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Full text of "Nachrichten der Kirche"

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NACHRICHTEN DER KIRCHE 



BOTSCHAFT VON DER 
GEBIETSPRÄSIDENTSCHAFT 



Der Same 

der Generalkonferenz 




Wieder einmal hat der Herr 
seinem Volk die Hände entge- 
gengestreckt, und zwar durch 
eine Generalkonferenz. 

Durch seine erwählten Die- 
ner hat der Herr abermals ge- 
sagt: 

„Kommt, folget mir!" 

Mit jeder Ansprache auf 
dieser Generalkonferenz hat 
uns der Herr unterwiesen, 
wie wir ihm folgen und auf 
dem engen und schmalen 
Weg des Lebens gehen sollen. 

Die Botschaften waren ab- 
wechslungsreich, mit vielen 
Hinweisen darauf, wie man 
gemäß dem Evangelium lebt, 
doch das Motto war deutlich: 
Christus ist „der Weg und die 
Wahrheit und das Leben, 
niemand kommt zum Vater 
außer durch (mich)." (Johan- 
nes 14:6.) 

Wenn man die Ansprachen 
zum erstenmal hört, ist es 
nicht leicht, die Tiefe und 
Aussage einer jeden ganz zu 
erfassen. In den nächsten 
sechs Monaten muß man sich 
mit jeder ausführlich beschäf- 
tigen. Gefühle spielen dabei 
eine wichtige Rolle, denn sie 
haben Einfluß darauf, wie 
wir die Wahrheit in unser 
Leben einbeziehen. 

Als Laman und Lemuel 



ihren Bruder Nephi quälten, 
wies er sie wegen ihrer Her- 
zenshärte zurecht und sagte, 
daß sie, obwohl sie einen En- 
gel gesehen hatten, der zu ih- 
nen sprach, seine Stimme 
nicht verstehen konnten, denn 
sie hatten kein Gefühl mehr 
dafür, und so konnten sie sei- 
ne Worte nicht fühlen (siehe 
1 Nephi 17:45). 

Während der Konferenz 
kam es zu einem großen Aus- 
tausch von Gefühlen zwi- 
schen allen, die sich dieser 
besonderen geistigen Kom- 
munikation erfreuen konnten. 

In einer Familie gab es 
zwei kleine Kinder, die wäh- 
rend der Übertragung der 
Konferenz im Fernsehen zu 
flüstern anfingen. Der Vater, 
den das zuerst störte, hatte 
das Gefühl, er solle sie nicht 
um Ruhe bitten, denn sie 
strahlten etwas Besonderes 
aus. 

Als die Kinder das Zimmer 
verließen, rief er sie nicht 
zurück. Nach einem Augen- 
blick kehrten sie zurück und 
fragten ihre ältere Schwester, 
ob sie mit ihnen kommen 
könne. Zuerst wollte sie 
nicht, doch die beiden be- 
harrten darauf und führten sie 
an der Hand in ihr Zimmer, 



wo sie sah, daß die beiden ihr 
Zimmer aufgeräumt hatten. 
Ein Ereignis von besonderer 
Bedeutung. 

Der Vater weinte innerlich, 
denn er wußte, daß der Geist 
durch die Ansprachen auf die 
Familie übergesprungen war. 

Nicht immer werden die 
Segnungen der Konferenz so- 
gleich in unserem Leben oder 
in der Familie sichtbar, doch 
können gute, geistige Ergeb- 
nisse erzielt werden. 

Als Alma über das Prinzip 
des Glaubens sprach, schlug 
er den Zoramiten vor, mit sei- 
nen Worten einen Versuch zu 
unternehmen. Er sagte: 

„Wir wollen aber das Wort 
mit einem Samenkorn ver- 
gleichen. Wenn ihr nun Raum 
gebt, daß ein Samenkorn in 
euer Herz gepflanzt werden 
kann, siehe, wenn es ein wah- 
res Samenkorn, ja, ein gutes 
Samenkorn ist, wenn ihr es 
nicht durch euren Unglauben 
ausstoßt, indem ihr dem Geist 
des Herrn Widerstand leistet, 
siehe, so wird es anfangen, in 
eurer Brust zu schwellen; und 
wenn ihr dieses Schwellen 
spürt, so werdet ihr anfangen, 
euch zu sagen: Es muß not- 
wendigerweise ein gutes Sa- 
menkorn sein, nämlich das 



Wort ist gut, denn es fängt 
an, meine Seele zu erweitern; 
ja, es fängt an, mein Ver- 
ständnis zu erleuchten; ja, es 
fängt an, mir köstlich zu 
sein." (Alma 32:28.) 

Pflanzen Sie den guten 
Samen der Konferenz in Ihr 
Herz. Lassen Sie ihn schwel- 
len und wachsen. Fühlen Sie, 
wie schön es ist, und freuen 
Sie sich an den guten Ergeb- 
nissen dieses Versuchs mit 
dem Wort. 

Wenn Sie die Wahrheit in 
sich aufnehmen und sie pfle- 
gen, wird sie Wurzel schlagen 
und das bewirken, was Alma 
verheißen hat: 

„(Ihr) werdet bald die 
Frucht davon pflücken, die 
höchst kostbar ist, süßer als 
alles Süße und weißer als al- 
les Weiße, ja, und reiner als 
alles Reine; und ihr werdet 
euch an dieser Frucht gütlich 
tun, bis ihr satt seid, so daß 
ihr nicht hungert, und auch 
dürsten werdet ihr nicht." 
(Alma 32:42.) 



(Dieser Beitrag stammt 
aus einem Artikel in Church 

News.) 



NACHRICHTEN DER KIRCHE 



VON DEN VERTRETERINNEN 
DER HAUPTAUSSCHÜSSE 



Ihr seid Gottes Tempel 



„Wißt ihr nicht, daß ihr 
Gottes Tempel seid und der 
Geist Gottes in euch wohnt?" 
(1 Korinther 3:16.) 

Wir sind Tempel Gottes. 
Unser Körper beherbergt un- 
seren Geist, der von Gott 
stammt. Als Adam und Eva 
erkannten, daß sie nackt wa- 
ren, versuchten sie, sich mit 
Feigenblättern zu bedecken: 

„Und Adam und auch sei- 
ner Frau machte ich, der Herr 
Gott, Röcke aus Tierhaut und 
bekleidete sie." (Mose 4:27.) 

Auch wir müssen uns be- 
kleiden. Die Wahl, die wir 
bei der Bekleidung treffen ist 
mannigfaltig. Einiges jedoch 
ist unpassend. Die heilige 
Schrift und die Propheten sa- 
gen uns, wie wir richtige Ent- 
scheidungen treffen können. 
Dazu benötigen wir zweier- 
lei: Erkenntnis und den 
Wunsch, gehorsam zu sein. 

Um Erkenntnis zu erlan- 
gen, müssen wir zuerst die 
heilige Schrift lesen. Die 
Schrift sagt uns einiges über 
passende Kleidung. Erstens, 
Kleidung kann unpassend 
sein, wenn sie Stolz wider- 
spiegelt. 

„Und die Hand der Vorse- 
hung war euch in höchst an- 
genehmer Weise hold, so daß 
ihr viele Reichtümer erlangt 
habt; und weil einige von 
euch reichlicher erlangt ha- 
ben als eure Brüder, so seid 
ihr in eurem Herzensstolz 
überheblich und tragt einen 
starren Hals und das Haupt 
erhoben wegen der Kostbar- 



keit eurer Gewänder, und ihr 
verfolgt eure Brüder, weil ihr 
meint, ihr seiet besser als 
sie." (Jakob 2:13.) 

Wir sind unterwiesen wor- 
den, wie wir uns kleiden sol- 
len, damit wir diese Art von 
Stolz vermeiden. 

„Und weiter, du sollst nicht 
stolz sein in deinem Herzen; 
laß alle deine Gewänder ein- 
fach sein - ihre Schönheit die 
Schönheit der Arbeit deiner 
eigenen Hände; und laß alles 
in Reinlichkeit vor mir 
geschehen." (LuB 42:40,41.) 

Zweitens kann unsere Klei- 
dung unpassend sein, wenn 
sie aufreizend und verführe- 
risch ist. Als der Engel Lehis 
Traum Nephi erläuterte, be- 
schrieb er die Kleidung der 
Menschen im großen und ge- 
räumigen Gebäude: 

„Und der Engel sprach zu 
mir, nämlich: Siehe, das Gold 
und das Silber und die Seide 
und der Purpur und das fein- 
gezwirnte Leinen und die 
kostbaren Gewänder und die 
Dirnen - das sind die Begier- 
den dieser großen und greuel- 
reichen Kirche." (1 Nephi 
13:8.) 

Hier wird das Verlangen 
nach Dirnen mit der Begierde 
nach kostbarer Kleidung in 
Zusammenhang gebracht. 
Diese Art von Verführung ge- 
hört zum Bösen in der Welt. 
Das Verlangen danach wird 
uns vom engen und schmalen 
Weg abbringen. 

Wir müssen uns auch von 
den Propheten unserer Zeit 




Marilyn Choules 

fuhren lassen. Präsident 
Spencer W. Kimball hat deut- 
lich gesagt: 

„Eines trägt zur Schamlo- 
sigkeit und zum Niedergang 
der sitüichen Werte bei, und 
das ist die moderne Kleidung, 
wie sie von den jungen Frau- 
en und ihren Müttern getra- 
gen wird. Ich sehe junge und 
auch einige ältere Frauen auf 
der Straße in Shorts gehen. 
Das ist nicht recht. Wenn eine 
Frau Shorts tragen will, soll 
sie es bei sich zu Hause oder 
in ihrem Garten tun. Ich sehe, 
wie einige Schwestern in der 
Kirche - Mütter, Ehefrauen, 
Töchter - extravagante und 
aufreizend geschnittene Klei- 
der tragen. Einige Väter be- 
fürworten das sogar noch. Ich 
frage mich, ob sich unsere 
Schwestern der Versuchung 
bewußt sind, mit der sie die 
Männer provozieren, wenn 
sie ihren Körper teilweise 
entblößen oder hautenge for- 
menbetonende Kleidungs- 
stücke anziehen. . . . 

Wir können gar nicht genug 
betonen, daß die Schamlosig- 
keit eine der Fallgruben ist, 
die man meiden muß, wenn 
man der Versuchung aus dem 
Weg gehen und sich rein er- 
halten will." (The Miracle of 
Forgiveness, Seite 226, 227.) 

Es fällt uns nicht schwer zu 
sehen, wie unsere Führer uns 
immer wieder Rat gegeben 
haben, was die Kleidung, ihre 
Kosten und die Mode betrifft. 
Paulus bringt es wie folgt auf 
einen Nenner: „(Bringt) euch 



selbst als lebendiges und 
heiliges Opfer dar, das Gott 
gefällt." (Römer 12:1.) 

Wir müssen beachten, was 
wir täglich anziehen: zu Hau- 
se, bei der Arbeit, auf der 
Reise, bei gesellschaftlichen 
Anläßen, in der Kirche und 
im Tempel . Wir müssen ent- 
scheiden und planen, um je- 
desmal passend gekleidet zu 
sein. Im Handbuch „Frauen- 
hilfsvereinigung" finden die 
Frauen in der Kirche genaue 
Richtlinien: 

„Die Schwestern sollen an- 
geregt werden, sich gepflegt 
und schicklich zu kleiden. 
Ihr äußeres Erscheinungsbild 
und ihre Kleidung in Ver- 
sammlungen der Kirche sol- 
len ihre Ehrfurcht vor dem 
Herrn zeigen. Wenn sie in 
den Tempel gehen, dürfen sie 
keine Hosen tragen, sich 
nicht übermäßig schminken, 
sich nicht in schreiende Far- 
ben kleiden, keine großen 
Schmuckstücke und über- 
haupt nicht viel Schmuck 
tragen." (Seite 41.) 

Wenn wir uns auf den 
Vollzug von heiligen 
Handlungen im Tempel vor- 
bereiten, müssen wir uns vom 
Priestertumsführer beraten 
lassen, wenn es um die Klei- 
dung geht. 

Wir sind unterwiesen und 
belehrt worden. Man hat uns 
auch die Gründe dafür erläu- 
tert. Es liegt nun an uns, ge- 
horsam zu sein. Es liegt in 
unserer Verantwortung, Ent- 
scheidungen zu treffen, wie 
wir uns kleiden, um Demut 
und Anstand widerzuspiegeln 
und um den Geist des Herrn 
einzuladen, damit er in unse- 
rem Herzen und bei unserem 
Tun gegenwärtig ist. 



OKTOBER 1990 



Hilfsmaßnahmen der Kirche für 


Spenden, die nach Rumänien 
gesandt werden, die unmittel- 


i 

te nach Rumänien senden, 
ohne auch Personal mitschik- 


Rumänien 




bare Antwort auf den speziel- 


ken zu müssen. Wir planen 






len Bedarf, wie er von den 


aber, daß wenigstens ein Mit- 


Die Hilfsmaßnahmen, die 


in Salt Lake City sorgt Isaac 


Mitarbeitern der von uns be- 


glied des Teams wieder nach 


die Mitglieder der Kirche in 


Ferguson von der Hauptver- 


treuten Kinderstationen be- 


Rumänien kommt, um zu se- 


ganz Europa in die Wege ge- 


waltung, der das Gebietsko- 


kanntgegeben wurde. 


hen, wie alles läuft." 


leitet haben, wirken sich auf 


mitee berät. 


Das Wohlfahrtskomitee des 


In einem Interview mit 


Hunderte Menschen in Rumä- 


„Als wir den Hilfsfonds für 


Gebietes Europa wählte die 


den Deseret News sagte Dr. 


nien sehr vorteilhaft aus. 


Rumänien ins Leben riefen, 


Bukarester Berufsschule als 


Lund, es sei nicht damit ge- 


Eider Russell M. Nelson 


stimmten wir darin überein, 


erste Stätte für die einsetzen- 


tan, Material hinzuschicken. 


vom Rat der Zwölf und Hans 


daß die Opfer der Diktatur, 


den Hilfsmaßnahmen. Unter 


„Wir wollten Sie unterweisen, 


B. Ringger, Siebziger und 


die am wenigsten imstande 


den Berufsschülern befinden 


wie sie ihre Sache selbst in 


Präsident des Gebietes Euro- 


waren, ihr Los zu ändern, 


sich auch etwa 200 gehörge- 


die Hand nehmen können. 


pa, sowie Peter Berkhahn als 


wohl die Kinder waren, vor 


schädigte Halbwüchsige. Das 


Sie möchten sich gern selbst 


Repräsentant der Präsidieren- 


allem die Waisen", sagte Bru- 


Sachverständigenteam unter- 


helfen." 


den Bischofschaft in der Ver- 


der Berkhahn. „Deshalb 


suchte diese Schüler und 


Dr. Lund und seine Mitar- 


waltung in Frankfurt hatten 


setzte sich unser Projekt das 


stellte fest, daß 160 von ihnen 


beiter mußten jedoch entdek- 


im Februar Rumänien be- 


Ziel, den Waisen und anderen 


mit Hörgeräten geholfen wer- 


ken, daß die rumänischen 


sucht, und daraufhin wurden 


Kindern in den Kinderbetreu- 


den konnte. Einer von ihnen, 


Ärzte und Techniker beim 


Wohlfahrtsmaßnahmen be- 


ungsstätten zu helfen. 


dem eine Hörhilfe angepaßt 


Versuch, ihren Landsleuten 


gonnen. 


Wir stellten ein Beratungs- 


wurde, sprang immer wieder 


zu helfen, große Schwierig- 


Bald nach dem Umsturz, 


team aus Fachleuten zusam- 


in die Höhe und klatschte in 


keiten haben. So hatte bei- 


der die Diktatur in Rumänien 


men - Mitglieder aus 


die Hände - es war seit zehn 


spielsweise der HNO-Fach- 


beseitigte, forderte die Ge- 


Deutschland, Finnland, 


Jahren das erstemal, daß er 


arzt, der das HLT-Team die 


bietspräsidentschaft die Heili- 


Österreich und den Vereinig- 


hören konnte. 


Untersuchungen in seiner Kli- 


gen der Letzten Tage in Euro- 


ten Staaten, auch ein Arzt, 


An der Spitze des Teams 


nik durchführen ließ, völlig 


pa auf, zur Unterstützung der 


der nicht der Kirche angehört 


stand Dr. Glen K. Lund, ein 


veraltete Geräte. „Er besaß 


dortigen Menschen großzügig 


- und sandten es nach Rumä- 


Hals-, Nasen- und Ohrenarzt 


eine Fußpumpe, die er betäti- 


zu spenden. 


nien, um den Bedarf festzu- 


aus Salt Lake City. Auch sei- 


gen mußte, um in seiner Or- 


„Die Reaktion in aller 


stellen und die notwendigen 


ne Frau Ann gehörte dem Te- 


dination die bei den Mandel- 


Welt, besonders aber in Euro- 


Maßnahmen mit auszuarbei- 


am an und nahm die erforder- 


operationen notwendige 


pa, war überwältigend", sagte 


ten. 


liche Schreibarbeit auf sich; 


Saugwirkung herzustellen", 


Bruder Berkhahn. „Sie über- 


Nachdem festgestellt war, 


sie nahm die Krankenge- 


sagte Dr. Lund. „Er war ein 


traf bei weitem alles, was 


was am dringendsten ge- 


schichten aller Schüler auf, 


guter Mann und arbeitete mit 


wir an Geldzuwendungen, 


braucht wurde, luden wir die 


registrierte die Ergebnisse der 


dem, was ihm zur Verfügung 


Sachspenden und Dienstlei- 


Mitglieder in ganz Europa 


Hörprüfungen, nahm die Ein- 


stand, auf die beste Weise. Er 


stungen erwartet hatten. 


ein, diese Sachspenden auf- 


zelanordnungen für die Hör- 


besaß nicht einmal ein Otos- 


Lastwagenladungen mit 


zubringen oder aber Geld zu 


geräte auf usw. Weitere Mit- 


kop: dieser HNO-Facharzt 


Hilfsgütern sind nach Rumä- 


spenden. Es gab eine groß- 


glieder des Teams waren Kim 


hatte nicht einmal ein Instru- 


nien gesandt worden, und im- 


zügige Reaktion. Auch von 


B. Leishman, Direktor des 


ment, womit er ins Ohr 


mer noch treffen große Men- 


Nichtmitgliedern und vielen 


Sprech- und Hördienstes im 


schauen konnte." 


gen von Spenden aus ganz 


Geschäftsleuten, die nicht der 


Therapy Management, einer 


Dr. Lund beobachtete 


Europa ein. In diesen huma- 


Kirche angehören, gingen 


Abteilung der Intermountain 


Ärzte, wie sie den Kindern 


nitären Bemühungen kennt 


Spenden ein." 


Health Care, ferner C. Rex 


kleine Röhrchen ins Ohr 


die Anteilnahme keine Gren- 


Die humanitären Hilfsmaß- 


Scott, Inhaber und Direktor 


steckten. „Sie machten mit 


zen." 


nahmen der Kirche in Europa 


der Audiology Associates in 


einer scharfen Nadel ein klei- 


Die Gebietspräsidentschaft 


wurden in Rumänien begrüßt 


Salt Lake City. 


nes Loch in das Trommelfell. 


Europa - Eider Ringger und 


und hatten großen Erfolg. 


Dr. Lund und seine Gruppe 


Die Röhrchen stellten sie 


seine beiden Ratgeber, Spen- 


„Das Wichtigste, was wir zu 


brachten Prüfgeräte, medizi- 


selbst aus dünnen Polyäthy- 


cer J. Condie und Albert 


Anfang tun konnten, war, daß 


nisches Material und 200 


lenrohren her, die sie mit ei- 


Choules Jr. , beides Siebziger 


wir mit den Direktoren der 


Hörgeräte mit. „Sie zeigten 


ner Alkohollampe erhitzten. 


- gab Anweisung, unter der 


Kranken- und Waisenhäuser 


auch den örtlichen Ärzten 


Die von uns verwendeten 


Leitung des Wohlfahrtsko- 


sprachen. Wir fragten, was 


und dem Hilfspersonal, wie 


Ohrtrichter kann man immer 


mitees des Gebietes einen 


genau wir tun sollten. Ein Di- 


die Instrumente zu gebrau- 


wieder sterilisieren; wir ha- 


Hilfsfonds für Rumänien ein- 


rektor sagte: Viele helfen, 


chen sind und wie man die 


ben an die hundert davon mit- 


zurichten. Für die notwen- 


aber Sie sind die ersten, die 


Hörhilfen richtig anpaßt", 


gebracht und sie einem Dok- 


dige Abstimmung mit dem 


uns fragen, was wir wirklich 


sagte Bruder Berkhahn. „In 


tor gegeben. Wir schenkten 


Wohlfahrtskomitee der Kirche 


brauchen.' Es sind also die 


Zukunft können wir Hörgerä- 


ihm auch ein schönes Mikro- 



NACHRICHTEN DER KIRCHE 



messer, so daß er den richti- 
gen Einschnitt ins Trommel- 
fell machen kann. Er war 
sehr gerührt." 

Bei seiner Erzählung war 
auch Dr. Lund selbst ziem- 
lich gerührt. „Was wir gese- 
hen und erfahren haben, hat 
uns ans Herz gegriffen. Wir 
verspürten die Liebe der Ru- 
mänen, und wir liebten sie. 
Wir haben Briefe bekommen, 
unter anderem auch die Kopie 
eines Schreibens, das Dr. An- 
drei Gheorghescu an eine Bu- 
karester Zeitung richtete. 
Darin wurde die Bemühung 
der Kirche im einzelnen dar- 
gestellt und zum Ausdruck 
gebracht, wie sehr man für 
unsere Hilfe dankbar sei." 

C. Rex Scott, der ebenfalls 
dem Team angehörte, be- 
merkte, daß die rumänischen 
Ärzte, Assistenten und Tech- 
niker sehr begierig waren, zu 
lernen. „Sie sind demütig, 
liebevoll und sehr herzlich", 
sagte er. „Einer sagte, den 
Rumänen käme es so vor, als 
seien sie in einem Zimmer 
ohne Fenster eingesperrt ge- 
wesen, und plötzlich ging die 
Tür auf, und sie konnten hin- 
aus ins helle Sonnenlicht, und 
nun sagen sie: 'Helft uns. Wir 
wollen tun, was wir können, 
aber wir brauchen Hilfe. 
Zeigt uns, wie wir es machen 
sollen.'" 

Kim B. Leishman, der auch 
dem Team angehörte, erklär- 
te: „Die Heiligen in Europa 
nehmen großen Anteil an an- 
deren Völkern, die Hilfe 
brauchen. Als wir in Bukarest 
waren, kamen Lastwagenla- 
dungen von Hilfsgütern an 
- von den europäischen 
Mitgliedern. Uns kam zum 
Bewußtsein, wieviel Mitge- 
fühl sie für die Rumänen ha- 
ben. Es war wirklich ein Vor- 
zug, daß wir bei diesen Be- 
mühungen mithelfen durften. 
Ich kann mir keine bessere 
Gelegenheit vorstellen, mit 
anderen Menschen näher be- 
kanntzuwerden, als ihnen hu- 



manitäre Hilfe zu bringen. 
Das ist meiner Meinung nach 
der Kernpunkt des Wohl- 
fahrtsprogramms, wie es sein 
soll. Es kommt nicht nur aufs 
Geld an, sondern auch auf 
den Dienst und daß man sie 
kennenlernt." 

Bruder Berkhahn sagte, das 
Projekt, Dr. Lund und seine 
Mitarbeiter nach Rumänien 
zu senden, war nur eine von 
einer ganzen Reihe von An- 
strengungen, die von hilfsbe- 
reiten Mitgliedern unternom- 
men wurden. „Wir sind an 
Firmen in ganz Europa heran- 
getreten, und viele haben me- 
dizinisches Material und son- 
stige Hilfsgüter gespendet. 
Einige haben uns ganz we- 
sentliche Nachlässe auf Gerä- 
te und Instrumente gewährt. 

Die Berufsschule, wo Dr. 
Lund und sein Team gearbei- 
tet haben, bildet gehörgeschä- 
digte Jugendliche zu Schrei- 
nern und Metallarbeitern aus. 
Aber die Schule besitzt nicht 
die Werkzeuge, die die Schü- 
ler brauchen, etwa elektri- 
sche Bohrmaschinen und 
Schweißgerät. Wir haben die- 
sen Bedarf unseren Mitglie- 
dern bekanntgegeben, und je- 
der Pfahl in Europa hat sich 
mit einbezogen. Wir haben 
verlautet, daß 40 Hobel, 200 
Paar Gummistiefel und 50 
Gummi schürzen gebraucht 
würden. Diese Gegenstände 
kommen eben herein." 

Die Führer in der Haupt- 
verwaltung der Kirche in Salt 
Lake City und in der Gebiets- 
verwaltung in Frankfurt 
haben den Mitgliedern für ih- 
re Hilfeleistung an Rumänien 
den Dank ausgesprochen. 
Bruder Ferguson sagt, wer 
noch weitere Hilfe leisten 
wolle, solle mit den örtlichen 
Priestertumsführern spre- 
chen, die dieses Anerbieten 
dann an die zuständigen Stel- 
len weiterleiten. 

Church News, 18. August 
1990 



MISSIONARE 



PFAHL DORTMUND 



Gemeinde Mülheim 

„Wo kommt er denn eigent- 
lich her, der Frank Möller?" 

Frank Möller ist seit drei 
Jahren Mitglied der Kirche, 
die er in Heide in Schleswig- 
Holstein kennenlernte. Im 
Zweig Heide war er auch 
gleich missionarisch tätig und 
wurde als Gemeindemis- 
sionsleiter berufen. 




Durch einen Vollzeitmissio- 
nar aus dem Pfahl Dortmund, 
der in der Mission Hamburg 
diente, kam Frank Möller 
dann schließlich mit der Ge- 
meinde Mülheim in Kontakt. 
Hier verbrachte er auch die 
letzten Monate vor seiner 
Mission. Seit Juli dieses Jah- 
res ist er in der Mission Cal- 
gary als Vollzeitmissionar tä- 
tig. Bestimmt werden ihn sei- 
ne Mitarbeiter sehr schätzen, 
immerhin ist Frank Möller 
gelernter Koch. 



PFAHL STUTTGART 

Gemeinde Freiburg 

David Daum (22) hat im 
Juli eine Vollzeitmission an- 
getreten. Er ist in der Kirche 
aufgewachsen und war in ver- 
schiedenen Ämtern tätig, so 



als Bibliothekar, Gemeinde- 
Führungssekretär, Lehrer im 
Ältestenkollegium und als 
Pfahlmissionar. 

Den Wunsch, eine Mission 
zu erfüllen, hegte er schon 
lange. Nun arbeitet er in der 
neu eröffneten Mission 
Düsseldorf. Dank seiner re- 
gelmäßigen Teilnahme am 
Seminar- und Institutspro- 
gramm über jeweils vier Jah- 
re hat er sich ein starkes 
Zeugnis vom Evangelium er- 




worben. Auch seine Kindheit 
- er war das älteste von acht 
Kindern - dürfte ihn auf den 
Umgang mit Menschen vor- 
bereitet haben. Er hat eine ru- 
hige, freundliche Art und ist 
geistig gesinnt. Die guten 
Wünsche und Gebete der 
Mitglieder der Gemeinde 
Freiburg begleiten ihn. 

yy Wenn ihr jemals aufgefor- 
dert werdet, einen anderen 
Menschen zurechtzuweisen, 
dann sorgt dafür, daß ihr 
nicht schärfer werdet, als ihr 
Balsam zum nachherigen Ver- 
binden habt. . . . Wenn ihr die 
Knute in der Hand habt, dann 
bittet Gott, euch Weisheit zu 
schenken, damit ihr wißt, wie 
ihr damit umgehen sollt, da- 
mit ihr den Betreffenden nicht 
vernichtet, sondern zu seiner 
Errettung beitragt. " 

(Brigham Young) 



OKTOBER 1990 



PFAHL BERN 



Tagung der 
Alleinstehenden Erwachsenen 



Eine gelungene, schöne Ta- 
gung ist für uns zu Ende ge- 
gangen. Wir können auf se- 
gensreiche Tage und Stunden 
zurückblicken. Zweiunddrei- 
ßig Brüder und Schwestern 
haben an dieser Tagung teil- 
genommen. Auf vortreffliche 
Weise wurde in dieser Zeit 
für das geistige und körper- 
liche Wohlbefinden der Teil- 
nehmer gesorgt. So möchten 
wir gleich zu Anfang all de- 
nen danken, die zum guten 
Gelingen der Tagung beige- 
tragen haben, die im Ferien- 
heim der Stadt Burgdorf in 
Beatenberg stattfand. 

Am Sonntag hatten wir 
unter der Leitung des Hohen 
Rates Richard Schmid eine 
aufbauende Abendmahlsver- 
sammlung und am Nachmit- 
tag mit Bruder Frederik Pso- 
ta, Zweiter Ratgeber in der 
Pfahlpräsidentschaft, eine er- 
bauende Fireside. 

Während der Woche hat 
uns die Morgengymnastik mit 
Schwester Milly Steinles so 
richtig wachgerüttelt. Und 
danach stärkten wir den Geist 



beim morgendlichen 
Schriftstudium. Auch zu den 
Mahlzeiten wurden wir 
verwöhnt, denn Heinzel- 
männchen hatten immer für 
einen schön gedeckten Tisch 
gesorgt und die Heimeltern 
konnten hervorragend ko- 
chen. 

Gemeinsames Basteln trug 
dazu bei, einander besser 
kennenzulernen. Unter der 
Anleitung von Schwester 
Rudschuck entstanden so 
dreizehn wunderschöne Pup- 
pen. Schwester Rzepecki und 
Schwester Hächler, Pfahl-AE- 
Leiterin, zeigten uns, wie wir 
mit einfachen Mitteln sehr 



schöne Gratulationskarten 
herstellen konnten. 

Das Wetter entsprach zwar 
nicht unserer Vorstellung, 
doch unsere gute Laune 
konnte dadurch nicht verdor- 
ben werden. Wir konnten so- 
gar manchmal die Gipfel von 
Eiger, Mönch und Jungfrau 
erblicken. 

Zum weiteren Programm 
gehörte eine Schiffahrt auf 
dem Thuner See, wobei das 
Wetter sich ein wenig von der 
besseren Seite zeigte. Einige 
von uns nutzten das aus und 
unternahmen eine kleine 
Wanderung. Von Spiez fuhren 
wir nach Interlaken. Wir be- 
suchten unter anderem ein 
Kristallmuseum, einen Zirkus 
und die Beatushöhlen. 

Abends, als wir gemütlich 



zusammensaßen, sahen wir 
Filme über Israel und Afrika, 
die von Schwester Schmid 
und Schwester Gramm inter- 
essant kommentiert wurden. 
Natürlich gab es bei dieser 
Tagung auch Gelegenheit zum 
Tanzen, Scherzen, Lachen 
und Singen. Beim Singen 
wurden wir begeisternd von 
Schwester Schütz am Klavier 
und Schwester Fügeli auf der 
Mandoline begleitet. 

Die Tagung verging zu 
schnell, es wurde gepackt 
und aufgeräumt und dann 
hieß es Abschied nehmen mit 
der Hoffnung, im nächsten 
Jahr wieder hier zu sein. 

Berti Scherrer 





NACHRICHTEN DER KIRCHE 



PFAHL DÜSSELDORF 



Schwestern treffen sich in Krefeld 



Unter dem Motto „Sich 
kennenlernen und gemeinsam 
Freude haben" kamen wir in 
Krefeld zusammen, um ge- 
meinsam einen Tag zu ver- 
bringen. 

Nach einer Andachtsver- 
sammlung und einem zweiten 
Frühstück mit selbstgebacke- 
nem Brot und selbstgemach- 



ten pikanten Brotaufstrichen 
besuchten wir die Burg Linn. 
Dort bestaunten wir eine 
Sammlung von alten mecha- 
nischen Musikinstrumenten. 
Einige von uns durften sogar 
eine Drehorgel betätigen. 
Nach dem Turmaufstieg, wir 
hatten einen herrlichen Blick 
über Krefeld, ging es zurück 



ins Gemeindehaus, wo uns 
die FHV der Gemeinde mit 
Getränken und Kuchen ver- 
wöhnte. Abschließend gab es 
noch die Gelegenheit, ge- 
meinsam einen Volkstanz zu 
lernen. 

Nach Aussage aller fün- 
fundzwanzig Schwestern war 
dieser Tag sehr schön, denn 



es herrschte ein wunderbarer 
Geist, wir sprachen miteinan- 
der, und wir spürten den 
Geist der Liebe. Wir lernten 
uns kennen und sind sicher, 
daß sich daraus auch noch 
weitere Freundschaften erge- 
ben. 

Hildegard Hellriegel 



PFAHL HAMBURG 



Mit den Alleinstehenden Erwachsenen in die DDR 



Trotz anfänglicher Schwie- 
rigkeiten begann die Fahrt der 
Alleinstehenden Erwachsenen 
des Pfahles Hamburg nach 
Schwerin pünktlich. Über die 
Autobahn ging es zunächst 
bis Hagenow. Vom Passieren 
der Grenze waren alle begei- 
stert, denn es gab so gut wie 
keinen Aufenthalt. Durch das 
Grün der ländlichen Gegend 
erreichten wir bald Schwerin. 

Unser Fremdenführer stieg 
am Bahnhof zu. Wir fuhren 



dann zum Gemeindehaus, wo 
wir (dreiviertel der Reisen- 
den) das geduldige Schlange- 
stehen kennenlernten und 
zwar an einem einzigen „stil- 
len Örtchen". 

Gut gelaunt und bei Son- 
nenschein besichtigten wir 
das schöne Wasserschloß der 
Stadt. Danach gab es eine von 
den Schwestern der Gemein- 
de zubereitete Mahlzeit. 
Gleich darauf ging es weiter 
zum Schiffsanleger. Die drei- 



Wattläufer feierten Jubiläum 



Im Juli trafen sich wieder 
Wattwandererum 6.15 Uhr 
am Strand in Cuxhaven- 
Sahlenburg, um durch das 
Watt zur Insel Neuwerk zu 
wandern. 

Am Tag zuvor hatten sich 
schon einige von uns in der 
Ritzebüttler Schule versam- 
melt, um das zehnjährige Be- 
stehen dieser Wanderung zu 
feiern. Die Gemeinde Bre- 
merhaven hatte aus diesem 
Grund zu einem bunten 
Abend mit „Piratenessen" 
eingeladen. Es war ein ge- 



mütlicher Abend bei Krab- 
benpulen und Fischbröt- 
chenessen. 

Wir waren fast vierzig 
Personen am Strand, die die 
Wanderung mitmachen woll- 
ten. Mit Kindern, Handkar- 
ren, Rucksack und Beutel 
gingen wir entweder barfuß 
oder in Sandalen und Turn- 
schuhen, mit oder ohne Pul- 
lover durch das Watt. Nach 
einer Stunde konnten wir 
schon den großen, vierkanti- 
gen Leuchtturm sehen, das 
Wahrzeichen der Insel Neu- 



stündige Fahrt auf der Seen- 
platte um Schwerin war lu- 
stig. 

Nach der Rückkehr ver- 
brachten wir im Gemeinde- 
haus noch die letzte Stunde 
gemeinsam mit Brüdern und 
Schwestern aus Schwerin. 

Schwerin ist schön, wir 
kommen wieder. 

Christian Gruhm im 
„Pfahlmonat", Hamburg 



werk. Wie herrlich ist es 
doch, nach zehn Kilometer 
Fußmarsch von zwei bis 
zweieinhalb Stunden, warme, 
trockene Kleidung anzuzie- 
hen, sich ins weiche Gras am 
Inseldeich fallen zu lassen, 
sich auszuruhen und ein lek- 
keres Butterbrot zu verzeh- 
ren. 

Bruder Klaus Strauch, der 
für die Wanderung verant- 
wortlich war, hatte den Tag 
gut geplant. Nach einer 
Begrüßungsrede wurde dem 
Wattführer für zehnjährige 





sichere Führung durch das 
Watt eine Ehrenurkunde 
überreicht. Danach mußten 
wir in Aktion treten. Es galt, 
viel Wissenswertes über die 
Insel in Erfahrung zu bringen 
und einen Fragebogen auszu- 
füllen. Wer Lust hatte, konnte 
sich auch missionarisch betä- 
tigen und Broschüren an Fe- 
riengäste verteilen. 

Dann trafen wir uns beim 
Gasthof „Zum Anker", um 
uns an Grillwürstchen satt zu 
essen. Die Wattwanderung 
klang mit fröhlichen Liedern 
und Akkordeonbegleitung 
aus. 

Pfahlmonat, Hamburg 



OKTOBER 1990 



[ 

Erfahrungen eines 


PFAHL LEIPZIG 


i 


Pfahlmissionars 




mit dem Buch Mormon 






„Ich weiß, was der Herr 


tet, denn alle waren immer 


Ärzten nahm zu, als überra- 


Als ich später aus dem 


mir geboten hat, und ich habe 


sehr beschäftigt, manchmal 


schend zwei Vollzeitmissiona- 


Krankenhaus entlassen wur- 


herrliche Freude daran. Für 


nur mit ihren eigenen Sorgen. 


re mich im Krankenhaus be- 


de, war ich sehr dankbar für 


mich bin nicht ich selbst herr- 


Als ich wieder im Buch 


suchten. Alle freuten sich 


das Buch Mormon, denn es 


lich, sondern für mich ist das 


Mormon las, fühlte ich den 


über diesen Besuch und be- 


hat mir geholfen, Nächsten- 


herrlich, was der Herr mir 


Geist und bezog alles auf 


wunderten die beiden jungen 


liebe zu üben und als Zeuge 


geboten hat; ja, und es ist 


meine gegenwärtige Situa- 


Männer. Auf Wunsch eines 


Gottes aufzutreten. Ich hatte 


meine Herrlichkeit, daß ich 


tion. Hieß es doch im Buch 


Patienten gaben die Missiona- 


das Gefühl, in den Händen 


vielleicht ein Werkzeug in 


Mormon: „Denn er sah, 


re ihm einen Krankensegen. 


Gottes ein kleines Werkzeug 


den Händen Gottes bin, um 


daß ihre Bedrängnisse sie 


Sie konnten Gespräche füh- 


gewesen zu sein. 


einige Seelen zur Umkehr zu 


wahrhaft demütig gemacht 


ren, die Leute zur Kirche ein- 




fuhren; und das ist meine 


hatten und daß sie bereit wa- 


laden und sogar einen Termin 


Siegfried Müller 


Freude." (Alma 29:9.) 


ren, das Wort zu vernehmen." 


für einen Dia-Vortrag in der 




Die Worte Almas wollten 


(Alma 32:6.) Die Bedrängnis- 


urologischen Abteilung ver- 




mir nicht mehr aus den Sinn 


se meiner Mitmenschen wa- 


einbaren. 




gehen: „Daß ich vielleicht 


ren anderer Art wie die der 






ein Werkzeug in den Händen 


Zoramiten. Aber ihre Lage 






Gottes bin, um einige Seelen 


machte es mir einfach, mit ih- 


PFAHL NEUMÜNSTER 


zur Umkehr zu fuhren." 
Immer wieder stellte ich 


nen über das Buch Mormon 
zu sprechen. Allmählich 










mir die Frage: Wie kann ich 


öffneten sie ihre Herzen und 


Zwei Berichte über 


eine JM-Tagung 


ein Werkzeug in den Händen 


wollten mehr wissen. 




Gottes sein? 


So lernte ich einen jungen 


Wir trafen uns alle in 


Plön, wo wir mit den 


Im Buch Mormon stand die 


Mann kennen, der Blasen- 


Bornhöved, wo das Gruppen- 


„Nephiten", wegen des 


Antwort, nämlich diejenigen 


krebs hatte. Wir entwickelten 


gepäck auf die acht bis zehn 


schlechten Wetters, ins 


zu trösten, die Trost brauch- 


Vertrauen zu einander und so 


Kilogramm schweren Rucksä- 


Schwimmbad gingen. Am 


ten und immer als Zeuge Got- 


konnte ich ihm im Kranken- 


cke verteilt wurde. Danach 


darauffolgenden Tag fuhren 


tes aufzutreten (siehe Mosia 


haus einen Krankensegen ge- 


wurden wir in zwei Gruppen 


wir mit dem Rad um den Plö- 


18:9). Für mich bedeutete 


ben. Er ist nun schon seit lan- 


aufgeteilt, die eine Gruppe 


ner See. Dabei hatten wir 


dies, meinen Nächsten zu lie- 


ger Zeit wieder zu Hause bei 


waren die „Nephiten" und 


schönes, aber windiges Wet- 


ben und überall Zeugnis vom 


seiner Familie. Wir beide ste- 


die andere die „Lamaniten" 


ter. Abends wanderten wir 


wiederhergestellten Evangeli- 


hen immer noch im regen 


(oft auch lahme Nieten ge- 


zum nächsten Lagerplatz. 


um zu geben. Doch plötzlich 


Briefkontakt und ich werde 


nannt). Dann ging es los. Wir 


Einige von uns hatten den 


geriet ich in eine völlig neue 


ihn bald besuchen. 


wanderten zwanzig Kilometer 


Mut, im kalten Wasser des 


Lebenslage, die mich auf die 


Gemeinsame Leiden und 


bis zum Plöner See, wo wir 


Sees schwimmen zu gehen. 


Probe stellte. Werde ich wirk- 


Schmerzen führen oftmals 


auf einer Wiese unsere „Lo- 


Für den nächsten Tag war 


lich immer Zeugnis geben? 


Menschen zusammen. Es 


komotiven" (zwei aneinan- 


eine Wanderung angesagt. 


Ende 1989 mußte ich mich 


dauerte nicht lange und wir, 


dergeknöpfte und aufgestellte 


Wir kamen nach einiger Zeit 


einer Operation unterziehen. 


die wir in der urologischen 


Kotenbahnen für zwei Perso- 


zu einem riesigen Sandberg, 


Aufgrund auftretender Kom- 


Abteilung lagen, waren wie 


nen) aufbauten. Das Gepäck 


den wir alle hinabliefen und 


plikationen verlängerte sich 


eine große Familie. So kam es 


legten wir draußen unter ei- 


dabei Riesenschritte (ca. 2,50 


mein Krankenhausaufenthalt 


auch, daß ich von vielen die 


nen Poncho, weil wir zu dritt 


Meter) machten. Till, einer 


um viele Wochen. Waren die- 


Anschrift erhielt, damit unse- 


in einer „Lokomotive" schla- 


unserer Leiter, wollte beson- 


se zusätzlichen Wochen ver- 


re Vollzeitmissionare sie be- 


fen mußten. 


ders große Schritte machen, 


lorene Zeit? Nein, es stellte 


lehren konnten. Meine Frau 


In der Nacht regnete es 


schaffte aber nur zwei und 


sich als Segen für mich und 


brachte mir weitere Exempla- 


dann sehr stark. Wir bemüh- 


rollte dann die letzten zwan- 


meine Mitmenschen heraus. 


re des Buches Mormon ins 


ten uns, in der „Lokomotive" 


zig Meter den Berg hinab. 


Das Buch Mormon war 


Krankenhaus, um sie an 


nicht an die Zeltbahn zu 


Gegen Abend fanden wir 


auch dort im Krankenhaus 


Interssierte zu vergeben. 


stoßen, da es sonst durchreg- 


einen Lagerplatz, der halb 


mein ständiger Begleiter. Es 


Die Neugier, das Interesse 


nen würde. Aber auch das 


von einem Fluß umgeben 


lag offen für jedermann 


und auch die Begeisterung 


überstanden wir gut. 


war. Wir mußten mit den 


sichtbar auf dem Nachttisch. 


unter den Patienten, dem Per- 


Am nächsten Tag fuhren 


Rucksäcken über einen umge- 


Doch wurde es kaum beach- 


sonal und unter einigen 


wir mit dem Schiff nach 


stürzten Baum zum Lager ba- 



NACHRICHTEN DER KIRCHE 



lancieren. Für den nächsten 
Morgen war ein Gelände- 
spiel vorgesehen, doch daraus 
wurde nichts. Dafür gab es 
aber eine Riesenwasser- 
schlacht. Wir hatten auf 
die Brücke Schmierseife ge- 
schmiert, doch leider wollte 
sie niemand benutzen. Ganz 
zum Schluß versuchte ein 
Scout auf die andere Seite 
zu kommen, rutschte aus 
und fiel natürlich in den 
Fluß. 

Wenn Scouts unterwegs 
sind, werden auch Prüfungen 
abgelegt, so auch bei dieser 
Jugendfahrt. Drei Scouts aus 
unserem Trupp „Büffel" be- 
standen die Prüfungen und 
wurden zu Spähern ernannt. 

Am nächsten Morgen 
machten wir uns auf den Weg 
nach Augstfelde, wo die Jun- 
gen Damen waren. Von dort 



aus fuhren wir dann alle nach 
Hause. 

Torben Herber in der Pinne- 
berger Gemeindezeitung, 
August 1990 



Am Montag, dem 9. Juli, 
trafen wir uns alle um 10.30 
Uhr in Bornhöved. Dort 
wurden wir gleich in zwei 
Gruppen aufgeteilt. Zu je- 
der Gruppe gehörten sech- 
zehn Jungen sowie die Be- 
treuer. 

Jede Gruppe bekam einen 
Namen. Wir waren die „Ne- 
phiten" und die anderen die 
„Lamaniten", auch bekannt 
unter dem Namen „Lahme 
Nieten". Georg und ich ge- 
hörten zu den „Nephiten". 



Unsere erste Wanderstrecke 
war achtzehn Kilometer lang 
und endete in Sande, nahe 
dem Plöner See. Allerdings 
mußten wir noch drei Stun- 
den warten, bis wir unser La- 
ger aufschlagen konnten. Wir 
befanden uns nämlich in ei- 
nem Jagdrevier, und es war 
nicht allen erlaubt, dort ein 
Lager aufzuschlagen. 

In der Nacht hatte es stark 
geregnet, so daß wir noch ei- 
nen Tag länger bleiben 
mußten. Wir sind dann von 
dort aus, zusammen mit den 
„Lahmen Nieten", nach Fe- 
getasche zum Schwimmen ge- 
fahren. Am Abend haben wir 
uns alle nephitische Namen 
gegeben. Georg hieß nun 
„Mosia" und ich „Mormon". 

Am Mittwoch haben wir 
anstelle einer Wanderung eine 
Radtour von Bosau aus unter- 



nommen. Die nächsten bei- 
den Nächte haben wir am 
Stocksee geschlafen, von wo 
aus wir die Prinzeninsel be- 
suchten und dort essen und 
schwimmen gingen. 

Am Freitag gab es ein Ge- 
ländespiel, das aber nicht 
klappte, weil die „Lahmen 
Nieten" nicht so richtig mit- 
machten. Ohne Rucksäcke 
ging es am Samstag von Der- 
sau nach Augstfelde, wo die 
Mädchen ihr Lager hatten. 
Unsere Rucksäcke wurden 
mit dem Auto transportiert 
-hatten die das gut! 

Ganz bestimmt hat es je- 
dem Spaß gemacht. Wir ha- 
ben viel erlebt und uns alle 
besser kennengelernt. 

Peter Frauenlob in der Pinne- 
berger Gemeindezeitung, 
August 1990 



PFAHL ZÜRICH 



Familien-Zeltlager in Navaggio 



Das zweite vom Pfahl Zü- 
rich organisierte Familien- 
Zeltlager fand in der Sonnen- 
stube der Schweiz, nämlich in 
Novaggio, im Kanton Tessin, 
nahe der italienischen Grenze 
statt. Dieser Ort, in Berge 
eingebettet und von kühlen 
Kastanienwäldern umgeben, 




ist dank seiner Lage Aus- 
gangspunkt vieler wunder- 
schöner Fußwanderungen. 
Der dreifach terrassierte 
Lagerplatz auf der Alpe di 
Paz war in fünfundzwanzig 
Minuten zu Fuß von Novag- 
gio zu erreichen. Sowohl die 
Jungen Damen als auch die 



AP-Scouts lagerten in der 
Nähe des Familienlagers. Ins- 
gesamt hatten sich einhun- 
dertzwölf Personen für das 
Lager angemeldet. Die vielen 
bunten Zelte formierten sich 
zu einer malerischen Sied- 
lung, so daß man sich bei- 
nahe in die Pionierzeit unse- 



rer Kirche zurückversetzt 
wähnte. Die einmalig schöne 
Natur dieser Gegend mit ei- 
ner bemerkenswerten Flora 
und Fauna ist beeindruckend. 
Die AP-Scouts und die Jun- 
gen Damen hatten jeweils ihr 
eigenes Programm. Eine ge- 
meinsame Nachtübung und 




OKTOBER 1990 



8 




am nächsten Tag eine Berg- 
wanderung auf den Monte 
Lema stellten einige Anfor- 
derungen an die Jugendli- 
chen. Zur allgemeinen Erhei- 



terung brachten sie immer 
wieder mit dem Joghurt- 
Blues ihre Fröhlichkeit zum 
Ausdruck. 
Die Familien waren die 




Die jungen Damen beim Volleyball-Spiel 




Bei den Volkstänzen beteiligten sich mitunter auch die jüngeren 
Lagerteilnehmer 



weitaus größere Gruppe. Vom 
Säugling mit Schnuller bis 
hin zu Oma und Opa war 
alles vertreten. Es bestand die 
Möglichkeit, sich spontan mit 
anderen zusammenzuschlie- 
ßen und gemeinsam etwas zu 
unternehmen. 

Die Lagerteilnehmer 
konnten im Luganersee baden 
oder wandern, einen Ausflug 
auf einen der berühmten 
Märkte in Italien unter- 
nehmen oder einfach faulen- 
zen. 

Ein schönes Erlebnis war 
der gemeinsame Ausflug auf 
den Monte Lema, den man zu 
Fuß oder mit der Seilbahn be- 
zwingen konnte. 

Am Sonntag fand auf dem 



Lagerplatz eine Abendmahls- 
versammlung mit Pfahlprä- 
sident F. Radzik und seiner 
Familie statt. Der Familien- 
abend am Montag war für 
alle. Den krönenden Ab- 
schluß bot der Freitag. Es gab 
viel zu staunen, zu lachen 
und zu singen. Eine Schnitzel- 
bank wurde zum besten ge- 
geben, es galt, einen wilden 
Löwen und ein Pferd einzu- 
fangen, knifflige und 
scherzhafte Fragen der Jun- 
gen Damen sollten beantwor- 
tet werden, und die AP- 
Scouts lösten mit ihren 
„Filmproduktionen" ein Rie- 
sengelächter aus. 

Für die Kleinen gab es am 
Abend immer eine Gute- 
Nacht-Geschichte, die auch 
viele Große gerne mithörten. 
Wer Lust hatte, konnte sich 
bei Volkstänzen vergnügen. 
Und es gab Zeit, sich einfach 
mit anderen zusammenzuset- 
zen, um am Abend bei einer 
Tasse Tee zu plaudern. 

Wir danken sehr Bruder 
Röbi Koch, der das Lager 
fantastisch organisiert hatte, 
aber auch den anderen Brü- 
dern und Schwestern, die mit- 
geholfen haben, daß dieses 
Lager so erfolgreich war. 

Lisbeth Dainan und Willi 
Hurni 



DISTRIKT NÜRNBERG 



Musik- und Roadshow-Festival 
in Würzburg 



Der Distrikt Nürnberg und 
der Pfahl Nürnberg (US-Sol- 
datenpfahl) kamen im neuen 
Gemeindehaus in Würzburg 
zu einem gemeinsamen Spek- 
takulum zusammen. Nach 
monatelangen Vorbereitungen 
mußten nun die Besten in den 
Sparten Musik und Roadshow 
ermittelt werden. Dabei hatte 



es die Jury nicht ganz leicht, 
denn dies mußte in zwei 
Sprachen (Englisch und 
Deutsch) und nach vorgege- 
benen Kriterien geschehen. 
Der Programmablauf sah 
vor, daß es abwechselnd eine 
musikalische Darbietung und 
dann eine Roadshow-Vor- 
führung gab. Bei den musi- 



N ACHRICHTEN DER KIRCHE 




(oben links) Musik - 1. +2. Platz: Schwester Ivana Habermarm-Teshome 

(oben rechts) Roadshow - 3. Platz: Gemeinde Coburg 

(oben) Roadshow - 2. Platz: Amerikanische Gemeinde, Würzburg 

(unten links) Roadshow - Szene der Roadshow „Rollentausch": Gemeinde 
Erlangen 

(unten rechts) Roadshow - Sonderpreis: Deutsche Gemeinde Würzburg 

(nebenstehend) Roadshow - 1. Platz: Gruppe Erlangen/Stammberg 





OKTOBER 1990 



10 



kaiischen Darbietungen 


die Elemente Musik, Tanz 


den Missionaren belehrt und 


einem anderen Stück gezeigt. 


dominierten in der Rubrik 


und Freie Rede bewertet, son- 


anschließend von den Einflü- 


Den ersten Preis gewann die 


„Volkstümliche Klänge,, die 


dern auch der Handlungs- 


sterungen der „Engelchen" 


Gruppe Erlangen/Stammberg, 


Klavierstücke. Sie wurden 


ablauf, die Kostüme, die Ku- 


und „Teufelchen" hin und 


die sich mit der Lösung des 


von den Interpreten einfach 


lissen und vieles andere 


hergerissen wurde. Die „En- 


Problems Umweltverschmut- 


meisterhaft vorgetragen. Er- 


mehr. Die Akteure machten 


gelchen" und „Teufelchen" 


zung bei Mormonen beschäf- 


ster und zweiter Preis gingen 


es aber allen leicht, selbst 


errangen den zweiten Platz. 


tigte. Insgesamt gab es ein 


hier an Schwester Ivana 


wenn es darum ging, dem 


Andere Roadshows beschäf- 


reiches Angebot von Ideen 


Habermann-Teshome aus dem 


Publikum in verschiedenen 


tigten sich mit dem Genera- 


und Gags, die besinnlicher 


Zweig Feucht. Das Publikum 


Sprachen Pointen zu vermit- 


tionskonflikt und dem verein- 


und heiterer Art waren und 


war von ihr einfach fasziniert. 


teln. 


barten Rollentausch zwischen 


vom Publikum mit viel Bei- 


Die amerikanischen Mit- 


Die Roadshows hatten das 


Jugendlichen und Eltern. Ei- 


fall belohnt wurden. 


glieder überraschten mit zwei 


Thema „Aus dem Leben ge- 


nen Sonderpreis für gelunge- 


Als alle Gewinner ermittelt 


Jugendlichen aus der Ge- 


griffen" zum Inhalt. In einer 


ne Effekte errang der Zweig 


und die Spannung gewichen 


meinde Schweinfurt, die den 


Roadshow ging es um die 


Würzburg. In seinem Stück 


war, wurde das Festival mit 


Abendsegen aus der Oper 


Auseinandersetzung einer 


wurde eine von zu Hause 


dem Lied „Ich bin ein Kind 


„Hansel und Gretel" vortru- 


Person, die „zwei Seelen" 


fortgelaufene Tochter auf ei- 


des Herrn" beendet. Es war 


gen. Sie errangen damit eben- 


hatte. Der Zweig Coburg er- 


nem Großstadtbahnhof ge- 


eine schöne Zeit, in der viele 


falls einen zweiten Platz. 


rang mit dieser Vorführung 


zeigt; mit ihrer altertümlichen 


ihre Talente und Fähigkeiten 


Die Anfordenmgen an die 


den dritten Platz. Ahnliches 


Kleidung paßte sie überhaupt 


zur Freude aller gezeigt hat- 


Roadshows waren von der Ju- 


zeigte die amerikanische Ge- 


nicht in die heutige Zeit und 


ten. 


ry hoch gesteckt. Sie durften 


meinde Würzburg. In ihrer 


plötzlich gab es ein Wiederse- 




höchstens fünfzehn Minuten 


Roadshow zeigten sie eine 


hen mit den Eltern. Fitneß für 


Kurt G. RoeWnghoff 


dauern; es wurden nicht nur 


Untersucherfamilie, die von 


die ganze Familie wurde in 






ERGEBNISSE DES AUTOREN-WETTBEWERBS 1989 




Liebe Leser, 


Persönliche Erlebnisse 


Kurzgeschichten 


Thematische Artikel 


wir freuen uns, Ihnen jetzt 




T gMBfc 




die Sieger des Autoren-Wett- 






tfMtffck. 


Ehrenvolle Erwähnung: 


bewerbs 1989 vorstellen zu 






/ ^k 


Joachim M. Enger, 


können. 






r ■ 


Bad Vilbel, 


Wir gratulieren den Siegern 


Bp- ,«*** *^B 




1 1 R 


für Die Nachfolge in der 


und danken allen, die an die- 


W^ÜS^ ** m 




' ***•* «r* W 


Präsidentschaft der Kirche 


sem Wettbewerb teilgenom- 






,.,. jm> f 


und 


men haben. Wir anerkennen 








ä:$i% 


Reinhold Wolff , 


Ihre Bemühungen, auch wenn 








± k 


Hamburg, 


Sie diesmal nicht gewonnen 


m ,. f^* 






jm 


für Wo Nephi lebte 


haben. 


\ » 








Siegerin: 


Sieger: 






Elisabeth Pietsch, 


Andreas Franz, 


Gedichte 




Wien, Österreich, 


Frankfurt, 




DIE SIEGER 


für Ein Tag mit meinem 


für Eine alte Frau 


Ehrenvolle Erwähnung: 


DES AUTOREN- 


Vater 




Leopoldine Rosner, 


WETTBEWERBS 






Haag a. H., 


1989: 


Ehrenvolle Erwähnung: 




Österreich, 




Heike Becker-Kamm, 




für Dankbarkeit 


- 


Remscheid, 






}K* 


für Hatte ich Zweifel? 

und 

Christa Kleiner, 






^^^ w 








Freiberg a. N., 








für Das andere Weihnachten 







NACHRICHTEN DER KIRCHE 



11 



Autoren-Wettbewerb 1989 



Ein Tag mit meinem Vater 

Elisabeth Pietsch 



Ich habe einen wunderba- 
ren Vater. Er ist kein Mitglied 
unserer Kirche, und doch 
kann ich mit festem Herzen 
sagen, daß er ein wirklich 
wunderbarer Vater ist. Solan- 
ge ich denken kann, weiß ich, 
daß ich meinen Vater liebe, 
und doch erlebte ich vor kur- 
zem einen Tag, der mir die 
Liebe zu meinem Vater noch 
bewußter machte. 

Mein Vater wurde im Mai 
1989 zweiundachtzig Jahre 
alt. Manchmal mußte ich dar- 
an denken, daß er vielleicht 
nicht mehr allzulang bei uns 
auf dieser Erde leben würde. 
Meine geliebte Mutter ist vor 
fast zwanzig Jahren verstor- 
ben. Leider hatte sie keine 
Aufzeichnungen geführt, so 
daß wir Kinder wenig über 
die Familiengeschichte 
wußten. Wie vieles hatte Papa 
vielleicht noch zu erzählen? 
Eigentlich wußte ich sehr we- 
nig aus seiner Jugendzeit. Als 
ich versuchte, alleine an die 
Familiengeschichte heranzu- 
gehen, wurde mir bewußt, 
daß ich nur kleine Fragmente 
kannte. Sollten die Erfahrun- 
gen eines reichen, erfüllten 
Lebens voll von Leid und 
auch Freuden für uns alle 
verlorengehen? Was würde 
meine Tochter noch über 
ihren Großvater wissen? Und 
was bliebe für ihre Kinder 
und Kindeskinder? Ich mußte 
mehr erfahren. Ich wollte für 
uns alle sein Wissen nieder- 
schreiben. Es durfte nichts 
verlorengehen! 

In der Urlaubszeit war es 
dann endlich soweit! Ich hatte 
Papa zu uns eingeladen und 
ihn darauf aufmerksam ge- 
macht, daß es ein voller Ar- 



beitstag sein würde. Ein Tag 
- so dachte ich - müßte rei- 
chen, um alles niederzu- 
schreiben. Um rationell zu 
arbeiten, hatte ich von einem 
Bürokollegen einen Computer 
ausgeliehen. Mit einer or- 
dentlichen Textverarbeitung 
würde alles schneller gehen, 
und man konnte Fehler nach- 
träglich leichter ausmerzen. 
Papa wunderte sich über mei- 
ne technische Ausstattung. Er 
war im Geschäftsleben sehr 
erfolgreich gewesen, die Welt 
des Computers aber war an 
ihm noch vorübergegangen. 

Es dauerte ziemlich lange 
bis wir „warm" wurden. 
Schemenhaft tauchten die Ge- 
stalten der Vergangenheit vor 
unserem geistigen Auge auf. 
Ich versuchte, nach unserem 
Familienstammbaum vorzu- 
gehen. Die Daten hatten wir 
alle. Was fehlte, war das tat- 
sächliche Leben. Namen, 
Geburts-, Hochzeits- und 
Sterbedaten sind wichtig und 
interessant, aber ich wußte 
fast nichts dazu zu sagen. 
Mein Vater begann sich zu er- 
innern, soweit es ihm nur 
möglich war. Über manche 
unserer Ahnen konnte auch er 
nur sehr wenig sagen. Er er- 
innerte sich noch gut an sei- 
nen Großvater. Über ihn war 
ihm viel berichtet worden. Er 
hatte in der Schlacht bei Kö- 
nigsgrätz gekämpft und wurde 
nach der Militärlaufbahn ein 
sehr bekannter Mann. Auch 
war er besonders technisch 
begabt gewesen, führte Fabri- 
ken und machte einige sehr 
interessante Erfindungen. 

Die Stunden verflogen. Die 
Finger begannen mir wehzu- 
tun. Mein lieber Vater sah 



müde und auch hungrig aus. 
Beinahe hätten wir das Mit- 
tagessen vergessen. Wir hat- 
ten uns in den Keller des Hau- 
ses zurückgezogen und tauch- 
ten nun aus der Versenkung 
auf, um uns zu stärken. Ich 
hatte seine Lieblingsspeise 
vorbereitet. Es waren einfa- 
che „Schinkenfleckerln". 
Mein Papa hatte immer das 
Einfache mehr geliebt. Wäh- 
rend des Essens sprachen wir 
nicht viel. Wir hingen beide 
unseren Gedanken nach. Ich 
befand mich in der Zeit um 
1897, als mein Großvater starb 
und seine Familie zurücklas- 
sen mußte. Seine Gattin hatte 
ihm acht Kinder geschenkt 
- vier davon waren schon 
sehr jung an Lungentuberku- 
lose gestorben. Wie würde es 
ihnen wohl allen ergehen? 
Hatten sie das Evangelium 
angenommen? Wissen die un- 
bekannten Urgroßeltern von 
mir, der kleinen Urenkelin? 
Nicht einmal mein Vater hatte 
sie persönlich gekannt! Wie 
sollten sie auch von mir wis- 
sen - und doch durchströmte 
mich ein warmes Gefühl - ja, 
eine Gewißheit! Sie wußten 
von mir! Sie kannten mich - 
und eines Tages würden wir 
uns wiedersehen. 

Ich weiß nicht, was Papa 
währenddessen dachte. Sicher 
war auch er mit seinen Lie- 
ben geistig verbunden. Die 
Zeit lief mir davon. Es 
drängte mich zum Weiterma- 
chen. Doch Papa wirkte mü- 
de, und ich bat ihn, sein klei- 
nes Mittagsschläfchen zu ma- 
chen. In dieser Zeit konnte 
ich die Küche in Ordnung 
bringen. 

Eine halbe Stunde später 



saßen wir wieder im Keller- 
zimmer am Computer. Ich 
mußte meinem Vater einige 
Funktionen erklären. Diese 
neuen Wunderwerke began- 
nen ihn zu interessieren. End- 
lich hatten wir Urgroßvaters 
Kinder einzeln durchgespro- 
chen. Nun waren wir beim 
Vater meines Vaters. Ich 
merkte, daß es meinem Vater 
sehr schwer fiel, über seine 
Eltern zu sprechen. Er hatte 
sie schon sehr früh verloren. 
Er kannte sie selbst gar nicht 
so gut, wie ich dachte. Zu 
früh hatte diesen kleinen Fer- 
dinand die Härte des Lebens 
getroffen. Der Erste Welt- 
krieg hatte den Wohlstand 
und das Glück der Familie 
zerstört. Plötzlich hörte ich 
von Begebenheiten, die mir 
völlig neu waren. Nie hatte 
Papa uns Kindern davon er- 
zählt! 

Mein Vater war nur ein 
kleiner Junge, der unter 
tristen Verhältnissen leben 
mußte. Seine Eltern, im 
Wohlstand aufgewachsen, 
konnten mit den neuen, 
schrecklichen Lebensumstän- 
den kaum fertig werden. Papa 
meinte: „Meine Eltern sind 
am Ersten Weltkrieg zerbro- 
chen! - Wir hatten unser 
Wohnhaus verloren, lebten 
ohne Strom, ohne Wasser, es 
war furchtbar kalt im Winter, 
die sanitären Verhältnisse wa- 
ren katastrophal!" 

Meine Augen wurden im- 
mer feuchter. Ich war wirk- 
lich aufgewühlt: „Warum, 
warum hast du uns niemals 
davon erzählt?" „Mein Kind, 
wie soll ich dir das erklären? 
Es war so schlimm, daß ich 
euch nicht damit belasten 



OKTOBER 1990 



12 





wollte! Ihr solltet in Frieden, 


ich für immer an meiner Seite 


bensgeschichte lesen können. 


Papa anrufen und einen neuen 


Freude und Glück aufwach- 


haben möchte. Während ich 


Ich halte den Computeraus- 


Termin ausmachen - für ei- 


sen. Warum sollte ich euch 


Tränen in mein Kissen wein- 


druck des ersten Teils in mei- 


nen weiteren Tag, einen kost- 


damit belasten? Außerdem 


te, erinnerte ich mich an den 


nen Händen. Morgen muß ich 


baren Tag mit meinem Vater! 


konnte und mochte ich nicht 
darüber sprechen. Ich wollte 
die Geschehnisse verdrän- 


kleinen Ferdinand, der an 
dem Pferd mit dem Namen 
„Bauxel" große Freude hatte: 










gen!" - Das war seine Ant- 


Es fand mit dem Wagen im- 






wort. 


mer nach Hause - auch ohne 






Es war spät geworden. 


Kutscher. Ich sah zwei strah- 






Mein lieber Vater sah müde 


lende Knabenaugen, die end- 






und erschöpft aus. Aber wir 


lich einmal am Sonntag ein 






waren mit der Arbeit noch 


echtes „Wiener Kracherl" 


Eine alte Frau 




lange nicht fertig. Noch 


(Anm. d. Red.: Limonade 


Andreas Franz 




wußte ich wenig über seine 


mit Kohlensäure) vor sich 






Mutter. Sein Vater war bereits 


hatten. Welch ein Ereignis in 


Sie war eine alte Frau. Ihr 


daß da noch jemand war, der 


gestorben. Er begann über 


dieser Zeit der Not! Dann sah 


Gesicht war alt und von ei- 


ab und zu an die alte Frau 


seine beiden Schwestern zu 


ich meinen Großvater über 


nem grauen Schimmer über- 


dachte. 


berichten. Bis zu meiner lie- 


ein Stoppelfeld rennen. Er 


zogen, und tiefe Furchen hat- 


Die alte Frau stand am Fen- 


ben Mutter - seiner späteren 


hatte den Kleinen huckepack 


ten sich in die Haut gegraben, 


ster, hinter dem Vorhang, wie 


Frau - waren wir noch nicht 


getragen. Sie mußten unbe- 


und ihre Augen blickten mü- 


jeden Morgen, außer sonn- 


vorgedrungen. Aber ich 


dingt den Zug nach Wien er- 


de. Die Adern, die sich über 


tags. Sie hatte gerade gefrüh- 


wußte, daß wir aufhören 


reichen. Und plötzlich stol- 


ihre knöchernen Hände zo- 


stückt, eine halbe Scheibe 


mußten. Seine Gesundheit 


perte der hastende Großvater, 


gen, waren von einem dunk- 


Brot mit Marmelade, die an- 


durfte nicht überfordert wer- 


und ein brüllender Ferdinand 


len Blau, und sie lagen unter 


dere Hälfte lag auf dem Tel- 


den. Es war inzwischen sechs 


lag mitten im Stoppelfeld. 


einer Art Pergament nur not- 


ler. Die Tasse Kaffee stand 


Uhr abends. Wir hatten viele 


Ich sah dann mich als klei- 


dürftig geschützt, wie es 


unberührt daneben. In dem 


Stunden gemeinsam ver- 


nes Mädchen an der Hand 


schien. Ihre Schritte waren so 


Zimmer roch es muffig, es 


bracht. 


des Vaters Spazierengehen. Er 


alt wie ihre Beine, die sie 


war lange nicht gelüftet wor- 


Als wir uns verabschiede- 


führte mich in die herrlichen 


über endlose Kilometer ein 


den. Die alte Frau sah zur 


ten, sagten wir nicht viel. Wir 


Museen dieser Stadt. Er kauf- 


Leben lang getragen hatten. 


Uhr, die Zeiger standen auf 


umarmten uns stumm. Noch 


te mir ein riesiges Eis. Er 


Jetzt war die Kraft aus 


halb zehn. Es war die Zeit, 


nie hatte ich mich meinem 


lehrte mich Anstand, Liebe 


ihnen geschwunden, und sie 


da er immer vorbeikam, die 


Vater so nahe gefühlt. „Bitte", 


und Tugend und vieles, vieles 


schlurften nur noch über den 


schwarze Tasche über den 


sagte ich, „wir müssen bald 


mehr! Mein Vater, ... ich 


Boden, auf dem ein ausgetre- 


Schultern, noch voller Briefe 


weitermachen. Ich weiß noch 


weinte noch lange in mein 


tener Teppich lag. So alt wie 


und Zeitungen, und wenn er 


nichts über Mutti, die Hoch- 


Kissen. Es waren Tränen der 


die Frau wirkte das Zimmer 


etwas dabei hatte, klopfte er 


zeit . . . ." Es sprudelte nur 


Liebe, der Freude, der Rüh- 


mit seinen vergilbten Tapeten, 


an das Fenster, hinter dem sie 


so heraus. „Jaja, es ist gut, 


rung und der Dankbarkeit. 


den farblos gewordenen Mö- 


bereits erwartungsvoll stand. 


Kind, wir machen bald wei- 


Endlich hatte ich begonnen, 


beln, den abgesessenen Stüh- 


Und selbst wenn er nichts 


ter, sehr bald, bitte ruf mich 


Papa wirklich kennenzuler- 


len. Nur der Fernsehapparat 


hatte, klopfte er trotzdem, 


an", war seine Antwort. Ich 


nen! 


war noch fast neu, sie hatte 


und dann ging er um das 


blickte ihm nach, bis das Au- 


Seit unserer Zusammen- 


ihn vor zehn Jahren bekom- 


Haus herum zur Tür, und sie 


to um die Ecke verschwand. 


kunft sind schon wieder fast 


men, an dem Tag, als ihre 


ließ ihn herein, und er setzte 


An diesem Abend habe ich 


drei Wochen vergangen. Die 


Tochter sie ein letztes Mal 


sich zu ihr an den Tisch, wo 


lange zum himmlischen Vater 


Hast des Alltags hat mich lei- 


umarmte und ihr Lebewohl 


ein zweites Gedeck aufgelegt 


gebetet. Ich habe ihm für 


der wieder eingeholt. Ich 


zugeflüstert hatte. Nur dann 


war, und er frühstückte mit 


meine Eltern gedankt. Ich ha- 


weiß, daß wir weiterschreiben 


und wann kamen noch Briefe 


ihr. 


be ihm für diesen besonderen 


müssen. Vaters Ur- und Urur- 


von der anderen Seite der Er- 


Doch er war seit mehr als 


irdischen Vater gedankt, den 


enkel sollen einmal diese Le- 


de, und sie zeugten davon, 


zwei Wochen nicht mehr vor- 



NACHRICHTEN DER KIRCHE 



13 



Autoren-Wettbewerb 1989 



beigekommen, statt dessen 
eilte jetzt immer ein junger 
Mann an ihrem Fenster vor- 
über. Sie hätte ihn gerne ge- 
fragt, was mit dem andern 
war, ob er Urlaub hatte oder 
vielleicht krank zu Hause lie- 
gen mußte, was sie jedoch 
nicht hoffte. Aber der junge 
Mann kam niemals pünktlich, 
mal war es neun Uhr, dann 
wieder zehn, selten daß er 
- wie sie es vom andern ge- 
wohnt war - um halb zehn da 
war. 

Die alte Frau stand seit fast 
einer halben Stunde am Fen- 
ster. Autos donnerten über 
die Straße, und der Boden 
vibrierte unter ihren Füßen, 
und besonders nachts spürte 
sie das Vibrieren, wenn sie 
im Bett lag und nicht ein- 
schlafen konnte. Alles ging 
heute so schnell, dabei war 
sie doch schon so alt. Wenn 
nur er wieder einmal vorbei- 
käme! 

Statt ihm kam wieder nur 
der junge Mann. Er blieb vor 
ihrem Fenster stehen und 
blätterte in den Briefen. Dann 
zog er einen heraus, schaute 
nach oben, kniff die Augen 
zusammen und schien die alte 
Frau schemenhaft hinter dem 
Vorhang zu erkennen. Er we- 
delte mit dem Brief. Langsam 
und vorsichtig zog die alte 
Frau den Vorhang zur Seite 
und öffnete das Fenster. Der 
junge Mann trat näher heran, 
er atmete hastig, wahrschein- 
lich war er schnell gelaufen. 

„Guten Morgen", sagte er, 
ohne die alte Frau anzublik- 
ken, und reichte ihr den 
Brief. Er wollte schon weiter- 
gehen, doch ein „Äh" hielt 
ihn zurück. Er machte auf 
dem Absatz eine kurze Dre- 



hung, und ein fragender und 
gleichzeitig ungeduldiger 
Blick ging zu der alten Frau. 
„Ja?" kam es kühl über seine 
Lippen. 

„Ich wollte nur fragen", 
sagte die alte Frau, und sie 
war sehr unsicher und auch 
viel zu aufgeregt, und ihr 
Herz schlug rasend in ihrer 
alten Brust, und Schweiß trat 
ihr auf die Stirn, und sie 
mußte sich am Fensterbrett 
festhalten, „nun, ob Sie viel- 
leicht wissen, was mit Ihrem 
Kollegen ist?" „Ich habe vie- 
le Kollegen", antwortete der 
junge Mann mit einem spötti- 
schen Grinsen. „Wenn Sie 
mir einen Namen nennen 
können, vielleicht?" Er 
zuckte mit den Schultern. 

„Er heißt Willi", sagte die 
alte Frau. 

„Willi, und weiter?" Der 
junge Mann wurde noch un- 
geduldiger, und die alte Frau 
noch aufgeregter. 

„Ich weiß nicht weiter. Er 
ist auf jeden Fall immer vor 
Ihnen gekommen." 

„Keine Ahnung. Es gibt so 
viele Willis. Ich bin einfach 
für die Tour eingeteilt wor- 
den. Außerdem gibt es so viel 
Arbeit bei uns, daß ich mich 
nicht auch noch um die an- 
dern kümmern kann. Tut mir 
leid." 

„Können Sie bitte fragen", 
die alte Frau zitterte, und sie 
mußte all ihren Mut zusam- 
mennehmen, denn sie hatte 
eine Bitte an den jungen 
Mann, doch der schien sehr 
abweisend, und bevor sie wei- 
tersprechen konnte, unter- 
brach er sie. 

„Wenn ich dran denke, ja 
sicher. Doch ich kann es 
nicht versprechen. Sehen Sie 



sich meine Tasche an, voller 
Briefe. Und wenn ich nachher 
ins Amt komme, wartet noch 
mehr Arbeit auf mich." 

„Das ist sehr freundlich 
von Ihnen. Wissen Sie, er ist 
so viele Jahre gekommen, je- 
den Tag, auch wenn er nichts 
für mich hatte, und ..." 

„Ja, ja, schon gut", erwi- 
derte der junge Mann und 
winkte ab und lächelte ver- 
kniffen. „Wie gesagt, ich 
werde versuchen herauszufin- 
den, was mit Willi ist. Ich 
muß jetzt aber weiter. Keine 
Zeit." Die alte Frau schloß 
das Fenster. Sie hielt den 
Brief in der Hand und setzte 
sich. Ihr Herz hämmerte im- 
mer noch wild und ließ das 
Blut durch die alten morschen 
Adern rasen, und ihr wurde 
für einen Moment schwind- 
lig, und sie fürchtete, im 
nächsten Augenblick hinzu- 
fallen, bis sich ihr Herzschlag 
beruhigte, es in ihren Schlä- 
fen nicht mehr pochte und der 
Schwindel allmählich nach- 
ließ. Sie betrachtete den 
Umschlag und die schönen 
Briefmarken darauf und legte 
den Brief schließlich auf den 
Tisch. Sie würde ihn zum 
Mittag lesen, wie sie das im- 
mer tat. Es war eine Ange- 
wohnheit von ihr, Briefe nie- 
mals vor der Zeit des Sonnen- 
höchststandes zu lesen, aber 
sie hatte keine Erklärung da- 
für, warum dies so war. 

Sie nippte ein paarmal an 
dem längst kaltgewordenen 
Kaffee und räumte den Tisch 
ab. Sie schüttete den Rest aus 
der Tasse in den Ausguß und 
legte die halbe Scheibe Brot, 
auf die hauchdünn Butter und 
Marmelade gestrichen waren, 
in den Schrank, wo es am 



nächsten Morgen trocken und 
hart sein würde. Sie ließ 
kurz Wasser in die Tasse und 
über den Teller laufen, trock- 
nete beides ab und stellte es 
zurück zum restlichen Ge- 
schirr. 

Die Lebensmittel, die sie 
vor einer Woche gekauft hat- 
te, waren fast aufgebraucht, 
und sie wünschte sich, je- 
manden zu haben, der ihr den 
Weg in den Markt abnahm. 
Früher, vor vielen Jahren, 
hatte es einen kleinen Laden 
gleich neben ihrem Haus ge- 
geben. Jetzt stand dort ein ho- 
hes Haus, und sie kannte nie- 
mand von den Menschen, die 
dort lebten. Wenn sie einkau- 
fen ging, mußte sie viele hun- 
dert Meter laufen bis zu ei- 
nem Supermarkt, wo sie alles 
selber aussuchen und in einen 
Wagen packen mußte. Dabei 
waren ihre Augen nicht mehr 
die besten, und wenn sie an 
der Kasse stand, bat sie 
oftmals die Kassiererin, ihr 
zu helfen, weil ihre Augen 
das Kleingeld nicht unter- 
scheiden konnten. 

Die Welt hatte sich verän- 
dert, das Ruhige und Fried- 
liche war hektisch und laut 
geworden. Es war eine Welt, 
in die sie nicht mehr gehörte. 
Wenn sie nur wenigstens je- 
mand hätte, der ihr dies und 
jenes abnahm, mit dem sie 
ein wenig reden konnte, so 
wie Willi. 

Sie zog sich an, nahm ihre 
schwarze Tasche vom Regal, 
sah nach, ob die Geldbörse 
darin war, und verließ das 
Haus. Nach über einer Stun- 
de kehrte sie zurück, und sie 
war müde und erschöpft. Sie 
hatte lange an der Kasse an- 
stehen müssen, obwohl sie 



OKTOBER 1990 



14 





kaum etwas im Wagen gehabt 


nichts mehr, das ihr leichtfiel. 


ren Minuten, von denen sie 


Sie wünschte sich, ihr Herz 


hatte. Ihr rechter Arm 


Und sie hatte niemand, der 


einen ganzen Tag zehren 


würde aufhören zu schlagen. 


schmerzte, und ihre Beine 


ihr die Last erleichterte. Es 


konnte. 


Jetzt würde nicht einmal Willi 


waren geschwollen. Keu- 


gab Zeiten, da dachte sie an 


Sie stand um acht Uhr auf, 


ihr all die Fragen beantworten 


chend setzte sie sich. Erst 


den Tod, nur an ihn und dar- 


wusch sich die Hände und 


können, die sie noch hatte. 


später, nachdem sie sich be- 


an, daß mit ihm vielleicht 


das Gesicht und machte sich 


Ihr Herz hörte nicht auf zu 


ruhigt hatte, stellte sie die 


doch nicht alles zu Ende 


eine Scheibe Brot mit Butter 


schlagen, ihr Körper beruhig- 


Lebensmittel in den Schrank. 


ging. Sie hoffte, es wäre so, 


und Marmelade und eine Tas- 


te sich. Die alte Frau begann 


Es war Zeit, etwas zu essen, 


aber sie wußte es nicht. Viel- 


se Kaffee. Das hartgewordene 


zu weinen. Viel später erhob 


doch sie verspürte keinen 


leicht wußte Willi es? Was 


Brot vom Vortag warf sie in 


sie sich, und ohne zu wissen, 


Hunger. Sie wollte erst den 


war nur mit ihm geschehen? 


den Mülleimer. 


warum, holte sie die alte, 


Brief lesen. Sie öffnete den 


Ob er pensoniert worden 


Um neun Uhr stellte sie 


schwere, in großen Lettern 


Umschlag mit zittrigen Fin- 


war? Nun, von seinem Alter 


sich ans Fenster, hinter den 


gedruckte Familienbibel her- 


gern. Es war nur eine Seite, 


her konnte das durchaus mög- 


Vorhang und wartete auf den 


vor. Sie hatte dasselbe getan, 


eine kleine, belanglose Seite. 


lich sein. Aber dann hätte er 


jungen Mann. An diesem Tag 


nachdem ihr Mann diese Welt 


Das Übliche. Uninteressant. 


sich doch wenigstens einmal 


erschien er pünktlich um halb 


verlassen hatte und auch an 


Sie hielt den Brief in der ei- 


bei ihr melden können! Oh, 


zehn. Er blieb vor ihrem Fen- 


dem Tag, als ihre Tochter 


nen, eine kleine Taschenlupe 


sicher, dachte sie, ich werde 


ster stehen und sah hinauf, 


fortgezogen war. Sie schlug 


in der anderen Hand. Beides 


ihm gehörig die Meinung sa- 


und die alte Frau zog den 


sie einfach auf, und Staub 


legte sie schon bald wieder 


gen, wenn er wiederkommt. 


Vorhang auf und öffnete das 


stieg von den Seiten nach 


enttäuscht und mit einem 


Und selbst, wenn er nur in 


Fenster. Der junge Mann lä- 


oben und kitzelte in ihrer Na- 


Seufzer auf die Seite. Die alte 


Urlaub gefahren ist - warum 


chelte, während die alte Frau 


se. Sie las einfach nur die 


Frau schlurfte zum Schrank, 


schickt er mir keine Karte? 


ihn erwartungsvoll ansah. 


Seite, die sie aufgeschlagen 


öffnete die mittlere Schublade 


Die alte Frau dachte an 


„Tja, ich habe mich erkun- 


hatte - „Im Hause meines 


und zog ein Fotoalbum her- 


Willi und dann wieder an frü- 


digt, wegen diesem Willi, 


Vaters sind viele Wohnun- 


aus. Die Fotos, die sie beson- 


her, und sie aß eine Kleinig- 


wissen Sie. Also man hat mir 


gen". Sie las es immer imd 


ders intensiv betrachtete, so 


keit, und sie kochte sich eine 


gesagt, daß derjenige, der vor 


immer wieder, und sie las 


gut dies mit der kleinen Lupe 


Kanne Kamillentee, weil sie 


mir diese Tour gemacht hat, 


weiter, und da war eine Stel- 


und ihren Augen möglich 


eine leichte Übelkeit verspür- 


und der hieß Willi, nun der 


le, in der von Frieden die Re- 


war, waren die von ihrem 


te. Später am Tag schaltete sie 


ist vor mehr als zwei Wochen 


de war, und sie träumte da- 


längst verstorbenen Mann 


den Fernsehapparat ein und 


gestorben. Auf dem Weg von 


von, daß es schöne Wohnun- 


und von ihrer Tochter. Da- 


sah auf das Bild, und sie 


der Arbeit nach Hause. Herz- 


gen wären; und warme; und 


mals hätte sie nie für möglich 


dachte wieder an Willi und an 


schlag. Naja, soll vorkom- 


solche, mit Menschen darin, 


gehalten, je so leben zu müs- 


früher. Sie schlief im Sessel 


men." Die alte Frau starrte 


mit denen sie sich unterhalten 


sen, wie dies nun der Fall 


ein, und es war noch früher 


den jungen Mann entsetzt an. 


konnte; und wo sie keinen 


war. Ihre spärliche Rente 


Abend, und gerade vier Uhr 


Sie konnte es nicht glauben, 


Schmerz verspürte und es 


reichte kaum für das Nötig- 


am Morgen, als sie erwachte. 


und sie wollte es auch nicht. 


nachts in ihrem Bett nicht vi- 


ste, und wäre es nicht das 


Es war kalt in ihrer Wohnung, 


Sie sagte nichts. 


brierte, weil dort keine Last- 


Haus, das sie mit ihrem 


und sie fror. Der Fernsehap- 


„Das wollte ich Ihnen nur 


wagen an ihrem Haus vorbei- 


Mann zusammen gebaut hat- 


parat lief noch. Sie schaltete 


sagen. Tut mir leid", sagte 


donnerten. Sie lächelte, wäh- 


te, so wüßte sie nicht, wo sie 


ihn ab. 


der junge Mann und wandte 


rend sie träumte, und sie 


wohnen sollte. Das Haus war 


Die alte Frau legte sich ins 


sich schnell ab und lief die 


dachte, ich bin eine alte Frau, 


nur klein, und sie heizte we- 


Bett und hoffte so, nicht mehr 


Straße hinunter. 


und es wird der Tag kommen, 


nig, schließlich gab es dicke 


frieren zu müssen. Und sie 


„Ist schon gut", stammelte 


da wird alles gut sein. Be- 


Jacken und Wolldecken, und 


hoffte, der junge Mann würde 


die alte Frau, doch der junge 


stimmt. 


so hatte sie auch nur geringe 


am Morgen kommen und ihr 


Mann konnte es nicht mehr 




Ausgaben. 


eine Nachricht über Willi 


hören. Sie schloß das Fenster 




Sie klappte das Album 


bringen. Oder vielleicht sogar 


und setzte sich. Das Herz ließ 




wieder zu, weil ihre Augen 


von ihm. Zwar blieb Willi, 


ihren Körper erbeben, und 




von der Anstrengung zu trä- 


wenn er kam, immer nur für 


zur selben Zeit höhlte eine 




nen begannen. Es gab einfach 


ein paar Minuten, aber es wa- 


tiefe Leere die alte Frau aus. 





NACHRICHTEN DER KIRCHE 



15 




Wie man die Liedübung in der Sonntagsschule zu einem 
erbauenden Erlebnis macht 



• Wenn Sie jede Woche eine 




aufnahme des Tabernakel- 


Jahr angewandt. Jede Wo- 




wenn Sie ein bekanntes Lied 


andere Methode verwen- 


chors; bestimmen Sie 


che hatten wir so viel 


singen. 


den, kann es Freude brin- 


Tage, an denen Lieblings- 


Freude, daß die Mitglieder 




gen und zugleich lehrreich 


lieder gesungen werden 


gar nicht gemerkt haben, 


Behandeln Sie beim Singen 


sein. 


können; bitten Sie alle, 


wieviel sie gelernt haben 


alle wie Chormitglieder 


• Geben Sie einen kurzen, 


lächelnd mitzusingen. Ich 


und wie sehr sie geistig er- 


• Wählen Sie ein Lied aus, 


interessanten Gedanken 


habe dies und vieles 


baut worden sind. 


das sie während des 


über die Musik, den Text 


andere mehr im letzten 




Monats singen werden. 


oder den Komponisten. 






Dadurch wird jedem Lied 


Vergessen Sie dabei aber 






mehr Beachtung ge- 


nicht: Es soll mehr gesun- 
gen als gesprochen wer- 
den. 
• Vermitteln Sie musikali- 










schenkt. 
• Verwenden Sie bei der 
Musik ein anderes Arran- 
gement. 




Was wir getan haben: 












sche Fachkenntnisse: 


Persönliches Interesse 


nen wir die Lieder, damit die 


• Lassen Sie einen be- 


Dirigieren - lassen Sie alle 


wecken 


Kinder mit ihnen vertraut 


stimmten Part von den 


den Takt schlagen. 


Als Gesangsleiterin in der 


werden. Wenn wir gemein- 


Brüdern oder den Schwe- 


Tempo - lassen Sie den Or- 


Sonntagsschule hatte ich das 


sam singen, konzentrieren 


stern singen, oder lassen 


ganisten das Stück zu schnell, 


Gefühl, ich sollte die Mitglie- 


wir uns dabei auf die Bedeu- 


Sie sie eine bestimmte Zei- 


zu langsam und dann richtig 


der in der Gemeinde mehr für 


tung der Worte und bringen 


le, die Sie hervorheben 


vorspielen. 


das Gesangbuch interessie- 


durch die Musik das Zeugnis 


möchten, zweimal singen. 


Austauschen - ein anderer 


ren. Während der Liedübung 


zum Ausdruck, das wir im 


Wenn die Liedübung auf 


Text kann zur gleichen Melo- 


fragte ich, ob jemand Vorfah- 


Herzen tragen. Der Geist 


diese Weise gestaltet wird, 


die oder derselbe Text kann 


ren oder Angehörige habe, 


wird Zeugnis geben, wenn 


hat man das Gefühl, in ei- 


zu einer anderen Melodie ge- 


die entweder Melodie oder 


wir durch den Gesang Zeug- 


nem Chor zu sein. Jemand 


sungen werden. 


Text zu einem der Lieder ge- 


nis geben. 


sagte dem Leiter: „Sie 


• Beziehen Sie alle 


schrieben hätten. Verschie- 




geben uns das Gefühl, gute 


Altersgruppen mit ein: 


dene Mitglieder riefen mich 


Ein gut vorbereiteter 


Sänger zu sein, auch wenn 


PV-Kinder können Bilder 


daraufhin in den nächsten 


Gesangsleiter 


wir das gar nicht sind." 


zeigen 


Wochen an, und wir unter- 


Als Gesangsleiter ist es 




Jugendliche können 


hielten uns über ihre Ange- 


notwendig, daß man gut vor- 


Strahlen Sie Liebe zur 


Schriftstellen vorlesen 


hörigen. 


bereitet ist, um geistig erbau- 


Musik aus 


Erwachsene können Arran- 


In der Sonntagsschule spra- 


en zu können. Zur Vorberei- 


Zwei sehr liebe Schwe- 


gements für Männer und 


chen sie dann kurz über den 


tung gehört Planen, Üben 


stern, die Gesangsleiterin und 


Frauen singen 


Autor oder Komponisten, und 


und besonders Beten. Der 


die Organistin, machen unse- 


• Verwenden Sie jeden 


anschließend sangen wir ge- 


Gesangsleiter kann ein geisti- 


re Gesangsübung zu einem 


Monat ein neues Thema, 


meinsam das Lied. Dadurch 


ges Erlebnis haben, wenn er 


geistigen Erlebnis. Auf begei- 


zum Beispiel Feiertage, 


fühlten wir uns denen mehr 


den Gesang leitet. Warum 


sternde Weise bringen sie 


Propheten, Familie, 


verbunden, denen wir die 


sollten nicht auch andere die- 


ihre Liebe zur Musik zum 


Taufe. 


schönen Lieder verdanken 


se Gelegenheit haben, wenn 


Ausdruck. 


• Andere Möglichkeiten, 


und lernten, daß sie ganz 


sie in die Lieddarbietung ein- 


Wir singen altbekannte Lie- 


wie diese Zeit gestaltet 


reale Personen waren. 


bezogen werden? 


der, lernen neue und singen 


werden kann: Lassen Sie 




Verwenden Sie einmal ei- 


sogar PV-Lieder. Des öfteren 


den Chor oder eine kleine 


Geben Sie von Herzen 


nen „Gast"-Gesangsleiter, 


hören wir einen kurzen Le- 


Gruppe das Lied vortra- 


Zeugnis 


oder lassen Sie ein Quartett 


benslauf des Komponisten 


gen; den Text auswendig 


Wir alle besitzen den ei- 


oder den Gemeindechor den 


oder des Texters, wodurch 


lernen; singen Sie gemein- 


gentlichen Schlüssel. Wäh- 


Gesang leiten. Lassen Sie die 


wir unser musikalisches Wis- 


sam zu einer Schallplatten- 


rend des Familienabends 1er- 


Gesangbücher weglegen, 


sen erweitern. Wir werden 



OKTOBER 1990 



16 



1 

ermuntert, die musikalische 


der zwei Lieder in Taubstum- 


den zwei Jugendliche gebe- 


Zusammenfassung: 


Botschaft zu studieren, ver- 


mensprache vortrug. Niemals 


ten, beim Begleiten oder Di- 


1. Durch Singen ein tief- 


pflichten uns, sie auswendig 


zuvor habe ich solch andäch- 


rigieren zu helfen. Die Ge- 


empfundenes Zeugnis ge- 


zu lernen und wenden diese 


tiges Singen gehört, als 


sangsleiterin hilft ihnen bei 


ben 


Lehren und Grundsätze im 


jeder den Worten Beachtung 


der Vorbereitung und steht 


2. Die Liedübung verschie- 


täglichen Leben an. 


schenkte, denen dieser Bru- 


ihnen am Sonntagmorgen auf- 


den gestalten; Liebe zur 




der Formen gab. 


munternd zur Seite. 


Musik ausstrahlen 


Lieblingslieder singen 


Viele weinten, und der 


Sie selbst bereitet die Ver- 


3. Jede Altersgruppe mit ein- 


Vor einem Jahr wurden 


Bischof sagte, daß der Ge- 


sammelten auf den Gesang 


beziehen; auf Geistiges 


die Gemeindegrenzen neu 


sang die Gemeinde mehr 


vor. Dazu halten oftmals Kin- 


konzentieren 


festgelegt, wodurch unsere 


geeint habe als sonst etwas. 


der Bilder hoch, oder andere 


4. Hintergrundinformationen 


neue Gemeinde entstand. Wir 




lesen eine Schriftstelle vor 


über die Enstehung des 


brauchten etwas, um uns bes- 


Beziehen Sie die Jugend mit 


oder erzählen kurz, wie es 


Liedes geben 


ser kennenzulernen. So wur- 


ein 


zur Entstehung des Liedes 




de einmal im Monat jemand 


Unsere Gesangsleiterin 


gekommen ist. 


Alle Beiträge stammen von 


gebeten, sein Lieblingslied 


bezieht die Jugend mit ein. 




Lesern der Church News und 


auszusuchen und darüber zu 


Jeden Monat geht es um ein 




wurden dort am 2. Juni 1990 


sprechen, warum er es ausge- 


geistiges Thema, und es wer- 




veröffentlicht. 


sucht hatte. 








Wir begannen mit dem Bi- 








schof und baten dann andere, 
wobei wir darauf achteten, 














daß Mitglieder aus allen Tei- 








len unserer neuen Gemeinde 
berücksichtigt wurden. Dabei 


„Wir hätten es nicht ertragen, diesen 




hat es besondere Erlebnisse 


Jungen zu verlieren" 




gegeben: Es fällt sehr schwer, 


v o 






das Lied „Erstaunt und 


Bischof Manuel Sanchez 


schweren Kopfverletzungen 


nen weiteren Segen geben 


bewundernd" zu singen, ohne 


aus der Gemeinde Oxnard 5 


aufmerksam - auf den Schä- 


sollten. Ich lief hinaus und 


dabei an eine liebe Schwester 


kam im Juli 1988 gerade von 


delbasisbruch, die gebroche- 


bat Bruder Swallow in das 


zu denken, die jahrelang mit 


einer Familenabend-Tätigkeit 


nen Rippen und die anderen 


Zimmer. Er schaute ganz 


einer schweren Krankheit zu 


nach Hause, als er benach- 


Verletzungen am ganzen Kör- 


verwirrt, doch ich sagte: 


kämpfen hatte und uns - 


richtigt wurde, daß ein Junge 


per. 


,Komm. Wir müssen ihm 


während ihr Mann den Sauer- 


aus der PV der Gemeinde von 


Ich konnte mich mit dem 


noch einen Segen geben.' 


stofftank hinter ihr herschob 


einem Auto überfahren wor- 


Tod von Mario nicht abfin- 


Ich weiß noch ganz genau, 


- erzählte, warum das ihr 


den war. Der sechsjährige 


den. Wir liebten den kleinen 


daß es dort sehr laut war. Vie- 


Lieblingslied sei. Oder an 


Mario Espinoza befand sich 


Jungen." 


le schwerverletzte Patienten 


den Siebenjährigen, der das 


im Krankenhaus in einem 


Mario wurde in das größere 


lagen dort. Als wir ihn segne- 


Lied „Auserwählt zu dienen" 


schrecklichen Zustand. 


General Hospital im Kreis 


ten, fühlte ich mich gedrängt, 


liebte. 


„Mir wurde klar, daß der 


Ventura überwiesen, wo Bi- 


ihm zu verheißen, daß er am 




kleine Junge sterben könnte", 


schof Sanchez und sein Rat- 


Leben bleiben werde. Sie hät- 


In verschiedenen Sprachen 


sagte Bischof Sanchez. „Ich 


geber den größten Teil der 


ten eine Nadel fallen hören 


singen 


rief meinen Ratgeber Greg 


Nacht verbrachten und warte- 


können, so still war es. 


Höhepunkt der letztjähri- 


Swallow an, und gemeinsam 


ten. Die Ärzte schlugen vor, 


Nach dem Segen wurde 


gen Liedübung war das Sin- 


gingen wir dann ins Kranken- 


Mario in das Krankenhaus 


Mario mit einem Hubschrau- 


gen von Weihnachtsliedern in 


haus, um dem Jungen einen 


nach Van Nuys zu überwei- 


ber ins Krankenhaus nach 


verschiedenen Sprachen. Es 


Segen zu geben. 


sen, da sie meinten, nichts 


Van Nuys gebracht. Ich war 


gab eine Gruppe, die japa- 


Die Ärzte sagten, sie 


weiter für ihn tun zu können. 


überzeugt, daß er nicht ster- 


nisch sang, und ich bat alle, 


könnten für Mario nichts 


„Da spürte ich eine starke 


ben würde, obwohl die Ärzte 


die diese Sprache sprechen 


mehr tun, außer ihn in ein 


Inspiration", sagte Bischof 


anderer Ansicht waren." 


bzw. lesen konnten, mitzusin- 


größeres Krankenhaus zu 


Sanchez. „Ich ging zu Mario. 


Am nächsten Tag konnte 


gen. Etwa zwanzig Personen 


überweisen. Für ihn bestand 


Obwohl er bewußtlos war und 


Mario schon einige Muskeln 


kamen nach vorn, als ich 


nur eine geringe Überlebens- 


im Koma lag, hatte ich den 


bewegen, auch zeigte er Re- 


fragte, wer denn in Spanisch 


chance, und sollte er überle- 


Eindruck, als würde er mich 


aktionen auf Reizungen. 


singen könnte. 


ben, dann würde er laut den 


fragen: ,Können Sie nichts 


„Der Arzt sagte: ,Ich weiß 


Diese improvisierten Chöre 


Ärzten aufgrund der schwe- 


weiter für mich tun?"' 


nicht, wie das kommt. Der 


waren herrlich und bewe- 


ren inneren Kopfverletzungen 


Normalerweise genügt eine 


Junge ist erst gestern eingelie- 


gend, doch der wirkliche 


sehr behindert sein. Die Neu- 


Segnung, doch „da hatte ich 


fert worden. Eigendich sollte 


Höhepunkt war, daß ein Bru- 


rologen machten uns auf die 


das Gefühl, daß wir ihm ei- 


er gar nicht hier sein oder 



NACHRICHTEN DER KIRCHE 



17 



r 

dürfte zumindest gar keine 
Reaktionen zeigen.'" 


schnell genesen war?" 
Im Juni hatte Bischof San- 


Eine ewige Berufung 


Einige Tage später konnte 


chez ein weiteres interessan- 






Mario schon wieder gehen 


tes Erlebnis mit Mario, als er 


Vater zu sein ist es eine 


die Schriftstelle besagt, näm- 


und machte immer mehr 


ihn nämlich für seine Taufe 


große Verantwortung für ei- 


lich daß er nur an seiner Frau 


Fortschritte, bis er schließlich 


interviewte. 


nen Mann. 


festhalten darf und an keiner 


völlig gesund war. 


„Es war ein sehr schönes 


Präsident Ezra Taft Benson 


anderen. Er ist seiner Frau 


„Mario hat die Wissen- 


Erlebnis", so Bischof San- 


bekräftigte dies in der Prie- 


treu. Er kennt die wahre Be- 


schaft, all die Neurologen 


chez. „Er ist wirklich ein be- 


stertumsversammlung der 


deutung des Gebotes, daß er 


und Chirurgen, zum Staunen 


sonderer Junge. Seit seinem 


Oktober-Generalkonferenz 


und seine Frau ein Fleisch 


gebracht", sagte Bischof San- 


Unfall hat sich seine Einstel- 


1987: 


sein sollen. Er muß seine Re- 


chez. „Er war das Wunder in 


lung geändert. Er ist so rich- 


„Ihr Väter, eure Berufung 


gungen und Gefühle im Zaum 


der Abteilung. Jede Schwe- 


tig himmlisch." 


ist ewig, und ihr werdet dar- 


halten, wie der Herr es von 


ster wollte ihn sehen. Wie 




aus nie entlassen werden. 


ihm erwartet. Ihm ist bewußt, 


konnte es geschehen, daß der 


Church News, 21. Juli 1990 


Kirchliche Berufungen mögen 


daß jede Art von Gewalt, sei 


so schwer verletzte Mario so 




wichtig sein, aber sie gelten 


sie verbaler oder physischer 






nur für eine bestimmte Zeit, 


Art, nicht annehmbar ist. 






und dann wird man in ent- 
sprechender Weise entlassen. 
Aber die Berufung, Vater zu 


Ein weiser Vater über- 
nimmt auch willig seine Auf- 
gaben im Haushalt und bei 










sein, ist ewig, und ihre große 


der Betreuung der Kinder, be- 


Die JD-Ideale veräi 


ndern das Leben 


Bedeutung weist über das 
Zeitliche hinaus. Es ist eine 


sonders dann, wenn sie noch 
klein sind. 


einer Großmutter in Wales 


Berufung für Zeit und 


Zweitens muß ein Vater ein 






Ewigkeit." 


ordentliches Leben führen, 


Vor einiger Zeit saß ich bis 


renden Brief, wie sie jede 


Präsident Harold B. Lee 


um seinen Kindern ein gutes 


in die frühen Morgenstunden 


Schriftstelle nachgelesen 


lehrte dies auch, indem er 


Vorbild zu sein. Wenn Kinder 


mit einer Großmutter zusam- 


hatte und wie alles ihr Leben 


sagte: „Das Wichtigste, was 


sehen, daß ihr Vater ihre 


men, die sterben wollte. Ich 


verändert hatte. 


ihr im Werk des Herrn je tun 


Mutter liebt, werden sie dem 


war dort, um ihr Rat zu ge- 


Ihre ganze Lebenseinstel- 


könnt, ist die Arbeit, die ihr 


nacheifern. Genauso werden 


ben. Ihre Familie hatte gläu- 


lung hatte sich geändert. Sie 


in eurer eigenen Familie lei- 


Kinder, die wissen, daß ihr 


big eine Prüfung nach der an- 


und ihre Familie haben im- 


stet. Das Heimlehren, die Ar- 


Vater das Evangelium liebt 


deren bestanden, doch 


mer noch Prüfungen zu beste- 


beit des Bischofs und andere 


und sich bemüht, ein chris- 


schließlich fühlte sie sich 


hen, doch sie begegnen ihnen 


Aufgaben in der Kirche sind 


tusähnliches Leben zu füh- 


kraftlos und der Lage nicht 


mit Stärke und Entschlossen- 


zwar alle wichtig, doch die 


ren, dazu motiviert, es ihm 


mehr gewachsen. 


heit. 


wichtigste Arbeit leistet ihr in 


gleich zu tun. 


Nach Stunden war sie be- 


Sie hatte immer gern gehä- 


eurer eigenen Familie." 


Paulus' Rat an Timotheus 


reit, sich einen Priester- 


kelt, genäht und gestrickt, 


{Strengthening the Home, 


läßt sich auch auf Väter an- 


tumssegen geben zu lassen. 


doch körperliche Behinde- 


1973.) 


wenden: 


Der Rat des Herrn richtete sie 


rung hielt sie ab, sich weiter 


Wenn dem Vater so viel 


„Sei den Gläubigen ein 


wieder auf. 


daran zu erfreuen. Ich sage 


Wichtigkeit beigemessen 


Vorbild in deinen Worten, in 


Als ich einige Tage später 


„hielt", denn kürzlich ist auf- 


wird, wie kann er diese große 


deinem Lebenswandel, in der 


für die Mitglieder der Ge- 


grund von Beten und Fasten 


Aufgabe erfüllen? 


Liebe, im Glauben, in der 


meinde betete, führten mich 


die für acht Jahre lang verlo- 


Erstens kann er dies nur 


Lauterkeit." (1 Timotheus 


meine Gedanken zum neuen 


rene Beweglichkeit wieder- 


mit der Hilfe seiner Frau zu- 


4:12.) 


Handbuch „Junge Damen". 


hergestellt worden. 


stande bringen. Die Familie 


Den Ephesern sagt Paulus: 


Die JD-Ideale machten einen 


Ich saß gerade in einer 


ist die Grundeinheit der Ge- 


„Ihr Väter, reizt eure Kin- 


großen Eindruck auf mich. 


Pfahl Versammlung, in der das 


sellschaft und der Kirche und 


der nicht zum Zorn, sondern 


Ich schrieb der lieben 


Programm „Ein neuer An- 


als solche braucht sie einen 


erzieht sie in der Zucht und 


Schwester einen Brief und 


fang" durchgeführt wurde, 


Führer. Aufgrund von Gesetz 


Weisung des Herrn." (Ephe- 


machte eine Kopie von den 


und dachte darüber nach, wie 


und Bestimmung kommt die- 


ser 6:4.) 


JD-Idealen mit den dazugehö- 


die inspirierten JD-Ideale ei- 


se Pflicht dem Vater zu. Da- 


Drittens muß ein Vater für 


rigen Schriftstellen. 


ner älteren „Jimgen Dame" 


bei steht ihm eine Mitarbeite- 


guten Lebensunterhalt sor- 


Diese Schwester hatte in 


geholfen hatten. 


rin und Ratgeberin zur Seite, 


gen. Der Herr hat deutlich 


der Fast- und Zeugnisver- 




und gemeinsam müssen beide 


gemacht, daß dies die Aufga- 


sammlung seit Jahren nicht 


Terry Peters, Bischof der 


sich in Liebe und Einheit um 


be der Eltern ist: „Alle Kin- 


mehr Zeugnis gegeben. Doch 


Gemeinde Newport-Gwent 


ein gutes Familienleben be- 


der haben gegen ihre Eltern 


dann stand sie als erste auf. 


(Wales) in Church News, 


mühen. 


Anspruch auf Unterhalt, bis 


Sie erzählte vom inspirie- 


14. Juli 1990 


Ein weiser Vater weiß, was 


sie mündig sind." (LuB 83:4.) 



OKTOBER 1990 



18 





Das bedeutet nicht, daß 


wirst du danach aber demje- 


müssen wir dafür sorgen, 


sen, fortgehen und eine eige- 




man Kinder verhätscheln und 


nigen, den du zurechtgewie- 


daß die wichtigste Beziehung, 


ne Familie gründen. 




verwöhnen soll, sondern es 


sen hast, vermehrte Liebe 


nämlich die zwischen Mann 


Unsere Kinder werden fort- 




zeigt, daß ein Vater hart ar- 


erweisen." (LuB 121:41-43.) 


und Frau, ihren Stellenwert 


gehen, doch unser Ehepartner 




beiten muß. Es gibt kein bes- 


Kein guter Vater wird sei- 


behält. 


wird bleiben. Wir erwarten, 




seres Beispiel dafür, wie man 


nem Kind irgendwie Gewalt 


Dabei müssen wir beden- 


daß unsere Beziehung als 




ein Kind lehrt zu arbeiten, als 


antun, denn der Meister sagt 


ken, daß ein wichtiger und 


Kinder und Eltern in der 




durch das eigene Vorbild. 


unmißverständlich: „Wer ei- 


wesentlicher Grund, warum 


Ewigkeit fortdauern wird, 




Wenn ein Kind lernen soll, 


nen von diesen Kleinen, die 


wir vom himmlischen Vater 


aber keine Beziehung wird so 




daß hervorragende Leistun- 


an mich glauben, zum Bösen 


auf diese Erde gesandt wor- 


eng oder so besonders sein 




gen nur durch Arbeit möglich 


verfuhrt, für den wäre es bes- 


den sind, darin besteht, daß 


wie die zwischen Mann und 




sind, muß der Vater selbst mit 


ser, wenn er mit einem 


wir einen ewigen Partner fin- 


Frau. 




gutem Beispiel vorangehen. 


Mühlstein um den Hals im 


den. 


Daher müssen wir unsere 




Viertens muß der Vater sei- 


tiefen Meer versenkt würde." 


Betrachten wir das einmal 


Ehe als oberste Priorität anse- 




ne Kinder im Sinne der 


(Matthäus 18:6.) 


aus der Sicht der Ewigkeit. 


hen. Unsere Ehe muß vor al- 




Schrift erziehen: „Mit über- 


Ein Vater trägt große Ver- 


Wenn wir wirklich daran ar- 


lem anderen stehen, unsere 




zeugender Rede, mit 


antwortung, doch sind ihm 


beiten, eins zu werden, wenn 


Beziehung zu Gott ausgenom- 




Langmut, mit Milde und 


auch ewige Verheißungen in 


wir dementsprechend leben 


men. 




Sanftmut und mit ungeheu- 


Aussicht gestellt, die es wert 


und dienen, die notwendigen 


Oftmals schenkt selbst je- 




chelter Liebe, mit Wohlwol- 


sind, sich dafür anzustren- 


Bündnisse schließen und Ver- 


mand, der gegenüber seinem 




len und mit reiner Er- 


gen. 


ordnungen empfangen, brau- 


Partner hingebungsvoll ist, 




kenntnis. Alsbald mit aller 




chen wir nie mehr allein zu 


der Ehe nicht die nötige Auf- 




Deutlichkeit zurechtweisend, 


Church News, 16. Juni 1990 


sein. Wir werden immer ei- 
nen liebenden Partner haben, 
einen besonderen Partner, mit 


merksamkeit und Beachtung. 
Manchmal lassen wir zu, daß 
unsere Arbeit Vorrang vor 














dem wir unsere Gedanken, 


dem Ehepartner hat. 




Die Ehe stärken 




Sorgen, Erfolge und Prüfun- 
gen teilen können. 


Manchmal geben wir unseren 
Kindern, der Kirchenberu- 




„Doch im Herrn gibt es 


Dann antwortete sie ruhig: 


Wir müssen uns dessen 


fung oder der Freizeitbe- 




weder die Frau ohne den 


„Mein Sohn, eine Frau liebt 


bewußt sein, daß in diesem 


schäftigung den Vorrang vor 




Mann noch den Mann ohne 


niemanden so wie ihren 


Leben nicht jeder die Gele- 


unserem Ehepartner. 




die Frau." (1 Korinther 11:11.) 


Mann." 


genheit zur Heirat hat. Und 


Der Apostel Paulus gibt 




Ein Junge, der neun Ge- 


Es war die richtige Anwort. 


nicht jede Ehe wird Bestand 


den Heiligen in Ephesus fol- 




schwister hatte, fühlte sich 


Sie hatte den Jungen nicht aus 


haben, trotz großer Anstren- 


genden Rat: „Ihr Männer, 




ein wenig entmutigt, viel- 


der Fassung gebracht. Ganz 


gungen eines guten und hin- 


liebt eure Frauen, wie Chri- 




leicht sogar vernachlässigt, 


im Gegenteil, die offensicht- 


gebungsvollen Ehepartners. 


stus die Kirche geliebt und 




denn er hatte es in einer so 


liche Liebe und Zuneigung, 


Doch die Propheten haben 


sich für sie hingegeben hat. " 




geschäftigen Familie nicht 


die die Eltern füreinander 


verheißen, daß den Heiligen 


(Epheser 5:25.) 




immer leicht. Eines Tages 


hegten, gaben ihm in einer so 


keine Segnung vorenthalten 


Die heilige Schrift spricht 




ging er zu seiner Mutter, die 


großen Familie das Gefühl 


wird, wenn sie ohne eigene 


vom Opfern. Der Herr gab 




gerade ein wenig Zeit hatte, 


der Sicherheit, Geborgenheit 


Schuld in diesem Leben nicht 


sein Leben für die Kirche 




und fragte: 


und Stabilität. Wenn er sah, 


alle Segnungen empfangen 


hin. Wenn wir unseren Ehe- 




„Welches von uns Kindern 


wie seine Eltern zueinander 


konnten. 


partner so lieben, wie Chri- 




liebst du am meisten?" 


freundlich waren, sich um- 


Die Verheirateten müssen 


stus die Kirche geliebt hat, 




Die Mutter lächelte, denn 


armten oder küßten - verliebt 


der Ehe den Vorrang geben. 


werden wir bereit sein, Opfer 




die Frage war nicht schwer zu 


waren - und in ihre Bezie- 


Andere Beziehungen, wie 


zu bringen und, wenn nötig, 




beantworten. „Ich liebe jeden 


hung Freude brachten, mach- 


die zu unseren Kindern, ver- 


sogar unser Leben zu geben. 




von euch sehr", sagte sie. 


te ihn dies glücklich. 


ändern sich im Laufe der 


Unser Opfern verlangt von 




„Jeder ist besonders. Meine 


Ganz gewiß soll eine Frau 


Zeit. Wir waren alle einmal 


uns immer Zeit, Auf- 




Liebe hat mit der Größe der 


niemanden so lieben wie ih- 


Kinder, und unsere Eltern 


merksamkeit, Zuneigung, 




Familie zugenommen." 


ren Mann. Und ein Mann soll 


widmeten uns viel Zeit, Für- 


Vergebungsbereitschaft, 




Das klang einleuchtend, 


niemanden so lieben wie sei- 


sorge und Aufmerksamkeit. 


Freundlichkeit in schwierigen 




doch der Junge war nicht 


ne Frau. 


Wir wuchsen heran und 


Situationen, Rücksichtsnah- 




ganz zufrieden. „Also gut", 


In einer Zeit, wo Ehen 


verließen die Familie. 


me und Liebe. 




sagte er. „Liebst du Papa 


scheitern, Scheidungen über- 


Nun haben viele von uns 


Streben wir danach, die 




mehr als uns?" 


handnehmen, den Kindern 


eigene Kinder, die sehr viel 


Ehe zu stärken und gemein- 




Die Mutter hielt inne. Das 


das Herz bricht und die Ge- 


Aufwand, Fürsorge und Auf- 


sam mit dem Herrn eins zu 




war eine wesentlich schwieri- 


sellschaft die schrecklichen 


merksamkeit brauchen. Aber 


werden. 




gere Frage. 


Folgen von all dem erntet, 


auch sie werden heranwach- 


Church Navs, 7 Juli 1990 



NACHRICHTEN DER KIRCHE 



19 




w 





Jetzt ist wieder Konferenzzeit . . . 



OKTOBER 1990 

20