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Full text of "[untitled] Monatshefte für deutsche Sprache und Pädagogik, (1914-12-01), pages 372-373"

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Monatshefte für deutsche Sprache und Pädagogik. 



türlich nicht gegen die Koedukation 
ausfallen. 

„Die Gesamtschule war bei ihnen 
(Amerikanern) eine notwendige Folge 
dieser Umstände. Die Amerikaner 
hatten keine Theorie einer gemeinsa- 
men Erziehung für Knaben und Mäd- 
chen nach jetzigen europäischen Be- 
griffen. Bei ihnen war die Gesamt- 
schule einfach eine praktische Not- 
wendigkeit, eine wirtschaftliche Frage. 

— In Europa verhält sich die Sache 
anders." („Gemeinsame Erziehung von 
Knaben und Mädchen" von K. E. 
Palmgren.) 

Ein schweres Bedenken fällt nach 
Ansicht des Verfassers für Deutsch- 
land gegen die Koedukation ins Ge- 
wicht. Dieselbe würde zur Folge haben, 
„auch weibliche Lehrkräfte an den 
höheren Lehranstalten zu verwenden." 

— Bei uns kommen an den Mittel- 
schulen auf 15 Lehrer 17 Lehrerinnen. 

— Nun achte man recht auf die 
Gründe, welche Dr. Mackensen hierfür 
angibt; 

„In unsere höheren Knabenschulen 
und besonders deren obere Klassen 
passen sie (die Lehrerinnen) — das 
sei selbst auf die Gefahr hin, rück- 
ständig genannt zu werden, offen aus- 
gesprochen — nicht hinein! Wir Deut- 
sche stehen auf einem exponierten 
Posten; wir sind rings von Feinden 
umgeben, die uns lieber heute als mor- 
gen unserer Macht ULd Grösse, unseres 
Ansehens und unseres Wohlstandes 
berauben möchten ; über kurz oder 
lang werden wir diese Güter mit dem 
Schwerte in der Hand zu verteidigen 
haben. In solcher Zeit braucht unser 
Vaterland starke Männer, die in harter 
strenger Zucht und Schule zu solchen 
herangereift sind. Viel zu viel lauscht 
man bei uns bereits den verführeri- 
schen Reden falscher Jugendbeglücker, 
die unsere Schulzucht eine spartanisch 
harte und rauhe schelten, die eine 
straffe Disziplin verwerfen und die 
Schulen nur mit Sanftmut und Lang- 
mut regiert sehen möchten, die jede 
ernste Anforderung, jede grössere An- 
strengung der Jugend fernhalten 
möchten. Im Interesse unseres Volkes 
wäre das tief zu beklagen. Wir in 
Deutschland können bei unserer Lage 
unsere Jungen nicht so erziehen wie 
andere Stnaten die ihrigen, unser Ziel 
bei der Erziehung der Knaben muss 
sein und bleiben die Wehrhaftigkeit 
und Mannhaftigkeit; dazu aber können 
sie erzogen werden nur durch Män- 
ner!" 



Die Schrift sei unseren Lehrern, 
Befürwortern sowohl wie Gegnern der 
Koedukation, aufs angelegentlichste 
empfohlen. 

A History of the United States. By 
Henry Eldridge Bourne and Elbert 
Jay Ben ton, Professors of History 
in Western Reserve University. 
Published by D. C. Heath and Co., 
Chicago, 111. 59S pp. Price $1.00. 
Die meisten unserer Lehrbücher der 
Geschichte unseres Landes atmen ei- 
nen sehr engherzigen Geist. Zu oft 
wird unser Volk über Gebühr hervor- 
gehoben, andere Völker dagegen wer- 
den unterschätzt. Dieses Werk unter- 
scheidet sich vorteilhaft von ähnlichen 
Büchern, indem es anderen Völkern 
Gerechtigkeit widerfahren lässt. 

Besonders wird die Entwicklung un- 
seres Landes nach dem Bürgerkrieg 
berücksichtigt. Auf 30 Seiten wird zu- 
erst die Entwicklung des Westens, 
dann die industrielle Entwicklung und 
in einem besonderen Kapitel die Ent- 
wicklung des Südens nach dem Bür- 
gerkrieg in recht anschaulicher Weise 
geschildert. 

Aber was das Buch vor allen ande- 
ren Geschichtsbüchern für die Volks- 
schule auszeichnet, ist die Art und 
Weise, wie das eingewanderte Element 
behandelt wird, über die Deutschen 
heisst es auf Seite 373 : 

„Die Deutschen waren besser unter- 
richtet als die meisten eingeborenen 
Amerikaner, denn ein neues Schulsy- 
stem war in Deutschland errichtet 
worden. Die gelernten Arbeiter und 
die Bauern waren gut vorbereitet. Als 
Bürger haben die Deutschen tiberall 
dazu beigetragen, die Schulen unseres 
Landes zu verbessern. Auch fingen 
amerikanische Jünglinge an, nach 
Deutschland zu gehen, um höhere Stu- 
dien zu treiben." 

„Noch auf andere Weise haben sie 
unser amerikanisches Leben tief be- 
einflusst. Sie besassen Geschmack für 
die Kunst und Liebe zur Musik, Ma- 
lerei und Skulptur, wie sie damals 
(kurz nach 1848) wenige Amerikaner 
besassen. Wo immer sie sich nieder- 
liessen, wurden sie Lehrer dieser Kün- 
ste. Und auf noch viele andere Wei- 
sen — durch Gesangvereine, Turnver- 
eine, Feste im Freien, Volksfeste und 
Lustbarkeiten — haben sie dazu beige- 
tragen, die gesunden Freuden des Le- 
bens zu verbreiten." 

Seit Jahren haben wir die berech- 
tigte Klage geführt, dass unsere Ge- 



Bücherbesprechungen. 



373 



schichtsbücher den Anteil, den wir an 
der Entwicklung unseres Landes ge- 
nommen haben, nicht genügend würdi- 
gen. Hier ist nun endlich ein Buch, 
welches uns Gerechtigkeit widerfahren 
lässt. — Was ist nun unsere Pflicht, 
wenn wir wollen, dass auch andere 
Authoren diesen Weg betreten? 

Jeder deutsche Lehrer sollte sich die 
Anschaffung dieses Buches zur Pflicht 
machen, und dann sollte er dafür sor- 
gen, dass dem Buche Eingang in die 
Schulen verschafft werde. 

Wie erhalten wir unsere Stimme ge- 
sund? Ein Ratgeber für Lehrer, 
Geistliche, Sänger und verwandte 
Berufe. Von Adolf Moll, staatlich 
geprüftem Gesanglehrer für höhere 
Schulen und akademisch gebildetem 
Lehrer für Sologesang in Hamburg. 
Mit 22 Abbildungen im Text. (IV u. 
71 S.) 8. geh. M. 1. Verlag von 
B. G. Teubner, Leipzig und Berlin, 
1914. 
Unter allen Berufen ist kaum einer, 
der die Stimme so dauernd in Anspruch 
nimmt wie der Lehrerberuf. Es dürfte 
aber kaum ein Organ geben, über des- 
sen Pflege man im allgemeinen so we- 
nig weiss, wie es der Kehlkopf und die 
Stimmlippen sind. Die Folge davon 
ist, dass ein verhältnismässig hoher 
Prozentsatz von Lehrern stimmkrank 
ist. 

Dieses Büchlein gibt im ersten Teil 
allgemeine Betrachtungen über den 
Bau der Sprachwerkzeuge und deren 
Funktionen. Der zweite Teil handelt 
über die Schonung unserer Stimme. 

Die Kapitel über falsches und rich- 
tiges Atmen, über Kraftverschwendung 
beim Sprechen, über zu hohes und zu 
lautes Sprechen sind für den Lehrer 
von besonderem Interesse. 

So wird das mit lehrreichen Bildern 
versehene Buch sich für alle, deren be- 
rufliche Tätigkeit von der Gesundheit 
und Pflege ihrer Stimme wesentlich an- 
hängt, vor allem also für Lehrer und 
Sänger, als ein trefflicher Führer er- 
weisen. 

J. E. 

Ein CharaJcterbild von Deutschland. 
Compiled and edited by M. Blake- 
mor4 Evans, Ph. /)., Professor of 
German, Ohio State University, and 
Elizabeth Merhaut, staatlich ge- 
prüfte Lehrerin der englischen und 
deutschen Sprache, Leipzig, Ger- 
many. D. C. Heath and Co., Boston. 
XV -f 237 pp. Cloth, $1.00. 



Zur Einführung unserer Studenten 
in die Kenntnis von „Land und Leu- 
ten" haben wir schon ein übermass 
von deutschen Lesebüchern. Durch die 
notwendige Begrenztheit im Wort- 
schatz und ebenso notwendige Einfach- 
heit der Konstruktion ist aber die 
Stoffwahl in diesen Texten eine sehr 
begrenzte; sie geht kaum über das 
Kellnergespräch und das einfache 
Reisegspräch hinaus. 

Im vorliegenden Werke finden wir 
einen ernsthaften Versuch, vorgerück- 
ten Studenten, die von einigen Sp) ich- 
schwierigkeiten nicht abgeschi äckt 
werden, Einsicht in das Wesen des mo- 
dernen Deutschlands zu verle hen. 
Fast der sämtliche Inhalt besteh aus 
Auszügen aus den Werken von ieut- 
schen Fachmännern, augensche alich 
ohne den Versuch, die zum Teil recht 
schwierige Sprache den Studenten ver- 
daulicher zu machen. Die nahelie- 
gende Gefahr der Zusammenhangslos 
sigkeit in der Darstellung ist geschickt 
umgangen worden. 

Der Stoff ist reichhaltig: Sprache, 
Städte- und Landschaftsbilder, Ge- 
schichte, soziale Bewegungen, geistige 
Kräfte, wirtschaftliche Kräfte, Unter- 
richtswesen, Sport. Das Quellenver- 
zeichnis bildet eine schöne Bibliogra- 
phie. Es ist selbstverständlich, dass 
ein jeder etwas ihm besonders wichtig 
Erscheinendes vermissen wird, denn 
alles kann man auf beschränktem 
Raum nicht bringen. Es wäre leicht, 
über das Fehlende billige Kritik zu 
üben, aber ein jeder muss zugeben, 
dass alles, was das Buch enthält, von 
Wichtigkeit ist, und dass das Ganze 
ein gutes Bild von deutscher Art und 
deutschem Land bietet. Mehr kann 
man nicht verlangen. Das Buch ist 
für vorgerückte Klassen entschieden zu 
empfehlen. 

Univ. of Wis. 

M. H. Haertel. 

Chemische Schülerübungen. Von Fr. 

Rutishauser, Sekundarlehrer in An- 

delfingen. Druck und Verlag: Art 

Institut Orell Füssli, Zürich. 

In this book (which is a reprint 

f rom the "Schweizerische Pädagogische 

Zeitschrift", Volume XXIII (1913), 

Part I, the author presents a labora- 

tory manual in elementary chemistry, 

designed for the Sekundärschule. The 

author believes, and very correctly, 

that all experiments which can in any 

way be performed by pupils, sbould be 

perf ormed by them ; the purely demon-