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Full text of "[untitled] Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft / Journal of Institutional and Theoretical Economics, (1866-01-01), pages 470-472"

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470 Litteratur. 

LastenObergaDg geregelt werde. Für die Lastenregulirung wird es in 
einer Masse von Fällen keiner eingehenden Verhandlungen bedürfen. 

„i. Einen ausdrücklichen von vorgängiger Prüfung des vorliegenden 
Falls abhängigen Consens würden wir erfordern, wo a. vinculirtcs 
Gruudeigenthum, sei es durch Uebergang an Rittergüter, Domainen etc., 
sei es durch Umgestaltung in frei vcräusserlicbes Land seine bisherige 
Eigenschaft verlieren , b. wo aus einem Hofe durch Tbeilung, 
Abbau etc. mehrere Wobnwesen gemacht werden, c. wo Höfe durch 
Zusammenlegung eingehen sollen, d. Eventuell wären die oben 
erwähnten Fälle der Herabdrückung unter Spannfäbigkeit oder einen 
gewissen Viehbestand mit aufzuführen. 

Für den Consens wären Amts- und Amtsversammlungsausschuss 
geeignetenfalls nach Einziehung eines Gutachtens der Sachverständigen 
für Hofesabschätzungen, bei Divergenz der Ansichten die Landdrostei 
zuständig. Er wäre nur zu versagen, wenn erhebliche Bedenken 
im öffentlichen Interesse entgegenständen. Zuvorigu 
Anhörung der Gemeinde und Lastenregulirung wären selbstverständlich. 

„5. Endlich würden wir die Amtsversammlungen noch ermächtigen, 
mit oberer Genehmigung im Bedürfnissfalle gewisse Boden minima für 
Anbauereien namentlich auf Mören und für die Zertheilung von Acker- 
stücken etc., festzustellen. Das Bodenminimum hat bekanntlich viele Verur- 
theilungen erfahren; wir sagen mit Recht, wo es sich um generelle gesetz- 
liche oder verordnungsmässige Feststellung handelt. Damit ist aber nicht 
ausgeschlossen, dass man local auftauchenden Missbräueben nicht einen 
Zaun entgegenstellen solle. Wir fühlen täglich in unserer Umgebung 
die wohlthütigen Folgen der älteren Minimalforderungen für (Moor-) 
Anbaoereien, die nachtbeiligen des Fehlens derselben in neuerer Zeit." 



— e. Julius Jäger, die Lehre von den Eisenbahnen auf 
Grundlage des Staates, München 1865. — Der Verfasser, Directions- 
secretär der baierischen Ostbahnen, giebt „in Umrissen" — und wir 
dürfen es anerkennen , in klarem Umrisse — eine juristiscb-publi- 
cistische Construction des Verhältnisses der Eisenbahnen zum Staate, 
sowie eine wohlgeordnete Skizze der Eisenbahn politik in Beziehung 
auf alle Verhältnisse des Baues und Betriebes. Die kleine Schrift ist 
sehr geeignet zu übersichtlicher Orientirung durch concise Darstellung, 
durch Erwähnung und Präcisirung aller wesentlichen Probleme, sowie 
durch erfahrungsmässige und litterarische Bekanntschaft mit dem Ge- 
genstand. Der Verfasser ist kein Gegner der Privatbahnen, wie der 
Titel etwa nahe legen könnte , nur zieht er alle Konsequenzen des 
öffentlichen Characters der Eisenbahnen auch für Privatuntemehmungen. 



— e. Fr. J. Neumsnn, Krg. Ass., die Oestaltung der mittleren 
Iiebensdauer in Freussen seit 1810 in ihren Beziehungen zu dem 



Litteratur. 47 1 

gleichzeitigen Wacbsthum iles allgemeinen Wohlstandes. Diese be- 
merkenswerthe Dissertation begründet zunächst, negativ gegen Hoff- 
mann, Dieterici und Engel gewendet, folgende Sätze: 1) dass 
sich die s. g. Sterblichkeitsziffer für die prieussische Bevölkerung gegen- 
wärtig ungünstiger gestaltet, als früher, 2) dass das Gleiche von dem 
Durchschnittsalter der Gestorbenen gilt , 8) dass das Durchschnitts- 
alter der Lebenden nicht konstatirt werden kann, 4) dass eben- 
sowenig festgestellt werden kann, wie sich das Verhältni ss zwischen 
dem Wacbsthum der „todten" und der „lebenden" Jahre in 
Preussen im Laufe des hier in Rede stehenden Zeitraums gestaltet hat, 
und endlich 5) dass weder dieses Verhultniss noch das Vcihültniss 
zwischen demWachsthum der „todten" Jahre und dem Wachsthume 
der Bevölkerung an sich irgend welche Aufschlüsse über das Zu- oder 
Abnehmen des allgemeinen Wohlstandes in einem Lande zu geben 
vermag. Die Sätze 4 und 5 sind gegen eine Theorie und Hypothese von 
Engel gewendet („t d t e" Jahre ^ der Anzahl der von den Verstor- 
benen eines bestimmten Jahres zugebrachten Lebensjahre, — „lebende" 
Jahre = der Anzahl der von der jeweiligen Generation durchlebten 
Jahrel. 

Der Verfasser sucht ein positives Spiegelbild der persönlichen 
Zustände der seit 1816 so stark angewachsenen Bevölkerung in der 
Gestaltung der Kindersterblichkeit zu gewinnen : Er sagt 
S. 26: 

„Vor Allem muss sich, wie ich glaube, die Zu- oder Abnahme des 
in einem Lande herrschenden Wohlstandes in dem Absterben der 
Kinder bemerkbar machen. Denn , während bei den Erwachseneu 
offenbar neben ihren wirthschaftlichen Verhältnissen , auch die in 
ihnen gährenden Leidenschaften, ihr Temperament, das ihnen beschiedene 
Glück oder Unglück und hunderterlei andere Umstände von Elufluss 
sind, ihr Leben zu kürzen oder zu verlängern , darf mau bei den iu 
ihren ersten Lebensjahren stehenden Kindern im Allgemeinen annehmcu, 
dass, ausser der körperlichen Gesundheit, welche ihnen die Eltern mit 
in das Leben gegeben haben, fast allein und ausschliesslich die 
wirthschaftlichen Verhältnisse der Letzteren, d. h. die 
leibliche Pflege, Nahrung, Bettung, Kleidung, sowie die ärztliche Be- 
handlung, welche diese, in Folge jener Verbältnisse, ihren Kindern 
zu geben vermögen, entscheidend sind, um Krankheit und Tod von 
ihrem Lager zu scheuchen. Und aus diesem Grunde wäre es hier von 
besonderer Wichtigkeit, wenn man die wirkliche Absterbeordnung 
gerade der Kinder für die verschiedenen Perioden des in Rede stehenden 
Zeitraumes genau zu prüfen und festzustellen vermöchte." 

Auch dieser Massstab ergiebt nach den Bestimmungen Keumauus 
keine günstigen Resultate, soferne er findet, dass die Zahl derjenigen, 
welche unter 10.000 Geborenen mutbmasslicb das erste, bez. das dritte 



472 Litteiatur. 

Lebensjahr erreichen, seit 1816—1860 stetig abgenommen habe (nämlich 
von 8326 auf 8215, bez. 7494 auf 7179). Verschiedene Einwürfe, um 
dieser Entwicklung etwa eine günstigere Auslegung zu geben, wider- 
legt sich der Verfasser selbst, und kommt zu dem Schlüsse: 

„Nach alledem bleibt offenbar nur zweierlei übrig anzunehmen. 
Entweder nämlich ist die bessere wirthschaftliche Lage, in der sich die 
Bevölkerung heute im Allgemeinen unzweifelhaft befindet, von der- 
selben nicht benutzt, um auf die Kinder eine bessere Pflege und Sorg- 
falt zu verwenden. Oder aber, es sind — trotz dieser besseren 
Pflege — die Gefahren , denen das Leben der Letzteren ausgesetzt ist, 
um deswillen grössere geworden, weil ihre ursprüngliche Lebens- 
fähigkeit, d. b. die Körperconstitution , mit der sie die Welt be- 
treten — sei es vielleicht um der schwächeren Constitution der Eltern 
willen, sei es aus anderen Gründen — im Laufe der Zeit eine 
schwächere geworden ist. Welcher dieser Fälle indessen einge- 
treten ist, und welches im Einzelnen die hiebei massgebenden Momente 
gewesen sind — soll hier nicht weiter untersucht werden. Diese 
frage zu lösen , bleibt noch eine hohe und schwierige Aufgabe der 
yreussischen Statistik. Und es wird sich dieselbe hiebei insbesondere 
auf die provinziellen und örtlichen Ergebnisse der Bevölkerungsauf- 
nabmeu zu stützen haben , welche bisher nicht ausreichend veröffent- 
licht sind." 



— e. Von den Mittheilungen der k. k. statistischen Centralcom- 
mission aus dem Qebiete der Statistik — ist das 3. Heft des 12ten 
Jahrganges erschienen. Es veröffentlicht die Verhandlungen der Central- 
commission im Jahr 1865 und giebt u. A. Bericht von dem Abschied, 
welchen der Altmeister im Felde der österreichischen amtlichen Statistik, 
Freiherr von C z ö r n i g , mit diesem Jahre von seinem bisherigen ver- 
dienstvollen Wirkungskreis genommen hat. Ausser der Mittheilung 
hierüber werden insbesondere die beigegebenen vergleichenden Karten 
über den Transitverkehr Oesterreichs 1846 und 1863 interessiren. Die 
Wirkung der Eisenbahn tritt auf diesen Karten frappant hervor, einer- 
seits in der Verödung, welche im Transite über Tyrol und Vorarlberg 
seit 1845 eintrat, andrerseits in der Hebung des über Triest sich be- 
wegenden Transites. Die Karten scheinen von Herrn Hofsecretär Schmitt 
verfertigt und über Anregung der Karten entstanden zu sein, welche 
Herr Minard von Paris über die Absazorte der englischen Steinkohle 
im J. 1860, über die Bezugsquellen der Baumwolle 1858 und 1863, und 
über einige Specialitäten des französischen Transportwesens verfasst hat. 
Die Karten über den östr. Transitoverkehr fanden den höchsten Beifall 
der versammelten Centralcommission. — Wir ergreifen diesen Anlass, 
um auf zwei andere neuere Publicationen der Centralcommission : Der 
österreichische Bergwerksbetrieb 1866 und das (nun im