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Full text of "Faschismus, Sozialdemokratie und Kommunisten"

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XIII. PLENUM DES EKK1 




BI 148/844051+01 



XIII. PLENUM DES EKKI / DEZEMBER 1933 



W. KNORIN 

FASCHISMUS 
SOZIALDEMOKRATIE 
UND KOMMUNISTEN 




1934 



VERLAGSGENOSSENSCHAFT AUSLÄNDISCHER 
ARBEITER IN DER UdSSR / MOSKAU-LENINGRAD 



Feltrinelli Reprint 



In collaborazione con la Biblioteca deWhtituto G. G. Feltrinelli 



Litografia D. Cislaghi - Rozzano - Milano 



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Verlagsredakleur: Heltner — Technischer .Redakteur: -Fritz Nefller — Verlagsnummer: 27 — 
Bestellnummer: 66-« In Arbeit: 23. XII. 1933 — In Satz: 10. I. 1934 — In Druck: 21.1.1934 — 
Druckbogen: 2 x j., — ■ Pvuckzcichen. pro Druckbogen,: 42 600 — Papierformat: 62X94 l /w — 
Index II. — Druckerei ,,Iskra Revoluzii", Moskau, Fülippowski Pereulok 13 — Glawlit: 

B-Ö9 542 — Auflage: 5 700 



1. UNSERE TAKTIK IST RICHTIG 



Genossen! . Sechs Jahre sind im ganzen vergangen, seitdem 
Rudolf Hilferding auf dem Kieler Parteitag der SPD mit dem 
neuen Programm der Nachkriegssozialdemokratie auftrat, mit der 
Theorie vom „organisierten Kapitalismus" und „friedlichen Hin- 
einwachsen in den Sozialismus auf dem Wege der Demokratie". 

„Die Kommunisten gehen zugrunde — es mag etwas länger oder etwas 
kürzer danern . . . Aber eine Bedeutung für die sozialistische Bewegung hat 
die Kommunistische Partei gar nicht, sie ist verloren! . . . großer Sieg der 
Sozialdemokratie erscheint als möglich. Ich sage nochmals: wir kennen den 
Weg, wir kennen das Ziel. Wenn wir 'kämpfen umter dem Wahlspruch: 
treu dem sozialistischen Prinzip, unbeirrbar »im Ziele der Eroberung der 
Staatsmacht, «aber freie Beweglichkeit für unsere Taktik» dann wird aus der 
Möglichkeit des Sieges die Wirklichkeit des Sieges werden. 4 * 

So schloß Rudolf Hilferding seine Rede auf dem Kieler Partei- 
tag vor den OReichstagswahlen von 1928. 

Die Welt stand damals noch im Zeichen der relativen Stabiii 
sierung des Kapitalismus. Produktion, Handel und Technik waren 
im Aufstieg begriffen. Die Vereinigten Staaten waren berauscht 
von ihrer Prosperität, von dem „amerikanischen Wirtschafts- 
wunder". Die Sozialdemokratie kam im Jahre 1928 in Deutsch- 
land ans Ruder, und die preußische Regierung befand sich seit 
1918 ununterbrochen in ihren Händen. Die Theorie vom „orga- 
nisierten Kapitalismus" wurde zum Gemeingut der gesamten 11. 
Internationale. In der revolutionären Bewegung spürte man noch 
die Stille, die nach 1923 eingetreten war. 

Unter diesen Verhältnissen traten im Jahre 1928 zwei Welt- 
kongresse zusammen: in Brüssel der Kongreß der II. Internatio- 
nale, in Moskau der VI. Kongreß der Kommunistischen Inter 
nationale. Und während die Sozialdemokraten auf ihrem Brüsse- 
ler Weltkongreß in ihren Beschlüssen erklärten, daß der Kapita- 
lismus seine Wunden geheilt habe, konstatierte zur gleichen Zeil, 
in denselben Herbstmonaten des Jahres 1928, unser VI. Kongreß 
der Komintern den Beginn einer neuen, dritten Periode der Nach- 
kriegskrise des Kapitalismus, einer Periode der Erschütterung der 
Stabilisierung des Kapitalismus und des immer stärkeren revolu- 
tionären Aufschwungs der Massen. Während die Sozialdemokrat 



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lic zusammen mit der gesamten Bourgeoisie die Genesung des 
Kapitalismus feierte, schleuderte ihnen unsere Kommunistische 
Weltpartei ihre herausfordernde Einschätzung der Lage entgegen: 
Herrschaften, ihr könnt heute noch jubeln, aber ihr seid totkrank; 
kaum zu Hause angelangt, wird euch die Pest der Krise ergreifen. 

Nach einem Jahre spürte man bereits in der ganzen Welt das 
Herannahen der wirtschaftlichen Krise der Ueberproduktion. 
Gleich nach den Massendemonstrationen im Jahre 1927 gegen die 
Hinrichtung von Sacco und Vanzetti, die zei gten, daß die Stille 
in der Arbeiterbewegung bereits vorübergeht, entstand im Jahre 
1928 eine mächtige Streikbewegung (Lodz, Ruhrgebiet, München- 
Gladbach u. a.). Aber die Aenderungen, die vor sich gingen, wur- 
den am allerwenigsten von der Sozialdemokratie begriffen, die 
vom Wege des Marxismus abgewichen war. Sie ergötzte sich im- 
mer noch an den Theorien vom „organisierten Kapitalismus" und 
der „krisenlosen Entwicklung". Angesichts des herannahenden 
Bankrotts der Weimarer Republik brüstete sich die Deutsche So- 
zialdemokratie auf dem Magdeburger Parteitag im Jahre 1929 
immer noch mit ihrer Stärke. Dittmann erklärte, daß es in 
Deutschland mehr Sozialismus gäbe, als in der Sowjetunion. Wels 
erklärte: wenn schon eine Diktatur, dann unserel Sie verschärfte 
den Terror gegen das revolutionäre Proletariat, gegen den revolu- 
tionären Aufschwung der Massen und offenbarte immer stärker 
ihren antidemokratischen Charakter. 

In scharfem Gegensatz zu der Einschätzung der Sozialdemo- 
kratie wiesen wir auf unserem X. Plenum im Juli 1929 darauf hin, 
daß die Gegensätze zwischen den Klassen und Staaten sich ver- 
liefen, daß ein neuer revolutionärer Aufschwung anbricht, daß 
die Wirtschaftskrise nicht mehr fern ist. 

Es verging einige Zeit. Die Wirtschaftskrise wütete bereits in 
der ganzen Welt. Im Frühjahr 1930 warf die Bourgeoisie in 
Deutschland die Sozialdemokratie aus den Ministersesseln hinaus. 
Im Herbst erlitt die Regierung der Labour Party in England eine 
Niederlage. Die Theorie vom „organisierten Kapitalismus" brach 
zusammen. Die Sozialdemokraten stellten die „Theorie" auf, daß 
der Kapitalismus ernsthaft krank sei, daß die Sozialdemokratie 
ihn kurieren müsse. 

Wir aber zeigten damals auf dem XI. Plenum des EKKI den 
Massen den sich verschärfenden Gegensatz zwischen den zwei 
Systemen: dem System des im Aufbau befindlichen Sozialismus 
und dem System des verfaulenden Kapitalismus. Wir stellten das 
Anwachsen der Voraussetzungen einer revolutionären Krise in 
einer Reihe von Ländern fest und wiesen darauf hin, daß die 



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Revolution für die werktätigen Massen der einzige Ausweg aus der 
Krise ist. 

Und schließlich, auf unserem verflossenen XII. Plenum des 
Exekutivkomitees der Komintern, als die bereits kopflos gewor- 
dene Sozialdemokratie zu dem Geschwätz von der konterrevolu- 
tionären Situation übergegangen war, erklärten wir fest und un- 
erschütterlich, daß die Stabilisierung des Kapitalismus zu Ende 
ist, daß die Welt vor großen Konflikten zwischen den Klassen und 
Staaten steht, daß jähe Aenderungen und Wendungen der Ereig- 
nisse möglich sind, daß sich der Uebergang zu einer neuen Phase 
von Revolutionen und Kriegen vollzieht. 

Wir haben mit unserer ganzen Einschätzung der Lage recht 
behalten. Unsere Analyse ist von Jahr zu Jahr bestätigt worden. 
Wir haben nichts zu revidieren brauchen. Und alles das, was uns 
die Theoretiker der Bourgeoisie und vor allem die Sozialdemokra- 
tie entgegenstellten, ist von Jahr zu Jahr wie Kartenhäuser ausein- 
andergefallen. Denn wir stützten und stützen uns auf die einzige 
wissenschaftliche Theorie, auf die Theorie des Marxismus-Leninis- 
mus, die Sozialdemokratie aber hat den Marxismus längst preis- 
gegeben; denn wir fürchten uns nicht, den Tatsachen ins Auge zu 
schauen und die Dinge bei ihrem wirklichen Namen zu nennen. 

Indem wir, ausgerüstet mit der Theorie des Marxismus-Leninis- 
mus, die Weltlage analysierten, die gewaltigen Schwierigkeiten 
erkannten, vor denen wir stehen, riefen wir die werktätigen Mas- 
sen zum Kampf gegen den Faschismus und den Krieg, für den 
Sturz *Ier Macht der Ausbeuterklasse und die Errichtung der Dik- 
tatur des Proletariats. Im Bewußtsein der gewaltigen Verantwor- 
tung für das Schicksal der internationalen Arbeiterbewegung 
führten wir unsere ganze Arbeit im verflossenen Jahre auf dem 
Boden der Direktiven des XII. Plenums des EKKI. 

An zwei Hauptpunkten, in Deutschland und im Fernen Osten, 
haben die Gegensätze des kapitalistischen Systems ihre größte 
Schärfe erlangt. Der revolutionäre Aufschwung dauert in der 
ganzen Welt weiter an. In China hat sich die Sowjetrevolution 
ausgedehnt. In Spanien, in Deutschland, in Polen, in der Tsche- 
choslowakei und in vielen anderen Ländern sind ernste Klassen- 
kämpfe vor sich gegangen. Aber der Faschismus hat vorüber- 
gehend in Deutschland gesiegt. Die deutsche Bourgeoisie hat auf 
kurze Zeit ihre Macht gestärkt. Im Fernen Osten hat sich der 
Krieg ausgedehnt. Der Ueberfall Japans auf die Sowjetunion ist 
zur aktuellen Frage geworden. Wir können aber sagen, daß un~ 
sere ruhmreiche Kommunistische Partei Deutschlands für den 
Kampf gegen den Faschismus alles getan hat, was in ihren Kräf- 



teh stand und was sich aus dem gegebenen konkreten Kräftever- 
hältnis der Klassen ergab. Wir können auch sagen, daß die Kom- 
munistischen Parteien Japans und Chinas für den Kampf gegen 
den Krieg alles getan haben, was in ihren Kräften stand und was 
sich aus dem gegebenen konkreten Kräfteverhältnis der Klassen 
ergab. Und wenn jetzt in einer Reihe von Ländern der Faschis- 
mus zur Macht gelangt, wenn die Kriegsgefahr zu einer unmittel- 
baren Gefahr geworden ist, so können wir doch jetzt mit größerer 
Gewißheit denn je sagen: die Kräfte der Revolution wachsen trotz 
des faschistischen Terrors und der Sozialdemokratie.. Weder die 
Hitlerbanden noch die Armeen Arakis werden imstande sein, die- 
ses Wachstum der Kräfte der Revolution zu verhindern. 

Unsere Analyse der Lage ist richtig, unsere Taktik ist richtig. 
Das zeigt ein Rückblick auf die Ereignisse in den fünf Jahren, die 
seit dem VI. Kongreß der Kommunistischen Internationale ver- 
flossen sind. 

2. DER GEGENWÄRTIGE KAPITALISTISCHE STAAT 

Jetzt nähert sich die Welt auf Grund der ehernen Gesetze ihrer 
Entwicklung, wie Genosse Kuusinen hier gesagt hat, bereits un- 
mittelbar der neuen Phase der Revolutionen und Kriege. 

Die festesten Pfeiler der kapitalistischen Gesellschaft werden 
durch die gewaltige zerstörende Kraft der Krise, durch die Kraft 
des Wachstums der Sowjetunion und des Erstarkens der revolu- 
tionären Bewegung der werktätigen Massen in den kapitalistischen 
Ländern selbst erschüttert. Die Gegensätze zwischen den Klassen 
und Staaten verschärfen sich in katastrophaler Weise. Kein ein- 
ziger kapitalistischer Staat ist von der Unantastbarkeit seiner 
Grenzen überzeugt. Kein einziger kapitalistischer Staat ist seiner 
Zukunft sicher. Ueberall gehen heftige Kämpfe zwischen den 
Kräften der Revolution und den Kräften der Reaktion vor sich. 

Der Krieg zwischen den Staaten wird vorbereitet durch den 
Krieg der stärksten Machtfaktoren der Bourgeoisie gegen die Kom- 
munistischen Parteien und die Arbeiterklasse. Es geht eine außer- 
ordentliche Verschärfung der Gegensätze zwischen den kapitali- 
stischen Ländern vor sich. Gleichzeitig erhebt sich eine Welle 
des Nationalismus, die von der Bourgeoisie ausgenutzt wird, um 
in einer Reihe von Ländern Regierungen aus den reaktionärsten, 
chauvinistischsten, faschistischen Parteien der Bourgeoisie zu 
schaffen. Die finstersten Kräfte der Reaktion, die Ueberreste des 
Mittelalters werden aufgeboten, um den sterbenden, im Todes- 
kampfe sich windenden Kapitalismus zu verteidigen. 



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Aber nichtsdestoweniger sehen die herrschenden Klassen, daß 
sie das Steuer ihres Systems nicht in der Hand haben. Die kapi- 
talistische Welt treibt wie ein Schiff ohne Steuer ihrem Untergang 
entgegen. Die Philosophen der Ausbeuterklasse sind von tief- 
stem Pessimismus erfüllt und stellen Betrachtungen an über den 
Untergang Europas. Ihre Schriftsteller schreiben utopische Ro- 
mane vom bevorstehenden Krieg und der Errichtung der faschi- 
stischen Diktatur, der Diktatur Weniger, einer Diktatur von In- 
genieuren, Technikern oder Fliegern. Ihre Oekonomisten, die eine 
neue Prosperität und das Ende der Krise verkünden, entpuppen 
sich als gewöhnliche Börsenspekulanten, die auf ein Steigen der 
Aktienkurse spekulieren, oder erweisen sich als reaktionäre Uto- 
pisten, die davon phantasieren, daß die Geschichte zur kleinen 
Warenproduktion zurückkehren werde. Ihre Politiker sprechen 
mit dem größten Zynismus vom kommenden Krieg, so wie sie ge- 
wöhnt sind, von der auf den kommenden Sommer festgesetzten 
Vergnügungsreise durch das Mittelländische Meer zu sprechen. 
Die Kräfte der herrschenden Klassen, die vor dem Angesicht der 
Geschichte Bankrott gemacht haben, schwinden dahin. 

Der Kapitalismus hat sich überlebt. Die besten denkenden 
Menschen der kapitalistischen Gesellschaft fangen immer- mehr 
an, das zu begreifen. Ihre Sympathien wenden sich immer mehr 
uns zu. Hunderte von Schriftstellern, Gelehrten, Ingenieuren und 
Technikern verfolgen mit größter Sympathie den sozialistischen 
Aufbau in der Sowjetunion. Sowjetchina, das zu einem großen 
politischen Faktor im Fernen Osten geworden ist, beginnt die 
Sympathien breiter Schichten der Intelligenz, insbesondere in 
Amerika und im Fernen Osten, zu erobern. Der Kapitalismus 
dagegen stützt sich auf Bajonette, auf den kolossal angewachse- 
nen Staatsapparat, der aus den Steuerzahlern Mittel für die Sub- 
sidierung der Banken und großen Trusts herauspreßt und die 
revolutionäre Bewegung der Arbeiter und Bauern mit Feuer und 
Schwert unterdrückt. 

Die Krise des Kapitalismus ist so tief, daß sogar Mussolini in 
seiner Rede im November 1933 vor dem Nationalrat der faschisti- 
schen Korporationen sicli gezwungen sah, folgendes zu erklären: 

„Wir sind so weit gekommen, daß, wenn der Staat auf 24 Stunden ein- 
schliefe, eine solche Unterbrechung genügen würde, damit eine Katastrophe 
eintrete. Jetzt gibt es kein Wirtschaftsgebiet mehr, in das sich der Staat nicht 
einmischen dürfte. Wenn wir diesem Kapitalismus seine letzte Stunde ver- 
längern wollen, so kommen wir zum Staatskapitalismus, der nichts anderes ist 
als ein umgekehrter Staatssozialismus. Das eben ist die Krise des kapitalisti- 
schen Systems .in ihrer universalen Bedeutung." 



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Wenn der heutige monopolistisch-kapitalistische burger 
Staat auf 24 Stunden einschliefe, so würde der Kapitalismus ^ 
fallen, so würde die Macht an die Kommunisten übergehen, 
erkennt Mussolini an, dieser hervorragende Vertreter des mo 
nen Monopolkapitals. . . 

Aber je tiefer die Krise ist, je schlechter es um die Bourgeois! 
bestellt ist, desto mehr vergrößert sich der parasitäre Staatsappa 
rat der Bourgeoisie. Und die Zahlen, die Genosse Kuusinen* hier- 
auf dem Plenum über das gewaltige Anwachsen desjenigen I* 1 
des Volkseinkommens mitgeteilt hat, der vom Staat mit Beschlag 
belegt und verschlungen wird, halte ich für ein Merkmal dei 
außerordentlichen Verschärfung des Klassenkampfes und des 
Kampfes zwischen den Staaten, für ein Merkmal der. Schwächen 
und der Unsicherheit der kapitalistischen Ordnung. Der Kapita- 
lismus will sein Leben durch Vergrößerung der Staatsmächte, 

* „In »Deutschland betrug vor dem Kriege der .Reichsetat 7 Prozent des 
Nationaleinkommens; dm Jahre 1929 betrugen die Ausgaben des Reichs, der 
einzelnen Länder und der Kommunen bereits 26 Prozent und im Jahre 1932 — 
33 Prozent des Nationaleinkommens. In -den Vereinigten (Staaten machte das 
Budget im Jahr 1913 nur 2 Prozent des Nationaleinkommens aus; im Jahre 
1932 dagegen Gnial mehr. In England betrug das Budget vor dem Kriege 
8 Prozent, dm Jahre 1932 bereits 23 Prozent; in Frankreich vor dem Kriege 
14 Prozent, jetzt 25 Prozent; in Italien vor dem Kriege 16 Prozent, jetzt 34 
Prozent des Nationaleinkommens. 

Wenn man das Anwachsen der Ausgaben für Kriegszwecke im Gesamt- 
budget vergleicht, so bekommt man folgendes Bild: in Frankreich ist der 
Prozentsatz «der direkten Ausgaben für Kriegszwecke (im Cicsanitbudget 1920- 
1931 von 17 auf 32; in Italien 1929-32 von 30 auf 35; in Japan 1929-33 
von 28 auf 37 Prozent usw. gestiegen. Hier nehmen wir nur die Ausgaben 
für Rüslungszwecke im engeren Sinne des Wortes. Wenn man noch die Aus- 
gaben für die Polizei, für Staatsschulden in Rechnung vstellt, so kann, man 
sagen daß in den bürgerlichen Staaten die Ausgaben für den vergangenen 
und kommenden Krieg 40 bis 70 Prozent des gesamten Budgets ausmachen. 
Ein wahrhaft gigantisches Anwachsen des Parasitismus. 

Zu diesen Ziffern muß man Jioch die gewaltigen Summen hinzufügen, die 
von den bürgerlichen Regierungen zur (Heilung der größten Trusts, Konzerne, 
Banken zur Erhaltung ihrer Profite ausgegeben werden. Wir haben bereits 
darauf hingewiesen, daß in. den Vereinigten Staaten im Jahre 1933 durch 
die Maßnahmen Rooscvelts der iStaat Ausgaben, »Garantien in (Höhe von 15 «Mil- 
liarden Dollar übernommen hat. In Italien hat die Regierung zur Ersetzung 
der Verluste der großen Konzerne 7 Milliarden .Lire ausgegeben. In Deutsch- 
land hat der iSlaat allein für die Rettung der Großbanken 1,1 Milliarde Mark 
verausgabt. 

Die „Arbeitsbeschaffung" dn Deutschland wird dem ,J)ritlcn Reich" auf 
3 9G7 Millionen Mark zu stehen kommen. Die Regierung iHillers aber über- 
trägt diese Ausgaben auf das Staatsbudget der künftigen Jahre. Auf diese 
Weise wurden im Jahre 1933 700 Millionen Mark der künftigen Budgctein 
nahmen von 1934 ausgegeben, und von den. Einnahmen des Jahres 1938 nicht 
weniger als 2 Milliarden Mark. Dieser Betrug und diese Beslehlung der Staats- 
kasse nennen sie .Vorfinanzierung 4 " (aus dem (Referat des Genossen Kuusinen 
auf dem XIII. Plenum). 



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durch Vergrößerung der Mittel zur Unterdrückung der ausgebeu- 
teten Klassen verlängern. Der Staat besteht, wie Engels sagt, 
„nicht bloß aus bewaffneten Menschen, sondern auch aus sachli- 
chen Anhängseln, Gefängnissen und Zwangsanstalten . . ." Je über- 
reifer der Kapitalismus ist, desto mehr stützt sich die Bourgeoisie 
bei der Unterdrückung des Widerstandes der werktätigen Massen 
auf die Armee, die Polizei, die ganze moderne Kriegstechnik, desto 
mehr wächst der Terror gegen die werktätigen Massen. Die Herr- 
schaft der Bourgeoisie wird zu einem blutigen Regime der Be- 
schießung von Arbeiterdemonstrationen und der Niederschlagung 
von Bauernaufständen, der Ueberfälle mit Flugzeugen und Gas 
auf die Dörfer der Kolonialvölker, einem Regime der mittelalter- 
lichen Inquisition in den Gefängnissen der sogenannten fortge 
schrittenen zivilisierten Kulturländer. Die Oktoberrevolution in 
Rußland und der darauffolgende Bürgerkrieg sind in bezug auf die 
Zahl der Opfer durch die chinesische Revolution und den Kampf 
in Deutschland bereits längst übertrofTcn worden. Aber trotzdem 
der Terror zur üblichen Regierungsmethode der Bourgeoisie ge- 
worden, ist es ihr nicht gelungen, ihre Herrschaft zu festigen. 
Deshalb versucht die herrschende Finanzoligarchie den Staats- 
apparat weiter zu stärken, eine Staatsmacht zu schaffen, die auf 
die terroristische Ueberwindung der inneren Gegensätze des kapi- 
talistischen Systems, auf die blutige Unterdrückung der wachsen- 
den revolutionären Bewegung, auf die Mobilisierung aller Kräfte 
des kapitalistischen Staats zum Kampf gegen die werktätigen Mas- 
sen zugeschnitten ist. Die selbstverständliche Politik der Finanz- 
oligarchie ist daher in der jetzigen Periode, am Vorabend der 
neuen Phase der Revolutionen und Kriege, der Faschismus, dieser 
letzte, verzweifelte Versuch der am meisten reaktionären, terrori- 
stischen, nationalistischen Gruppen der Bourgeoisie, die Staats- 
macht in den Händen zu behalten, und zwar durch Stärkung des 
staatlichen Apparats der Unterdrückung, des Terrors und des 
Bürgerkriegs gegen die werktätigen Massen; dieser Versuch, einen 
Ausweg aus der Krise zu finden durch gesteigerte Vorbereitung 
eines neuen imperialistischen Krieges für eine Neuaufteilung der 
Welt. 

Die jetzige faschistische Welle ist kein Zeichen der Slärke, son- 
dern ein Zeichen der Schwäche und der Erschütterung des ganzen 
kapitalistischen Systems, das die Bourgeoisie durch die Vergröße- 
rung der Staatsmaschine und durch den Uebergang zu den faschi- 
stischen Methoden der Unterdrückung der Mi isscn zu stärken ver- 
sucht. Die Bourgeoisie geht zu den Regierungsmethoden der ter- 
roristischen, faschistischen Diktatur über, aber keineswegs aus 



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freien Stücken, sondern aus Zwang. Sie schafft sich eine Massen- 
stütze in dem durch die Krise wildgewordeneri Kleinbürgertum 
und verspricht ihm die Stärkung des Kleinbesitzes. Sie bildet ter- 
roristische Banden aus nationalistisch-chauvinistischen Elemen- 
ten. Sie reiht diese faschistischen iBanden in den Staatsapparat 
ein und eröffnet, gestützt auf diese Banden, den Bürgerkrieg ge- 
gen die Arbeiterklasse, weil ihr alter normaler Apparat mit der 
Funktion der Unterdrückung der unterjochten Klassen nicht mehr 
fertig wird. Sie hebt die bürgerliche Gesetzlichkeit auf, weil das 
Prestige der bürgerlichen Staatsmacht und, des Gesetzes seine Wir- 
kung auf die Arbeitermassen eingebüßt hat, weil die Illusionen 
von der Möglichkeit einer friedlichen Entwicklung des Kapitalis- 
mus und eines demokratischen Weges zum Sozialismus ver- 
schwinden, weil die entscheidenden Kämpfe herannahen, weil die 
Bourgeoisie vor der Unvermeidlichkeit überaus schwerer, für sie 
gefährlicher Kriege steht, weil der Parlamentarismus nicht mehr 
imstande ist, die Verteidigung des Kapitalismus gegen die wach- 
sende revolutionäre Bewegung und die Vorbereitung des Krieges 
für die Neuaufteilung der Märkte unter den Imperialisten sicher- 
zustellen. Sie beginnt, sich in die wirtschaftliche Tätigkeit einzu- 
mischen, sogenannte staatskapitalistische Maßnahmen durchzu- 
führen, weil das ganze System des Kapitalismus unterwühlt ist, 
weil der Zusammenbruch einer einzelnen Bank oder eines einzel- 
nen Trusts die Gefahr eines Zusammenbruchs des gesamten Staa- 
tes heraufbeschwört. Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, 
daß eine solche Regierung des Finanzkapitals, eine solche erz- 
reaktionäre Regierung, wie die faschistische Regierung Hitlers oder 
Mussolinis, es versucht, die Banken zusammenzufassen, oder von 
einer Verstaatlichung der Banken redet. Das ist kein Schritt zum 
Sozialismus. Im Gegenteil, das ist ein Versuch, die Macht des 
Finanzkapitals vor dem völligen Zusammenbruch zu bewahren, 
Aber der Sieg des Faschismus wird nur dort unvermeidlich 
oder möglich, wo es der Sozialdemokratie gelingt, ihre prole- 
tarischen Anhänger durch das System der zentralisierten proleta- 
rischen Massenorganisationen von der revolutionären Einheits- 
front mit den Kommunisten abzuhalten, trotz der überaus tiefen 
Krise die Eroberung der Mehrheit des Proletariats durch die Kom- 
munistische Partei zu verhindern, gleichzeitig Erfolge im Klassen- 
• kämpf des Proletariats zu verhindern und dadurch den Marxis- 
mus und den Klassenkampf in den Augen der breiten Massen des 
städtischen Kleinbürgertums und der Bauernschaft zu kompro- 
mittieren. Der Faschismus kann in keinem einzigen Lande ohne 
die direkte Unterstützung durch die Sozialdemokratie siegen, die 



iO 



eine lange Zeit hindurch das Proletariat spaltet, es vom Kampf 
zurückhält, seine Kampfkraft durch Polizeiwillkür, Terror und 
Betrug schwächt und es dem Faschismus ganz ausliefert. 

3. DER FASCHISMUS UND DIE DEUTSCHE SOZIAL 
DEMOKRATIE 

Je organisierter die Massen sind, je schwerer die Lage des 
Kapitalismus ist, desto rascher und desto vollständiger führt die 
faschistische Diktatur die Beseitigung aller nichtfaschistischen 
oder nicht vollständig faschistischen Organisationen durch, in desto 
größerem Maße hedarf sie der sogenannten staatskapitalistischen 
Maßnahmen und des korporativen Systems. Mussolini beseitigte 
in Italien die bürgerlichen Parteien nach und nach, weil die Exi- 
stenz der bürgerlichen Partetien die Durchführung der faschi- 
stischen Diktatur nicht allzusehr behinderte. Mussolini duldete 
die Sozialdemokratie so lange, als sie in Italien eine relativ ge- 
ringe Rolle spielte. Er vernichtete sie, als die faschistiche Dik- 
tatur ihre erste scharfe Krise erlebte. Hitler kam in einem Lande 
zur Macht, das „durchorganisiert" ist; in einem Lande, in dem 
man die Zentralisation der Führung nicht verstärken kann, ohne 
alle bürgerlichen Parteien und Organisationen zu beseitigen; in 
einem Lande, in dem man den die Bourgeoisie schwächenden 
wütenden Kampf zwischen ihren verschiedenen Gruppen 
um die Verteilung des sich verringernden Teils des Mehr- 
werts, der sich verringernden Profitmasse, den Kampf zwischen 
den einzelnen kapitalistischen Gruppen für die' Deckung ihrer Ver- 
luste durch den Staat nicht aus der Welt schaffen kann, ohne die 
Vertretungen ihrer Gruppen (Parteien, Organisationen) zu besei- 
tigen. Hitler kam in einein Lande zur Macht, in dem die Arbeiter- 
klasse mehr als in irgendeinem anderen Lande organisiert ist. 
Aber die Gewerkschaften des deutschen Proletariats, deren Füh- 
rung die Sozialdemokraten an sich rissen, hatten längst aufgehört, 
Organisationen des Klassenkampfes zu sein. Die größte Partei, 
die die Mehrheit des Proletariats hinter sich hatte, wurde zu einer 
sozialfaschistischen Partei. Trotz des raschen Anwachsens ihres 
Einflusses vermochte es die Kommunistische Partei noch nicht, 
den Einfluß der Sozialdemokratie zu untergraben. 

Die Arbeiterklasse ist ohne eine eigene revolutionäre Führung 
nicht fähig zu irgendwelchen Aktionen. Damit die Arbeiterklasse 
imstande sei, revolutionär zu handeln, muß sie sich um ihre revo- 
lutionäre Pürtßi sammeln. Da die Kommunistische Partei noch 



nicht die Mehrheit der Arbeiterklasse hinter sich hatte, hing das 
Schicksal des deutschen Proletariats vom Verhalten der Sozial- 
demokratie ab. 

Um die Arbeiterklasse zu unterdrücken, stellte sich der Fa- 
schismus die Aufgabe, vor allem die Kommunistische Partei 
zu vernichten. Aber bei der zugespitzten Lage, die wir m 
Deutschland hatten und haben, konnten die Sozialdemokratische 
Partei und insbesondere die Gewerkschaften zum 

Sammelbecken 

der mit dem Faschismus unzufriedenen Elemente werden. Zu 
einem solchen Sammelbecken wurde bereits im März jede behe- 
bige Organisation, sogar eine so reaktionäre Organisation wie der 
„Stahlhelm". Deshalb vernichtete (der Faschismus, der zur Macht 
kam, ,weil die Sozialdemokratie noch stark genug war, um durch 
das System ihrer zentralisierten Organisationen die Massen vom 
Widerstand gegen den Vormarsch der faschistischen Diktatur ab- 
zuhalten, aber nicht mehr stark genug war, um durch ihre Unter- 
stützung die Festigkeit des kapitalistischen Systems zu garantie- 
ren, seinen Gehilfen, die Sozialdemokratie; deshalb zerschlug er 
die sozialdemokratischen Organisationen, um die Arbeiterklasse 
zu atomisieren, um selbst zu versuchen, die Führung der desorga- 
nisierten, ihrer Organisationen beraubten Arbeiterklasse in die 
Hand zu bekommen, sie in das System des faschistischen Staates 
einzureihen oder, wenn das nicht gelingen sollte, sie zumindest zu 
zersplittern. Das Tempo, in dem die deutschen Faschisten die 
ganze Prozedur der Gleichschaltung aller bürgerlichen Parteien 
und kapitalistischen Organisationen sowie der Sozialdemokratie, 
der reformistischen und christlichen Gewerkschaften vollzogen, 
erklärt sich nicht dadurch, daß Hitler manches bei Mussolini ge- . 
lernt hat, sondern erstens dadurch, daß Hitler unter Verhältnissen 
zur Macht gelangte, wo man den deutschen Kapitalismus für eine 
Zeitlang nur dadurch retten konnte, daß man sofort alle seine 
Teile einer hyperzentralisierten diktatorischen Gewalt des faschi- 
stischen Staates unterstellte; zweitens dadurch, daß in Deutsch- 
land das parlamentarische System und. zusammen mit ihm die 
Sozialdemokratie, die seit dem Jahre 1918 in der Regierung saß, 
Bankrott gemacht hatten und korrupter geworden waren als in 
irgendeinem anderen Lande. Die deutsche Sozialdemokratie war 
für alles zu haben. Sie ließ selbst Hitler an die Macht aber der 
Faschismus forderte von der Sozialdemokratie eine solche Dosis 
Nationalismus und Chauvinismus, eine solche Unterwertung un- 
ter den Willen des Finanzkapitals, die wohl oder ubel die Vernich- 
tun« ihrer Organisationen, die Gleichschaltung, die Verschmel- 
zung mit den Nazis bedeutet hätte; dazu aber konnte die Sozial- 



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demokratie, solange der imperialistische Krieg noch nicht begon- 
nen hatte, ihre Organisation nicht bewegen, obwohl sie den Ver- 
such dazu unternahm. Das zeigt der Austritt Wels' aus der IL 
Internationale Anfang März 1933 und die Abstimmung der sozial- 
demokratischen Fraktion für die Politik Hitlers am 17. Mai 1933 
im Reichstag. Hitler hatte es offenbar eilig. Die ganze Situation 
in Deutschland, die katastrophale Lage <des deutschen Kapitalis- 
mus zwang ihn dazu, sich mit seinen Maßnahmen zu beeilen. Des- 
halb mußte er von der Sozialdemokratie, diesem überreifen Fräu- 
lein, mehr verlangen, als sie geben konnte; und als sie seine 
Wünsche nicht erfüllen konnte, mußte er ihr den Garaus machen. 
Die deutsche Sozialdemokratie ist als Partei untergegangen, indem 
sie bis zur äußersten Konsequenz ihre Rolle als Mätresse der deut- 
schen Bourgeoisie spielte und nach Kräften alle Wünsche ihrer 
Herren von der demokratischen Partei bis zur Partei der National- 
sozialisten .befriedigte. 

Uebrigens sah das mehr einem Selbstmord ähnlich als einem 
Mord, denn die Sozialdemokratie ist, wie Genosse Heckert in sei- 
nem Artikel „Was geht in Deutschland vor?" richtig sagte, nicht 
deshalb untergegangen, weil Hitler sich als stärker erwiesen hat. 
Die Sozialdemokratie ist untergegangen, weil sie politisch und mo- 
ralisch Selbstmord verübte, als sie auf den Kampf gegen den Fa- 
schismus verzichtete, vor dem Faschismus kapitulierte und sich 
damit einverstanden erklärte, in seine Dienste zu treten. 

Die Tatsache des Bankrotts der deutschen Sozialdemokratie 
ist sogar für die II. Internationale, sogar für ihre Theoretiker, für 
ihre Publizisten so augenscheinlich, daß jeder Versuch, ihn zu 
leugnen, lächerlich wäre. Aber indem die andern Parteien der 
II. Internationale den .Bankrott der deutschen Sozialdemokratie 
anerkennen, wollen sie ihren eigenen Bankrott verbergen. Sie wol- 
len die Tatsache unterschlagen, daß sie ihre eigene politische 
Linie verloren haben, daß sie ohne Steuer geblieben sind; sie wol- 
len die Sache darauf reduzieren, daß nur die deutsche Sozialdemo- 
kratie bankrott sei, daß die Führer der deutschen Sozialdemo- 
kratie, daß die besonderen Verhältnisse schuld seien, in denen sich 
Deutschland befand, daß die Fehler der deutschen Sozialdemo- 
kratie schuld seien, und nicht die Politik der II. Internationale, 
nicht der Umstand, daß sie Sozialfaschisten geworden sind. Un- 
serer Auffassung nach ist jedoch alles gerade darauf zurückzu- 
führen, daß sie Sozialfaschisten geworden sind. 

Aber diese ganze Kritik der II. Internationale an der deutschen 
Sozialdemokratie, ihrer Katastrophe, ihrem Bankrott ist nicht neu. 
Wels hat nur in weniger geschickter Form und mit anderen 



13 



Schlußfolgerungen dasselbe getan, was früher MacDoi ^ 
macht hat. Damals kritisierten Wels und Vandervei a ^ eV 
Donald, jetzt kritisieren Vandervelde, Blum, Hendcrson und 
_ Wels. MacDonald spaltete die Labour Party in England, jj^ 
offen zur Bourgeoisie über und blieb königlicher Minis ! er wur de 
brauchte ihn. Wels dagegen brauchte man nicht. Er 
davongejagt. Der Streit zwischen Wels und Vandervelde en ^ af? 
mit einer zeitweiligen Versöhnung, weil Wels nicht imstan ^ 
sich in die deutsche nationale Front einzufügen, sondern 
gezwungen sah, in die IL Internationale zurückzukehren. ef- 
Dinge verhielten sich doch tatsächlich so: er verließ die U« ^ 
nationale, ging zu Hitler, wurde aber nicht aufgenommen. 
sagte ihm: arbeite lieber in der II. Internationale — und er 
in die II. Internationale zurück und wurde aufgenommen. ^ 
Indem die Theoretiker der IL Internationale, die die <*eU ^ 
Sozialdemokratie kritisieren, sie „beschuldigen", daß die deU - 
Revolution die historischen Aufgaben der bürgerlich-demo r 
sehen Revolution von 1848 nicht vollendet habe, Aufgaben, 
die Umwandlung des halbabsolutistischen Staates in einen .u 
kratischen Staat, wie die Vollendung der im Jahre 1789 in t 4 * ^ 
reich begonnenen bürgerlichen Agrarrevolution gegen den . 
dalismus, wie den Generalangriff gegen die Junker, die auc 1 
Deutschland • der Weimarer Verfassung weiter eine große I 
spielten; indem sie die Schuld auf die „besonderen Verhältn 1 
der Revolution von 1918" schieben, die „den Uebergang von ^ 
Aufgaben der bürgerlich-demokratischen Revolution zur Lösu „ 
der Aufgaben der proletarischen Revolution erschwert 4 * ha 
sollen; indem sie die deutsche Sozialdemokratie beschuldigen, 
„sie die Festigkeit des demokratischen Regimes in Deutschten^ 
nicht gesichert und die Macht an Hitler ausgeliefert hätte", 
len sie die sogenannte „Ehre" des sogenannten „demokratische 
Sozialismus" retten und wenigstens den Schein wahren, daß nie ^ 
ihr ganzer strategischer Plan zusammengebrochen sei, wollen 
der II. Internationale noch irgendwie das Leben retten. Dadurc . 
daß sie die Niederlage ihrer führenden Partei, die ihre Taktik un 
Strategie kompromittierte, aus den spezifischen Bedingunge 
Deutschlands erklären, wollen sie sich den Einfluß auf die Massei 
in den anderen Ländern bewahren, wollen sie die bankrotten 
Führer und das System retten, wollen sie die Sozialdemokra 
retten und wieder auferstehen lassen. 

Aber alle diese Versuche, die Katastrophe der Sozialdemokra- 
tischen Partei Deutschlands zu erklären, sind ganz unhaltbar. *j* 
ist natürlich richtig, daß die Revolution von 1918 die bürgerhen - 



14 



demokratische Revolution von 1848 und 1789 nicht zu Ende ge- 
führt hat; es ist richtig, daß die Sozialdemokratie, die diese Revo- 
lution niederschlug, die Weimarer Verfassung auf dem Grund- 
besitz der Junker aufbaute, das Junkertum und die Hohenzollern- 
offiziere konservierte und sie mit Pensionen versorgte. Es ist na- 
türlich richtig, daß die Sozialdemokratie im Jahre 1918 nicht den 
Weg der sozialistischen Revolution gegangen ist, obwohl alle Be- 
dingungen für sie vorhanden waren, sondern im Bunde mit den 
Junkern und den Offizieren die begonnene sozialistische Revolu- 
tion niedergeschlagen hat. Aber das ist bei weitem nicht alles. 

Die Sache ist letzten Endes die, daß die deutsche Sozialdemo- 
kratie seit 1918 die Diktatur der Bourgeoisie in der Form der Wei- 
marer Republik verwirklichte, die unter den Verhältnissen der all- 
gemeinen Krise des Kapitalismus, insbesondere in einem Lande 
wie Deutschland, das im Weltkrieg besiegt worden war, nichts 
anderes als eine reaktionäre Diktatur sein konnte. Die Sache 
ist die, daß die deutsche Sozialdemokratie, dadurch daß sie den 
Kampf gegen alle wirklich revolutionären Kräfte des Landes 
führte, den Faschisten volle Freiheit einräumte und die revo- 
lutionären Arbeiterorganisationen zerschlug, das deutsche Prole- 
tariat der faschistischen Diktatur entgegenführte. Ohne die deut- 
sche Sozialdemokratie gäbe es keinen Faschismus in Deutschland. 
Ohne die direkte Unterstützung durch die Sozialdemokratie kann 
die Bourgeoisie keine faschistische Diktatur errichten, kann sie 
kein Land regieren. 

4. WENN DIE SOZIALDEMOKRATIE IM JAHRE 1932 . . . 

Vor drei Jahren schrieb der damalige Breslauer linke Sozial- 
demokrat Müller den phantastischen Roman „Wenn wir 1918 . . 
in dem er zu schildern versuchte, wie die Ereignisse sich entwik- 
kelt hätten, wenn die Sozialdemokratie im Jahre 1918 eine revo- 
lutionäre Partei gewesen wäre. Wir könnten jetzt eine utopische 
Schilderung darüber bringen, was geschehen wäre, wenn die So- 
zialdemokratie im Juli 1932 die Weimarer „Demokratie" hätte 
verteidigen wollen. Nicht mehr! Wenn sie nur die Weimarer 
„Demokratie" hätte verteidigen wollen! Wir schlugen damals 
der Sozialdemokratie eine Einheitsfront zur Ausrufung des Gene- 
ralstreiks vor. Die Arbeitermassen waren für den Generalstreik. 
Sie warteten nur auf die Direktiven der Gewerkschaften und der 
Sozialdemokratischen Partei. Die sozialdemokratischen Arbeiter 
konnten sich nicht entschließen, dem Ruf der Kommunisten Folge 



15 



zu leisten und gegen die Sozialdemokratie aufzutreten. Wenn die 
Sozialdemokratie das Angebot der (Kommunisten über die Her- 
stellung einer Einbeitsfront zur Ausrufung des Generalstreiks an- 
genommen hätte, wenn sie wenigstens ihren Staatsapparat zum 
Widerstand gegen den faschistischen Umsturz in Preußen ausge- 
nutzt hätte, dann wären die Faschisten gezwungen gewesen, den 
Rückzug anzutreten. Die kleinbürgerlichen und bäuerlichen 
Massen hätten sich der Revolution zugewandt. Die Faschisten 
hätten keine Möglichkeit gehabt, die Macht zu ergreifen und wa- 
ren zerfallen. Die Symptome des Zerfalls waren im August 1932 
sehr stark, trotzdem Preußen sich bereits in den Händen von 
Papens Kommissaren befand. Die Kommunisten waren bereit 
zum Kampf. Der Kampf wurde durch die Sozialdemokratie ver- 
eitelt. Im Januar 1933 verschlechterte sich die Lage bereits, aber 
die Sozialdemokratie war immer noch stärker als die Faschisten. 
Wenn die Sozialdemokraten die Januardemonstration der Kom- 
munisten gegen den Faschismus in Berlin unterstützt hätten, dann 
hätte es Hitler nicht gewagt, die Macht zu ergreifen. Wenn die 
Sozialdemokratie noch am 30. Januar 1933 das Angebot der Kom- 
munisten über die Ausrufung des Generalstreiks angenommen 
hätte, wenn sie den Generalstreik ausgerufen und nicht die Mas- 
sen vom Streik abgehalten, den Generalstreik nicht vereitelt 
hätte, dann hätte Hitler durch die vereinigten Kräfte des gesamten 
Proletariats geschlagen werden können, trotzdem alle Fristen be- 
reits verpaßt waren, trotzdem die nationalistische Explosion be- 
reits eine Tatsache war. 

Wie lange die Weimarer Republik nach einem solchen Streik 
erhalten geblieben wäre, das hing nur von den Arbeitermassen 
selbst ab. Die Kommunisten hätten den Kampf um die Mehrheit 
der Arbeiterklasse mit noch größerer Energie fortgesetzt. Sie hät- 
ten den Massen gezeigt, daß nur der iSozialismus der Ausweg aus 
der Krise ist, daß man die Faschisten endgültig besiegen kann, 
nur wenn man die Diktatur des Proletariats errichtet. Aber ein 
solches Kampfbündnis gegen Hitler hätte noch nicht die sozia- 
listische Revolution bedeutet, solange die Mehrheit der Arbeiter- 
klasse nicht hinter den Kommunisten stand. Das wäre ein Kampf 
gewesen wie etwa der Kampf gegen diq „Kor nilow jade"* Die deut- 
schen Kommunisten hätten zusammen mit den sozialdemokrati- 
schen Arbeitern .gegen die Banden Hitlers und des „Stahlhelms 
gekämpft und gleichzeitig die Schwächen, die Schwankungen^ der 
Braun-Severing entlarvt, hätten ihre Versuche entlarvt, zu einer 
Verständigung mit Hitler zu gelangen, hätten die Schaffung von 

16 



Bedingungen vorbereitet, unter denen das Proletariat wirklich die 
Macht hätte ergreifen können. 

Aber die deutsche Sozialdemokratie hielt die Massen vom 
Kampfe zurück, kapitulierte kampflos vor Hitler und begrüßte 
sogar Hitler als Menschen, der den Werktätigen entstammte. Sie 
war es, die die Weimarer Republik endgültig vernichtete und 
Selbstmord beging. 

Und so verlaufen die Ereignisse nicht nur in Deutschland. 
In Spanien kam nach der Aprilreyolution im Jahre 1931 die 
Sozialdemokratie in Koalition mit den bürgerlichen Parteien 
an die Macht. Als die spanische Sozialdemokratie zur Macht ge- 
langte, beschritt sie ganz den konterrevolutionären Weg der deut- 
schen Sozialdemokratie. Die spanische Koalitionsregierung, die 
sich auf den alten Staatsapparat der Monarchie, auf ihre Zivil- 
garde, ihre Polizei und Armee stützte, nahm den Kampf auf gegen 
die Arbeiter- und Bauernmassen, die für Brot, für Sozialversiche- 
rung, für den Siebenstundentag der Arbeiter, für die Uebergabe 
des Landes an die Bauern, für das Selbstbestimmungsrecht der 
unterdrückten Völker kämpften. Die Feudalherren, die Klöster, 
die Kirche behielten ihre Rechte. Die feudalen Uebcrbleibsel,' 
Uebcrbleibsel der Leibeigenschaft und des Mittelalters bestehen 
weiter. Keine einzige revolutionäre Maßnahme ist durchgeführt 
worden. Keine einzige Kampforganisation der Bourgeoisie und 
der Gutsbesitzer ist entwaffnet worden. Nichts ist geschehen, 
um den Widerstand gegen die Kräfte der Konterrevolution zu 
organisieren. Aber die Kommunistische Partei wird verfolgt, ihre 
Presse wird verboten. Die revolutionären Arbeiter und Bauern 
werden verfolgt. Und es ist weiter kein Wunder, daß die Massen 
infolge dieser Politik der Sozialdemokratie ihr den Rücken keh- 
ren, daß bei den soeben beendeten Wahlen die Sozialdemokra- 
tische Partei Spaniens eine gewaltige Niederlage erlitten hat. 

Die Sozialdemokratische Partei Spaniens kritisiert ebenfalls 
das Verhalten der deutschen Sozialdemokratie, aber sie geht den- 
selben Weg, denn es gibt für die Sozialdemokratie keinen andern 
Weg, mit welchen geschickten Phrasen sie sich auch bemänteln 
u^ag. Die Sozialdemokratische Partei Spaniens wird genau so wie 
die Sozialdemokratische Partei Deutschlands den Faschisten die 
Macht ausliefern, wenn die spanischen Kommunisten sie nicht in 
raschem Tempo von den Massen isolieren werden. 

In Oesterreich schrieb Otto Bauer wiederholt, daß die öster- 
reichische Sozialdemokratie im Jahre 1918 nicht imstande gewesen 
sei, den Kurs auf die Eroberung des Sozialismus einzuschlagen 

17 



weil Oesterreich ein kleines Land ist und sofort von den Inter- 
ventionsmächten vernichtet worden wäre, wenn es den Versuch 
unternommen hätte, sich gegen den Kapitalismus zu erheben. Aber 
Otto Bauer will die Tatsache unterschlagen, daß auch in Oester- 
reich — wo er an der Macht war — nicht nur .nichts zur Er- 
richtung des Sozialismus unternommen worden ist, sondern auch 
die Aufgaben der bürgerlich-demokratischen Revolution nicht 
zu Ende geführt worden sind, der Einfluß des Junkertums 
und der Habsburger Offiziere nicht gebrochen worden ist. Otto 
Bauer kritisiert die deutsche Sozialdemokratie und will die Tat- 
sache unterschlagen, daß er bereits am 1. Dezember 1929 eine Art 
Preußischen 20. Juli hatte, daß die österreichische Sozialdemo- 
kratie, die sich mit radikalen Phrasen bemäntelt, Schritt für 
Schritt der faschistischen Diktatur Platz machte, daß die öster- 
reichische Sozialdemokratie den Kampf des österreichischen Pro- 
letariats gegen den Vormarsch des Austrofaschismus vereitelt, ge- 
nau so wie die deutsche Sozialdemokratie das im Laufe vieler 
Jahre getan hat. Otto Bauer vergißt, daß sein Freund Karl Ren- 
ner, ebenfalls Austromarxist, bereits vor 4 Jahren zu beweisen 
versuchte, daß die Sozialdemokraten eingedenk der italienischen 
Lehren versuchen müßten, sich mit den Faschisten zu verständi- 
gen, daß sie auf die parlamentarische Tätigkeit verzichten und für 
die Erhaltung ihrer Posten im Staatsapparat kämpfen müßten. 
Folglich hat Karl Renner bereits vor 4 Jahren theoretisch jene 
niederträchtige Politik begründet, die Lobe und Künstler am 17. 
Mai 1933 im Deutschen Reichstag betrieben. Das darf man nicht 
vergessen. 

Die österreichische Sozialdemokratie ist dank dieser ihrer Po- 
litik in den letzten Jahren bedeutend geschwächt worden. Aber 
sie ist heute noch unvergleichlich -stärker als der österreichische 
Faschismus. Wenn sie die Macht der hinter ihr stehenden öster- 
reichischen Arbeiter ausnutzen wollte, so würden die österreichi- 
schen Faschisten vom Erdboben verschwinden. Bei den jetzigen 
außerordentlich scharfen Gegensätzen würde kein einziger Gene- 
ralstab und gerade darauf beruft sich immer Bauer — es wa- 
gen, sich einzumischen. Wegen Oesterreich würden sich wohl 
kaum in der jetzigen Situation irgendwelche Großmächte dazu 
entschließen, einen Krieg anzufangen. Aber die österreichische 
Sozialdemokratie .schwätzt nur davon, daß sie im Falle des «Ein- 
marsches von ausländischen Truppen nach Oesterreich, im Falle 
der Absetzung des Wiener sozialdemokratischen Bürgermeisters 
Seite im Falle des Verbots der Sozialdemokratischen Partei und 
der Gleichschaltung der reformistischen Gewerkschaften zum Ge- 



18 



neralstreik aufrufen werde. Sie verpaßt eine Frist nach der an- 
dern. Durch ihre Passivität stößt sie die kleinbürgerlichen Mas- 
sen vom Proletariat ab. Durch ihre Politik des Verzichts auf den 
Kampf demoralisiert sie das Proletariat. Sie bereitet ihre völlige 
Kapitulation vor dem Faschismus, die Uebergabe Wiens und 
Oesterreichs an die Faschisten vor. Sie bereitet mit ihrer Politik 
die Niederlage des österreichischen Proletariats vor. 

Hinter der österreichischen Sozialdemokratie stehen immer 
noch fünf Sechstel des österreichischen Proletariats. Die öster- 
reichischen Arbeiter sind für den Generalstreik, sie wollen kämp- 
fen. Aber, sie glauben immer noch, daß die Sozialdemokratie ihre 
Organisation ist, die sie zum Kampfe rufen wird, sobald es not- 
wendig sein sollte. Wenn die Sozialdemokratie zum General- 
streik aufriefe, so wäre das Proletariat einig im Kampfe gegen den 
Faschismus und würde den faschistischen Angriff zurückschla- 
gen. Die Kommunisten würden die ersten Organisatoren des 
Kampfes sein. Die Kommunisten würden nicht die Frage der so- 
fortigen Errichtung der Diktatur des Proletariats stellen, solange 
die Mehrheit der Arbeiterklasse nicht hinter ihnen stünde. Sie 
würden zunächst nur Agitation für die Diktatur des Proletariats, 
für die Sowjetmacht als der einzigen Rettung für die Arbeiter- 
klasse Oesterreichs vor Elend, Not und Faschismus treiben. Sie 
würden den Kampf für die Hegemonie innerhalb der österreichi- 
schen Arbeiterbewegung aufnehmen und beweisen, daß die ein- 
zige Rettung, der einzige Ausweg aus Not und Elend die Diktatur 
des Proletariats ist. Erst nach der Eroberung der Massen würden 
sie zum bewaffneten Aufstand für die Errichtung der Sowjetmacht 
schreiten. 

Aber gegen den Faschismus würden die Kommunisten zusam- 
men mit den Sozialdemokraten kämpfen, wenn die Sozialdemo- 
kraten kämpfen wollten. 

Die österreichischen Kommunisten allein können gegen die 
Einheitsfront der Sozialdemokratie und der gesamten Bourgeoisie 
zunächst noch keinen Generalstreik erfolgreich durchführen; denn 
sie können die entscheidenden Schichten des Proletariats nicht 
mit sich reißen. Aber sie stellen sich zur Aufgabe, den Arbeitern 
den Weg des Kampfes gegen den Faschismus zu zeigen. Sie stellen 
sich zu Aufgabe, den Kampf «zu organisieren, den die Sozialdemo- 
kraten nicht wollen. Wenn die Sozialdemokratie die relative 
Schwäche der österreichischen Kommunisten sich zunutze 
machen und den Faschisten die Macht ausliefern wird, so wird 
die Verantwortung für all die Schrecken, denen die österreichi- 
sche Arbeiterklasse ausgesetzt werden wird, allein auf die Sozial- 



2* 



19 



demokratie fallen. Die Kommunisten werden nicm r g^eg, 
Sie werden allein weiter gegen den Faschismus unü 
für die Diktatur des Proletariats kämpfen. Tvvtatur erriet 

In Lettland und Est land wird die faschistische Dikl ^ ^ in 
tet. Auch hier hängt von der Sozialdemokratie gena islisC iien 
Oeslerreich die Frage des Seins oder Nichtseins der las ^ dftS 
Diktatur ab. Sie und nur sie trägt die Verantwortung ^ def 
Schicksal der lettischen und estländischen Arbeiterkia 
gegenwärtigen konkreten Situation. . vvär e 

Ohne direkte Unterstützung durch die Sozialdcmokra^^ 
die faschistische Diktatur in Deutschland nicht* er richte ^ ^ 
kann die faschistische Diktatur weder in Oesterreich ?° fcU(lc ine»i 
nien, noch in Lettland, noch in Estland, noch in 1*8 
andern »Lande errichtet werden. tur in 

In der Tschechoslowakei wird die faschistische D 1 ^ g e , 
raschem Tempo errichtet. Bereits im April 1933 sehr ^entt^* 
kretariat des Exekutivkomitees der Komintern an da . ^ 
komitee der Kommunistischen Partei ( der TschcchosloW 

8CndCS: . • en W C * 

„Der Prozeß der Faschisierung der Tsdicchoslowakei wird ^^^he^ 0 " 
besonderen Weg einschlagen. Jetzt von einem Brüningrcgimc in < -^greg** 1 ** 51 
Slowakei zu reden, ja sogar von einem eben erst beginnenden l> r ,^ög' 
würde eine tUnierschätzung des Ernstes der gegenwärtigen Lage u ]ic<ß crillX ^ 
lichkeit plötzlicher Ueberfälle und Provokationen der /ctt^ n ^^uiiö 
gegen die Kommunistische Partei bedeuten, würde auch eine *Jn ytftfü&W 
der konterrevolutionären Holle der Sozialdemokratie bedeuten. U a jj lUr g" **i c 
für die tschechischen Kommunisten ist jetzt, zu begreifen, daß die „ ^flajiaty 5 
Führung der tschechischen Bourgeoisie ist, die bestrebt ist» <tl ^j a gge <* cr 
Konzentration und Faschisierung der Tschechoslowakei unter der y^cH^ - 
Verteidigung der „Demokratie" und der militärischen sogenannten^ j tt gO- 
gung" des Versailles Systems im Bunde mit dem faschistischen J ' s0 wo nl 
slavien und Rumänien unter Führung Frankreichs durcluuf ün* c fciori» - 
gegen die proletarische Revolution als auch gegen die faschistischen ^ s \ c \\ 
plane Deutschlands. Die nationalistische Welle in Deutschland ™ t$c fd<tflt* 
gegen die Weimarer Republik als dem Ausdruck der Knechtung ^ t ' Nalio nai is ' 
durch die Siegerländer. Das Symbol des .Sieges des tschechischen -j^jgen^ 
mus ist die „Burg", weil sie das Ilauplsammelbccken der nation ^ dcf 
Stimmungen ist, die im tschechischen Volke entstehen, und »«6 als bi*' 
Bedrohung der Tschechoslowakei diese Rolle in noch größerem M a 
her spielen wird/' ^ 

Auf diesem Wege vollzieht sich, wie wir sehen, bisher d l <j u 
schisierung der Tschechoslowakei. TDic Sozialdemokratie ^ c 
hier «die aktivste Holle als Agent des Faschismus unter der 
der Verteidigung der Demokratie. . Ucl)C r 

Die Sozialdemokratie der Tschechoslowakei ist der U l 



20 



der Notverordnung, der Gesetzentwürfe über das Verbot der kom- 
munistischen Organisationen, der Kommunistischen Partei. Der 
tschechische Faschismus wird durch die Sozialdemokratie der 
Tschechoslowakei, durch ihre Koalition mit den ^bürgerlichen Par- 
teien errichtet. Aber damit wird der Prozeß der Faschisierung 
nicht beendet sein. Die Sozialdemokratie der Tschechoslowakei 
niuß ,nicht unbedingt ebenso beseitigt werden, ^wie die deutsche 
Sozialdemokratie. Ihr Ende kann in etwas anderer Form und 
weniger tragisch eintreten als das in Deutschland der Fall war. 
Aber letzten Endes .werden die Folgen die igleichen sein. Die 
tschechoslowakische Sozialdemokratie vernichtet sich als iPartei, 
indem sie die „Demokratie" im Lande liquidiert. Die tschechische 
Sozialdemokratie zeigt durch Taten, daß >sie nicht nur keine so- 
zialistische Partei ist, sondern nicht einmal eine demokratische 
Partei im alten Massarykschen Sinne des Wortes. Sie ist eine 
Partei der reaktionären Bourgeoisie und zusammen mit dieser 
Bourgeoisie errichtet sie die faschistische Diktatur. 

Wenn es in der Tschechoslowakei eine wirkliche bürgerlich- 
demokratische Partei 'gäbe, dann würide sie den Weg Ider Vertie- 
fung der Demokratie, der Befreiung der unterdrückten Völker, 
der Vollendung der Agrarrevolution, des plebejischen Kampfes 
gegen den Faschismus und. den Krieg gehen, aber eine solche 
Partei gibt es in der Tschechoslowakei nicht. Eine solche Partei 
gibt es in keinem einzigen imperialistischen Lande mehr. 

Alle bürgerlichen Parteien, einschließlich der 'Sozialdemo- 
kratie, sind zu Parteien der Reaktion, der Konterrevolution ge- 
worden. 

Es gibt nur eine einzige Partei der Revolution — die Kommu- 
nistische Partei. 

Die Sozialdemokratie hat ihr eigenes Antlitz als Partei einge- 
büßt; sie steht in der konterrevolutionären Einheitsfront mit der 
gesamten Bourgeoisie. 

Der Erfolg des Faschismus ist die Folge der Faschisierung 
der Sozialdemokratie, die Folge davon, daß die Sozialdemokratie 
zu einer sozialfaschistischen Partei geworden ist, wie wir das be- 
reits auf dem VI. Kongreß der Komintern festgestellt haben." 

Wenn die Sozialdemokratie im Jahre 1918 eine revolutionäre 
marxistische Partei gewesen wäre, dann wäre Europa längst 
sozialistisch. 

Wenn die Sozialdemokratie im Jahre 1933 wenigstens eine 
demokratische Partei gewesen wäre, dann hätte Deutschland nicht 
faschistisch werden können. 



21 



Die jetzige Krise der Sozialdemokratie ist eine Krise, die 
aus ihrer raschen Faschisierung, aus ihrer Kapitulation vor 
Faschismus ergibt. 



5. DIE BESONDERHEITEN DER JETZIGEN KRISE 
DER SOZIALDEMOKRATIE 

Die jetzige Krise der Sozialdemokratie unterscheidet sich 
wesentlich von der Krise der Sozialdemokratie, die während des 
Weltkriegs begonnen hatte. Damals verriet die Sozialdemokratie, 
die zu einer reformistischen kleinbürgerlichen Partei entartet war, 
die Arbeiterklasse und ging in jedem einzelnen Lande auf die 
Seite ihrer Bourgeoisie über, wurde zu einer Partei der Sozial- 
nationalisten, Sozialchauvinistcn, Sozialpatrioten, Sozialimperia- 
listen. Als sie das deutsche und österreichische Proletariat im 
Jahre 1918 niederschlug, erstand sie wieder als Partei des soge- 
nannten „demokratischen Weges zum Sozialismus", des „fried- 
lichen Hineinwachsens in den Sozialismus", als Partei, die sich 
auf die demokratisch-patriotischen und pazifistisch-patriotischen 
Illusionen der kriegsmüden Massen stützte. Die Zweite Inter- 
nationale wurde nach der Schaffung des Völkerbundes als „sozia- 
listisches" Anhängsel zum Völkerbund restauriert. Ihrer Außen- 
politik legte sie die Zusammenarbeit der kapitalistischen Regie- 
rungen im Völkerbund und den Kampf gegen die Sowjetunion zu- 
grunde. Ihrer Innenpolitik legte sie die Spaltung der Arbeiter- 
bewegung und den Kampf gegen den Kommunismus zugrunde. 
Ihrer innerparteilichen Politik legte sie die Ausnutzung der alten, 
früher marxistischen Organisationen der Arbeiterklasse zugrunde, 
um die revolutionäre Energie der Arbeiterklasse zu fesseln. 

Die jetzige Krise dieser Zweiten Internationale der Nachkriegs- > 
zeit begann, als der sich verschärfende Kontrast zwischen dem 
Lande des sozialistischen Aufbaus und den Ländern des , ver- 
faulenden Kapitalismus offensichtlich wurde, als die Sozialdemo 
kratische Partei Deutschlands vor Hitler kapitulierte. 

Die II. Internationale zerfällt: im internationalen Maßstab in- 
folge der nationalen Gegensätze zwischen den 'bürgerlichen Staa- 
ten und in jedem einzelnen Lande — in einzelne Gruppen, die 
den Faschisierungsgrad der einzelnen Schichten der Sozialdemo- 
kratie eines gegebenen Landes widerspiegeln. Das ist der Aus- 
druck dafür, daß die Sozialdemokratie jetzt nicht nur als revolu- 
tionäre Partei, sondern auch als reformistische Partei, als demo- 
kratische Partei Verrat begangen hat. Deshalb ist es durchaus 



22 



richtig, wenn man jetzt nicht nur von der politischen Niederlage, 
sondern auch von der ideologischen Katastrophe der Sozialdemo- 
kratie spricht. 

Diese ideologische Katastrophe führt dazu, daß die Gruppen, 
m die die Sozialdemokratie zerfallen ist, sich gegenseitig kriti- 
sieren, einander anklagen und sich dabei' einzelner Bruchstücke 
des alten ideologischen Guts bedienen. 

In Deutschland gibt es jetzt keine sozialdemokratische Orga- 
nisation. In der deutschen Sozialdemokratie gibt es jetzt eine 
Prager Gruppe, die die Losung „Revolution gegen Hitler, für 
die Wiederherstellung der Demokratie!" ausgibt; eine Berliner 
Gruppe Loebe-Künstler, die sich dem faschistischen Regime an- 
paßt, so weit es das erlaubte; eine Pariser Gruppe, die dem sozial- 
demokratischen ideologischen Wirrwarr einige radikale Phrasen 
hinzufügt; ferner Dutzende kleiner Gruppen und einzelner Schrift- 
steller, die ihre alte Ideologie kritisieren, aber nicht fähig sind, 
sich zum Marxismus, zum Kommunismus zu erheben, die sich 
heillos verwirrt haben und durch ihre ideologische Verwirrung 
sehr ernsthaft den Kampf der Arbeiterklasse behindern, von denen 
jede durch ihre Methoden die Massen vom Uebergang zum Kom- 
munismus abhält. 

In Frankreich haben wir die Gruppe Renaudel-Deat, die offen 
ms Lager des bürgerlichen Nationalismus übergeht; die Gruppe 
Blum, die die alten Positionen zu behalten bestrebt ist; die Gruppe 
»Action socialiste", die die Radikalisierung der Arbeitermassen 
zum Ausdruck bringt. In England haben wir die Nationallabouri- 
sten, die Labouristen, die Unabhängigen, Anfänge der Zersetzung 
in Oesterreich, in der Schweiz, zwei Parteien in Holland. Fast in 
jedem Lande gibt es jetzt wenigstens drei sozialdemokratische 
Parteien, in jeder sozialdemokratischen Partei Dutzende von 
Richtungen, denen lediglich die Rolle der Sozialdemokratie als 
soziale Hauptstütze der Bourgeoisie und der Kampf gegen die 
Komintern gemeinsam ist. 

Die Zweite Internationale versucht formell, dieses Chaos na- 
tionalistischer Parteien, verworrener Gruppen und Grüppchen 
zusammenzufassen. Sie tritt für die Versöhnung Blums mit Re- 
naudel (einen entsprechenden Beschluß faßte die letzte Sitzung 
des Büros der Zweiten Internationale), Wels' mit Seydewitz ein, 
sie nimmt ruhig den Austritt und die Rückkehr von Wels hin. Sie 
verfaßt Resolutionen, in denen alle Hoffnungen auf das Wunder 
gesetzt werden, das sich in Genf vollziehen soll, wo der zerfallene 
Völkerbund und die bankrotte „Abrüstungskonferenz alle Impe- 

23 



rialisten zusammenschließen und entwaffnen sollen. In Wirklich- 
keit bedeutet das die Einbuße jeder ernsten Ueberlegung! Ö* 
Wirklichkeit bedeutet das, daß man nicht nur die politische Linie, 
sondern auch den Kopf verloren: hat. Das gilt nicht nur für 
die deutsche Sozialdemokratie, sondern für die ganze Zweite In- 
ternationale. Und das ist deshalb der Fall, weil es keine besondere 
Politik der deutschen Sozialdemokratie gegeben hat; weil es eine 
allgemeine Politik der gesamten internationalen Sozialdemokratie 
gegeben hat und gibt; weil das Schicksal der deutschen Sozial- 
demokratie von den sozialdemokratischen Parteien aller Länder 
geteilt wird. Sie haben sich alle zu einer konterrevolutionären Ein- 
heitsfront mit der gesamten Bourgeoisie zum Kampf gegen die 
proletarische Einheitsfront zusammengeschlossen; sie treiben alle 
eine Politik der Schwächung des Proletariats; sie sind alle Sozial- 
faschisten, Parteien, die zur Kapitulation vor dem Faschismus 
schreiten. 

Worin bestehen aber die Ursachen für diese Krise der Sozial- 
demokratie? 

Die Ursachen der Krise der Sozialdemokratie bestehen erstens 
darin, daß sich die Welt am Vorabend einer neuen Phase impe- 
rialistischer Kriege befindet; daß die Vorbereitung dazu bereits 
zu einem stürmischen Ausbruch des Nationalismus geführt hat. 
Deshalb zerfällt die Zweite Internationale, denn die Sozialdemo- 
kratie eines jeden Landes tritt auf die Seite ihrer Bourgeoisie. 
Zweitens konnte die jetzige Sozialdemokratie nur unter dem Par- 
lamentarismus einen Platz im bürgerlichen Regicrungssystem ein- 
nehmen. Bei der außerordentlichen Zentralisierung der Staats- 
macht, von der ich bereits gesprochen habe, ist sie in dem unmit- 
telbaren Regierungsapparat in einer Reihe von Ländern bereits 
überflüssig geworden. Drittens hat das Anwachsen der Not und 
des Elends der Massen dazu geführt, daß die Sozialdemokratie 
ihren Einfluß auf die Massen verloren hat. Das zwingt sie, sich 
den Forderungen ihrer Bourgeoisie noch rascher anzupassen, sich 
noch rascher zu faschisieren. 

Daher die beschleunigte Faschisicrung der Sozialdemokratie 
in jedem einzelnen Lande, der Zerfall der Sozialdemokratie in 
eine Reihe von einzelnen Gruppen, und Parteien, die die verschie- 
denen Stufen ihrer Faschisicrung kennzeichnen; daher der Zer- 
fall der Zweiten Internationale in ihre nationalen Bestandteile im 
Zusammenhang mit den Gruppierungen des kommenden imperia- 
listischen Krieges; daher die Zerfahrenheit und der Bankrott der 
sozialdemokratischen Ideologie, denn die Theorie vom „demokra- 
tischen Sozialismus" ist zusammengebrochen, denn es verfliegen 



L dle Fusionen von der friedlichen Entwicklung des Kapitalismus 
Und dcm »»demokratischen Weg zum Sozialismus". 

*B jeder sozialdemokratischen Partei bestehen mehrere Frak- 
l0 .nen, die den ideologischen Zerfall der Sozialdemokratie wider- 
spiegeln. Aber die Rechten handeln, gehen offen zum Faschismus 
} er, spannen sich offen vor den Wagen des Nationalismus. Die 
» mken" bleiben passiv und schwätzen und halten die Massen 
V ° m Uebergang zum Kommunismus zurück. Die Rechten handeln, 
organisieren, die „Linken" 1 schreiben „linke" Resolutionen, 
•fc i «* 2 ^° UIU * na ^ ei1 m ^ ihren radikalen Phrasen, ihren „radi- 
alen" Reden über Diktatur des Proletariats, ihren Plänen über 
eine Reform der Sozialdemokratie usw. die Massen in der konter- 
. v °lutionären Einheitsfront mit der Bourgeoisie zurück. In die- 
Ser Arbeitsteilung besteht gerade die Rolle der „Linken". 

Unter diesen Verhältnissen des Zerfalls der Sozialdemokratie 
,e nen die kleinen Grüppchen Trotzkis, Brandlers u. a. der Bour- 
geoisie zum Abhalten der Massen von dem Uebergang zu den 
°mmunisten, dienen sie ihr, um die Arbeiterklasse der Diktatur 
er Bourgeoisie zu unterwerfen. Sie bemühen sich, die jetzt für 
*e Bourgeoisie wichtigste und schwierigste Aufgabe zu erfüllen, 
. ffo alte Sozialdemokratie nicht mehr erfüllen kann. Gleich- 
2cit, g sind sie die, Hauptlieferanten der Theorien und Argu- 
mente gegen die Sowjetunion und die Kommunistische Inter- 
nationale, Sie erfüllen noch eine dritte, für die Faschisten ebenso 
^chtige Aufgabe — die Zersplitterung der Arbeiterbewegung, die 
erwandlung der Arbeiterbewegung in ein Konglomerat von Sek- 
en u °d Gruppen. Darin besteht ihre Rolle als Vortrupp der kon- 
errevolutionären Bourgeoisie. Die Kommunistische Internationale, 
le den Kampf gegen die Sozialdemokratie führt, muß glcichzei- 
l 0 für die Vernichtung der von den Faschisten geförderten Grup- 
P*n der Trotzkisten und der Brandlerianer, gegen die Zersplit- 
er ung der Arbeiterbewegung in kleine Gruppen, für ihren Zusam- 
menschluß unter der Führung der Kommunisten kämpfen. 

6 - WIR GEHEN DER REVOLUTION ENTGEGEN . . . 

Die K r i S e der Sozialdemokratie ist einer der wichtigsten Be- 
standteile der allgemeinen Krise des kapitalistischen Systems. In 
Deutschland wollen die Massen nicht unter dem Stiefel Hitlers 
| ebe n, wollen aber auch nicht zur Weimarer Demokratie zurück. 
\ n Polen, Ungarn, Italien wird die faschistische Diktatur ofTen- 
S| chtlich schwächer. Oesterreich ist ein brodelnder Kessel. In 

25 



Lettland und Estland sucht ein großer Teil der Bevölkerung eine 
Partei, die imstande wäre, von heute auf morgen die herrs ™* m ^ 
Clique zu verjagen, obwohl diese Massen noch nicht daraut 
bereitet sind, zur proletarischen Revolution zu schreiten. In Ja P^ s 
durchbricht der Wille der Massen zur Revolution das System 
wahnwitzigen Terrors. Große »revolutionäre Ereignisse kon ^ 
ganz unerwartet eintreten. Deshalb sind wir verpflichtet, 
Genosse Kuusinen gesagt hat, die Frage des Kampfes für die oo 
jetmacht, des Sturzes der Macht der herrschenden Klassen 
den bewaffneten Aufstand auf die Tagesordnung zu setzen. ^ 
sind verpflichtet, überall das Programm der Sowjetregierung 
propagieren, die Massen dafür zu mobilisieren, sie darauf vor 
bereiten, damit sie unsere Ziele kennen, damit sie imstande sei » 
bei günstigem Kräfteverhältnis, beim Heranreifen einer re * 0 ^ 
tionären Situation die Macht in ihre Hände zu nehmen. Es 
steht noch in keinem einzigen der ausschlaggebenden impena 
• stischen Länder eine revolutionäre Situation, aber sie kann S 
bald heranreifen. Die jetzige Etappe ist schon keine Etappe e^ 
friedlichen Entwicklung. Für die meisten Länder ist die jetzig 
Etappe bereits keine Etappe, wo man einfach die Sozialdemo^ 
kratie entlarven muß. Die jetzige Etappe in Deutschland, . 
Oesterreich ist nicht einfach eine Etappe des Kampfes für 1 
Mehrheit der Arbeiterklasse, sondern eine Etappe der Formierung 
der revolutionären Armee für die entscheidenden Klassenkampf 
um die Macht, eine Etappe der Mobilisierung von Kadern, die z u 
allen Opfern bereit sind, um das herrschende Regime zu ver- 
nichten, um den Sieg des Proletariats herbeizuführen. Was be- 
deutet das? Wir sehen ein spontanes Vorwärtsdrängen, eine spon- 
' tane Erregung, der Massen, obwohl sie noch nicht offen durch- 
bricht. Die Kommunisten erfassen nicht immer diese s P ont ^ 
Erregung, lenken sie nicht immer in die nötige Richtung. 1)1 
Kommunisten erfassen es nicht immer, wenn die Unzufriedenhei 
den Rahmen der wirtschaftlichen Forderungen durchbricht, wenn 
sie sich gegen den Staat als Ganzes richtet. 

Wir müssen auf dieses spontane Vorwärtsdrängen, auf diese 
spontane Erregung der Massen besser reagieren. 

In Deutschland erproben es die Massen, wie, in welcher We* e 
und in welcher Form man gegen die faschistische Diktatur aut- 
treten kann. Es braucht bloß irgendein großer Streik, irgendein 
große Demonstration einzusetzen, und der Weg für den Durcn- 
bruch der Unzufriedenheit der Massen wird gefunden sein. 

Deshalb müssen wir gleichzeitig mit der Losung des Kampfs 
um die Macht die Losung des Generalstreiks auf die Tagesord' 



26 



n ung setzen, eines Generalstreiks, der von den Kommunisten orga- 
nisiert und durchgeführt wird, für den man die Massen durch 
Entfaltung wirtschaftlicher Streiks mobilisieren muß. 

In Oesterreich haben die Sozialdemokraten unter dem Druck 
er Massen die Losung des Generalstreiks ausgegeben, aber die 
Sozialdemokraten fürchten die Revolution mehr als den Faschis- 
mus. \y le Kommunisten müssen mit allen Kräften dem spontanen 
°rwärtsdrängen der Massen, die einen solchen Streik fordern, 
e ine bestimmte Form geben. Die Kommunisten müssen die Haupt- 
Agitatoren für den Generalstreik sein. Das gilt in gleichem Maße 
Ur Lettland. Das gilt in gleicher Weise für alle anderen Länder, 
denen die Errichtung der faschistischen Diktatur droht. 
T u n ^°^ en * la ben wir bei einer großen Streikbewegung in diesem 
ahre weniger politische Streiks, aber das darf keineswegs bedeu- 
ten und bedeutet auch nicht, daß der Beschluß des XII. Plenums 
er den Generalstreik in Polen vergessen werden darf. Man darf 
u *n nicht vergessen, 

I* *7 der Tschechoslowakei hat es unter der sozialdemokratischen 
^ a ntionsregierung eine Reihe von guten politischen Streiks ge- 
geben, die sich gegen den Staat richteten. Solche Streiks können 
u .nd niüssen abermals ausbrechen. Die Entwicklung der Ereig- 
nisse in den letzten Wochen in der Tschechoslowakei erlaubt uns, 
w <*s eine Reihe von Aeußerungen der tschechischen Genossen ge- 
zeigt hat, auf ein Anwachsen der politischen Sireikbewegung in 
er Tschechoslowakei zu hoffen. 
Amerika, England, Frankreich bleiben natürlich in der Haupt- 
sache noch Länder wirtschaftlicher Streiks, aber auch hier muß 
^* an die Streikbewegung vom wirtschaftlichen zum politischen 
reik erheben. Insbesondere in Amerika können große politische 
treiks entstehen. Die amerikanische Partei muß jetzt die Er- 
dung der Massen in diese Richtung lenken. 

Welches können jetzt die Losungen des polnischen Massen- 
streiks sein? Sie müssen die Massen zum Kampf um die Macht 
erheben, müssen die Massen von der Verteidigung zum Angriff 
uhren. In Oesterreich, in Lettland, in der Tschechoslowakei, 
überall, wo der Faschismus angreift, muß sich der politische Sireik 
? ^ u ^8 a be stellen, die elementaren Rechte der Arbeiter zu ver- 
teidigen, den Kampf gegen die Verwirklichung der faschistischen 
Diktatur, den Kampf gegen die jetzige Regierung zu führen, die 
den Faschismus verwirklicht. 

In Deutschland können die Losungen des politischen Streiks 
sein: Freie Wahl der Betriebsräte! Freilassung aller Verhafteten! 

27 



Entfernung der SA-Sturmtrupps aus den Arbeitervierteln! Sturz 
der faschistischen Diktatur! Errichtung der Sowjetmacht! 

Aber das Wichtigste hei der Formierung der r cvolull ° e 
Armee ist die Taktik der Einheitsfront. Gestützt auf die spon a^ 
Erregung der Massen, müssen die Kommunistischen Parteien s 
an die sozialdemokratischen und parteilosen Arbeiter wel ^ ' 
ohne auch nur für einen Augenblick die Bewegung aus den ^ 
den zu lassen. Sie müssen Aufklärung darüber verbreiten, 
man durch aktive gemeinsame Aktionen aller Arbeiter unter ^ 
Führung der Kommunistischen Parteien dem Faschismus 
Weg versperren kann. Sie müssen Aufklärung darüber verbrei » 
daß, wenn die Sozialdemokratie in Deutschland nicht den R 
gegen den Faschismus führte, die Spaltung der Arbeiterbewegu^b 
nichts damit zu tun hat. Schuld an dem Machtantritt der ^ 
schisten in Deutschland sowie in jedem anderen Lande sind 
die Sozialdemokraten. Die Spaltung der Arbeiterbewegung 
nichts damit zu tun. Die Spalter sind die Sozialdemokraten, ^ 
eine konterrevolutionäre Einheitsfront mit der Bourgeoisie o 
schaffen haben. Zum Kampf gegen die Bourgeoisie, zum KatfH 
gegen den Faschismus kann stets, in jedem Augenblick eine t 
lutionäre Einheitsfront geschaffen werden, wenn die Sozialden 
kratie nur gegen den Faschismus kämpfen wollte. Diese Eujk®* 
front wird gegen den Willen der Sozialdemokratie gescha 
werden, sobald sich die Arbeiter überzeugen werden, daß die 
zialdemokratie sie den Faschisten ausliefert. 

Es gibt nichts Schlimmeres, als das nicht zu verstehen. 
Das Positive in der Einheitsfronttaktik in Deutschland b^sta^ 
stets darin, daß die deutschen Genossen den sozialdemokratisch* 5 
Arbeitern immer die Wahrheit über ihre Partei sagten und sie ^ 
richtig den Weg wiesen, den man gehen muß. Und es ist durc 
aus richtig, wenn sie jetzt sagen, das Wichtigste ist, daß m * 
die Wiederherstellung der sozialdemokratischen Führung ^ at 
Arbeiterorganisationen, in erster Linie in den Gewerkschaft® 
nicht zulassen darf; daß man es nicht zulassen darf, daß die A r ^ 
beiterorganisationen ausgenutzt werden, um die Arbeiter von 
Kampf abzuhalten. 

Das Negative an der Taktik Guttmanns in der Tschecho- 
slowakei bestand darin, daß Guttmann für die Einheit um * . 
Einheit willen eintrat, daß er sich nicht von der Aufgabe d 
Formierung der revolutionären Armee zum Kampf für die po l ^ 
tischen Ziele unserer Partei, zum Kampf um die Macht lei lc 
ließ, sondern dazu aufforderte, sich den rückständigen Stim mU ^ 
gen und Ansichten der sozialdemokratischen Arbeiter anzup» ssC * 



28 



die Ein * f WaF dlC Einheitsfronttakt ^ Thälmanns revolutionär, 
Inso/ S ü° nttaktik Guttmanm opportunistisch, liquidatorisch. 
d arf in Gu ttmannismus, wenn man sich so ausdrücken 

natürlioh € T lge T, Schichten d€r KPTsch €in g e drungen ist, hat er 
is * stark F PTsch viel Schad en zugefügt; aber die KPTsch 
festen V gGnug,xhat genügend starke Kader und einen genügend 
ßottwaMrf" mU Massen ' um unter Führun S des Genossen 
2U gehe! FehIer 211 korrigieren und neuen Erfolgen entgegen 



7. DIE DEUTSCHE FRAGE UND DIE 
KOMMUNISTISCHE INTERNATIONALE 

Und Z* C \t drCi - große Fra S en wird J elzt die revolutionäre Reife 
Konn . arheit einer J e den Kommunistischen Partei, eines jeden 
die p 11Unisten > eines jeden Revolutionärs erprobt. Erstens durch 
deut r ^ 8e Sow J etunion > das Verstehen der Rolle und der Be- 
v °Iuti ,n ^ ^ ^ ow J etunion für die internationale proletarische Re- 
der T°f' daS Verste hen der Politik der Sowjetunion, das Verstehen 
tüna n aCh ^ daJß die Sow Jetunion ein Vorbild für die Umgestal- 
&m d f än . der ist * Wer Ilicht MIe seine Gräfte für die Verteidi- 
terr ö er Sowjetunion einsetzt, ist kein Revolutionär, ist ein Kon- 
so • yptationär, ist gegen die Diktatur des Proletariats, gegen die 
sfebh 1Stisclle Revolution. Zweitens durch die Stellung zur chine- 
n j c j^ en Revolution und zur Chinesischen Sowjetrepublik. Wer 
y . a J* e seine Kräfte und organisatorischen Fähigkeiten für die 
Sow" Un ^ dcr cWnesischen Revolution und der Chinesischen 
Jetrepublik einsetzt, zerreißt den internationalen Bund der 
im mn ? Ullisten > kämpft nicht für das Bündnis des Proletariats der 
nie 1UllStischen Länder mit den ' werktätigen Völkern der Kolo- 
p r . Und Halbkolonien, denkt nicht ernsthaft an die Diktatur des 
die o a * s ' an die Sowjetmacht im eigenen Lande. Drittens durch 
bl » n 8 zur deutschen Revolution, das Verstehen ihrer Pro- 

j Ille un d des Kampfes des deutschen Proletariats. Wer nicht die 
der SCllG Frage versteht, versteht nicht die Wege der Entwicklung 
P ro fetarischeja Revolution in Europa. Wer nicht alle seine 
a te 2 ur Unterstützung des deutschen Proletariats einsetzt, 
gj .; P'* nicht für die proletarische Revolution in Europa; denn der 
®g des deutschen Proletariats würde den Sieg der proletarischen 
Evolution in ganz Europa bedeuten, die Niederlage des deutschen 
j (),etar iats würde die Entwicklung der proletarischen Revolution 
en anderen Ländern Europas hinauszögern. 

?9 



Deutschland war und bleibt das schwächste Glied in der ^ 
der imperialistischen Staaten. Deutschland ist ein Land, in ^ 
die Klassengegensätze am meisten zugespitzt sind. deutsch a* 1 <}ie 
ein Land, in dem alle Gegensätze der kapitalistischen We 
schärfste Form angenommen haben. Und gleichzeitig ist Deu ^ 
land das Herz des kapitalistischen Europas, ein Land, das 
schaftlich und politisch mit allen kapitalistischen Ländern k 
pas verflochten ist. Deshalb steht in Deutschland die P rolctarl ^j nd 
Revolution näher bevor als in irgendeinem anderen Laad 6 -, 
der Sieg des Proletariats in Deutschland bedeutet den Sieg ^ 
proletarischen Revolution in ganz Europa; denn das ^üßt. 
stische Europa kann nicht existieren, wenn es sein Herz ein ^ 
Deshalb ist es klar, daß die deutschen Fragen am Voraben L ^ 
zweiten Phase der Kriege und Revolutionen die Hauptfr<*9 en sl * 
Das aber erlegt allen kommunistischen Parteien, allen ^° m , en 
. nisten die größte Verantwortung für das Schicksal der deutsc 1 
Revolution auf. 

Der Erfolg des Faschismus in Deutschland war ein 8 r0 
Examen, das zeigte, wie jede/ Partei und jeder Kommunist 
internationale Lage und die Entwicklung des revolutionär 
Prozesses begriffen hatte. Bei diesem Examen hat sich unsC u 
Stärke gezeigt, sind aber auch natürlich jene faulen Elemente % ^ 
tage getreten, die leider noch in unseren Reihen vorhanden wa *V 

Mit der größten Freude muß man vor allem die Tatsache IC» 
stellen, daß unsere junge spanische Partei mit ihrem Zentralorga » 
„Mundo Obrero", die selbst im Feuer der Revolution steht, vo^ 
Anfang an die Lage in Deutschland, die Bedeutung der deutsch^ 
Ereignisse richtig eingeschätzt und es verstanden hat, eine 8 r ° 
Kampagne der internationalen proletarischen Solidarität mit de 
deutschen Arbeitern zu entfalten. Eine ebenso energische 5°*^ 
ritätskampagne entfaltet die Kommunistische Partei Polens, ^ 
selbst unter dem Joch des Faschismus kämpft. Die Kommuni- 
stische Partei Polens entwickelte eine großzügige Kampagne * l 
den Fabriken, in den Betrieben und Schachtanlagcn. Ihre g» nZC 
Presse beschäftigte sich im Laufe einer ganzem Reihe von Mona- 
ten mit den deutschen Ereignissen. Sie sagte den Massen: 

„Das deutsche Proletariat steht nicht allein da. Es wird von, der a H 1 ***" 
Solidarität und Unterstützung des revolutionären Weltproletariats urog 
sein, das versieht, daß der Sieg der deutschen sozialistischen Revolution 
Sieg der Weltrevolution sichert. An diesem aktiven Kampfe werden vor ■ 
die werktätigen Massen Polens teilnehmen, die selbst unter dem fascb*st*SCD 
Joch kämpfen." 

Eine, ihren Kräften nach, genügend energische AufklärunßJ- 
kampagne unter den Massen und eine Massenbewegung entfa lte 



30 



die österreichische, belgische, dänische, holländische Partei und 
eine Reihe anderer kleiner Parteien. Bedeutend schwacher, d. h. 
nicht ihren Kräften entsprechend, erwiesen sich in der Frage der 
Unterstützung des deutschen Proletariats die Kommunistischen 
Parteien der Vereinigten Staaten, Frankreichs und der Tschecho- 
slowakei. Die amerikanischen Genossen schenkten längere Zeit 
Wodurch den deutschen Ereignissen keine ernste Aufmerksamkeit 
nnd klärten die Massen nicht über das Wesen der deutschen Er- 
eignisse auf. Die KP Englands verstand es, nach einer gewissen 
"auen Haltung in den ersten Tagen, als sie offenbar Notwen- 
digkeit des Kampfes gegen den Faschismus unterschätzte, spater 
^ «nd hier hat Genosse Gallacher recht - eine ernsle und un- 
unterbrochene Kampagne zu entfalten und eine klare ****** 
Haltung, einzunehmen. In der Tschechoslowakei wurde die nicht 
Riecht begonnene antifaschistische Solidaritätskampagne durch 
*• opportunistische Einstellung der Gruppe Guttmann stark ge 
^hwächt, die mit Hilfe des „überaus linken, ^h^ch-hito 
Ge nossen Reimann (Lachen) die Parteipresse in die Hand bekom 
men hatte. 

PJATNIZKI (Zwischenruf): Linken in Gänsefüßch en. 
. B * ihnen gab es „historisch Rechte". Ich glaube da ^ 
demselben Recht jetzt sagen kann, daß sie jetet JjWg 
L/nke« habeil) di J aber b im Grunde genommen Rechte smd 
dachen) . d 

p D as Gleiche gilt für Frankreich, wo im März und Apr. Im 
Sf« trotzkistische Anschauungen verbreitet waren daß ^ 
^mmunistische Partei Deutschlands kapituliert habe > der 
"^hiers de bolchevisme" sich mehr mit der Erforsch u g 
fehler» der Kommunistischen Partei Deutschland^ a b m 
^«arvung der verräterischen Rolle der Sw^^SSru^B der 
^ des Faschismus in Deutschland, als mit der ; MohüMieru g 
Massen gegen den deutschen Faschismus beschäftigten, 
p A ner, Genossen, wenn man eine (Reihe von . E f °' Anwachsen 
^leien auf diesem Gebiet feststellen kann, die das 
em es tatkräftigen Internationalismus zeigen, 50 Rev o- 
a °rt, wo unsere Unterstützungskampagne für <iie Ere ignisse 
,l,t ion und die Aufklärung über den Sinn der deutschen 5 
?°? besten durchgeführt worden ist, feststellen, daß «e ^ 
h * w e it em nicht genügend war. Insbesondere w " 
N* • *ur Unterstützung und Verteidigung des ^de utechen 

im Zusammenhang mit dem Prozeß g< « ^ r ° d 'wenn 
£ Po pow „nd Tanew bei weitem ^'g w ben, mit 
m »n diese Massenkampagne, die wir jetzt entwickelt 



der Kampagne vergleichen, die das internationale Proletaria ^ 
Fall Sacco und Vanzetti entfaltet hat, so müssen wir sagcn ' n0 ' c ] 1 
jene Kampagne größer war als die jetzige. Wir haben es 
nicht vermocht, uns bis zu jenem . Niveau zu erheben, ^ 
wohl die politische Bedeutung des Leipziger Prozesses viel ^ ro ^ m 
ist als der Fall Sacco und Vanzetti. Das geschah damals ganz ^ 
Anfang des revolutionären Aufschwungs. Auf Grund der M a ^ 
bewegung zur Verteidigung Saccos und Vanzettis haben wir 
erstenmal den Schluß gezogen, daß ein revolutionärer Aufschwu » 
daß ein neuer revolutionärer Aufschwung herannaht. Jetzt s e 
wir am Vorabend der zweiten Phase der Revolutionen und Kric 0 • 
Wenn das damals der Beginn einer neuen mächtigen Bewegen» 
war, so ist jetzt diese Kampagne der Solidarität mit den deutsc 
Genossen, mit den Leipziger Gefangenen, unser internationa 
Kampf für die deutsche Revolution, unsere Unterstützung Ihr 
deutsche Revolution. Unsere Massenbewegung gegen den f asc 
stischen Terror kann zum Ausgangspunkt großer politisc i 
Aktionen und Bewegungen der Arbeiterklasse werden. 

8. DER KAMPF GEGEN DIE „LINKE" SOZIALDEMOKRATIE 
UND GEGEN DIE RECHTE ABWEICHUNG IN DEN KOMMU- 
NISTISCHEN PARTEIEN 

Und hier, Genossen, muß ich die Frage stellen: woher kom*& 
und was bedeutet der Standpunkt Guttmans, der die Veröffcn r 
lichung und Popularisierung der Resolution des EKKI über öl 
Lage in Deutschland direkt sabotiert hat, woher kommen ferner 
die opportunistischen Einstellungen der Kollegen des Genossen 
Reimann aus der Redaktion der „Cahiers de bolchevisme"? 

Diese Genossen haben die revolutionäre Perspektive verloren, 
sind unter den Einfluß der Sozialdemokratie geraten, insbesondere 
unter den Einfluß der Brandlerianer und Trotzkisten, die eine 
wütende Kampagne gegen die Kommunistische Internationale und 
die Kommunistische Partei Deutschlands führen. 

Als die Kapitulation der Sozialdemokratischen Partei Deutsch- 
lands vor Hitler unter den Arbeitermassen der anderen Länder 
Empörung hervorrief, als die Gefahr entstand, daß die durch das 
Verhalten der deutschen Sozialdemokraten empörten Arbeiter an- 
fangen werden, zu den Kommunisten überzugehen, fädelte die 
Sozialdemokratie ein großes Manöver gegen die Sowjetunion und 
die Kommunistische Internationale ein, um sie in den Augen der 
werktätigen Massen zu kompromittieren. Die tschechoslowaki- 

32 



nu _ en Sozialdemokraten erklärten, daß die Sowjetunion die Hotf- 
• # gm der deutschen Proletarier betrogen hätte, weil sie keinen 
8 gegen den Faschismus begonnen habe. Diese offenkundig 
°vokatorische Kampagne hatte jedoch keinen Erfolg. 
Arb '* ^ egann die Kampagne, daß die Sowjetunion die Sache der 
Güterklasse verrate, weil sie normale diplomatische Bezichun- 
di^d^ 1 De . utsch,and aufrechterhalte. Aber die starke Sprache, 
dnß !v ^ Owjolunion Deutschland gegenüber anschlug, führte dazu, 

diese Kampagne eingestellt wurde. 
Und Ur ^ ommi,rnstcn ,s * es k emc Schande, wenn das größte 
« stolzeste kapitalistische Land, wenn die Vereinigten Staaten 
tar *ung des Friedens und ihrer Positionen nach 16 Jahren 
Sei ° W J eturnon anerkennen. Für uns Kommunisten ist es keine 
Die* C o DC * e ! Wenn Mussolini Litwinow bittet, nach Rom zu kommen. 
Koni VJ ? tunion spricht mit allen die Sprache der Stärke. Für die 
sten mU . I1Islen lst es die größte Anerkennung, wenn unsere schlimm- 
jiq e, "de gezwungen sind, mit der Sowjetunion zu verhandeln, 
bür** IG - ^ onimillusten ist es die größte Anerkennung, wenn alle 
» un ^ er ^ c ^. len Staaten gezwungen sind, mit der Stärke der Sowjet- 
° n> mit der Stärke der Diktatur des Proletariats zu rechnen. 
c hen G f nUI ^ n,c * lt mcnr einfach von dem Gegensatz spre- 
jeden Um ^ lllan von ( * em Übergewicht der Sowjetunion über 
Gru e ^^ en einzelnen imperialistischen Staat und über ganze 
p a<T ^ cn von imperialistischen Ländern sprechen. Als die Kam- 
Z [^ G ^egen die Sowjetunion zusammenbrach, da gaben die So 
aus p? kraten <he L( >sung des Boykotts der deutschen Waren 
darüb ^ e ^ un b cn brachten damals unrichtige Meldungen 

Weil ^ C ' ie Kommunisten an dem Boykott nicht teilnehmen, 
l icJ)e ^ em Boykott angeblich im Widerspruch zu dem Wirtschaft- 
Itefn ntcress en der Sowjelunion siehe. Die Sowjetunion hat 
schied r . essen * die von den Interessen der Weltrevolution ver- 
neine l Sind> umi das internationale Proletariat hat natürlich 
rln». • nteres sen, die von den Interessen der Sowjetunion verschic- 
ULn sind. 

Öer W0S ^ lle der Boykott dem Proletariat Deutschlands und 
des yv- ,SC * 1CI1 Revolution bringen können? Eine Verschärfung 
pj ta j. lr * sc h a ftskricgs, im Interesse der konkurrierenden Ka- 
Hstisc] eögru PP cn ' Kann ein Boykott die Existenz eines kapita- 
W j r ft Landes untergraben? Offenbar nicht. Warum sollen 
**una n ? . einem solchen Boykott teilnehmen; zu dessen Durchfüh- 
Soziz\J C Sozialdemokraten selbst nichts unternehmen, den die 
2 wecl 1 e,n °k raten den Kommunisten aufzwingen wollen, der 
u °s und zum Scheitern verurteilt ist? 

3 

33 



Am klarsten sprachen die österreichischen Soz/ialdemokra^ 
in ihrer Meldung vom Boykott, daß die österreichische boz^^ 
demokratie Deutschland boykottieren müsse, weil Hitlerdeu ^ 
land den Touristen den Weg nach Oesterreich versperrt h ^ be ' Ar- 
das aber von Bedeutung für die Interessen der internationalen 
beiterbewegung? Für die Besitzer der österreichischen Hote ^ enn 
für die internationale Arbeiterbewegung — wohl kaum. ^en 
es um die wirklichen Interessen der deutschen Revolution o . 
wird, wenn der Boykott wirklich eine Unterstützung der re^ 
lutionären Bewegung in Deutschland, ein Kampf für den ^ 
Hitlers sein wird, wenn wirklich eine Massenbewegung für 
Boykott entstehen wird, wenn in Deutschland selbst eine ^ aSS ^ 
bewegung entstehen wird, dann werden die, Kommunisten 
jenigen sein, die einen solchen Boykott organisieren werden. 

Die infolge ihres Bankrotts ohnmächtigen und von Wut 8 e » 
die Kommunistische Internationale und gegen die Sowjetu 
erfüllten Brandlerianer und Trotzkisten begannen davon zu sp 
chen, daß nicht nur die Sozialdemokratische Partei üeutsc hla n 
Bankrott gemacht habe, daß auch die Kommunistische rar 
Deutschlands Bankrott sei. Um den Bankrott der Sozialdemokra- 
tischen Partei Deutschlands zu bemänteln, begannen sie nac 
weisen, daß beide Parteien Bankrott gemacht haben. Diese * e * 
linge und Lumpd begannen von der KPD Aufstände im Auge 
blick des Machtantritts Hitlers zu, fordern. Das Ziel dieses Man °~ 
vers war offenbar, die einzige Partei zu diskreditieren, die iffistaB 
ist, die Massen für die Revolution zu organisieren,, die M» 
sen zur Revolution zu führen. Die „Radikalsten" unter innen, 
z. B. Brockway, brachten, als die Kommunistische Partei Deutsc \ 
lands durch ihren Heroismus bereits die allgemeine Bewunderung 
erregte, auf der „internationalen" Konferenz der Renegatengrup 
pen ihren eigenen Antrag ein, der. besagte,, daß „nicht nur 
Politik der Sozialdemokratie in Deutschland Bankrott gemac 
hätte, sondern daß auch die Kommunistische Partei Deutschen 
für die deutsche Katastrophe verantwortlich sei, obwohl sie 
Grunde eine gesunde revolutionäre Partei sei. Ihr Zusammen- 
bruch aber erklärt sich aus der unrichtigen Taktik." . 

Es fragt sich nun, hat etwa nicht Gutlmann diese „Unke" Env 
Stellung übernommen, als er erklärte, daß „gewisse Schwäche^ 
der Kommunistischen Partei Deutschlands bei der Anwendung 
der Einheitsfronttaktik den Sieg Hitlers erleichtert hätten, 
man, wenn die Fehler der Kommunistischen Partei Deutschten 
nicht zugegeben werden, den Standpunkt einnehmen müsse, da 
die faschistische Diktatur unvermeidlich war". Haben etwa nie * 



34 



diese „Linken 41 den Redakteuren der „Cahiers de bolchevisme" 
die Liste der „Fehler" der KPD geliefert? Haben etwa diese 
»»Linken" dem außerordentlich schweigsamen Genossen Humbert- 
Droz nicht die Einstellung geliefert, daß die Kommunistische In- 
ternationale mit ihrer Antwort auf das Angebot der Zweiten In- 
ternationale eine neue Taktik in der Frage der Einheitsfront ein- 
geschlagen habe? 

Diese Leute haben sich genau so wie die Remmele-Neuniann 
mit der linken Sozialdemokratie zusammengeschlossen. Im ent- 
scheidenden Augenblick verloren sie die Orientierung und wurden 
zum Sprachrohr der Sozialdemokratie, wurden zu Liquidatoren 
gegenüber der eigenen Partei. 

Deshalb brauchen wir vor allem eine klare Stellung zur So- 
zialdemokratie und vor allem zur linken Sozialdemokratie, diesem 
schlimmsten Feind des Kommunismus. 

In Genf trugen die Sozialdemokraten bei den, Wahlen, nach 
den großen politischen Ereignissen im vergangenen Jahr, einen 
großen Sieg davon, die Kommunisten eine Niederlage. Die Ar- 
beiter haben recht, wenn sie sagen: weshalb sollen wir für die 
Kommunisten stimmen,' wenn man keinen Unterschied zwischen 
Kommunisten und Sozialdemokraten erkennen kann? In Genf 
sind die Sozialdemokraten „Linke", die Kommunisten aber Rechte. 
Der „linke" Sozialdemokrat Nicole in Genf schloß einen Block 
niit den bürgerlichen Parteien, bildete eine Koalitionsregierung 
nnd kam zur Macht. Jetzt verkündet er im Namen dieser Koali- 
tionsregierung die „Arbeiter- und Bauerndemokratic" in Genf, 
proklamiert er in Genf die sozialistische Republik. Einige Kom- 
munisten sollen sich dafür begeistern und die Regierung Nicoles 
begrüßen. Aber Nicole hat wiederholt „radikale" Phrasen ge- 
braucht und dann wiederholt den Ganossagang zu den Rechten 
angetreten. , Wir haben keinerlei Veranlassung, diesem überaus 
»linken" Nicole zu trauen. Wir müssen ihm Forderungen stellen, 
müssen ihn entlarven, müssen schon jetzt sagen, daß Nicole im 
Runde mit der Bourgeoisie steht, daß er nicht gegen die Bour- 
geoisie, aber zusammen mit der Bourgeoisie gegen die Arbeiter 
kämpfen wird. Wir müssen den Massen tief einprägen, daß das 
Proletariat nicht anders zur Macht kommen kann als durch den 
Sturz der Bourgeoisie und die Zerstörung ihrer Staatsmaschine. 

Genf ist eine typische Erscheinung. Deshalb spreche ich von 
Genf. Wir müssen sagen, daß zwischen den „linken" Sozialdemo- 
kraten und den rechten bürgerlichen Parteien kein wesentlicher 
Unterschied besteht: wenn die Rechten Hunderte und Tausend© 
von Arbeitern erschießen und sich dessen noch rühmen, so er- 



35 



schießen die „linken" Sozialdemokraten vom Schlag Nicole Du^ 
zende Arbeiter, beklagen sie und sagen:, seht, dahin haben j 
einen Demokraten und Pazifisten, die Kommunisten ge» ' 
Nur darin, Genossen, besteht der Unterschied. e 
Es gibt und kann keine anderen Linken geben als im ^ ute 
Partei. Wir sind die einzigen Linken. Das müssen wir g 
klar und deutlich aussprechen. In der jetzigen Situation i 
man, um ein wirklicher Revolutionär zu werden, °^ cn .^ e ^^- c0 ie 
konterrevolutionäre Sozialdemokratie auftreten. Was sind 1 
in der Schweiz und Fischer in Oesterreich für Revolutionäre,^ 
sie sich den Befehlen der sozialdemokratischen Führung 

Entweder in unsere Reihen oder Kampf gegen uns! . 
anderen Weg gibt es nicht. Und zwar werden wir den er C 
sten Kampf führen gegen die „Linken" als, die letzte Schutz 
grabenkette der Bourgeoisie. ^ 
Damit unsere Linie gegenüber der Sozialdemokratie k a _ 
bedarf es des entschiedenen Kampfes gegen den Opportune 
in unseren Reihen. ^ 
Remmele-Neumann traten unter einem „linken" Sehn ' 
Guttmann unter einem rechten, aber sowolü die einen wie cü 
deren sind das Sprachrohr der Sozialdemokratie. Daß die ^ 
zialdemokratie eine tiefe Krise durchmacht, beweist nur, da ^ 
noch schärferer Kampf gegen sie, gegen alle ihre Gruppe ^ 
gleichzeitig ein Zweifrontenkampf in unseren eigenen Reihen 
wendig ist. ^ 

Nur so werden wir fähig sein, die gewaltigen Aufgaben, 
denen wir stehen, zu bewältigen. nÜ 
Nur wir tragen in die spontan anwachsende Arbeiterbewek i » 
kommunistisches Zielbewußt sein, hinein. Ohne hartnäckige 
beit werden wir die Mehrheit der Arbeiterklasse für die R^V 
tion nicht erobern können. Nur dort, wo eine spontane B ex 
gung sich mit zielbewußter Arbeit der Kommunisten verbin 
kommt ein revolutionäres W 7 erk zustande. , r 

Die wichtigste Aufgabe für alle Parteien, insbesondere a 
für die deutsche, die tschechoslowakische und die Österreichs 
Partei besteht jetzt darin, die politische Führung der 
sicherzustellen, rechtzeitig auf die Ereignisse zu reagieren, reo 
zeitig politische Losungen auszugeben. 

Nur dadurch werden wir imstande sein, die Massen zu fülll ' C , n 
Die zweite wichtige Aufgabe besteht darin, daß man es verstell 
muß, die illegale Arbeit mit einer wirklichen illegalen Massei 
arbeit zu verknüpfen. 

Die dritte Aufgabe besteht darin, eine wirklich ufcunterbf 



36 



cicne Arbeit jeder Parteiorganisation zu ermöglichen, von der 
. . bis Zl »n ZK, damit die Ereignisse nicht an uns vorbeigehen, 

«amit wir auf alle Ereignisse reagieren. 

Die vierte überaus wichtige Aufgabe besteht darin, den prole- 
arischen Internationalismus nicht im Munde zu führen, sondern 

m d,e Tat umzusetzen. 

In bezug auf die Verknüpfung aller dieser Aufgaben war und 

)j s zunächst das beste lebendige Beispiel unter allen Parteien der 

J egalen Länder die Kommunistische Partei Polens, diese älteste 

'»egale Massenpartei. 



Unsere Aufgaben siiid schwierig, ober unsere Ziele sind groß 
ll nd klar y unser Weg ist richtig. Das können wir heute mit größe- 
lem Recht denn je sagen. Man denke nur: was wäre geschehen, 
wenn die Bolschewiki vor 30 Jahren sich nicht gegen den Oppor- 
unismus der Zweiten Internationale erhoben hätten, wenn nicht 
yor 15 Jahren die Kommunistische Internationale geschaffen wor- 
c 011 wäre, wenn die Sowjetunion nicht bestünde. Dann wäre die 
europäische Arbeiterbewegung durch den Nationalismus zer- 
S™lagen> zerrissen worden. Der Faschismus würde triumphieren. 
ül e von der Sozialdemokratie verratene Arbeiterklasse würde 
ohne Perspektive, ohne Führung dastehen. 

Jetzt gibt es keine Macht, die uns vernichten könnte. Das 
Schicksal der internationalen Arbeiterbewegung liegt letzten En- 
des in unseren , Händen. Die Sozialdemokratie orientiert die 
Massen auf eine Epoche des Faschismus; wir zeigen, daß eine 
neue Phase der Revolutionen! und Kriege vor uns liegt. Ob die Re- 
volution den Krieg überholen wird, wissen wir nicht, aber auch 
cm Krieg kann uns nicht schrecken, denn auf den Krieg wird die 
Revolution folgen. Die Sowjetunion ist zur stärksten Macht der 
Weltpolitik geworden. Der Sozialismus ist auf einem Sechstel 
des Erdballs zur Wirklichkeit geworden. Es wächst die Chine- 
sische Sowjetrepublik. Wir werden dieses Plenum mit der Lo- 
sung des Kampfes für die Sowjetmacht in der ganzen Welt ver- 
lassen. 

Was wird jetzt von einem jeden von uns verlangt? 

Jetzt wird von jedem Kommunisten vor allen Dingen eins ver- 
langt — der Wille zum Kampf um die, Macht. 

Wille zur Macht heißt: hartnäckiger, schwerer, selbstaufopfern- 
der Kampf für die Eroberung der Mehrheit der Arbeiterklasse, 



37 



für die Formierung der revolutionären Armee der treucsten KärnP 
fer für den Kommunismus; , 
Wille zur Macht heißt: hartnäckige Arbeit zur Verteiaig»»© 
der tagtäglichen Interessen der Arbeiterklasse in den Fabn » 
in den Betrieben, in den Gewerkschaften, auf den Arbeitsnac - 
weisen. - m 

Wille zur Macht heißt: hartnäckiger und schwerer Kamp» ^ 
die Bundesgenossen des Proletariats in der Revolution, urn^ 
Bauernmassen und um die Massen des städtischen Klcinbur© 
tums, die durch die Krise ruiniert worden sind; denn wer M 
an die Verbündeten denkt, stellt nicht ernsthaft die Frage c 
Macht, denkt nicht ernsthaft an die Diktatur des Proletariats. 

Wille zur Macht heißt: Kampf gegen Krieg und Faschismus, 
für die Verteidigung der Sowjetunion und der chinesischen ^ oVV 
jets, für die Verteidigung des deutschen Proletariats. 

Mir fällt eine alte russische Sage von Mikula Seljäntoowitsc 
ein, der eine gewaltige Kraft besaß, aber keinen Stützpunkt tur 
sie fand. 

„Wenn ich einen Stützpunkt fände, x so würde ich die g«n zt 
Erde aus den Angeln heben" — erklärte er. 

Wir haben diesen Stützpunkt gefunden. 

Dieser Stützpunkt isst die Arbeit unter den Massen. 

Wir besitzen eine gewaltige Kraft, und wenn wir diese unsere 
Kraft bei der Arbeit unter den Massen anwenden, wenn wir unsere 
Schwächen beseitigen, ari die Arbeit in den Fabriken, in den WeT" 
ken, in den Gewerkschaften wirklich herangehen, so werden wir 
trotz der ganzen Weltbourgeoisie, trotz des Faschismus die g«nz e 
Welt umkehren und den völligen Sieg des Proletariats sichern- 
(Langanhaltcndcr Beifall.) 



38 



Inhalt 



l« Unsere Taktik ist richtig . 

2 - -Der gegenwärtige kapitalistische Staat 

Der (Faschismus und die deutsche .Sozialdemokratie . 
4 - Wenn die Sozialdemokratie im Jahre 1932 
r >- Die Besonderheiten der jetzigen Krise der Sozialdemokratie 

( >- Wir gehen der Revolution entgegen 

7 - Die deutsche Frage und die Kommunistische Internationale 
8. Der Kampf gegen die „linke" iSozialdemokratie und gegen die rechte 
' Abweichung in den Kommunistischen Parteien 



3 
6 
11 

15 
22 
25 
29 

32 



XIII. 

PLENUM DES EKKI 

(DEZEMBER 1933) 

WILHELM PIECK 

WIR KÄMPFEN FÜR EIN RÄTE- 
DEUTSCHLAND 
O. PJATNIZKI 

DIE KOMMUNISTISCHEN PARTEIEN IM 
KAMPF UM DIE MASSEN 
O. KUUSINEN 

FASCHISMUS, KRIEGSGEFAHR UND DIE 
AUFGABEN DER KOMMUNISTISCHEN 
PARTEIEN 
D. MANUILSKI 

REVOLUTIONÄRE KRISE, FASCHISMUS 

UND KRIEG 

XIII. PLENUM DES EKKI 

THESEN UND BESCHLÜSSE 



VERLAGSGENOSSENSCHAFT AUSLÄNDISCHER 
ARBEITER IN DER UdSSR / MOSKAU LENINGRAD 



B. KHOPMH 

<DAUJH3M, COUMA/I-flEMOKPATMfl M 
KOMMYHMCTbl 



Ha HCM6I4KOM A3WKB. 



KHMWKa tob. KHopMHa aHanMSMpyeT «onocoanbHwe fioiihthmo 
cKmo cASMrM, npoHcuienuiHo 3a nocneflHoe epoMH. 

B ueHTpo BHHMflMMfl KHMmKM ütcmt Bonpoc o KpMsHce Memav 

HOpOflHOti Cül4M,lII-fleM0HpaTMH H TaHTHKe KQMMyHHCTOB 



AUSLIEFERUNG 

rD^ulR 0 ^^ AUSWND «CHER ARBEITER 

MOSKAU. UL1ZA 25 OKTJABRJ A (NIKOLSKAJA) 7 

PREIS IN DER SOWJETUNION 40 KOPEKEN ' " 



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