht prak- 
tisch die gegen die fragliche Szene bestehende einstweilige 
Verfügung mit der Maßgabe, daß der ursprüngliche Schnitt 
der Szene von 95m auf 57m reduziert wird. 5 


Union-Streit geht weiter 


Am 19. September wurde vom Landgericht 
München I, der 1. Kammer für Handelssachen, 
eine einstweilige Verfügung gegen den Inhaber 
des Consortial-Filmverleihs, Richard v. Shenk 
erlassen. Wegen der Dringlichkeit des Falles 
wird durch den Vorsitzenden ohne vorgängige 


mündliche. Verhandlung angeordnet: 
I. Dem Antragsgegner wird bei Meidung einer Geldstrafe 
in unbeschränkter Höhe oder einer Haftstrafe bis zu 
6 Monaten für jeden Fall der Zuwiderhandiung unter- 
sagt, den von der Firma „Production Sacha Gordine*, 
Paris, hergestellten Film „Ded&e d’Anvers“ 
("Die Schenke zum Vollmond“) unter die. 
sen oder anderen Titeln in Deutschland in Original- 
fassung oder in einer deutschnachsynchronisierten Fas- 
sung vorzuführen oder vorführen zu lassen. 
II. Der Antragsgegner hat die Kosten des Verfahrens zu 
.. tragen. 
III. Der Streitwert wird auf 20 000 DM iestgesetzt. 
Trotz der am Vormittag erlassenen Verfügung führte 


Herr von Schenk als Chef des Consortial-Verleihs den um-, 


stritttenen französischen Film „Die Schenke zum Voll. 
mond“ Münchner Filmtheaterbesitzern im Hasso-Vorführ- 
raum, Goelhestraße 28, machmittags vor. Wie bereits in 
Nr. 36/51 der FW erwähnt, gab der Lieferungsverzug des 
Films „Schenke zum Vollmond“ Anlaß zu der Auseinander- 
setzung zwischen der Union-Film, die einen Verleihvertrag 
für die Deutschland-Auswertung des Films abgeschlossen 
hatte, und der französischen Sacha Gordine-Produklion. 
Union-Anwalt Dr. Hans Falthauser erschien mit 
einem Gerichtsvollzieher kurz vor Beginn der Vorführung 
in der Goethestraße, um den Text der Verfügung den’ ver- 
sammelten Filmtheaterbesitzern vorlesen zu wollen. Herr 
v. Schenk konnte dies durch den Hinweis, daß damit Haus- 
friedensbruch begangen werden würde, verhindern. Die 
einstweilige Verfügung berühre ihn nicht, das wäre eine 
Angelegenheit zwischen Union und Sacha Gordine. Er habe 
einen ordnungsgemäßen Verleihvertrag. Auch sei ihm beim 
Abschluß von Michael Nicola Vondas (Gordine'’s Ge- 
neraldirektor) ausdrücklich erklärt worden, der frühere 
Vertrag mit der Union sei ungültig und gekündigt. Wg— 


Filmwirtschaft 39/53 





Örtliche Verleihertagung Düsseldorf behandelt: 
Sauberkeit in der Branche 


Am 17. September fand unter Vorsitz von 
Willy Karp in Düsseldorf eine örtliche Tagung 
des Verleiherverbandes statt, auf der Geschäfts- 
stellenleiter Rudolf Schu die 


Denkschrift des Verleiherverbandes über 

) Vertragsbrüche 
verlas (s. „Der redliche Theaterbesitzer ist nicht 
betroffen“ Fiwo Nr. 38/51, S. 478c) und dabei 
darauf hinwies, daß mit dem in der Denkschrift 
vorgelegten Material alle voreiligen Versuche, 
die katastrophalen wirtschaftlichen Folgen, die 
aus der Verschuldung durch säumige Abrech- 
nung, säumige Zahlung und Abrechnungsdiffe- 
renzen entstehen, bagatellisieren zu wollen, 
hinfällig und unverantwortlich sind. Schu teilte 
mit, daß z. B. im Düsseldorfer Verleihbezirk 
nur rund 25 vH aller Theaterbesitzer ihre Film- 
leihmieten innerhalb von vierzehn Tagen be- 
gleichen. 

Anschließend wurde ein Kurzbericht über die 
bisherige erfolgreiche Arbeit der Verbands- 
geschäftsstelle verlesen, worin u. a. hervor- 
gehoben wird, daß allein im Düsseldorfer Ver- 
leihbezirk. innerhalb eines Jahres durch Mahn- 
schreiben, Moratorien und Treuhandschaften 
über 100 000,— DM von Seiten des Verbandes 


eingetrieben werden konnten. 
Sechs Fälle von 


Vertragsverletzungen 
lagen vor, von denen einer zur endgültigen Einstellun 
der Filmlieferungen (auch nicht mehr per Nachnahme! 
führte und ein weiterer einer sofortigen Revision durch 
die Abrechnungskontrolle zugewiesen wurde. In zwei 
Fällen wird nur noch per Nachnahme in Zukunft gelie- 
fert werden und die zwei restlichen Theater wurden dem 
neugebildeten Moratoriumsausschuß zur Uberwachung ge- 
stellt, 
Bei dem Punkte 

Theaterübernahmen i 
standen sechs Vorgänge zur Behandlung: zwei blieben 


einstweilen offen und zwei wurden zwischenzeitlich durch ' 


Übernahme der früheren Verleihverträge bzw. durch güt- 
liche Vereinbarungen mit den betreffenden Verleihfirmen 
erledigt. In einem weiteren Falle sollen bis. zur Rege- 
lung keine Neuabschlüsse getätigt werden und im letzten 
Falle wird noch vorerst eine eventuelle Feststellungsklage 
erwogen. 

Dann befaßte man sich mit 


Preiseinbrüchen, 
wobei vor allem Koblenz zur Sprache kam, wo ein neues 
Filmtheater (noch nicht eröffnet) den üblichen Mindest- 
eintrittspreis unterschreiten möchte. Man sprach sich ein- 
mütig gegen derartige Methoden aus, deren Beispiel sonst 
Schule machen würde. In ähnlicher Weise nahm man auch 
zu Mülheim/Ruhr Stellung, wo zwei Filmtheater bei Nacht- 
vorstellungen nur 0,50 DM Eintritt erheben. 

Bei dem Tagesordnungspunkt 

Reklamematerial 
wurde seitens vieler Mitgliedsfirmen Beschwerde geführt 
darüber, daß die meisten Filmtheaterbesitzer die ihnen 


übersandten Plakate einfach nicht bezahlen und bei An- 
mahnungen unsachlich-grobe Briefe schreiben, worin mei- 
stens darauf hingewiesen wird, daß die anderen Verleih- 
firmen überhaupt keine Reklamematerial-Kosten in Rech- 
nung stellten. In eingehender Diskussion wurde geklärt, 
daß diese Behauptungen fast im allen Fällen nicht den 
Tatsachen entsprechen und daß es sich meistens um sehr 
geschickte Tarnungsmanöver handele. Die Mitglieds- 
firmen wollen deshalb in Zukunft mit allen Mitteln gegen 
diese unerfreulichen Geschäftspraktiken vorgehen, 
‚Abschließend wurde über 


Abschlußgemeinschaften 
gesprochen. Als in diesem Zusammenhange das Düssel- 
dorier Filmbüro Max Stüdemann erwähnt wurde, stellte 
man fest, daß hier stets korrekt gearbeitet würde und 
man die Verleihfirmen in ‘keiner Weise unter Druck 
setze, so daß von einer unerlaubten Konzernbildung im 
kartellrechtlichen Sinne hier keine Rede sein könne. Gt 


. 


Bezirksversammlung in Hessen: 


Aktiver werden 


Am 19, September tagte in Frankfurt der Landesver- 
band Hessen des Wirtschaftsverbandes der Filmtheater. 
Gustav Zimmermann führte u. a. aus, daß die Gema- 
gebühren dem Tonfilm nicht mehr gerecht. würden, 
da die gesetzliche Regelung aus dem Jahr 1870 stamme. 
Zur neuen Forderung der Gema liege dem Bundespreisamt 
bereits ein Gegenantrag des Verbandes vor. Ferner sei nun 
unbedingt eine neue Eintrittspreisregelung 
notwendig; die kleineren Theater mit einem Umsatz unter 
100000 DM im Jahr lebten zum großen Teil nur noch von 
der Substanz. 

Nachdem die Prädikatisierungsstelle in 
Wiesbaden die Arbeit aufgenommen habe, stünde zu er- 
warten, daß man über eine Neuregelung der Vergnü- 
gungssteuer in Hessen verhandeln werde. Es sei 
lediglich eine Verordnung nötig, die bestimme, daß Filme 
mit einem Prädikat Steuernachlaß genießen, Zimmermann 
warnte die Kollegen nochmals vor Handlungen gegen die 
Bestimmungen der Selbstkontrolle. Es 
seien sehr vernünflige Besprechungen. mit Pfarrer Born- 
gässer, dem katholischen Vertreter der FSK geführt wor- 
den. Durch die Verstärkung der Verteidigungstruppen sei 
die Beschlagnahme neuer Kinos möglich, Die 
Schadenersatz- und Änderungspläne im Hinblick auf die 
bisher von der Besatzungsmacht benutzten Theater habe 
man vorgelegt, der Erfolg sei aber bisher ausgeblieben. 

Herr Lubliner, Delegiertes Mitglied der Tarifkom- 
mission beim ZDF, sprah von. dm Zusammen- 
schluß der, Erstauiführer der 12 Schlüssel. 
städte als Abwehrmaßnahme gegen bestimmte Maßnahmen 
des Verleihs. 

Protestiert habe man gegen den Beschluß der US-Verleih. 
firmen, den Werrbezuschuß für Erstauifüh- 
rer zu streichen, da diese die Aufgabe hätten, die Filme 
bekannt werden zu lassen. Ein größerer Aufwand und ein 
größeres Risiko seien die Folge. Lubliner wandte sich scharf 
gegen den Plan, die Kinobesitzer an den Investi- 
tionsabgaben des Bundes zu beteiligen. (S. 
hierzu „Investitionsgesetz bringt Kostensteigerung“ in die- 
ser Ausgabe). 

Die Versammlung nahm zum Schluß nach reger Diskus- 
sion eine Resolution an den Zentralver- 
band an, die fordert, daß der ZdF in puncto Verleih- 
bedingungen und Eintrittspreisregelung aktiver EAN 


Beamte sollen der Bevölkerung dienen 


Auischlußreicher Brief eines Verbandsgeschäftsführers an einen Regierungspräsidenten 


Das Gewerbeamt Frankfurt/M. teilte dem WdF 
Hessen mit, daß der Verkauf von Süßwaren nur 
hinter der Einlaßsperre der Filmtheater erfolgen 
darf, um zu verhindern, daß möglicherweise nach 
Ladenschluß in Filmtheaterräumen Süßwaren an 
Nichtbesucher verkauft werden. 

Der Hinweis des Geschäftsführers des WdF 
Hessen, daß diese Verordnung vielfach untrag- 
bare Umbauten erforderlich machen würde und 
grundsätzlich nur berechtigt sei, falls Theater nach 
19 Uhr Süßwaren an Nichtbesucher verkaufen 
würden, änderte den Standpunkt des Gewerbe- 
amtes nicht, 8 

Daraufhin schrieb der Geschäftsführer an den 
Regierungspräsidenten einen Brief, dessen Inhalt 
über den Tatbestand hinaus von allgemeinem 
Interesse ist, weil hier erfreulich offene Worte 
über das Verhältnis zwischen Beamten und Be- 
völkerung gefunden wurden. 


„Wir bitten Sie daher, Ihren Aufsichtsorganen 
Weisung zu geben, daß sie nur dann einschrei- 
ten und Strafanzeige vorlegen, wenn die Tat- 
bestandsmerkmale eines verbotswidrigen Ver- 
kaufs an andere Personen als Filmtheaterbe- 
sucher nach den eingetretenen Ladenschluß- 


zeiten vorliegen. 

Es geht in einem geordneten Staat 
nicht darum, daß die Bevölkerung sich 
AnordnungenderBehördezuliebeunter. 
wirft, sondern daß die Behörde einem 
bestehenden Bedürfnis der Bevölke- 
rung durch vernünftige Aufstellung 
von Verwaltungsvorschrifiten Rech- 
nung trägt. Im vorliegenden Falle hat man sich an- 
scheinend von diesem Gesichtspunkt nicht leiten lassen. 

Die große Unzufriedenheit in der Bevölkerung, die z.B. 
durch immer weiter ansteigende steuerliche Belastungen 
ausgelöst wird, führt zu einer Animosität gegen Behör- 
den und ihre Organe, wenn staatliche Einnahmen dazu 
Verwendung finden, um in kleinlicher Weise Kontroll- 
organe zu beschäftigen. Bei der ungeheuren Notlage 
breiter Bevölkerungsschichten und auch der Notlage des 


Staates selbst, sollte man bei Regelungen, die das 
Lebensbedürfnis der Menschen betreffen, auch diesen 
Gesichtspunkt außer acht lassen und die Freiheit des 
einzelnen Individuums, in diesem Falle des Filmtheater- 
besitzers und seiner Besucher, in seiner Handlungsweise 
nicht mehr beeinträchtigen, als dies notwendig erscheint. 
Der Kauf einer Rolle Drops nach Ladenschluß, selbst 
für den Fall, daß er von einem Nichttheaterbesucher ge- 
tätigt wird, kann nicht als eine staatsgefährdende oder 
die Ordnung eines Staates zerstörende Handlung an- 
gesehen werden, und auch das ansässige Süßwaren- 
gewerbe, das an die Ladenschlußzeiten gehalten ist, kann 
dadurch keine Existenzerschütterung erfahren. 


Wir würden den deutschen Behörden empieh- - 
len, sich einmal in anderen Ländern unserer 
Nachbarschaft in dieser. Beziehung zu orien- 
tieren. Dort findet man eine solch kleinliche Re- 
gelung nirgends. Nur in Deutschland ist die 
Behörde in ihrer Allmacht noch nicht beein- 
trächtigt. Das Verhältnis des Staates zu seinen 
Bürgern kann aber nur dann eine sserung 
erfahren, wenn auch die behördlichen Instanzen 
sich endlich den Lebensgewohnheiten und Le- 
bensnotwendigkeiten ihrer Bürger anpassen.“ 





Wechsel im Film-Referat des’ Bundes- ’ 
ministeriums für Wirtschaft 


Nachdem Dr. Miittelstraß kürzlich ins Bundes- 
kanzleramt berufen worden ist, ist Oberreg. 
a.D. Schattenberg an seine Stelle im Re- 
ferat Film-Wirtschaft des Bundesministeriums 
für Wirtschaft getreten, dessen Leitung Herr 
Ockardt unter Beibehaltung seiner Aufgaben 
als Presse-Referent übernommen hat. 


492 c 


Filmwirtschaft 39/51 


- Was geschah in dieser Woche? 
Aufzeichnungen aus der praktischen Arbeit eines Landesverbandes 


In dem von uns veröffentlichten Artikel „Kritik an der richtigen Stelle üben“ (Fiwo 
Nr. 32, Seite 410c) wurde betont, daß es gerade in Krisenzeiten notwendig und nützlich 
ist, akute Fragen zur Lage offen anzusprechen. 


Die Tatsache, daß die Lösung aktueller Probleme noch immer nicht umfassend gelun- 
gen ist und in der praktischen Arbeit der Theaterbesifzer dadurch vielfach existenz- 
entscheidende Schwierigkeiten entstehen, läßt oft in Mitgliederkreisen der Filmtheater- 
verbände die Meinung aufkommen, in den Verbandsgeschäftsstellen werde nichts oder 


zu wenig getan. 


Wieweit eine Kritik dieser Art, sofern sie sich auf Gesamtiragen wie Eintrittspreise, 


Bestellschein, Zulassungsverordung usw. 


oben angeführten Artikel dargelegt. 


bezieht, zutrifft oder nicht, wurde in dem 


Um darüber hinaus den Theaterverbands-Mitgliedern unter unseren L 
objektiven Einblick in Arbeit und Aufgaben der Geschäftstelle eines Sara 
zu gewähren, beginnen wir heute mit einer Artikelreihe, in der freimütig der wesent- 
liche Arbeitsanfall jeweils einer Woche skizziert wird. 

Da es sich dabei immer um Vorgänge handeln wird, die jedem Theaterbesitzer in 
der Alltagspraxis begegnen oder begegnen können, dürfte den Ausführungen besonderes 


Interesse zukommen. 


Bei der bestehenden Knappheit an neuen 
guten deutschen Filmen ist fast jeder Theater- 
‚besitzer, besonders wenn er gegen die Konkur- 
renz ausgespielt wird, oft gezwungen, die här- 
testen Vertragsbedingungen einzugehen, um 
seinen Spielplan erfolgreich gestalten zu kön- 
nen. Durch das Fehlen 


einheitlicher Bezugsbedingungen 


sind von einigen Verleihfirmen Spielzeitver- 
pflichtungen gefordert, die bei ihrer Einhaltung 
die rentable Führung eines Filmtheaters un- 
möglich machen. Einzelne Verleihfirmen, for- 
dern die Anerkennung einer Prolongationsver- 
pflichtung bei einer 50prozentigen Besetzung 
der letzten Abendvorstellung. Eine derart weit- 
gehend erhobene Forderung gegenüber den 
Filmtheatern, die mehrere Vorstellungen am 


Tage durchführen, gab es bisher noch nicht. 

Der Vorstand und die Geschäftsführung eines einzelnen 
Landesverbandes sind nicht in der Lage, die bisher un- 
erfüllt gebliebenen Forderungen ihrer Mitglieder durch- 
zusetzen, wenn es sich hierbei um Regelungen au fi 
Bundesbasis handelt. 

In diesen Fällen ist der Zentralverband zuständig und 
allein legetimiert, mit den Bundesbehörden und dem Ver- 
band der Filmproduzenten und Filmverleiher diesbezüg- 
liche Verhandlungen zu führen. 
des Zentralverbandes ist daher dringend erforderlich, 
wenn er seiner Aufgabe in den Augen der Verbandsmit- 
glieder gerecht werden will. x 

Die Hessische Regierung plant eine 


Neuregelung der Vergnügungssteuer, Ye 
damit: die Gemeinden gehalten sind, bei prädi- 
katisierten Filmen eine Vergnügungssteuerer- 


mäßigung zu gewähren. 

Der Geschäftsführer des Zentralverbandes und des 
Hessenverbandes verhandelten mit dem zuständigen Re- 
ferenten im Innenministerium. Ergebnis: Keine Erhöhung 
der Vergnügungssteuer infolge Steuersenkungen bei Prä- 
dikatfilmen beabsichtigt. Keine Abführung der Vergnü- 
gungssteuernachlässe an eine staatliche Stelle zur Fonds- 
bildung geplant. Vergnügungssteuersenkungen sollen un- 
mittelbar der Filmwirtschaft zugute kommen. 

„Wenn jedes Glied unserer Gemeinde dem 


Lieben Herrn 
drei Kinovorstellungen schenken 


und opfern würde, könnte man unsere Kirche 
weiter ausbauen.“ (Titel der Druckschrift eines 


evangelischen Pfarramtes) 

Der Pfarrer richtet seinen Brief an alle Gemeindemit- 
glieder und will offensichtlich auf Kosten der Offenbacher 
Filmtheater seine Kirche ausbauen. Im Gegensatz dazu 
hat der evangelische Pfarrer in Wiesbaden mit einem 
Verbandsmitglied und dem Geschäftsführer einen Weg 
-gesucht, wie Filmtheater mit den Kirchenbehörden zusam- 
menwirken können, damit den beiderseitigen Interessen 
gedient werden kann. In der Besprechung wurden für 
beide Teile annehmbare Gesichtspunkte aufgestelit, die 
eine gegensätzliche Einstellung der Kirche zu den Fiim- 
theatern ausschließen. 

Die Verbreitung der 

Maul- und Klauenseuche 


"hat zu Filmtheaterschließungen geführt, die 
durch Verbandsintervention wieder rückgängig 


gemacht .werden konnten. 

Lediglich in der Stadt Gedern ist noch das dortige Film- 
theater geschlossen. Gegen diese Schließungsmaßnahme 
wurde Beschwerde erhoben, weil sie unwirksam und un- 
gerecht ist, solange nicht gleichzeitig auch die Gast- 
stätten, Kirchen und Schulen geschlossen sind. 

Im Lardkreis Erbach dürfen die Filmtheater 
ihre 

Eintrittspreise von 70 und 90 Piennig 
brutto nicht erhöhen, obwohl der Verband die 
dringende Notwendigkeit einer Erhöhung. von 
10 Pfennig in einer ausführlichen Begründung 
dem dortigen Landratsamt dargelegt hat, damit 
die Wirtschaftlihkeit der Theater erhalten 


bleibt. 

Jedes Theater soll einzeln nachweisen, daß es nicht 
"einen höheren Gewinn als 5 Prozent vom Umsatz erzielt. 
Da diese Theater meistens nur einen Wochenumsatz von 
unter 1000 DM brutto bei diesen Eintrittspreisen erzielen 
können, haben die Inhaber erst die Möglichkeit, ihre 
Eintrittspreise zu erhöhen, wenn ihr geschäftlicher Ertrag 
unter 200 DM im Monat liegt. An diesem Beispiel zeigt 
sich daß die derzeitige Eintrittspreisregelung untragbar 
geworden ist. Die unteren Preisbehörden sind nicht zu 
bewegen, betriebswirtschaftlih zu denken und zu ent- 
scheiden, solange die Anordnung 15/47 besteht. Nach 


492 d 


Eine größere Aktivität, 


dieser Preisanordnung halten sie sich nicht befugt, ohne 
Nachweis der Unrentabilität einer Eintrittspreiserhöhung 
zuzustimmen. > 


‘ Beim Arbeitsgericht in Aschaffenburg hat eine 
Kassiererin ein Filmtheater auf 


Nachzahlung von fast 3000 DM Lohn 
verklagt, obwohl das Filmtheater weniger als 
9 Vorstellungen in der Woce gibt und die 
Kassiererin die Woche 40 DM netto erhielt. 


Die Kassiererin hat erst nach ihrem’ Ausscheiden diese 
Nachforderung erhoben mit der Begründung, sie habe 
als Angestellte in gehobener Position nach dem bayeri- 
schen Tarif 450 DM Monatsgehalt zu beanspruchen, da 
sie wöchentlich '48 Stunden gearbeitet habe. Die Gewerk- 
schaft stützt die Forderung der Klägerin. In zwei Ter- 
minen war es dem Geschäftsführer des Verbandes nicht 
möglich, das Gericht davon zu überzeugen, daß diese 
Forderung zum Zweck einer unrechtmäßigen Bereicherung 
erhoben wird und von einem nicht voll spielenden Film- 
theater nicht aufgebracht werden kann. 


Dieser Fall zeigt, wie dringend notwendig es ist, end- 
lich den ee ee unter Dach und Fach zu brin- 
gen. Darin wird bestimmt, daß offene Forderungen aus 
einem Arbeitsverhältnis nach 6 Wochen veriallen, wenn 
sie zei gegen die Betriebsführung geltend gemacht 
werden. 


Ein 
Schiffskino aus Holland 
hat am Mainufer in Frankfurt angelegt und 


Spielerlaubnis erhalten. 

Dem Verband war es infolge der Gewerbefreiheit nicht 
möglich, die Inbetriebstellung. des holländischen Schiffs- 
kinos zu unterbinden obwohl es die Filmtheater im 
Sachsenhauser Stadtteil in ihrer Existenz gefährdet. Die 
Vermutung, daß mit einem Zulassungsveriahren für Film- 
theater-Neueröfinungen gerechnet werden kann, hat in 
erschreckendem Maße zu Neuprojektierungen von Film- 
theatern geführt, um noch vor Erlaß einer Zulassungs- 
ordnung mit den Plänen durchzukommeh. GEEZ. 


-Theaterbesitzer in Nordbayern! 


Im Einverständnis mit der Geschäftsleitung 
des Wirtschaftsverbandes der Filmtheater, Lan- 
desverband Bayern, wird aus technischen Grün- 
den die für Mittwoch, den 3. Oktober 1951, vor- 
gesehene Monatszusammenkunift auf Mitiwoch, 
den 10. Oktober 1951, um 10.30 Uhr, Hotei 
Reichshof, Nürnberg, Johannisgasse, verlegl. 
Es wird erwartet, daß alle nordbayrischen Kok 
legen daran teilnehmen. —ini 


Gema-Kündigungen auch in Berlin 

Wie der Verband Berliner Filmtheater m 
teilt, ist wider Erwarten die Gema auch in Ber- - 
lin dazu übergegangen, die Verträge mit d 
Filmtheatern zu kündigen. Der Verband steu 
auf dem Standpunkt, daß die Lösung der Ku 
lektivverträge ohne vorherige Schiedsgerich. 
Anrufung vertragswidrig ist und hat seineı 
Mitgliedern empfohlen, die Kündigungen nich 
anzuerkennen. Er erklärt sich bereit, gegeb: 
nenfalls einen Musterprozeß durchzuführew 


falls die Gema dazu übergehen sollte, Prozeß- 
Maßnahmen zu ergreifen. 


(rd) 





Schaumannsacbeit im Querschnitt 





Damen haben freien Eintritt 


In zwei bayerischen Orten boten sich den 
überraschten Bewohnern kürzlich folgende Pla- 


kate zur Lektüre an: 

„Die X-Produktion und Verleih zeigt am 7. 9,, 
20 Uhr, in den Y-Lichtspielen den neuen deutschen 
Lustspielfilm „Seitensprünge im Schnee“, 

Zu diesem Film, der unter der Geschäftsführung 
des Herrn D. entstand, darf mit Genehmigung der 
Produktion jeder Herr eine Dame frei ins Theater 
führen.” 


Herr D. erklärte den betreffenden Theater- 
besitzern, daß er von der Produktion bevoll- 
mächtigt sei, die Vorführung zu organisieren. 

Der Vierleih, der den Film zur Auswertung 
hat, wuße natürlich nichts davon und war zwei- 
fellos noch mehr überrascht als die bayrischen 
Damen und Herren, die unversehens nicht etwa 
im Dutzend, sondern sogar schon zu zweit bil- 
liger ins Kino gehen konnten 

Von der Methode des Herrn D. und der Pro- 
duktion kann zumindest behauptet werden, daß 
sie Originalitätswert hat. Damit hört's dann aber 
auch aıf. Was die Herren Veranstalter sich 
sachlich davon versprochen haben, bleibt 
unerfindlich: Sie verzichten zunächst einmal auch 
bei vollem Haus auf 50 Prozent der Einnahmen 
(denn die Damen gehen ja frei durch die 
Sperre), sie verleiten ferner Theaterbesitzer zu 
unfairen und äußerst. gefährlichen Gieschäfts- 
gebräuchen; und. sie betrügen schließlich 
Theater, Verleih und nicht zuletzt sich selbst 
um treuhänderisch zu vereinnahmende Eintritts- 
gelder, die nach Recht und Verordnung unter 
allen Umständen erhoben werden müssen. 

Die charmant freigiebige Verbeugung vor dem 
weiblichen Geschlecht, die sich hier Herr D. und 
seine Produktion gestatteten, geht etwas weit: 
Sie ist, um es weniger charmant und sehr direkt 
zu sagen, glatter Betrug. Überflüssig zu be- 
tonen, daß Theaterbesitzer, die sich auf „Sei- 
tensprünge“ dieser Art einlassen, mit allen an- 
deren Beteiligten die zwangsläufig entstehenden 
„Alimente“ möglicherweise vor dem Kadi aus- 
handeln müssen. 

Dieses Beispiel für wandernde Filmmänner 
mit schlechten Manieren steht leider nicht 
allein. In der Stadt der rauschenden Bockbier- 
feste gibt es eine Filmtournee, die mit einem 
„großen Doppelprogramm“ -(„Die Reise durch 
die Welt“ und „Männer müssen so sein) durch 
Bayerns liebliche Dörfer zieht, um die ganze 
doppelte Sensation für summa. summarum 80 
D-Pfennige vorüberflimmern zu lassen, 

Auswertungsverträge, die diese Schleuder- 


preise erklären würden, kestehen selbstver- 
ständlich nicht. Das machen die Herren unter 
sich aus. 

Bleibt nur noch zu fragen, wie das überhaupt 
möglich ist. Bleibt vor allen Dingen die drin- 
gende Anregung an zuständige Stellen, Pro- 
duktionen oder Unternehmer dier eben skizzier- 
ten Gattung scharf unter die Lupe zu nehmen, 
um zu erreichen, daß sie zar Ordnung gerufen 
werden und die Filmbrance unter allen Um- 
ständen verschonen. 





Vor einer Verleiher-Erklärung 

Zu den Beschlüssen, die Berlins Theater- 
besitzer auf ihrer letzten Versammlung (siehe 
Filmwoce Nr. 37) in Bezug auf Reklame- 
zuschüsse und Ablehnung neuer Verleihbedin- 
gungen faßten, steht — wie unsere Berliner 
Redaktion erfährt — in Kürze eine Verlaut- 
barung der Arbeitsgemeinschaft Berlin des Ver- 
bandes der Filmverleiher zu erwarten. (rd) 











5 In seliger Erinnerung 

konnte Lilian Harvey schwelgen, als sie in der Ham- 
burger Urania-Filmbühne die Wiederaufführung ihres größ- 
ten Erfolges „Der Kongreß tanzt“ miterlebte, der 
auch hier das Publikum erneut begeisterte. 

Foto: Super-Film/Janke 





Gloria . SE 
Durch Dick und Dünn 


Theodor Müller, Mitinhaber des Juweliergeschäftes Mül- 
ler & Schulze, hat vom verstorbenen Onkel Ottokar ein 


. Automobil des Baujahres 1904 (im Film das älteste Modell 


des Kölner Fordmuseums) geerbt, das sich in den schwie- 
rigsten Situationen fast wie ein denkendes Wesen ver- 
hält. Wenn ein Gangster den guten Theodor überfällt, löst 
sich wie durch Zufall ein Vorderrad und springt dem Ver- 
brecher ins Gesicht. Wenn Frau Müller auf verbotenen 
Wegen wandelt, zeigt der Winker die Richtung an, der 
Theodor nur zu folgen braucht, um seine Frau wieder zu 
finden, Es rettet die Verlobung des ältesten Sohnes im 
richtigen Augenblick und bewahrt den Benjamin der Fa- 
milie vor einem schweren Unglück. Durch dick und dünn 
begleitet es die Familie Müller bis zum versöhnlichen 
Ende des Märchens und versinkt in einem tiefen See, nach- 
dem es seine Schuldigkeit getan hat. 

Man fühlt sich an Käutners Geschichte eines Autos aus 
„jenen Tagen“ erinnert, nur daß sich hier alles unbe- 
schwert-heiter, lustig und grotesk anläßt, ein wenig schlep- 
pend am Anfang, dann aber sich steigernd zu einem 
Tempo, das sich beinahe selbst erschlägt. Ein waschechter 
Theo Lingen. Er schrieb gemeinsam mit Fritz Eck- 
hardt das Drehbuch. Er führte Regie. Er spielt die Haupt- 
rolle. Es bedarf keiner demoskopischen Untersuchungen, 
um der turbulenten Groteske einen totsicheren Kassen- 
erfolg vorauszusagen. Es ist anspruchslose „Unterhaltung, 
saubere Technik und gutes Handwerk, gewürzt mit einer 
Fülle- guter Einfälle und neuer Gags, unbedenklich für 
Kinder aller Altersstufen und eine reine Freude für alle 
Freunde einer tolldreisten Situationskomik. Von Herbert 
Körner glänzend fotografiert sind die Szenen auf dem 
Rummelplatz eines Filmateliers. 

Bewährte Kanonen des ernsten und heiteren Flimmer- 
spiels lassen kein Auge trocken: Fita Benkhoff, Siegfried 
Breuer, Carola Höhn, Grethe Weiser, Walter Müller, Lucie 
Englisch; Walter Gross und Hans Richter vor allem als 
gewollte Karikaturen eines verdrehten Filmregisseurs und 
seines noch verrückteren Assistenten (wie sich der kleine 
Moritz die Leute vom Bau beiläufig vorstellt); Kurt Pratsch- 
Kaufmann, Jakob Tiedtke, Paul Westermeier, Paul Heide. 
mann in der Rückblende als vermoderter Onkel Ottokar 
und Kurt Reimann als Schlagersänger. Reizende Neuerschei- 
nungen sind Tessy Kuhls als filmverrückte Tochter und die 
lieblich anzuschauende Marianne Prentzel als verliekter 
Backfisch. Männlicher Nachwuchs mit ausgesprochener Be- 
gabung für das komische Fach: Dietrich Kühnel als Pri- 
maner Rolf, der sich aus Liebeskummer zum buddhistischen 
Yogi umschult; die Produzenten sollten sich diesen jungen 
Mann näher ansehen. Der knallerbsenwerfende Hannes 
Hübner als jüngster Sproß der Familie ist ein: lustiges 
Filmkind, wie es sein soll. Werner R. Heymann steuerte 
die Musik und hübsche Chansons mit Texten von H. F. 
Beckmann bei. Gabriel Pellon entwarf. die Bauten. Die 
Produktionsleitung hatte W. Hoffmann-Andersen, die Auf- 
nahmeleitung Heinz  Willeg. ö 5 

Ein Apollo-Film im Gloria-Verleih. Länge: 2300 m, Vor- 
führdauer ca. 85 Min. Jugendfrei, nicht an ernsten Feier- 


tagen. Uraufführung am 21. 9. 1951 in den Licht- 
spieltheatern Schauburg und Rheingold in Karlsruhe. 
Lutz Ries 


Amerikanischer Universal 


Der Fluch der 'Tempelgötter 


(White Savage) 

Südländischer Heimatfilm aus Hollywood-Perspektive 
sieht sich so an: Die eingeborene Prinzessin wird von der 
Liebe eines Hai-Fischers verschlungen, die schurkigen 
Kill-Miller-Gestalten hingegen von einem Erdbeben, als 
sie der Prinzessin gerade, den goldenen swimming-pool 
aus dem Tempelgöttergarten demontieren wollen. Solche 
Vulkan- und Erdbebenausbrüche sind eine Art Südsee- 
Nemesis, die immer nur die Gangster mit in den Hades 
nimmt, während sich die Mitspieler mit den weißen 
Westen frei nach Sokrates den rächenden Göttern empieh- 
len dürfen. en 

Der Film — von Arthur Lubin 1943 inszeniert, als 
scheinbar kriegerische Ereignisse dergleichen „iriedliche” 
Abwechslung für Amerikas Theater forderten — empfiehlt 
sich seinerseits durch die Technicolor-Farbprächtigkeit 
(Kamera: Lester White und William Shuler), durch ein 
paar Eingeborenentänze und durch die humorige Anlage 
der Rolle eines Detektiv-Advokaten für Theater mit 
„Southern“-Publikum. Die Naivität der Handlung wird 
durch simple deutsche Texte noch unterstrichen. Immer- 
hin: Maria Montez ist wieder schön, wenn auch kühl, 
Jon Hall ohnehin Frauenliebling — Sabu auch noch 
jünger als heute. Außerdem spielen mit: Thomas Gomez, 
Sidney Toler und Turhan Bey. Die Technik und Aus- 
stattung sind Schema Südsee. : 

Eine Universal-International-Produktion in Technicolor 
im Verleih der Amerikanischen Universal, Verleihstaffel 
1951/52. Vorführdauer etwa 75 Minuten. Deutsche Erst- 
aufführung in Synchronfassung am 31. August 1951 im 
Capitol in Gelsenkirchen. Jugendfrei, Feiertagsverbot. 

Heinz Reinhard 


Prisma . 
Die Karriere der Doris Hart 
(La belle que voila) 

In Anlehnung an den gleichnamigen Roman von Vicki 
Baum, aus dessen Motiven Jean-PaulLeChanois seinen 
Stoff schöpfite, hat man dem Film diesen deutschen Titel 
gegeben, obgleich die Originalfassung nirgends den Namen 
Doris Hart aufweist. Dort heißt die kleine Tänzerin, die 
aus Liebe zu dem jungen Bildhauer Pierre Leroux sich als 
„Sünderin“ geben mußte und damit den Auistieg zur be- 
rühmten Ballerina verband, eigentlich Jeanne Morell. In 
einem Pariser Vorstadtviertel hat sie ihren Pierre kennen- 
gelernt, aber ein Mißverständnis hat die beiden auseinander- 
gerissen. Eine Eifersuchtstragödie folgt. Pierre schießt auf 
Doris-Jeanne und ihren vermeintlichen Geliebten, verwun- 
det das Mädchen schwer und muß auf 8 Jahre ins Zucht- 
haus. Jeanne verkauft inzwischen ihre Liebe, um ihm 
später ein sorgloses Leben bieten zu können. Aber als das 
beginnen soll, versagt ihr Herz, das seinerzeit von Pierres 
Kugel gestreift wurde. 

Ein typisch französischer Filmstoff, mit großer Zurück- 
haltung von Le Chanois auch inszeniert, nirgends aufdring- 
lich, sauber fotografiert und dezent gespielt. In der Haupt- 


rolle die in Deutschland bestens bekannte Michele Mor-- 


gan, der die Verkörperung der unsagbar liebenden und 
leidenden Frau auch hier trefflich gelingt. Diesmal ist Henri 
Vidalihr Partner. Gut gegeneinander abgestuft die Lieb- 
ee Le von Bernard Lancret und Gerard Oury, dazu die 
ausgezeichneten Studien von Marcelle Genit, Jean d’Yd 
und Debucourt. Kurz im Mittelpunkt auch einmal Ludmila 
Tcherina, die kapriziöse französische Ballerina. 

Dem Film dürfte eine freundliche Aufnahme gewiß sein. 

Eine Produktion Les Films Gibe, Paris, im Prisma-Verleih, 
erste Staffel 1951/52. Vorführdauer: 105 Minuten. Deutsche 
Erstaufführung in Originalfassung mit deutschen Titeln am 
27. 8. 1951 im Astor, Berlin. Jugendverbot, Feiertagsverbot. 


. 


Centiox 


Der gebrochene Pfeil 


(Brocken Arrow) 


Ein Film über die Beziehungen zwischen Weißen und 
Indianern ‘in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhun- 
derts. Ein entlassener Soldat vermittelt in dem blutigen 
Streit zwischen Farmern und Apachen, indem er für diese 
ein unantastbares Territorium durchsetzt. Das Mißtrauen 
der Eingeborenen erschwert ihm seine Aufgabe ebenso wie 
die Unvernunft und der rassische Hochmut seiner Lands- 
leute. 

Ein |breiter Raum wird der Liebe des Unterhändlers zu 
einem schönen Indianermädchen eingeräumt. Die vieldisku- 
tierte Frage, ob die Ehe der beiden von Bestand sein wird, 
bleibt unbeantwortet; die Filmautoren ziehen es vor, sie 
als Märtyrerin der Verständigung sterben zu lassen. 

Der unter der Regie von Delmer Daves entstandene 
Film ist im Rahmen seines Genres eine gute Leistung. Er 
besticht durch ungewöhnlich schöne und echte Farbauinah- 
men aus der Felsenlandschaft des Wilden Westens, durch 
das ebenso unaufdringliche wie überzeugende Spiel von 
James Stewarit und die exotische Schönheit der Debra 
Paget. 

Das Werk sollte auch einem anspruchsvollen Publikum 
gefallen. 

Ein 20th Century-Fox-Film im Verleih der Centfox, Herbst- 
staffel 1951. Länge 2529 m. Jugendfrei, feiertagsfrei. Deut- 
sche Erstaufführung am 6. 9. im Eden in Göttingen. 

- Cormo 


Herzog f 
Verrat im Dschungel 

Gary Cooper ist ein so großartiger Schauspieler, daß 
man es nur bedauern kann, ihn vorwiegend in Aben- 
teuer-Konfektion zu sehen. Aber selbst hier, beim „Ver- 
rat im Dschungel”, qualifiziert er sich derart, daß jeder 
auf seine Kosten kommt, der Cooper zuliebe ins Kino 
geht, 7 

Henry Hathaway, der routinierte Allround-Re- 
gisseur, hat vor vielen Jahren einmal seine Kunst auch 
an diesem Samuel-Goldwyn-Film versucht, der heute ein 
kaum noch taugliches Objekt darstellt. Da wird auf der 
Philippineninsel Mindanao so kräftig „geschliffen“ und 
ausgebildet und der böse Moro-Häuptling so „vernichtend 
geschlagen“, daß es in unseren Tagen zwischen Re- und 
Entmilitarisierung peinlich berühren kann. Abgesehen von 
zwei künstlich hineingeflickten weiblichen Hollywood- 
Figuren, ist sonst die Atmosphäre durchaus echt und 
überzeugt durch David Niven, Reginald Owen und 
prachtvolle Eingeborenen-Typen. Tricks und Technik sind 
wie immer gut gelungen und geben diesem Hathaway- 
Film mit Gary Cooper typisches, wenn auch nicht bestes 
US-Format. ö 

Theater, deren Publikum auf exotische 
reagiert, werden mit diesem Film gut fahren. 

Ein Samuel-Goldwyn-Film im Herzog-Verleih. Länge 
2625 m. Jugendfrei. — Deutsche Erstaufführung am 24.8. 
1951 im Waterloo in Hamburg. hesto 


MGM ® 
Tarzans Rache 


(Tarzan Escapes) 


Ein anregend, manchmal erregend anzuschauendes Ur- 
waldmärchen, dem man sein Alter nicht anmerkt. Die Regie 
von Richard Thorpe ist nicht nur im Technischen voll 
auf der Höhe, sie gibt diesem Dschungel-Bilderbuch auch die 
erforderliche Menge an Spannung und Humor mit auf den 
Weg, so daß die zahlreiche Gemeinde der Tarzan-Freunde 
kaum enttäuscht sein dürfte. Johnny Weissmüller 
stand damals noch in der Blüte seiner Jahre und hat im 
Spiel mit Maureen O'’Sullivan, seiner liebenswerten 
Jane, auch einige echt rührende Momente. ? 

Eine Sam Zimbalist-Produktion der Metro-Goldwyn- 
Mayer im eigenen Verleih. Länge 2436. Jugendfrei, nicht 
feiertagsfrei. Deutsche Erstaufführung im- Apollo, Heidel- 
berg, und anderen westdeutschen Theatern am 31. 8. 1951. 

B.H. 


Abenteuer 


RKO | 
Tarzan und das Leopardenweib 


Leoparden töten nicht mit den Klauen, sondern mit den 
Zähnen. Diese unumstößliche Tatsache macht Tarzan skep- 
tisch, als ein mit scharfen Krallenabdrücken gezeichneter_ 
Elefantentreiber in die Stadt kommt und berichtet, daß 
seine Karawane von Leoparden überfallen und vernichtet 
worden sei. Die Überfälle häufen sich, aber man glaubt an 
zuständiger Stelle solange an Leoparden, bis Tarzan selbst 
dem Geheimnis auf die Spur kommt und nach gewohnten 
Abenteuern unter Steintrümmern alles Unheil samt seinen 
Urhebern begräbt. 

Wieder wurde mit diesem von Kurt Neumann inszenier- 
ten Film den Absichten Edgar Rice Burroughs mit allen 
Unwahrscheinlichkeiten und Spannungsmomenten Genüge 
getan. Johnny Weißmüller, Brenda Joyce, Johnny Sheffield 
und die südländische Acquanetta in der Rolle des Leopar- 
denweibes sind von gewohnter Güte. Für Humor sorgt wie 
immer die Wunderschimpansin Cheeta, die diesmal eifrig 
auf der Schlangenbeschwörerflöte bläst, während sich die 
musikberauschten Regenwürmer vor ihr im Blechnapf in die 
Höhe räkeln. 

Eine Sol-Lesser-Produktion im Verleih der RKO. Länge: 
1998 m, Spieldauer: 73 Min. Jugendfrei, Feiertagsverbot. 
Erstaufführung am 10. 8. 1951 in den Kammerspielen ir 
Göttingen. Hd. 


J. Arthur Rank 


Lebensgefährlich 


(Highly dangerous) 

Hier hat man versucht, einen Film auf der Ebene von 
„Staatsgeheimnis“ zu schaffen, dessen Fabel (Eric Ambler) 
allerdings nicht die gleiche Dichte aufweist. Die Geschichte 
der jungen Insektenforscherin (Margaret Lockwood), 
die sich im Staatsdienst in ein Land hinter dem Eisernen 
Vorhang begibt, um dort mit Hilfe eines zufällig ‘auftau- 
chenden amerikanischen Journalisten (Dane Clark) aus 
einer streng bewachten Versuchsstation einige Käferchen 
zu entwenden, die als Bazillenträger für. Kriegszwecke 
herangezüchtet werden, ist ein bißchen zu unwahrscheinlich. 
Dafür allerdings ist das Drumherum eines diktatorischen 
Staates desto echter gezeichnet und übertrifft an mancher 
Stelle sogar die Eindringlichkeit von „Staatsgeheimnis“ in 
der treffenden Gestaltung einzelner Typen. Da ist vor allem 
der Polizeichef Marius Goring, der als moderne Folter- 
methode das Wahrheits-Serum benutzt, um hinter die Auf- 
gabe der Spionin zu kommen, die ihm dennoch entwischt. 
Da der Regisseur Roy Baker auch den typisch angelsächsi- 
schen Humor nicht zu kurz kommen läßt und die bewußten 
Übertreibungen auch in die deutsche Fassung (G. A. v. 
Ihering) hineingerettet werden konnten, ist das ein Film 
geworden, der es bei einem wachen Publikum zu gutem 
Erfolg bringen wird. David Harcourt fotografierte ihn 
sicher mit guten Effekten. 

Eine Two-Cities-Produktion im Rank-Verleih, Herbststaffel 
1951. Jugend- und Feiertagsfrei. Vorführdauer: 85 Minuten. 
Länge: 2343 m. Deutsche Erstaufführung am 31. 8. 1951 im 
Filmtheater am Bahnhof in München. H:-R; 


Gloria 
Dschungel-Gangster 


1. Teil: Im Tempel des Schreckens 


2. Teil: Zur Strecke gebracht 

Zuerst zeigt die Landkarte den Schauplatz des Ge- 
schehens: unerforschtes, dunkelstes Afrika am äußersten 
Ende der Aulorenphantasie, wo sich die Buschmänner gute 
Nacht sagen. 

Da fällt es nicht besonders auf, wenn man ein Heer von 
Hollywood-Statisten in den ausgefallensten Kostümen als 
Buschmäner durch den Urwald jagt, und eine junge Dame, 
die, samt Papa aus dunklen Gründen der westlichen Zivili- 
sation entfleuchte, zur Herrin der Wildnis erhebt. Die 
Gangster treffen teils per „Teufelsvogel“, sprich Flugzeug, 
von auswärts ein, teils sitzen sie von Hause aus im Dschun- 
gel und brüten finstere Pläne. Man streitet sich um den 
Besitz eines geheimnisvollen Amuletts und den damit ver- 
bundenen reichen Diamantenschatz. Ein Unschuldiger muß 
dran glauben; im übrigen schlagen, schießen und stechen 
sich die Schurken gegenseitig tot. Das Dschungelmädchen 
fällt zwar alle 10 Minuten in, Feindeshand und ist nicht 
weniger häufig im Begriff, der Löwengattin geopfert zu wer- 
den, entsteigt aber mit derselben Selbstverständlichkeit, mit 
er sie Löwen und Krokodile bezwingt, den tödlichsten Ge- 
ahren. 

Zwei Regisseure (William Witney und John Eng- 
lish) bemühen sich um die anspruchslose, abenteuerlich 
überfütterte Story. Die Darsteller (Frances Gifford, Tom 
Neal, Trevor Bardette, Gerald Mohr, Al Kikume, Tommy 
Cook, Frank Lackteen) sind ständig im Dschungel unterwegs 
und haben dabei kaum Gelegenheit, schauspielerische An- 
forderungen erfüllen zu müssen. 

Ein Republic-Film in zwei Teilen im Gloria-Verleih, Syn- 
chronisation: Elite-Film. FSK-Bescheid: Jf., Fv. Erstauffüh- 
rung Kurbel und Kamera, Heidelberg, am 3. 8. 1951. 


bum— 
Viktoria 
Der weiße Teufel 


Zorros Geisterreiter II. Teil, möchte man meinen, 
wenn man die Übersiedlung der reitenden Rächer und 
Rebellen in den Kaukasus zur Kenntnis nimmt, allwo 
sie weiter gegen die Tyrannei kämpfen. An ihrer Spitze 
diesmal nicht ein schwarz maskierter Zorro, sondern ein 
pelzbemützter Graf mit weißem Tuch vor dem Gesicht. Wie 
um zu beweisen, daß nicht nur Fairbanks, Power oder 
Flynn lustig fechten und an Kronleuchtern schaukeln kön- 
nen, sondern daß das auch in der Macht eines Italieners 
(Rossano Brazzi) liegt, ist dieser Film in den Scalera- 
Ateliers zu Rom entstanden. Und wirklich: Brazzi kann 
ebenfalls die Tollkühnheiten seiner filmischen Vorbilder 
mit Eleganz vollbringen. Annette Bach, Roldano Lupi, 
Harry Feist und Mario Ferrare unterstützen ihn unter 
Nunzio Malasommas Regie. Lombardis Kamera war recht 
vordergründig, den Hintergrund ließ sie gern versoiten. 
Für das Remagener Film-Studio bemühten sich Schnitz- 
ler-Völger um eine durchschnittliche Synchronisation. 

Zorro-Theater können mit diesem Film kaum vorbei- 
schießen, zumal manches auch recht humorig ist. 

Eine Scalera-Prod., Rom, im Viktoria-Verleih, Staffel 
1951. Vorführdauer: 95 Minuten. FS-Entscheid liegt nicht 
vor. Deutshe Erstaufführung im Massenstart am 
14. September 1951. rd. 


Warner Bros. 


Der freche Kavalier 


(Gentleman-Jim) 

Ein Film aus der Zeit, in der das Boxen noch nicht gesell- 
schaftsfähig war, wo sich die ersten Anhänger dieses Sports 
heimlich treffen mußten und Kämpfe über 60 Runden aus- 
getragen wurden. Die spannende und kurzweilige Handlung - 
(Regie Raoul Walsh) schildert den Aufstieg des späteren 
Weltmeisters Jim J. Corbett, der auf Grund seiner Eleganz 
den Spitznamen „Gentleman-Jim“ bekam und den Boxsport 
dadurch auch in der Gesellschaft hoffähig machte, und läßt 
mit zahlreichen ausgezeichnet fotografierten Kampfphasen 
(Kamera Sid Hickox) alle Boxfreunde auf ihre Rechnung 
kommen. Den dramatischen Höhepunkt bildet der Kampf 
gegen den „stärksten Mann der Welt“, den damaligen Welt- 
meister im Schwergewicht, John S. Sullivan, 1892 in New 
Be: den Jim in der 21. Runde durch ko. für sich ent- 
schied. z 

Ein sehr jugendlicher Errol Flynn verkörpert den un- 
wiederstehlichen „Gentleman-Jim“, bei völliger Ebbe ist die 
charmante Alexis Smith als Millionärstöchterchen der 
rettende Engel. Jack Carson und Alan Hale stehen Jim 
als Freunde treu zur Seite und Ward Bond ist als ent- 
thronter Weltmeister ein prächfiger Kerl aus echtem Schrot 
und Korn. 

Die Eindeutschung fiel zur Zufriedenheit aus, mit Errol 
Flynn in der Hauptrolle sind die Aussichten dieses Films 
auf jeden Fall gut. 

Die Werbung sollte die Box-Enthusiasten ansprechen. 

Ein First-Nationl-Film der Warner Bros im eigenen Ver- 


leih, normale Laufzeit, Herbstaffel 1951, jugendfrei, Erst- 
aufführung am 27. Juli im Goethehaus - Filmtheater, 
Hannover. E.B. 


493 


Industriewerk Synchronisation 


In immer stärkerem Maße Ist Im letzten Jahr durch das Publikum und damit von 
den kleineren und mittleren Theatern der Wunsch geäußert worden, äusländische 
Filme in deutscher Sprache zu spielen. Heute kann man erfolgreich nur gelegent- 
lich etwa am Berliner Kurfürstendamm noch einen Film in Untertitelfassung ein- 
setzen. Die Verleiher sind den immer wieder geäußerten Wünschen auch zwangs- 
läufig in immer stärkerem Maße nachgekommen, so daß die Synchronisation vor 
allem nach dem starken Ausfall der Eigenproduktion in Deutschland zu einem sehr 
beachtenswerten Faktor. in der Filmwirtschaft geworden ist. Nachfolgend werden, 


vorwiegend aus der Berliner Perspektive, 


Synchron-Arbeit geschildert. 


Berlin-Lankwitz beherbergt heute die mo- 
dernste Synchronanstalt in Deutschland. Über 
100 Filme werden hier jährlich synchronisiert. 
Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, daß die 
darüber hinaus bestehenden Synchronanstalten 
in Berlin in ihrer Kapazität bei weitem nicht 
ausgenutzt sind, weil noch immer bei den Ver- 
leihern eine weitverbreitete Angst vor den Ber- 
liner Verhältnissen herrscht, die man kurzweg 
in Fachkreisen als die 


„Negativangst” 


anspricht. Auch das Beispiel der Amerikaner, 
die in weitem Maße Berlin bereits seit der 
Blockade durch die Vergebung ihrer Synchron- 
aufträge stützen, hat nicht die erwartete Aus- 
wirkung gehabt. Es ist nicht zu viel behauptet, 
wenn gesagt wird, daß die Voraussetzungen in 
technischer und künstlerischer Hinsicht in Berlin 
vorbildlich erfüllt werden können. In Berlin ist 
nicht — wie das oftmals anderwärts der Fall ist 
-—- die Synchronarbeit fünftes Rad am Wagen, 
obwohl sie natürlich auch hier dazu beiträgt, 
den Produktionsausfall teilweise wettzumachen. 

Während man vor etwa zwei ‘bis drei Jahren 
die Kosten für die Synchronisation eines Filmes 
noch mit etwa 70000 DM veranschlagen konnte, 
liegen diese heute etwa bei 40000 DM, wobei 
Berlin zeitweise bewußt Westdeutschland in den 
Preisen unterbietet, um trotz der „Negativ- 
angst“ Aufträge hereinzubekommen. 50 Prozent 
des Festpreises, den der Verleiher sich zu zah- 
len verpflichten muß, werden für die Abwick- 
lung eines Synchronauftrages in bar gebraucht, 
während der Rest von den Sachleistern wie 
Atelier, Kopieranstalt, Rohfilm ‚kreditiert und 
später aus den Verleiheinnahmen bezahlt wird. 
Der Barbedarf wird vollständig für Gagen, Ho- 
norare und Gehälter an das künstlerische und 
technische Personal verwendet, an die Arbeit- 
nehmer ausgezahlt und unterliegt der Lohn- und 
Einkommensteuer. Aber auch die Sachleistungen 
bestehen zu wenigstens 50 Prozent ihrerseits 
aus Löhnen und Gehältern für das Personal 
des Ateliers, der Tontechnik und der Kopier- 
anstalt. Damit entfallen mindestens zwei Drittel 
der Kosten auf Gagen, Löhne und Gehälter, 
von denen Lohnsteuer, Lohnsummensteuer, 
Einkommensteuer, Versicherung und Umsatz- 
steuer profitieren und etwa ein Viertel der Ge- 
samtsumme zugunsten der Stadt oder des Lan- 
des zu verbuchen ist. 


Da bei dem 
Absinken der Synchronkosten 


am wenigsten die Gagen betroffen wurden, wird 
heute — zumindest in Berlin — unter dem Ge- 
sichtspunkt gearbeitet, daß es noch immer besser 
ist, ohne großen Profit zu synchronisieren als 
überhaupt nicht. Man wird die Zahl der bei 
einer ‘Synchronarbeit Beschäftigten mit minde- 
stens 50 Personen zu veranschlagen haben, nicht 
eingerechnet natürlich die Angestellten der 
Firmen, Kopieranstalten usw., die auch mehr 
ader minder von den vergebenen Aufträgen 
leben. Die Mitarbeiter an einer Synchronarbeit 
sind im Durchschnitt: zwei Autoren, ein Regis- 
seur, ein Cutter, eine Kleberin, ein Produktions-, 
ein Aufnahmeleiter, ein Assistent, eine Sekre- 
tärin, ein Geschäftsführer, ein Tonmeister, ein 
'"onmeisterassistent, zwei Vorführer, dazu je 
\ach der Besetzung des Films 30 bis 50 Schau- 
spieler. 

Den Synchronfirmen ist in der letzten Zeit 
aus den verschiedensten Kreisen der verstärkte 
Vorwurf der „Cliquenbildung“ gemacht worden; 
es scheint aber aus kommerziellem Gesichts- 
punkt heraus nur zu verständlich, wenn man 
die Kosten auf einem Mindestmaß zu halten 
sucht, daher auf Experimente weitgehend ver- 
zichtet und auf ein bewährtes Ensemble zurück- 
greift. Wenzel Lüdecke, Leiter der Berliner 
Synchron, sagt dazu: „Ein Probesprechen ist 
ohnehin eine teuflische Angelegenheit für den 
betroffenen Schauspieler, der oftmals in diesem 
Vorsprechen und seiner späteren Verpflichtung 
den letzten Rettungsanker sieht und daher oit 
so gehemmt wirkt, wie er sich später bei der 
Arbeit überhaupt nicht erweist.” 


494 


aufschlußreiche Zusammenhänge der 


Da die Synchronfirmen in den meisten Fällen 
die ihnen übertragenen Arbeiten aus eigener 
Kraft vorfinanzieren müssen, weil.der Verleiher 
normalerweise erst bei Abnahme oder mit Ak- 
zepten oder aus dem Einspielergebnis heraus 
bezahlt, oftmals zu dieser Vorfinanzierung aber 
nicht in der Lage sind, weil — dies betrifft be- 
sonders wieder Berlin — eigene Mittel infolge 


Joe Stöckel 

Er hat wirklich etwas maßlos Komisches an 
sich, der Stöckel Joe, ein Urviech sozusagen, 
der aber auch versteht, seinem manchmal 
derben Humor einen Schuß gefühlsbetonter 
Ironie beizumischen. Ein Gourmet des Spasses, 
der in 35jähriger Filmarbeit diese Kunst zu- 
sehens verfeinerte. Es war draußen im Isartal, 
wo wir den „Roten Büffel”, alias Joe Stöckel, 
bei Außenaufnahmen zu dem Dörfler-Film 
„Wildwest in Oberbayern“ aufstöberten. In 
vollem Kopfschmuck und Kriegsbemalung be- 
grüßte uns der Häuptling der Sioux auf gut 
indianisch mit „So, seid's da!” Und weil gerade 
Drehpause war, kam Stöckel, der hier zum 110. 
Mal vor der Kamera stand, schnell ins Erzählen. 


Wir erfahren, daß er, der Peppi, — so hieß 
Stöckel ursprünglich — eigentlich hätte Pfarrer 
werden sollen. Vielleicht wäre er sogar ein sehr 
guter geworden. So ‚aber begann er 1911 in 
einer Münchner Schauspiel- und Redekunst- 
schule richtig zu sprechen und zu gehen. Erich 
Ziegel von den Münchner Kammerspielen ent- 
deckte ihn dann eigentlich, d. h, in besonderem 
Maß seinen Hang zum komischen Fach. Joe 
blieb auch bis zum heutigen Tag absolut „linien- 
treu”, 


Dann traf er auf Peter Ostermayr, den Grün- 
der der bayerischen Filmproduktion, und star- 
tete — mit dem deutschen Altmeister Franz 
Koch an der Kamera — als jugendlicher Ko- 
miker sein erstes Flimmerdebut in dem Lustspiel 
„Alles umsonst“. Noch einige Filme bei Oster- 
mayr, dann war Peppi so weit: Er führte zum 
ersten Male selbst Regie und zwar in zwei 
Kriminalfilmen: „Die goldene Kugel“ und „Die 
Dame mit dem Monokel“. Dann kam eine Serie 
von Cowboy-Filmen, denen auch sein guter, 
ehrlicher Vorname zum Opfer fiel. Aus Peppi 
wurde Joe. Seit jenen Stummfilmtagen — er 
trat zwischendurch auch eine Zeitlang als Kraft- 


mensch auf — war Stöckel dann meist sein. 


eigener Drehbuchautor, Hauptdarsteller und Re- 
gisseur. Dann kam der Tonfilm und mit ihm 
eine Serie elementarer, bayerischer Stöckel- 


langen Leerlaufs und Kapitalauszehrung nicht 
zur Verfügung stehen, sollten es sich auth hier 
die zuständigen Wirtschaftsstellen und Banken 
angelegen sein lassen, durch kurzfristige Kre- 
dithilfe, die im allgemeinen nicht über drei 
Monate wird hinausgehen müssen, zu helfen, 
denn der Profit liegt — wie oben -bewiesen — 
weitgehendst bei der öffentlichen Hand. 
FER: 





Seine eigene Filmidee 


hatte in Berlin ein fast 60jähriger Schau- 
spieler. Er errichtete pro domo einen „Film- 
bund” und baute „Ateliers“ in Form von Luft- 
schlössern, ließ sich Aufnahmegebühren und 
Kautionen stellen, durch die er seit zwei 
Jahren seinen Lebensunterhalt verdiente. Da- 
für versprach er den Geschädigten, sie würden 
in seiner Produktion eine maßgebliche Rolle 
spielen. Er selbst hat jetzt eine Rolle hinter 
Gittern von der Kriminalpolizei erhalten. 





Danrmar Rom 


Ihre ersten Rutschversuche machte sie schon 
mit 32 Jahren auf dem Schnee des Hafelekars, 
von wo aus auch ihr erster gelungener Rutsch 
zum Film startete. 


Ihr sportliches Talent, das sie von ihrer 
Mutter — ebenfalls einer vorzüglichen Sport- 
lehrerin — erbte, gab Anlaß, um sie bereits 


mit 17 Jahren auf Grund ihrer hervorragenden 
Leistungen bei den Jugendmeisterschaften in die 
österreichische Olympia-Mannschaft zu: entsen- 
den. Der Erfolg: 2 Goldmedaillen für Osterreich 
für den 1950 errungenen Sieg in Aspen (USA) 
im Slalom und Riesenslalom. Für den Film 
zeigte die zweimalige Weltmeisterin und Olym- 
pia-Siegerin schon immer großes Interesse. Bis 
jetzt hat sie viel Pech gehabt. Sie begann fünf 
Filme, von denen keiner fertiggestellt wurde. 
Aber diesmal hat es geklappt. Ich bin in „Weiße 
Hölle Montblanc” eine Sportlehrerin, die mit 
einem Leutnant der Grenzpolizei verlobt ist. Der 
Film spielt an der italienisch-französischen 
Grenze im Schmuggler- und Bergwelt-Millieu. 

Lachend erzählt uns „Dagi“ noch von einem 
Sturz in eine Gletscherspalte, für den sie ein 
Double selbstverständlich strikt ablehnte. 

Die 23jährige „Dagi“ (so wird sie von ihren 
Freunden gerufen) wird an der nächsten Olym- 
piade teilnehmen. Das kostet viel Arbeit und 
erfordert eine kluge Zeiteinteilung, vor allem, 
wenn unabhängig von der Ski- und Filmtätig- 
keit das Philosophiestudium in Innsbruck und 
— zusammen mit den Eltern — die Leitung 
eines Sportgeschäfts in Seefeld nicht zu kurz 
kommen sollen. Weigl 





Filme. Sie gaben ihm die Möglichkeit, mensch- 
liche Schwächen zu beleuchten und sie dem 
Publikum mit vorgehaltener rosaroter Brille 
humorgewürzt. zu servieren. : 

Die Drehpause war längst beendet. 

Diesmal ist es eine Persiflage auf den Wild- 
west-Film, die ihm schon vom Drehbuch her Ge- 
legenheit gibt, alle verfügbaren Register des 
Humors zu ziehen. Weigl 


TELEGRAMM AUS LONDON - 21.951. 


KOMME SOEBEN AUS VORFÜHRUNG CAROL REED 
„VERDAMMTE DER INSELN’ STOP ALLE MEINE 
HOCHGESPANNTEN ERWARTUNGEN SIND WEIT 
ÜBERTROFFEN STOP DIESER FILM IST EIN NEUES 
KAPITEL IN DER FILMGESCHICHTE STOP ERWARTE 
EIN GESCHÄFT WELCHES SELBST DRITTEN MANN NOCH 
ÜBERFLÜGELT STOP WAR NOCH NIEMALS SOERGRIFFEN 
UND BEWEGT VON EINEM INEINEM FILM GEZEIGTEN 
MENSCHENSCHICKSAL STOP EIN NEUER CAROL REED-FILM 
IST WIEDER ETWAS GANZ NEUES VÖLLIG ANDERES UND 
MIT KEINEM ANDEREN FILM VERGLEICHBAR STOP 
WELCH GROSSE KÜNSTLERISCHE LEISTUNG WELCHE 
HERRLICHEN SCHAUSPIELER STOP WELCH BEGNADETES 


NATURTALENT DIESE DÄMONISCHE AER/MA STOP 

CAROL REED ZUSAGT AUFTRETEN INDEUTSCHLAND MITTE 

NOVEMBER STOP VERHANDELE HEUTE MIT KERIMA 

STOP HABE ALLE TECHNISCHEN VORBEREITUNGEN 

GETROFFEN DASS MASSENSTART DEUTSCHE FASSUNG 
AM SECHZEHNTEN NOVEMBER MÖGLICH. 


KARL KLÄR 





DEUTSCHE LONDON FILM 


HAMBURG - BERLIN : DÜSSELDORF :FRANKFURT- MÜNCHEN 


Steeillichter der Wache 


Wild-West-Manieren 
Kameramann „Blick in die Welt” 
mit Gummiknüppel niedergeschlagen 








Ein unglaublicher Vorfall trug sich bei. der ' 


Freigabe der Köln-Mülheimer Brücke unter den 
Augen von Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer 
und des nordrhein-westfälischen Ministerprä- 
sidenten Karl Arnold zu. 

Als der Festakt bereits im Gange war, wollte 
ein Kameramann der Wochenschau „Blick in die 
Welt“, Herr Hans Eisenmann, die Polizeikette 
passieren. Man verlangte seinen Ausweis. An- 
gesichts des dadurch entstehenden Zeitverlustes 
kam der Kameramann dieser Aufforderung nicht 
nach — und sah sich zwei Schritte später mit 
einem Gummiknüppel zu Boden geschlagen. Als 
er sich erheben wollte, erhielt er weitere 
Schläge. \ 

Es wäre än der Zeit, daß die Kölner Polizei- 
behörden ihren Beamten klarmachen, daß eine 
aktionsbereite Filmkamera zumindest die glei- 
che Überzeugungskraft hat wie ein amtlicher 


Presse-Lichtbild-Ausweis. 

Alle vier Wochenschau-Gesellschaften nahmen den Vor- 
fall zur Veranlassung, der Stadt Köln mitzuteilen, daß 
dort in Zukunft überhaupt kein Filmwochenschaureporter 
mehr zu arbeiten gedenke. Die Stadt Köln reagierte 
darauf, indem sie sich „ohne Prüfung der Rechtslage” (!!) 
bereit erklärte, den entstandenen Sach- (Die Filmkamera 
wurde zerstört = 4800 DM!) und Körperschaden (Kran- 
kenhausbehandlung!) zusätzlih einer Entschädigungs- 
summe zu übernehmen. gt. 





Verwaltungsrat NDW taate in Hamburg 


Nach Besichtigung einer Reihe ausländischer und deut- 
scher Wochenschaufolgen und des „Augenzeugen“ der Ost- 
zone erörterte der Verwaltungsrat eingehend redaktionelle 
und wirtschaitliche Probleme der Filmberichtersta'tung in 
Deuschland. UÜbereinstimmend brachten die Verwaltungsrat- 
mitglieder ihre Befriedigung über die lebendige redaktio- 
nelle und bildtechnische Gestaltung der NDW zum Aus- 
druck. Mit großem Interesse nahm das Gremium zur 
Kenntnis, daß heute schon bei über 20 Austauschverträgen 

" deutsches Filmnachrichtenmaterial in alle Welt geliefert wird 
und daß eine besondere Auslandsiassung der NDW einen 
immer breiteren Abnehmerkreis findet. 

Mit Nachdruck vertrat der NDW-Verwaltungsrat, dem 
Vertreter aller demokratischen Parteien und andere Ver- 
treter des öffentlichen Lebens angehören, die Auffassung, 
daß auch in Zukunft wie bisher die absolute Unabhängig- 
keit der „Neuen Deutschen Wochenschau” zu erhalten sei. 
Der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Presse, Film 
und Funk, Dr. Vogel, betonte, es sei die vornehmste Auf- 
qabe des Verwaltungsrates, diese Unabhängigkeit gegen- 
über Regierung und Parteien jederzeit zu garantieren. 

Breiten Raum nahm die Erörterung der Sonderproduktion 
der NDW ein, wobei das Projekt des Schuman-Plan- 
Filmes besonders diskutiert wurde; die fertiggestellten 
Filme „Feuerschifif Elbe I* und ein Kurzfilm ge- 
gen die Wahlmüdigkeit fanden großen Beifall, 


Prädikate der Filmbewertungsstelle 


„Fisch im Netz“, Gea/Gea, „wertvoll“, „An 
Alle“, Roto-Film, „wertvoll, „Kleine Nacht- 
gespenster“, Gea/Gea, „besonders wertvoll“, „Ge®- 
burt der Marionette“, Roto-Film, „wertvoli“, 
„VomSchimmelpilzzumPenicillin“, Agrar- 
Film, „wertvoll“, „Hansestadt Hamburg“, Kurt 
Stordel-Film/National, „besonders - wertvoll“, „Hoff- 
manns Erzählungen“ (Spielfilm), London-Film/ 
Deutsche London-Film „wertvoll“, „ zerstückelte Na- 
tur oder bereinigte Flur“, Agrar-Film, „wert- 
Ferno-Film/ 


vol“, „Kanal von Korinth“, John 

National, „wertvoll“, „Im dreizehnten Stock“, 
Kurt Stordel-Film/Deutsche London, „wertvoll“, „Unge- 
betene Gäste der Hausirau”, Gea, „Wert- 


voll“, „Der weiße Strom“, Roto-Film/Europa, „wert. 
voll“, „Die Krone Frankens“, Th. N. Blomber- 
Film/Herzog, „wertvoll“, „Ewiger Gutenberg”, 
Süddeutsche Kulturfilm-Prod./Kopp-Film, „wertvoll“, 





un, 


Münden 15 
FS: 063/760 - Tel. 51541 
Landwehrstraße 1 


Berlin 
Telefon 91 10 12 
Hamburg, Tel. 344261-63 
Frankfurt, 32912 u. 32146 
Düsseldorf, Tel. 26 4 42 


EN 
- Siegel 


Monopolfilm: 
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Berlin - Düsseldorf 
Frankfurt - Hamburg 
München 








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ALT IE TS 
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Zentr-Filiale, Frankfurt’M, 

Taunusstr.52-60Tel.34 951/53 
Berlin W 15, Tel. 910125 
Düsseldorf, Tel. 27356/27 
Hamburg 36, 34 27 21/22 
München 5, Tel. 23244/45 


Berlin-Wilmersdorf 
Bundesallee 35, T. 874830 


Hamburg—Müncen 
Düsseldorf-Frankfurt/M. 








496 











„Valentino — Liebling der Frauen“ 


feiert Auferstehung in dem gleichnamigen Farbfilm der Columbia, der den Lebensweg des Filmschauspielers und Ver- 
führers Valentino zum Vorwurf hat. — Eine Szene mit Dona Drake, Patricia Medina, Eleanor Parker und “Anthony 


Dexter, 





Foto: Columbia-Films 





Verleih-Angebsote 








Columbias reiches Angebot 


Insgesamt 24 Filme umfaßt das Programm, das 
Columbia für das Verleihjahr 1951/52 zusam- 
mengestellt hat, eine stattliche Zahl, die Ge- 
währ dafür bieten sollte, daß allen Geschmacks- 
richtungen Genüge getan ist. Dazu im Sonder- 
verleih der dokumentarische Farbfilm „Der 
Vatikan“. 

Act Filme des neuen Columbia-Angebots 


sind farbig, und zwar: 

„Blutfehde“ mit Larry Parks, Ellen Drew, George 
MacReady; Regie: Jos. H. Lewis. — Ein abenteuerlicher 
Film, der die Zeit der Familienfehden im mittelalterlichen 
Schottland lebendig werden läßt. 

„Das skandalöse Mädchen“ mit Robert Cum- 
mings, Joan Caulfield, Elsa Lanchester; Regie: Henry Levin. 
Eine mit Überraschungen gespickte, launige und glitzernde 
Revue. 

„Robin Hoods Vergeltung“ mit John Derek, 
Diana Lynn, George MacReady; Regie: Gordon Douglas. — 
Der Name des beliebten Titelhelden erübrigt jeden Kom- 
mentar. 

„DerletzteFreibeuter“ mit Paul Henreid, Karin 
Booth, Jack Oakie; Regie: Lew Landers. — Heimtückische 
Verräter und kampifreudige Patrioten, schneidige Piraten, 
verliebte Edelmänner und verführerische Frauen im histo- 
rischen Kostüm. 

„Valentino—LieblingderFrauen“ mit An- 
thony Dexter, Eleanor Parker, Richard Carlson; Regie: Lewis 
Allen. — Die Liebes- und Lebensgeschichte des weltberühm- 
ten Stars Valentino, der als Tänzer, Filmheld und Liebhaber 
das Ideal von Millionen Frauen verkörpert. 

„DieBurg der Rache“ mit Barbara Hale, Richard 
Greene; Regie: Phil Karlson. — Der Haß zweier Geschlech- 


Uraufführung „Der schweigende Mund” 


in Düsseldorf 

Das Residenz-Theater Düsseldorf startete am 27. 9. 
den Karl Hartl-Film der Excelsior „Der schweigende 
Mund* in Uraufführung. Er bringt ein Wiedersehen mit 
Oskar Homolka, einem der markantesten deutschen Cha- 
rakterdarsteller. In den Hauptrollen dieses dramatischen 
Films wirken außerdem Gisela Uhlen und Curd Jür- 
gens mit. Der Film erscheint im Herzog-Verleih. 


Offizielle Anerkennung für „Abenteuer im 


Roten Meer“ i 

Das Kultusministerium Würltemberg-Baden erklär!e „Aben- 
teuer-im Roten Meer“ als „kulturell und schulisch wertvoll“ 
und empfahl allen Schulen des Landes die Durchführung 
von Schülervorstellungen, auch im Rahmen des Schulunter- 
richts. Ebenfalls ministeriel empfohlen wurde der Film 
in Bayern. In München, wo der Film in der zweiten Woche 
im Schiller-Film-Theater läuft, werden mit Unterstützung 
des Schulreferats der Stadtverwaltung gesonderte Schäüler- 
vorstellungen durchgeführt. 


Auslosung der Premieren-Termine 
„Die Schuld des Dr. Homma“ 


Die Terminierung zum Massenstart des Norddeutschen 
Lux-Films: „Die Schuld des Dr. Homma“ {Regie: 
Paul Verhoeven — als Hauptdarsteller: Werner Hinz, 
Ilse Steppat, Albrecht Schoenhals, Liane Croon und Lutz 
Moik) am 5. Oktober 1951 verdient insofern besondere 
Beachtung, als in mehreren Städten verschiedene 
Theaterbesitzer für diesen Film ein so starkes Interesse 
bekunden, daß der Constantin-Verleih das Los über das 
Aufführungstheater entscheiden lassen mußte. ; 


Hamburg Tel, 34.8752 und 34.5960 








ter ist die Triebfeder zu Abenteuern, durch die das Leben 
und das Glück zweier Menschen fast zerstört werden. 

„Als dieRothäute ritten“ mit Jon Hall, Mary 
Castle, James Seay; Regie: Lew Landers. — Aufgewiegelte 
Indianerhorden, von Spionen geführt, bedrohen einen Vor- 
posten der Zivilisation, 

„Sehnsuchtnach Andalusien“ mit Luis Ma- 
riano, Carmen Sevilla; Regie: Robert Vernay. — Ein tem- 
peramentvoller Sänger entwirrt mit seiner sorglosen char- 
manten Natur die Intrigen, die frohen Menschen den strah- 
lenden Himmel Andalusiens zu verdunkeln drohen. 


Vielfältig ist die Kombination der 16 Schwarz- 
Weiß-Filme der Columbia: 


„Zwischen MitternachtundMorgen“ mit 
Mark Stevens, Edmond O'Brien, Gale Storm; Regie: Gordon 
Douglas. — Finstere Stadtteile, Nachtclubs und Vergnü- 
gungsviertel einer Millionenstadt sind die Schauplätze 
dieses Kriminalfilms, in dem trotz aller Härte auch die 
Liebe eine Rolle spielt. 

„Fluchtnach Texas” mit William Holden, Glenn 
Ford, Claire Trevor; Regie: George Marshall. — Wild- 
westspezialist Marshall gab diesem Streifen einen kräfti- 
gen Schuß Humor mit. 

„Buschteufel im Dschungel“ mit Johnny 
Weissmüller, Ann Savage, David Bruce; Regie: William 
Berke. — Das Verschwinden einer Forscherin, die im 
Dschungel nach einer neuen Pflanzenfaser sucht, ist für 
Johnny Weissmüller Anlaß, sich mit einem Zwergvolk zu 
verbünden und die gefährliche Wildnis zu durchstreifen. 

„Das Geheimnis von Zimbalu“ mit Johnny 
Weissmüller, Virginia Grey, George Reeves; Regie: Wil- 
liam Berke. — Weissmüller kämpft mit böswilligen Medi- 
zinmännern um ein geheimnisvolles Medikament. 

„SowerdenFrauengescheit“ mit Judy Holli- 
day, William Holden, Broderick Crawford; Regie: George 





ten, 


DM 


Dodar 
HAMBURG fk:: IM 


GMBH 





Zentrale: München 15, 
Sonnenstraße 8, 
Telefon 5 08 41/42. 
Berlin, Tel. 91 47 97 
Frankfurt/M., Tel. 34 460 
Düsseldorf, Tel. 28 189 


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Kinder- und Jugendprogramm 
Matineeprogramme 
Hamburg 1, Rathausstr. 27 
Telefon 32 44 56/7 








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Hamburg 1, Lange Mühren 9 
Tel.32 23 51,Telegr.Londonfilm 


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G. M. B. H. 
München-Geiselgasteig 
Tel. 42 221 F 39 








Cukor. — Für ihre darstellerische Leistung in diesem 
Film wurde Judy Holliday als „beste Schauspielerin 1950" 
mit dem Oscar ausgezeichnet. In diesem hervorragenden 
Film geht es um die Geschichte eines Dunkelmannes, der 
nur für Geld und Blondinen schwärmt und keine Zeit für 
Bildung hat. Ein Journalist verliebt sich in dessen Freun- 
din und lehrt sie, daß es außer Geld und elegantem Flitter 
auch noch die große Liebe gibt. 

„Verurteilt“ mit Glenn Ford, Broderick Crawford, 
Dorothee Malone; Regie: Henry Levin. — Ein Kriminalfilm 
aus einem Zuchthaus, in dem aufrührerische Sträflinge 
einen Tumult entiesseln. 

„Schweigegeld für Liebesbriefe“ mit 
James Mason, Joan Bennett, Geraldine Brooks; Regie: Max 
Ophüls, — Zwei hilfilose Frauen werden in eine Mord- 
affäre verwickelt und erpreßt. Doch die Liebe eines der 
Verbrecher zu den verzweifelten Frauen wird zur Rettung 
vor einem unverdienten Schicksal. 

„Frauen und Toreros“ mit Mel Ferrer, Miro- 
slava, Anthony Quin; Regie: Robert Rossen. — Ein Film, 
der den Zuschauer bis dicht vor die Hörner der Stiere 
führt und in dem am Tag die Gefähr und nachts die 
Liebe regiert. 

„Die Lügnerin“ mit Joan Crawford, Wendell Co- 
rey. — Ein von den Launen und dem Unverstand seiner 
schönen Ehefrau geplagter Ehemann versucht der „Herr im 
Hause“ zu werden. 

„Derschwarze Kranz“ mit Maria Felix, Rossano 
Brazzi, Vittorio Gassmann; Regie: Luis Saslawski. — Die 
Geschichte einer schönen Frau im Bann mysteriöser 
Mächte, 

„Die letzten Fünf“ mit William Phipps, Susan 
Douglas, James Anderson; Regie: Arch Oboler. — Eine 
Frau und vier Männer sind die einzigen Überlebenden einer 
Weltkatastrophe. Von Haß, Furcht, Leidenschaften und 
Liebe getrieben, gestalten diese letzten Fünf ihr erschüt- 
terndes Schicksal. 

„Der nächtliche Reiter“ mit Louis Hayward, 
Patricia Medina, Susan Dalbert; Regie: Ralph Murphy. — 
Auf der Flucht vor seinen Häschern trifft ein Straßenräuber 
eine Frau, heiratet sie und versucht, wieder ein anstän- 
diger Kerl zu werden. Von seinen früheren Komplizen 
verraten, wird er wieder zum größten Banditen des Lan- 
des und endet am Galgen. S 

„Herrscher der Unterwelt“ mit Glenn Ford, 
Nina Foch, James Withmore; Regie: Joseph H. Lewis. — 
Diese Verfilmung einer Verbrecherjagd gibt einen Einblick 
in die grausamen Gesetze einer Unterwelt. 

„Der Graf von Monte Christo“ mit Robert 
Donat, Elissa Landi, Louis Calhern; Regie: Rowland v. Lie. 
Der weltberühmte Roman um die Verbannung eines Schuld- 
losen und seine Rache in neuer Verfilmung. 

„Esgeschahineiner Nacht“ mit Clark Gable, 
Claudette Colbert; Regie: Frank Capra. In Wiederauffüh- 
rung. 

Pidre der Butterfly“ mit Maria Cebotari, 
Fosco Giachetti; Regie: Carmine Gallone. In Wiederauf- 
führung. 


Zwei schwedische Filme bei Rhenus 


Rhenus-Film-Verleih Arno Brumme, Düssel- 
dorf, erwarb von der Svensk-Film-Industrie 
die deutschen Auswertungsrechte an zwei 


- neuen schwedischen Filmen =des “jungen Re- 


gisseurs Ingmar Bergman, dem man be- 


sondere realistische Gestaltungskraft nachsagt. 

„An die Freude“ behandelt das Problem einer 
Künstlerehe in einer konsequenten Tragödie, die un- 
vermutet mit dem Schlußchor der Neunten Symphonie 
von Beethoven doch zu einem harmonischen Ende führt. 
In den Hauptrollen sieht man Maj Britt Nilsson, Stig 
Olin, Victor Sjöström und Birger Malmsten, 

„Hafenstadt“ befaßt sich mit dem Schicksal eines 
aus der Fürsorgeanstalt entlassenen Mädchens. In den 
Hauptrollen: Nine Christine Jönsson, Berta Hall, Bengt 
Eklund und Erik Hell. ; 

Beide Filme sind nachsynchronsiert und 
wurden im Düsseldorfer „Europa-Palast“ in 


Interessentenvorstellungen gezeigt. Gt. 


„Der große Unbekannte“ im Döring-Verleih 


Unter dem Titel „Der große Unbekannte“ wird der 
neue französische Kriminalfilm „Rue des Saussaies“ im 
Programm 1951/52 von Döring-Film Anfang November 
zur deutschen Erstaufführung kommen. Der Film behandelt 
die Geschichte ‘der berüchtigten Bande Jo Castellanis, 
die 1949/50 die französische Offentlichkeit und Polizei 
in Atem hielt. Das Drehbuch schrieb der Chefikommissar 
des französischen Sicherheitsdienstes Antonini. Gt. 





„Der Glöckner von Notre Dame" 
der wuchtige Film mitCharles Laugthon und Maureen 
O'Harra bewährt auch bei der Wiederaufführung 
seine alte Zugkraft, Foto: RKO 



















SSEN: über 100000 Besucherin 1Woche! 








[BIAUE JACKEN 


mit NILS POPPE als „Matrose Kalle” 


VEIT-FILM-GMBH 


Berlin — München — DÜSSELDORF — Hamburg — Frankfurt 












u E30 


x 


ann Din AS 


Wie erwartet: 
Überall 
ein BOMBENGESCHÄFT! 











„Holfmanns Erzählungen“ jetzt mit deutschen Sängern 


Um die Vorführung des Welt-Erfiolges „Hofimanns 
Erzählungen“ den Theatern zu ermöglichen, die den 
Film nicht in der Originalfassung aufzuführen in der Lage 
sind, hat die Deutsche London Film jetzt eine deutsche 
Fassung fertiggestellt. Man hat unter Verwendung des 
Original-Musikbandes, das Sir Thomas Beecham mit dem 
Londoner Philharmonischen Orchester aufgenommen hat, die 
Gesiangspartien berühmten deutschen Sängern und Sänge- 
rinnen übertragen. 

Es singen in dieser Fassung Rudolf Schock von der 
Staatsoper Hamburg den Hoffmann, Rita Streich von 
der Städtischen Oper Berlin die Olympia, Anny 
Schlemm von der Staätsoper München die Giulietta, 
Maria Reith von der Städtischen Oper Berlin die 
Antonia. Die Partien des Coppelius, Dappertuto und Dr. 
Mirakel singt Josef Metternich, Mitglied der Staats- 
opern Hamburg und München und der Stäclischen Oper 
Berlin. Von der Staatsoper Berlin wurden g{wonnen Paul 
Schmidtmann, Anneliese Müller.. Den Chor 
stellte die Städtische Oper Berlin unter Ernst Senff. 
Die deutsche Fassung besorgten Conrad Flockner 
und Alfred Strasser, 


Wildwest und Wissenschaft 


„Der mir vorgeführte Apachen-Film ‚Der gebrochene Pfeil’ 
ist von außergewöhnlichem erd- und völkerkundlichen 
Wert. Er vermittelt ein lebendig-eindrucksvolles Bild von 
der Landschaft im Südwesten der nordamerikanischen 
Union und vom Kulturzustand der Apachen aus der Zeit 
um 1870, wo die letzten Reste der Indianer im fernen 
Westen sich der vordringenden Weißen zu erwehren ver- 
suchten.“ 

Mit diesen Worten eröffnete der Direktor des Instituts 
für Völkerkunde an der Universität Göttingen, Prof. Dr. 
Hans-Hermann Plischke, die Ausstellung indianischer Samm- 
lungsstücke, die er auf Anregung der rÜhrigen Leitung 
der Göttinger Kammerspiele und aus Anlaß der Auffüh- 
rung des Films der Centfox „Der gebrochene Pfeil“ zusam. 
mengestellt hatte. Hunderte von Schaulustigen, angefangen 
vom wildwestbegeisterten ABC-Schützen bis zum namhaf- 
ten Vertreter des Göttinger Geisteslebens, fanden sich be- 
reits am ersten Tage ein, um die kostbaren und zum Teil 
sehr alten Kulturzeugen der Apachen und anderer nord- 
amorikanischer Indianerstämme zu sehen, von denen viele 


Seltenheitswert besitzen und erst vor kurzer Zeit durch 
besonderen Glücksumstand von der Universität erworben 
werden konnten. Die historische Echtheit des Films, zu 
der Prof. Plischke auch in der Tagespresse eingehend Stel. 
lung genommen hatte, wurde insofern eindrucksvoll de- 
monstriert, als zu den Sammlungssiücken Filmfotos gezeigt 
wurden, auf denen die im Original vorhandenen Gegen- 
stäinde im Rahmen der Szenerie Verwendung gefunden 
hatten. Vom Skalpmesser bis zur indianischen Kinderwiege 
war in der Schau alles zu sehen, was man bei Carl May 
wenigstens dem Namen nach ‚schon kennengelernt hatte, 


Es geschah wohl zum ersten Mal, daß sich die Wissen- 
schaft in liebevollster Weise eines Films aus dem Wilden 
Westen annahm, allerdings eines Films, der sich im Gegen- 
satz zu den meisten seiner Artgenossen rühmen darf, ein 
wirklich historischer Film zu sein. 


Nils Poppe als Kassenmagnet 


Der schwedische Lustspielschlager „Blaue Jacken“ 
wurde mit großem Erfolg in Westdeutschland gestartet. 
In Essen, (Ringaufführung Olympia, Urania, Filmbühne, 
Gemar, Walhalla, Schauburg, Astoria, Residenz) amüsier- 
ten sich in den ersten vier Tagen mehr als 50 000 Kino- 
besucher über den Film. In Köln lief der Film in Erst- 
aufführung im „Tazzelwurm“, „Jedermann“ und im „Milo- 
witsch-Theater“ in den ersten drei Tagen vor über 12 000 
Besuchern. Nils Hoppe hat sich mit diesem Film erneut 
in die Herzen der deutschen Kinobesucher hineingesnielt. 


Allianz-Uraufführungen 


Der neue Helmut Käutner-Film „Weiße Schatten 
mil Hilde Krahl, Hans Söhnker, Claude Farell und dem 
Schäferhund „Greif“ gelangte am 28. September im Sam- 
melstart zum Einsatz, . 


Ferdinand Dörilers Film-Groteske „Wildwest in 
Oberbayern“ wird am 12. Oktober in München ihre 
Uraufführung erleben. 

Nachdem Kurt Hoffmann die Dreharbeiten für „Köni- 
gin einer Nacht“ nac der bekannten Operetten- 
Revue von Will Meisel beendet hat, wird die Allianz-Film 
den Film mit Ilse Werner in der Hauptrolle Ende Oktober 
herausbringen, 


497 


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| Ausland. 





Eintweder Cannes oder Venedig 
Nachklänge zur XII. Film-Biennale 


Der Filmfestival von Venedig hat wie kein 
anderer zuvor die Licht- und Schattenseiten 
dieser Veranstaltungen aufgezeigt. Insbeson- 
dere der Nachteil des Venedigar Datums, das 
nur knapp vier Monate hinter der Canner 
Frühlings-Manifestation lag und auch in Zu- 
kunft liegen wird, trat klar hervor. Die Welt- 
produktion an künstlerischen Filmen in der 
kurzen Zwischenperiode- genügt einfach nicht, 
um den Venedig-Festival zu versorgen: 

Der internationale Filmproduzentenverband 
hat sich in seiner Venediger Tagung mit die- 
ser Frage befaßt und beschlossen, nachdem 
beide Festivalorte mit Regierungsunterstützung 
bereits ihre Vorbereitungen für 1952 getroffen 
haben, vom Jahre 1953 an alljährlich nur noch 
eine der beiden Kompetitionen offiziell anzu- 
erkennen. Neben den vielen inoffiziellen Film- 
festwochen, die sich ständig vermehren, will 
man also zur Vorkriegspraxis zurückkehren und 
jedes Jahr, sei es in Cannes sei es in Venedig, 
eine Veranstaltung schaffen, der dann auch 
wieder größte Bedeutung zukommt. 

Hinsichtlich der Berliner Filmfestspiele wurde 
der Beschluß gefaßt, die Initiative des Berliner 
Senats zu unterstützen. 5 

Bis dahin werden hoffentlich auch weitere Mißstände 
behoben sein und es wäre zu wünschen, daß, wie in 
früheren Zeiten, eineinternationale Juryan die 
Stelle der politisch einseitig zusammerigesetzten italieni- 
schen Jury tritt, die nicht in der Lage ist, die Filme 
allein auf ihren künstlerischen Wert hin- und unbeeinilußt 
von innen- und außenpolitischen Gedankengängen zu beur- 
teilen. Der Internationale Produzentenverband hat in 
dieser Frage einen weiteren erireulichen Beschluß gefaßt: 
Filmjournalisten, die als Festival-Kritiker fungieren, dür- 
fen nicht mehr in der Jury sitzen. 

Zu den in unserer vorletzten Ausgabe bereits 
mitgeteilten offiziellen Preisen, denen noch der 
Große Preis des Internationalen Katholischen 
Filminstitutes für „Das Tagebuch eines Landpfar- 
rers“ von Robert Bresson (Frankreich) und der 
Preis der italienischen Filmkritik ex aequo für 
„Rhaso-Mon“ (Japan) und wiederum „Das Tage- 
buch eines Landpfarrers“ nachzutragen wären, 
-ist zu bemerken, daß die Franzosen der Anzahl 
der Preise nach so gut wegkamen, wie sie es 
verdienten. Allerdings war es nicht richtig, 
diese mit einer einzigen Ausnahme dem Film 
von Bresson zu geben. „Le Garcgon sauvage" 
und „Barbe-Bleue“ hätten u. E. auch eine Eh- 
rung verdient. Der „Spezialpreis für ohne Ver- 
wendung filmischer Mittel abgedrehtes Theater“ 








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(„Endstation Sehnsucht”) erscheint nicht ge- 
rechtfertigt und blieb auch unbegründet. 

Daß der hervorragende deutsche Nachkriegsiilm „Der 
Verlorene“ von Peter Lorre, der einen der stärksten 
Publikumserfolge errang, preislos blieb, darf niemanden 
wundern. Er steht turmhoch über Filmen wie „Endstation 
Sehnsucht” oder dem als besten italienischen Film prä- 
miierten „Die Stadt verteidigt sich“, stand aber auf ver- 
lorenen Posten, nachdem seinem endlichen Erscheinen auf 
der Leinwand so unliebsame Ereignisse vorangegangen 
waren, die nur mit einer bewußten Hintansetzung deut- 
scher Interessen zu erklären sind. Seine Aufführung am 
vorletzten Tage wurde durch eine: gewundene Erklärung 
begründet, in der es hieß, man habe den Film nicht pro- 
grammiert, weil man bei Aufstellung des Spielplans nicht 
wußte, ob er rechtzeitig eintreffen werde und ob sein 
Autor ihn innerhalb oder außerhalb der Konkurrenz prä- 
sentieren wolle. Man vergleiche dieses Kommunique mit 
der bei der Eröffnungs-Pressekonferenz ‚abgegebenen Er- 
klärung des Direktors der Mostra, die wir in einem 
früheren Bericht wiedergaben. 


Über der ganzen Veranstaltung lagen Schat- 
ten, die nicht im Sinne des Films waren, mit 
dem der älteste europäische Filmfestival im 
Jahre 1932 eröffnet wurde: „A nous la Liberte“. 

Bruno Dinkespühler 


„Prätorius“ amerikanisch 


In einer Pregse-Vorstellung wurde die ameri- 
kanische Fassung von „Dr. Prätorius“ gezeigt. 
Joseph L. Mankiewicz inszenierte die 
Curt Goetzsche Komödie fast getreu nach dem 
deutschen Vorbild und fügte nur gewisse ameri- 
kanische Akzente hinzu. Sicherlich wird der 
menschliche, gefühlvolle und dennoch aufge- 
lockerte Stoff in seiner Eigenart gefallen und 
als vollkommen „unhollywoodianisch“ bezeichnet 
werden. Die Fox präsentierte diesen Prätorius- 
Film, dem Sie den Titel „People willtalk“ 
(Die Leute sprechen darüber) gegeben 
hat, als Anwärter für den „Oscar“ 14952. Ich 
persönlich bezweifle, daß dieser Film auf der 
gleichen Stufe steht wie der Oscar-Film 1451 
der Fox „All About Eve“, den bekanntlich 
Joseph Mankiewicz gleichfalls inszenierte; aber 
vielleicht liegt das daran, daß mir der deutsche 
Curt Goetz-Film besser gefiel. 


Cary Grant ist ein guter Schauspieler, 
aber kein Curt Goetz. Jeanne Crain ist rei- 
zend aber zu kühl. Walter Slezak ist ausge- 
zeichnet. 

Eric Morawsky 





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Düsseldorf, Residenz-Theater, 9.30 Uhr 
Montag, den 1: Oktober 1951 

Hamburg, Esplanade, 10 Uhr 
Dienstag, den 2. Oktober 1951 

München, Luitpold-Theater, 9 Uhr 
Dienstag, .den 2. Oktober 1951 

Frankfurt, Metro im Schwan, 10 Uhr 
Montag, den 1. Oktober 1951 
„Die Mauern von Malapaga* und 
„Pariser Nächte“ 


Super-Filmverleih 


Frankfurt, Filmpalast, 10 Uhr 
Dienstag, den 2. Oktober 1951 

Düsseldorf, Alhambra, 10 Uhr 
Dienstag, den 2. Oktober 1951 

München, Kammerspiele, 10 Uhr 
Dienstag, den 2. Oktober 1951 


Nürnberg, Hans-Sachs-Lichtspiele, 10 Uhr 
Dienstag, den 2, Oktober 1951 
Hannover, Victoria-Theater, 10.30 Uhr 


Mittwoch, den 3. Oktober 1951 
Hamburg, Esplanade, 10.30 Uhr 

Donnerstag, den 4A. Oktober 1951 
Stuttgart, Palast-Lichtspiele, 10.30 Uhr 

Donnerstag, den 4. Oktober 1951 
Berlin, Marmorhaus, 11 Uhr 

Freitag, den 5. Oktober 1951 

„Der Weibsteufel“ 





Jubilar Michael Kuchenreuther 


Michael Kuchenreuther, der Besitzer der Schau- 
burg in Erlangen, feierte am 21. 9. 51 sein 25jähriges 
Berufsjubiläum und gleichzeitig das 15jährige Bestehen 
der von ihm erbauten Schauburg. Trotz kaufmännischer 
Talente ein Idealist, nahm sich Kuchenreuther schon zu 
Kintopp-Zeiten der Entwicklung des Films liebevoll an 
und stellte später seine Schauburg in den Dienst des 
guten deutschen Films. Als Jubiläumsprogramm wählte 
Michael Kuchenreuther den Erich Engel-Film „Das selt- 
same Leben des Herrn Bruggs“, dessen Hauptdarsteller 
Gustav Knuth, Trude Haefelin und Adrian Hoven per- 
sönlich der festlichen Premiere in Erlangen beiwohnten. 

Wg- 


25 Jahre im Filmverleih 


Am 1. Septembex 1926 trat Frau Katharina Knorr beim 
Filmhaus Bruckmann in Frankfurt a. M. als kaufmännischer 
Lehrling ein. Sie wurde Disponentin und war in dieser 
Eigenschaft später bei der Terra, Ufa und bis Kriegsende 
bei der Tobis tätig, anschließend bei der Aka-Film. Seit 
1. März 1950 ist die bei den Theaterbesitzern ebenso be- 
kannte wie beliebte Frau Knorr bei der Frankfurter Filiale 
des Verleihs Siegel Monopoliilm als erste Disponentin 
tätig. 


Max Baumgardt 80 Jahre 


Der Inhaber und Leiter der Moabiter Lichtspiele in Ber- 


lin, Max Btumgardt, feierte kürzlich seinen 80. Geburtstag. 
Dem geistig wie körperlich rüstigen Theaterbesitzer den 
herzlichen Glückwunsch der Fiwo. (rd) 


Otto Bauer 25 Jahre im Dienste des Faches 
Seine Laufbahn als Theaterleiter begann Otto Bauer 
am 4. Oktober 1926 in den Paul Beese-Betrieben („Har- 
monie“) in Hamburg. Von dort führte ihn sein Weg nach 
Kiel, wo er von 1931 bis 1934 das Capitol leitete. Die 
nächste Station waren die Först-Lichtspiele in Wellin- 
dorf, die dem Krieg zum Opfer fielen. Seit 1942 ist Bauer 
im Dietrichsdorfer Universum, das nach seiner Vernich- 
tung im Jahre 1944 inzwischen neu erbaut wurde, als 
Geschäitsführer tätig. Mögen dem quicklebendigen Jubilar 
noch viele Jahre weiteren Schaffens vergönnt sein. E-s. 





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Chefredakteur: Hans Wiese; Berliner Redaktion: Heinz Reinhard, Berlin-Wilmersdorf, Hildegardstr. 4, Tel. 871807, Bonner Redaktion: Adolf E. v. Keller, 
Moselweg 5, Tel. 12 34 88, Düsseldorfer Redaktion: Karl Otto Gebert, Morsestr. 7/IIl; Frankfurter Redaktion: Oswalt Kolle, Untermainkai 30, Tel. über 9 01 61} 
Hamburger Redaktion: Hellmut Stolp, Binderstraße 24/I, Tel. 444945; Redaktion Hannover: Ernst Bohlius, Dahnstraße 9, Tel. 60624; Münchener Redaktion: 


W. A. Weigl, Blumenstraße 7, Tel. 21085; Stuttgarter Redaktion: W. H. Zeller, Im Kappelfeld 11, 


Wiesbadener Redaktion: Arthur Stubbenhagen, 


Wielandstraße 4; Technische Redaktion: Dipl.-Ing. Paul Zschoche, Berding/Oberpfalz Nr. 146. — Bezugspreis: Ausgabe A (Spezial-Ausgabe für die Fach- 
pa monatlich 2,50 DM und 9 Dpf. Zustellgebühr; Ausgabe B 1,60 DM und 9 Dpf. Zustellgebühr; in Belgien 3,6 bfrs; England: Abonnementsvertreter Gerd Treuhaft, 4, 
Sunderland Terrace, Bayswater, London W. 2. — Alleinauslieferung für Osterreih: Buchversandhaus Hartleben, Innsbruck, Fallmerayerstraße 5, und Wien I, Habsburger- 


gasse 6—. 


— Anzeigentarif Nr. 8 vom 1. 
(auch auszr=<eweise) nur mit Genehmigung der Redaktion, 


Juli 1951. 


Für Anzeigen verantw ortlich: Joseph ‚Franz Huber. — Dmuck F. W. Wesel, Baden-Baden-Oes, — Nachdruck 


- 


—