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Full text of "Stilkunde, 6. Aufl"

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7(nitnw' 



% 



tilftuntie 




t 

Karl (Dtto ^artmann 
y mit i? vtmiim 

mi 179 CtjftUluibotionen 



# 



Unsa beutiges diDen 
in tturjen, Itlartn. 
allstin riti vtrfländ ndten 

einjdilarlttlluiiatn. ( 
3e6t Ühimmer in elegontem £eintiJQn&6an6 ( 




vaximams vmetfi 3t|amitn ivi^tna Hiden BBTftc 

Z>etn jiidimann aber finti bic SSnbdjen ptaFtifu^t H( 

tiiorten nnb ZTiid;fd;[ageI)üdier , bie in nlieirfl<f)lltd)tt , i 
irieinangen unb Eif^lungen äufatnmenf äffen ber, päHig objefii 
Weife &en moiiernßcn aUgemeinen Stani ia befrejfen&et* "'^ 
fi^afl IC. DtebeTgcben unli fomit anii Htm pon Itngti 






Don Dr. SSub. ftlcinpaul. 92r. 55. 
^CObäfic tton $rof. Dr. (£. Stein* 
^tm. SRit 66 «(bbilb. 92r. 102. 

Sufammen^&ngenb entiDidett unb 
mit georbneten Senlübungen Der« 
fe^en Don l^urt (Seigtec. SRit 14 
Figuren. 92v. 92. 

~ P^tW^^# ». ?rof. Dr. Sifgm. 
Oantber. SRit 82 «lbbi(bungen. 
9tt. 26. 

— lie^e au(^: Sfinbertunbe. 

<SeolO0ie Don Dr. (Jberl^. 8fraa«. 
a»it 16 Slbbilb. unb 4 2:afeln mit 
über 50 f^iguren. 9lr. 13. 

iSeontehrie, €lbene, Don «rof. 

0. Vtabler. 9Rit 115 stueifarbigen 
Sfigucen. 92r. 41. 

Don $rof. Dr. m. Simon. VHt 
67 gfigucen. 9tr. 65. 

— ^nalttif^e, 6« Hauines 

Don tßrof. Dr. SR. Simon. SRit 
28 9(bt)ilDungen. 9lv. 89. 

— proieftlt>e, Don Dr. ttaxl 
Soeblemann. SRit 57 gum Xeil 
gtoeifarbigen Figuren. 9ir. 72. 

iSef^l^te, tleutf^e, im 

tltittelalter bon Dr. gf. fturae. 
9^1. 33. 

— ^ransöfif^e, Don iptof. Dr. 

9i. eternfelD. 9er. 85. 

— iSrie^if^e, Don $rof. Dr. Ä. 
emobobo. 9er. 49. 

— 6e5 alten inor0enlan6e5 

Don ^rof. Dr. %t. ^ommel. 9Rit 
6 Silbern unb l ftarte. 9Zi: 48. 

— a>efterrei^if^e,I: »onber 

nrseit bi4 1526 Don $rof. Dr. S». 
D. IhroneS. 9lv. 104. 

n : »on 1526 bi« aur «egen» 

^ n ^of. Dr. gfrs. D. Ihone*. 

t, D. Dr. Julius fto(^. 



«ef^liä^te, Säm^^e, dou 

tor ^rof. Dr.C. Äaemmel. Wr 

— bex nialetei fie^e: mu 

— 6er 6eutf<^en Spra 

fle^c: «rammatif, SJeutftfe. 

<Sefun6Beit5le]^re |ie^e:swe 

litbe fiorber, 5)er. 

iRötter- ttn6 ßeI6en(( 

fte^e: 9Rl)tl^orogie. 

<ßottfrle6 t>on Straglb 

fieje: ^artmann Don Vue. 

<5rantmatif, tleutf<^e, 

lurse ®ef(^i(^te ber beutf 
©bra^e b. Dr. Ctto ßijon. »ir 

— «rle^lf^e, I: gormenr 
Don $rof. Dr. Qan§ SRel 
Kr. 117. 

-II: (Stjnta« Don ^rof. 

^an« SRelßer. iRt. 118. , 

— Cateinif^e, dou $rof. Dr. 

«otfdö. mt. 82. ■■ 

— niittel]^o^6eutf^e, fic 

«Riberunge «öt »^ ' ' 

— Huffif^e, Don Dr. Cric^ V 
neler. sttr. 66. 

Meaud&i 9iufflf($. ©ef*)rSd 

bu4 — fiefcbu(^. 

«rapBlf^en Känfte, t^t 

Don Carl ITamDmann. SRit 3 @ 
lagen unb 40 llbbilD. 92r. 75. 

Qamtonielel^re Don wufwbire 

«. ^alm. VHt bieten 92otenb 
fpielen. 92r. 120. 

^attmann von Unc, tPol 
rant von €f<^enlba<^ i 
^ottfx. von Stva^hnxi 

Siviitoail aus ben ^öf. (j^pos d' 
^rof. Dr. Ä. Warolb. 9lr. 22. 

J^el6enfa0e, t>xc 6eutfd^ 

Don Dr. C. 8. Qiricaet Wlxt 
Xafeln. 92r. 32. 

— Rc^e au*: W^t^ologle. 

Qer6er, t>ex <E16, ^erausacg« 

Don Dr. a. 9{aumann. 9er. 36. 



wfbrtfe^una auf b«r pierten Dorfa^feite 



Bammlung ®3rd)en 



^tUkunht 



\\ \>on 



^axi Otto ^artmann 

Slrcftttett, (Belüerbefc^ulöorftanb in Vloi\>a^ (©aben) 



12 SSoItbilbcrn unb 179 Sejtilluftrationcn 



Stoeitc STuflagc 



( x > . • 



Seipjig 
1900 






1100 




7114233 



^nl^attdttetjet^ntd. 





Seite 


.ulcitunß ..... 


5 


tit ber %tqt)pUx .... 


7 


ie Äunft ber oftotijc^en SJöIfer 


13 


er ©tu ber ÖJriecfeen 

®rie(fiif(fie aSauIunft .... 
®rie($if(6e Xempel .... 


19 


21 


21 


2)ocifffle Orbnung .... 


28 


dlonifqe Orbnunfl .... 


30 


fiorintl^ifdbe Orbnung 


34 


Ornamenhl ..... 


36 


(Spotten unb 2)enlmäler 


37 


%Cam< ..... 


89 


SKoIerel ..... 


41 


meinlfinfle ..... 


42 


)er ©ttl ber 9lömer .... 


43 


Stvmfk ber <itruiler .... 


4« 


%tmptVbau ..... 


48 


formen ber einseinen Sauglieber 

wett)ölbebau ..... 


48 


65 


S)a8 rdmif(^e 93auft)jlent 


67 


Ornament ..... 


69 


^lafHI ..... 


60 


SRalerei ..... 


62 


ftleinifinfte ..... 


68 


Spod)en unb Senlm&Ier ■ . . . 


65 


er oltÄrifttid^c unh b^^antinifd^e ©tit 

©afllita ...... 


67 


o8 


91r(^iteltur-2)etaild . . . . . 


70 


iBilbnerei unb SRalerei . . . . 


71 


(S^entralbau ...... 


73 


>cr ©ttl be§ gstam . 


78 


^tofd^een ...... 


78 


iSrt^iteltur . . . . . 


80 


Ornament ...... 


82 


Verbreitung ...... 


84 


)tx rontanifd^e ©til . . . . . 


86 


®runbrig<>ntni(IIung . . . . . 


88 


innere 9{aumenttt)id(ung . . . . 


90 


9(eu§ere Oformen . . . . . 


93 


9lr4tteltur«2)etaiI9 . . . . . 


97 


Ornamenti! ...... 


104 


ftlofter« unb $rofanbauten . . . . 


106 


SWalerei unb Jöilbncrci . . . . 


108 


ftleinWnfte ...... 


109 


(Sntwidlung unb ISerbreitung in ben einzelnen S&nbern 


110 


Uebergang9ftil . . . . . 


111 


ttpo^ta ...... 


114 



/ 



Sfn^att^Deraei^nU. 



) 



9. S)cr öotWfÄc ©tü 

Orunbripanlage 
dunere ftaumenttoidlutifl 
tteuletec Kufbau 
Siiuelformen . 

Omamentil . 

eubnerei 

SRalerei 

RUinf&n\tt . 

ftlofler« unb Srofanbauten 

(Enttsidelung in ben einaelnen S&nbecn 

(Epod^en 

10. ®cr [RcTiaiJfanceliil . 

fjftolienifffi^ jRenaiffance 
^eutf(^e 9ienai{Tance . 

Sn ben fibrigen Sftnbern 
feinlflnfle • 
Silbnerei 
SKalerei 

11. ®er »arodfHI 

dfn äftatien OefuitenmO 

lin franfreid) (®tU £ou{9 XIY 

en 5Deutf(4Ianb 
n ben übrigen SAnbem 
»ilbnerei 
aRalerei 
ftteinlünUe 

12. S)er 9io!oIofttI 

aiegence 

Otfi SouiS XY. 

Ornament be9 Slololo 

Silbenbe ftflnfle 

ftleiniflnfle . 

3n Seutfc^lanb unb ben übrigen 

13. S)cr So^fftil (@til Soui§ XVI 

ttr^itettur 

Ornament 

Ropmi in 2)eutf(i^Ianb 

$lami unb «alerei 

14. S)er emftrcftil 

Kr(^itettur . 

Ornament 

aRubiliar 

15. S)ic ©tttridbtunflcn bcS XIX. 

92eullaf|lct8mu8 

Siomantil 

ßilbnerei unb Sßalerei 

92eue|le Seit 

£itteratur 

SKegijler ber nichtigeren tec^nifc^en Seaeic^nungen 



Sänbem 

) 



^[a^r^unberiS 



■M 



mm 



CSinleitung. 

(Sd barf iDO^I atd eine feßfie^enbe Si^atfad^e 6ejetd^net 
:ben, bag aOeti Söltem, auf metd^er ßutturfhtfe btefelben 

anii beftnben mögen , ein mäd^tiger 3)rang nad^ fd^ön« 
tdooQer ^nngebung innetDo^nt, ber naturgemäß guerflin 
t ©d^öpfungen für ein fd^ü^enbeiS Obbad^ unb für ben 
tid^en ©ebraud^ jur ©eltung fommt, aber ju einer eigent« 
len Jlunflübung erfl mit bem B^ttpuntt toirb^ mit toetd^em 
gelingt, in ben ^^ormen eine getDiffe geiflige 3bee jum 
iSbrudl ju bringen. 3e l^9^er fid^ ber Sinjelne auffd^toingt 
> j[e l^ö^ere älufgaben ber allgemeine j{u(turgrab eineiS 
IfeiS fleUt, beflo entiDidelter unb fortgefd^rittener merben 
if bie Äunflerjeugniffe felbfi. 

2)iefetben muffen einerfeitiS fo Dielgeflaltig toerben, A)te 

älbfld^t ober bie 3bee eS iß, ber fte i§re Sntfte^ung t)er« 
nfen. Slnberfeitd muffen aber aud^ biejenigen lünßterifd^en 
flungen, benen ein unb berfeCbe ©ebante ju ©runbe ge^ 
,t ifl, admä^Iid^ aud^ übereinflimmenbe (Srfd^einungdformen 
ttDtdCeln, bie um fo ein^eitlid^er unb üollfommener A)erben, 
lonfequenter unb DoUfommener bie l^bee felbjl ijl, A)eld^e 
vij bie Aunfl gur S^arfteUung gebracht Anerben foQ. iBei 
en ^ulturüöltern unb )U aQen 3^iten ifl ed aber bie aü 
^fteS Sbeat erlannte ©ottedibee , bie ber lünßlerifd^en ®e< 
lUung bie ^öd^fle Aufgabe jumeifl. 3)edl^alb A)erben aud^ 
i ^erte für ben religiöfen Jtult, befonbeti^ bie (^om* 



6' Sintrituiig. 

^a«(et, jum aRittelpunft föc bo8 KnfiUrif^ ©i^üffen; 
i^nen gelangt bit jtunft om unmittelboTfleR unb Donfonti 
flen jitr Srfi^einung. 

2)a bie flünjllec allei; Reiten bie ^ier entroiifelte Jh 
form als bie Borne^mile etTannten, legten Pe biefelbt i 
atlen t^ten 9BeiIen jn @tunbe. @o entfielt aBmU^Itdi 
beflimmtett 3^t<i(teni ein gong beßimmtei; i^orntenfntg, 
füt bie Qffamten tOnfUerift^ iSt^Bpfungen naggebenb > 
unb in twl^m bet j£ulturjuflanb unb bie ntn{t(etifi^en i 
fafTungen einer ganjen ^oäft f(ire^nb jum ^itSbrucF li 
men. ©iefen tJonnenheiS nun, her ouS ber religtüfen i 
flttlid^en älnf^uungSnieife eineS 3}oIteS Vorgegangen i 
bun^ ©lei^ortigteit ber tün|)Ienf^en Aufgaben unb 1 
3Riitel ^ierfUr M enlioidell unb ju einem ^annonijd 
@anjen ouSgeMIbet ^ul, nennen mii ®tit. Verfette ji 
^ü] und in oQeterflec Steige in ber Saubtnfl, bei ältii 
unb bebeutfompen allet ffiünpe, bie gcmiffennagen ben Bm 
becfeßien barfteDl; in i^r fpiegelt fiäf baS gunje jhttturiH 
bei einzelnen Lotionen roieber; t^ie ^entmäler (inb biet 
jeii^nenbften 2Rac(|leine füc bie @Rtuidetungd))eriDben ] 

gieilic^ fSnnen mii bem Segiijf „©lil" nui in 
jug auf bie Sautunft biefe gioge nnb aOgemeine Sebeul 
jLiütfennen. ^nner^Ib unb oft unabhängig Don 
toLiimen bie (Sinjetliinfle, ESilbnerei, ÜRalevei, StUinti 
uitb bgl., jui freien Entfaltung unb gewinnen in beftimi 
3eilt:aumen t!|ren eigenen „Stil", unter bem mir bann a.\ 
bingä ne^ bie Slrt unb SQJeife bet (Unpleriff^en 'EarjleQ^ 
Beipcfien, baö ©anje ber in einei gemiffen @po(^ ^etcf( 
ben Üxt , einen jtunftgegenflanb oufjufaffen unb feine ji 
'e $({limmung anSjubiiiden. 3a n>ii flehen ni^t 



®cr (Stil bcr ?rc(jl)ptcr. 7 

n:I^QU))t jlcbe eigenartig bur%ebilbete ^nfhoeife ,,®til'' gu 
men^ unb in biefem Sinne ^at n)o§l jleber Aünfiler, ber 
einer feine ^nbiDibualität lennjeid^nenben @et6{länbigleit 
angt i% feinen eigenen @ttl. Un^ ben t)on ben &üap 
[t ber ®egenn)art verfolgten gemeinfamen 93efire6ungen ent^ 
fein fld^ bann bie in unferer ^th öor^errfd^enben Smtp 
Itungen, bie um fo bominierenber finb^ |e größeren Sin« 
ng fle in ber ®efamt§eit finben unb A)o^I ondf, j[e 
flugreid^er i^re Vertreter finb. SBir geben biefen boiS 
tjHcrifd^e ©d^affen ber ©egentoart d^arafterijierenben 6igen* 
«lid^feiten ben 5Ranien „S^itftH^**- S)iefelben finb in 
er jleten Um« unb f^ortbilbung begriffen im ©egenfo^ gu 
t ^ißorifd^en @tilen, t)on benen jeber eine in ftd^ 
[efd^loffene unb fefifle^enbe lünjlterifd^e 9?orm bitbet, bie 
; iSnbegriff ber siegeln barfleUt, A)el(^e in einer beflimm» 

(Spo^e beiS vergangenen ^a^r^unbertS aß maggebenb 
[efel^en A)urben. 

®a nur ben (enteren bie em^äl^nte Sebeutung für bie 
ilturgefd^id^te ber SSößer jufommt, werben toir nur pe 
ber vorliegenben Sb^anblung gur näheren SSetrac^tung 
ngen. 

Set Stil ber Seg^fiter. 

3)ie ättejien Denfmäler, bie un5 Äunbe geben von ben 
»rfen ber SRenfd^en in ben fernjlen, ^iflorif^ über^au^jt 
urbaren 3^^*^"/ gehören Slegt)^3ten an. ^a§ fd^male ?anb, 
rc^floffen vom 3til, ber e8 aUjä^rlid^ mit feinem ©d^lammc 
rucktet, A)ar einer ^o^en ^u(turenttt)tdfelung befonberi^ 
[tjlig. ©eine Sigentümlid^teiten triefen bie SSemo^ner 
J^jeitig auf bie SuiSfül^rung grogartiger Ufer« unb SanaU 
iten l^in, i;m ben ©egei^ be$ Sluffed ju er^S^en unb 



ml» 

räa 



8 ®cr ©til bcr SCcöijttet. 

glei^mägig ju t)er6retten. 3n ber baburd^ gegebenes 
tegung jur Pflege üon Sßtffenfd^aft unb iBaufunfl, ii 
Bereinigung ber ^äfte bed gangen SoIfeiS unb bec 
gefd^Ioffen^eit ht^ Sanbed gegen äußere (Sinflüffe laga 
Sorbebingungen unb Anfänge einer l^od^entmidelten, U 
bod unbur^bringlid^ 3)unfel ber Urjeit )urü(Irei(|ei 
Jhtltur^ bereu getDaltige S)enhnale fd^on minbeflend 5! 
I^ol^re t)or unferer 3^iti^^(^nttng bie gefamten Sippen 
äg^ptifd^en Aunß unb i^reiS ©d^rifttumd aufn)eifen. 2)t 
berfe(6en nirgenbiS aud^ nur eine ©pur üon frembenS 
iDirfungen erfennbar iji, muffen A)ir annel^nten, baj 
äg^ptifd^e ^unß einen reinen Origmalflil barfteQt, bei 
ben Ufern bed 9iil entßanb, ga^Qofe Sal^rl^unberte l^i 
fletig feinen iBal^nen folgte unb gemiffemtagen junt Urf 
ber Saufunß felbfl n)urbe, üon beut avS loir bie jhtnjl 
©rieben, 9ldmer, beiS 3i8Iam u. f. to. in unmittelbarer ^ 
bon einanber abjuleiten (vermögen. 

2)ie ägt)ptifc^e ßunß i|l eine fafl audfd^liegtic^ 
retigiSfen ^uttud bienenbe SRonumentalfunfl. S)te 
artigflen 3)enfmä(er finb bie ^^ramiben^ b. 1^. ßönigi^g 
bie fid^ über einer quabratifd^en ©runbpd^e bon getoali 
©imenflonen (bie bon Cheops \)at 227 m ©reite) unter e 
9ieigungdn)infel bon etma 47® erl^eben unb eine ungeto 
lid^e ^5^e erreid^n, bie bon Cheops 3. f8. 137 m. J 
enthalten innere ®änge unb Sufttanäle, bie gu ben eijt 
tid^en ©rablammern bed ßöntgS unb ber Königin füi 
finb aud geioattigen @tein6l5d(en^ im Innern oft an^ Qit^ 
maffib aufgeführt unb an ben S(ugenfläd^en bon forgfd 
gefügtem unb gefc^Iiffenem ©ranit ober ä^nlid^em 3Ra 
umfteibet. 3)ie gange SSauart berfe(6en IS|t barauf fd^ti 
^ fie für ettige !$auer (ered^net koaren. 



3)tr Stil htt üegtititer. S 

33« bie IRettgion b« Äefllfliler ein gortfeben beS 
Snenr^en na^ bent S^obe le^it, entiotilelte fli!^ ein fe^c uin> 
fldnbUd^er ^otenhiItu8. !X)ie ^ioten mürben einbalfamiett, 
fotgfflltigfl «inwicfett in ©arge Detbiac^t unb bann in bcn 
t$e(fengrabetn beigefe^t, bie einen an baS ftiätere ein=> 
iaifi %tmftifoxta\ ettnnernben (Singang erhielten ([-IJig-l) 
unb aU untetirbif^ @aleiien Don ^aunendtueitet Sänge tief 




in ben pfeifen einge^auen mürben mit Dielen inneren Jtontiiieni, 
@älen unb ®ängen, oft mit ©Sulenrei^en unb reic^ mit 
^Reliefs Detgiert. 3Iu|er biefen IDIaffengrä&em finben fti^ 
um bie ^^ramiben, namentlich in ber S6ene öon Itfeben, 
^rinatgrabei aXS tltmi, nieredige, von einer ^tjrantibe 
gefrSnte ^emfieli^en mit einem fflr ben !^otenTult beflimmten 
^a)>e[(emaHm, unter bem fli^ ber SRmnienft^l befinbet. 



10 



litt ©lil ber ÄtfltHjter. 



i$a grogartigci tutb monuntentalet SBeife mutbe hä 

etgentCic^e ®olieäitauä, ber Tempel, angelegt ([. ^Iq. 
3)«t(^ eine Bon 2 3Jei^en ©p^injen (ogl. gig. 5), te 
Symbol bec SßetS^eit unb tirnK^tbatteit, gebtibete %llee gelang 
man )u ben 2 ^Qlonen, b. ^. breiten, [^rSg mifleigenba 
turmartigen Vorbauten Don geringer liefe, jlntf^en benen (il 
bei oft no<^ butd^ 2 DorgefleDte ObeIi8ten unb AoIoiToI' 
ftatuen ^evDorgeliobene Eingang befinbet, but^ biefen alSbrnn 
in ben Don ebenen Sünlen^aQen umfteDten $or^of unb 




gig. i. SAngtnl^iiilt unb (Siuviiiiaalaiic VDm Snnticl )ii Kainal. 

^ter aus in ben Xempeliaum, in meinem jo^Iieu^e ©äulea 
bie {leineme 3)eiff tragen, unb hinter bem baS eigentlt^ 
Heiligtum liegt, ein Keiner, niebriger, uon mefirfai^nlO^aueni 
umgogener iRaum fQr haS @i)tterbilb. ^ie ben ganjeo 
StemtKlraum einf(^lie|enben TOauecn ^aBen fd)rage?lu§eii' 
flächen unb finb oben Don bem bie ägqptift^e ^Iri^tteltui 
^aratteriflerenben §of)tfe^tengefimfe beltBnt, befie^enli 
taiS oberer platte, Rotier, ftorfauSIabenber ^o^Ife^Ie unb 
Tem Wunbliob, ber bann oui^ m ben ^ien ber ^^lonen 



Hxi ©til bcc Stcflijijler. U 

tnb Wismem ^inunleclüuft. 'S>\t ©autcti fle^n o^ne Suß 
tuf einer ninbcn Uiiter(ag3))[alte, ^aben einen runben obet 
Die auä gufamniensebunbenen tRS^Ten tannelieden ®^ft 
nit einem öietgellaltigen, meifi in ffino(pen> ob« Äelt^form 
[etiilbeten Jtopitat, auf bem bei 3lrd)itrav unb baS ^d^I< 
c^fengefimä aupiegt. 33oä ^at^orlopitai in SBütfetforut mit 
1= SKaSfen bec ©Bttin ^ot^or (•afiä) unb baä fofl. ptotc» 
>ori[(^e mit üBulfi unb S^edplntte feinen bei; fpateren Seit 
inäuge^ören (3ig. 3). 




gifl- S. ftri*-, ftiiufpeii' un» ncolobociffttJ Itapi 



33ie ©Sulenf c^äf te , ©efimfe, 2«aaet. unb Dbeliäfen. 
:äc^en erhalten ben teit^pen fqm6oIt((^en ©d^murf, bec 
auptfäc^lt^ als flaues, fall nur in Umrigitnien eingiaDiecteS 
{elief be^anbelt, jum ^il aber au^ gemalt loitb. 3Cä 
Rotibe ^iefilr pnben [ii\ Bor allem bte ^t\(^ bet ägtjp- 
l^n Silberfc^cift, bie ^ieroglgp^en, »elt^e un3 bie 
) anjiel^be ©e^i^te bet alten ägtjptififien ©efdjlec^tec in 



12 



5;re Stil bet «efltilitet. 



ben fernflen Sa^rtottTniben eitlen, mtb on b«tt @iluln 
tapit&lttt unb $D^tfe^[ensefimfen, fonie an ben frieftmiE! 
SMnbein bie aU ^aufitfä(^ti(^|leS oinantentate« (Elentenii 
ftl^inenben Sijpett ber ben %g^tem ^iltgen fotii 
blante. (SJetgl. ben Sotci8frie8 in gifl. 8.) Ueber K 
(SingSngen fe^en mir fofl intntei bie geflügelte ©onni' 
(treibe, bod ©qmbol beS Sii^tgotteS $oniS. 



'^ ' 








•S>K iSitbnerei er^tt bur^ bie 3(uSfii^ng h 
Äoloffolpotuen an ben portalen, bet ©p^irje (Sig. 5), i; 
nie buic^ ben lei^ 91e(ieff^tnu(f auf ben SSSdnbcn a 
ergiebiges ^elb. SMefellie offenbart ebenfo iDie bie SRaleii 
— bie 9egqptei bematten bei t^rer Vorliebe füi fol^äfim 
Sfläc^enBerjierung fafl aütS — eine f^aife ^ßiitutbeoBad^tuni 
obei auc^ ben uöÖigen Snangel an petf^eftibififiei: ^aifleüun^ 
Iun{t; aQe giguien fmb ^ttä in <Settenan|i^t bargefliH 
tennjeii^nen aber eine tieffinntge ätuffaffung unb ein aH 

•i^ratS ^biDibualiflentngSMimitQen (Stg. i), 



<tie ftimft her apattlifien SOÜet. 13 

^er ©efomtcinbiud bcr fig^fitifi^tn Aunfl gipfelt in bei 
nenblii^ii ©Togartigfett in rieftn^aften Snaffen, bie bon 
ent inoiiuineiitalen Sinn unb tiefen @rnf! bet 3J3net htS 
^^ataonenlonbeS ftaunenSmeited B^^gniä gibt Sie ei^ttlt 
c^ ^a^itaufenbe ^inbui^ fap ßetS in ben gleii^en tjrormen, 
iS ^e f<4Iit^(i4 buri^ bii Aunfl be8 SSlam nai^ Sioberung 
eS SanbeB but^ bie @otojenen (640 n. @E|i.) cBUig cei' 
ifingt uutbe. 

3>ie flttnß ber afiatifi^tii SSHer. 

^a^ ben anS bei ^ißorif(4en Ut^eit bei morsenlönbifc^ 
Sunjl auf unfeie Xage Oberlommenen nnb buri^ bie niffen* 
c^aftlü^n Sorfc^unsen getDOnnetun ^enlmalen begegnen mit 




gfig. & »it«d|(t( SocIalfiBiii. 

Ini Orient bei bei bort ^en:f(^enben SSiQtät unb bei un' 
gejageUen <p^antafle beS aUoffeS Weniger gefe6ma|ig ent< 
uidelten unb in fii^ abgef(^[Dffenen StK^itetturfltlen im 
©inne bei deutigen anfc^omiujen, aI8 oielme^r befonbeten 
eigenorten, nomeutßi^ in ©fniftui, SRalerei unb flteinfunfl, 
bie aber int giogen @angen auf unfeie ^iftorififien ®ti(e 
nur Von fe^i getingem Stnfhig unten. 



11 



Ttie Jhntfl bcr afiati^en «OTfet. 



3n äRtfopotainifn , bem gefegneten iSttomlonhe bd 
ISufi^iat unb ZiffcxS, nttnidelte ^c^ ff^on frü^«tig bei k 
alten 9a6q(oniein unb KffQ'^ci^» *>"' ^"^ @tufeiic 
fiunfl, bie mit ber a9t))]tif^en Diele 9(e^nti^!eiten aufweiü 
aber an SnonumentatitÜt ^intet i^t ttieit )urü(n>leibt. I^: 
oufgefunbenen %n^itettime|le geben unS ein Silb von k- 
ungeii)3^n[i{^n ©tSge, bei 'ßta^t unb bem SujcuS ic 
^alapbauten, bte offenbar in obgefluftei ^t)iamibenfinm m 
ringsum laufenben S^iraffen angelegt Haren, im Snnetn m 
9teliefplatten unb £i|onfItefen mit J!eiIf{^Tiften gef^müit 




Sil begegnen ^ter f(^on UebemSIbungen ber ^ortalSffnuitgei; 
fomie ©äulenbilbungen mit J¥a))ttä(en, Don benen unS ei« 
Art SJoIutenfüpitäl am meiflen interefflert (Sig. 7). ^<t 
gro|artigilen S'giwn an biefen Sauten finb bie auä einen 
©tein ge^uenen, als gepgette URonntiere mit IDIenfc^entsr 
gefiafteten ^ortal^Ben oon betrfi(^rtii^cn Sftmeffungen (Sig. S. 
2)te9le(iefS finb a^nlid) mie bie Sg^pti^enbe^anbelt unb geEin 
unä einen Sinblicl in iaS altafft)rif^e 8eben; an ben ^ 
auren ijl bie etgentUmtii^e ^artrat^t befonberä (^ratteciflifil 
■-. 9). 3n ber Drnamenlif finben p^ außer ben iReUt!^ 



$H San\t bcr tr{1ati{<^ fSilftt. 



15 



figuten bte iotoSblnme, ^inienjofifen, Jlnni^inig Boti Slofetten 
unb btr itbmibaam alS ^u^ai^Uc^ftt Wot'at (^tg. 8). 

Slie Saufunjt ber^etfer ßellt eine äietmif^img a^i)' 
Elfter, agt)|?tifc^er unb tnbif(^i tlrormtn bat; ein etgentümli^ 
gebilbdeS SafttSl, bau fog. @in^oniIat>ttai (Ss- 10), ifl eint 
ben Reifem ange^Srenbe neue Sifc^einung. 

Sie^^öntjiei unb ^ebtSer f(^einen einen eigenen 
©til nid)t entmideEt gu ^aben; fie waten Homiegenb $onbe(8> 




bßllet bie nur ouf bte Pflege bet jiteinlUnile für ben ^anbel 
SQJeit legten unb fii^ mit ben dgi)tttif^en unb afTqtifdjen 
tformen begnOgt ttoben. 

Xie oflafiatif^en SSIter treten betxutenb fester 
in bie J¥unjtgef(^ii^te ein. 

^nbten Uttb junt SDittteltJunlt, Don bem auS bie Übrigen 
©tamuie OpafieBä bie ©runbfotmen ju eigener SSerttenbung 
entlegnen. ^eneS munberbare Sanb ooQ unerfd)5)>fli(^R 



16 %ie 9un[t bei aiioti[tfpen SOlIn. 

Stotitrteic^tuniS ^al gmar f(^on fe^c fitl^jeitig eine feinn' 
SEiamltet iinb betn p^antaflifc^en ©eifl ber lÖetDO^ner nt 
f^ire^ent» ftunfl entnidelt, gelangte aber erfl mit bem ^t' 
^luntte, als bei Siibli^LBmuS Übei ben SBia^miniSmuS ba 
©ieg baDontri^ (etloa 550 B. E^.) ju einem aigefiartn, 
eint)eitli^en Stil, bei au8f^lie|lt(^ aaS bem 3}ienfle 1w 
Sieligton ^eiDoige^. @S entließen 4 $aut9)>en, beien S)cii? 
mätei voii in ei|)aunli<^r SRettge Uor^anben finb: 1. !£i 
©iegeSfüuIen, bie ffiänifl äffoto jum S^fflfn i>ö ä" 
^eirfc^aft gelannten i8ubb|)tSmu8 eiiic^ten lieg, b. tf. mät^tiji 
glatte, tingSum mit in 
@efegeu bed iBubb^ieme 
befi^riebene ®Su(en Don » 
12 m $ü^ luib 2 9 
®tUife, mit einem vxa^ 
teilten J£e((^Iapitai , 0» 
bem eine Sömenfigör U 
■ als ®innbitb ber neid 
»"■"■ "••"»■•"■ 8,5.e. 2.3)1. I.t.n(I. 

gob], bie f1(f| auf einet Xenaffe ^aEbfugelfSimig gu bebeutenhi 
^üiji ecfieben unb eine JJammet enthalten fUi bie Si'' 
beraafttung bei SleEiquien beS SRetigtonSpifferS (tJig. H? 
3. '^ie Setfentemfiel, b. f. auggebe^te, in lei^tedijn 
©lunbfonn in ben «Jetfen einge^auene ^^B^ten, meiflenS biinl 
2 ^eilenei^en in 3 @(^iffc geteilt mit einem bem @tngoij 
gfgenübetliegenben fjolbiunben Sbfc^Iug, in beffen ^'0 
paatt bei ben iBia^manen ba§ @ätteibt[b, bei ben %ubb^i|to 
eine fleine %iiift mit ben Sleliquien fi(^ Befinbet (^g. if 
liDiefe 3e[fentem{pel finb fibetauS leid^ oecgieit unb bilbo 
bie munbeibaijie @if<^einung bei inbifc^en än^iteftur. i 
tempet obei ^agoben, bie meijl einen gcogri. 




$iie ftunfl ber atiatili^En SBflIf«. 17 

n 3)Iau«n umjogenen ®ü)&uMom3pUf borpeDen mit grol« 
igen, in me^Tenit aufeinanbetge^äuften ©efi^olTeit be> 
^enben tuimä^nltt^en ^^orübi rbaulen , bie eine fteile 
tufenp^romibe bitben. 3)ie SJetaiU etinnetn in i^ret 
antaftif^en Ueberlabung unb naVju regeQofen %«' unb 
^beretnanbet^Sufung an bie beraufi^enb üppige 91atui; bed 
mbcs (f.^ig. 13). 9Iu4 bieSilbnereiträgt biefen 3ug, 
reicht aber meiftenS in Gattung unb ©efi^tBauSbvud bet 
iguten eine \ei)x anmutige lociblit^e Wilbt unb f(4iD&rmeiif4 
lioe Smpftnbung. 




91«, » Selfcnttniptl »ei eUtxi. 

3)ie E^ittefen ^aben tS ju emer (Jortbitbung ber 
t bem iBubbfiiöinuS emgebrungenen inbifc^en löaulunjl 
^t gebroi^t, fonbecii bei bcm ifinen eigenen, auf3 ^raftifd^ 
b giüglir^e geiii^teten 3ug i^r ^auplaugenmer! ouf grog. 
ige SRuebouten gelegt {Öracten, fiarwte, ^m SKauer). 
le Sempet fmb Hein, turmartig in $olj aufgebaut, mit 
intaflifi^ gef^meiften Sraif^enbüi^nt, beren außeufanten 
t ®l'6dii)en, Slumm u. bgt, beengen ftnb, im IbttaH mit 



18 



5)ie ftunjl htx ormtif*™ BeiTet. 



oOetlei abtüteuetlicfiein iS^nigiDtit überlabcn , 
Xiroi^geiladen bitS ^nutitmotto bilben (t$ig. 11). 3n l| 
Aleintunfl, befunbeiS htm Sionjegug, bei; SmaiM 
^}or)tlliuifabtilation (^otitUantunn ju S^antin^), 
bie SEiiiMfett f(^on in ben fiü^flen 3eiten einen E|o^en 3 
bcr SoHenbung. 

'Z)ie S^lxinei flnb in ber SSaufunft no(^ Gintec id 
Sl|iiu[eil iudldacMteben, jeigen aber ait(4 füi bie SleinÜh!^! 








inäbefonbere bie ^oijeDaii', (^ma\U unb Safmaletei, ^etri 
lagenbt ^Veranlagung, bie in bet teilen unb etftaunli^ fiäft 
gei^nung t>on Sfaturfomien gerabeju äRufleigiltigeö ^ 
leifiet f|at. 

iSci ben SBiJÜeni OflafienS, bie bet allen ^Religion n« 

guget^an finb, tierbüeb bie angeflammte fiunft auc^ für l 

^olge in. na^eju ungejIBitet Geltung. ^ ^nbien aber ) 

'gt biefetbe mit betn Einbringen bed ^9lam (f. ®. c- 



^cr @til ber ©ricd^ctt 19 

lurd^ Serf^meljung mit ber Aunfl beSfetben ju einer 
öunberbarcn 9?ad^blilte , bercn $auptcrf(^einungSformen 
ttaggebenb tourben für bie gefamte inbifdje Äunjl ber 
päteren ^zM. 

Ser ^ül ber @ried§ett. 

ÜDie auf unfere Siage überfotntnenen S^^pen aud ber 
tflorifc^en Urjeit ber ortentalifc^en unb abenblänbifd^en Aunfl 
•ffenbaren uttiS bie auffaHenbe Serfd^teben^eit in ber äluf« 
affung unb ^^ontafle ber beiben grogen Sölferfamilien, ber 
Semiten unb ber ärier. 9Bä§renb bie gefamte Äunft ber 
emitifc^en Sölfer auf boiS Ueberftnnlid^e unb @^mboUfd^e ge« 
testet tfl bei flarrem f^efl^atten ber einmal auiSgeprägten 
tiliftifd^en Sorbitber, finben xoxx bei ben arifd^en SöRem 
m Sbenblanbe bie naturfro^e 2)ar|leIIung t)on Silbern be§ 
DtrlUd^en SebeniS, bie im SlUgemeinen gleichen @d^ritt ^ält 
nit ber gortenttoidlung ber Jed^ni! felbji. S)ie Ännfl ber 
ttorgenlänbifd^en $$ötter ifl aber bie ältere^ unb an ben S3e^ 
ü^rungiSIinien mit ber abenblänbifd^en SQSelt entfielen bie 
Seime ju einer erjlen ^o^en ^un{lb(üte, bie auf gried^tfd^em 
3oben jur flafflfd^en SoQenbung filieren foQte. 

SDaiS Sanb ber ipeUenen, \i(i% atö füblic^fle Spi^e 
5uropa3 mit feinen ^albinfeln unb 3nf«In ^«it in 'tai SKittels 
teer gegen ben afrüanifd^en unb afiatifd^en kontinent §inau^« 
agt^ im 9torben t)on ^o^en Slanbgebirgen umfd^toffen, n^ar 
^tner ganjen Statur nac^ einer ^o§en Au(turentfaltung be« 
»nberS günflig. ^ier fc^uf ein mit glänjenben Einlagen auiS« 
ef^atteted Soll in ungetDö^nltd^ rafd^em Sluffd^iounge jene 
crrlic^cn SBerle, bie im ©ebiete reid^Per unb ebeljler fjorm^ 
ebung biiS jum heutigen S^age unerreid^t baftel^en. 

Ueber ben gefd^id^tltd^en 3lnfängen beiS gried^ifd^en $ol!ed 



20 S)tr ©HI btt ©netten. 

liegt no^ fo manäftS 2)un!fl, nenn bodfelbe cuu^ in 
Seit bur^ uetglei^enbe ©tiia^farf^ung unb tluSQxabiaf 
ttno^ geli<^tet würbe. S)ie toenigen Xrilmmei auS bn 
bet attgrie(f)if^eii iJ)i^tung Der^errli^len $eioen< ol 
3)IqtE|enjeit, bie auä ganj uncegeCmSgigen Duabern jn] 
[am jufammengefitgteit ct)fCo))if(^en SRauecn, ba8 SBiwi^i 
ju aSljtSnae (Sig- 15) unb ba9 ©(^aß^aiiS bcS Ätreuä, ' 
hif)t)elaitigeä (ärabgemülbe auS mogrei^t Uteieinanber gef ^obai 
©teineii, bieten melfr ein |ipotifc^eS ol8 ein |!ili[tifi^e3 3nttttfi 




aaiü^Miiac 



(Srjl mit ber (Sinmanbttung ber 'Sarier itt ben ^1p 
poaatS um 1100 V. S^r. unb ber Sietbrangung ber ^oniii 
xtadf ^[einaften, »ofelbll biefe ein eigenes Kulturleben ni 
[olten, beginnt jene ^iit, wlift burt^ bie SJec^felroltluii] 
in ber ffiunjit^atigfcit ber beiben ©tomme für bie Kul 
btlbung ber ^eHenift^en JEunfl con grijgter SSebeutung nm« 

Um 600 D. ^f)X. not von ben ÜDoriem im ©üben w 
$elo))onnes ber nai^ i^nen benannte @ltl entwiifelt , ip: 
'•'■■". beginnt bie erfle Spo^e bet griet^ifc^ fiunft Sa 



Oricdjifd^e S5au!un|l. 21 

l^rem (SnttoidtelungSgang bis ju btcfcm 3^itpun!tc ffaien toxi 
nB jcfet nur unftc^crc SSorflellungcn, ba fafl leine UeberrePc 
MCDon t)or^anben ftnb. 3^^^ I^fT^^ ^i^ toenigen t^unbe auf 
ine Uebcrna^me affQrif(ä^er unb äg^ptifd)er formen fd^liegen, 
de berettö eine Rarere ^norbnung unb Slbfireifung alleiS Un^ 
[e^euerlic^en aufmetfen. Son ^ter aber bi§ jum borifd^en 
Zempd tjl e3 ein toa^rer Sltcfenfprung an gortfc^ritt, für 
•cffen 3^if<ä^ö<M^'^ ^^V' ^^^^^ jut)erläffigen än^altSpunfte 
nc^r gefunben toerben. 

^ie grie^if d^e äSaitfitnft fnü))ft fic^ in i^rer Entfaltung an 
ne Saumerle für ben ^u(tu$ ber oIt)mpifd^en ©ötter. 3n 
liefen fa^en bie ©ried^en bie t)oIIfontmenfte Erhabenheit unb 
Sdjön^eit menfd^Itd^er ©eflalten, t)on benen Jebe SSorfleKung 
»eS Unge^euertid^en unb Serjerrten ber orientalifc^en Söller 
verbannt mar. 3^rer toaren nur fold^e SBo^nungen lüürbtg, 
)ie nic^t nur in i^ren @Jefamtt)er§ä(tniffen t)on t)oIIenbet{ler 
parmonie, fonbern anif in allen einjetnen Steilen mit ^öd^fler 
^eitt^eit im beflen SRaterial burdE)gebiIbet maren^ bie alfo 
ind) bad §5d^{le 3bea( fd^ön^ettSt)oIIer ®ef}altung jur @r« 
c^etnung brad^ten. 

^et gried^ifd^e Xtmptl biente fletiS nur aliS SSSo^nung für 
)ie ©ott^eit^ bereu S5ilb in i^m ^lafe fanb, nie ote SSer* 
ammtungiSort ber S3etenben ; eiS genügten beSl^alb t)erl^ältniSs 
nägig befc^eibene SluiSmage. Er ergebt ftd^ auf einem f)oiji 
jelegenen, t)on flRouern umfd^loffenen ^(afee über einem mei|i 
m^ 3 Stufen befle^enben Unterbau öon red^terfiger ®runb* 
'orm unb enthält immer einen red^tedftg angelegten Snnen« 
raunt Näos {vaög cella), in toetd^em haß ©ötterbilb 
tufgefteöt tourbe, mit einem Eingang in ber meiji gegen Dflen 
jcrid^teten ©d^malfeite. 3n feiner »eiteren Entmidttung er* 
jält er Por bem Eingang eine nac^ t)pmen offene ^or^aHe, 



22 



®cr Stil bcr ©ried^en. 



Pronäos (ngdvaas) (t)crgl. gig. 16 a) «nb bei ö^nlic^cr Xii^ 
läge an ber Hinteren ©c^malfeite eine ^inter^aöe (PostTcuK 
(eJig. 16 d), jcbod) o^ne 3"9tt"fl 8"^ ®ella; btetocitcn liej 
jmifd^en bem $of!icum unb 9{aoi3 ein ald @d^a^!ammer ))(r 
tocnbeter ^interraum, Opisthödömos; Cö7iio&6do}ioi 
mit 3wfl^"9 t)om ^ofticum. (gig. 16 d unb 17). 

2)ie ganje SCrd^iteftm 
entn)t(felt ftc^ nun im %a- 
gern an ben t)or unb vs. 
ben92aoi3 angeorbneten^äs' 
len^aQen^ nad^ beten t^- 
tage ju unterfd^eiben fmb; 
1. äntentempcl (antae. 

nagaozäSes = ©citcnnian^ 

ern) (gig. 16 a), beflc^n! 

auS bem 9{aoS unb eine: 

Sor^aQe jloifd^en ben über 

bie Singongdtoanb ))orfpriii9= 

enben SängiSmauem ni: 

öorberen Pfeilern, ben fog 

Slnten, unb 2)oppeIon^ 

tentempel bei gleiten 

Slnlage anij auf ber Slfid^ 

feite. 2.) Prostylos 

(nQöavvXos) (3ig. 16 b) mit einer SSor^aÜe öon 4 freier. 

©äulen t)or bem Sempeleingang unb Amphiprostylos 

(AfitpinQöatvXos) mit einer fo(d^en axLij an ber Hinteren 

©iebelfeite. (gig. 16 c). 3.) Peripteros (negCnTeQ^ 

gig. 16 d, toenn eine Säulenreihe ben gangen %tm)^tl m- 

fteüt, Pseudoperipteros (^pevöoneQlnteQos), tociw 

'er ©äulenumgang nur bur^ fiatbfäulen an ben SWac^ 



a 


1 I: 










b 


1 ü«: 
1 L-: 




m 






•c 


•1 '• 

!l 1! 








a 


::n r: 



gfig. 16. Xcmpclßrunbriffe. 



©cied^ifcftc 2:entpel. 



23 



ttauern angebeutet wirb (ögl. gig. 41). an bcn ®le6elfeiten fle^t 
tntner eine gerabe Hnja^l (Säulen, bamit ber Eingang nic^t 
:»erbe(ft wirb, an ben Sangfeiten bie bo))))e(te 3lnjo^( unb 
^ine weitere (einfd^Iieglid^ Sdfäulen). 92ac^ ber %nja^( ber 
Säulen an ber SSorberfcite §ei|t ber Eempel öierföulig 

tetrastylos tevQdaivÄos), \t6i)^^ ober ac^tfäulig (hexastylos, 
fidawÄos, oktastylos ÖHTdawAog); ein oktastylos l^at 
lifo an ben ?angfeiten 17 ©äulen (Parthenon). 4. Dip- 
teros (ölnzeQog) (gig. 17) mit einem boppciten Säulen* 
Umgang um ben Xempel. 3n einigen größeren STcmpeln 
(^ofeibontempet ju ^äflum) enthält ber 9?ao8 toaraKel 



• ••§ • 

• • • ? • 



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••■r¥VWV¥V« 



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O ►* !■ 

IM 



• « 



• •äj 

• • • 



($ig. 17. ©cunbrig eined Dipteros hjrpaithros (BeuStempel ju Qlt^en). 

gu ben Sangfäulen jwei ©äulenreil^en, burc^ bie ber 
3nnenraum getoiffermagen in ein breitere^ SDJittelfd^iff unb 
2 ©eitenfd^iffe geteilt wirb, unb über benen ©teinbalfen 
liegen, auf weld)en öiete fleine ©äuld^en als ^föfld^en flehen. 
SD^an nimmt an, ba| biefe ^föjid^en bie innern SCröger eineS 
jum Xeil offenen S)ad^e§ bilbeten, unb nennt fold^e Slnlagen 
Hypäthr&ltempel {dnaid'Qov = ber freie $immel) 
Sig. 17. 

5. Monopteros, fiovöme^og, ein Heiner, meijl offener 
?Runbtempel, ber bei ben ©ried^en feiten t)or!ommt, beffen gorm 
ober t)on ben Slömern bebeutfam fortentwidelt wirb, (3tg. 42.) 



24 Itcr Stil her <Stxti^XL 

Xin gnei^tfi^e Ztmftl ei;f(^eint mS in bei: munbc 
bacm Harmonie beS (äftnjen unb bei biS inS Ileinfte f«. 
füttigfl abgeUogenen (Mlifbenuig ald cm boQenbet Iilnflleri{ibr 
OtganiSmuS mie ein uoKfontmen buid^gttiilbeteB p(aflifit!'^| 
3BerI ; in jebem emjelnen Ztik tommt bte tet^nifc^e t^runtti;: 
unb boS Set^alfniS jum ©anäen Har unb befliniinl jiK 
üuSbrurf, 3>a3 @änje ru^t auf einem teriaffenartig etijä^tr 




Si>(ii4cc Zca)iel bei Siaim ^iDfe^lda p Elcnfl«. 



iion3 2ltarinor(tufeit umjäumten 2Wauer(c!iper bcmStereo. 
häioa (ateQeoßaifj ) ouf beffm burd) ^[alienbeleg fleBitbelti 
Dfeerfld^e, Stylobates fa vJioßairi^ fid) bei Zempä' 
Oberbau er^c6t (f. Sig- 18). Stn biefem erff^einen aÜ 
tragenbe @[iebec bte ®SuIen (aiSAm stjloi), bie mit 
bem fiapitäl (xeipdÄatovj bie SIiitnaEime bet Soji heS ©e* 
^iUfeS un^ Ue&^traguns auf ben S^aft {qxärto^ scapas), 



©ried^ifd^e ^em^el. 



25 



ittb mit bcm Süße {ßdaig basis) btc Ucbericitung ic9 
£>rudEcö auf ben Unterbau bctoirfcn. äuc^ bicSlnten (4c(figc 
Stirnpfeilcr) fiub in gug, ©tauim unb Äapttäl gcgiiebcrt, 
txib fclbji bic im übrigen fd^mudffofcn Sicmpclmauctn 




J^Yc'jyiiTev» 



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gi^ 19. !5orlfcöc DT^nung *pm ^P^efeustempcl au «Jt^en. 




26 Iiei Stil btx ffltied)fit. 

erhalten oben ein fäunienbeS JJrieäbanb unb unten ein öl 
fptet^eitbe« 3u6<®i'*'09<irt- *■«? b™ ©äuten ni^t M 
äugeie Steingebält (^ig- 19), befle^enb auS kern n 
ben j^lf>^alen aufliegenben Architräv ober Epis^ 
(iniojiAiovJ, bem S r i e 8 (f ai^ndpos zophÖroa=Sitbträ9ei) II 
trci^em bilbnerifc^em €^mu(!), bcm ale Dieceilige $ld 
raeit Ü6er ben SricS nortretenben fflranjgefim« {Geisi 
yeioav) Unb ber bdä 3)a^ einfäuDietibett ^tnnleifle {xif 
@iraa\ b. i. eine fit«: betn @eifon ^inlaufenbe @tei»nin 
in bei: p^ ^a^ SleflcnlDoffer ioii 
nielt, baS bann an ben betben %4 
tinien beS Stad^ed buit^ als ?Biui 
lepfe gebitbeteSaffeifprietd 
läuft. 

äJon bei @inia bec beitoj 
Sangfeiten feigen bie Iia^f läi^d 
bei Zmpelä in \tf)i flad^et Slti^ 
flung empor; (le jlnb mit auf ^n^ 
fparren aufgelegten 3'^«^" o^ 
9it6(ioftDtM((%'i.H Htitn. giegelartifl gefomilen SKannocptal' 
leii eingebeill, bercn tJugen butdi 
parallel ju ben ©iebelfanten lonfenbe ^o^Ijiegelrei^eR übci' 
beclt pnb. 3>iefe $o^(jiegeIrei5i;n enbigen oben in Akri> 
terien fdxeoc^staj (Sifl. 20), b. ^. girfljUflelit, mit einer auf 
te[f|tf)e^enben ^almette unb unten oft in ä^nli^ gebtlbetei 
©tirnjiegeln (antefixa) als lEraufranb, an ©teile bei 
©imo (tJig. 31). l>aä butc^ bie Do^ncigung entfiel»'' 
bieiedige @ i e b et f e I b (itt^natw S^yntpanon), fibec meli^ 
baS JhanigefimS mit @ima Einlauft, ei^ait einen fe^t reit^ci 
bitbnerif^n ©(^niud; an ben 3ir|l= unb ben beiben ®nb 
* ten flelien ouf oietedigen Untetfä^en {aAlv^ot ^Itnt^n 



©rted^ifd^e Stempel. 



27 



roße ?ttroterien bejttj. ©nbblumen, an bereit ©teDe biglüeiten 
Cicrgcjlaltcn, ja felbjl Statuen treten, (gig. 19.) 

^te toagred^te Ueberbedung ber äußeren 
Säutenl^aUen gefc^ie^t in ber äßeife, bag auf benSlrd^U 
t*at) unb bie SSlao^mantm in gleid^en Slbflänben fleinerne 
ZXucrbalfen gelegt tüerben (JJig. 21), bereu 3^if^^"^äume 
»urd^ quabratifd^e ©edtafeln, bie Äal^mm&tieu faaÄvf*' 
M^aviaj, abgebedft tüerbeu. S)iefe erhalten ouf ber unteren 
td)tbaren fjläd^e eine ober 4 quabratifd^e Vertiefungen mit 
Rofettcn auf beut ©vunbe (Äaffctten), um fte leicht unb gier* 
id) gu geflalten. Von ber inneren S)e(fe bed iSlaoB beft^en 
üir feine 9ln^att3punfte me^r; tüa^rfd^einlid^ waren e3 ipoijs 
>ccfen mit Äaffettenbilbungen. 




g-ig. 21. fficcfcnMIbunö tiom Tempel ber m^cna 5U «ßrlene. 

S)ie in ber Siegel an ber öfltlid^en @iebelmanb gelegene 
S^empett^üre ift ^od^ unb fd^tanl, nad) oben etma^ t)er« 
jüngt, tjon einem ^)rofiIierten unb mit ^exU unb ®ierfläben 
Derjierten S^^ürgefled umrahmt unb bei reicherer SluSbilbung 
(j. 93. ber berü()mten ®red)t^eiont(}öre) mit einer gefimS* 
artigen SJerbac^ung auf Äonfolen befrönt (gig. 22); bie 
eigentliche £pre toax auiS Vronje, biSmeiten t)ergoIbet. 
Senfler toaren au§er einer öergifterten Sid^töffnung über ber 
2^^üre in ber Siegel leine öor^anben. 

^n ber !^etai(bi(bung ber Säulen unb ®ebä(te l^aben 



£«: 6til bti <Sm^ 




Sig 3& Sita le 



Erdtlbciontblre 



f1(^ nun 3 uetfi^icbene ^auineifen ohn istilarten entrotcfelt, 

gen)5^nU(^ bie ©Sulenorbnungen genannt, unb gmar bie 
bnvifc^e, ionift^e imb focint^if^e, üon benen bie erjlete öor: 
»Ugenb ber frühen, bie te^tere ber fpäten Spotte ünge^Brt, 
bie aber in bec Slütejett nebeneinanbei; Sßeiiuenbung pnben, 
5)ie lotx\ttft ©ä«(e {Sifl. 18 unb 19} pe^t o^ne SBafl« in 
einer flachen Vertiefung be& ©tglobateg, htx geWiffermaSoi 
als gemeinfamec ©äutenfu§ erf^eint. 3>er auä me^term 
forgfättig aufeinanbet gefügten @inäelfiilrfen (fog. Siommetn) 
fpepe^enbe ©(^aft ip not^ oben in einer Slnft^roetlung 
(Entäsis iviaais) uerjilngl (bie eloftif^en UmrigCinien beuten 
ben in ber ©äule niirlfamen (Sejenbrud an) unb mit 16 ober 
"0 jtanneluren f^dßSoi canaliculi Äanä(e) gegtiebert, 
'^en tcnen jenem nur eine ^ante fte^en bleibt, ^un^ 



j 



^orifd^c Drbnung. 



29 



^xnen fd^arfcn ®inf(^nitt (scamillus), oft anij burc^ 2 

ober 3 @infc^nttte, tDtrb oben ber @äulen^al^ {tnotga- 

X'^^iov hypotrachdlium) marficrt, bcr bann mit mehreren 

[d)nta(en klingen (anüli ivTOf*0L£) in5 Äapltäl übergebt. 

iDicfcg befielt ou5 bcmEchlnus fix^^vagJ^h. i. einem SButji 

In ber Sorm eineiS oben loieber eingebogenen S3ierteIflabiS, nnb 

ber quabrotifd^en ÜDedpIotte, bem Abacus fäßagj (3ig. 

19). 3)ie borifc^e ©äule ^ot eine $ö^e öon 5—6 unteren 

jDurd^meffern, eine SSeqüngung öon 

*/^ unterem S)nrd^meffer unb einen 

Slbftonb- öon ÜKittc ju 2Ritte b. i. 

ein ^ntercolumnium = 2\ 

unlerem ©urd^meffer. ?luc^ ber 81 n^ 

tcnj)feiler ijl meijl f u|Io3, erhält 

einen glatten, nnöerjüngten ©d^aft, 

einen aU gan^ flad^eiS 99anb (raivla- 

fascTa taenia) ein lüenig öorfJ)ring* 

enben $ald unb ein Kapital bem 

ber @äute ä^nlid^, ber @d^inu^ 

iebod^ mit bem ^rofil ber über« 

fd^Iagenben SBeDe (xv^ar^ov Ky- 

mation) (gig. 23). 

S)a§ borifd^e (Sebäl! ^at einen glatten, at3 4!antigen 
©teinbatten gebilbeten Slrd^itraö mit einem fc^malen $aß* 
bänbd^en (Tänia) ouf ber Dberfante. ®er barüber liegenbe 
5 r i e § erhält burd^ bie al§ f leine ©tüfepfeilerc^en erfd^einenben 
Srigl^p^en {tQlyÄvq>ot ©reifc^li^e) über ben 51Kitlel« 
linien ber ©äulen unb beren äw^if^^n^^wj«^" ^i«^ lebl^afte 
©lieberung. ®a5 äRotiö berfelben löfi fid^ nad^ unten in 
ber unter bem ^atöglieb beiS Slrd^itratoiS befinblic^en fog. 
£rof)fenregula auf^ fd^malen psttd^en mit 6 2)ro))fen 




gifl. 23. 
^orifd^es ^iitetilapitai. 



30 



3)cr (Stil bcr ©ricd^cti. 



(atayöveg güttae) (fjig. 19). 3)ic jioif^en bcn S^rigtiipjö 
ücgcnben Vertieften fjelbcr, bte SKetöpen f/^evönoLij, errate 
einen gemalten ober ))Iaflifd^en ©c^rnud. 2)er ©eifon r 
ä^nltd^ gegliebert^ inbent auf feiner fc^räg nad^ äugen o^ 
^Sngenben Unterfläc^e über ben SRitteltinien ber 2^rigl^))^ 
unb 2Retopen öieredige platten Don ber SSrcite bcr %^ 
I^p^en t)orfle^en, bte äßütulen^ jebe mit 3 9flet^en nouf 
6 S^ropfen tdit unten an ber 2;ro))fenreguIa. Sn ben 
fd^rägen (SiebelgeflmiS faDen bie SRutuIen toeg. 9[uf bes 
Obergltebe bed ®eifon^ einem ^lättd^en mit ^^matton^ fi|: 
bad @ima (Xraufleifle)^ toelc^eiS in toeid^ nac^ auiStoftrtiS s^ 
fd^mungenem $rop( mit einem aufgemalten $almetten(anl 
ben oberen Slbfd^Iug beiS (Sebälted bilbet. 




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Oftg. 24. ^oiiifc^e ©äulenbafetu 



S)er borifd)e ®li( mad^t in allen feinen teilen ben ©in* 
brudC emfter SBürbe unb ftrenger (Sebnnben^eit. 

^ie toitifc^e (SauIc ift auiS aftatifc^en SSorbilbem enttoidelt. 
©ie fte^t immer auf einem Su§, 8afi3, {anelQa spira) 
(5ig. 24), ber 2 öerfc^iebene ©Übungen aufnjeijl: Bei bcn 
fleinapatifd^en S)en!mälern ru^en auf einer quabratifc^n 
Unterlagsplatte (^lint^e) ein ^o^er, einwärts gej^ogener frci5* 
runber 9ling, ber S^rod^TIuS (xQdxiXos), mei|lmit2 burdj 
V)pelte ^unbfläbd^en getrennten ^o^lfe^Ien toagred^t profi* 



9ntff4e Orbnung. 



31 



liett, nnb botauf bet SBulft ober $fU^[ (tögog Toms), 
eine Fräftige 9{imbi)fattf, ebenfalls ganj ober in [einer unteren 
$aifte Magrei^t tonneliert. ^ie attifi^e föaliS befiehl 
ouä einem unteren giSgeren unb oberen Heineren 9Bul{l 
(Toms) mit einer bojinifi^en liegenben, bur^ ^IStt^eu ge> 
trennten, tief eingejogenen SRunbpIatte (Xvoi^tlud) o^ne 
$Iinlf|e. SDer ©c^oft ift planier als ber bortf^ (tergl. 
3ig. 36) ^bte $9^e ber ©aule ^at baS 8— 9fac^e hti unteren 




grlg. », 3»nil*f Oibuunfl oom Xtaivcl btz Nike apteras lu «tStii 
aiurdjmeffetS, Sieriftngung mit ®ntafiS ~ \—'\„ Smer' 
columntum = 3 untere 3)ur^meffer) , mit 24 tiefer ou8> 
ge^a^Iten fiamieluren gegliebert, jffiifi^ert benen ©lege Bon 
'''.ffonneturenbreite fielen bleiben. Xiie flnnneluren pnb unten 
unb oben auSgerunbet unb enbigen unmittelbar am Slnlauf 
bQto. Ablauf, f^malen buri^ eine ttxm. ^o^itttS^^s. ■(»a.' 
mültlUtt unb ia ein ^Mltc^ übetjetitiöien '!&tÄ«.t\\ss»»!8»- 



32 5>er ©til bre ®rie^nt. 

tai (.'ginnt mit einem aI3 $eTl{lo& gebilbeten ^alärins 
iäotedyaJlog Astragäl), auf lueli^em bec ebenfaQS plaflijil) 
(HS @te[|lab utrjieile @(^(nuS liegt. S}arauf li^t nun 
boä bie iontfc^ i8aun)et[e fo ^atafterijterenbe Solut(n= 
)) [ jt e t {kqcoI — voktaa) , boS fl^ , toie üüS nei^m, 
elaflifi^ein ©toff beftr^enb, m bei 97Iitte einfenft unb an 
beiben ^Seiten um einen Jheif 
boS ünge , f^netfenförmig 
aufcoUt £)ie @ifen jlDifi^Eii 
ben Voluten (eXmeg) val 
bem ^inuS nierben mit 
longgejlielten ^almetten auä- 
gefuQt Üiie ©ettenanfli^i 
beS aüotutenpoiptrS jcigt fielä 
eine Ueti^e, Dtetgeftattige ^ro' 
filiening, bte niei|l bur(4 
einen mittleren, mit Slattroeil 
geft^miiiften 91unb|tab nnb 
banne ^erlfifitii^en |n>tfc|en 
§D^tte^ten gebilbet wirb (Sig 
25unb26) 5E>et »bafuS i|l 
iiebrig unb ald jteilidie 




31b m 



Iiert. Dteic^e fiapttSle (j i8 am ISied)t^eii>n) ermatten juiifi^eii 
©i^inuä unb S3olutenpoIfler no(^ einen mit ^lei^troerl ijer> 
jieiten 9lunbflab unb einen mit emem umlaufenbcii 
^almettentcanj gefi^miicften $al3 (gig 26) Sla bil 
lonifc^e ffapitäl jmei §aupt unb jroei Stebenfeiten t|at, eignet 
tS r«^ ni^t flut füt ffididulen Sei ben ^en^iteraltempelii 
man jld) nun baburd| bag man am SdtapitAI bt( 




glg. 27. ^onil^t« SfetlEcroDlUI ntlt ffianMti«. 

SBotb«' wie bie ©eitenfront als §QiH)tanflt^t Be^aitbette, 
mobur^ bie an ber ^de flc^ flogenben S^oluten eine flacf aiiS' 
wartS gefc^ttieiftf @i^nede bilben. Oig. 26.) 2)ie Unten 
erhalten gleii^ «Jugbilbung wie bie Säulen, gtatten Straft, 
^alS mit ^almettenbaub unb ots jlapitfil einen (Sietjlab, 
batUbet $eijblattfta6 (ß^mntion) unb einen niebrigen %iahtS. 
^ie ionifd^e Sauweife nerttenbet anä) freie 4ecti{|e 
^Feilet mit iSafle, berjüngtem gCottem ©(^aft unb^pitfil, 
ton bem ^ig. 27 eine befonberS häufige 3orm borfUOt, foioie 
a^nlic^ geßaltete fffianbpfetler, bertn Sug> unb J!o))f> 
bilbungen f!c^ an ben SBanben fortfegen. 

^aS tonif(f)e ©etiäll ^at einen in bm nur fe^r mentg 
fibereinonber Borfptingenben Äbfügen geglieberten Htf^itrati, 
ber üü oberen Sbfdilug ein tietned I£iei|latige{1ni3 erhält 
(^ertfi^nur, geräbtattflab unb 
$[ätt(f)en) unb einen glatten bur^< 
laufenben 3tie3 mit pgürtii^en 
ÜDarfleDungen. @in @ievflati mit 
$eilf(^nui; Oermittelt ben Uetiergang 
junt ffranjgefimä, n)el(^e8 rote- ; 
ber 2 ©runbformen aufraeifl, bie ' 
atti[(^<iontf^f, bei Ueli^ei bie 
ftatf auSIobenbe ;^angefi(atte birett 
eiiTtmann. eiUlunbc. 




VHa »8. 

ei[[4. HlanttuWall Dim 

Zuim bei Slnbt in KttfCB. 



34 



TtT em ber ®tttil)m. 



auf bem ^na aufliest, unb bie a^atifd|'tonir^e, bt't wel^n 
ein Sü^fc^nittgefimä bojniifd^engefd^oben »irb (gij 
25 unb 31). S)ie $fingef)Tatte er^JItt bwdt eine fte^lnq 
an ber Uirierflü^ eine fog. Sffiaffetnafe. 3)a8 MrJii 
©icbelflefittiS i|t »te bad JfronjgefimS gebitbet, jebo^ elf« 
3a^nf(^nitt. ^aS in boppett gefdinieifter Pinie, bem Äof 
nies, fnofiliedc unb ntil einem änt^emienbonb (dv»äfnori 
Oecjiette @ima bilbet miebet ben oberen %bf(^(ug btS @(> 

mu (Sfig. 25). 








2utm (tt »Btnbt 


(«0 J(iii)i([ b «loDo Sihlni'i 


jii taiMii). 


iu 8» IM) 



^ei ionift^e @lil erfc^eitit unS burt^ feine freier ge- 
glteberten, anmutigen unb grajiSfen Sortnen tut Eliergleu^ jud | 
borift^en als ein bebeutenb teic^teteä unb fc^ianfereS Squ' 
f^fiem (bergt, ^ig. 18 unb 35) , 

2)ie iDitnt^if^e <Si*lt i|t im luefentlic^en nur eine mttea 
Slufigeftaltung ber borif^en unb lonifc^en fie ^ot eine attifi^ 1 
ionif^e SSofiS mit ^lint^e, ben gleit^en ©t^aft raie bie 
ionifdie SSute, ober ein uöilig neues ßapitäC, m\d^ 
eiftmaU Dan Kallimfichos con ßorintti (um 400 D- £()i.) ' 
«'bilbet norbeu fein foD. 3)ie ©ninbform ^icfflr ^aben idIc 
<i im Sgqptiff^en ®ti[ («Jig. 3) (enncn gelernt. '3>ai \ 



inirjuiiE 



tint^ifi^e Aopitfll befiehl mS einem $«rlfla( alS ^nlSring 

tatragäl), betn nai^ oben geöffneten Slumenfeli^ unb bem 

balaS. ^T SSlumenfeli^ mirb tion ^tont^uSblättern 

Us- 23) flebilbel, bie ^iec jum erflenmal auftreten. Cliti 

fant^uS {aKav9og), iBäien> 

lu, i|^ ein in ©ciei^enlanb 

ib Stauen mitb niai^fenbeä 

■taubengenüf^ä, beffen grD|e, 

elfacfi auSgejoiIte unb fd)fin 

'titipte Glättet Don ben 

iried^en aiS ein neue8 Ox- 

imentntoliD tietWenbet unb, 

jgleit^ biefe ?flanje feine 

laufen treibt, Retß in 53er= 

inbung mit folc^en bargejleQt 

intben). ©8 finb nun umei 

etfrf)iebene gormen Oon lo» 

int^ifc^en flafiilälen j^uunter^ 

Reiben: iDaä eine ^at nur 

ae «Rei^e oon ac^t Mtanl^ii». 

[ättein mit vaij äugen Shtv 

ingcnben ©pigen, jraif^en 

men ebenfoDiele Si^ilfbläts 

T o^ne 9Ianfen bie obere 

läffte ber ^Itfifonn um» 

eiben, unb bariiber einen ^tStmai in CBfiirai« j 

coplierten, quabtatift^ MbatuS (Sig. 29). SBei ber anbci'n 

üufigeien ^im er^SIt M StaphSl jtDei 91ei^en Don ie ai^l 

[fant^uSbtattent fibeteinanber, üuS benen ai^t ^o^e SRonlen 

:rau3roa{^fen, bie paarweife ^boluten btCben, unb ai^l 

einere, anS benen fi^ f almetten entmideln (Sig. 30). 3>« 




36 



4*r Stil bet «rie^n. 



^atu5 t(l atsbann an allen tiifi €eiten na(^ innen gefi^' 
oft QR ben @{fen abgelantet unb fiToftÜert. 'S>it Snti 
lUtb 3il}anbfifeiler erhalten in biefer auf reiche l^vic^ 
abiielenben fflauHKife eint ä^nlid)e Äapitäl* unb 3u|(iift" 
unb einen lannelterten S^aft; in bet ©pStjett gab iw 
bentfelbtn buri^ Slnorbnung eines bertieflen 3nnenf^ 
gmifi^ ffiornieSPäben eine nenaw 
iJta^engliebetunji, bie in ber Menaiffa« 
gUE tRcgel tuitb. ^a» ®ebfi[f riittj 
ficf) nadj bem bet iontf^n OxiM 
{Sia- 31). an ©ttHe bet ©äulen fonW 
bei einjetnen tei(^ bur%ebilbeten ^ 
metfen (j. SB. am EreclitheioQ) meni^ 
li^e @cftalten ald fTtlinten & 
^atqaliben Sßetroenbung (^iS- 3i 
Xiic Otaamentil s>"9 JunS^f^ iil 
(igt|ptifc()en unb aff^tifdien SRotinen ^ 
Bot (ögL 5'fl- 8); iebot^ betflanben i! 
bie Hellenen ineiftet!)aft , biefelben i< 
@eifie i^reS @tild umjumobetn, fo lüi 
lle nl8 [etbftanbige ffilemente erft^im« 
bie but(!^ i^te ^oiie i^otmlioQenbung in 
€il|Ün^eit ben iSefc^auer ü&etrafi^en. lü 
vom «Kailutiiin. ornamentalen Sßei^ietungen otbnen j> 
fheng ber Wid^iteftur unb bet tei^nif^en ijfunltion ber ä 
jelnen @tru(tuiteile untet; i^re @runbftitmen pnb: gle^ 
bänber, nomentUt^ ber 3)ifianbet (Sig. 33), bie ÜbcrfaKenl 
aUeKe, Slnt^eraienbänber, bejle^enb Quä ^atmetten (?j)!tl 
moltti) unb 99 lumenf eichen, bie bur^ tRanTen mit einonli 
uerbunben ftnb unb boä ^fant^uSblatt, Don bem 3ig. 34 (W 
'^enlmal beS ¥^{ihaCe8) bie t^aratterifltF{^ gticd)ifc^ iBitbui 




(Spod^en itnb SenTmfiler. 37 

^ie (Spnä^tn unb bie ^enfmftler* Sn ber Snttoidlung 
r ^edentfc^en Aunfl unterfc^eiben koir^ folgenbe brei @tüfen: 

I. ?}eriobc öon ©olon bis auf ^eriHc« (600—450), 
id) rfd^it bed flrengen <3üU** genannt. @ie ifl bie @))od^e 
S borifd^en @ttIiS, ber ^ter in feiner Sinfad^^eit unb Strenge, 
tüic in ber Schwere ber fjorm bie Uvfprüngtic^feit unb ©e« 
mbcn^eit einer nod^ in ber entmidclung begriffenen Äraft 
im 5lu8bru(f bringt. 3)en!male: Der borifd^c ^eriptcroö 
f^afttjlod bor Slt^ene ^u 9(egina, ber 3(poQotempcI ju Delphi 
nb ber beiS oI^mpifcf)en S^u& ^— h— ^i,^— 
X m\icn, ber ^pät^rale (öcrgl. ifSfSJJSJBIB 
5. 23) ^ofeibontempet gu ^JJä* .^^^^^^ 

um in Unteritalien. 





IL ^criobe öon ^erillcS 
id jur mafebonifd^en Oberl^err« 
^aft (450-330), bie »lüte* w^uenv^na 

cit. S)ie auf bie ^erferfriege 
)Igenbe nationale Sr^ebung ber 
)enettcn brachte ibncn unter ber „„,, ^ ^ 

lüdttid^en Seitung beS toeifen c^<g. 33. 

5taat5manne« ^exxtk», lüeld^em ®c»"«"f aricc^ifcie ©finber. 
eniate Jtünfller toie $^ibiad unb aRneftfleS jur @eite 
anbcn, ba« ^golbene S^^^^^^^^**» ä^^^w tourbe gum 
Rittelpuntt unb erreichte eine tounberbare Aulturs: unb S\xx\\U 
(Ute, bereu Seiftungen bem ^öd^flen beijujä^Ien ftnb, toa^ 
I ber menfd^Iid^e ®ei{i erbad)t unb erfd^affen ^at. ÜDie 
Drifd^en ©ftulen loerben ft^Ianfer gebilbet unb bie ^ttaiU 
formen berfclben verfeinert; bie teid}tere unb elegantere 
)nifd^e unb bie jiertid^e forint^ifd^e @äule finben Eingang 
nb U)erben mit unb ntUn ber borifd^en Dermenbet. ©rog^ 
rtige Denimale entfiammen biefer 3^i^* ^^^ ^art^enoii 



S8 ^ßet SHI tKi «ritten- | 

auf ber 9ft6fion< boii üt^tt, erbaut Don ^ft^nod imb SC 
tniteS 140 b. <£^r. (boiift^ ^enfitnoS »ttafl^IoS ^- 
ÜltoB); bie ^rop^iaen Mn «OhtefttleS, 431 b. e^i.,r 
jur üfcopoIiS fÜ^Knbed ^rat^tt^oi; bei Z^evStempü. ^ 
450 (borifc^ ^etipterog 6ejQpi)[oS) u. ö. o. 3)en »oBwlt 
flen ®[atij entfaCtet bte griec^i^e ^autunft am (Sret^t^ii 
(Sig. 35), bem etgenlli^en fiuttuStemprf btr ©attiii a^c 
an toel^em fed)3 ^ertttt^e attienif^e ^ungfcouenaeflatten : 
£art)atjben ba8 gteiiii^e ©ebälf tragen (Big. 32). 9ui^ 
Aleinaflen, ©icilien unb Unteritalien flnb au8 biefer Qpo: 
^3(^{l bebeutfanie S)enlinfiler et^lten (3KineTi]ateni)Kl 
$riSne, apoDotempel ju SSilet it. a.). 




JSie- 31 @ri;A' laianltueDcnaiRctit (Dam Xinlmil bet Sntihalct tn flibr 
III. ^eriobe, Seit be8 9!iebergQnfl3 6i8 gut UnB 
jo^ung ©rie^nlonbä (330—146). a)er Uintritt bec mi* 
bonif^m Oberffetrf^aft bejeit^net bie Uebevft^rcitung 1« 
^iS^epuntteä bet ^eDenifc^en Sultur. 5)ie äerrflitelen ©t5nu» 
Tmb nii^t me^r ftarf genug, [lif ber tKrniei^li^enben orin 
taliff^en eiitflttffe ju erlue^ren. iJie ffiuii(l mirb in « 
ÜJienjl ber ^errfc^et gefleüt unb entartet immer me^t in ttt 
üugetlic^cr ^ra^tentfaltung. 'S>tx ^ntpelbou tritt jutiiil 
^runtpalüfle, lu;uriüfe ^rioatbauten, Zfjtatei, tltine ^enl 
niäler u. bgl. bilben bie Hauptaufgabe, ^ie fpärli(^en uu 
biefer Spo^e erfialtetten Uebettefle fennjeitfinen ein Serlafj! 



9Ia{Ht 39 

beiS $rin3t))9 ber Solibttat. Sie nationale ^eüenifd^e ftnnf} 
ge^t ftc^tlid^ jurücf, SRit ber @robernng @ried^enlanbd burc^ 
bie fRömer (146 \). &)X.) fle^t fte Dor intern Snbe. 

^te gttei^ifi^e ^laftif Inü))ft ebenfo toie bie SBautunjt 

an bad S9i(b ber ®ötter an. üDie ©öttergefialten bilben 

ben Snbcgriff ber pd)ften 3bcale fdiönfler, öottfornmcnfter 

@rf (Meinungen , fo mt fte ^omer in feinen ®efängen 

Der^errlid^t. S)te einfädle, ungefünfteUe ©eivanbung ber 

©riechen ^ bie nur auf baiS @c^5ne gerichtete Srjie^ung 

beS äSolfeS ertDiei^ fid^ einer ^o^en (Sntmidtetung ber 

93itbl^atter!unß befonberiS günfiig. S)aiS (Streben nac^ ber 

jDarfteKung ber ©ötter in DoQenbeter @c^ön^eit führte ju 

einem aSgemeinen ©c^önl^eitSibeal, baiS ftd^ in einer munber« 

ooUen SörperbUbung unb bem „griet^ifc^en ^roftl'' aud))rägt, 

in toetc^em aQerbingd me^r ®ei{l unb @innlic^teit, atö ©eeleni 

regungen unb Stimmungen ^um Sudbrudt fommen. %nij 

ha, too bie IJugenb ober bie flarle SRännlid^feit, bad jarte 

äBeibtid^e ober baS ©reifenalter bar^ufietlen ftnb, entfte^en 

@^ara!tertt)pen o^ne ^biüibuaüfierung. SerounbernSkoert ift 

bie äluffaffung be^ SEBefentUc^en unb ber ftrenge Sudfd^lug 

bci^ bieg 3"fönigen; in biefer SSe^ie^ung flehen bie griec^i« 

fc^en Silbroerte biiS ^eute unerreid^t unb unübertroffen ba 

(gig. 32 unb 36). 

Sud^ ^ier fönnen wir brei ®pod^en unterfc^ciben ; bie 
erjte(£pod^e, öon 600—450, ift gefcnnjeid^net burd^ bie 
»ilbwerle öon äegina, ber 3nfe( fübtoefllic^ öon «t^en, 
auf ber pd^ bie erjic gried^ifc^e Äunfl entroidfelte. 3n ber 
fteifen Körperhaltung, ber ^rofilfteOung ber %^^ unb ber 
^aartrac^t jeigen jlc^ bie jiarfen (Sinflüffe ber alten orienta« 
Uf(^ Äunfl. üDie aufgeriffenen Äugen, bod ftarre, faft ab» 
fc^redCenb bUbe Säckeln im ®eftd§tSaudbruii. tmb bie übct^ 




40 ^er iStQ bet 9titi^tn. 

tcitbene 3)IitStiiIatuc getoi bitfem frtt^flen [09. ,aiil^Qif<^ti 
•Stil" bet stiet^ifi^ $(aflit ba8 @e))rBge. (VpoHo mm 
ZiniA, aRünt^fn.) Sinen eminenttn gortfi^ritt ^elleti bit 
©iebtl^tuen btS itt^enetempttd gu Regina bor (^Onc^), 
cttna 500 b. S^r., bie in Jtil[)}ei^a(tuiig unb äRuSIuIatiii 
einen ifoiien ®rab von SoQenbung tmiifcn. ^tefe unb ia 
SBerte Don FythJigorag au8 Bheglon, fönte Don Myroo 
C^iiSfuSmevfer) bilben ben Ufbetgang gur 

3n>eiten f&podft (ca. 
450—330), bet ffltatejeit, 
bie tultmgefd^id^tli^ buti^ bal 
pmflei^iit 3eitaltei ^atatteii' 
pett ift, in Welc^m gorttc 
gnobete SünfKet bie ^etrlii^^ni 
SBetfe juT SuSfa^tung frtingen: 
Ftiidios (%t^ena $römä^o>, 
20 m ^odi auf bet AkropoliB 
Don Sl^en aufgefteHt; Hl^ena 
^OTt^enoS im $atl^non, u. 
D. 0.) ; Folyklät Don Slrgoi 
{^evabitb ju MtfloS Don ©olb- 
elfenbein, b. f). bie unBebedten 
®ilt))etteile Don Slfenbein fibei einem ^Ijernen ßetn, Waffen, 
<$(i]mu[t unb ©euonbung Don @o(b] ; Alkämenes (bem bie^era 
SuboBifi gugefdjrieben ratrb), Paionlos (©iebelgtuplie föt ben 
3eudtempet ju Oltjntpta.) — ^m erfien Xnittel beS 4. 3a^r< 
^unbettS entnidelt fi^ eine eigene jüngere @(^u[e, bie ft(^ 
Don bet ^ti^ttettut unabhängig ma<^t unb t^t ^uptaugen' 
meif auf bie Sutflellung bet in blü^enbflet ^ugenb geborten 
(»Ktt« ISrod, »poDo u. bgl., Übet^aupt bed SletjDoQen, ti^tet. 
Qaitt>tuetttetR (inb: Skopas (ät^tOau$= u. 91tÖlie>(?) 




S^alerd. 41 

)tuppe), Praxiteles Doti Kt^n (Sp^robtte), Lysippos Don 
^ikyon (^rane^flatuen, $ortr5t6üjlen oon 9lejranber b. ®r.). 

3n ber brttten (Spod^e (330—146) tourbe bitrd^ 
Xle^anber b. @r. unb feine ^lad^folger bie ßunfl stoor eifrig 
tiettergepficgt; aber baburd^, bog bie ^eDenifd^e ^Uur and) 
luf anbem 8oben, nac^ Seg^pten unb ^(etnaflen, Derpftanjt 
nvLxhe, Derlor fte aHmS^Ud^ i^re 9lein§ett unb i^ren natio* 
talen S§ara!ter. iR^oboiS, ^ergamum unb @p§efud werben 
)te (Centralen ber fptttgriec^tfc^en JfunfL (Sine befonbete 
ßorliebe für ^oloffalftatuen, für bie S)QrfieIIung beiS !^eiben« 
'c^aftlid^en unb beiS ©d^merjeiS, fomie für ^ortrfttflatuen 
;^oIog Don iR^oboiS, über 30 m ^od^, in @r} gegoffen, 
farneftfd^er ®tier, Saofoongruppe, @tanbbi(b beiS Sop^otleiS) 
Fennjeid^net biefe le^te ^eriobe ber griec^ifc^en $(afiif. 

^ie grie^if^e SRalerei tritt junäd^jl in ben SDienfl ber 
Baulunfl. S)ie borifd^en Stempel erhalten urfprüngtid^ eim 
oarnte, ^ellgetbe Siönung, unb au|erbeni werben bie ein« 
lelnen ©trufturgtieber an ben Aopitftlen unb ®ebälfen mit ben 
)ie ted^nifd^en Munitionen berfelben bejeid^nenben Omantenten 
n meifl braunroter unb blauer ^axie befonberiS ^erDorge^oben. 
Uiit beut Sor^enfd^en beiS plaflifd^en ^rinjtpd ber ionifc^en 
tnb lorint^ifd^en Sautoeife tritt bie SRalerei jurüdt unb n)irb 
iU einer felbßftnbigen Aunßübung. 3)iefelbe bebient fld^ ber 
!nfauflifc^en SRaltec^nif (Auftrag Don ermftrmten SBad^iSfarben) 
tnb beginnt mit reltefartigen ÜDarfleOungen (o^ne ©d^atten« 
mb Sarbenabtönungen) auiS bem ®ebtete beiS ©ötterm^t^ud 
mb ber ^elbenfage. S)ie bebeutenbflen jlünfiler flnb: 
Polygaötos (um 460), ber mehrere Prachtbauten in ^tf^^n 
mtOemälben fd^müdtte; Apollodöros, ber „©d^attenmater'', 
)cr bereite bie Sid^ttt)ir!ungen berüdtfic^tigte; Zeuxis (um 400). 
Der ba§ fReijDoae unb bie Snmut^ toeiblic^er (Srfd^einungcn 



43 t>tx €til ber Vnti^x. 

cet^eitlti^te; Pairhästos, bei; nfte ü&arfleSer betoegtcr iSe 
tnüt«)u|Uitbe, unb Ap«llu (356—308 t>. S^c), bei ^orbJl 
mal« SI(e;ant)nS beS ©rogen, bec in üuffaffung unb %tiß 
ben ®i))ftl))iinn bn gne(^tf{l^n 3RaIeiei erretdit«. $i> 
Sltepinbn b. ®t. lennjei^ncn bie SkmSlbe Don Pinikt 
mitSJtlbeni aus bem tUgli^n Sebeti (.et motte SBatbiei' 
©duflerbuben") Die etufe beS Sei'faQd. 




Mydri». Urro 

Sie Sleinlflnftt bleiben in i^rer (Sntui^etnng ^tnter in 
botien fiunfl ni^t jurüct. '^te ©riechen Üben f<^on bfl 
®emmen> unb <Stem)>elfc^nitt unb jmac fotoo^l in 
erhabenen tJFOmien (Samun), a[9 ouc^ Dcrtteft Onloglien. 
@tnen beiDunbernStoetlen ^S^liiinft meieren fte aber in in 
@efagbt(bnerei (Seiamit), mit ber fie unS nii^t nui 
bunfi bie iDD^lbnn^ba^te tlcoi^mgebung unb OrnotnentatiDiL 
fonbetn aaä) bur«^ bie gein^it unb ©c^Sn^eit ber 3ei^niin! 
Oerabeju übenoft^en. ^ ^ig. 37 ftnb bie nic^tig^n tfonnfl 
ber güiei^ifcöen 3Jafen borflefiletlt : 

a) Ampliora, ©efäfe für Oel, 3Bein u. bflt., 

1>) Krater, aWif^etäp, 



neinlünltc. 

o) TTrno, «f^cngefflg, 

d) Hydria, SBafTergefäS, 

e) Oinochoe, Aanne für SBein :c., 
() Lekythoa, ©aI6gefä6, 
g) Kjlii, Jrinffltfäfi, 
h) Kaatharoa, Irinlf^lt, 
i) Ehytoa, Zxiaitjom. 
^ie iße^anbtung biefei 9}a> 

fcn lagt jmci oerfd^itbene ©ttl* 
arten eufennen: ben fog. alten 
@tU {bis 450 D. e^r.) mil 
((^loatjen ijiguren auf totem 
S^^ongntnbe unb t>en ft^Bnen 
obei; reichen @tit mit roten 
ftgürlti^en ÜDocfteaungen auf 
gläi^enb [(^tDOtjem @ntnbt. 
(gig. 38.) ©pätec treten no^ 
anbete färben, namentli^ ineiEi 
unb fieQgelb, ^inju, fornie Ucbei' 
Übungen mit reichen SCmnen' 
Qewinben, an benen fit^ fcembe 
€infmffe bcmeilbar mac^n, unb 
bie ju einem neuen @ti[ fß^ren, 
bei: ftine f)^ßt SlUte gur 3eit ber SflBmet^i 




jeigt. 



"Zin Stil ber tRSmcr. 
tlrof) gleii^jettig mit ben erften Anfängen ber grie(^ifc()en 
jhtn|l auf bem äugerflen ©üboflen (SuropaS entnii<&lt fi^ iu 
galten, ber mittleren ^albinfel beS eurofiaifc^ @üt>en«, 
bie in i^rer Soge, bem fflttma unb ber ganjen 9Iatur bei 
SanbeS fo man^ äleiinti^teit mit ©liet^enlanb aufmeifl. 



44 3)cr Stil her IRömcr. 

eine eigentümliche fßaum\\c, meiere für bte Srd^tteltur ber 
SRörner ebenfo bebeutfam mirb, toie bte ard^atfc^e ^unfi fili 
bte ber ^eQenen. (Sd if! baiS bte Aunft ber alten @truiS!er, 
bte in grauer Sorjeit avi9 bnnOer ^erfunft in Strurten eis^ 
manberten, jenen leiten l^ftnberftreden jmifc^en ben Slpen^ 
ninen, beut Ziber unb bent Hgurifd^en äReer, Don benen boS 
l^eutige Zo8>tana nod^ einen grof en Zeil barfteüt, itnb tnelc^ 
fc^on bei beginn bed legten ^a^rtaufenbd t)or S^rtffatd nac^ 
^erfd^meljung mit ber angeflammten SeDöHerung einen etge« 
nen @taat bilben, ber um bie 3^it ber ®rünbung Storni 
unb ber erjlen römtfd^en Könige ju feiner ^öc^flen WHadiU 
entfattung gelangt. Wlit bem Slnfang beiS 5. S^^r^unbertS 
t). S^r. beginnen bie garten JfSmpfe mit ben eroberung^ 
füd^tigen 9{5mern, in meldten fte fd^Ueflic^ nad^ fci^n)erev 
9tieberlagen DöQtg aufgellen.«. Unb fo berfc^minben bie alten 
@truiS!er fafl fpurloiS a\x& ber äBeltgefd^id^te, i^re ted^nifc^en 
(Srrungenfc^aften, mit benen fle ftd^ einen bleibenben IDenfflein 
in ber ©efd^id^te ber 83au(unfl ermorben ^aben, ben Slömertt 
überlaffenb. 

!£)ie 93ebeutung ber etrudlifd^en ^nfl liegt nic^t etxoa 
in ber ilu^bilbung eineiS beftimmten t$ormen!retfed ober eigen« 
artiger SSaut^pen, bte fpäter DorbilbUd^ geworben n)ären; in 
ben Siempelbauten^ ber 93i(bnerei, SDtaleret^ ben Safen unb 
ber ganzen Aleinfunfl madftt fid^ eine fe^r frü^e Uebertragung 
ber gried^tfd^^arc^aifd^en ßunfl unter p^önijifd^en (Sinflüffen 
bemerlbar, unb in ben grof en ®rabbauten, teils tfelfengräbern, 
teils freijle^enben fegeiförmigen 93auten, jeigt ftd^ fo manche 
auffaUenbe Uebereinflimmung mit ben ^uffaffungen unb 
büftern SteligiondDorfleHungen ber orientalifd^en SöKer. Stuf 
feinem biefer ®ebtete l^aben jieboc^ bie @truS!er eine befonberS 

'^tufe erreid^t. 3^ve ®tärfe liegt Dielme^r in ben grog« 



ffiunfi ber (StruiSler. 



45 



artigen SCui^ffi^rungett für bte S^dt he^ gemeinfamen 9?u^end, 

ben Sauten für bte ^tugregelungen^ @ntn)äfferungen, RanaU 

unb Srüdenbauten u. bgL, nnb auf biefem (gebiete finben 

fte ben®d^tüffe( }u einem ganj neuen ted^nifd^en Serfa^ren, 

boiS in ber 3utunft )u bec folgenretd^flen Snüuidelung füi^ren 

follte^ 3U bem ®en)ölbebau. SBenn anij bie 3bee für bte 

^erfiellmtg bon Ueberbedungen burc^ Slntt)enbung t)on RtiU 

fteinen fd^on bei ben Seg^ptem unb 3lfft)rern gefunben tvirb, 

fo toaren bie (EtruiSler bo^ bte erfien^ bie i^r nid^t nur ein 

SRoment eigentümltd^er äfl^eiifc^er 

®ntn)id(elung abgewonnen ^aben, 

fonbern fte aud^ gleid^jcittg burd) 

grogartige unb !ü§ne Sauten in 

ber ^xaj^'\§ t)ern)trl(id^t l^aben, fo 

bag bie ganje @ett)öI6eted^nif ^ier 

t^ren 3[uiSgangiS))unft ^at. Sn ben 

iDtc^ttgflen ÜDenIntalen bed frühen 

etrudlifd^en ©emölbebaueS , ber 

Porta deir Arco, einem uralten ?J«flM. a:ö"6oacnau5Coftfrf« 

Sl^ore bon Soltcrra (Sig.39), bcmfog.lullianum mit bem bar« 
über befinbKd^en CarcerMamertinus (ein OueUenbe^älter mit 
Iteberbau, ber als ©efängniiS biente) am Slb^ange beiS fapi« 
tolinifd^en SergeiS unb namentlich ber merfmürbigen Cloaca 
maxima^ einem ca. 190 m langen, 3,5 m breiten unb 4,5 m 
^o^en, ganj eingemStbten Sbgugdlanal in 9lom, ber n)o^I um 
600 t). E^r. entjianben ifl, geigt fld^ nid^t nur in ben ber« 
f(^iebenen formen ber angett)anblen SEBöIbungen (eiS lommen 
außer ben SRunbbögen fd^on %laij* unb ©pifebögen öor), 
fonbem aud^ in ber gangen SuiSfü^rungdart eine reiflich 
burd^gebilbete 2:ed^ni!, bie lange Erfahrungen torauiSfe^t. 
2)ie 9{ömer, beren 9lei(( axA Ileinen an ben @reng« 




52 ®" ©HI bn Wamer. 

man bte untere, jiDif^n bcn ^<ipitillen fceitiegenbe W^ 
ebenfaOd ju beleben boDuti^, ba| man eine sertiefte SiUluat 
j»tfd|en ^roftlfiöben onwbnete unb jle mit plapifc^ äp 
jterungen fi^müifte. Xm BneS uiib aufS reii^ße mit figii< 
li^em unb ontonuntalem ©i^mudmei:! ouögtftatlel. Si« 
neuartige aSeiterentmidetung et^tt boS tdinif4>t 
l^iff^e JEtanggef imS: '3)ie flarl auSlabenbe platte ruh 
ouf einer fortgeleCltn iRei^liegenberffionfoIen, bie au|w 
elegant aie bopfKlte Solute geformt unb mit iBIatlnctt 
trünenbem $rofiI|lfib(^en gefc^nuidt finb. X)ie platte feU>n 
mirb an i^ret Unterflätt^ 
in ben giuifi^en ben ^dh^ 
foLen liegenben Selber; 
bu«^ Dertiefte fiaffettii 
teilet ou8ge|ta[tet 3)uni 
biefe Aonfolenrei^, rntto 
Deli^r oft nod) ein 3<4' 
' fdinitt ^intüuft, mirb biä 
ben iSau trSnenbe ^oittii' 
gefimB ju äußerfi mirlunflPooHet ^rac^l gepeigert (JJig. 49). (Siiw 
neniget glüifli(^en gehonten Ratten bie SßSmeT bei ^ermn' 
bung beS in ijjg. 47 bacgeflenten fog. J{Dm))Dfitta))itS[^. 
baS aus ber torint^if^en unb ionifc^en ^nrm jufommengeiefi 
fc^int unb in bet uitorganif(^en Seibinbung ba8 [ebigliA 
auf Entfaltung fiuleren (SlanjeS berechnete Streben bei 
cömift^n %)aunieifter in ber Jtaiferjeit fe^r fpre^enb ju» 
KuSbrud bringt, ^arin tiegt au^ eine Srnflnuig für \m 
ouffaUenbe $et;ierungSfu^t, bie an aQen Saugliebem, »in 
ber ^lint^e beS ®äulenfnge£ bi« ^vx obetften ftante M 
'^njgefimfe?, in Sage tritt; bie bei ben ©deinen fo fein 
etoogenen, in runben ober neüenfScmtgeii Profilen Qtfyäf 




(ocmcn bei eingcEnen Smigti^t. 



63 



:enen ^tiuflurteile brr ©dulnt unb @rfbnfe tofrltn nii^ 
luc unDtr^UntSmfigig »etgröEtcrt fonbcnt hik^ mit einen 
irnamentaten <Sd)inucfn>err Sberiaben, in bau i^ tn^ift^ 
$uiiTttDn fa|l nt^t me^r ju ertemien tfl. 

On biffem aQgemtintn gu^i^iängen btS lonfteuhtMit 
Prinzips oediert bie ©fiule an i^rec ui:ff>i:fiDgIi(^n ^beuliiiig 
tnb finft itnmei metfr ju einem rein bcToTatiKn Clemail 



rm:. 



Eüfl. ■ 




Hlini|4'(i)ilntt. RoiitDliiiacri 



^erati. ®ie loiib als Sanbfäute entneber ganj ober 
als ^aßt' ober ^reiöiettetfaute jut SSelebung b« IDtauec' 
flächen Doi biefelben gejlelll unb erhält bann ein ^flament, 
beti fofi- @Sutenflu^(, bei für fi^ »«ieber mit 'Bodtl unb 
'S>edplaiU Derfe^en ifl. Xaä &eb5U läuft bann alS @ef tm# 
in bet SBanb fort unb er^Slt über bem J^otiitäl einen Soc> 
ffirung Don b«r breite unb StuSIobung btS ^üuUniätaittS, 



unb um faiefen Sorfprung werben bmm He ©erimfe «&■ 
minfelig ^raimgefölirt, b. % oetlrapft. 5Die ftatten &■ 
fimSttetfrÜpfungoi machen fine «upsfnng bi8 ouffhebfn^- 
SHWiD« her ©äule« notwenbtg, unb fo erri^lete man übe 




j 60 XnuDW^&ojfn bei ftonnanlin 



bem @eba(t auf beti SeihiJpFungen niebere ^oflatncnle tk 
Pfeiler (Bon etnio '/, Oef^og^B^e) unb Derbanb biefcttt 
buTi^ einen mtt feinen @efimfen gegtteberten unb mit ord 
mentalem unb figutli^em @(^miuf oeife^enen äßanbauflui 
moburt^ bie «tt[(a enlflanb {Sig. 50) 

aSei bietet auf teb^ofte glot^engliebetimg abjielen^ 
-c^iteltomfiHen ÄuSgefiattung war e8 na^eliegenb, cm ©td 



®etodIBebau. 55 

ber äBanbfänIett ober in Serbtnbung mit btefen aaij 9Banb« 
Pfeiler ober $t(afler }u bertoenben. ÜDiefelben erhalten 
bte gleid^e f^ug« unb jfapitftlbilbitng tote bie ©fiulen ber gu« 
gel^örigen Drbnung itnb einen nnDerjjüngten (Bdjafi, beffen 
SSorberfläd^e mit 7 Aanneluren auf bie ganje i^d^e ober bie 
oberen '/g berfe^en ift ober and) ein Don Aarniedfiaben um- 
rahm teiS Dertiefted l^nnenfelb erl^ält mit entf))red^enben 
SüHungSornamenten. (SSgl. fjig. 142.) 

'^ie r5mif4e SudbUbung ber Src^itraDbecfen unter» 
fd^eibet ftd| nid^t mefentfid^ Don ber griec^ifd^en; au4 bie 
©iebelbilbungen unb !S)Qd^etnbe(Iungen fUib, cb^ 
gefe^en Don ber burd^ bad weniger mitbe JlUma gebotenen 
etiüoiS fleileren S)ad^netgung, im grogen ©angen bie gfei^n 
toie bod. 

^er (Bmbththau. SWS bem bid^r Sntttidfelfen fe^en 

mx, bag bieSRömerin i^rer ard^iteltonifd^ Formgebung 

in DöQiger Sb^öngigtett Don ben ®ried^en geblieben finb- 

^nberiS Derl^öU eiS fic^ mit ber fonfiruftiDen @eite ber 

Saulunf}. $ier ^aben fie burd^ Sufno^me eineiS DdSig ntnen 

ßlementS, ber Don ben (StruiSlem fc^on geübten ^erfieSung 

eines ftc^ frei trogenben SSogeniS avS Aeilfteinen, bie 9ant 

funfl auf ba$ bebeutfamfle beretd^ert. Unb mnn eS i^nen 

auc^ ni^t Dergönnt loar, biefed ^od^mid^tige (Element and 

eigener ^aft }u fd§affen, fo ^aben fie t§ bod^ jn einem 

l^o^en ®rab fünfllerifc^er !S)urd^bi(bung geführt, unb barin 

liegt ber ^ijtottpvmfi ber römifc^en Aunjl. Son nun an 

n}ar man in ber l^age, meite Stäume burc^ (£intt)ölbung }u 

übcrbedfen, tt)S^renb man bid^r in ber raumbilbenben j£§ftfig< 

feit auf bie engen, Don ber geringen Siragfä^igfeit ber ©tein^ 

balfen gei^ogenen ©renjen befd^ränft »ar. 2)ie Src^itettut 

Derlievt baburd^ i^re bisherige Sinfcitigfeit, eine. ^an)>tftt(^Ii(^ 



^et Gtil bcr Samcr. 

formale Auitfl gu fein, fie trb 
m ben SDienp bea ^roThiifta 
unb 9ifi&li<^n unb tM 
[ii^l mit bfti neuen ^afgmtttdt 
bie grofaitigeit ©ebanlen bc 
kirnet ut einer fSk^t iit 
i)eule noi^ unfere ^ot^flt 9t- 
iDunbentng eiregt 3i»<^4< 
roerben bit einen Itegenben $albtqlinber barfteüenbc 
Zontttn^tmblbt »ermenbet gut Uel>etfponnung oeilei 
91äume mil ret^tedigem ®runbn| ^a tuo jmei gtei^bnin 
Slitume i 9 @hiige ce^trointetig fli^ fueujen bur^bttngn 
f!{^ aui^ bie Sonnenqetvolbe in jmei f[(^ bmgonal freuginiia 
fng ©ratlinien iSaburc^ eilft^^t nun baS ^teujgt- 
ublbe melf^eS feinen ganjen 3>cu(I auf bie uiec Sdpuntß 
uberttdgt, bi; bur^ hrafhge $feita untctjlilgt uetben, oi^ 




n Gl fftcujacMMh 




TaS tOmilffte fflouf^Ilem. 67 

totb bn; ganje filiitge Staum offen bleiben fann, unb Wrl(^ 

olfa eine fe^ geeignete Uefiertcitung qtiabtatif^ Staunte 

bilbel (iliig- 51). 3Ran begnflgte Ti^ ieboi^ ni(^t mit biefen 

^enillbeformen, fonbem ffi^tte balb not^ eine neue ein, t>a8 

£u))f)eIge)DÖ[be, »eld)e8 

fid| in ber tJForm einer ^alc 

ben ffugel itber einem tceiS' 

tunben Unteiban ergebt unb 

oft in getualtigen 3>inieni 

fionen ausgeführt würbe 

(bie Stup!^l be« $ant^eon9 

inSlont, 25n.S^r. erbaut, 

^ot einen Itd^ten 3)ui^* 

nteffec Don 45 m). Slie 

@en3tbe tourben auf (ciifti> 

gen SBiberlogSmaueni in 

leichtem SRatrrial (3icgel 

ober Siuffftein) auägefil^ 

unb erhielten auf ber 3n> 

nenflfi^ einen in @lu(f 

^ergeftdlten fiugerfl nptr> 

InngdooDen ftaffetteua 

\dtaiad (Sig. 52). 

Sias tSMif^cSanfqftcnt. 
»uä ber $er6inbung 
beg®en)i)lbetiaue4 mit 
bem ^ellcnifc^en tJots 
mentreiS entluiifelte [idf 
nun ita§ neue iBauf^flem ber 
SR9nier,bad }ur ©runbloge wuAt fQi bie gefamte Slr^iteHur ber 
JSoIgejeit %k ^erfleHung fefier mit bem flanjen ^uwerf 




58 



Dec €KI bn SlilmtT. 



jufatnmeti^Itigenba ^«fen gcftatlde bit 9uffü^rtiii) 
mefirflBttiger @ebaube Oig 53} unt> bie Slönm 
^abtn »Ott biefcT 3Rogfrd|fnt ouSgiebgctt @kbcau(^ getnad:' 
©ie SnntiRen tine äugen Snttrilung ber @c|(4offe bunt 
Stodgefimfe unb Kertpenbelen bann bie bret iSJSuIenocfe' 
nnngen i^m ^Sfyixatter eiitf)irec^enb fibeiemaitbei im unica 




Sig St Snntntcfaiatian Dsm S« 't»" t» Ho«' 

€ti>(liverl bie bort|rf|e tm jtDetten bie lomfcEte unb tu 

britteit bie fonnt^ifcfie War etn metteS Stotttoerf Dgr> 

^anbtn (JtoCofTeunt) fo erhielt btefef bte foiint^tfrfie $i(a^ci> 

'nung 5Diefe ?lu(einaiiberfotge tjl gu einet Mribenb» 

tt genoibcn. 



t)ae Ontamtnt 



59 



3)iii(^ bie ißtla|lei unb @SuIen unb beten ®efimfe 
würben bie 3[u|cnf[a((en in Selbec eingeteilt, in benen bie 
Oeffnungen für bie ÜE^Üten unb Senfler fi(^ beliebig bur^> 
brec^ liegen Slenn man Idoi Von nun an au<^ fiir bie 
iDZaiieroffnuti^ien an teine befhmmien Sbmeffungen me^i 
gebunben, man libeiwillble fle unb umrahmte bie 9lunbung 
mit einem im ^albtrciä gebogenen ^tn^itran, ber fo jur 
^Ti^itiolte nurbe, bte meift auf emem burdjlaufcnben 
ßampfeigcfiinS ouffiBt (^ig 50) Sicfet 9iuiibbogen» 




fc^Cug ber Ziiüt' irnb iJenfleiSffnungen ijl bie im rümi[<^en 
(Stil gebrSu(^Ii[^f)e i$omi; feiten toetben biefelben mit tDag< 
re^tem Stuij überbecti unb bann fletä na^ bem Sotbilb 
ber gtie^if(f)en lennwlt^iiren (f. b.) umrahmt. 

S)U ^nnenbelDralisncK jeigen im allgemeinen eine in 
^onnoi ober ©tuif auSgef&^Tte Uebertragung ber üugcren 
ard)itefturFonneB (SHg- 54). 

9al CrnamtKt tritt afS äSerjierung ber Saugliebet bei 
ben Sldmem uiel me^t in ben SJotbetgrunb, ali bei ben 



CO 



I)*r ©tit btr fflOiitn. 



®ri(^fn. '^aS am ^äuftg|leti t>ei:n)enbtte 3Rottti ifl haS Vta» 
t^Matt, haS jebo^ in feinen formen bebeutenb voller e::^ 
fit>p)get lie^aiibetl loiib iinb in ber ^ufung unb äBiel«' 
^oluni) bec foiltaufenben 93err<4I'XSifi9'" »"^ Stanfen r^ 
ermübenb wirR (Sig. 55). an* 
(Si^enlaub, ÜotbeeirbUttet, @p^r 
3Sein{aub, Halmen, ^inienjopin 
u. bgl. »erben Dermenbet itnb tain 
in 9!erbinbung mit !B[umeRgeatnbeii, 
bie oft jRiifi^en Slinberfi^Sbetn aufgC' 
f|Sngt »erben. Ilaiieben bilben, it- 
fonberg für fenfrec^te SEBanb^ieft. 
ffianbelabers, Siafeni unb Sampenf«^ 
men, :£i:ot)^aen, (Steife unb ftgürlii^i 
@(^niutf, bun^ dlanfen ' unb Slntt' 
werf unterein^nber Verbunbtn, fe^i 
beliebte Dmamentmotiue (t^ig- 55, 
56, 61 u. 62). 

"Siie t)on ben ©rieben fc^on 

geübte äßofailtei^ntf mitb Don 

ben SlBtnem gu ^üdjfler SoDenbung 

gebta#; nii^t nur geometcif^e ^^ 

{1er, fonbern aud) DoQfianbige Orna> 

mente mit iBIumeni unb Sterformen, 

JQ foflor ^enf^en> unb ©Sttergeftolten 

unb ganje @emaibe mürben in ver> 

f^iebenf arbigen ©teinc^en in <Senienl> 

«ig. 56, Siin oui Bünnieji. gu^ gufammengefeöt unb für Sflben 

in !Eepl)id)form, aber auc^ für aBänbe unb ©ematbc öetmenbcl- 

S)tt ^{aftit bCetbt bei ber ttiiebecliott angebeuteten S3tt 

■QuRg bet Wttitx w}ii uiel auSgeffirot^enei, aU bic 



WailiT. 



ei 



rc^itetlonifci^e Formgebung, in einem Xti^ngigleitäUerliSItniS 
u ben @riecf|en. ®o üft o6ct bei ber SJrunlfut^t nnb bem 
uxdi ben oeifeinetten !feben3gemtg gefletgetten Su^ bie 
nanniflfaltiflpen ÄufttSge ju teil toetben, fo erlebt bie 
riec^tf^ ^n|l in Slom eine Sia^MDte, auä bec SBeite 




tttg. 6T. Statut tieS SugiiRnl. 

oon tounbeibaiR SSonenbung ^erooige^, bie ieboi^ fli(i|ltft^ 
infofem eine oHntS^ti^e Sboett^ung Don ber ^etienifd^en 
Stuffoffung oerrnten, als an SteHe ber t^folut ft^ön^eitSoolIen 
^ocmoollenbung ein beobfic^tigter, oft Überrafc^enber (Effett 
getreten ift CZler fameflfi^e ^eratleS Don @lQ!on, ber 
gtufigott 9Iil im $ati(an, bie roffebänbigenben S^iofitiiren 




63 ^er @ttl ber SlOmet. 

Don aRonte (^aDaUo }u Siont/ bie fd^lafenbe Vriabne ii 
Satüan, ein SBerf Don l^o^ ^nmut). 

Sine neue, ganj auf tömifc^er $(uffQffung enttDtdellB 
gtid^tung er^äU bte ^lofUf auf beut ©ebtete ber ^orträti 
btibneret, ju ber oft Detfd^iebenf arbige Steine berioenbd: 
merben, bie in ben @tatuen beiS XntinouiS im SSatüan, bfll 
älgripptna }u 9!eapel, ber fog. ^ubtcitia im Satitan, b« 
aKarmorftatue be8 ^ugufb« (gig. 57) unb Dielen Äaiferbü|lai 
ganj ^eroorrogenbe« leipet (gig. 58). 

"änij ber ^iflorifd^en SDarftel« 
tung n)trb Don ben 9löment ein et» 
gtebiged t^elb gugetoiefen jur Ser^* 
tic^ung ber Irtegerifc^en Striump^e bd 
Imperators an ben S^riump^bogen unb 
(S^renfftulen. allein bie älufna^me biefd 
realifüfd^en Sw^' ^^^ ^^ möglic^f^ 
mA%aiba. &^^^^^^ SBiebergabe ber SBirüic^fen 

{hebt, bebeutet für bte römifc^e $laP 
ben beginn bed S^iebergangiS ; in ber f^iguten^ftufung, ber 
gar ju {harten äbfiufung ber aRobedierung unb Sertiefuni) 
bed ^inlergrunbeS tritt ber S)?ange( einer ebteren ^bealitot 
immer mel^r l^erDor. 3fuc^ bie S^ec^nit tt)irb immer fd^lec^tec. 
®o flnft bie römifc^e )@tlbnerei fc^neU abtoärtS, unb um 
3eit ßonßantinS b. ®r. (@nbe beiS Dierten Sal^rl^unbert^ 
n. S^r.) ift fte auf ber @tufe einer DöUtg ^anbtt)ertdm&|igai 
Sermilberung angelommen. 

^te 9Ra(eret geigt uniS gonj benfelben SnttDidtung^gans 

auig ber griec^ifc^en ßunft, tt)ie bie ^laßif, eneid^t aber 

in ben im 3. 79 n. S^r. Derfc^ütteten @täbten Pompeji 

'*nb $er!ulanum in ber betoratiDen SRalerei eine felb« 

tbige aReifierfd^aft; ^ier ^atte ber prad^tliebenbe römtfc^ 



JHeinMnlte. » 

Beip einen molwifdien «v^lelturfW geff^ff« («ig. 59), b« 
»eltbem bie SBanbe in ein briebteä ©pttl peifpeWoif.^ 
anb oft rtantollift^t 6c^inat<^itetWr onfgdBfl (inb, md 
ianbf^lic^n otet figütHdjen fioinTioritifuen im aSrttdttlb 
;3i9. 60), in öufeeifl forbtn' 
itoljer Se^nbtnng unb 
ein« Dtnomentil, bif, jn)i= 
f^en ber giia^if^en nnb 
römi[d|en [te^enb, mit bem 
Ütectit^en, pon atont^uSblät' 
tevn gelt^mflctten Sftantcn^ 
merf om meiften oorbilblit^ 
würbe für bie italieni(c^e 
5RenaiiTance (3ig. 56)- 

^ ben flleinffinften 
bettfätiflt fii^ bet tbta\a 
ptüftif^e »ie ptuntliebenbe 
©inn ber 919»« in ber 
glüÄimien Seife ;i^®e» 
täte für ben tagli^en ®e= 
brauch , nomentÜt^ bie 
Sionsegegenftänbe, 
toie fionbelaber, Sampen, 

5)teifü|e (©tänber (är Äef= 

(et, Opfergefäße unb bgt.)' sib- w fflontmuidri «ui Smwirit 
^od)', ©6' unb Srinl. 

oefc^itre, jeiiien buvt^iufg eine fein abgemogene, eble 
©^cftaÜuna, melt^e bie ptaftif^c SSetmenbborleit in (einer 
aSeife beeinträchtigt (Sig. 61 unb 62). Su^ ber ®eni. 
mcnft^nitt erfreut fid) eifrigper Wi^- 2)ie jiertii^n 
Xetracottofiflür^ennnbgrolen öofea ttnÄÄlaboP«, 




Gi 3)« ©tu bre MBmfT. 

äRotmoi, ©tonit utib $oi))l}t)i mit bem reiben figfirn^n 
SteliefTd^ntud crf^inen uitS aU felbfUinbige Runfboerle, 
benn Soimenft^Un^it und getobeju flbenofc^ (3t8- ^^/ 




Sie lEvoitm tmb feit ^rahaSta. 6& 

Sic e^D^en Kvk feie 3)tKlnilcr. Sift nnt fett Ci»' 
lerletbung @rie^entanb8 tntfl^fn feie l^if(^i3mif(^ gor: 
nen unb jene grrßartigen Sauten füi bic ^rohtfi^ ^ntit, 
enen ni^t nut in ber gebiegenen imb gUnjeaboi fbat 
ejlattung, fonbetn oui^ in fem gtonbiofen, feie ba^in nner^Siten 
taumfi^Bpfuiigni bif 3Ka(^t nnb feie ISnö^t fed mHAOfetf 
c^enben SoReS aufgevt&gt 
^. Unb baburi^, feaß biefe« 
JoH mit feinen ©efe^» 
Sehern auäf feinen ®lt( 
inauStnig in bie Sugetflen 
irovinjen beS gemattigen 
tetc^, fdiuf e9 bemfelben 
m äßeltfleaung, feie ni{^t 
utfürbieÄunltberaSBOer 
eS äldenbtonbS bon grnnb> 
genbei Sebeutung wutbc, 
mbem ou^ einen bteifeen« 
m ISinflug ei^telt auf 
ie alten JhittuTDBßer beS 
)t:ientä. 

3n bet etflenlS))0(^e, 
on bei Sinoerleibung @i;ie= 

lentanbs bis jnt Äöiferjeit (146—31 B. S^v.), entfiel 
ie [(Kjifif^ italimif(^ Senil>el mit unBerfetinbot grie- ' 
lift^cn 5)dail8 (Jempel bet Fortuna virilii, ionif(^et 
ifeufeol)eti(itei:o8; bie ajeflatempel JH liooli nnb ju fflom, 
lunbtempel mit 18 lorint^. ®aulen). ©(ei^ieitig et^au 
ie rSmtft^ 3RaiH< unb ©erti^tS^ane, bie SBaftlita, t^i-e 
)mro!terifüf(^ »ufibilbung. 3)iefei6e i|t eine geramnige 
>oae Don re^ttÄger ©ninbfotin, bereu 3unenroum feu«^ 




Sifl. 63. RSniit<4« ffiatnoniiile. 



66 ^et @ttl ber mmtx. 

ikoet ©Sulenret^en paxoiüü jur Sdngdad^fe in ebt bteittS 
SDttttelf^tff unb ikoet f^male Seitenf^tffe eitigetetit tüirb. 
Sin ber einen ©d^malfette ifl ber Eingang mit $orttfu§ (Sor< 
fjaUt), an ber anbem in einer ^albtreiiSfSmtigen Stifd^e bie 
er^3§te Strtbuna für ben ©eri^tö^of (DergL @. 68). 

S)er }koetten Spo^e, 93Iütegeit (31 d. S§r. iil 
260 n. S^r.)^ gel^Sren bie großartigen ntib glän^enb avSit- 
flotteten Sanmerfe ber rümtfd^en j{atfer an: baiS ^ant^eon 
(i^ig. 52), badJ{oloffeum (eine elli))ttf(i^e Mirena üon tric^' 
fdrmig auffleigenben ®i^rei§en unb einem bierßddfigen %p 
(abenbau umgeben Don 185 m Sftnge unb 48 m ^^t), 
bie ja^Irei^en ^alftfle, Stl^eater, 2;§ermen, (S^reo' 
fSuten^ !£rinm))^bogen, ^rad^tt^ore (in Syrier bie 
porta nigra) u. f. tt)., bereu geiDaltige Ueberrefle und §eiilr 
nod^ mit betounbembem @taunen erfüllen. 

3)ie britte Spotte, bie 3^it beiS ißiebergangl 
ber rSmifd^en Äunfl (260—476 n. ^x.), iji gefennjeic^ne: 
burd^ baiS tDed^fetboHe Slegiment ber burc^ bod ^cer ein^ 
unb abgefegten Imperatoren unb ben burd^ ©rünbung bd 
2Be(treic^d gefürberten Sinflug orientalifd^en Sßef euiS. 3)ie 
an unb für ft^ fo lebhafte Sautptigleit bermel^rt bie 
ga^Irei^ Dor^anbenen Spermen, ^alSfle, 93aft(ifen unt 
bergt. ^ DcrfäDt aber in ber Steigung für ba8 än^tt 
lidi ^omp^afte in ein toidtürlid^eiS t^ormenfpiel, lneld)d 
immer me^r gunimmt unb fd^Iiegüd^ aQe SOterfmale bd 
Serfalld in ftd^ trägt. SRnx in einer Segie^ung entmirfedi 
fl^ bemerfen^rocrte Steuerungen, bem Slrfabenbau auf frei« 
tragenben @ftuten in ben SSaftlilen unb ber toeiteren Sludge' 
ßaltung beiS ßuppelbaued. S)iefe Steuerungen aber in be« 
*^*Mtfamer SSJeifc fortgubilben, baju fmb bie nunmehr in bi« 
'jlgefd^id^te eintretenben norbifd^en S3ötfer berufen. 



5)ct altd^riftlid^c unb B^jatttinifcl^c Stil. 67 

3n bcr 3fit/ w toeld^cv hcS ttjettbe^cnf^cnbc SRom, 
unter bcn Eäfarcn auf ber oberjlcn ©tufc ber Haffifc^cn 
.Sunftbtüte angelangt, im 93ett)Ugtfem eigener ^aft unb 
geiftiger Ueberlegcn^eit über alle bisherigen ÄuItursSRationen 
ber Sßelt bie grogartigflen arc^iteltonifd^en ©ebanlen in 
toa^r^aft flaunenerregenben 93aumer!en ^um äluSbrud bringt 
unb bie rSmifc^en SSaufünfller bie ^eimtfd^en f^omten ^inamS« 
tragen / fotoett bie rSmifd^en Segionen vorbringen, enttviifeln 
ftd^ in aller ®tille in ber Centrale beiS großen Sleid^ed bie 
Uranfönge einer böQig neuen ßunfl, bie jioar noc^ in be« 
fd^eiben finb, um neben ben ))runfboIIen ßaifer))alößesi in 
Setrac^t gejogen ju nierben, aber ald ©runbtage ber ge» 
famten fpäteren ßirc^enbaulunß, bie über ein S^^rtaufeub 
jum @i))fel))un!t ber ard^iteftonifd^en S^^ätigleit totrb, lotd^tig 
genug erf (feinen, um aud^ ^ier mentg^eniS f urj ern)&^nt git toer^n. 
@d ifl biefeS bie mit bem Einbringen bed S§riflentumiS aQ« 
mä^Ii^ fid^ ba^nbred^nbe ,,a(td§riflUd§e fiirc^enbau« 
fünft'', toeld^e gunSc^ß bie römifd^en f^ormen unmittelbar 
t)em)enbet, biefelben aber balb mit neuem Snl^atte erfüllt 
unb, nad^bem baiS S^riflentum jur fiaatlid^en älnerfenmtng 
gelangt iß (unter ßonfiantin b. ®. t. $. 313), nad§ unb nad^ 
feße 92ormen gen)innt, bie bie Uebergangdßufe bitben ju ber 
im 10. 3a^r^unbert beginnenben mittelalterlid^en ftunf!. 

3)ad S^rißentum gab ber liBauIunß fd^on bon bom^eretn 
eine kuefentlid^ anbere SRid^tung: 9ii§^er follte bad $aug für bie 
®ottcSbere§rung, ber Stempel, nur bie Mrperlid^e ©egentoart 
ber ©ott^eit barfiellen unb erhielt ba^er tebigltc^ im Sleugem 
unb ben SSor^atten fünjUerif^en ®d^mud(; nunmel^r toirb 
berfelbe gum SSerfammlungdort ber anbä^tigen ©emeinbe, 
bie i^r ®ebet jum ^immel rietet, looburc^ bie Slrd^itel« 



68 3>n; altc^ifllidic imb fiQjanttuifd^ €tif. 

tur heS Snnetn jut ©iltung gelonflt. Siie ©nmbjflgt 
betfeHien jcigen fii^ fc^cm in ben 3Banb< unb ISfcfenmalenJcii 
ber Jtdtalomben, jenei unteritbifi^en @änge unb ^d^, 
bte ben etjten S^rifttn als eegTabniSftStten bienten, unb in 
„,, benen au^ bte eifttn ®otteSbtenflc ol" 

getialten nmbnt. ©pdttt, atä m 
Serbetgen bec cetigittfen Uebungm 
nif^t tneE|i nottnenbig uurbe, loG^ 
man ^iefftr baS Strium unb ben S5<i< 
fatnmrungSfaal tn ben ^Sufern bn 
bie i^iiftlii^e Smegung begünfttgenboi 
@i'ogen unb f^(ic|Ii^ bte noc^ %t- 
läntnigete tüntifc^e ^ettc^tS > nnti 
aRotft^ae, 

bie Stiftlih (f. ©. 65), bem 
Staumontoge im aQgemeinen entfptadi, 
fo bag (ie f^lieglic^ gum «Jorbift 
»mibe fftr bie eiflen ^jllti^en ^■■ 
dcttn. 33iefelbt entiiait (tjig. 64) einen 
rei^tedigen, Don ©SuIen^alleTi unc 
{IfOten ^uptiraum, ber an bec einen 
S^malfette ben (Singang mit ^orti- 
er^tt, an ber anbetn einen 
^Ibniitben StuSbou, ^(U, S:n< 
buna, €on<^a obec S^bca genannt. 
Sei ben 91eubauten teiUe man ben Slaum ber üünge nn^ 
burdi @aulen|lellungen in ein bieiteieS äftiltelfc^tff unb 
jnei f(^mate Seitenfi^iffe ein, gab benfelben bte 9ti(^tuiig 
Don SCßeften mif Oflnt unb bilbete bie tn ber %(^fe beS 
~^itlelf Riffes gegen &|ien Itegenbe %f\i& aie H 1 1 a r t r i b ü n t 
iberfi ouS. %n^ bie ^itenf(t|iffe (ieg man biötneilcn in 




■Weal 

SIg. U. 

StunbciSbn BafltlTii 

San Ctencntt in Stam, 



nb^ihtn enbigen (Sig. 65). 3)o8 SWittelf^iff führte man 
bebentenb ^3§er a[8 bie ©eittnft^iffe empor unb legte Übet 
tiefen Sfenper on (gifl. 65). ®ie Äpfl« luitfa ^tSfuflelfÖt. 
mig Ü6etw8lbt; ber übrige innere SBaum erliält eine floie, 
oft in ^tber (ftaffetten) eingeteilte ^otjbeife ober ein ein= 
fa^eä $otjba(^ mit im Snnern fii^tbaren, forbig terjicrten 
©parren. Spater erflrebte mon eine bebeutenbe ©floeiterung 
beä SnnenraiuneS buri^ @inf(^iebung eined Ouerfc^iffS 




Sifl. «6. {ÜB- 8"- BiunbiiS Ut Ooniila 

OucifAnItt la Snltltla St, Kaut dst Wom, 

JU »BMIIJO. tfv. 3<i*vW 

in ber :E9reite unb $St)c beS SJüttelfi^iffeä gluifc^eii Cang^ 
^u3 unb ^f[i8 Oig. 66), meti^eS bie ei^bene ^ebeutnng 
beä ©auftuorium« wirtfom ^erHor^ebt unb jugleii^ bie Sfctm 
be£ Intetnifc^en Areuit^ aut^ im ®runbrig ausprägt, ^er 
jlbfi^tug beS Sang^aufeS Dan bem Ouerf<^tff »irb alSbann 
bur^ ben onf m&^tigen ©äulen (3ig. 65 unb 66) rutienhen 
2:nunip^bogen gebilbef, bei ben ®ieg beä S^dflentumS Über 
bcn lob borPeÜt. ©tSgere Sapttfen er^aUea «vt^ 'S-t.^-oN? 
fi^ife (©/. Paul m iRom u. o.). 'Sjft& ^t^Aw,. "Äs. "*»' 



70 i)et altc^rißltij^e imb b^^ianttnifc^e @til. 

fKifen fibn ben ®rftbent ber ÜRftrt^rer }u erbauen, führte 
}itr Xttloge einer unterirbtf^en ©ruftltr^e/ ber Ar)^))ta, 
bte fester in ber romantfc^en Spod^e oft reid^ audgebilbet 
iDirb. lieber berfetben loirb ber Slttar eni^tet, ein Z^ 
(mensa) mit Steliquien Don i^iligen unter einem t)on @&m 
(en getrogenen 93alba^in (Ciboriom), für bte ^bl^oltiuig 
ber \)L äReffe unb jur ätufna^me beiS ^Qer^eiltgflen. 

3)ie innere Vnorbnnng ge^t auS bem ®runbrig $g. 64 
^erbor, in meinem ber bur^ @c^ranfen bom Saienfd^iff getremtte 
9laum bc boiS ^eiSb^terinm barfleüt, borin a ber Sßtar, 
b ber er§ö§te Stfc^ofi^rt^ (ßat^ebro), c ber Stourn für bie 
J^orfmgenbe ©eifiU^feit, ber ou^ bann ben ^tarnen S^or 
ei'^ielt, jfi beiben ©eilen Ambonen, ßonjeln, bte füb« 
tic^e d für bie Sblefung ber @pi{lel (bo^er ber 9{ame Spißel» 
feite für boiS redete ©eitenfc^tff), bie nörblid^e f für bie Wi* 
lefung ber (Soongelien (Sbangelienfeite). 3)er S^laum g, hoS 
ÜRotronäum, iDar für bie f^rauen ber bome^men @tänbe, 
h, hoB ©enatorium, für bie äRänner befiimmt, toä^renb bie 
baoor tiegenben @eitenfd^iffe ben übrigen f^rouen Bjn). 3Rän« 
nern eingeräumt nioren. 3)ie J{oted^umenen unb SSügenben 
burften ben eigentlichen ©emeinberoum ni^t betreten, fon* 
bern blieben in bem SSoiraum, Narthex^ beim Singong. 
SJor biefem (og ber bon @öulen§allen umfd^toffene Bor^of 
(Atrium A) mit bem Sleinigung^brunnen (kantharus) im 
9«ittelpun!te (k). 

Sürme l^otten biefe 93afiUIen nid^t, ein ©loden« 
türm nmrbe fpäter auger^otb beiS ©ebäubed o§ne dufam« 
men^ong mit biefem errid^tet (gig. 67). 2)ie 9ril^iteftnr' 
betaild tel^nen fid^ unmittelbar an bie römifd^en f^ormen an ; 
bie taugen ©c^iffiSmänbe ermatten ^unäd^ft ben römifc^en %rd^i« 
^ mit ©eßstiS; fpäter n)erben bie @äulenburd^ bied^aralte« 



CObnent mib SßoImL 



71 



rijlif^en ftunbbogcn Derbunben (iftg. 68), mit bcncn su^ 
bie Senftei obgefc^tofToi ffatb (gie- 65 ttnb 67). lüit BUbvmi 
hilt ganj is ben (tntngtunb; bie Vtnlcrei bagegni ei^It 
aufigie&tgt SSenoenbuiig an ben fafl gonj mit biMif^ ^or' 
ftenungm gefi^tnflifteii SDanben (Sig. 68). T^'w untet bem 
@influg bet SDIofaütec^ntl fleif uitb f^tmattfi^ gejet(^e' 
ten, aber mit lebhaften ^xbta gemalten (Figuren treten auf 
bem bie altt^riftli^e Aunft lennjeic^nenben ©olbgnmbe I(b> 
^aft ^vot. ^ju tommen no^ fqmbalift^e S)ar|tellHngen, 







^^^Lfll^ 



«numi 



Big. Vi. ifiitlianuioi »et WalUlIa ®an mpolllnaw fc WoBtnml ifM tt. mr.)- 
ßreicj, Somm, SSBeinpwI, Sierformen, al8 »nbeutung beS 
©e^eimniaöoDea unb iRBlfelfiaften bet (^rijltit^n Se^re, 
|um 3::eil aU unmittettore SJaipeKung 6ibtift%er ®teii|nifTe. 
S)iefe(ben jeigen H «»'^ 'i" Ornament (Hfig. 69), boS 
bitn^ boS SRonogramm C^rifH eine neue Sulfat erhalt, im 
flbtigen aier not^ gonj im ffintwUIlungBflabimn liegt. 

®a« Heugere ber alf^rijHit^en SBafilila {Sig. 67) offen' 



72 



t)tt oQ4rJflIi4e onb B^jantfniff^e €til 



2R)t bei Zetlung bd Qci)|en limtr^nt Slei^eS tu tq 
tgefl« imb o^Sinifc^e« i 3 396 unb bei Serlegititfl ie 
j^ontitiefUien) ttai^ betn oon flonflaiitut b ®t, an Stt'I: 
beS aüexi SJ^jouj gegitfnbeten Aonflaiitmo^I mcb btefe ^at 
}iim VuSgongäliiKE 
eutei neuen Sttaä' 
n^titng , bt< m: 
aUgenieiti bie b^jn 
tinifi^c nennt t\t 
3uft3nbe, totlä^ bieii 
Äunftac^tunginaEt 
6en nefen, finb gt 
fmnjet^netbuK^ bd 
an rdmifc^en XiS 
tionen gundi^ft ftji^ 
^öllcnbe ober an äkc 
Wiegenb onentaItfd|(i 
(EmflüfTen bemeiit' 
Ii^be ^ofleben, 
toüäftS iWai ei») 
Üppigen, pomphaften 
SaÜaS entfaltet, 
f^Iitglii^ aber bund 
iaS Stft^altcn an 
Sonnenioefen ju not 
tigerlSrftainmg ffl^it. 
■Die b^tttmifitii 
^ufunjl ift eint 
tfoitenbDictelung M 
iSoitf^en ffuppel' ' 
baueS fibei tincm 





WlAdRI, Cmamint (iiiil Slaft 6il aiiiHnna}. 

Iceidntnben, quobrattfi^cn ober ))olqgi)naI(ii ©ntnbtig, ber in 
>en ©tablapelltn nnb SSaptiflerien (2:auffa))eaen) 
eine ®ruttbfonn jeigl; fie tft alfo if)amTten{ieit buti!^ ben 
linttatbrn, Utb« einem meift quabratifc^en Stonm et^bt fi^, 
lon oiei mfi^tigen, but^ getaaltige Sogen unlereinanbei 
wtbunbtnai Pfeilern getragen, eine ^flu))tlufi^el, lu^enb auf 
itnem fteiStunben ©efimSlranj , ju toett^em bie €den bitrd) 
))^äi:ifc4e @tui)lbejnidel (^enbentifS) aberfU^rt finb (^a- 
n unb 73). Sin bie Dier offenen Sogen fd)iie|en flc^ mit 








74 



%n olh^tißtic^ imb &qjantfnit4t @ttt 




XonnengetnÖlben fibe^tifii 
©ntenubteilungen an, iV 
bog bn innere SRaum iit 
@ninbrig bie ^orm be, 
gle^otmigen gtie^i{d|c: 
Äreujtä bilbet (^9. 70. 
[.^£..at..Il '" " eine ^aupta^fe ifi matfor. 

gi(|. 7», «cnnMil hr €ot>61tRlir4t bwt^ blf VoifjüUt Unil Iß 

iu «onfiantinoptL ^lauptemgong mit ^om 

taS unb bie geQatUbnltegenbc SlCtartitb&ne. StOEt tuete 
S^rtbünen bilben bie ©nbigungen bei beiben anbem @dtm 
abteitungen. iSun^ Snorbnung Don SchSumen mit Heim 
jluppeln oetvolliianbigt fic^ ffiiebet int SIeugem bie qwäa 
tifcfie (Srunbform. Stnen befonbeiett jtiiump^ fetetl 1« 
bgjantinifi^e fflun(l in ber 530—537 unter ffiaifer 3upiiiiiii 
erbauten, in (onjlrultiber wie hcfotatiDer $inflif)t gteic^ intn- 
effanten ©op^ientir^e ju flonfianlinopel Oig. 72 unb 73 
miäft eine Ünnä^rung an boS Sifllem ber SajHib babonl 




Sentranou. 



75 



tc^t, bag itntei bit jui ^anfitiu^fe ^xiralltleii SBgen jim 
gehaltene SSuUnarlaben in meuteren ©eft^offtn äbettin* 
nrgefleQt f}nb unb babuti^ gcnifreiniagen jtoei S^iffStDOnbe 
te^en, bie ben ©tfomtrauin in «in ^aufitfi^iff unb jitwi 
erfc^iffe einteiCcn. 3)ic jiDetatle jeigen eine UebemaEintf 
9ric<^ifi^en unb rSmifc^en gönnen, bie aber «i ©(^i:fe 
■iPtoplietung unb MuSfabwng bet ®e[imfe immer me^r 




SIg. 7*. Buiintln. Ocnuminlr «i 



t Sep%itntitiii )U flonllaiitidgiicL 



letlieren. Äurf| baS Ornament ä"fl' ""* oQmä^Ii^e Um» 
aanblung auS bem grie^ifc^en unb tSnift^fn Sffant^uSblatt, 
■IS ti naH) unb na(^ )um geomettif^en glSi^enmufler 
jerabflnft (3ifl. 74). ®tne ©igentümlic^leit bilbet p* 
Itn ben ©äulenfapitaien ou8, inbeni eine unmtttetbare 
Stneiternng ber treiSmnben Unteifia^ auf bie quabcatif^e 
DbetfÜHe pottfinbet (f. gig. 75). «uf benfetben ru^t ein 
Rampfei Don bei i^orm eineS tia^ oben fic^ erueilernben 



i 




. t^-ti-'-sst IX- 



dentraffimt. 77 

^te b^jantinif^ ^id^enbaulunlt &itt int 6. 7. unb 
Sa^t^unbert ftarten (füiflug aus auf bie IBaumetle in 
nebig, JRooenno, her Somborbei , ©ßbfranhric^, 
^itien, ja feCbfi in 1)entf(^Ianb (3)!ünflei )u Slawen, n< 
t 796—804 eon Staxl b. @i.), ifl ober f|«ite nur nod^ in 
S3nbeni ber gtie^if^en ffiri^e im aKgemeinen maggebenb. 
^ugtanb erbält ber b^joiüinif^e ®til butt^ ofiatift^ 
tfiaffe ein etgentitmtii^ @k))r&ge, baS ^oufi^&Öfiiät buti^ 
Häufung {i^apif^ AtT^tuf))»In i^aTaTtenliett i|l 




.I(iTc);en-}^uppe!i? flusJarosTsnu. 



flg. 77) unt> in ber ^o^ar^itettur mand|e intereffante 
iilbimgen anfnieif), jebD(^ int atEgenieinen jh feinet tttnflletift^en 
lebeutung gelangt ifi. ^ ißorben Stdü^nd, inSbefonbeie in 
n: ^e6enre|lbenj Uta Den na, ge^ aber auS bem gemoltigen 
tingen bei IroftcoKen norbtft^en SSSUoLmtt ben iSmtfi^ 
[tc^rillli^ unbiiBü4]^ifi^n U^^P^^n 9«fltn (iEnbe 




78 iwi ®ti[ tKS S^Icin- 

teft Sa^rtaufenbS eine gang neue Stitiii^timg (»eioor, 

wir fpätei als bie nmiutif^e lenneit lernen. 



Set etil itS ^sUm. 

tÜS 600 3a^« nad| 6^^ 
ano^mneb bie notnabifd^en ^tic 
älrobiettS ju einem tnad^tigtn ^ 
beteintgte, baS feine Sleligion i 
erjifluntii^er ©c^netligteit im Wl0 
tanbe ausbreitete unb f(^Ite|li{l| i 
dleid^ be^errfi^te , gtiJgec al^ i 
Stlefanberd beS mitogen unb bn! 
tnifc^en Süfacen, ha begann tniti 
neuen ?e!|re nnb ^Ituronfc^ii 
mdf ein nenei fiun|lfli( fi^ jn d 
niifetn, bn ni^t o^ne Sinflufi a 
bie abenblänbifdien t^ijili^en ^ 
uerle geblieben ift, f\^ cafi^ < 
eigentümlich anSbtIbete unb bd^ 
au^ ^iet befonbewS 3ntetefTe to 
3)ie entfattung beSfelben fnöpfli 
an bie bauten füt bie leligiöfen ! 
bürfniffe, bie aRufi^ctn, bie in i) 
9ntage unb %ue|lattung bielfoi^ an boS (f|ti^li<i^ ©otle^ 
ennnern 

@ine tQ()ifd|e ® t u n b i i g f o r m ^at fi^ füi^ bie a^ol^i 
nii^t aitSgebilbet ; immer aber ftnbet fi<^ ein quabrittift 
S^or^of mit bem iReinigungSbrunnen , eine geräumige^ 
fili; bie SJetenben (iDli^rab) unb, an biefetbe onf^UeEH 
va befonberS ^eiligtr nift^enactiget ober lopenenoitiget W 




■.t m sti^i. 



10io\ättm 

t RMalf, f&i bie %u^baoüft' 
ng beä Äoran. iJerfelbe ifi 
tt bei $aui)ta[^fe btS ©ebaube^ 
imet flegen SJIeRa flent^tet 
iflaviii "Hüxtadita, bie 3RiRa< 
tS, öon beiten ou8 bet ÜRuejjin 
e OefeetSpuHben öerfünbet, Bet> 
lapanbiflen bie Änloge*) (Stig 

3n ber inneten Sloiunent« 
tifelung lonnte bie SBnuIunfi 
S OSlam dei bem unfleten 
nnti bei: 9!i>mabenD3Ifei eme 
«lln^ite gortbitbung ni(^t ge- 
innen ; bagegen führte ber 




Krtotenloanb Bon toibooo. 




gig. 73b. artobtnrooii» »i 
■ •) Xitt «nDitinuiu lilit «nJnitb« fctm iflünnliniiAen (EtnUalSou tia, 

?eZ aldAinH"«*«""; bei mi*"6 Hl InR l»"« "tt rtnt. »rMli» am- 
AUlMteii KuMil UtiHent. 



80 



f!K €HI bei ^Slm. 



anJQefiiro^eiu f^Spfeiifi^e Soimenfinn unb bie teii^ oritf 
tulif^ $^anta|i« bn S^robft {u ^Säß originellen, fj/caif^H/ 
li^ beforattDen Silbungen. Sui bem r5inif{^en Stunbbojn 
entfte^ ber ft6et^3^tt Stunbltogen, bei ®fi\- 
^ttfeifen', Jtiet<, ftletblatt« unb ^cifentiiigi: 
(^S- 79). 3)iefelben finb gecabeju niaiOiIi^ näa 





m-ao. 


8lfl.M. 


mtnmUtt}. 


©wlaWttn'tM.»« 
(au« Ihtio). 



unb übereinanber angeortnet. 2)ie iBagen ru^en auf bilitB 
(an bie BfUftongcit ber ^üflenbetuo^ner erinnemben) ® Sud 
(3i9- 79 unb 84) mit einer au8 me^reten klingen j 
bilbeten Sße.^, oft an^ o^ne jebe iju^ung nnb mit ttelf 
Dielgefhiftigem Aofiitai, Don bem bie Sig. 80 unb 81 1 
uiebeile^renbe formen baifleHen. ^er ^ufeifenbogen n 
<'angt eine jtotle tluStabung hti %tia(u8 ober bie llnarbn« 
ie8 befonbercn JtSntpferS. Suf bemfeCben flehen biStotil 



Ktt^iteRur. 



81 



anbpfriler, bie wiebet anberägebilbete Sogen tiagtit, unb 
tfd^en betbnt jitib, genifTema^n jnt Uebettiagung be4 
lamentalen ^rinjips oud^ auf bie SanbflSc^tn im Strogen, 
erbognt eingefc^otieii, fo tia| ein Wunbnbai fi))pisei arfabeti' 
B entließ (gifl. 79). 

Siefe SttabeRtoänbe tragen bie Ueberbedung, fQt 
Ii^e bie oltc^iifili^ ^oljbede neben bei bqjantinifc^en 
it))pel Dermenbel tnitb. 
inj neu etfi^int boS bet 
amitif^en Jlunfl auefi^lieg« 
') ange^Ürenbe unb fie am 
itlii^flen ^oraftetifieienbe 
3ta[aflitengew51be, 
e 3ns unb Uebeietnanber' 
^ung Keiner fiuppel«' unb 
:tui)lbejwidel(^eR mit jum 
i( ^etab^Angenben ©pi^ 

Itinßtid)e ^to^bllbung bei; 
opffteingrotten (in bet 
gel fonfttuiert au3 $o^ 
) ©tnd, an Saiten ober fUe- b». 6iatattit«iBtn>iiHt. 
piptln befepigt ^ig. 82). ^a bet ^oran bte bilblii^ 3}ar< 
lang beS SRenft^en öcrbietet, ^at bet 3Stani faji (eine ^tafiil ; 
ff oDe TrSftigen otc^iteltcinifi^en ©lieberungen finb tier> 
:ben. 2)abiir^ mirb audf bad S[eu|ere einfach unb 
^tern, um fo reibet unb piunf&oQet aber baS innere. 
! famtlio^en SaubflSc^en erf^einen in äberauä rei^n, 
benprS^ttgen äBanboerjterungen nie Von reii^ bur(^n)itlten 
Dfii^en Der^angt; burc^ frieSartige Sanber erhalten bie 
len Einteilung, Umta^ntung unb älbf^Iug. ^te $er' 
;ungen felbft finb entweber ganj flai^e SIeliefS ober nur 

« a r 1 n a n m CHRmibt. I 




82 ^er etil beS S^iam. 

gemalt. 3n ber $ont))o{ltion berfelben, in ber Ornamei 
tation, entwtdeln bte 9raber eine gerabejn unerfc^öjpPii^ 
^j^antajle. Slu|er rein geontetrifc^en t^Ud^enmußem i^ 
loenben jle aU SRotibe für i§re Dmamente, 9ra(ei^!ett gemn^ 
^auplfäd^tic^ fSfamfräuter, $imen2a))fen, @ranatd))fel d 
@c^Kng))f[Qn}en, bte ßetd fel^r flreng jitiGftert nnb f^etnatif/j 
auf fc^toanfen, rantenartigen Stielen fld^ nad^ aSen Stic^tuoff 
^in burc^Irenjen unb überbeden unb atö jufammen^ängr. 
^flanjenberfd^Iingungen bad geontetrifd^e ©runbne^ in hi^^ 
finniger unb pixnliij abgezogener 393eife hnxäfiitffttt, j^ 
dtDi(te(d^n forgfä(tig auiSfüüenb (f^ig. 83). 3)aju treten et: 
ber (S^mbolif ber nto^amebanifc^en Se^re entfpred^enb, ' 
©d^riftjüge ber fufifc^en unb fpäter ber Äurflü^-Sd^rift, • 
atö fü^n umgearbeitete ornamentale @(emente namentliche 
ben @tnfaffungen ber fjelber unb al§ f^OungiSmotiDe ^• 
toenbung finben. Smmer fielet ber ^ISLdjtnxanm ber £0 
mente in boQIommenflem (Sbenmag gur ©runbfiäc^e; nirget^ 
finbet ftc^ eine leere unb nirgenbiS eine überlabene @d 
S)abei finb bie SRaffen äugerfl gefd^icft auf ber Släd^e Derlei 
fo bag auf ben erfien SBtid bie i^auptgüge, loenn man vt\ 
ttitt, bie @in)e(formen unb erfl bei genauerer Sefid^tigungl 
Seinl^eit unb garte XuiSfü^rung biefer fonberbar burc^fc^b 
genen tounberlid^en Sertoidelungen jur (Srfc^einang foiniä 
ÜDaburd^ loirb in ^rbinbung mit bem leud^tenben, meift 
®olb unb fe^r fatten f^arbentönen gel^attenen Aolorit <i 
gerabegu blenbenbe, jauber^afte 2Birf ung ergielt , bte in i 
}ug auf ^rad^t unb Sleic^tum in ber fftäc^enbeloration :{ 
feiner anbern ^nßepoi^e auc^ nur annäl^ernb tm 
loirb. 

3(ud^ bad Aunflgetperbe erfreute ^xij überall ba, 
bie ÜRauren |ttr ^errfd^aft gelangten^ eifriger Pflege; o 



3)« Stil btS 3Btmn. 




^.li^--' 



Sig. S4. CiDil in «cjfn («rgqptin). 

btfoitbfie mutbe bie S:^oii6eatbeitutig (Mtgolica), €etbnt< 
»ebeiei unb 3Baffenfc^ntiebehtn|t ju f|o^ Stute gebraf^t. 

^ bie iStamtti^e Jhinft ni^t eine mS |1^ organif^ 
^etauäentnidelte, fonbent me^i eine Int betototitien ©ebiet 
fxif bettiegenbe fc^muifieii^e unb glänjenbe SSnuraeire barfleQlf 
bie bie uor^anbenen Sgauformen fiauptfSc^Iii^ im Smient uw 
geflütlet, jeigt (ie in ben oerfi^tebenen Sänbent einen Der» 
f^iebenen S^atafter, 3n 9lialiien, ^alfiftina unb 
S'pTien tennjeti^nen bie SBauMeiTe no^ baS frühere ©tobium 
aiaurcfi^er Jfunß ; in aegijVten tttt^TO?«\nbet prengmn» 



®tc SSerBrettung. 85 

tnonumentoleren mtb großartigeren älnloge unb SuiSgeßaltung, 
lamentlic^ ber 93auten in £airo^ boiS ©epräge beS ernflen 
Xgi)ptif c^en SJoltegeljle« (gig. 84). 3n © p o n i e n ober, tt)o ftc^ 
mter ber ^errfc^aft ber Slraber (pom 8. — 15. 3a^r§nnbert) 
ine §o§e Aultur entn)i(!elte, {leigert j^äj bei bem rontanti« 
^en ®inn beiS SSoReiS unb burc^ bie SSerü^rung mit bem 
ibenblänbifd^en Slittertum bie maurifc^e Sunfl in ben 93auten 
»er 9{eftben} Sorbot)a }u einer unDergleid^Uc^n, märd^enl^often 
ßrad^t, bie in ber im 13. unb 14. Sa^rl^unbert erbauten 
üt^ambra (^JürflenpalaiS) ju ©ranaba, einem ber größten 
Saumunber ber SBelt, i^ren ^öd^flen ^lanjpuntt erreid^t. 
ßerfien entroidelte fc^on im 8. Sa^r^unbert (unter Harun 
il Raschid) eine rege Saut^ätigfeit, bie f|)äter, im 16. 3a§r« 
)unbert, ju 3fpa§an ju befonberer 93ebeutung gelangte. @ine 
ligenartige f^ortbilbung erhält bie maurifc^e Sunfl im 13. 
mb 14. ^a^r^unbert in ^nbien burc^ Sufna^me bed fon< 
truftiDen ^rinjipiS, reid^en unb monumental gel^altenen 
^affabenbau unb Einfügung figürlid^en ©c^mudeiS in ba§ 
Drnament. (Sine 9tei§e ganj ^erDorragenber ^rad^tbauten 
u 3)e{l^i unb Sgra Derbanfen berfelben i^re (Sntfte^ung. 3n 
Europa begeic^net bie Eroberung AonflantinopeliS burd^ bie 
ZixvUn (1453) unb bie ©rünbung eineS mo^amebanifd^n 
Icid^eS in ber 2ür!ei einen SQSenbepunft in ber cbenfo reid^en 
ue Dielgeflaltigen maurifd^en Kultur. ÜDie b^jantinifd^en 
Sird^en (aud^ bie (Sop^ientird^e) würben ju äRofc^een um« 
emanbelt unb bleiben für bie ferneren 83auten Dorbilblid^. 
:)ie reid^e orientaUfd^e SuiSfd^mücÜung mit leuc^tenben SrabeiS« 
>n, im Äeugern bie tJorm be§ mit einer impofanten Äu<)pel 
bcrfpannten, öon fd^lanfen 2Rinareti8 jiertid^ flanfierten 
(entratbaneiS geben fortan bie $au))tjlgnatur ie§ iSlamitifd^en 
»^otteiS^aufed, 



86 2)er romantfd^e 6tt(. 

Ser romattifc^e @tiL 

fU9 hcA alte tdmifd^e Sleid^ fetner Supfung entgegen« 
ging, ba tarn mit il^m auc^ bie einfl fo blü^enbe r5mif(^e 
Aunfl gu Sau. S)er %aU ber antifen S33elt bebeutet abet 
nid^t ben Untergang eineiS einjelnen ^otttB, fonbent ben 
®tur} einer ganjen Sßeltanfd^auung. S)ad Seben beburfte 
eineiS neuen ^nbamentiS^ einer neuen (Srunblage^ unb ba 
trat benn bad (Sl^riflentum ein, bie ungeheure Sfide 
geizigen Serougtfeind auiSgufüIIen, unb bed^alb ntugte mit 
bem S§riflentimt eine neue Qtxi in bad gefamte Kultur« 
leben fommen unb aU fünfllerifd^e ©prad^e eine Slnfd^ung, 
ein @tU entflel^en, ber fc^lieglid^ mit bem alten fo gut lote 
nic^tiS mel^r gemein ^alte. 

Slflein btefe (Snttoidelung fonnte nur fe^r langfam unb 
fe^r aHmä^Iid^ Dor jld) ge^en. 3^^^^ ^^^ ^^^t ^^^ ®ro|e, 
ber auf ben Krümmern beiS alten toeflrömifd^en Sleid^eiS ein 
neueiS t^ranfenreid^ errtd^tete, toelc^eiS fafl baiS gefamte Xbenb^ 
lanb Dorn äRittellänbifc^en SDteer btd jur Storbfee, Dom 
atlantifd^en Ocean h\& Ungarn umfaßte, eifrig befhebt, ftunft 
unb SBiffcnfd^aft ju pflegen, bie Sflejle antifer ^Itur ju 
fammeln unb mit neuem ^n^alte ju erfüQen. SQem er 
fonnte nur bie Saut^ätigfeit an unb für ftc^ in feinen ^a* 
(aft«, ^tofler« unb ^ird^enbauten gu einer gemiffen Slfite 
bringen, aber feine t)oIIflänbig neue Aunfhid^tung gewinnen, 
ba biefelbe unmittelbar auS ben antifen (formen §eraud txA» 
n^idtelt n^ar, bie in bem i^erjen feined Wii^, in ®er* 
manien, nid^t ba^emb jur ©eltung fommen tonnten, toetl 
ftc für bie ©eutfd^en eine frembe, angenommene ®ac^e bil« 
^^tn, bie mit ber Urfprünglic^feit unb ffrifc^e il^rer Äraft 
^ in (SinfCang ju bringen n^ar. S)a)u fam, bag bie 

lid^en Slnfd^auungen nod^ ju fe^r mit ben ^eibnifc^ 



50te ^runbrigenttoidTnng. 87 

Uebertieferungen ju läntpfen Ratten, fo ba| auij hoB S^riflen« 

tum bei ben etngelnen fel^r ung(eic^arttgen T^attonalitäten beiS 

grogen ^teic^eiS nur fe§r (angfam feßen ^Jug foffen lonnte. 

@iS i)at faß 200 Solare gebauert, btö ber Don Jtar{ bem 

©ro^en gefheute @amen feine f^rüd^te jeitigen lonnte ^ aU 

nad^ einer Stit milber SerAiirrang unb kämpfe neue Staaten 

ft^ gebilbet Ratten unb bai8 9lei(^ in ben glanjDoKen 3^iten 

ber fädjfifc^en Aaifer eine innere Sefiigleit unb einen $ö§e« 

f)unft ber SDtac^t erlangte, mie er fpäter nid^t loieber errcid^t 

tourbe. 2)urd^ bad S§rtftentnm, totlifeB bad ganje iPeben 

mit einer DöQig neuen, Don bem Slltertunt grunboerfc^iebenen 

Suffaffung burc^brang, traten aOe Stationen in ein gemein« 

fameiS Ser^ältniS gleidjartiger Jlulturtl^ätigfeit , bie fid^ in 

@itte unb Aunflform lebendfräftij auiSgeflattete unb jene 

(St)od^e begrünbete, bie loir bie romanif c^e nennen unb 

toeläft in ben norbifd^en Säubern, ^auptfäd^Iic^ in !Z)eutfd^lanb, 

jur DoQen (Snttt)idt(ung gelangt iß. Wian folgte bei biefer 

Benennung bem S9eifpie( ber ©prad^n^iffenfd^aft, bie ia aud^ 

jene ©prad^en atö bie „romanifd^en'' bejeid^net, meldte ßc^ 

auiS ber römifd^en entn)idfe(t l^aben. Sßenn auc^ bie Anfänge 

biefer romanifd^en Aunß jiemlid^ frü§ jurüdtreid^en unb i^re 

©runbt^pen fc^on in ben Sauten ber Dßgoten, Songobarben 

unb SReroDtnger gefunben loerben, fo ßnb bie Sauioeifen 

biefer Sößer unb ber ^(arolinger bod^ nur aü Sorßufen 

3U betrad^ten. (Srß um bad 3a^r 900 n. S^r. ttma jeigt 

ftc^ ein energifc^er "Trieb nad^ gängltd^ neuer Umgeßaltung 

ber rdmifc^n S9auformen unb odHigem 8ruc^ mit ben rö* 

tnifd^en Ueberlicferungen, fo ba^ n^ir auf biefe ^tit ben 8e« 

ginn ber romanifd^en S9auperiobe feßfe^en fönnen. Son 

biefer Qtit an loirb bie Hnn\t faß audfd^Iieglid^ eine lird^Iid^e 

nid^t nur bcÄ^alb , toeil ße in erßer SRci^ iernhn ynat . bie 



68 ^r »manfft^e €til. 

Statten bfä @ottedbienflcd ju ft^müden , fonbent au^ beS^alb, 
»eil bie flößet bie ^imfiatten bei Jtunft tnucbett unb bie 
Jtünftln auS betn Saienfbmb« flt^ ben geiftli^en ©enoffens 
fünften anfc^Ioffen, bei benen allein in pnnifi^en 3<iten 
bie Aünjh @^u« unb Pflege fanben. X>ie bebeutfamfle Utm 
änbenmg ber alti^rillUi^eit £unfl jeigt [i(^ in bet 

©EnnbitgeatuMtluns- Win Deilieg bie rei^teffige ®ntnb> 
foim bet altc^rifltic^ Safilila unb gab bem ©ninbng, um 
fc^on hierin baS (^flli^e $tinji^ }um SiuSbntd )u dringen, 
bie Soim eines lateinifc^n jhreujeä, beffen 
SüngSoc^fe bie ffiic^tung Don äßeflen nai^ 
Oßen crfiielt. 3)ie XnDtbnung btefec Ateuj» 
fotm gef(^a^ in ber Seife, bag man junAi^ft 
nai^ ber SBreite, bie bog ^anptfc^iff er^lten 
foKte, einen quabrotift^ Staitm anlegte, bie 
SÜierung, bui^ meli^e bie 3Ritte beS ®t* 
bSubeS beflimntt micb; btei folt^e Quabtate 
tDurben atebann gegen 3Be|ten, je eineä ge* 

JU ^rf'tfnflet^). ^P'" ongetegt. iJiefeS lefetere Ouobrat 
fi^Iog atabann in einem $alb(iei5, bet 
3Ip f i § (f!e^e t^gitr 85). S)te bret gegen üBeflen genieteten Dua< 
brate beftimmen atSbann benSRaumfütbagOTittelfi^iff, bii 
Don^^orben nac^Süben getii^teten baäOnetf^iff unb boS 
gegen £)|len geri^tele mit bet^flS ben S^or, neli^ ben 
^oi^altar aufnehmen foO. Xiie '^un^freujung Don äSittel' 
f^iff unb Ouerfc^iff, bie nii^t nut Qltiäie EBrette, fonbent 
aadf gleii^e $3^6 erholten , miib bun^ eine j£ n p fi e ( übet 
ber $ierung beutli^ auSgefproc^n. 3)er innere Siaum ber 
^itift toirb noc^ bvx^ bie beiben ©eitenfc^iffe (Sfi> 
leiten) «Weitett, bte jn beiben ^iten beJ anittelfii^ifTS nti» 



Sie QnttibrifientiDtifelung. 89 

georbttet finb mb tiie ^albe Sieite unb $S^e bt^feUrn a* 

fyüim, gettnint Don biefem bui^ je eine iSünlen» ober 

^fetlenei^ SaS aRiüelfi^iff unb bie beibeti ©eitenf^iffe 

bilbtn jufammen baS Snng^auS. 

Sei ben gragewn romonift^en ftitc^n ttntbe bet Slonm 

unter bem ©^otutib bemOueif^iff übetwSIbt ttufjtoei ©ÖHlen- 

ober ^feiletrei^en mit apjl« gegen 0|ien unb fo eine 

Untetlirc^e ober ©rufttirc^e, 

bie Art)pta, etfleOt jut Slu^ejUltte 

fat bie Sif^Sfe, 9ebte unb Stiftet, 

bie bui4 ^Treppen öon ben ©eiten< 

fd|iffen oba bem Ouerfc^iff auS i^n 

3ugang ei^ielt. 3)ei Ö.1)ox tuurbe 

babvn^ um meliere 2:reppen ec^Bfit 

unb ei^telt ben Stauten ^ o ^ e r 

@^ot obet ^tedb^teiium b, i. 

3{auni fSr bie ©eiftlic^fett, bei von 

bem für bie Saien bejlimmten 9{anm 

butc^ bie XrepfKnonlage getrennt warb 

(gig. 8G). 

iBet biefer ©cunbform fAi 
bie romonif^n i^flitt» tiliefi man 
jebot^ nic^t fle^n; mon bilbete biefeßK nat^ unb na^ 
uieitet unb fi^lieglic^ ungen3E|nIi^ reii^ aaS. 3ßan lieg j. 
IB. auc^ bie ©eitenfi^iffe in Spftben enbigen, fegte biefelben 
auf ben Dftfeiten beS Ouetfc^ip fort (9t ebenda re) unb 
umgab ben gonjen Sbor mit einem äugerft nirfungSboIIeii 
JlapelUntrang. ijentrr orbnete man au^ oft juet Ouer=< 
fi^i^c unb Sf|3re an mit Kpfiben ober errii^tete an bet 
SQSeftfeite beS Soug^nfeS eine ^Dt^ade, baS fg. ^axc 
bieS (Srig- «6). 




90 ®cr romontft^e ©til. 

Sine (efonbetd loid^tige 92eueriuig bt(bet nod^ bie Sin« 
fügung bet Stürme in len DrganidmuiS beiS fBarxt^. 3[u|cr 
bem meifl ac^tedigen jtuppelturm über ber Sierung ergeben 
ftd^ an ber SBeflfeite beiS Sangl^aufed ald Sbfd^Iug ber ©eiten« 
fd^iffe jtoet ^o^e SCünne, bie SBefl' ober fölodentürme, 
^äuflg anii ju beiben ©eiten beiS (£§ord in ben (Scfen beiS 
Duerfd^iffd gmei Heinere DfUürme. ÜDiefe Xürme ^aben 
meifl qnabratifc^e ®runbform, bie oben oft in ein ^ijitd 
übergel^t; bei einigen ^ird^en (}. S9. bem 2)om in SBornid) 
pnb jle ranb (fjig. iO nnb 92). 

^ie innere ffiaumtuitoiätluuq te^nt fld^ jnnäd^fl an 
bie ber S9aftlila an. Slld Srftger ber bie ©eitenfc^tffe t)on bem 
ilRtttelfc^iff trennenben Sriaben Derioenbete man nid^t mel^r 
audf c^Iiellid^ ©änlen , * f onbem aud^ $ f e i { e r ^ manchmal 
@äu(en unb ']Jfei{er abn)ec^fe{nb. Um baiS ^immelanfhebenbe 
burd^ DoOIommenere SBitfung nad^ oben beffer jnm SniSbrud 
)u bringen, Dermieb man aUmä^lid^ bie flad^e $ol}bede ber OajlUra 
unb fe^te an beren @telle biegen)dIbtenS)eden, bnrc^ loeld^e 
bie fiad^e ÜDede junäd^fl (ber leichteren SluiSfül^rbaTteit liegen) 
im S^or unb in ben @eitenfd^tffen , iulc^t aud^ im Quer:> 
nnb äRittelfc^iff Derbrängt lourbe. 2)iefe Uebem)5Ibung be« 
{.innt in ber 9Ritte bed 11. ^a^r^unbertd. ÜRit i^r f&ngt 
auc^ ber Pfeiler an, reid^er gegliebert }u loerben; man 
führte bie i^auf)tpfei(er l^inauf biiS jur ffugtinie bei8 S)ed€n* 
getodIbeiS unb fe^te oud^ über biefe l^inauiS bie SSetoegung 
fort, inbem man bie ®en)ölbe felbfl mit ))f eilerartig t)or« 
fpringenben Serfiftrfungen Detfal^, ben (Seioölbegurten 
(tfig* 87 u. 88). Vuf biefe SBeife mm ben gunäd^fl bie einanber 
gegenüberliegenben Pfeiler burc^ Sögen Derbunben, meiere 
quer )ur l^ängdad^fe beiS ®ebäubeiS flel^en unb Ouergur» 
'*n genannt loerben. ^urij^ biefe tourbe aud^ im SDtitteU 



Sic innere ERmtmenttDiifdung- 91 

ftfliff bi( quabtatiff^e ©inteitunfl ber ®tunbri|fH^e ouf bie 
35ede übertragen. 2tut^ bet SBnge na* oetbanb man bie 
feiler untereinanber burt^ bie an ben aBflnben ^in= 
loufenben?an9«n9urt(n(gig. 87 11.89). Um bem lonfiruf- 
tioen littnjip nec^ weit« gu folgen, »erbanb man fpfltet 
bie ^feilet auc^ no* in ber SRi^tung ber diagonalen bet 
quflbrottfffytn ©mnbflBc^en burt^ \ätw&iitce ©urten, bie ®e. 
toiÜeä^^tn, bie m in ber 5Dtitte frciqen unb botoon ben 9ianten 
Rreuiiippen erhielten (f. gig. 89). Sroift^enbieaiippen unb 
@urten ninben atöbann bie ® e* 
mBIbelappen (©emBIbefetber) 
eingefe^. Iiie Art biefEr ©in- 
nöEbung nennt man ArfUige» 
»Blbe. 

3)ie®ew8tbe mit Jtteujrippen 
gei|Bren ber gweilen ©älfle ber 

romonif^n aSaupertobe an; bei 

früheren Sanweiten, g- S. bem 

aipm jn ©pder, (c^neiben P* bie 

®enjBtbeIoi)pen in fifyivfen Äonten, 

ben ©tallinien, meB^lb bieje 

ÄreujflewSlbe ©ratgemSlbe, 

jene SRippengeroSlbe genonnt 

»erben (Sergl. Sig- 87, 88 nnb 

89). 

3)0 bie qnabrotifi^e ®runb' 

form für bie ®in»S!bung bie ge- 

rignetpe ijl, fo teilte man ani^ 

Ue lecten bet ©eilenft^iffe in qua- _.u. — j^. — ;-.._ 

btotifclje Sfelber (^ig 85), oon ^^ g^^_ tum. 9c«>intMcm 

benen atfo, bo bie ©eitenfi^iffe (,vm »ü» ju «»et«). 




#«# 



93 



Sn rotnanifc^ Stit 




nut bie f)o,\bt Stette btS 
SDIitt(If[Qiff]g ElDben, je ;R)ei 
3eEber auf ein gelb beS 3nit> 
tclI^iffS fontnten, unb mölble 
bann bie ©eitenfi^ifTe in bei; 
gteic^n ffieife ein. 33flbur(^ 
nutbe ^i[^en ie jn>ei ^teilen) 
ber ©etDStbfflurlen beä WitttU 
f^ffs ein weit f^raü^eict 
$feiln notuenbig, toobuK^ eine 
gefüQige äQet^felniitfung in ben 
SRaffen erjielt nitb. 
gig. B8. Korn. »[rcDibcfiiibutig. i^^S WtOf bic ©etaBIb«. 

gurten Vixt&Vftttt Iragenbe Potiu luurbe f(^on im Pfeiler 
nai^ fkeng abgetnogenen Ski^Ktniffen entfprec^enb Dorbneitet, 
bie ®urten alfo geuiffeimagen im Pfeiler noi^ unten fott< 
gefegt (3ifl. 88); biefelben erhalten befl^atb qu(^ na^ unb 
na^ in intern Oucrfi^nitt eine xtMfi @ltebening (f. gig. 
99). aSefonbetS |tact ftnb bie ^feiler bei SSientng (^g. 
85 unb 86) unb bem entfpiex^enb bie fle Deibinbenbett Quer> 
guiteii angelegt, bie unS ^ter als iCriump^bogen ecfc^eineii. 
Die Sbei ber äiiernng e.\& bei ^uic^f^neibung htS ?ang> 
^aufeä mit bem Öuerf^iff m 
niftttt Sttpfel llelit au^ 
augerlif^ ben @i)>feltiunft bei 
buc(^ bic @euB(be beniiTten 
ffliafte unb bie ^^fte %uS- 
bilbung beä inneren SlnumeS 
bar. ^ie jfu())>el eift^etnt un8 
aber ni(^t in bei einfot^n 
Jtugelfonn bei b^jontinift^en 




Itnifitn Sormeit. 



93 



ftunP, fonbem fie ift in ber ifUfld ben Äreuj* 

getnSIben entfinet^enl) gegllebert bnrt^ @eiO()(beii(>;ien , bie 

oben in einem Arnnj ober ® (^ I u g |l c t n gufammen' 

gefaxt flnb (tütg 91) ^ gleii^ 3Betfe gefc^ie^l bie 

SintDÖIbimg ber beiben ^iii^tl 

beS Ouerfi^iffS nnb beS S^orS 

(Sine eigenartige Srfc^etnung tjl 

ber in etnigen flr9|eren fflir(^en 

cor^anbene Seltner, b i eine 

retd^gefi^DnicFte mit @allene 

»erfe^ne SBanb jimfd^en bem 

^leäbtilermm unb bem ubngen 

9tAum mit f^aten ^ur^ 

gongSt^ren 

2>ie Sntuldelnng bei 
an§Hn ^oimtn jetgt ben emt> 
nenten ^ortfc^rttt gegenüber bei 
altc^rißli^en EBauFunjl tor 
allem in ber üntage nnb )Iu9> 
geftaUung ber S^flime 9Benn 
biefetben aadf jimmi eine 
jlotiff^ Aufgabe ju erfiiüen 
^aben, mbem fie ben tn ben 
2)eden beS fang^aufeS erzeugten 
flarlen®eöii)lbefi^ub aufnehmen, 
fo tft m ber Knorbnung berfelBen 
wie in ber ber S^dre äroeifetloä boS matenfd^e ^rmjifi gonj 
befonberS berüdfic^ttgt (ijfig 90) 'Ziafifelbe t|l a.18 em ui* 
germonifi^ aRoli» p bejetc^nen. !3>k S^nne ftetgen in 
mehreren (Stagen auf, bie bun^ ©migefimfe unb Snefe ge* 
trennt flnb, unb enbigen metßenS in etnent maffioen $e' 




u «tlD^üufcn) 



94 ^r rotmmifc^e ©tu. 

Don ber f^orm einer Sfeitigen ^^ramibe, an bte fic^ übet 
ben einjelnen SurmfiSc^en Heine ©iebel anf (fliegen (^ig. 92) ; 
biiSmeilen finb bie Siurnt^elme ara ^olj lonfhuiert mit 
Siegel« ober ©^ieferbedung. ÜDer ©iebel tritt über^anf)t 
a(d neueiB arc^iteftonifc^ed SIement in ben f^ormentreid ein, 
bad Sang^aniS unb Ouerfd^iff, foiote bie @eitenf(^iffe j[emeite 
in ber Slic^tung i^rer SängSac^fe abfc^Iiefenb^ bort ha» @attel« 
bac^, l^ier bie beiben $ultbä^er aud^ in ber f^affabe an< 
beutenb. !Z)te !Z)ä(^er felbfi ftnb anfSngli^ niebrig, erreichen 
etnia in ber ÜRitte ber Spod^e bie Steigung beiS Sßinlelbad)^, 
nierben aber fpäter immer l^ö^er nnb fieiler angelegt. SDie 
!Z)äd^er ber @eitenf(^iffe lehnen ftc^ f)uttartig an bie bon 
ben Pfeilern getragenen Sangtt)änbe bed 3RitteIf(^iffiS an, 
toüdjc^ er^eblic^ über bie niebrigeren @eitenf(^iffe ^erborragt. 
Um ben ganjen Sau läuft ein t^uggeftmS (©odeQ, gemö^n« 
lidl profiliert tt)ie bie attifc^e SafiS. S)ie äußeren äJ^auer« 
flächen tragen in ber Siegel in ber ^ö^ ber inneren 3)e(Ien 
l^orijontale ©eftmf e ober f^riefe unb ftnb nad^ oben burd^ etn^aupt« 
geftmiS, koetc^eiS audj an ben fd^rttgen ©iebellanten hinaufgeführt 
ifi/ abgefc^loffen (f$ig. 92). Um bie langen SRauerfldc^ 
auc^ burd^ eine üertifate ©lieberung ju beleben, loerben an 
ben Sdfen unb in beftimmten Sbfiänben, namentlich ba, »o 
bie inneren SBanbpfeiler liegen, f^mate pfeilerartige SRauer* 
oerfiärlungen angeorbnet, bie Sifenen (auc^ Sefinen ober 
Safc^enen genannt), bie unten auf bem @od(el ober einem * 
©efimd auffielen unb oben in bem SlunbbogenfrteiS 
enbigen, b. i. eine Steige Heiner Stunbbogen, burc^ votii^t bte 
Sifeneh üerbunben flnb (gig. 92 u.l02). 3)iefe aiunbbogenfriefe 
jie^en fic^ fafi unter allen @kflmfen ^in unb bilben ein 
^uptd^aratterifiitum hti romanifc^en @tiä. 9K(^t feiten er* 
galten, bte C^Sre unb 2:firme, um eine reiche SBStrIung ju 




gifl. B;. 2oni SU Speiet, eiioiaiiMl. 



96 X»et romonilcde ©«(. 

erjtelen, tine attabenattige Wauerveibtenbaitg, in* 
bem bie Sifenen gu aBanb))fei[ertt obet ^albfSuIen umge« 
bilbet nerbtit, bie Dben bur^ giügeie Stunbbogen mitcinanber 
cnbunbcn {Uib (ijig. 92). ^ei ben giö^eien tomantfi^en 
Sauten läuft unter bem ®a[^ eine (Salerie ^in, b. i. ein 
ft^malec Saufgang, gebtlbet auS Stiaben auf 3t»c'^#K^'>i- 
Sliefe ®ateirie tieilei^t ben Sauten ein ungemein ntaleitfi^eS 
^uSfe^en. @ie finbet fi(^ am St^ein befonberS ^ufig unb 
i|l namentlich an beu Siomen gu äßormS unb ®)>eier uunbet' 
f(^i)n bun^ebilbet (Sig. 90 u. 
92). Sie jwifd^en ben Sifenen 
liegenben ^auecfläc^en erfi^ei^ 
neu öI8 tertiefte Helber. 3n 
benfetben finb bie Dfenftet 
angebrai^t. 2)iefe ßnb Der^lt« 
niämagig Hein, liegen in bec 
anitte bei aRonent, bie fic^ 
na^ au|en unb innen be< 
- — — - beutenb erweitern , unb finb 

ju xicbtifit, ^'"'* iinmei bunt) einen inunb° 

bogen abgefi^Ioffen. Oft finb 
au^ gmei ober meEirere Senfler in einer einzigen ÜRauer« 
burc^brec^ung angeorbnet mit Kilaben auf einfachen ober ge> 
tapptüen ^wergfiulen. 

@ine neue iSrfi^einung bilben bie Wabfenßet, b. f. 
IreiSntnbe ^nfier t>on gri)|erem 3)uri^meffer mit innerem 
Iranjartigem 3>Iunbbogenfrie8, bei Don f (einen, robial auf 
einem innem @(^Iagflein ttereintgten @fiu[(^en Verfpannt 
mirbCSig. 93); fle f((|mlltfen meiflenS bie @iebel bcS ^aupt* 
fc^iffS unb Ouerft^iff«. 

Sunt Snnent bei Aiic^e führen mehrere IStngang8> 




^rrd^ttcftuf^ctoU«. 97 

teuren; ba$ ^auptportal befmbet fid^ m bet 9tegel an ber 
SBcjlfeilc, atfo ber ©tirnfaffabc bc8 ^auptfd^iffcS ; flcincrc 
^oxiaU führen in btc Seitcnfc^iffc ober bte Slügel beS Ouer* 
f(^ip. ®te ^ortalöffnungcn liegen, wie bie fjenjler, in bet 
3Rttte ber Tlamxn, ermettern ftd^ nad^ außen unb innen 6e< 
beutenb unb enbtgen oben immer in einem Slunbbogen 
(fjig. 94). 3n ber fpäteren 3eit erhalten bie J^firen felbjl 
reci^tedige Umriffe; haß über benfelben befinblid^e 93ogenfeIb 
(Xt^vxpanon) erl^ält bann immer einen reid^en bilbnerifd^en 
@(^mu(I. ^inftd^tlic^ ber ®ru))))terung beiS ©anjen 
tt)ie ber @injel^eiten ttiirb fletS baS ©leid^gemid^t ber SRaffen 
unb formen flreng eingehalten, unb in ber Snorbnung 
ber I^üren unb Sanfter ijl bie Symmetrie ®runb« 
gcfe^. SBenn eine Slbttieic^ung t)on ber regelmäßigen Sld^fen« 
tetlung Dorl^anben ifi, fo tt^ar bieiS fletS burd^ einen ganj 6e* 
f onberen ®runb geboten (bei ^rofanbauten j. S. @e^en nad^ 
befltmmten fünften, bei Surgen bie 3RögIi^Ieit befferer 93e« 
n)a(^ung unb Serteibigung unb bergl.) 

^ie Sril^iteftttr^^etaUd jeigen eine er^eblid^e Sbnieic^ung 
öon ber äntile fd^on in ber fJorm ber ©äulen. ©ie 
romanifd^e @äule ifl im allgemeinen {lämmiger ald bie ber 
Slnttle, \x>a9 ttjo^l auf bie $ern)enbung htß nieniger trag« 
fähigen SRateriatö jurüdFjufü^ren ifi. Sber aud^ abgefe^en 
baDon toich in ben @äulent)er^ältniffen leine befiimmte 3lotm 
eingehalten. Sieben fe^r gebrungenen fe^en n}ir ungemö^nlid^ 
fd^Ianle @äulen, namentlid^ ^albfäulen, fog. Sßanbbienfie, 
bie oft auf falber ^5^e burd^ einen ))roftIierten Sling unter« 
brocken merben, ber baiS Sufammenfaffen ber firaft präd^tig 
jum ÄttSbrudt bringt (gig. 94). 3)er (Säulenfuß f- 
fie^t meifleuiS auB ber attifd^en S3afi§ dmi Sßulfien 
$ftt^(en mit Slättd^en, bie burd^ eine ^o^Ite^Ie gel 

^actmann, etmuiibc. 



^bet romanif^e €tiL 





gig. Sl Sottiil |u «ilUirann 

finb) unb einet etnfa^ ober aU 
gefeiten btSroeiten auc^ abgeft^rfig' 
ten f Iint^e 5)ie aSoiiä \ft in ber 
f Uferen 3eit I|o^, fojl '/, beS 
3)ur^meffer8 unb \laii profiliert, 
f))a[et itieber unb tief gefehlt. S)te 
©den bct Pint^c werben mit bem 
^ulfte bur^ ein Sdblatt »er* 
mittelt (gig. 95), ba8 fpÄtet 



STn^iftttur-Iiefailä. 



99 



burc^ allerlei äetif^e nnb ))^anta{tifd)e ilronnen erfegt niirb. Im 
©äulenf(^aft ^at but^gangig cglinbrif^e Sonn, feltener 
6 ober SecEigen ^udf(^nitt, ift mant^mal, namentli^ bei 
(leinen ©ilul^ florf Beriüngt, [cboc^ o^ne ©ntaiiS (S(n= 
rt^meHung). ^ie Tenlrei^ten fiannelierungen fallen weg; ber 
©(^aft ifi in ber 5Reget glatt; nur bei befonberS teit^ec 
3)ur(^bilbung ifi berfelbe mit getaunbenen fiannelierungen 
imb allerlei SBanb-, gtec^l=, S''^"'** ""^ anbern Ornamenten 
DoO|)anbig fiberjogen (^ig. 94). 'Sttn Uebergang jum Sapi» 
tai »ermittelt ein @aulenring. 




3lg, 96. Komanll^t KViWlMHlih. 

3n ber Entttitfernnfl bergorm ber fflopitate entfaltet 
bie tomonif^ a9autunfl eine ungemB^nli^e tjfru^tbarleit. On 
bcn ©egenben, mo antife S^orbilber Uor^anben tnaren, mürben 
bie j^if)itate biefen frei na^gebitbet, uhd (d entflanb haS ältere 
antitifierenbe Kapital, bei »eifern bie ©lunbform 
burt^ reic^ bur^btc^e SBtStterrei^en Berbetit unb buri^ 
S^neden ober SSoIuten in ben Dier @(Ten bie JfreiSform in 
bie quabratif(f|e bet asedplatle überführt mucbe (f. ^fig. 97). 
3n ben rein gecmanif^en ^Snbem entflanb aber batb bie 
tqpif^c ©runbfotm beS romanifd^en ÄopitflK, baS Söürfe 
fapitll (f. Sig. 96), luelc^eS ben primitiullen Uebergo 



100 



^t romanilc^t GHI. 



ber firei^form bet ®äu[e in b'te quabtatr'fi^n @e)uSlbeait< 
fängn eijielt. SDaSfel&t etf(()einl unS alä ein an ben @(fen 
na<^ unten gleic^mSgig obgeturtbetei Sflrfel, ba ofl feijr 
icic^ mit %ltiiU uiib Sonbrnnl On|iett ifl; eS (^aratteripert 
bie miltelromanifc^ Saufun^. 'SoS a3e|tteben not^ mSg* 
lii^fl alil(t(i(^et ©epalfuitg jeneS UfiietflongS jeitigte weil« 
eine ttnniaffe emfi unb flreng gebilbetec Aofiitälfonnen, Dan 
benen bnä Äe((i&= unb ffnofpenfopitäl (f. tfifl. 98) 
fi(^ 6efonberer SBetiebtfieit eifreuten. Sine fe^c pbf(^e 
@tf(^emunfl finb ne(^ bis gefuppelten Kapitale (unter 




einer iKiIpIatle) nielclfe namenlli^ bei biden SRauein fiber 
boppelten ©Sulen m ben ^eujgängen ber fitüflei ango 
orbnet (Inb 

''tuf bem ffiapitdl ru&t bic J)ecEplotte («büluä SJecf. 
'i. pmS ober floim'fy ) m quabratif^ec (Srunbngfortn Xie- 
fribe iBuibe mfprünglicf) unlen flart abgeft^rägt unb bei 
rcif^eren SluSfii^rungen bie ©cEtrSge mit aderlei iBanb', 
Statt ober 3!eewetl oerjieiif, fpiiter erhielt bte SDerfpktte 
einen KamieS ober ^lettelflnb in flarl Iragenbent Profil 
-ber auäi bie mitgehörte ©lieberung ber attifi^ iBajÜ. 



fln^tttthre-SletaiU. 



101 



iKt romanift^e $ftilei folgt in fritun Wunef» 
fungcn tbenfolls feinem {lefltmmten ©efe^e. ^ir Ouer« 

fc^ntlt beSfeUien tfl meifl qunbratif^, nic^t [((ten aa^ a^t' 
ecfig, oft auij äufauimengcfeft mit Oorgclegten $alt)fäuletf, 
bell 2>ien|leii obet 9&anbbienflen, bie bann ^tnauffü^»;i 
unter bie Ouergurten, mS^tenb bie lec^tS unb linld baoon 
fielen bleibenben ^feileterfen als S^räger bet SangS> obet^ 
jtreujgurten eift^einen (t$ig. 87, 88 u. 99). ^iSraeiten finb b\f 




^feiletcden mit Isafen abgeft^rSgl ober ausgeteilt unb tleine 
©anlegen eingefegt; bie tjtei^ett in biefen ESilbungen jeittgt 
oft fe^t reijOoIIe fiompofitionen (gig. 100). a:te $f«ilec er= 
^Iten eine einfalle Sleifplatte (dampfet), bie abgef(^tagl ober 
tn:ofiIteTt ober mit rautenfünnigem, fle^tarltgeni iOrnament" 
toert veirjieit i|). ^fyct tJugbilbung ri<^tet ft(^ nadt ben 
©aulen. 

lieber ben Oon ben Pfeilern getragenen Slttaben jie^' 
|1* im aWittelft^iff ouf ber ^61)1 ber Seitenfi^iffe ein ®utt 
banb ^in, tvel^ Con ben äßanbbienften bun^broi^en mirt 



102 Set tontanifd^e Stil. 

um bod auftDärtd fheknbe Tloüt> ber Pfeiler nod^ IrSftiger 
l^cröorju^cbcn (tJig. 87). 

3)ie @eto8Ibegurten ^aben urf))rüngltd^ rec^tedigen 
Ouerfd^nttt, erl^alten fpäter an ben Sden einen Stunbßab 
mi Jie^Iungen (t^tg. 101) unb ttierben immer reicher profi« 
liert, iDQd fe^r lenngeic^nenb ifi für bie 3^it ber SuiSfü^rung 
' (baiS Profit ber ^reu2rt))pen befielet in ber mittelromonifd^en 
@ppc^e aus einem in ^o^Ife^Ien abgefegten Slunbfiab). S)ie 
\^eujri))pen n)erben im @c^eitelpunft in einem ©d^Iu^« 
{te'in jufammengefagt, ber oft fe^r rei^ mit ornamentalem 
oicr figürlichem ©c^mucf öerfe^en ifl (gig. 89 u. 91). 






Sfig. 101. SZom. ®UTten« unb 9ti))))en))roflle. 

©ieSRunbbogen ber «rf aben be« 2»ittelf(^iff§ 
bleiben in ber Siegel einfa^ unb ungegliebert unb mad^en 
ba^er bei ben fiarfen 9)?auern einen jiemlid^ fc^ioer« 
fäUtgen (Sinbrudt. älnberS ifi tB bogegen bei ben 3)ur(^s 
bred^ungen ber SDtauern an ben portalen unb ^^enflem. 

!Z)ie portale erhalten eine reiche unb eigenartige Sud« 
fiattung (gig. 94); bie Deffnungen berfelben ertoeitem fic^ 
na^ innen unb aufien ganj bebeutenb; bie Reibungen (fett»;"^ 
liefen 9)?auerfläd^en) ttjerben reid^ gegliebert bur^ fiufenartig ? 
^intereinanbergefe^te red^ttoindfeüge ^Jfeiler, in bereu @dfen/ 
Heine (Sanieren fielen, bie über bem j{a))itäl im 9lunbbogen' ^ 
noc^ in oft äugetfi lebhaft ornamentierten äßulflen ober ^^ 
Slunbfläben fortgefe^t finb unb fo ha» portal franjartig um«.^^ 



'^ 






?lrd^tteftur*XctaiÜ. 103 

rahmen. S)te ter^ältntiSmä^lg Qeinen Si^üröffnungen enbigen 
in ber f^rü^jett in einem Slunbbogen, fpäter in bem fog. 
Älecblattbogen (ff!g. 107), ober fic erhalten einen wagrec^ten 
kämpfet; nioburc^ baiS fc^on etniä^nte ^albfretiSförntige 
93ogenfelb, baS 2;t)mpanon, gebilbet n)irb, toüdj^S, n)ie fpäter 
anä^ bie ^octalumra^mungen, einen reichen bilbnerifd^en 
(Sc^mucf erhält/ ber an fi(^, namentlich in ben norbif^en 
Jottbem, eine bebentenb ^ö^crc ©tufe fünflterifc^en Oefc^maieiS 
offenbart atö in ber altd^rifllic^en S^xt 

5Die(fen|ler finb üer^ältniiSmägig Hein, jeigen im aU« 
gemeinen biefelbe Srt ber S)ur(^6ilbung, tt)ie bie portale, 
nur in bebeutenb vereinfachten t^ormen; bi^ttieilen finb bie 
(fenfierleibungen nur abgefc^rägt unb mit einem ober auc^ mel^« 
reren ^erumfaufenben 3Q3uI|ien unb jierlici^em Drnamentttjer! 
gefc^müdft. 3laii unten enbigen bie f^enfieröffnungen in 
einer glatt abgefd^rägten %läifi, um bem 9tegenn)affer ent« 
fpred^enben Slblauf ju geben. 

ÜDie (SefimSformen (ßodA», ®urt« unb S)aci^ge{im$) 
lehnen fic^ an bie Profile Der @0(fel« unb 3)edt))Iatten ber 
iraiem Pfeiler an. 3)er ©odfel ifl faji immer eine attifd^e 
9afiB; bie ®urt^ unb 3)ac^gefimfe enttoidtetn ftd^ auS einer 
menig auiSlabenben platte mit unterer ^bfd^rSgung, an bereu 
Stelle nad^ unb nad^ ein flacher unb fpäter fiarf tragenber 
Sarnie^, bi§n)eilen auc^ eine flache ^o^IIel^Ie tritt, oft mit 
^terlid^er Omamentation. 

@tne augerorbentltd^e ST^annigfaltigleit entloidtelt bie 
romanifc^e 93au(unfi in ben mit htn ©efimfen Derbunbenen 
griefcn, oon benen nn^ in aKererfter Steige alB ganj be* 
fonbcrg d^arafterifiifd^ ber 9lunbbogenfrie§ (f. gig. 102) 
auffällt, ber in ben öerfd^iebenflen 2lu§fü^rungen fafl au5* 
na^miSloiS unter allen ©efimfen, ben ®urt«, Sac^« unb fogar 



104 



Xet rontQntfd^e 6til. 




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Sfig. 102. Slunbboaenfriefe. 

ben fc^rägen ©tebelgefttnfen, Einläuft unb eine ungemeitt 
malerifd^e unb glönjenbe SBtrfung ^ertorruft. Son bett 
ja^lretc^en anbern t^rieSterjierungen feien nur no^ ber 
romanifc^e 3ö^nW"itt (mit über ®d gepellten 30^«^")/ l>cr 
SRunbflab* ober 9lotIenfriei8 , ber 3^*^"* ober S^iiad^, 
(Sdjnppzn*, Sau*, Stauten*, S^ac^brett* unb ©iamantfrieg 
ertoä^nt, bie in ber fpäteren Süi me^r ober toeniger burd^ 
baS ^flanjenornameut öerbrängt »erben (fjig. 103). 

^ie Ontamenti! t)ern)enbet ^flanjenfomten, aber nic^t 
in naturalipifd^er S33eife, fonbern lennjeic^net in fräftlgen 
Linienführungen unb ^erfd^ßngungen ein beflimmteS ad« 
gemeine^ ®efe^. SDteiftenS {Inb eig fortlaufenb üerf^lungene 
SSänber, au§ benen brei*, öier* ober fünfteilige Slötter mit 
fc^arf ausgeprägten Slippen unb lanjett« ober IreiSförmigen 
Sinja^nungen vmh Umränberungen ^eraudioac^fen, fid^ ben 
i^inieuitigen jlreng unterorbnenb. Slnrei^ungen öon perlen 
unb fog. ©iainantfd^nitte (Keine ^t|ramibenrei^en) flnb auf 




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SKg. 103. Sioaem, €(ta($tTett>, 8<i'ii><(' »nb Zauftie«. 



Sie OnumunHI. 



105 



bie Sllnbei;, jintf ^ bief elben ober auf blc 91iitttif)l>eti (ingefe$t. 
(Sig-98). ^^antafUft^e 3ßenf<^' nnb üCiaseftoIten, »on tiefem 
f^mboßfi^en ®tffaü. abet in natDet Xuffaffung unb in Sugerfl 
fettet @rup)>iening, flnb tn bftS Ornament eingeflößten unb 
inil bemfelben netwa^fen (Sig 104) ^uxii) biefe m Cci« 
btnbuag mit bem OBQtgen ^eiraeiben von allen anttten @in' 
flüffen, bie W^ne Sinienfü^rung, bie haftifle ^lofhl unb ben 
ff^orftantigen S^mtt, hixii ben ein ungemera (eb^aflei 








9loitianif4e CinuitEntc 



^ec^fel jWif^en itift unb ©(Ratten erjielt »iib, jeigt ha9 
lomanifße Ornament eine ungend^nltc^e Onginaliiat, jhaft 
unb ilfrift^ bei einem gerabeju unerfrf)iipfltd]en SReK^tum 
einem ^oupfgtunbjug bcr miHelaltcrtir^en Äunji a>te ^Bdifle 
^rai^tentfaltung entmtdelt boS romamfc^e Dcnantent an ben 
portalen, an benen hie umia^menben SSdgen unb ©liebe' 
rungen faft ganj mit getsunbenen, tueQenfürmigen unb jicFjail 
artig gebccx^enen Linien ^äfuppen nnb )!fle({)ttverf, linearei 



106 ^er romamft^e @til. 

unb ^^flaniettotnament mit f^mbolifc^ett S^tet* unb 9)7enfd^en« 
gefialtett in bet buntepten SluiSmal^l t)eriiert flnb. 

3)urc^ biefe SluiSftattung ber (SingangiSt^ürett mürbe eine 
mürbige Vorbereitung auf bie Stimmung ersielt, bie ben 
Sintretenben im Innern einer romanif^en ^irc^e 
umfangt. S>er meite, {)o^e 9laum, burc^ bie t)on mäd^tig 
aufftrebenben Pfeilern getragenen ©etoölbe ^armonifc^ nad^ 
oben abgefd)(offen, mad^t einen ungemein erhobenen unb 
grogartigen Sinbrud. S)ie reid^geglieberten Pfeiler erfd^einen 
burd^ bie ©eioölbegurten loie burd^ ein Ste^mert t)er6unben; 
unmiQfürlic^ tvirb ber SUdt aufwärts unb burd^ bie Sogen:" 
betoegung ber Slippen fortgeleitet^ VxB et in ber ^albrunbung 
bc§ Sf)or§ über bem ^od^altar einen 9lul^epuntt finbet. 
S)aS m.ägige Sid^t, mldje^ hmdj bie tvenigen unb fleinen 
(Jenfier bringt^ erl^ö^t nod^ ben @rnfl biefer 9läume ^eiliger 
3Ju^e unb jliller SBeltabgefd^ieben^eit. 

®(eid^ grogartig ift ber äugete ©efamteinbtudf. 
?)ie getoaUigen unb fd^n^eren^ an ftc^ aber fd^on malerifd^ 
gruppierten äßauermaffen {teigern {td^ burc^ bie immer impo« 
fanter geftalteten Stürme ^ in benen bie l^immelanflrebenbe 
Sbee be^ S^riftentuntiS fo fc^ön unb beutUd^ au^ge« 
fprod^en tuirb^ gu Gruppen t)on l^öd^fl bebeutenber unb monu- 
mentaler aiBirfung (gig. 90). 

^(9fter» unb ^rofanbauten. 3)er romanifc^e Stil er» 
I)ält feine erfte @ntmi(!elung an ben ßirc^enbauten, n)irb 
aber aud^ alSbalb auf bie ©ebäulid^Ieiten für bie geiftlid^n 
©enoffenid^aften, bie Älöfler, übertragen, too er in ben 
ßr entgangen, l^allenartigen, übertuölbten Umgängen um 
einen quabratifd^en ^of mit meift gierlid^en Slrlaben, fon)ie 
in ben 93aptifterien (S^auffapeQen) , ßapitelfälen 
(für Beratungen) unb Slefettorien (®peifefälen) ju 



StoHtc unb ^tofanliauten. 




gt9 lOS X^Dctucin iU Slurntecg 

einer glänjenben Sntfaltung gelangt (aßauCbconit, $icfau, 
iaai), ^eiisbronn w a) 

aUein er lonnte ouf biefe Stauten fttr lirdilidie 3"»«* 
nii^l bef^rantt bleiben eS mar felbfluetflänbli^, bog et 
QUi^ in bei IQaul^ätigtett beS »e^i^aften germanif^en Eilten 
tumd, boS buic^ bte Sir^e eine leligidfe äßet^e erhielt, jui 
Oeltung {omnten tnu|te, unb fo fe^en mir bie nteiflen filteren 
mtttelalterlii^en Surgen im ri)manif<!^en @iil, bei 



108 S)er romantfd^e @tit 

fic^ in bcn laifcrlid^en ©d^Iöffcrn unb Surgen ju fürft« 
It^er ^ßrad^t ficigcrt (SaSortburg, SKüngenberg, bic Ucberreflc 
bcr ffiaifcrpaläfle ju @o^lax, ©einkaufen u. a.), looburd^ 
berfelbc einen ^ierard^ifc^ arijiofratifd^en E^aralter erhält. 
3(ud^ ber Sefefligung ber ©täbte, ben ©tobltl^oren 
(fjig. 105), ©tabttünnen unb aiat^äufern , jo felbp ber 
bürgerlid^en Slrc^iteftur brücft ber romanifd^e ©lil feinen 
fennieid^nenben ©tempel auf, gelangt aber in ber (enteren 
.nur auSna^miStoeife gu monumentaler unb fünßterifd^er 
ÄuSbilbung. 

^ie iVlalerei unb 93t(btterei fonnte in ber romanifd^en 
3eit, in ber jeber einjelne fic^ ben äKoffen, ben ©enoffen* 
fd^aften ober Korporationen, unterjuorbnen ^atte, mo bie 
jirenge Ürd^Ud^e Krabition bie ©efefee für bie Äunfl biftierte,- 
nur infoweit pd^ entwidfeln, aö bie jkenge Unterorbnung 
unter bod ©an^ unb bie (Einfügung in einen beflimmten 
Stammen hied gemattete. 2)a iebe freie Bewegung baburd^ 
gehemmt mürbe, lonnten fte für fid^ nid^t }u einer felbflSn« 
bigen S3lüte gelangen, fonbem blieben in t)9IIiger Slb^ängig« 
feit t)on ber ärd^iteftur, bie bie einjelnen Äünjle in il^ren 
G£)ien{l flellt unb i^nen bie ^lä^e anmeifl. ÜDer 3Ralerei 
fättt junäd^fl bie aufgäbe ju, bie ©äulen, Äapitäle, ©urten^ 
bie äBänbe beg (S^orS unb namentUdl) ber SlpftiS mit 9?atur^ 
färben ober mit banb« ober teppid^artigen, auS ben roma« 
nifc^en Ornamenten entn^idEelten f^läd^enmuflern }U bemalen; 
bann aber erhält fle aud^ in ber SSemalung ber S)edfen unb 
oberen SQianbfläd^en einen tveiten ©pielraum. 3n ber Siegel 
fmb e8 bie ©ejlalten ©^rifti unb ber «^jojlel, Äirc^enöSter, 
(St)angelif)en u. f. U)., bie auf bem trodtenen Serpu^ itt 
marfigen Qü^en unb in fräftiger fjarbenwirfung aufgetragen 
finb, bie namentlid^ in ben ©emftlben ber ^\lß (am 



3)tc ftlctnfuttU. 109 

^äuftgflen hoB Sitb be^ SrIöferS mit bem MeniSbuci^ auf 
einem t)on @ngeln gehaltenen Sogen) alle ßvaft gufammen^ 
rafft. (Sine neue S^ed^ntt entfielt in ber ®(ai8 maier et 
burc^ 3^^^^^itf^6tinS farbigen ^üttenglafeS, fpftter mit ein« 
gebrannten Umriffen^ leichten ©d^ottierungen^ $f[an|^enorna« 
menten \xnh fd^arf gejeid^neten Figuren, mobei iebod^ nur 
toenig f^arbe im Sertoenbung tornmt. ^ier^ mie in ber 
Stlbl^auerei lonnte ein inbit)ibueIIeiS @c^dn^eitdgefü^l 
nid^t jur Entfaltung lommen. ^a baiS ©tubium ber 9iatur 
burd^ bie d^rifttid^e Se^re unb ben ®eifl bed S^riflentumg 
e^er gel^emmt aÜ geförbert tourbe, erhielten bie figürltd^en 
S)ar{lenungen oft fe^r ungleid^e Ser^ältniffe. S)ie Silbn^erfe 
felbfl ftnb in ben ®efid^tdjügen auiSbru({!§t)on unb feierlich 
emft; in bem reichen f^altenniurf ber ©emanbung offenbart 
fidf ein jlarler ©influg ber ätntüe. S)er Stoff gu ben ®ar* 
flcQungen mirb bem alten unb neuen Sieftament entnommen. 
!3n ber j^leinlnnfi enttt)idEelt fic^ balb eine fe^r rege 
S^ätigfeit SSSenn fid^ bie ($reube an berfelben fd^on an ber 
oft rec^t primitiven ©teinmof ail offenbart, mit ber SBänbe 
unb t^ugböben beforiert ftnb, fo jeigt fte fid^ nod^ t)ierme^r 
in ben ga^Ireic^ erhaltenen (Slfenbeinfd^ni^ereien unb 
©olbfd^miebemerlen ber ßird^engerftte, an benen aud^ 
fd^on @(aiSfIug (@mail) gur Sermenbung lommt, an ben 
993anb))Iatten unb SteliefS auS 83ronce, ben ehernen Spüren 
unb namentlich auc^ in ben oft fel^r reiben unb gierlid^ ge« 
arbeiteten fd^miebeifemen Sefd^lägen ber ^olgt^üren, in benen 
uitiS fd^on eine l^o^e ©tufe ber ©d^miebelunft entgegen^ 
tritt. ®inem ungemein regen lünftlertf^en ?eben begegnen 
mir in ber äßiniaturmalerei, bie ftd^ ben @d)mud( ber 
^rc^enbüc^er jur Slufgabe mad^t. @ie meidet gtoar in bf' 
überaud ))^antafiet)onen Initialen unb bem fonfiigen or 



110 ^cr romottifdjc Stil. 

mentalen nnb ftgürUc^n ©d^rnuäuerl jener 3^tt in feinem 
^unlte Don ben oben d^araftevifierten ©runbjügen ber ronta« 
nifc^en Spotte ai, ermeitert aber i^r S)arfleQungi$gebtet unb 
erreid^t btiStt)ei(en eine Seierlid^Ieit beiS UnShvndS, bte vmB 
t)on bem gewaltigen geizigen klingen ber 3^^^ fpred^enbeiS 
3eugniÄ gibt. 

Qhtttviffelung unb S^erbreitnitg in ben einzelnen SSnbern. 
9Bä^renb bie frü^romanifd^e SSautueife unter bem Stnfluffe ber 
t)orangegangenen ^unfl ganj mefentlid^e Serf^ieben^eiten jeigt, 
entn)i({elt ber auiSgereifte romanifd^e ®til eine ungetvö^nlid^e 
Sigenart unb ^raft^ bie fd^IiegUd^ in feiner ungemeinen Ser« 
breitung über hcS ganje d^rifllid^e ®urof)a jum 9uiSbntdf 
fommt. S)ie DoIIfommenfle unb ein^ettlid^fle (SnttoidCelung 
bedfetben erreid^en bie Sauten in SDeutfd^Ianb, too toir nament« 
lic^ in ben S)ombauten am SR^ein, }u ®ptkx, Sßormd, 
äßainj^ Saad^^ bie ^enlid^flen S)enlmale finben. Semer feien 
ermähnt bie S)ome gu ^ilbeiS^eim, IBraunfd^tveig/ ©oefl, 
Di^nobrüdf, Syrier, Simburg, Samberg, ätugSburg, bie hofier* 
Ürd^en ju ^aulinjelle, ^eiföbronn, ^irfau, 3RauIbronn. 

!3n ben au^erbeutfd^en Sönbem fonnte bie t>oUt 
äteinl^eit ber romanifc^en ftunflform, bie lebigüd^ anS bem 
urgermanifd^en SoR^geifle geboren tvurbe, nic^t erhalten 
bleiben ; e3 treten frembe Beimengungen ein unb jwar in um 
fo flärlerem Wla^t, ie mel^r haB germanifd^e ®(ement in ber 
angeflammten )Set)5lIerung t)erfd^tt)tnbet. Stauen jeigt in 
Slom unb S^oiSlana in ber reid^en ®äu(enfleQung (oft 5 @d^iffe)^ 
ben flad^en S)ftd^ern unb namentlid^ in ben S)etai(d einen 
mäd^tigen (Sinflu^ ber römifd^en Slntile; tvir finben bort meifl 
nur einen ©lodfenturm au^er Serbinbung mit ber Aird^e. 
^n @ijiüen, Senebig unb befonberd auc^ in ©panien 
nt bie 83erü^rung mit ben b^gantinifc^en ffonnen gur 



Ue&ci0aiig3ftil. 111 

@e[tung. Sut^ im ©üben Don Si^(>nl>:ci<^ >nad)t fii^ bie 
Slnnä^tung an bie rSmift^e j?unfi bemerfbar, »ä^renb im 
Sloiben bie beutf^en Ooimen na&eju unteiünbevt geblieben 
(inb. 3ii ben roenigen auf unfere Qtit übcvTDmiiienen tonia» 
nif (^en, SBauweiten ber ^Heberlanbe unb iSelgienä 
fe^cn mir bie t^einifi^en (Srimbjuge aber m tiel einfat^rcn 
Sier^Sttniffen, ft^loeifäQigcren Sormen unb mit wenig oina« 
mentalem ©i^inutftBcrt 3« ffinglanb uerfi^meljen bie oon 




91g. 108. IhiDftientapitil. 

ben 9Iorniannen bo^in Decfjftanjten tDmanif[t)en ^tfpm mit 
benßotj'onfrtu'lion™ bec notbifc^enSJöHec, unb in 9f otniegen 
eitennen mir an ben bortigen ^oljlirc^en ben Hinflug bet 
Tamanift^en ^n{t nur nod) in ber @runbri^an(agc, ben ob' 
gejtuften 3>äi^ern unb einigen ÜJetailformen. 

UeBetflanflSfHl. Sdjon Don bet 2Kitte be8 12. 3a&v. 
^unbertS an treten in ber romanifc^en Söaulunfi auffoDenbe 
^eränbeningen ein. 3)te fireuigüge brai^ten eine 9erü^> 



112 *« tonuntif^ Stil 

mtt ben lenkten, Sppigen formen ber onentalift^n SouTitnjl, 
beren ISinflug ft^ balb in einem lebhaften (Streben na^ len^erei 

@runbriganlage , grdgecei ieiif)lig!eit unb ^i^antafieDoQerer 

auJgeffailtunfl ber Einjelformen bemerfBot mochte Site gefamte 

Einlage vmb reit^er bie ^fetter tonben f^lantei unb lebeti' 

biger gegliebert bie ft^weren SaSütfeftoiJitfile BetJ^mniben 

aOmfi^li^ Qti i^e ©teile tntt boS Anufpenlo^ttai (f ^ig 106). 

^le SRauermafTen erhalten 

flätlete ajut^bre^imgen , 

ber bi3 ba^in an portalen 

unb ^tn^txn auSf«^Iiegtic^ 

Deciuenbete SRunbboßeit über 

^B^t |1^ nirb oft breiteilig 

jum ^[eeblottbogen (Sig 

107) fogor bet ^iifeifen« 

unb ^denioff:a bet orabf 





ff^en Äiiuft pnben p^ Bereinjelt (©t Outtin ju 5Rtut 

f 3ig 108) 5Die (I)üralterijlif#e eitc^einung in ber neuen 

**kn)eaunfl tft lebo^ ber ©piftbogen ber juna# mir in 

ergeorbnelen formen erfc^eint f^deglu^ aber ju bu»^ 



gteifenbet Sebeutung gelangt. 9!on bnt m Sig. 109 a, b 
unb borgeflelltcn ©(ligbogenfonnen t[l eS ^ouptfä^li^ bie 
bfS erfleten (a) ^mpfen ober gebrfidUn ©iiigbogenS (b ifl 
ber normale ober gteitfifeitige, c bev jieile ober lanjetlfiinnige 
©pigbogen), bte in bei UebergangSjeit gut 3)ernKnbung tontmt. 
2)er Spiöbogen jeigte fit^ für bie UetetroiJlbung bmplijiertec 
@tunbtiganlagen taeit geeignetei: als ber 9Iunbbogen; burt^ 
tljn tDurbe eS erfi eim5g(i(^t, bk Pfeiler enger jufammenjus 
rüden, o^ne gleii^jeittg auäf bie ^öfft beä ®[^eile[punrteS 
Detänbem ju muffen. 




ISiefec bebeulenbe fonfhuttice 9)orteiC tft bie Urfai^e ba< 
fut, bog ber ©pißbogen junäcf)ft 6ei ben Sltlaben unb ber 
Anlage ber innetn ©enbtbe angeteenbet niib, nS^renb man 
bei ben Senj^em unb portalen no^ am Slunbbogen fefl^ielt. 
9(llein au(^ ^ier tierfc^winbet berfelbe immer me^r, bis er 
etma um bie Wtittt be9 13. ^^r^unbertS vom ©piQbogen 
DoQtUnbig Deibrangt toitb. S)amit ^at fld) aber ou^ aü' 
mS^Iit^ eine Cällige innere Ummanblung bet roBianifi^n 
tCunflformen ooQiogen, fo bag mir um biefen 3cit)"'i>tt i» 
eine neue @tiIepo<^e eintreten, bie gotif^e. 

3)er UebergangSflil toirb bismetlen als eine felbfUnbig 



114 ^cr romanifd^c ©til. 

Jtunflrt(i^tung (etrad^tet ober aud^ afö ^Jorflufe bed gotifci^en 
©tiö; berfclbc gehört aber feiner ganjen SBefen§eit nod^ jur 
tomanifdien ^unflform^ bie in i^m mä^renb bet g(an)DoIlen 
Äaiferjeit ber ^o^enflaufen i^re J^öd^fle Slüte crreid^t. Sn 
bem erflaunlid^en 9lei(^tum an äRonumenten (bic S)ome bon 
9){atni, SßormiS, $!imburg a. b. Sa^n, Staumburg, ^Bamberg 
u. U. a.) au5 biefer 3^Jt d^arafteripert ber romanifd^c ®til 
tDo^I bie bebeutfamfle @pQ(i)e einer auSgefprod^n nationalen, 
fpejiftfd^ beutfd^en Äunjt. 

^ie eittaeltteit (Spod^ett bed romanifd^ett @tUd. ^infidjtlic^ 
ber jeitlic^en Segrenjung ber einjelnen ®nttt)idCe(ung§{tabien 
fmb etma fo(genbe ^bf^nitte ju unterfd^eiben: 

1. grü^romanif^e^eit öon 900—1050. (©äd^* 
flfc^e ßatfer.) tflad^gebedCte SSaftlifa^ ®runbrtg latei« 
nifd^e ^eujfomt; Sntroidtelung beiS Stunbbogenf QflemiS, 
Sinfüguhg ber Slürme in ben ^au (^irc^en ju Saad^ 
unb ^t(beiS^eim). 

2. 5IKitteIromanif(^e 3cit öon 1050—1170. 
(gränfifd^e Äaifcr.) ®ie gettjölbte »aflltfa, ®rat- 
geiüölbe (3)om ju ©peier). 

3. Slütejeit unb Uebergang5|m 1170—1250 
(^o^enflaufen). *S)a^ ^eujrippengemötbe. S>er ©pi^s 
bogen an ®e)o5lben, portalen unb t$en{tem (S)ome 
ju 83amberg unb SRainj, AatferpaUße ju (Sein* 
Raufen). 

2)er gotifc^e ^Ül 

W\t bem Untergang beiS ^o^enflaufifd^en Aatfet^aufeiS 
toar bie europäifd^e üßad^tflellung bed beutfd^en 9tetc^ed ge* 
brod^en. 3n ber aQgemeinen S^^^^^S ^^^ Senoimtng, 
bie nunmehr über baiSfelbe hereinbrach, ging t§m bie ffü^rer« 



5)ct flottfd^c ©HI. 115 

fd^aft unter ben c^rifHid^en Sidltem beiS ^beitblanbeiS ber* 
loren^ unb ber ®d^n)erpunlt verlegte fic^ immer mel^r nad) 
f^ontretd); loo bad neu erflanbene Königtum aQmä^Itd^ ju 
tonangebenber SSebeutung gelangte. $ter ^atte aud^ bie ge^ 
loaltige SSemegung, meldte burd^ bie ^eujjüge im 96enb« 
lanbe ^ert)orgerufen kourbe^ bie begeifiertften S(n^änger ge« 
funben unb bie Aunbe Don ben n^unberfamen abenteuern 
biefer ^l^antaflifc^en f^al^rten in'd üßorgenlanb eine eigen« 
tümltd^ fd^n)ärmerifd^e Stid^tung entfaltet , tueld^e 6a(b in 
einem t)5Qigen Umfd^mung ber bisherigen Slnfd^auungdn^eife unb 
einem lebhaften Stingen nac^ neuen f^ormen gum 9uiSbru(! 
!am. !&er Seffeln fhrenger ®ebunben^eit burd^ bie einfeitige 
nöflerlid^e Pflege follte bie ^unfl nad^ unb nad^ entlebigt 
merben. ffreil^eit unb lül^ne, lid^tt)one @r§aben^eit f oute ber 
©runbjug ber baulid^en @rfd^einung fein unb eine m^fiifd^e 
äEBirfung ausüben auf bie fd^n^ärmerifd^e Erregung beiS ©eifleiS. 
2)ie Aunfl ber ortentalifd^en Siölter bot n^iOIommene neue 
formen ; bie Sufna^me beiS ©pi^bogeniS ermöglid^te eine gäng« 
lid^ Umgeftaltung ber bisherigen, nunmehr all}u fd^n^erfftUig 
erfd^einenben Sautoeife. 9n ber ^bteilird^e ju ®t. 3)eni!§ 
bei $ari8 (1140—1150) tomen erfhnaö bie neuen tforbe* 
rangen }u auiSgefprod^ener Geltung, unb 9?orbfrantreid^; 
fl)ejien Isle de France, lüurbe jum ?(u8gang3l)un!t ber 
neuen ©tilrld^tung. ®ie Italiener, benen ber ©egenfafe ber* 
felbcn JU ber i§re ganje ätuffaffungSttjeife bel^errfd^enben äntife 
als gar ju f(^roff öorfommen mod^te, nannten biefelbe „go* 
tifd^" unb öerbanben bamit ben Inbegriff beiS Sarbarifd^en 
unb Uttjiüiliflerten, eine Segeid^nung, bie fd^lie^Iid^, fo loenig 
Sercc^tigung jle aud^ für fld^ ^at, allgemein geworben ijl. 
3n ungeioö^nlid^ rafd^er SBeife enttoidtelte unb t? 
breitete fld^ ber neue ®til; nac^ 50 3al§rcn f(^on (um 12( 



116 ^er flotiWc @«I. 

i{) er in (Snglanb allgemein übtic^ geworben imb 50 ^a^re 
fpdter Quc^ in 3)eutf(^Ianb^ ber eigentlichen ^etmat bed ro« 
manifd^n ®tili^, burc^gebrungen. ®erabe ^ier, im Sanbe 
ber äßinnefänger unb ber 3i^nft^/ ^^ d^i^^^ter ber ©d^o« 
laftil unb ber Wllt)^\tex, bie bie ganje $^i(ofop6ie bed aJtttte(^ 
alteriS auf hoS religiöfe ©ebiet (enlten^ foÜte ber gotifc^e 
®til feine t)onfommen{le Steife erhalten. 3)aiS fd^on im 12. 
Sa^r^unbert entn^iäelte rege lird^Uc^e Seben ^atte bad reli« 
giöfe ®efü^( überaQ in ben %$orbergrunb gefleüt unb nad^ 
unb nad^ einen ®etfl »iUendflarler d^rifllid^er ©efinnung 
unb tiefer (^ömmigfeit ^ert)orgerufen^ ber alle ©efeQfd^aftS« 
fd^ic^ten burd^brang unb fd^lie|lid^ ju einer über»iegenben, 
0^ j^u religiöfer Segeiflerung unb (£{ftafe ftd^ er^ebenben 
äßac^t tvurbe, bie in ben grogartigflen Sautoerlen fpred^enb 
jum Su^brudC lam. 3)a bei bem an§ Slbenteuerlid^ gren^ 
genbenUnterne^mungdgeifle ber 3^it bie Sertörperung ber ^im« 
mdanflrebenben 3bee f afl aQe SludCftc^ten auf drt(id^ unb reale 
9$er§ältniffe übern^og/ gingen bie Sntioürfe ju ben granbiofen 
mittelalterlid^en 93au»erfen oft iniS Ungemeffene unb über» 
fliegen aQe ©renjen ber SD^ögKc^Ieit^ fo ba^ fo manc^ed ber* 
felben bem ®d^idEfa( t>ex^A, unt)oQenbet ju bleiben. S)ie 
XuiSfül^rung berfe(ben bebeutet bie Sereinigung ber tänfUe« 
rifc^en ^äfte einer ganjen Generation gu einem großen 
@efamttt)erle unb loar nur mSglid^ gu einer Qüi, in ber 
bie ^nß »a^r^afteiS Gemeingut mar. 3)arum lourben btefe 
ISautoerte fo (ä^n unb mannigfaltig, fo reid^ in ber fba» 
flottung unb f o k)oQenbet in ber S^ec^nif ; baburd^ koirb auc^ 
ber maffige Sautdrper ber t)or^erge^enben ^od^e, beffen 
Studfü^rung fafl auiSfc^Iieglid^ ben geifUid^en Genoffenfd^aften 
oblag, in einen ungleid^ be»eglid^eren OrganiiSmud Dertoanbelt, 
in meld^ überaQ (rftftig auf(irebenbfd iAta pulfiert 



Sie Srunbiigaiifage. 



in 



®ruabrig«iitage. 3)0 bie gotif^e Saulun|t fi^ unmiltel' 
tiar au8 ber fpatiomanifd^en i)navSeata\ädi, wirb audf ber 
@ntnb|)(aii bei ronmnif^ Safitifa ^inri{^tU(^ SInorbnung btr 
Mamt im roefentlic^eii beibehalten. Sffiir Rnben meifl ein 
ans bem 9)IitleI> unb jUki (bei grSgecen Anlagen biec) ©ei» 
tenf(^iffen bepe^nbeS Bon SBeften nQ(^ Oflen getic^teteä Sonfl' 







Slg. IIS VnnbrtI vm Som ju itiln. 
^u8, baS Queifi^iff (bei grSgeren SIn(agen bietf^ifftg), beit 
tSijO'c unb an bet SßefiFeite eine ^or^aüe CißatabieS). '£)ie \d)en 
bei Setrai^tung \kS UebetgangSflilS ermahnte, buic^ ünMen' 
butig beS @pi^bogeti8 bebingte ^of)e )]forteiitltii(flung ber ©c 
uötbetet^ntl führte ju mandien Umgef)a(tungen. ^an fiielt 



118 3)cr gottfd^c Stil. 

nur noij für bie Sierung an ber quabratifc^en ®nmbfonit 
\t% gab aber ben ©emölbejlod^en (©emölbefelber, Ztar>een) 
bed aTiittelfc^iffeiS in ber S^ftngSad^fe bte gteid^e breite toie 
benen ber ©eitenfdjiffe, fo ha^ alfo aud^ bie gleid^e S(n}a^I 
®en)dlbefelber gebilbet tvurbe (^ig. 110). Suf n)eite unb 
retd^e 3[uSge|iaItung ht§ S^orrauntd mürbe ein ^auptgetotc^t 
gelegt; er mürbe nid)! me^r ^atbrunb, fonbern ))oIt|gonaI 
angelegt unb erhielt in ber Siegel einen DoQftänbigen S§or« 
Umgang unb äugerfl mtrfungiSDolIen Aaf)enenfran2. S)ie 
^t)))ta fällt aQmä^lic^ meg; ber S^or toirb ba^er nur nm 
meniged er^ö^t. 3ln Stelle ber l^o^en @tufen tritt ber 
häufiger angemenbete Settner (f. @. 93). 2)ie 3^1 ^ 
STürnte mirb befc^ränft; an ber SBeflfeite flehen ein ober 
gmei tü^n fid^ er^ebenbe, ^od^ragenbe Stürme, auf beren 
brillante S)urc^fü^rung aQe ^aft t)ertt)enbet mirb. Ueber ber 
SSierung ober bem Slltar^aufe ftnbet jtc^ biiSmeilen ein jier« 
lid^er ^ölserner 2)ac^reiter. 

^ie innere Dtanmenttoiifelnng geigt bie alle anbem ®e< 
fic^t^punlte t)erbrängenbe aufftrebenbe unb auflo« 
fenbe Senbenj in einem eigentümlid^en, marlant 
ausgeprägten unb lonfequent burd^gefü^rten SilbungiSgefe^. 
2)ie ftarre äRaffe beS romanifd^en ^f eiterig meidet einem 
feinglieberigen ©efüge ; fdjlanfe runbe @äul^en umfleQen ben 
quabratifc^en ober . treiiSrunben ßern unb loffen bad ®anje 
atöSünbelpfeiler evf d[)einen (gig. 127). ® a« f d^mere SOSürfel* 
tapitäl toirb burd^ bad lei^tere ^nof))enfa)}itäl(f. f$ig. 
106) erfeftt. 3^^^^^ Stätterlronen umlaufen ben bie Pfeiler 
nad^ oben abfd)liegenben ^apitälfranj^ auf bem fte mie 
aufgelegt erfc^einen, unb über bemfelben fe^t fid^ bie burc^ 
bie einzelnen @äuld^en ober 2)ienfle ber IBünbelpfeiler 
marlierte HufmSrtSbetoegung in ben lü^n anfieigenben ®e« 



Sic innere SRaumentioiifcInno. 119 

nSIbetiplien fort, iai tragenbe äliotb auf ble gonje 
litdt jerteilenb. ^tefe jie^t auB bei Slnnenbung beS @)}ig< 
bogetiä eintn bis ba^in ungeahnten @eminn. iSaburi^, bog 
bie Pfeiler nnb 'Sienfte für ba8 $aut)tfd}iff enger gufaniinen> 
gejledt uetben lonnten, mürben bie ©etuÜIbefetber Utel fleinec 
unb bie llecfe in fii^ iufammen^angenber; bie @tmWbf 
fofipen fonnten alfo bebeutenb letzter ausgeführt Uerben unb 
jnat in bemfelben "anta^t, in welc^m bie 9ti))(ien uerme^rt 
mürben. URon begnitgte fi^ beS^tb bolb nt^t nte^r mit 




l. 111. etüneaitt •cWBDtlimlliidlEgn. 



bem f()i^bofltgen ^eujgemBIbe, meines nur jnei diagonal* 
xippm enthielt, fonbein uü^Ite bie fe^Steilige &e* 
toölbcfonflrultion (f, ^tg. 111). Uebec bet SJierung, 
beren @en)91beta);it)en aUbann gor ju grog eif(^ienen, erjielte 
mon eine Einteilung in fleinere Selber bur^ Einfügung Bon 
®en)91beirt))pen in ©temfotm (ogt. 1$ig. 91), n)obur<| bie fog. 
@terngero01be entfianben, btebeifottfi^reitenber(SntlDi(fe[ung 
in bem ©treben not^ grBgerer ^ra^t immer reidjer auSgebilbet 
würben unb julegl in bie 91 e g g e n ä t b e Übergingen, an 
benen bie nrff)ränglic^e Sinteilung in ©eroMbejo^e nii^t 
me^r )U etlennen ip (f. gig. 112). !$flbur(^ erfi^eint b' 



120 



Itr flotit^e ©tit. 



®ofe ni^t me^t üls eine ft^wer be£a|lenbe SRoffe ; fit ip 

aufgelöfi in ein ne|}artig f1^ DeiäfleliibeS ©qflem Don flippen, 
in wläitS bie but(^ bie Pfeiler tietnirlten auffhebenben ^äfte 
Sberge^en unb in toeli^em fte glei^fam auSlItngen. 

ÜDiefe ©ewölbefonfhuftion nurbe abet aui^ für bie 
KuSgefialtung bei raumeiRf{l^liegenben 33}anbe 
oon grSgtei: SJebeutung. iCuri^ Sinffi^ning heS ©pigbogenS 



\1 



unb bie leti^e ^uSfa^iung bei ©etoSIbe routbe bei Seilen« 
fc^ub becfelben gonj bebeutenb Derringert, unb bobnc^ ba% 
man beut SRittelfi^iff unb ben iBeitenf^iffen bie gleti^e 3n> 
jQ^l ©eWSlbeioi^e gab, nuibe bei ©enBIbebiuif Diel glei^* 
mäfiiget. ®r fonnte buri^ bie ^feitet unb beren aJerpathtng 
fafl ganj aufgefangen unb nac^ unten geleitet netben, fo bog 
fii^ bie bajniifi^ennegenben Sßanbfläc^en fafl beliebig bun^- 
bie(!^en liegen. Sie )$enflei tonnten ba^ ungeW01|n(ic^ 
-t mh ^4 Angelegt neibett, unt bem Pichte tnBgltd^fl 



%lt inntTt iBanmcittteitfefung. 



131 



grol«! ©ingang in'ß Snnere ju geflatten. Muc^ unterhalb 
bn ^nfler erhielten bie 3ßitte!fi^iffSmSnbeXini((|tiie((|uitgen; 
man gab i^nen bucc^ Stnorbnung ooit arfabenartigen Uni' 
gflngoi in ber ^^e ber ©eitenfi^iffgewaibe, bie fog. Zt\' 
f orien, ttne ^onnonifi^ betvegte ©liebening (^ig. 113). 'SioS 
Seftarcben, bie ben ^nnencaum nac^ oben ju etnengenbe SRitteU 




SIg. 113. «Dtllctet Smigtiiulftinein man b» ffalbrbtalt ju Cif^n^Tb). 



fi^iffSroanb ganj ju entfenten, führte ju emei; grunblegeitben 
Secanberang gegenüber bem romanifi^ ©arilitenbau, inbem 
man bie ©ewdlbebeden ber ©eitenf^iffe i|inaufriirfte in bie 
gleite $3^e uie bie beS ^[RittelfdiiffS ©o entflonben V 
^altentic(!^fn mit gleii^ ^o^en ^\ütU unb @eitenfc^if 



122 ®er gotijd&c ©ttL 

unter einem üDod^e, ein neueiS @9ßem^ bod fd^on in ber 
grü^gotif auftritt — in ÜDeutfd^lanb erjimate an ber @tt< 
fabet^enfird^e in SWarburg (1235—1283) — unb toetc^cö 
fortan neben bem ber gotifd^en SSafilif a (mit niebrigeren 
unb fdE|maIen @eitenfd^iffen) gu 6etrad)ten ifl. 93ei ben 
^adenfirdien n^irb in ber fpäteren 3^it/ um eine nod^ grögere 
(Sin§eittid}!eit be5 SRaumeiS ju erjielen, bo5 Ouerfd^iff mei* 
flenö ganj ttjeggelaffen. 

^ie Q^runbaüge bed änderen ^ufbaned ber gotifil^en Stiviiit 
d)acaftertfteren fid^ g^^^^ß in ben @ t r e b e p f e i l e r n , b. f . an 
ben Sugeren 97lauerfläd^en auffleigenbe Serfiärlungen ber 
inneren äBonbpfeiter^ bie htn ©eitenfd^ub ber ®em9(6e auf« 
nehmen unb auf bie gunbamente überführen. @te finb meiß 
in gteid^er SSreite angelegt^ t)eriüngen fid^ aber nad^ oben 
nad^ bem 97lage beiS gu leifienben ©egenbrudtd in mehreren 
fd^rttgen Slbfä^en unb enbigen über bem2)ad^e in ben f erlaufen, 
mie gierlid^e 2^ürmd^en auiSfe^enben ©pi^fftulen ober 
t^iolen (t^ig. 114)^ bie bie äBiberlagStraft burc^ fenlred^ten 
^rud t)on oben t)erfiärlen. 93ei ben 93afi(ifen geigte fid^ 
aber balb bie ^{otmenbigfeit, baS fiart über^ö^te äRittelfc^iff 
gu ftü^en^ um eine gu ftarfe äRaffenDerme^rung namentlid^ 
ber inneren Pfeiler gu umgeben. @iS gef^a^ biefed burd^ 
bie Strebebögen (©d^mibbSgen), n^el^e ben ©emölbefd^ub 
beS 3Ritteifc^iffd über bad 3)ad^ beiS ©eitenfd^iffd ^inmeg 
auf bie ftart auSgebitbeten Strebepfeiler bed le^teren über« 
tragen (gig. 115). ©ie bilben alfo anmutig öergierte SSrüden 
gwifd^en ben (enteren unb ben Strebepfeilern beiS iDtittet« 
fd^iff^ unb bringen baS fragen prädE|tig gum Sludbrud. SDurd^ 
bie Strebepfeiler n^erben bie engeren äRauerfläd^en in fenU 
rechte ($e(ber geteilt; in meldten bie großen unb namentlich 
' ben ^aUentir^en ungemö^nli^ l^o^en genfler liegen. 




Stcctcpfiiki mit SitebtUtta. 

@tc flnb o6en mit beiii ®pie6ogen abgeff^IolTen unb jmai in 
bec f^angotifc^en 3eit meift mit bem gteii^feitigen, fpater 
mit bem peilen (f. gig. 109). 33ie große SßJeite ber Stniler 
ma^t eine (Einteilung notnenbig buid) einen ober mehrere 
|{^male ©teinpfoflen, bie oben im ©pijbogenfetbe burc^ 
augeiß (unpooQ üuS bmc^btoi^enen @teinf)Iatten gefügte 
Setiicrungen untneinanbec Derbunben iceiben (1$ig. U6). Wlaa 
nennt biefe nuSfc^lie^tti^ mit üneal unb 3ii^te[ not^ t«in geo' 
mdrift^ änoltven jufammengefeQtcn Skrjieiungen Pag 
wette; biefelben ge^flren ju ben ©lanjpuntten ber ©ott 



124 



3)fc gotif^c €tU 



(9tg. 117 u US) ^1 bet betiS^tli^n ^B^e ber «u|en> 
mauecn nat t8 notisenbiQ, in ^S^t btS 3)ai^ged iinb 
immiaelbar unter ben genftern (ä^nli^ ben inneni Irifotien) 
ealecKQttigc UnigSnge anjutcsen, um b« ^teparatnrbebflrftig' 
teil ttomentlirfi an ben genfleni bie betteffeubeu Stell* sugäng- 
li(^ ju mad^en ^tefe Ume&nge nuiben balb ju betoiatioen 
SItlaben umgebitbet unb namenlli^ in ber franjBjtf^en 
@olit auSgiebig angtmenbet. <Bie bilben mit ben toentgen 




Keu^ein ^nfban. 




SefimTm biejenigen iBaugliebtr, bie eine ^otijontalt Qin* 

ttitung ber 3Bänbe anbeuten. Siei mti|l na^ oben einfach 

flbflef(^rflflte ©oifel gidit bem 

$au eine feftt Unterioge ; eia 

untec ben Senftecit ^inlaufenbeS 

fc^moIeS, aber f^tf profiUetteä 

©efimSbanb, haS fog. JEaffge« 

f imd, leitet boä uon ben Sänben 

abfliegenbeSiesenMaffti nai^ äugen 

ab (fle^e ^roftl gig. 119), unb 

baS ä^nlic^ gebtlbete, oft mit einem 

Slumrnfneä bertierte Jfianjge' 

fim$ gtebtber äußeren äßauetflüi^e 

noc^ oben Sbfc^lug. ^n allen 

©eflmfen bilbe« ber SBafferft^lgg, 

b.i. bte f^rSg abfaÜenbeObetflärfie, 

unb eine tiefe $o^Ifet)Ie bie (^atal» 

toipif^ ^ßropfglieher (Jpg. 119). 




«at Okflnlt 



128 !C«r eoüiOjt etil. 

^offUtffim jut Stufna^nte boti tjigutettiet^eu, bte |i(^ oien 
im ©^ittlpunft heS ©pigtiogenS [fliegen. S^be btef«c 
©tatuen fie^t auf einem lonfolenartigen Unlerfa^, ber juglei^ 
btn Salbod^ln bilbet für bte boiuntei beftnbtic^e $igui. 
2)tefe fflpnfoleit unb S9alba(^ine, (eQtece bei Sinjelfiguien mit 
3iatenlr8iiung, finb befonberS (^arafterijtifc^e 3'"fl''cber beS 
gotifc^ ®tiä. 3IuF bem ©pttlEiogenFelbe, bent Z))m\>anott, 
piibet fi(^ meifi ein (el|r rcii^er bilbnetifdjer ©t^mutf. lieber 
bem ©pigbogen ecEfebt [i(^ ein ßeiler, mit SRagmerl burd)' 





brod^enet 3i"fliebel, SQJimberg flenannt, an bea fianten 
rei^ befe^l mit ben tenngeti^neitben Jtantenhieii)blumen 
ober fiiabben unb uon ber gottfcE)en SnbiguiigSMume, ber 
ftreuiblume, beMnt (f. SJig 122 unb 123). üudi fifiet 
ben Senfiern, bie im fibcigen a^ntid^ nie bte ^oitale mit 
3lunb> obei ©pi^fiäben gwif^en ^o^Oe^len umro^t finb, 
fittben fii^ bei reic^emi SnSffl^nmgen (j. ^. bem iUInec 
®om) biefe bte veclilaie ÜBenegung ffiret^enb begetc^nenben 
3iergiebe[ (Sig- 1L6). Uebei; bem portal er^BIt oft ein mfii^' 
t\i«8, mit praEitenföTmigem aRa^niei;! glanjDolI buc^ebilbeteS 



ITeugem ViiftotL 



12!) 



"rt 



!Bob= ober SJofenf enfler feinen 

$Iae (bit berfi^Dite Stsfette Aber bem 

^ait()t))orta( heS tStragbuneei Wlht< 

fiet« ^at 14 m Ilnrf^raefTet f. Sig. 

121). 'Die ^S^flen fiinfltenr^en 

Stifhingen flellen obei bte Stürme 

bot. ©ie fUigen über einet fafl 

immer quabtatifc^ @runbf(a^e in 

meuteren bitt^ jtaffgefimfe nnb 

Oaleiien matlicrten ^ifin abgefluften 

©e^oiTen auf jn ungeno^ntei $BI)e, 

an ben f&d«n bon nifl^ttgen, nai^ 

oben immer me^i ft(^ »erilingenben 

unb in totalen anfIBfenben ©trebe* 

t>FeiIecn kontiert, jtnif^en benen rie* 

fige ^Sra^tfenflet liegen. $o^ oben, 

DMit fiber bem 'Zladifirß beS {Riefen* 

baned, ge^en biefelben tn ein ©e* 

f^g Don ac^lediger @(runbf otm über, 

onf beffen oberer ©olerie [1(^ bie 
gemattige fleti unb tfl^n aufjleigenbe 
Snimp^ramibe ergebt, ganj 
jufammengefegt «aS mtt 3RagüerF 
butd|bcoc^enen ©teinplatten unb auf 
ber duger^en @f)i()e ti 
Äteaäblume gettHnt (f. Sifl- 124). 2)ie grogartigflen SSer- 
^ttniffe fugen biefen STüimen ju @niitbe; mit fhunenS« 
netter @i(^er^it, bis jur Su^etjlen ®renje Tonfltutlicet 
Seif^tigtett ge^nb, r<"'> f1< auSgefil^tt. <Bpitäin.hn unb 
ODaiommener ^Ute bie ^tmmeknfttebenbe Sbee bed €i)ti|len 
tumS ntc^t in @tetn gemeigett metbtn fünnen, aI3 in bieft 
e 1 1 1 m a n n, CtiRunte. ■ 





W^f 



SphlflollplMbgä'HB 



3)tt gotili^ ®Ht. 

unnbetbaten 93aunerTnt ber gotif^en 
3«it. in benen alle Steile mit einer 
tnartant auSge|n:agten Aonftquenj 
auf biefluflSfuna bcr Waffen, 
boS „HuSleben becffrafte," getDiffei« 
magen bie Vergeifligung ber 
Wattvie, ^tmMtfen {Srg. 125). 

!Die gleich ^onfommen^tt in 
bei 2)uri^fU^rung biefed @fbantttt8 
. . , bei berfelben ©i^^eit in ber Äon» 

voni^fcrnTj! jir„iti(,„ bemuiibeni roir im SEnnem 
ber butc^gebitbeten gotifi^n Sinken. 
S)ie unge^nren, gaR} in ®tttn et: 
bauten unb ju au|erprbentli(^r ^^e 
anfgefS^tten $aOen geigen bie neit> 
ge^enbflen ÖRouerbunl^brec^nngf n ; 
nirgenbS finben wir ein Uebet> 
mal »cm ^feilttpSife , nirgenbS 
einen Uebeifii^ug »on ^üft. HOe 
Steile fle^n in einem Ha ind Keinfle 
flreng abgezogenen 3kr^aitnid )u 
einanber unb offenbaten bie ^Bi^f^e, 
gerabeju oolltommene üuSbilbung 
ber bamaligen SSountetfler in Z^eorie, 





fönjclformcrt. 131 

fionjtrultion unb Ze^nit. SDag btefe ^o^e @tufe bed 
fidnneniS erretd^t mürbe, tfl boiS Serbtenft beriBau^ütten, 
b. f. bte Serbrüberungett ber ©temtne^en, bte hcS @tubtum 
ber ®e^eimntffe ber gottfd^en Aunß jebem Sinjelnen gur 
SebettiSaufgabe mad^ten, unb bte bed^atb für bte 9ud6tlbung 
bed gotifc^en ®t\U ton größter Sebeutung mürben. 3^nen 
t)erbanft berfelbe aud^ bte btd xxt& ^(etnfie ^erab ebenfo Ion« 
fequente mte ret}t)one 

SndgeftoUuitg ber CHitselformett unb bte flete ^ortent» 
midetung ber Slrd^itetturbetatliS. SDte inneren 
Pfeiler ße^en auf einem meift avS gmei bid brei^bfä^en 
mit Sbfd^rägungen gebilbeten @odfet, beren oberfier bie 
attifd^e Safld enthält, bie um ben gangen Pfeiler herumläuft; 
oft vermitteln ou^ ftu^erfi reigüolle 3)urd^bringungen Don 
^riiSmen unb ^^ramtben (^^ig. 126) ben Uebergang Don ber 
©runbfläd^e in ben ^feiterquerf^nitt. Sei biefem 
bleibt anfänglid^ ber treidrunbe ober ))olt^gonale Aem gmtfd^en 
ben einjetnen 3)ienflen (Slunbfäulen) fld^tbar; f))äter 
mirb ber 3^if(^cnraum mie an ben f^enfier« unb S;^ürum« 
ra^mungen burd^ ^o^tte^len audgerunbet (f. ^ig. 127). Sin 
ben Kapitalen iß in ber tJrü^g^it bie ^of penform 
(f. gig. 106) t)or§errfd^enb; fpäter mirb aber biefe an ben SRo« 
moniStnuiS erinnernbe t^orm t)erlaffen, unb naturaltflifd^ be^an« 
belte Slattrei^en umgießen in reid^em SBed^fel ben teigförmigen 
Sttn, fd^einbar nur oufgelegt unb mit ben Stielen lofe ange« 
^eftet (f. t^g. 128). ©ftulenring unb S^edfplatte merben 
f(f|arf ))rofitiert, namentltd^ mit tief einfc^neibenben ^o^l« 
fehlen; bie ®ed(platte mirb gunäd^fl on ben @den abge« 
fiumt)ft, bann ad^tedfig. 9n ben ©urteu' unb Stippen« 
t)rofilen, fomie an ben B^nfler« unb S;§ürumra^munge' 
erhält ber t)om romanifd^en überfommene Slnnbflab balb ei 



132 SXt 9oH((^( ©til. 

oufgefe^ted $I3tt(^en, bad immer f<^&tfer macfiert Wirb, wo' 
buri^ et ;tum ®))ig{!a6 mit bimfönntgan Ouerfi^nttt um* 
gefloltet luitb, btS ci: ft^Iiellt^ jum betbecfeitö tiefgeb^Iten 
Sierfant|la& ^b|1nft (gig. 129), Wa^ oben bewinigett 
fi(^ bie @en)Bfbti:i))t>en immer m oft rri<^ omamentterten 
©(^(ugfleincn (Wifl- 91); aa^ unten fc^tieiben fle aber 
in biefer fpfltePen 3ot o^e Übergang in bie fteiSriniben 




gig. ISO. Xittglltliie. 



ober pol^onalen Pfeiler unb Sonbbienfte ein, nelc^' le^tece 
bann ouf 3:ragfleinen ober Hanfölen auffi^en (f. ^g. 130 
unb 131). 

3n ber SpaisPtit ge^n ßber^aupt bie früher fo auS< 
brudSooaen 3)etaiC3 jurüif. S)ie Siar^eOung beB ©(planten 
unb ®e|lreiflen ntrb f^ÜeSIi^ fifiertrieben unb WrbrSngt boS 
onlhuhiDe ^Tinjif). 2)ic 3'crgüeber, £ratiben, jheujbtumen 



IHc ©pfttgottf. 



133 




'VerHebftgr 8pi1ibo6eg 



iinb bgt. etflarren, toerben tote auiSgeborrt^ bie totalen (®))ig« 

faulen) immet magerer unb erinnern ^ule^t an iDtetaÜarbeiten. 

3)ad 9{a^Iaffen in bem ^efl^alten ber urfprünglid^en ©runb« 

fäge fü^rt jum Einbringen rein beforatit)er S3efh:e6ungen. 

3)er ®))i^6ogen über ben 2^^üren unb ^enflem erhält aUer« 

lei S$ariationen burd^ ben gefd^n^eiften 

@))i^bogen ober @fetMden^ ben 

untgele^rten ®))t|bogen unb in 

Sngtanb nantentlid^ bnrd^ ben S^ubor* 

bogen (f. gig. 132). ®ie ttjieber auf« 

genommenen bünnen 9tunbfiä6e unb S'^^^" 

pxofiU an ben Umrahmungen burd^n^ad^fen 

einanber gitterartig. !3m i^agn^erf tritt bie 

bie (Spätgotif befonberiS d^arafterifierenbe 

ffifd^blofe afö bet)or2ugted Wlotio auf 

(3ig 118). Sn «ejug auf bie Oefamt» 

anläge jeigt fid^ eine Sorßebe für bie 

$ a 1 1 e n I i r d^ e n, in ber bie © eitenf d^iff e 

na^eju gleid^e ^Breite er^atten^ n^ie haS 

SRittelfd^iff, mit einem augerorbenttid^ 

fd^Ianlen, ju biiS ba^in unerreid^ter $d^e 

geführten ^öffobenturm. Oft ttjerben 

anc^ bie portale ;n felbflänbigen Siox^ 

fallen, aufd präd^tigfie auiSgefiattet mit 

bem reid^flen omamentalen unb bilbneri« 

fd^en (Bd^mni (gig. 125). 

^te Drnamenti! bed gotifd^eit ^til» 
jetgt eine DöIIige Umgefialtung gegenüber 
ber romanif^en babnrd^^ bag bie bort 
tor^errfd^enben gefe^mägig fid^ niieber^olenben Sinienjü«^ 
unb bie bamit t)ertoac^fenen Ziex^ unb ältenfd^engeftalten ga 




n 





@))ät90t. 
SBogenformen. 



134 



Sex aottfc^e Sta. 



Oecf^tDintwit. 2)ie SnotiH iwrlKn junai^ft unmittelbar twr 
^imifd^ni ^flanjettraelt (^om, (Sit^t, ßleeblctt, ^^eu unb 
bgl.) entnommen, in uoQftänbig natitiali{lifi^ ^ffajfung 
unb Se^anblung. üUmS^tit^ entfielt hüS t^)>ifi^ gottfc^ 
Ornament tatS ben (nonrigen Slättem mit btn ftiul Dortreten^ 
ben ^uitln, über bie eine »(attritipe ISuft. 3n bet ®pai> 
gDtit wiib baSfctbe jn einer f^ematifd^ auSgef^nitlenen unb 
fheng ßitifierten, nieifl biutb< 
"^ ortifl »erff^Iungenen ober 

forttaufenben SCattmerlSart, 
bie fafl nur naif an bie 
3)i(ler erinnert (f. JSig- 133). 
3iie SilbMKi entreidelt 
fi(^ auf bcm Soben ber 
romonift^n Aunft ; fie 
formt t^e ®e|!atten junfii^fl 
im ^f)( ber Slntite, gelangt 
aber mit ber Qät gu einer 
eigenartigen jierlic^en ^az' 
fteaungämeife, bie im Ieb> 
haften ©egenfo^ |le^t gu 
ber antifen Suffaffung, unb 
SiB. IM. <soti]i,t Diaamintt. Welche ein trcueä ©piegelWlb 
gibt bon ben f^ffiärmetif^en @m()finbungen bt8 3eitaltei8 
beS UnarienTuttuS, ber SRinnefäi^er nnb ber innigen grauen' 
oere^rung. ®ie er^bene Sfltbe unb 9hi^ ber antifen 
^guren ge^t oertoren; raei(^e ^pfinbronifeit unb ©^mieg« 
famteit liegt in ber ganjen flSrfjer^attung, unb auS ben an> 
mutigen ©efid^tSjügen btefer ftetS jugenbUi^ gebilbeten ®e< 
flotten fliric^t eine Snba^t, ^nnigleit unb Eingebung, bie 
ba0 jtetä jur Sentimentalität geneigte ©efO^tSteben ber Qnt 




*W1^t7 Thüx'-n 




fe^i: aitSbrudiSDoa pffenboiett (tfig 134) Sn ©teile bn 
antthn paraQelfadigni @ewanbung tritt allina^ti^ bie ifeu 
mtfc^t, DolIStßtntic^'e iCrat^t mit einem teb^aft getn;o<' 
Irenen, edigen unb tnJtterigen ^allenmittf, ber ttoK 
unb »itf| auf bie <$Uge ^ei'abfäQt. lia, Wo bie iBilbneret 
(i(^ in ben ^ienjl ber «r^iteftur fletlt — ^auptfä^Iicft an ben 
portalen, bie metß mit einer reic^entfatteten figürlit^en 
•Stulfituc Tir^ti^ ober nationalen ^n^altS auSgeflattet finb 
— , ocbuet [ie fi^ freilit^, nic^t gerabe ju i^rem 9!ortet[ 
bem fhengen ®efe^ unter unb Uberttagt bitoeilen bte gr 



136 ^tx gotifd^e @tU. 

flredten Serl^SItniffe auf bie Sifluren; aber ed tfl Seien in 
benfelben, toenn eS aud^ in einer oft gar ju berben 3^i(4^ 
nung ber S^araftere jum Su§brudf fommt 3)aS 
Streben nad^ ütaturtoal^r^ett fü^rt jur Semalung ber f^iguren, 
aber aud^ 5U man^er Uebertreibung, @roge ÜBebeutung ge« 
toinnt bie ^oljfd^ni^erei, ba boiS ^ol^ bem 92orben boiS 
bequemte 9D?ateriat bietet unb für Semalung unb Sergol« 
bung fid^ beffer eignet, aü Wlaxmox unb ©anbfiein. 3)ie 
@(ul))turen finben an ben portalen, 9Itären, Aonjeln, 2ttt» 
nem, ®rabbenfmä(em unb in ber ^rofanard^iteßnr oIiS 
@tatuen an Käufern, öffentlid^en Srunnen u. bgt. ausgiebige 
Sertoenbung. 

^ie fEflaltxti folgt ben ©runbfä^en ber Sitbnerei, bleibt 
aber in ber S(ui8fül|rung ber 3>etaild hinter i^r gurüd. ®ie 
Ihebt toeniger nad^ @d^ön^eit ber t^iguren, aß nad^ befl* 
möglid^em SluiSbrudf tiefer f^römmigfeit, ÜDemut, Wahaiji unb 
Ergebung. SDarin liegen ettim bie gemeinfd^afttid^en 3^0^ 
ber ja^Ireid^en @d^ulen beiS iDtittelatteriS (attfränfifd^ 2" 
9!ümberg, bie t)on ßbltt, bie flanbrifd^e @d^ule u. bg(.)* ®er 
t^lad^malerei bleibt nur ein flemeiS f^elb, inbem bie SBanb« 
fläd^en meifl unbemalt bleiben unb nur bie S(rc^itelturglieber 
(9{ip))en, Aa))itäle u. bgt.) burd^ S(uftrag t)on 9?aturfarben 
^ert)orge^oben werben (bie Kapitale biiSkoeilen burd^ S$er« 
go(bung). 3)ie beIoratit)e TlaUxei t)ertoenbet in jenen 
glanjt^oKen 3^^^^^ ^ beutfd^en 9tittertuntd mit Sorüebe 
933ap))en unb ^eralbifd^en (Sdjmnd, eingeflod^ten in baiS 
i\))fx\d) gottfdde Dmamentmerl. Qn ^ert)orragenber Sebeutung 
gelangt bie ©ladmolerei, bie jn^ar fd^on in ber ro* 
manifd^en (Spod^e t)orIommt, ^ier aber in ben l^o^en unb 
miUn ^enfiern einen ungleid^ größeren Slaunt gugetmefen er« 
^K. iDteifl finb eiS te))))id^artige ÜRufter, oft aber oud^ bilb- 



He fiTeftiHln^t. 



187 



nerif^ 3>iir{IeIItnigen celtgtSfen 3ii^(U, jMB umrahmt tion 
einer prSii^tigen, in ben (l^ara(textfli[^ gotif^en SJetoilfotmen 
gejet^neten SoubBie, in ben tiefflen unb fent^tenbßen, rann« 
iabax ^armontfc^ )ufaininenge(Kmiiiten ^tben. %it Wi' 
niatutmaleret be^nt f!^ in ^eutftl^Ianb au<^ auf bie 
Saufhation ber ^tbengebtt^te unb bed ^Otinnefangä auS 
mtb offenbart fletd bie naioe (Smpftnbung unb ben (Scfü^Igo 
auSbrud ber bontaltgen ^nt 

$ie »leintanflc ($oI)= 
unb (Slfenbeinf(^nt(eiet, @i)Ib« 
unb ©ilberatbttt, @(^miebelunfi I 
u. bgl.) geigen un9 am olltri 
(eb^aftefien, nie trSftig bie 
gotifd|en flfonnen bie ganje 
fünfiletifi^e Sluffoffung 
3eit buK^bringen. S)ie ^ 
bitbuuflen atdjiteftDnifi^er (5 
ber, wie hiebet, %iaHtn mit ■ 
jhabben unb jtieujblumen, I 
STIaltDerlen unb ißülbai^inen, 
finb aaii in ber Jfleinf unft bie ge» 
biiiu[t|li(^fteni;onnen(1^ig.l35) 
unb (äffen bie 91eltquienf^ieine atS Derfteineite ^bitber Don 
iBonmerten etf (feinen. Sin ben ülldren, Sanje[u, l^ettnern, @rab' 
benfmolen, iauffleinen unb in b« gefamten bürgerlit^en 
Baufunp lomnien bie fiteintünite fe^r ouägtebig jur SScr. 
nienbung. 

fftoßer. uiib ^iDfanbaiiten. SBS^rtnb bie jtiaflec int 
oflgemeinen jiemli^ P«"9 "" *>^ Ueberlieferungen ber roniQ' 
ntft^en 3ett fefl^alten unb bie gottfi^en formen me^r M 
intiDen Stnflu| erhalten auf reichere SluSgeflaltuttg bet Srt 




i. lae. 0otii4cT 



138 2)cr gotifd^c 6til. 

yänge, beS @^ord, bei: Settner, Sttäre unb ^r^engeräte, 
gelangt ber gotifd^e @til in ber toeltlid^en Hrd^iteftur 
nod^ ju einer glftnjenben Entfaltung. Qtoat geflatteten bie 
Surgen ber dritter fd^on ber @id^erl^eit tuegen, bie eine 
flarte 3)urd^bred^ung ber äRauern nid^t juüeg, nur eine 
magt^oQe f$ortentn)t(I(ung ber hierfür beffer geeigneten roma« 
ntf d^en S3autoeife ; im Beugern ftnb eS metflenS nur bie S>etail> 
bilbungen, bie ^o^en unb fd^(anten 3^nt^^n6etr5nungen unb 
reijDoIIe, äugerfl malerifd^ angeorbnete (Srfer unb SdEtümtd^en 
mit Sinmn unb (Sptgfäulen, bie auf bie gotifd^en f^ormen 
^inmeifen. Um fo auiSgtebiger merben biefelben aber in ber 
Snnenard^iteftur, ben S^reppen^äufem, ®äten u. bgl. Der« 
n)enbet. ^nii in ber Sefefiigung ber ©täbte, ben 
(Stabtt^oren unb ©tabttttrmen tuaren burd^ bie glei« 
d^en 9{üdEfid^ten Sefd^räntungen geboten. 3)agegen wetteifern 
bie innent öffentli^en ©ebäube, bie Stat* unb ^aufj^au^ 
fer mit i^ren trogigen 2:ürmen, ben oft reid^ mit Fialen 
Derjierten 2:re))))engie6eln unb ben großen ©igungS« unb 
f$efl[fSlen an $rad^t unb an ®röge mit ben Surgen unb 
@d^Iöffem ber f^ürflen; fte geben uuiS l^eute nod^ ein ^öc^ß 
rü^mlid^eiS B^^a^i^ f^^ ^^" ©emeinfinn, bie SRad^t unb ben 
Sleid^tum bed freien Sürgerfianbed im 3RitteIalter. 

Sei ben $ r t D a 1 6 a u t e n getoinnt bie ® otif nod^ ein ganj 
eigeneiS®epräge burd^ @nttt)td(elung ber mittelatterltc^ ^olj* 
ard^iteftur. !^erf$ad^n)er!baumitbent)orgefragten@todE« 
iDerfen (fjig. 136), reid^tjerjicrten 5«nflwbrüfhingen unb ge* 
fd^nigten §enßergett)ftnben, mit ben prSd^tig ornamentierten 
(SdEpfoflen unb ^fetten n)irb jur t9))ifd^en (Srunbform für 
oie bürgerlid^en äßo^n^äufer. 3)ad ^aijtottl beginnt metfl 
erfl mit bem jtoeiten @todt ; ber erfle ifl Don @tein. IDurd^ 
'in toeited Sogen{)ortal gelangt man in ben gerSumigen 



mofCeiy unb ^lofonlkiulm. 



139 



^mtSflui, Bon btm ein fkltlt^ Xctfpaü)caa mit oft 4)i:&^tig 
getvunbencn @teintTCpi)en )u t»en Stöberten fU^rt. itu^ im 
tnnetn Ausbau ffiielt boS ^olg eine ^eiuorragenbe SloIIe ; SQitnbe 
unb 2>eden nerbcn Deitäfelt; bie Wäbtl erhalten iiet« 
(t<^ ^oli\äit SffagneiföfiiUungen unb leidjeS Stfen« ober 
©ißiettief^iag. Unb nenn e^ ju tof^)}ieIlg toat, ein fcitg> 
fältig mobeHierte« Ornament mit S3J(HH)enit.bflLeinf(^nieenj« 




tüffen, pnben bic golt)ii^cn S9[attioimcn m flatfjgcft^niltaiem £>u 
noment, boS mie aufgelegte ^oubfügearbeit erfdjeint, an 3!ct< 
liifelungen unb äläöDetn jmar ueremfad)le, aber fe^r anfprec^er 
Serwenbung (f. Sig. 133, 135 unb 137). 



140 9>tt gotifc^e @Ht 

Sn biefen ^rtoatbauten finben tote mä^ ben ©teinbou 
mit bem ffad^merl in äugerfl glfid Ud^er Serbinbung ; tnafflDe 
®ie6el mit trep))enartigen Sbflufungen ober l^o^en Binnen/ 
oft Don fatalen jlanftert, bttben nid^t fetten bte ^ouptfront 
ber im übrigen fafl gan} in f^id^merl auiSgefü^rten Käufer, 
unb gierlid^e J^Sljerne Saubgänge, @rfer unb (£dtürmd^en 
finb ein fe^r ^ftufiger, anl^eimetnber ©d^mnd ber fleinemen 
(Jaffaben. 

SergegentDftrtigen toir und nun ein fotd^d @tragenbilb 
einer mtttelalterlid^en ®tabt, fo toie ed voiS j. 9. in bem 
getoerbefleigigen 92ümberg entgegentritt, mit ben ^o^en ®ie< 
beln, ben ftoljen (Sdttürmd^en, ben Dteten S^Örlein, ben oft 
fe^r reijDoUen an ben (Sden unb in tabernafetartigen 
92ifd^en befinbtid^en ^eifigenflatnen auf reid^ t)er2ierten Jton« 
{ölen unb mit eleganten (Spi^fäulenfrdnungen, bie ©tragen« 
flud^ten malerifd^ unterbrod^en t)on freien ^lät^en mit beu 
fe^r funflDotl aufgeführten ISrunnen, fo loerben toir unS bed 
Sinbrudi^ nid^t ertoe^ren tonnen, bag ba§ eine toa^r^aft 
Doltötümlid^e j^unft i% bie gtoetfeHoiS aud^ ^eute nod^ eine 
fel|r bantbare fjorm für baiS beffere bürgerlid^e SBo^n^anS 
bietet. 

dnttotffeluttg in ben einselnen Sanbern. ^er gotifd^e @til 
ge^t jtoar Don fjrantreid^ aud, fpejiell bem Dortoiegenb 
germanifd^en 92orben, gelangt aber in btefem Sanbe bo(^ nic^t 
}u feiner DoQfommenflen (Snttoidtelung. S>urd^ bie Sorliebe 
für boS jerteilenbe unb trennenbe ©alerietoefen, toeld^ed biefran« 
}öfifi^en Sauten ^au))tfäd^lid^ fennjeid^net, tritt bie ^orijontal« 
linie aQsufe^r in ben Sorbergrunb. S>ie Stürme toerben aud^ oft 
o^ne ^Ime toagred^t abgef(^loffen. (2)enfmale: iRotre 2)ame 
gu "^ad^, 1163—1257, bie Aat^bralen ju iR^imiB 1212— 
1300, Slmien« 1220-1288, (S^artrcö 1195—1260, Seai* 



(SnttDtdelung in htn einzelnen SSnbem. 141 

t)(AS, DoQenbet 1280). Snglonb eignet fld^ beti neuen (Stil 
balb na(^ feinem 9uffommen in fjranfreic^ an, t)ermag ober 
nid^t, benfeiben in bebeutfamer SBeife tünßlerifd^ fortjubtlben. 
Die gefhedten Serl^ältniffe, bie ftd^ fd^on im ©runbrig }eigen, 
bie ^o^en Rinnen, ?anjettfenper unb in ber ©pätjeit („^rpen* 
büulorjiil") bie luborbogen (fyig. 132) geben ber englifd^en 
@otif ein eigenorttgeiS, aber oud^ falted unb tro^iged SluiSfe^en. 
S)agegen tt)irb Sngtanb jur ^eimat ber reid^en 9!e6^ unb 
@temgett)d{be, bie bisweilen in einer an bie maurifd^en 
®tala!titengen)ö(be erinnernben $rad^t gur SluiSfü^rung fom« 
men. (9Be|hninfler:=2lbtei Sonbon 1245—1269, bie Äat^e^» 
braten öon ©ali5burt| 1220—1258, ?)orf 1291—1230, ?in* 
coln 1186—1324). 2)ie ®ott( ber 9!ieberlanbe pt 
bie SDVitte jtoifd^en ber beutfd^en unb frangöfifd^en ^uffaff ung, 
gelangt aber weniger im JSird^enbau (ber tDid^ttgfte ift ber 
3)om Don Unitoexpen, 1322 begonnen, mit fieben ©d^iffen 
mtb einem fd^Ianfen 123 m ^o^en Siurm), aU an ben 
5ffentU(^en Sauten gur (Entfaltung, unter benen bad ®tabt< 
^au3 gu SötDeri, 1448—1469 unb h(\» 9{at^aud gu S3rüffel, 
1401 — 1455, berühmte Seif<)iele Bieten. ®a§ eigentlid^e 
Stalten ^at leine gotifc^e @pod^e; bie ^formen berfelben 
fmb ben Stomanen gu frembartig. Stur auf bem SSoben ber 
Somborbei, tt)o germanifd^e unb romanifc^e @(emente fld^ Der^ 
fc^melgen unb toieber^olt ein überauiS fräfttgeiS ard^iteftonifd^ed 
Seben f!d^ geigt, entfielen einige 2)enlmate Don 93ebeutung. 
(!Z)om gu SRailanb 1386 begonnen). Senebig enttoidfelt mit 
^ülfe bed ©pi^bogeuiS unb ber SRagmerle einen ^öd^fl ma« 
(erif c^en f^affabenflil, ber namentlid^ an ben gegen bad äBaffe- 
}u ftd^ dffnenben Soggien prSd^tig gur ©eitung fommt (ÜDogen 
palafi 1301). Sn ® p a n i e n gen)innt bie @otiI burd^ Ser 
mifc^ung mit ben maurifd^en formen eine eigenartige, über« 



142 ©er gotifd^c @ttt 

aviB glänjenbe ^rad^t; an ben ^at^ebralen ifl üfiertotegenber 
b^utfd^er @tnflug unoerfennbar. (Aot^ebraten ju Surgod^ (e^ 
gönnen 1221, unb Sotebo, begonnen 1227.) 3)ie ^dc^fie 
Entfaltung er^SIt, toie fd^on in ber ®in(eitung }u btefem 
Aapitel ^ert)orge^oben mürbe, ber gotifd^e@ti{ in 3)eutfd^« 
tanb, toofelbß bie franjöftfc^ ©ottt geläutert, fortgebilbet 
unb fd^Iteglid^ i^rem Sbeat am näd^flen geführt tDtrb. 2)te 
organifd^e 2)urd^bilbung ber ©efamtlonjeption, bie flrenge 
ntat^emattfd^e ^onfequenj im SJer^ftltniiS ber 2:eile ju ein» 
anber unb bie groge monumentale Sbee in ber ganzen f^f« 
fabenentmidtelung ifl ein ben gotifd^en Sauten in 2)eutfd^Ianb 
eigener Qn^, ber fie Dor benen aQer anbem Sftnber t>oxUiU 
^aft aui8jetd^net. 

Hu^erorbenilid^ grog ifl bie Sa1)l ber 2)enlmale in 
S)eutfd^lanb; toir nennen ^ier nur: 3)ie Sltfabet^enfird^e 
in SKarburg, 1235-1283, bie ®tift«ird^e ju SBimjjfen im 
Il^al, 1262—1278, ben S)om ju aRei^en 1266—1342, ju 
^alberflabt, begonnen um 1260, DoQenbet 1490, SDom ju 
9legen5burg, 1275—1534, bie fd^önen Siürnberger Äird^n; 
®t. ©ebalb (©^or), 1377 üoHenbet, Sorenjürd^c, 1278— 
1477, fjrauenfirdie, 1355—1361, SRünfler ju Ulm, 1377— 
1494, @tep^ani8bom ju SBien, 14. Sa^r^unbert. 

!Z)ie tDeitauiS fioljeflen ©d^öpfungen entfielen aber toieber 
in ben St^einlanben, ba tt)0 ber ©ermane im fleten JSampfe 
mit bem 9iomanen fid^ migt: äRünfler ju f$reiburg i. 8. 
mit einem ^errtid^en S^urm (um 1300), ju Strasburg, 1275 
bid 1439, an toetd^em (Srmin Don ©teinbad^ fo glü(fti(^ bie 
aRitte ^Slt jtoifd^en beutfd^er unb frangdftfd^er @otif, bie in 
augerorbentltd^ eblen ^formen burd^gefü^rte ^at^arinenfird^ 
JU Oppenheim, 1262—1317, ®om ju SEricr, 1227—1244. 
^ie f onfequentefle unb in jeber Segiel^ung t)on(ommenfte ^wcdi» 



®ie ^poä)tn. 143 

bitbung erhielt ber gottf d^e ®tU am!Z)omjuJSöln, begonnen 
1248, ber fotoo^I in ber ©runbrtgantage unb ber firengen 9iegel« 
mägtgfeit, tote anä) in ber burd^ unb burd^ folgerid^ttgen SluiS« 
fft^rung bed ©anjen mie aller 3)etat(formen bte p^f^e Sollen« 
brnig ber (Sottf unb bte S3Iüte unb ben ®t))fet))ttnft ber ge« 
famten nttttelalterltd^en Slrd^ttettur borfleUt. 

^ie eitt§e(tteit (S)i9fl^eii bed gotifi^ett ®tild fallen in Sejug 
auf i^ren Snttotdtelung^gang in 3)eutfd^(anb etma in folgenbe 
3eita6fd^nitte : 

1) Sfrfi^gotif 1250—1300. Uebernal^nte ber romantfd^en 
SafUifa mit reid^er S^oraudbilbung (Aa))enenh:an}). ®t» 
brüdter ober gletd^feitiger @f)t66ogen, fid^tbarer $f eilerfern 
mit DorgefieQten ^albfäulen. Slunbfiäbe in (Sefimfen, $or» 
tal« unb Senfierleibungen unb im 9Ra|tt)erf. Sinfac^er 
Turmbau. (@ltfabet^enfird^e gu SRarburg.) 

2) »Iflteaeit 1300—1400. 9{eid^fie ©runbrigantage mit 
e^orumgang. 9ünbet))fetler (mit ^o^Ife^Ien jmifc^en ben 
9lunb{iä6en aud^ in S^ür^ unb f^enfierletbungen). @pi$« 
{labe. @tern« unb etnfad^eS SJe^getoötbe (mit geraben Stippen). 
äleid^eS SRa^merf auiS geometrifd^en fjiguren. ©rogartiger 
Turmbau. (3)om ju Adln.) 

3) @patg9af ttttb »erfa0§eU 1400-1500. Serf^tDtnben 
bed Ouerfd^iffd. 9{unbe ober polygonale ^fetter. ®(eid^s 

ßarle, beiberfeitig gefeilte 9{ippen, nad^ unten in bie Pfeiler il 

etnfd^neibenb. Stet^gemötbe mit frummltnigen unb abge- 1 

fc^nittenen (@tu6') Stippen. ©pi^bogeuDariationen (ge« 
fd^meifter ®pi^bogen 2c.). f$ifd^b(afen im SRagmerf. ÜDfinni" 
ftd^ burd^mad^fenbe SlunbflSbe an ©efimfen unb ben $ort' 
unb S^flerumra^mungen. SöHiged SSerfd^minben bed f( 
fhutti&en ^ringipS. SlQmft^ßc^eiS Einbringen tlaffifd^er W 
tiüe (^(ianSfirc^e p ^etlbronn a. 97.). 



144 . ^et 9lenatff(mce^@ttt 

^er 9iettatffattce'®HI. 

93iiS in ben Slnfang bei8 16. Sa^r^unbertd ^atte {Id^ in 
3)eutfd^Ianb ber gotifd^e ®tt( ald bie aUein^errf d^enbe ^nflfomt 
2u behaupten t)ermod^t. ä$on nnn an ntod^te fid^ aber auc^ 
im 9!orben ber hrftftige SBeUenfd^tag jener getoattigen auf 
ben DöQigen S3m(^ mit bem jiarren 3)ogmenjn)ang bed 
SRittetalterd abjielenben Setuegungen geltenb, meldte fd^on 
t)om erfien Siertet beiS 15. Sa^r^unbertd an Don Italien 
aniSgingen unb mit untoiberfie^Iid^er Wlaijt haS ganje (Seified' 
unb ©emütsleben ber 3^(t erfd^ütterten. (SS tt)ar ber auiS 
bem lebhaften Stingen na(^ frei^eitlid^er SluiSgeftaUung ter 
inbiDibueUen ®elbflänbig!ett geborene ,,®eifi ber Stenaif« 
fance'^"^) ber bem rein lird^Iid^en SRonopoI mittelalterlid^er 
Silbung eine „Rumäne'' entgegenfe^te, in ben Kafflfd^en 
äSötfem bad aRuflerbilb menf d^lid^er SoUfommenl^eit ibeatifierte 
unb ben S3tlbungdge^att beiS SItertumd ber Jtnnfl unb 
SBiffenfd^aft ber europäifd^en SSößer lebenbig ju mad^en 
fud^te. 3)iefer Semegung famen bie epod^ema^enbften ®nU 
bedfungen unb @rfinbungen ju ^itfe, bie ben ©efid^tiStreiiS unb 
bie iDtad^t bed äRenfd^en in ungeahntem Umfang ertoeiterten 
unb bie ganje bisherige älnfd^auungiSmeife t>on ®runb aud 
Derftnberten. SRit tiefer 93egeifierung f orf d^ten bie bebeutenbfien 
^a))a)itSten ber 3^it in ber neu auiSgegrabenen Literatur unb 
^nfi bed fd^önen SltertumiS, unb bie ganje gebilbete SBelt 
na^m mit ^ilfe ber eben erfunbenen Suc^brudCerfunfi an 
i^ren (Srrungenfc^aften ben teb^aftefien Slnteit. Unb fo 
DoIIjog fid^ aSmft^Ud^, genährt nnb geförbert burd^ bie 
heftigen SBirren ber Sieformation, jener tiefemfle Umfd^toung 

*) dieiiaiifance»„8Bieberge6uTt" beS flafrtfc^en SltertumS in feinem 
"^influffe auf bie SBilTenfd^aft, £itteratur unb llunft unb bie gefamte fiultuc* 
'd^auung. 



S)et iRettatffcmce*<SttI. 145 

auf aSen @e6teten bed geiftigen SebettS, ber mit fieg^after ^aft 
bai3 gonje (Softem ber mittelaUerlid^en @d^o(a{Ut umflütjte utib 
ber gefamten tnobernen Silbung i^re heutige ©runbtage gab. 

3!)tefe Unttoäljungen mugten aud^ einen tiefeittfd^neiben' 
ben (Sinflug gewinnen auf bie (Snttoidelttng ber JSunfl. Un« 
Dergleid^Ud^ lül^ne Sautoerle §atte jmar no(^ bie le^te (Epoche bei8 
gottfd^en @tild emporgefü^rt. Mein i^re ^o^te ®r5|e unb 
bie fd^Iieglid^ in greifen^after 33erhtöd^erung erflarrten (Sinjel» 
formen entfprac^en bem betoegten 3^ttgei{le nid^t me^r. 3Rit 
htm aßittelalter ^atte fic^ aud^ bie ®otiI überlebt. 2)ie 3eit 
brSngte nod^ neuen äRitteln für ben lünfUerifd^en SuiSbrud, 
unb biefe mürben in ben antifen formen gefunben. 

@S toor too^I natürlid^, ba^ biefe ,,Sßiebergeburt'' ber 
flafflfd^en Äunfl, bie „Slenaif f once", öon Italien i^ren 
SuiSflong na^m; §ier, im ttrfprungdtanbe ber rdmifd^en Sn« 
tile^ tDo man fid^ t)on ben Steflen bed älltertumd fietd um^ 
geben fal^^ ido ber ®ei{l bedfelben nie ganj gett)i(^en unb 
nur jeittoeife bur(^ (Einbringen mittelatterlid^er ttorbifd^er 
Elemente in feiner Sortbilbung gehemmt tourbe, ifl bie 9le« 
naiffonce eine jteeng nationale ftunfl, t)on burd^auiS ein^ei« 
mtfd^en AünfUem gepflegt $ier fanb fie am frü^eflen (Sin» 
gong unb erreichte auc^ bie ebelfle unb DoUfommenfle %x9^ 
bilbintg^ mS^renb fie im Storben erfl nad^ langem j^ampfe 
)ur @eltung fam unb aud^ bann nur unter mannigfad^er 
Sermifd^ung mit ben f^ormen ber angeflammten mittelalter* 
lid^n Jtunfl. 3)a infolge beffen bie Stenaiffance ftd^ in ben 
Derfd^iebenen Sfinbern in fel^r ungleid^em S^empo entmidfelte 
unb aud^ ju DöUtg Derfd^iebenem ©epräge gelangte, tooUer 
toir i^re ^aupterfd^einungSformen, fo toie fie fid^ in ben fü 
uniS befonberS in 93etrad^t (ommenben Sftnbem Italien unl 
3)eutf(^(anb ^eraudgebilbet l^aben, im einzelnen betrachten. 

^artmann, SHOunbe. 10 



146 ^er fRenaiffance^Stil. 

^ie itaUenifd^e Sienaiffaitce offenbart und fd^on bei tl^tem 
^ Sntfle^n xffttn rein toelttid^en S^arafter. 9BS§renb 
bisher bte tird^Ud^e jhrnfl bte bomimerenbe mar unb t>on 
i^r bte ftunflfomten enüotdCelt mürben, van bann aud^ auf 
bte ^rofanbauten überzugeben, geminnt nunmehr bte $alafi* 
ard^iteftnr bte Sü^rung über bie ^unfL 3)te meltUc^ 
Saumetfler, unter i^nen ma^r^aft gtganttfd^e JSünfllematuren 
Don §öd^fier unb Dtelfeittgfter Begabung, geben bte Slid^tung 
an unb brüdfen oft einem ganjen ^^itabfc^nttt ben ®ttmpd 
i^rer 3nbiDibualitftt auf. S^OiS ®roge unb S3emunberndmerte 
an t^ren ©d^öpfungen (iegt barin, bag fie nad^ etfrtgftem 
@tubiunt ber antifen Saumerfe, bereu Uebenefle ^unt SEeil 
nod^ t>or i^ren Singen fianben, nid^t tu eine anttquartfd^e 
Sta^a^mung DerfaQen, fonbern biefe ^ormenfprad^e mit fou« 
Derftner flfret^eit unb grogartiger ©d^Spfertraft für ben ®eif) 
unb bie Sebürfniffe ber eigenen fd^ön^eitdooQen ©egenmart 
unb 2BtrI(td^feit fortjubilben Derfle^en. 3)abur(^ l^aben fle 
mit ber Slenaiffance bie ©runbtage gefd^affen für bie gefamte 
£unfi ber neueren 3^it. 

2)ie erfien SBerfe ber 9{enaiffance entfielen in ffloreu} 
Dom 3a^re 1420 ab; bort lourbe Don bem Saumetjiet 
Srunelledco, ber atö ber eigentliche Sater ber Slenaif« 
fance gelten barf, in bem ^l^alajjo f|itii ber f^Iorentfater 
^atafti^puiS gefd^affen. 3)erfelbe jeigt einen meifl in xtdjU 
edCiger @mnbform unb in mSd^tigen S^imenfionen angelegten 
me^rgefd^offigen 83au, beffen SRäume fld^ um einen quabra« 
tifd^en ober red^tedKgen $of gruppieren, loeld^er Don offenen, 
meifi burd^ alle ©todttoerte burd^gefü^rten ©ftuIen^aUen um« 
geben ifl (tSfig. 138). Ha biefen finben bie fpStrdmifd^ea 
SrlabenfteUungen fel^r banibare Sertoenbung; fit flnb mit 
Aren}«, Auppel« ober flachen @piegelgemötben fiberbedCt. 



■Bit itafinitft^c Sltnaiffon«. 



147 



SßeitiSumige, bequeme Tceftfox bfiben bie Serbhtbiuig bei 
tinjelnni Qkfc^ofTe. %n ben ^ffaben nirb erflntaU bie 9) u {I i c a , 
boS regebnö|ige DnabeimattertDerf mit f orgfatttg obge* 
lichteten sertiefteti {jrugen unb rauf|er ^i^tf^enflSd^e, ju 
tünlUertfi^er ©ettung gebtai^t. ^Sc bie üu^ere Formgebung 
tveiben btetSmif^en^augliebetungenuttbbaS gefamte 
Omamentlueit übernommen , ^^ ^^ 

triftige @urtgefimfe be 
uirten eine ©inteilung ber 5of> 
faben in @toif»ette; ein reii^ 
oitSgebitbeteä ma^ttgeg^ron^ 
^eüaiL giebt bön ©at^ett 
einen uiifungSaoIlen Wif(^lug 
!3>ie X^Üren rnib Stnfter 



MMA 




^ii. ISS. «lunbtii 



merben flieng f^mmetrifi^ unter fotgfatttger @in^altung 
burc^e^ber Stufen angelegt unb mit ontilm ®ltebeni um« 
nt^mt; fle erinnern in bem mit Soiliebe angeUKnbeten 
Sbntbbogenfi^litg <m bte lomonif^ miltelalterlii^e Jtunfi 



S)re »ennlffance-®«. 




fflg. 1W. $iiul tut Hafoel In Hont. 

(Sig. 139). 3n ber weiteten entnitfelimg bteftr ^Vi^t 
bemerTen utt, nie fi^ aOniS^Cji^ mS im bei rOtnifi^ 
3(nttCe entnoDimenen 3]ßotibe.i ein tifi)^ä)tä, Dorn (£infa(^en 
Uiib®<^tiieifn gumSRunnigfaltigenntib Setzten fottfdftcUenbel 



Sie itolienifi^t ^iaiainanct. 149 

gafTobniftjflem au8bifbet. 3)ie 5Ru|!ica tritt entmeber in oHen 
©efi^ofyen ober menigllenS üfwc bem etjten 'StoSmtxi in 
Setbinbnng mit jieilic^ gejtaUeten ^iUjlern, \oeläft bie 
langen Saffaben fel|r n)irhingSt>o0 beteben. 'Siit S^^üien unb 
gen|tet tnerben ju (rSftigerer ©rfcfieinung gebrad)!; jie er* 
^Qen augei bet tBnitf(^en @infaffung mit (äeiDÜnben unb 
Sr^DoIte noc^ ein Serba^ungSgerintS, »eldieS »on ^ 
fionfolen, klaftern ober 3&anbf|iitlen getragen wirb (Sig 140). ^ 
3Kan fuf^te aber junädjß toeniger bur^ ftarte $rofilierungen 
unb SbtStobungen ju luirfen, als »ielme^r bur^ ein jierli^eä 




gifl. 111. «crlntS. SKanettoliiläle in a)tiioi![anct 



^dftauitmttt, n>eli^ flc^ beft^etben ben ^r^iteTturgliebern 
unterorbnet. S)ie mit Sottiebe Dertvenbeten torint^tf(^en 
$ilaflerla))itate erhalten \o manc^ pftantafieDoIlen 
Umgepoltungen (glfl- 141). 5Dte!lof(tf(^en ^ietglieber 
nie ^lf#iftre, (£terf)abe, aSeOenbanbei, 3a^nfd|nitte unb 
bgL getangen in reti^em 2i}ei^fe[ jur Semenbung. S)ie 
^iefe, bie Füllungen an ü£^ür< unb tjfenfteitiehilnungen, bie 
Sogenjitiitfel, feftfl bie ©Knien» unb ipünfierft^äfte merten 
mit ^B^ß anmutigen unb naioen Ornamenten gefi^miiift 
(IRfl. 142), in wellten bie ontife« aJlotiM mit pitifierten 



tso 



Ser Stenaiffatice'HStil. 



^flangenfonneit nanattTii^ btm 
Snont^tilatt (Sig 143) bei 
IRebe bem Sorben unb Sp^eu 
fqmbplt[(^eit (SegenfiSnben pfyof 
Mtif^enllftsuTen äRaSfen SSaf 
fen SSaptiutf^tlbem Safen 
£anbelabent unb Stnblemen 
aller Sit in fe^ toe^elDoSer 
unb gierlic^er anorbnnng mitei 
freier SSenS^ung Ilaffifi^ nnb 
mttteloIterCtt^ Xmegungen m 
Seibtnbung treten. 'Siai Streben 
not^ miSfllK^ reijüotlet befora' 
tner ÜSc^anblung fü^ct gu ben 
bemalten tüaffaben ttiel^e goi^ 
©tiageniQge einnehmen @e^r 
behebt wirb bie ©graffito 
manicr bei loeli^ ber bnnfel» 
gefärbte a)?BrtelDeii)t4 berüugeit 
fia^ mit etnei neigen Stalh 
f(t)i(^te überjogen unb bamt tntt 
einem «fernen ©itffel bur^ 
{teilen« ober flni^lDeife (Sntfei' 
mmg btSUeberjugS bie3et<^ming 
eutgearbeitet toirb 

3)iefeä Sioi^m\i)en U» 
beloiatnwn ^nnjitri bie gnnj 
frei* Äuffaffung aber bie «rt 
^'^ be« ®(^Biu(fwertB in btel^etn 
n m 3tai itaL et™,™. ""<^ *■« »«n^ieben^it bet 
SiisftntiiDint) slationalHtten unb ber Sinfbtg 



|llfji[il][lnlllillj|tilHiili'iii 1 


1 '^^yrte 


1 


l^l|f 


^ii 


'i 


1 


8 


1 



^t italienif^e fRmai^antt. 151 

früherer (SpoHitB in meijt fe^c glMi^ ^onnDtne mü bem 
©tnittiDm gnm VuSbrui lotntnen, bet gonjc $aut^ müttU 
aUet(t(f|« $oef!e,n)e[i^eriioc^ btefe iBaulEn utngietil, fetmieii^et 
in QQen Sitnbetn ben S^acatter b« Si^U^ienaiffance. 
2)le 2)autr beifelben tonn man fSt ^talttn ettoa bis jum 
^n 1500 annt^mett. S^ (ebeutnibjlcn Soumeifler finb : 
3n gtorenj b« fi^on genannte SSrunelleSco (1377— 
1446), btr Qufier feinem ^alo^o ?itti anc^ im Äit^&au 
mit bei grogoiti^en 'Siamfapftl bafetbft 
ba^nbiei^enb Doigegan'gen i|l ; 9 e n e • 
betlo ba SRajano, bet ben becü^mttn 
^al. ©ttojji erbmite; in Senebig ?ietro 
Sombacbo, bei: Svbauer beS ^[. 
SenbtaminsSaleigiS. 

3Rit bem iSeginn beS 16. ^a%> 
^unberta tritt ein ffienbepunft ein. ^fl 
3uliii8 IL beruft bie grügten Äünptet 
bet 3e't an feinen ^of, unb nun fc^eint 
in bec Sr^iteftur unb ben bilbenben 
^nflen ein neueS 3e<tallet com @Iai^e 
ber einfligen ))eritleif(^en (Sfioi^ in 91om au^ubfimmem, in 
meinem 9Berfe von nmnbetbatei SoÜenbung eittpe^. ^u' 
n&iift regte fi^ ein fe^t enetgifi^ Süßibcrfptut^ gegen bie 
fteie S^etorationdmeife heS »ergangenen ^a^t^unbertS. 'S>aS 
gtflnbltt^e @lubium bet antiten Utbenefte, bie forgfättige äSer> 
mefyung berfelben ftt^tt gB einer gentffen @tienge ^infli^tfii^ 
<SnttDideIung bet Aomtiofition, bet 91§t}t^mil bet Ser^aitniffr 
nnb Ätar^eit ber Iietait«. !Der fita^igiSmu« feiert ein 
Snfetftc^ng in einem neuen, bet 3ett angelaufen ©euani 

S)en tjfaff aben witb boS antite rämif<^e SSoiMD) mi 
bem bon 9!itrw au^efteRten ©c^a j,u @ruitbe gele^ 1>i% 




152 ^er 9lenatf[ance<'@til. 

Sbt^ca tritt jutfid unb toirb meiß auf ben @o(feI ober bod 
unterfte ®efd^og befd^ränft. f^m gegtteberte, in i§ren Ser« 
^ftltttifTen genau obgetDogene ®efimfe bett)irten bie ^ori< 
jontole (Einteilung ber Sngenflftd^en. SHd fenfred^te ©truN 
turglieber toerben ^ilofier^/Säuten' unb ^albfäu» 
lenreil^en in reid^em SBed^fel in bie ^ffaben eingefügt. 
3)ie früher fo jierßd^ ornamentierten ^itafler loerben mieber 
fanneliert ober glatt. 2)ie bor^r fafi andf d^teglid^ t)em)enbete 
forintl^tfc^ ©ante tDtrb jteeng fitiifiert unb tritt in Ser< 
btnbung mit ben anberen Snorbnungen, bie in ber früher 
angegebenen 9{ei^enfolge (f. @. 35) aber einanber ange< 
orbnet toerben bei forgfältigfter 93e^anblung im antifen @inne. 
!3m 3)etail trägt bie römifd^ Untite ben @ieg bat)on; bie 
Saumeifler be^anbeln fie aber ebenfo frei, loie einfl bie 
Stömer bie jlunfl ber @rie(^n. 2)ie Senfler erhalten eine 
t)on Aonfoten ober pofiamentartig gebUbeten ©tüftpfeilem ge^ 
tragene San! unb einen ali8@iebels ober Sogenber«" 
bad^ung gebilbeten Suffa^, ber auf träftig geglieberten 
^itaflem, ^alb« ober ©anjfftulen ru^t (f^ig. 140). Sn ben 
Srüfhtngen ber fünfter unb ben iSrSnungen ftnben fic^ ba(b 
Salufiraben aü ein fe^r beliebtes 9Rotib. Sud^bie Stifc^e 
mit ber bie Stunbung audfüHenben tDeitfha^Iigen SD?uf(^e( 
tritt in ä^nlid^er Umrahmung loie bie fünfter aOmä^lic^ auf 
a\& ein neued beloratioed WxM jur f$Iäd^enbetebung. Sfle 
^^rofilierungen unb Serirftpfungen erhalten frftftigere gönnen; 
bie flachen Serjiemngen tuerben jum ^od^relief. Suf 
präd^tige SuiSgeflaltung bed an fid^ ^o^en unb toeitaudlabenben 
Aranjgefimfed tDirb ein ^auptgetoid^t gelegt, baSfeße 
gtebt mit ber reid^n Aonfolenbilbung unb ©efamtaudflattung 
bem ganzen einen ftugerfl tDirlungdboEen Sbfd^Iul (f^ig. 144), 
$ie gleid^ SnttotdCelung f9nnen loir au(^ an ben meifi 



JAt ftoßenift^ Slntaiilintce.' 




Stg. lU. D)aitulMblli)t|<t iu Bciubla <s eanfsMttt). 

tpottbetbat leit^ nnti fUmmimgStioII oufigebitbetett Srtabei 
^Sftn tinfolgen unb im griigcn Donjen auäi m bei 3> 
loration ber Snnentanme («Üig. 145). ^n benSEßon 
f[S(^en Kibtt bie Einteilung bui^ $i[aper unb @efltni 



154 Dtr 9Jeimi(Iim»-®HI. 

in einjelne ^Iber bie ®nmbibee; in ben Untern] tDcrben, Un 
3tti[eiflai ttnb Ontantentfnefen matafsmt, ^SUmitn ange> 
ocbnet, in beren ^nnenfia^e ornamentale, figüilit^e ober 
lanbf^aftlii^e asnrfleltiingen ^tafefinben. Stud^ bie SJeden 
erhalten eine mäf geomettifc^en aRotiüen ober anäf tafTeüoi' 
fSimig angelegte Sinteilung in einjelne ^Ibev, bie Bon reiben 




SSerjierungen umrahmt »erben, unb beren Untergninb mit 
Derf^iebenen attS oegetobtlift^n unb figürlich <£Iementai 
gemifi^ten Oraamenten gef(|mü(tt raltb. SHe 3^nit jeigt 
eine neiß fe^ glMlii^ Sei^inbnng uiin (ilofltf^en ©ttut« 
^iemngen mtb SKiritiei in fe^i leiteten unb lA^afta 



^e ttaltenifd^e SRenaiffance. 155 

f^trben. 2)ie fd^önfien unb ebelften ^nnenbelorationen biefer 
9rt finben fld^ in bett Soggiett bed Satitan Don SRafael. 

3)tefe gleite ^Ikriobe bed in Siebe ftel^enben @ttld^ bie 
italienif(^e ^od^renaiffance^ ^at im ^alafibau ©rog" 
artige^ geletfiet nnb eine l^o^e lünfllerifci^e Sßürbe unb ©d^ön« 
l^eit erhielt. 3n bem monumentalen 3^9 ^f^ ^^^^ ^^ l^eitete 
©d^mudmerl ber f^rül^renaiffance Derfd^tuunben; Wla&Un, 
Sönien, (Sngeldlöpfe^ Sflofetten^ ©utrlanben, Zxop^lkn, Ttn^ 
fd^etn^ Safen unb f^Iieglid^ ber SM^^i^i^ treten an beffen 
©teile. 3m Ornament verbleibt an $fIanjenmottt)en faß 
nur bad ^fant^udblatt in {rSfttger, oft ju mafftger TlohtU 
Iterung. 3n biefer SSe^te^ung ift eine (Srnüd^terung einge- 
treten^ bie ba(b jum Sertaffen ber biiSl^er eingehaltenen ©e- 
leife brängte. 

@d ifi n^Dl^l lein 3^^/ bag bie lird^Iid^e ^an* 
lunfi in biefer ©tilepod^e nid^t befonberd aufblül^en lonnte; 
bie l^eibnifd^e STempelard^iteltur lonnte Don älnfang an für 
ben d^rifUic^en S^empelbau nid^t geeignet erfd^einen; namcnt« 
lid^ ergab i^re Sertoenbung für bie äußeren f^affaben fo 
mand^e ©d^tuierigfeiten. SSro^bem tt)urbe üBen^unbemStDerted 
gefcQaffen. IJn ber ®runbrigan(age tt)urbe ber b^janti« 
nifd^e Sentralbau Dor^errfd^enb; eineS ber am ftarften 
angelegten Seifpiele l^ierfür bietet bie ^ird^e Madonna di 
Carignano in ©enua (erbaut um 1560 t)on ©aleajjo Slleffi) 
(f^ig. 146). Stid^t feiten finbet ftd^ ber Zentralbau mit ber 
SafUila t)erbunben^ fo bag bad gried^ifd^e ^euj burd^ Sin« 
bau eines Sang^aufed in ein lateintfd^ed Dertoanbelt Uiirb. 
2)te SSJänbe erhalten im ^[nnern unb 9eugem ber ^ird^«" 
bie bisl^er befprod^enen t^pifd^en 9{enaiffanceformen (^i 
145 unb 146). SefonbereS 9ugenmerl uiirb auf ei 
möglid^fl monumentale unb mit t^erfd^toenberif^er $ra( 



156 



D« SBeiiafJTonte ®tit 



auSgeftattde $ou))tIu))))tl geti^, bie fli^ ffl^n flf>ei 
bet Sietnng auf einem fctUntnben Untetbou, bem ÜTam* 
6ont, triebt unb oben in einem offenen Saternen^ 
ttang enbigt, anf bem bie Satetue, ein tleinet mit 




%nftem beife^ncc Suffog, ni^C. Site bebeutenbfle JFird^ 
Äenaiffünce ifl bie i. 3. 1506 beflonnene, 1626 
iwi^te ^eterStit^e in 9tom, bie in ganj au^tx^f 
üdfia 3)imenfIonen angelefll ifl (i^e Sfinge betragt 



^te ttatienifd^e 9tenaiffance. 157 

187 m, ber innere 3)ur(l^mefTer ber Sinpptl 42 m, bte $d^e 
berfelben 117 m) unb mit ber gewaltigen Don SDtid^Iangelo 
erbauten RvppA einen ungemein großartigen (Sinbrud mad^t 
9Kit biefem 9liefen6au ^aben bte Saumeifler ber Slenaiffance 
felbfi bie bed aßen 9{om nod^ überboten. 

SJon ben fielen gottbegnabeten jtünfilern^ toeld^e in biefer 
glonjDoQen Spod^e auf Stauend Soben erfknben ftnb^ n^oOen 
loir ^iernur bie aQer^eroorragenbflen nennen: Sramante^ 
(¥(anf(l^d))fer unb grunbtegenber Srbauer ber ^eterdlird^e; 
^^a(. SanceHeria); ^eruj^i^ (SiQa f^amefina)^ t[. ©an« 
gallo (?al. gamefe in Slom); 3lafael, (?ßal. ?5anboIfini 
ju t$Iorenj); @anfot)ino, (Sibliot^I t>on @an SRarco in 
SSenebig, 1536 erbaut); Signola unb ^allabio^ beibe 
ebenfo bebeutenbe Saumeifier toie gelehrte S^^eoretiler^ ht* 
fannt atS bie fhengen „(gefe^geber ber Slrd^itettur^. 2)er 
®enialfte ifi aber äßid^elangelo, einer ber größten Aünfl« 
ler aQer Seiten^ ber aud^ in ber Silbl^auerei unb SDtalerei an 
ber ©pi^e fte^t unb für bie gefamte SnttoidEelung ber jhtnft 
t>on einflußreid^er Sebeutung ifl. 

©old^en Äünfilematuren lonnte ed nid^t (eid^t fein^ fld^ 
für bie 3)auer an bie t)on bem audfd^ießlid^ antilen f^ormen* 
gefügt gezogenen ©renjen )u btnben; fie mußten biefelben 
ba(b als einen beengenben ®d^ematii8muiS em))finben^ beffen 
Sn^alt nid^t aniS i^nen felbfi^ aaS hem S^aralter unb ben 
reßgiBfen Sorfiellungen ber Stxt ^ert)orgegangen toar^ fon^ 
bem eine Don außen übernommene, ber ®egenn)art angefaßte 
@o(l§e bar^eüt. 2)arin liegt too^I bie $au))turfad^e, ttarum 
ber eigentlid^en $od^renaiffance, biefer ^errlid^n 9lad^b(üt^ 
ber WxüU, in Valien eine fo lurje 2)auer befd^ieben »r 
©d^on um bie 9Ritte bed 16. Sa^rl^unbertd, iebenfaltö a 
mit bem SbtSgang be9 f elften 2)ecenntumi8 , »erben 



158 5)er 9ienatffoncc»SttL 

bisherigen ©d^ranlen üerlaffen; äRid^elangelo tft ber etfle, 
toetd^er bie rrS^f^^inSgtge SangtDeiligleit^ mit geniater SEBtU« 
Hir burc^brid^t unb fo bte @))ätrenaiffance einleitet. 3n 
ber ganzen f$affabenentn)t(felnng mad^t {Id^ ein energifd^eiS 
Streben nad^ grogartigen ))Ia{lifd^en SEBirfnngen 
geltenb: 2)ie öngeren SEBanbfläd^en toerben burd^ 9norbnung 
Donf^IfigelaniSbauten nnb9itfanten(3Rauert)orf))rüngen) 
belebt; malerifd^ gruppierte (Säulenreihen mit 
9{ebenptlaßern unb fä^n auiSgearbeiteten frSftigen 
©efimfen, bie ftd^, ja^treid^e Scfen bilbenb, um bie ®äu« 
len unb Pfeiler ^erumfröpfeu/ tvetben maffen^ft in bie 
Saffaben eingefügt. 3m S)etai( ftnben fid^ ^ermen (Süfien 
auf fld^ t)erj[üngenben f$u|pfei(em t)gl. f^ig. 166)^ jtar^a« 
tiben^ getounbene @äulen mit Saubornamenten. 
3)tefe Seffarebungen bel^alten tro^ ber einbringlid^en 3)ta^« 
nungen bed ^aUabio unb ^ignola, {Id^ 9Rägigung aufju« 
(egen, bie Dber^anb, unb fo ge^t bie italienifd^e @pät« 
renaiffance fd^on mit bem SluSgang bed 16. Sa^r^unbertS in 
eine neue ©titp^afe über, hoS SSarocco. 

SSon Italien auiS verbreitete ftd^ bie SflenaifTancefunfl 
mit ber ber Stenaiffancejeit innetoo^nenben ^aft über gonj 
@uropa. Sn ben Säubern, in toeld^en bie ©otil baiS ganje 
©efül^IiSIeben burd^brungen ^atte, tonnte fie j[ebod^ nnr fe^r 
langfam unb nad^ fd^ttieren kämpfen mit ber angefiammten 
^unfi jur ©eltung gelangen. !3n bem SRingen ber beiben 
gmnbt)erfd^iebenen ^unflrid^tungen entfielen nun jene eigen« 
tümlid^en @tilmifd^ungen unb tt)unberbaren Kombinationen, 
bie ber f^rü^renaiffance in f^ranlreid^, (Spanien unb @ng« 
lanb, namentlid^ aber ber 

^etttfdjen [Renttiffttuce i^ren befonberen ©^arafter geben. 
Diefe ifi in mand^er Se^ie^ung nid^t fo ebel fHIiflert, koie 



%%t beutf(^e SRenatffance. 159 

bie gletd^etttge jtunft ber Staltener ; aber toa& Sigenart unb 
€eIb{UittbtgIeit gegenüber ben Silbungdgefe^en ber Uütrt, 
fotoie Qtoedmü^xglttit unb maletifd^e SBirlung anbelangt, 
toirb bie beutfd^e Slenaiffance t>on ber italtenifd^en faum 
erreid^t. 

3)te beutfd^ Sflenaiffance beginnt erfl unt bad Sa^r 
1500, alfo fafi pei 9Renf(l^enaIter f^äter ald bie italienifd^e, 
t^ren (Snttt)i(felung$gang unb jeigt Don t)orn^erein einen 
f^on burd^ bod ^linta, bad äßaterial unb bie äußeren Ser« 
^ftttniffe bebtngten »efentUd^ Derfd^iebenen S^aralter. f^ür 
bie einen ungen^öl^nUd^ großen $Ia$ beanfprud^enben Floren« 
tüter unb Senejianifd^en $aläfie toax in bem engen t^eftungS« 
gürtet ber beutfd^en @täbte lein Siaum. 2)ie ganje Src^i« 
teltur ntugte fld^ ba^er mel^r nad^ ber ^51^e atö ber Sreite 
enttoideln. S)afür toax aber boiS mittelalterlid^e Souf^flem 
geeigneter, aU haB ber italtenifd^en Stenaiffance. 2)ie 2)iS« 
pofition unb ber Slufbau beiS ©anjen flnb ben 93e« 
bürfniffen entfpre^enb, für toeld^e bie Saunierfe errid^tet 
tt)erben. 

3)te beutfd^en ^aläfie, bie @d^(öffer, gelten nid^t and 
einem einl^eitlid^en ${ane ^erüor; bie einjelnen Sauten toerben 
unt einen großen, unregelmäßigen $of gru))^iert unb nad^ 
unb nad^ aufgeführt unter Beibehaltung ber fd^on fcül^er be« 
ftanbenen @ebäube, fo bag man meifl Derfd^iebene Bvatft^ 
epod^en an benfelben unterf^eiben lamt. @rfi gegen (Snbe 
bed 16. Sal^rl^unbertiS ttirb bie 9(nlage regelmäßiger, n)obei 
aberaud^ im9eußern ein ftärlerer Sinfluß ber italienifd^enStenaif« 
f ance erlennbar toirb. Bef onberiS intereff ant für bie @ntn)idfelimg be" 
beutf d^en SlenaifTance erfd^inenbie ftäbtifd^enStatl^ äufer. € 
erholten im erfien ®efd^oß eine große ^aUe unb 9{aum { 
bie SEBftd^ter unb Sebienfieten, im }tDeiten ben großen fdi 



160 %er Stendffance^tiL 

gei^aa( unb bie nSttgen ©t^ngd« imb Seratmtgi^tmmer. 
3n ben oft fel^r reic^ audgefiotteten t^affaben te))rftfentiereii 
fle meifi fe^r ffntd^nb bie SEBo^Il^aben^it unb iDta(^t bed 
freien 931h:gertnmd. SEud^ bie Äauf«^ 9EBetn« unb Suft« 
Raufet erl^alten eine S^nlid^e/ oft red^t lu^rtSfe SluiSfiatlttng. 
3)ie SEBo^n^dnfer ^aben niebrige ©efc^offe^ Don benen bie 
// oberen ^Suftg in oft reid^gef d^nifttem ^oljfad^merlban flart 
Dorgebont erfd^einen. ®ie befielen meifi au^ einem einen 
Keinen $of einfd^Iiegenben Sorber« unb $interl^auiS^ mel^e 
burd^ ®alerien mit einanber üerbunben loerben. ®erftumiger 
finb bie beutfd^en ^atrigier^ftufer angelegt mit breiter 
3)urd^fal§rt ober großem 9$orraum, neben toeld^em im @rb« 
gefc^og SBo^nungen für Sebienfiete liegen. 2)ie Haupttreppe, 
meifl eine fleineme SEBenbelfiiege, liegt bem ^ofe )u, ber 
Don Valerien avS ^ol^ ober @tein umgeben ifL 3m $aupt« 
gefd^og unb barüber liegen bie eigentlid^en SEBol^njimmer mit 
geräumigem Sorplo^, burd^ ben man jn ber SCreppe unb ben 
©olerien gelangt. 

Sn ber 9ugenard^iteltur unb ber ornamentalen 
9uiSf(^mü(Iung ber 89autoerIe entloidelt bie bentfc^ Stenatf« 
fance eine Sfleid^^altigleit unb Sielfeitigleit, bie unfer ®tau« 
neu erregt. Senn einmal bie beutfd^e ^leinfiaaterei gute 
^üd^te }eitigte, fo mar ed im g^italter ber Stenaiffance auf 
bem ©ebiete ber jtunfl ber f^all, inbem ieber f^fienfi^, 
ieber Sanbfhid^, j[ebe SReic^dßabt eine eigene Stenaiffance ent« 
totdCelte. 3)ie gegenfeitigen Siferfüd^teleien, bie @ud^t, ettoad 
befonbered gu bieten, 3ufäDigfciten in ber Berufung ber 
S3aumei{ler traten ^ieju bad Sl^rige, fo bag man in ber 
f^ormgebung, toie in ber jeitlid^en @nt»idtelung Don einer 
fiilißifd^ Ilar abgefd^loffenen f$rü^^ ^od^« unb ©pStrenaif« 
fance nur in allgemeinen Umriffen reben lann. 



Slie beuifi^t 91enaif[Qn(e. 161 

tili or^hettimif^e ^ojfabenentiDiifetung im ©inne bet l 
Xntife loütben toit ^iei oergetieiiS fut^. ^oS sotifd^e j 
9augeti|i|K entf^irai^ bcn eebftcfniiTen ieffet a\S haS aiitile :' 
©Qflein; id^Vb umtbe bitS ecfleie beibe^aUeu, aber mit j. 
DoÜpnbig Bcuen SxtaiU fiboiogen, nxlc^ Don bn italie« 
ntfc^ JRenaiffonce Ubernominen muiben. ün ®te0c ber 




flofTgepinfe treten antite ®ebä[!e, ün bie b« ©trebe- 
Vfdier $t[a{Iet; bk äßiinbeige toeit^n bem SRuf^eU 
ouffn^, bie gotifi^en ^ixUX in ben äStrjierungen bem 
frei geft^mungenen ^anlenroetl bed anttten äftant^u«' 
tinaments. 3n bei Snorbnung unb ©lutitiietimg bej 
«STtnann, CtUMnbt. U 



I6d 



%tx fflenaiHance-SHt 



@(uistn folgte man ober tiu^t bet xiemt^m tft^Ien ©treitge 
bCT Italiemf^eu ^laflat^itcttur, fonbccn bem molecift^ei' 
$rinji)). ^tnimi S"^ '"'■" ^'n portalen bte rei(^f1e SlitS' 
fü^nnig nai^ bem SoibiU) bet antilen SogetißeUuns mit 
ißilolUm, @aulen mtb Setbat^ungSgefimfen nnb äugerft 




tttnniflan t Vn tlc au« nuijiu g (Sunb^oß. 



lebhafter ornamentaler XuSfi^mfiituns ([$ig 147) be^anbelte 
aber bie übngen SBanbfia^en oft fe^r einfad) £)er ttalienifi^e 
halten nurbe mtt tRaffflc^t auf baä noibifd^e Rltnta bi tmt 
Stter umBemonbelt (^ig. 148), bet ^ au^ tm Slinter bt* 



3)te beutfd^e SRenaiffattce. 163' 

mo^nen lieg unb an unb für fld^ aud^ ein fe^r banibared SDtotit) 
bilbete. 3)er 3(ud{iattung biefet (Srfer (aud^ S^ötlettt genannt)/ 
bte oft burd^ meistere ©todn^erle burd^gefül^rt toutben^ toib^ 
mete man alle 9ufmerlfamlett, fo bag f!e fietd ben ^aapU 
reij ber f^c^ffa^ bUben. ^k in ber italienifd^en Sie« 
naiffance fo lonfequent eingel^altenen unb in ben Ser^ält« 
ntffen nnb %ud(abungen forgfä(tig abgetDogenen ^orijontal« 
glieberungen burd^ bie antifen @eflmfe tt)urben mit 9lüd(fid^t 
auf ben SBafferablauf unb ©d^neefalt unb unter bem @in« 
flug ber vorangegangenen ©otif jurüdfgebrSngt. %vS bem 
gtetd^en ©runbe mußten bte flad^en italientfd^en 3)äd^er im 
Sterben ben ^o^en unb {leiten ^d^ern toet^en^ bie man 
in ber SRegel ni^t nac^ ben engen ©tragen abfallen V\^,/^ 
unb fo entßanben jene für bie beutfd^e 9lenaiffance fo ^a« 
ralterifHfd^en ®iebel. ^iefelben ftnb meifl burd^ ©efimfe 
in Stagen geteilt unb mit ^ilafiern, um to)eld^e bie ©eftmfe 
^erumgelrBpft finb, auc^ üertilal gegtiebert. %ld oberfle 
Tönung ber ^ilafler erfd^einen an @teQe ber gotifd^en 
i^ialen ä^nlid^ geflaltete obellSfenartige (Spigen (((ig. 148 u. 
149). 3)er gange ©iebel niirb jur Serfleibung ber beiben fd^räg 
nad^ oben julaufenben 3)ad^Ianten mit einer in lü^n ge« 
f^mungenen Aurt)en unb ©d^nedCenlinien gefd^n^eiften (Sin« 
faffung umra^mt^ toe(d^e in Serbinbung mit ben vielen &^n« 
tid^ bel^anbeßen 3)a(^fenflern (au^ ©auben ober Sucarnen 
genannt)/ burd^ bie man bie 2)ad^gefd^offe aud^ an ben 
Sangfeiten nu^bar mad^te, bem gangen Sautoerf ein unge« 
mein malerifd^ed Sudfe^en geben. 

3n ben !Z)etai(formen ber beutfd^en iRenaiffance 
begegnen xoxx einer augerorbentlid^en SDtannigfaltigfeit; neben 
ben antilen SaugtieberU/ ©efimfen^ ©Suten^ ^u 
(aflern u. bgl. finben toir gotifd^e Slntlänge unb 9Ro« 



164 ®re Menfli|Iiniee.^tII. 

tiöe, itnb e8 ifl BemimbeniSttett, in toeli^ gtfd^iilter imb 

oft ilberrafc^enber aöeife bie tJon SJatut anS wiber» 




fhebenben tjfotmen ber Eietben Ocigtnalflttt mit einanbec 
oeremt unb an etnanber angesagt taetbcn. tjrreitit^ finb bu 
fem abgemogenen ^i^SItniffc bei antirett @(tebening nnc 
fdten )u finben; in ber 91ei|(I erft^inni fie tfitc in einer 



tk beiitfi^ Renaiflaitte. 



165 



r^on buri^ IxiS SRaleriol (Sanbftem) bebingtcn »ergiBbecten 

ijorm, fitm niet^ bekannte iRe^eln taum aufgeftcllt toerben 

!Stinen. Ilie Don SCnfang an |let2 bemofirte ^i^elt gegen' 

fiber ben Ilafflft^n SBilbungdgefegm gelangt 

baffli ju ctnerum [o leti^eien ^bivec^« 

fclung in bcr SJeriuenbung ber 3>t>:glicbei:. 

33ie @aulenf (^äfte iverben im untem 

'Sixitttl gern ornamentiert; biSmeilen erhalten 

Tte {iott ber c^Itnberif^n ffoim (anbC' 

laberartige ©c^tneaungen unb ^rofilierungen 

(Sig. 150); nii^t feiten »erben ©Sulen unb 

^fetter bun^ ^ernten nnb JtacQatiben 

erfegt, bte in Serbinbung mit ber reichen 

2)etailauäf[^müdung, fftr nwl^e eine goiq 

befonbece Sßorltebe Oberoll gu Xage tritt, 

Dan fe^ anf^nre^enber SBirtung finb. 

13)03 Ornament ber beutfd^ 91e> 
nVtffonce f^liegt.fli^ in ber crften^eil bem 
ber italienif(^en l^rü^tenairfance an, unb fo 
finben mir am ttnfang ba8 antile 9fant^uS< 
blatt, @uir(anben mit umfi^tungeneniBänbem, 
Bterfi^iEber, 3Qap)}en, artaäfen, SSmenfefife, 
3Rufd^eIn>er( unb bgL in nationaler Um> 
arbeitung. ®t>S''<^ entjte^t ieneS eigentümliche 
Dmament, tvel(|ed ber flaifien Vertiefung 
beä UntergmnbeS megen oft aU „Seber« ^,^. i.,u :g,an[c tn 
Dmament" bejeiif|ntt uirb, in (einer 3orm« truti^ct Dttnmii. 
gebung aber gaitj befonber8 an bieff^miebeifernen Sniiatinen, ffie» 
fc^Uge unb ©i^ilbe erinnert (3ig. 151). ®iefe DraamenK 
btlben in Serbinbung mit ben oben befprodieuen ©iebel' 
I8fungen ein ^auptfenngei^en bei beutfc^ Stenaiffancf. 




X)ec 9tBiaiffaitce>€UL 






fUs ISl OtnamiMt in tiutlftcc ncnaldanct. 

Sfir bte gefamte Sie^nif i|I bie ©eltenbtnac^ung 
bei aßatetiaU @runb))nitjtp ©tetn fnU als ©tein, 
$0^ als foIc^tS erf^nen, bte Jtonftntntpn SÜetdü flc^bar 



Sie beutft^c SRenoifTance. 



1«7 



tDetben. 3>k {Ute (Eiu^ttitng biefefi «Siunbgefetct 8>^ '■^^ 
bn Snnenbetotation ber beiitf^ nenaiffancc il^r« 
eigentümrid^ S^araftei. 3)ie aSSnbe ber So^njinttnet 
fliib linseum mit einer !|o^en $oIgDetl&fe(uns »eiferen. 




Big. 15a Inneittitr a on n 6 u li^s 3 (1 n 8 ^liaBI-u g) 

bie Tneip im 5RatutlDn erfd)cincn bec bäudtn noi^ buri^j 
eine bunftere Scije otrtieft roirb Slud) bie üeifen merben,- 
tvenn fle nic^t tute namintdi^ in ben ^luieii unb fallen 
mit Äreujt Stern ober IfcegeiBjJI&en gebilbet ffierben mit 






168 



^et SRenaiffonce-'StiC. 



^ol} bertSfelt; fie ermatten bann eine naäi geometrifc^ 
Stifter angeorbnete Sinteilung bucd^ bortretenbe reid^ f)ro« 
fvitette Briefe, iiotfd^en benen bte vertieften gelber mit ^(j« 
leifid^en umrahmt »erben (^tg. 152). ÜDiefe branne ^o(}t)er« 
Keibung, ber fid^ bie anbem f^arbentöne unterorbnen, erzeugen 
in biefen fog. aKbeutfcl^en 3itnntern jene ermämtenbe ®runb« 
fiimntung, in tteld^er ftd^ ber 3)eutfc^e fo be^agltd^ fü^It. 
3)ie (Formgebung }eigt eine Uebertragung ber an ben f$af« 
faben entioirfeften Slrd^itefturteile onf bie ÄIcinfunfl (St.q. 154). 





^{q. 158. SRenatnance^IÜdje. 

9n ber SBanbbelleibung unb bem ganjen äßobiliar finben 
tt)ir bie , tqpifd^en reid^ gelröpften SRenaiffancegeflmfe, ge« 
tragen Don fanbelaberartig gebre^ten ober gefd^ni^ten ©Aulen, 
gierlid^en ^tlaltem, i^ermen unb jlar^attben, ^^tfd^en benen 
bte f^etber Don ^oljleifld^en umrahmt merben. 3)ie[e »erben 
in ber fpäteren Qdt an ben Sdfen ebenfaOd Derlröpft unb 
bilben alfo §ier bie fog. D§ren. fßü reid^eren ä(udfü§rungeit 
^Iten bie ^Füllungen eine fenfierartige Umrahmung mit 
inen ^ilafiern ober @SuIc^en, ©eftmfen unb 9[uffa% 



tÄt bnitfc^e StcnaifTance. 169 

(^g. 153 itttblM). ^et ben ^ta^teottia^mqta unb @iebeln 
nai^Sebtlbele hSnenbe Suffo^ fpif (t überhaupt an ben gesamten 
3imencinrii^tutig8gesen^nben, niunentli^ btn X^fiten, @(^r8n' 
. ten, U^ nnb bgl. eine große SRoHe. ÜU Serjierunfl bet 
tfriefe unb 0ilOungen begegnen mir bem oben betrai^teten 
t>(aftif(^en IDmamentlverl unb einer neuen Don Italien über* 
lommenen 2:e(^ntl, ber ^ntarfia, b. i. eingelegte $0!}* 



fiLÄfi^uJiKtSMil^ 




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tJiB 16i «BiinöDtitiKflunfl oue 8fl6(ä 

tttteit, mit »eitler |Wi(lerte ipflanjen, ^lerfpeRiDtf^ Hn« 
fitsten unb bgl in bunte|ler äluSnifl^l jur S)atpeIIung ge^ 
longen, bie in ben oerfd)iebenfflrbigen ^oljarten rote 3ta(^» 
otalerei eift^etnen 3)te gefantte Aleinlunfl ber Stenaif- 
fance entuiitelt eine flauneneiregenbe ^robuttiDttSt unb e 
reitet namentlid^ m ber beutf(4en ®))iltrenaiffance eii 
»unberbace Slflte beS finnjl^anbicerlS, beffen Seijlungen ( 
no<^ ^B^er ju liellcn finb, ats bit ber Slri^iteltut. 



170 S5er fRettaiffance^til. 

Sie Vxxäjliift Saufunfi entfaltet in ÜDentfd^Ianb 
im 3^italter ber 9lenaiffance eine Der^ältniiSmägig geringe 
ST^ätigleit unb bleibt fo hinter ber ^rofanard^iteltur ganj 
er^eblid^ jurüd. 3)aiS bebeutenbfle SBerl bilbet bie 3)?id^aeIiS» 
lird^ in äßünd^en (erbaut 1582— -97)^ bie int 9en§em bie 
bentfd^e ©iebelard^iteltur geigt, im Innern aber in ben S)e< 
lorationen ber italienifd^en ^od^renatffance gehalten ift. 

3)ie einzelnen ^erioben ber beutfd^en 9te« 
naiffance lönnen nur in allgemeinen Umriffen begrengt 
werben; biefelben fallen in folgenbe B^^tabfd^nitte: 1. bie 
grü^re naiffance Don 1500—1550, in ttclc^ bie an« 
titen t$ormen nur a(d ein äu^ered ©eioanb für baiS im 
übrigen noc^ DoÜIommen mittelalterliche 93auft|fiem erfc^inen, 
mit flad^en ©eftmfen unb nad^läfflger, unftc^erer @5ulenbe^anb« 
tung. (@c^lo| }u !£orgau, Siuc^er^aud }u iRümberg 1533). 
2. bie i^ öderen aiffance bon 1550—1600, in melc^er 
bad antile JlonfhitltioniSpringip in ben ^auptglieberungen 
ber Saffaben burd^gefü^rt erfd^eint, mit bäftigen ©eftmfen 
unb bem fpegififd^ beutfd^en Slenaiffanceomament bei fafl 
DoDßänbtger 3urüdfbrängung ber gotifd^en S)etailiS. (Otto 
^einrid^bau bed i^ibelberger @d^loffed 1556; Stat^aud^alle 
}u jtdln 1569). 3. bie @))ätrenaiffance t)on 1600 blS 
1650, bie fid^ burd^ eine feine ©üeberung ber ©eftmfe im 
@inne ber italientfd^en Slenaiffance unb liBereic^erung unb 
Verfeinerung bed ganjen ornamentalen ©d^mudhverld (SEBie« 
beraufna^me bed antilen ältant^uiSblatteS) c^arafteriflert 3tn 
ÜDetail finbet fid^ eine Vorliebe für burc^brod^ene Sluffä^e, 
in »eld^e gcfd^tüeifte 3i^^^c^i^^^'^ (fiartufc^cn), Süflen, Urnen 
unb bgl. eingefügt werben, unb in ber Snnenbeloration bt» 
»gnen mir einer Einteilung ber S93änbe burd^ ein fe^r reici^ 
iiSgebilbeted Sta^mentterf, bei tteld^em bie Dielen Stammen* 



%it bnitfi^e Stenoiffanc«. 171 

tMttcStJfimgen oQ befonbeie (Sigentümlif^Ieit eifdEitmen (Stie- 
btii^Sbou ht$ $etbe(bnsec @<^IofTeS (tHs. 155) 1601 bis 
1606 Don S^mS ©c^oi^, ®(^lo| ju Vf^afTenbutg 1605 tioti 
®. Miebinger, ^eHei^uS ju Sifiniiecg 1605, lÄüt^au« ju 
%ua$buT0 ooti (SliaS ^oU 1615—1620). "Siti beutf^en 




l. U5. gdcbdifitaii 



n (clbElbEcgtt €41d| (bcutf^t SvdtrenainoiKe). 



@tiaitenatffance ifi eine nur turje Skuer beft^tebeit; be^ 
ungCadfelifle SOjä^rige Ärieg (1618—1648) führte ju ein. 
usaigen 91tebetlage bei gefamten beutfc^en flunfl, unb na 
ffleenbigung beäfelben pnbet ber üppige ÜülieniMe Sorodp 
oui^ Eiter feinen Eingang. 



173 3!« aintttiffoncfSHt. 

Sie !Rcna!ff«ace i» btn ibtigen Sfinhct» ge^t S^nr«^ tuie 
bte beutfi^e au8 einet SUetfc^ine^uiig ber antilen 0onneii mit 
ticnen ber ®otit ^emor, in totXiftx aDmS^Ii^ bie etfieien baä 
Uefeerflemii^t erhalten unb fli^ ft^IlegEic^ ju einem beflimmten 
beut l£^aiaTtec beä SanbeS entfpte({)enben t!fottncnfret8 um' 
bitben. 3" %lelgten, ben Stiebetlatiben unb 2)3nes 
macl tragt bie SteuatUance biefelben ©lunbjüge tnie in 
Sleutft^Ianb. 3n granlreii^ entroirfetn fit^ bie eingelnen 
'Stobien bei SIenaiffance fa^ glet^jetttg mit benen in 3)eutf(^> 
{anb. 'Die t!h:U|)ienaitfance i|l ber beutfi^ S^nli<^ unb 
unterft^ibet jlt^ bon berfetlien im tt)efentli(^en mir bmi^ 
ben Don ünfong an jtavteten @influ| bet iintife unb bte 
feinere mib jieili^eie lön|l(etif^e ^luSgeflattung. 3)ie fTon> 
äBpfi^e ^ot^renaiiTance geiuinnt mit bem tliiSgai^ beS 16. 
^d^c^unbettS jeueu ucine^men $alaft{til mit bem buii^ 
0lUgeIbauten unb 9tifalite belebten ©lunbrig, bem regel> 
mSSigen Si^fenf^pem, ben feinfühlig genlieberten @e{1mfen, 
getuppelten ^ilaflem, bem über bie ganje Saffabe auSge* 
breiteten teilten filailifi^en ©li^mudroert, ben fteilen Snanfarben' 
b9(^eni mit ben jierlii^en Sucarnen unb ben ju ^aCiflonS um' 
genmnbelten Stürmen, — Von bem ber Souore gu ^ax'iS ein 
Süf^iiel jiebt, unb toeli^et Dotbitblic^ Murbe für ben gefantteii 
©dllugfiau bet gorgeieit (Sig. 156). 3n <Sifan\tn 0er' 
6inbcu )1^ bie ontifen (Elemente ni^t nur mit gotif^n 
fonbcrii au{^ mit mauttfc^en Sl^otitien bei auEtetotbentii^ 
grajLö|er 3)elailbe^anbtung unb tuunberbai rei<^ Sln^fiattung, 
fo bnß namentlich bie SfiSerfe ber flianiff^en grü^renniffonce 
eine geiabiju bejlei^enbe Slegan) erteidien. 3n (Snglanb, 
1)1) bie antiten äRotioe ei-fl um 1540 einbringen, fO^rt boS 
irtnädige ^ftEnitten an ben mittetalterli(^en Xtabitionen ju 
nein inetfiDütbigen @emtf^ gotifi^r ui^ antiler SBaugliebet 



3> e nenaiflance ttt bnt HÜrlgnt SSnbent 173 

(man finbet bott j iB ©^i^bogenfenfter nic^t feiten t>on 
$itaflern ffanfert) in bem fog etifafiet^enfl t {1540 




Bflittnnliiii u l 

i\S 1600) m rotltiitm b e &ott notf) bas U Be j d d)l be« 
§ait bi8 mt SBegnn beS 17 "ila^rSunberta be egenlÜi^en 
SRenmfidncefDtn en aaij bort jum 3)uc(^6tuc^ gelangen. 



( 

C 



174 ®er fümax^anct^^tit 

^ie ^leinfünfte entfalten fic^ im gefegneten 3^ttalter bet 
^{enaiffance ju einer ViB ba^in ungeahnten munberbaren 
Slüte, in toclc^er bie erflaunlid^e Seiftung§fä^ig!eit ber 3^^* 
}um ^UiSbrudf fommt. 3)ie bebeutenbften fiünfiler, bor allen 
i&olbeitt unb S)ürer, ficHen i^re Äräftc aud^ in ben 3)ienji 
ber ^(einlunfi, moburd^ biefelbe geläuterte (formen geminnt 
unb an benfetben fe{)^ä(t ; ba^ ^anbiuert toirb fo jum 
^unft^anbmerf, beffen (Srjeugntffe ftd^ ^öd^fier 99eac^tung 
erfreuen. !2)em ^unfl^anbtuerl iDerben junäc^fi bie befora« 
ttDen Slufgaben ber Slrd^iteftur gugeiDiefen. 2)alfelbe fpejialiftert 
flc^ aber^ bani beut eminenten ^uffd^mung ber jei^nenben 
Künfie burc^ bie Srfmbung beS ^oljfc^nitti^, ^upferfiid^S 
unb ber Slabierung berart, ha^ feine 9lrbciten in ben 6injel* 
lünflen (@rggu|, ©olbfc^miebefunfi^ (Smaidierung^ jleramif, 
®(afer!un^ ^poljfd^nifterei, ©d^miebefunft, S^ejtilted^nil unb 
bgl. m.) oft ai§ felbftänbige fiunftn^erle erfc^einen, bie auc^ 
fliliftifd^ unfer l^öd^fte« gntercffe tierbienen, bo on i^nen bie 
formen ber Saufunft unb Drnamentt! toieber gur ®rfcl)ei« 
nung fommen unb jmar in Verfeinerter unb bem ÜRaterial 
angesagter meifi fe^r glüdnid^er Umarbeitung. 

^ie 83i(btterei unb ä^alerei, bie ftd^ bi^^er unmittelbar 
auiS ber Slrc^iteftur enttuicfelt ^aben^ löfen fld^ mit bem (Eintritt 
ber ^enaiffance Don ber 93au!unft loiS unb ge^en i^re eigenen 
SBege. ^oB mit großer ©rünblid^feit unb S^iefe eingeleitete 
9?aturftubium terbinbet fld^ mit htm Streben nac^ formaler, 
auf bie (Sefcjjc ber Slnttfe gegrünbeter ©urc^bilbung, unb fo 
ftnben loir ^unäc^ft in ber 93ilbnerei ebenfo tt)o§I rein 
menfc^Iid^e mie m)}t^ologifd^e @toffe in einer eng an bie 
antile 93e^anblungdn)eife ftd^ anf^Uegenben ÜDarfieüung, in 
meld^er frifd^e^ I5rperlici)ed Seben unb fd^arfe S^aratteriflif 
^ einer ^o^en ^ormDoHenbung jum Sudbrud gebrad^t 



'Si'xt »ilbnetef wib 9Koteret. 175 

itinbot. 2)ie (Srteit^unfl einer mafllicf)(i DoOfornmenen Haf' 
fiftlfen ©[^ön|)eit ifl hat 5Keip«ni bet ifolienif^n gienaiffance 
ba3 ^S^fte Sbeot, unb jle (Inb bem[eI6em Qm^ fefir no^e 
gelotnraen (Iionatetio, S5«tcc(^io, ÜHi(f|eIüngeIo, ©anfoBino). 

^te norbift^ Sunfl 
(anit fli^ freilid) in 39egug 
auf formale SerboHtomnn 
nung ber iBilbwerte mit 
benen beB ®ttben3 nit^l 
meffen; ^ier fe^It ber be» 
ftu^tenbeSinftugbecflrogen 
jtunftcentren nie ;t. ^B. 
gtotenä unb SRom ; eä fe^tt 
aber a»^ boS boijüglii^e 
anaterial be3®Uben8 0SJtaf 
mot) unb bie burii^ äti« 
frfjauung ber ontifen ®or> 
bilber gewonnene ©c^ulung, 
bic für bie tla(ienifd|e ^unf) 
Doit fo ^o^ei lE9ebeutung 
mürbe. ®tei(^n]O^I nuiben 
oan ben nocbtfi^en SOieipeni 
Setfe fltft^affen, bie (ic^ 
bitri^ lebenäUnUe SluffafTung ^. ^^^ 

unb »etfe naturalijtifc^e 5jiid,..[iflui .'om a^uanaus i,, ®r.,. 
3>arj}eIIung fe^r Dortei(^aft 

auÄjeic^iien, wobei aKetbingS bie miitctallerlit^c lleberliffcviing 
in bet f^rfen C^atüfterseit^nung unb bem fniHerigen ijalten= 
Wurf 1101^ lange 3ett nac^ltingcn. (liculff^e üKcifter: Slbap 
Ätaft, lilman 9tiemenfd|neibei:, iSeit £to&, ^da n\ä^t 
in Sh»nftei(^ Sfean ©ouion, SBilb^auer beä i'ouDvebaue 




176 ^cr SlctiatffancC'Sttl. 

3m 16. !3a§r§ttnbert tritt ber italtemrd^e @inf(u§ fiärtet 
^etDor; {ebod^ iDtrb bte äßürbe unb 9lu^e ber italtentfc^en 
jtuttfi nid^t erreid^t; unb übertriebene, oft t^eatralifd^ Sthpex* 
l^altung unb Sugerft manierierte Se^anblung ber ©etoSnber 
ftnb befonbere Jlennjetd^en ber norbifd^en, namentltd^ ber 
beutfd^en liBilb^auerlunfi (t^tg. 157). 

3)ie äßalerei jie^t aud bem auf reid^e Sudßattung 
gerichteten 3^9^ ^^^ S^it ben größten ©eiDinn. 3)ie umfang« 
reid^en KuftrSge in ber ÜDeloration^malerei, bie @rfinbung 
einer neuen, bebeutenb DoIItommeneren 2:ed^nil burd^ bie Del* 
maierei unb bie burd^ bie neuen grap^ifd^en SleprobutioniSmtttel 
Icbl^aft geförberte Verallgemeinerung ber jhtnfl begünfiigen bie 
@ntn)idfelung Don ÜRalerfc^uIen, toeld^e bie Don ben ton« 
angebenben ÜReiflem eingehaltenen jtunfhic^tungen pflegen 
unb toeiter aulgeflalten. 3n ber fjrä^renaiffance er^It ber 
ibeale 3n^alt ber d^rif)Iici)en S^rabitton burc^ bie ipinneigung 
jur Snttle unb Statur eine n)efentnd^ (äutembe Ummanblung. 
3m 16. 3<^^i^§unbert loenbet ftd^ bie ^Raltxti ben Silbern 
be^ loirllic^en bebend 2^^, bie in Ieuci)tenber f^arbenprac^t 
unb plafttfd^er f^ormenfd^ön^eit gur 3)arfieQung gelangen. 
©ie bebeutenbjlen ÄünjHer Stauen« flnb: ®er gelehrte unb 
t)ielfeittge Sionarbo ba Sinei, ber lü^ne, ibeenreic^e unb 
formgemanbte 3)?i(^eIangelo, ber unDergleic^lid^ geniale 3{afae( 
©anti, femer Zijiano Secetli unb ©orreggio. 3m Slorben 
ftnb el Dor aDem bie beutfd^en 9ßeißer Slbrec^t 2)ürer unb 
^anS ^olbein b. 3v bie augerorbentlid^ großen 9nteil an 
ber @nttt)idte(ung ber Äunfl genommen, unb bereu SBerfe, 
hervorgegangen au« einem fiauneniSioerten $§antafieretd^tum, 
feften fünftlerifd^en ©runbfä^en unb DoIIenbeter aiec^nif, 
JKarffleine bitben für bie gefamte norbifd^e SBaterei. 



»er ©orodfftiL 177 

3n berfe(6en QAt, in toeld^er in ben mittleren Sänbern 
Suropod bie Steformation bie ©emüter aufd tieffie erfd^ftttert 
unb bie ^eftigßen SleligiomBMmpfe entfad^t, in beren befolge 
her SSSo^anb be^ Soltel gän^Iic^ jerrüttet unb jjebe lünfl« 
lerifd^e j£§ätigfeit lahmgelegt totrb, erreid^t boiS lird^Iid^e Seben 
in Stallen unter ber gü^rung ber ^©efeUfc^aft ^efu" eine 
ungen)d^Hlt^e ©lanjperiobe, bie ftd^ in einem eminenten 
Sluffd^tDung ber jtirc^enbaulunfl ju erfennen gtebt unb für 
bie f^ortentmidelung ber gefamten ^unfi Don größer Se« 
beutung toirb. äBir §aben fd^on früher barauf ^ingemiefen^ 
ba| bie in Ilare unb fefie Siegeln gefaxte 9(rc^ite(tur ber 
9lenaiffance, bie aud^ minber f)^antajlereic^en ^nfilern ge- 
fiattete, mit großen ÜReifiem gu Wetteifern, ju einer freien 
unb unabhängigen t^ortbtlbung brängte, unb bag eiS fc^on in 
berSRitte bed 16. 3a^r^unbertd Don ben bebeutenbfienäßeifiem, 
unter t^nen nic^t }um geringften Xeile Don bem genialen 
SDtid^elongelo, ald ein beengenber Qtoan^ empfunben murbe^ 
ftc^ audfd^Iiellid^ in ben auiSgefa^renen alten @^e(eifen beiS 
fhengen @tiU }tt bewegen. 3^nen lamen bie auf äBirlung 
mächtiger Sinbrüdfe bered^neten f^orbemugen beiS fird^ic^en 
fiultuS fe^r entgegen, unb fo entwidtelten fie junäd^fl in ber 
fiirc^enarc^iteltur jene jtunflformen, weld^e a(S unau^b(ei6Iid^e 
lünfHerifc^e fjfolgerung mit 9?otmenbigIeit auiS ber (Spätre^ 
naiffance l^erDorge^en mußten, ben S3arod(fliI. 

5)er Slame ^Sarodtjlir', in ber SRegel jurüdtgefü^rt auf 
ben portugiefifc^en ^vShxnd barroco für fc^iefrunbe, ungletd^ 
unb feltfam geformte perlen, enthält infofern eine Äritif 
ber fraglid^en jtunßform, aü man mit „barodC' in ber 
Siegel eine il^^bertreibung ber (Formgebung unb Ueberlabung 
^avtmann, CtHliinbe. 19 



178 3)er ©otodflü. 

mit tDunberlid^em ©d^mudmerf 6t^ jum Serirrten tmb Set« 
tocrflid^en bcjcic^nct, ein SRcbcnbegriff^ ber jebod^ in unfercn Sagen 
ebenfo menig nte^r ernft ju nehmen i% ttieber beiS 9S$orteiS „go« 
tifc^" in feiner urfprünglid^en Slntoenbung auf bie fpätntittel« 
alterlid^e Jtunfi. 2)enn ber SSarodflil f}at, n)te jebe anbere 
jtunftmeife, feine innere ©efd^ic^te; in ber (Sinjelform tt)ie 
bem ©efanttbilbe äußert ftd^ eine intenrtt)e SebeniStraft, bie 

in tnnigßem 3uf^>>t^^n^<^n9 f^^¥ ^^^ ^^^ aDgemeinen ^U 
turleben unb ben l^errfd^enben ©eifteSflrömungen ber ^xt 
3)arauiS ertlört fid^ aud^ bie flürmifd^e Segeiflemng, mit bev 
feine t^ormen überall aufgenommen tourben unb bie unge« 
mein fd^neUe Verbreitung, toelc^e berfelbe fafi in allen 
Säubern gefunben ^at. 

3)er Sarod({)il ge^t ebenfaDiS, tote bie StenaifTance, t)on 
dfialien anB; in ber erften $älfte ber Don i^m be^errfd^ten 
Spotte fielet ber ^ird^enbau im Sorbergrunb. @d^on in 
bem Don SKabema auSgefül^rten ?ong^au5 ber ®t. ^ßeterS« 
fird^e in 3lom (eingeweiht 1626) offenbart ftd^ ein auffallen» 
bed Sbioetd^en t)on ber biiS^erigen So^tnfi^bung; bie ^e» 
fuitentird^e ju 9lom loirb aber gum eigenttid^en SorbUb ber 
ja^Ireic^en grogartigen 3efuitenfird^en, bie mit i^rer 
mäd^tigen Kuppel unb ben n)unberlid^en an ortentaltf^e 
$rac^t erinnemben SEurml^auben l^eute nod^ baiS 2Ba§r}et(^en 
mand^er ©täbte bilben (gig. 158). ÜDie ä n la g c berfelben jcigt 
meiflend bie gried^ifd^e^-eujform mit einem Verlängerten i^au))t« 
\ij\^, toeld^eö beiberfeit« tiefe Kapellen erl;ält. 3n bem ge« 
flrengen @mfi ber @efamtarc^iteftur äußert ftd^ ein ftaxUS 
Slad^fKngen ber römifd^en ipod^renaiffance. ®töge ber ®r» 
fd^einung, monumentale SBud^t unb überrafd^eube SBirlung 
bilben bie $au))tgefld^tdpunfte ber 8(rc^iteUen, ba^er baiS 8e« 
(heben« alle Sinjelformen nur nac^ i^rer beforatiben Orauc^« 



Sit Stallen. 179 

iaifeit ju temenben unb boS ®anje ju ^6^|tfr . waterit diei: 

fflitlutig gu feigem. 'S>\t 7$a|fabenbiUuiigen laffen 

junflt^fl eine flong bebeutenbe fflerpötlungbcr ®efimfe 

in $i)i|e unb %ii3labung er!ennen. ^feilerarttge 37IauerOor' 

fprünge mit mSt^ligcn, oft geluppetten ^ilaftern, be. 

leben bie äRauetfiac^en, nomenttic^ bie @<fen ^att betonenb, 

unb bemitten reictje SJertüBfjfuniten in ben ©eftmfen. 

3n ber Siegel finb bie 

rSmifi^en Orbnungen in 

bet be(annten3IuFeinanber> 

folge eerwenbet (f.©. 58); 

jtatt bei: tonnt^if(^en $t> 

lajUr finben f!^ oft 

^ e t m e n ober ou^ 

^rimenattig na<^ 

unten Derjüngte 

?feitec (Sfig 161) mit 

)3^antapeDoII auSgefi^mUct' 

Im Ioi:int^ifc^enSa))itSlen 

3In ben tontfc^en ^ikflein 

fatlen un9 bie ntebngen, 

llart gepreßten fiapitttle 

oufmttbcnfdjnieten^erab 

^ängenben Saluten, be< S'e- 1^- eiift'^im'nit4c aBücitung. 

nen üpfi^t Über buS ^LSbanb ^nintet^ängenbe SSlumen ent' 

quellen (tgl. gig. 165). S(n ben ^en^eiumia^ntungen 

treten bie gef(^n)eiften Profile Rätter ^etDoi; haä 3Bo^tge> 

fallen an bemegten unb gebrodjcnen 8inien fü^irt ju ben 

Serhöpfungen bei Su|eren Dla^menglieber, »oburc^ bte ffenfter 

flatt auSgefitägte fog. O^ien ei^alten. %u(^ bie ^rc^itiaOi 

li^en tieten aufi i^ret %ii}t unb meieren ben Kunbungen 




180 ®er ©arodjltl. 

ber iRifd^en mtb Y^ettflerdffnungen aud. Salb iDtrb baS 
ganje ©eflntd in bkfe ©d^metfung mit inbegriffen^ fo bag 
fd^Iiepd^ bie gonjert Saumaffen in malerifc^ Setoegung 
erfd^cinen. An be« ^qxtaltn (fjig. 159) »erben bie 
@äulen unb Pfeiler gerne fd^räg nac^ äugen DorgefieÜt unb 
mit entfpred^enbem ©eftmi^auffal} berfe^en^ an bem bie 
Serbac^ungen meißend in ber 3Ritte burd^brod^en werben 
für bie ^ufna^me Don $ei(igenflatuen. Steic^er 
bilbnerifd^er ©d^mudf an ffiguren mit flatternben ®e« 
to2lnbem (t^ig. 167), pawSbad(tgen (Sngeln auf äßolfengebitben, 
©onnenglorien mit bem SRonogramm S^rifli unb bgL, finbet 
ftd^ in ben Stiften, auf ben Krönungen, ©eftntSDer« 
Iröpfungen unb bg(. in auiSgiebigfier Sertoenbung unb er^o^t 
baiS monumentale 8(eugere gu majeftätif d^er (Sefamterfd^einung. 
2)iefelbe mirb aber nod^ toeit übertroffen burd^ bie 
glängenbe Xudfiattung bed l^nnenraumd. ^ier 
feiert ber monumentale 2)e!orationiSfiiI bie l^öd^fien Xriumpl^. 
Suf ben mSd^tigen in ben @dm toieberl^olt t)erbd))ften, bon 
reid^ auiSgebilbeten ionifd^en, forintl^ifc^n ober lompofiten 
Kapitalen gehonten $ilaf!em ber SnnentoSnbe ru^t ein 
mud^tigeiS, fiarf aui^tabenbeiS JhanjgeflmiS; unb barüber f))annt 
ftc^ bie S^ede, meifi ein Xonnätgemötbe, in toeld^em oft bie 
$ila{ier~ in f)fetlerartigen @kto5I6et)erfiSrIungen fortgefe^l 
fd^inen (t)gL ^ig- 1^5). lieber ber 2)urd^fd^neibung htß ^anpU 
f d^iff ei8 mit bem Duerf d^tff ergebt ftd^ auf bem burd^ ^enbentif d*) 
Dermittelten a\ß Qaffn^djxAitfjit^ix^ xüij auiSgebilbeten SiuppzU 
Iran) bie m&d^tige SfySptl, bereu brintante %udfiattung ben 
2Rtttel))unft ber Snnenbeloration barfieHt. SJallonartig in 
lebhaften @d§n)ingungen Dortretenbe @m))oren mit baud^igen 
Srüftungen, ))^antaftifd^ aufgebaute Altäre mit elegant ge« 

*) ^enbentifHty^dtifdK «etoaCbeatoWel (f. 6. -78). 




'ßaTtiC'k.-'Fbrtal 



3n gtolien. 181 

fc^tDungenen ©eflmfen burc^brec^en audf !m Sttnern bie 
ard^iteftomfc^en Suiten mit lä^nen Aurt^en unb malerifd^er 
SRaffenbetoegung. jtartufc^en (bauchige, t)on fc^ioülfligen 
Soluten umrahmte gtetfc^ilber), ttulflartige 99Iatt« unb ^ru^t« 
fceinje, aRufd^In unb Sfant^udbl&tter in üppig t)oaer äßo:* 
beUierung bitben ba8 ornamentale ©d^mudioerr. S)aiS 
ganje innere mit ben brillant aufgeführten t^ed!omalereien, 
ben t)on leud^tenben SBotlengebilben umfd^mebten fira^lenben 
@onnenglonen über ben SItären unb ber blenbenben f^arben« 
toirfung, bie burd^ Sermenbung t)on echtem oerfd^iebenfarbigem 
SRarmor unb ®tud mit oergolbeten Ornamenten erhielt 
mirb, erfc^eint uniS in einer ungemein grogartigen, feierlid^en 
^rad^t. S)iefe jlird^en repräfentieren uniS einen mal er ifd^en 
Src^itefturfiil, in roetd^em bie Sauglieber ber ^oc^re« 
naiffance felbft atö S)eforationiSmotit)e erfd^einen in freier, 
t>on ben ©efe^en ber Slten unabhängiger Umarbeitung. 
2)erfelbe d^arafteriflert bie erße ^riobe bed Sarodfjlild, baiS 
fog. frü^e ober bombaßifd^e SarodC, ben^efuiten» 
flil. @r be^errfd^t in Italien bie 3^tt oon runb 1600 bis 
1660 unb finbet bort feine auiSgejeid^netflen Vertreter in 
bem fd^on genannten a^aberna (1556—1639), 99ernini 
(1589—1680), too^l ber gefc^äfetefte «ünfWer feiner 3cit, 
nod^ me^r 9i(bl^auer, atö Slrc^ttelt unb Sorromini 
(1599—1667), ber üon bem bisherigen ^ormengefe^ am 
toeitefien abmeiert, aÜeS ®erablinige in ®runb« unb Siufrig 
fotoie 3)etail nad^ 3Rdg(i(^feit umgebt unb in feinen fpäteren ' 
2Ber!en fd^on bie entmidfeltfle ®tufe beiS ausgereiften ita« V 
IienifdE)en 99arod(f}itö reprSfentiert. 

Sn ber jmeiten ^Stfte beS 17. Sa^r^unbertd üerlegt {1(6 
mit htm ©d^mergetoi^t ber politifd^en ®efd^id^te ani) b 
ber Jtunftgefc^td^te nad^ ben norblid^en SSnbern.. ^rat^In 



182 f)cr S5aro(f|KI. 

toirb jum SRittelpunft her Aunfl))f{ege unb erlebt hn S^U 
alter gubtoig« XIV. (1643—1715) eine ungetoö^nli(^e 
©lanjperiobe. S)a Stu^meiSfe^nfut^t unb bte tbeole Ser^err« 
Hebung ber ))oItttf(^en Wtadjt bte ^au^ttrtebfeber bilben für 
bte eifrige ffSrberutig ber ^n% trägt btefetk itt ben nun 
folgenben (Spod^en, meldte bte f^angofen nttt ben 9?anien 
t^rer Röntge Louis quatorze, Louis quinze, Lonis seize 
besetd^nen unb bie in ÜDeutfd^lanb bte SSlamen 9caoi; Slo* 
fofo« unb 3opffit( erl^alten fyiben, einen rein l^5f{fd^n (S^a:> 
rafter. ÜDurd^ bie l 3. 1660 erfolgte ®rünbung ber großen 
©taatiSmertftätten, in tütlijtn bie SRöbel, 2:et)pic^e unb 
Stonjen für ben $of l^ergefieDt mxhen, unb }u beren Set« 
tung bie bebeutenbflen £ünfl(er ber Stxi (ber erf^ toar (S^arled 
Sebrun) berufen werben, tvirb aud^ bie ganje A(einlun{l t)on 
l^öfifd^em ©nflug burd^brungen. ÜDie Sottdtunfl aber, bte 
] int 3^ita(ter ber Sienaiffance fo l^errKd^e 991üten trieb, gel^t 
; in ber auf bie grogen Kriege gefo(gten aügenteinen Qevt&U 
' tung einem t)ölligen SerfaQ entgegen. 

Submig XIV. beginnt, im ©egenfa^ gu feinem Sor« 
ganger Subuiig Xm., unter nield^em boiS üppige itatienifd^e 
99arod( gepflegt toirb; mit einem flrengen römif^en Jt(af{t}i8* 
mud, ber ^d^ aber t>on ber Slntüe burd^ bod Sotbrftngen beS 
gefamten bcIoratit)en ®d[)mudf»erfö untcrfd^eibet unb t>or 
aQem burd^ bie breiten, reid^t)er2ierten Sial^men, bie in baiS 
gefamte @erüft ber ^nnenbeforation eingefügt tterben unb 
ald bebeutfame Steuerungen erfd^einen. 3n ber Spfttgeit 
8ubtt)ig3 XIV. tritt tu ^txa fortgefcfcten ©treben nad^ m5g- 
lid^fi mirfungSüoIIer Steigerung beforatiDer ^rad^t eine bem 
fpejtftfc^ franjöflfd^en jhtnflgefü^l entfprec^enbe f^ortbtlbung 
ber 3nnenbeIoration l^auptf&d^Iic^ nad^ ornamentaler ©eite 
Tt)or bei jlett^jeitiger Verfeinerung ber firuftiüen ©Heber, 



3)cr StOnfllei, tveld^ 
bte @ranbtq))(n fttr 
hffen (titatctelten 
©til 2ubwig8 XIV 
gef^offen M, ifi 
Sesn 16 eram 
(1G38— 1711) an 
©teile be8 fd)Hiiitfii 
genSi^mutfiuerteber 
italiemfi^en @f>Iitre 
naiffancefe^terjeneä 
battbarttge Slat^« 
otnamenl mil bett 
gragiöf«!! linearen 
Secfd^ßngungen, Don 
meieren mit m t$ig 
160 ein Seifpiet 
geben, uiib»)el(^e£bie 
anSgeteifte @tufe beS 
ftattjBjlf^it ißaxtiä 
ßi(9 ^uiarteiiliert 
'£te $otliebe für btc 
Jlurben bitbet fattan 
ben ©ninbgebanlen 
ftlr bie Snnenbelo' 
tdtion ber md^ttg 
jurftiflDirlt auf baS 
®tiKt bn Vi^iteN 
tnr fflil^neSmienjfige 
fifacffnutsen balb 
Dui^ bii8 teTtimif(^ 




PfeilercleT?oml1gi? 
AUS der TPaUIhVrlsH'ftljs juTMiaB 



184 ®er ^axoä\til 

®efe|f, unb in ber STrt unb 99Seife, in loetd^er {Id^ bod 
tlafflfd^e @benma| benfelben unterorbnet, ertennen toir bie 
einjelnen ©ntmidelungiSflabien he^ SarodfliliS. ÜDod f))äte 
9lo(oto jeigt bad gefleigertße ^ortiffimo in feinen äugetften 
jtonfequenjen. 

fß\S jum auiSgang bed 17. IJa^r^unbertiS ^atte ftc^ hai 
99arocco ^auptfäd^Iic^ in ber Aitd^enbautnnf} enttoidett; nun 
aber tritt ber %xsilsüüiün in ben Sorbergrunb. Sßeltlid^e 
unb geifHid^e f^ürften tvetteifern in ber Sudfül^mng riefiger 
^aläfle, in metd^en hcS ü))))ige unb t)erf(i^»enberifd^e lieben 
ber l^5d^{len @tänbe einen unt)erg(eid^ti(^ großartigen Sud« 
brudC erleidet. ÜDaiS ®d^(o| ju ^^.tfaLn^^ (erbaut t)on 
ben Slrd^itelten itoan, iparbouin SRanfarb unb Stöbert be Sötte) 
be^^eid^net ben Sudgangdpunft für ben gefamten @d^logbau bei8 
18. Sa^r^unbertS unb gilt fortan aU ba§ ^beal eines ma^rl^aft 
fürftlid^en 'ißalafleiS. S)er ©runbplan jeigt fafü immer 
eine in riefige !?änge auSgeffaredCte ober in ^ufeifenform an* 
gelegte fjlud^t oon ®ä(en^ bie fid^ an einen bominierenben 
äRittelfaal, »e(d^er atö folc^er and^ in bev Sugenard^iteftur 
l^ert)orgel^oben if!, anreil^en, unb unter benen ber $arabe< 
unb Subienjfaat, baiS ©d^Iafjimmer mit bem prunlDoHen 
^arabebett, ber S^ronfaal unb baiS ©piegeljimmer unb 
meifienS anij ein (anggeffeedEter ®a(eriefaa( bie beoorjugtefien 
Stöume bilben. !£)ie ©ruppierung ber Saumaffen jeigt eine 
monumentale Sluffaffung unb »eitge^enbfle SlttdEfid^tna^me 
auf (ebenbige materifd^e SBtrlung unb eine möglid^fl groß« 
artige ^erfpettiüe (t)ergl. fjig. 170), bie mit $ilfe fünfilid^er 
Staturumgebung burd^ Sln(age oon ^rac^tgärten grogartigfien 
©titö mit§errIid^enS)urd^blidfen auf 2:empel, Stuinen, AaiSfaben, 
SontSnen, ©rotten unb Silbmer! aller %vt aufd l^dd^fie ge« 
****aert wirb. (SSerfaiHeS^ ©d^ioe^ingen, 5R^m))§cnburg, Seit*» 



1}M)\)äm, ©otiSfouci u. 
b. Q.). tSt tten ®tunti> 
riffen ntad^t jl^ f^on 
ein (SinbiinBen bet Stat' 
uen an ben ge|^neiften 
XrepVtn ovaltti ©abn 
abgerunbcten IScten unb 
bgl bemerbac 3)ie 
t!raffabtitbi(bungen 
RKtfen bun^toeg em 3» 
fammeniofen fiugeret 
$ra<^t auf bte $aii))t 
tiimite auf 91ur ber 
aßittel&au uttb bie <Sd 
tifalite jeigen allen 
SRcK^tum barMtet ^e 
tat[8 bofi abiige ifl 
abec tnetfl f«^t einfach 
bejubelt 3m äuge 
meinen iveK^en bie maf 
flqen @liebeiungen unb 
ftoxUn 3[uSlabiragen bet 
@eftmfe beS itnlienift^n 
iSarocco einei femeten 
unb ß ajidferen *Ptcfi 
tiening Statt ber 3hi 
flica finben fi(^ nn @ib 
gef^og but^laufenbe 
ticfetngef^nittene $oii 
jontalfugen Uetc^e la 
bial ra bif Setifl« unb 




MiMris-\W 

Bu 16t 



186 5)er »orotfjHI. 

SPtfiogen eingreifen. 3m {leiten ©todtoerf, in loeld^ent 
ftd^ bie ^Sume für bte eigenttid^e ^of^odung 6e* 
ftnben, erholten ber Wlxüeiban nteifl unfannetierte tontfd^e 
(Säulen mit ben d^aralteriflifd^en l^erab^ängenben Soluten, 
bte 9lifalite $ttaflerflellungen , toS^renb bie 3^<f<^^^^ 
fläd^en fafi immer glatt flnb. Sn ben f^enflem loerben bie 
fc^roülftigen iRal^menprofile mit ben Ol^renbilbungen, bie ge« 
meOten Briefe unb in fül^nen Aurt)en {Id^ bäumenben, ge« 
fd^meiften, t)erTr5))ften unb burd^brod^enen Serbad^nngen ^nr 
Siegel (%\q. 161). Ucber .bem ÄranjgeftmS, meijienS boS 
römifd^e fionfotengeftmd mit 3(t^nfd^nitt, ISuft eine 9a* 
luffarabenbrüf^ungdgalerie ^in, mit ^oflamenten, bie t>on 
©tatuen, j£ro))l^öen unb Safen gefrönt fmb. Slld (Sinbedfung 
gelangt bad gebrod^ene fog. 3Ranfarbenbad^ (fo benannt nac^ 
bem ftanjöftfd^en Srd^iteften f^rauQoid SRanfarb) faft atlge« 
mein jur Slnttjenbung (gig. 170), 

!£)ad banibarfle Selb finbet ber 93arod(f)tl in berSefo« 
ration ber Snnenrftume. @d^on beim Eintritt burd^ 
haß ^avcptpottal em))fängt uniS eine fefttid^e $rad^t; benn 
bie Torräume f^atk man glängenb auSgeflattet, um bie ©Sfte 
bei ben ^offefHIid^feiten fc^on t)or Eintritt in bie eigentlid^en 
f$e{lfäle auf bie ju er»artenben @tnbrüde t)or3uberetten. 
Unb fo entfielen in biefen ©d^löffcm beS vorigen 3a^rs 
^unbertiS Treppenläufer, »ie fte grogartiger bie SBelt 
nie gefe^en. Ungemö^nlid^ breite äRarmorflufen mit reid^« 
Derjierten äßarmorbrüßungen, bereu ^oflamente auiSgefud^ten 
bilbnerifd^en @d^mudt an (Statuen, 93afen, jtanbelaber für 
S3eleud^tung§Iörper u. bgL tragen, führen in boppelten 
SSufen hinauf in ben oberen XxeppznffavStioxplaii, beffen 
SSB&nbe im monumentalen ÜDelorationiSjül ungemB^nlid^ teic^ 
sit%-i^^gebilbet fmb, unb beffcn ÜDedte mit einem in über« 




Igtg. iflS. SKiuobctomtiDti ttpm €iEiIi>f!c p @i$lEi66<' 



188 5)cr «arodftil. 

rofd^ttber ^erfpeltbe vmb ben leud^tenbflen f^r(en auiS« 
gefüi^rten 9liefengemälbe gefd^müdt x% fo bag fle )t)te bur^« 
brot^en erfc^eint, tooburd^ ber (Stnbrud ber ©rogräumtgfeit 
mdj bebeutenb er^ö^t toirb. 

3)te Xreppe fü^tt in ber Siegel untnittetbar in ben 
^auptfaal. 3(ud^ ^ter ftnben mir (Sig. 162) burd^meg 
eine Dorioiegenb monumentale Suffaffung in ber 3)eforation 
burd^ 8[n»enbung t)on üorgefieOten @äulen ober t)on $ilaf)em 
im italienifc^en iBarodflil mit reic^ umrahmten unb burc^ 
©emälbe, (Smbleme unb ^urDenornamente aufgefüllten SBanb« 
felbem unb einem prächtig auiSgebilbeten ©eflmd^ über toeld^em 
eine groge Soute (Sdaudrunbung, jtel^le) ben Uebergang in 
bte mit farbenfrohen ®emälben gefd^müdte ÜDede bilbet 
Ueppig gefc^meOte ßartufd^en mit !ed gerollten Umriffen, 
bie fürf^lic^en 3ßapptn, fronen mit Stamen^gügen u. bgl. 
ent^altenb, füllen bie oberen Sden unb marfieren bie 3Rittel« 
Itnien, Don gerabeju raffiniert nu)bellierten plaflifd^en ÜDraperien 
bedangen unb anmutigen ®enien ober Smorettenfigürd^en 
umfc^mebt unb begleitet oon bem eleganten Sinienfpiel ber 
reijüollen fiuroenomamente^ bie fld^ in ber Soute l^in« 
fd^mingen. 8ld 9J{aterial ftnben mir äßarmor, ed^t unb 
imitiert, SSronje (befonberd an ben @äulenbafen) unb ec^te 
Sergolbung. f^r bie plaftifd^en fSknh^, Konten« unb "Jbcdtxt' 
üerjierungen mugte man aber ein abfolut gefügige^ SRaterial 
^aben, unb man fanb biefeiS in bem (Sind, ber benn aud^ 
in ber flotteften j£ed^nif jur Snnenbung gelangt unb in ben 
jarten, elfenbeinartigen f^rbtönen unb ber reid^en Sergolbung 
eine fürjilic^e "ißrac^t erjeugt. 

3n ben an ben ^auptfaal angereihten Heineren 
@ftlen unbSBo^njimmern meiert baiS prunl^afte $atl^od 
''tner toeitge^enb^n 9lüdrtd)tna^me auf SBo^nlic^Ieit unb l^e« 




lg ES Saat i> fo atüin m S^ o(f j 9Ba jtu g 



Sn Sianttri^. 189 

^Qgti(^(eit; ^ier fnibeit mit ben i86rain'f(^en ÄittDtnfiil in 
feiner öoDenbetflen ©t^ön^eit. Sin ©teDe ber att^ileftonifi^ 
©liebenmg tritt boä SRofimenTOetf. aSteilE, rrii^ mit 
Snont^ttSmcitioen mb ^Jeripaben Berjierte Sla^mtn umtleiben 
bie 3:^ürenj Senfler unb ®)>tegel unb teilen auc^ bie USanht 
pai^n jttifc^en ber ©rüfhingSlnmtri« unb bem ©eflmS m 
Selber (Jig 1S3), innerhalb beren ji^ nun eine Ooapanbiqe 




3IB 164. ttacDd 9)(4iiitnii nam n 

Siotimenbffotation auSbtIbet ^atallet gu ben $au;)tra^men 
[oufen jiinaii)|l innere 3ierle jten b e oon f(^malen ©tuet 
Imien begteitel meiben, uetc^e fic^ oben unb nnten ftt^n um 
bie Scfen ^erumf^imnaenb , n bem tuet oerfc^Iunflenen 
ÄutBengeroebe ber SüHungSornnment t oetfieren aSotb wirb 
auOf bte mnere Sierleifle »mt ber Seiwflung erfngt b 
SbigSro^men beifelben führen in geütoii^enen iMta obe 



190 ^cr fBarodfltl. 

Slunbungen in bte ©eitenra^men über unb I5fen fld^ f(^fie|« 
lid^ in ben äRitteUinten ganj auf/ in Soluten enbtgenb, bte 
gegen einanber fd^mingen, unb au§ benen fid^ bad Ornament 
entroidfelt/ nteiß in f^orm t)on ^almetten in mufd^elartiger 
Se^anblung unb SaubmotioeU/ um toetd^e ftc^ jterüd^e ^aupt« 
unb Ütebenttnien ^erumfd^mtngen (Sig. 164). 3^^^^^ ^^^^ 
anäf bte ändere 3la^me t)on ber SSemegung ergriffen, unb 
fo entf^el^t aÜmS^Iid^ jeneiS eigenartig belebte iRo^mengefled^t 
melc^eS aud^ im iRofoIo bie ©runbibee bilbet. ^cS, toaS 
ober bo^ SSarodE nod^ t)om 9%oIoIo unterfd^eibet, liegt in bem 
Sefi^alten ber ®efamtbii8pofttton an ben Strabitionen ber 
Sfenaiffance, ber awSgiebigen Sertoenbung ber Sltant^udformen 
in ben StaJ^mentterjierungen unb ber £)rnamentif, ber firengen 
©^mmetrie unb ^auptfädEjUd^ barin, bag bie äRufd^el nod^ a\& 
ein lofe in bie Ornamente eingef egteiS, i^rer natürltd^en 
Sorm entfpred^enbeS ÜRotit) erfd^eint. Hud^ bie ©efimfe 
bema^ren nodj, menn fie aud^ l^äufig in ber 93ermeibung ber 
ebenen f$(äd^en an ben ^ängeplatten unb f$riefen unb ben 
abtt)ed^felung$reidE)en Kombinationen ber $rofit!urt)en äugerfl 
frei be^anbelt finb, im großen ganzen ben (S^aralter ber 
9lenaiffance in einer bem @ti( angepaßten beforatit)en Um« 
arbeitung (Sig. 165). 

S)er ^ert)orragenbfte Stepräfentant be$ franjöfifc^en iBarodf« 
jUtld ift außer bem fd^on genannten ^ean SSerain stöbert 
be (Sötte (1656—1735), ber öom3a§re 1699 an aö 3«* 
tenbant.ber 93auten ben maßgebenbfien Sinfluß auf bie ge< 
famte S3aut^ätigleit erhielt. 

3n^eutf(!^(anb ^ätte ftd^ ebenfaOiS ein eigenartiger 93arod(« 

ftil auiS ber beutfd^en @))ätrenaiffance ^eraudgebilbet, tütnn 

ntd^t ber SOj&^rige j{rieg bie ruhige t^ortentmtdfelung üdQtg 

qebrod^en l^ätte. 9lad^ Seenbigung be^felben nimmt gtoar 



3n Stuttditanb. 191 

aut^ ^iec bie 39aut^tigleit einen uagetoB^nlic^ Suff^ung 
fomotil im jtin^em, wie int ^rofanbauj bet auSISnbifc^e, 
namentlich ftonjafifi^e ©influg, toirb ober, wie im ^öfifi^en 
fotren Überbau)», fo aiiif in bei fiunfl mnggebenb, unb fo 
finben Wir in ben bentfc^ Sfirt^en unb ©t^tüffern itnlienif^e 




(Jifl. 185. ffletlmtrf Dom Smlngtr in iBreaben. 



imb ftonäBfifi^e S^rmen nebeneinanber »emenbel in meifl 
teijDoHet ^binbung mit bem bei beutfc^en fiunft eii^er 
tttmlti^en 9!atuta(i3mu3. ^vüc^tig auägeflattete £ir(f)cii 
fein buc^gefü^iten ©tucccituien im Säietn'ft^ SuiDei 



192 3)er SSarodflil. 

ftnben ^xif in Dttobeuren, Sürflenfelb, iiBallbfim (f$tg. 160). 
fjfftr ben ^rofanbau merben bie ttnter bem Xitel „ber fih^l^ 
lic^ Saumetfier'' i. 3. 1711 t)on einem beutfd^en £ün{Uer, 
$au( ^eder, t)erdffentli(l^ten ^bealenttofttfe t)on be« 
fonberer )8ebeutnng. 

äBenn auc^ ba^ beutfd^e Sorodf in ben ^ftnben tteniger 
genialer SReifler fo mand^e bebenHid^e @ti(6(üte jeitigt/ fo 
erreid^t ed bod^ ba, loo ftc^ ein befonberd glänjenbed $of^ 
leben entfaltet, einen grogartigen SlndbmdC, namentlich in 
Wtündim, 3)reiSben unb Sertin. 3n SRünd^en ifl eiS Sofepl^ 
offner, ber in ber SfudfieOung bed.®d^(offeiS }tt @d^teig« 
^eim (erbaut 1684—1700) nnb gemeinfd^aftßd^ mit Su« 
t)illi6iS in ben teid^en 3iinmem ber Siefibenj }n äßünd^en 
unb bem @d^(o| jü iK^mf)l^enburg einen an^orbentlid^ gier« 
tid^en SarodCflil t)oII fprube(nber SebeniSfüQe nnb befte^enber 
(Slegan) entmidfelt. 3n 3)reiSben errid^tet unter Sugufi bem 
©tarlen ber geniale $d))))elmann in bem 3^i^S^ (^^ 
baut 1711—1722), einen in ü))))igfler ^runlfaalbetoration 
gehaltenen ^rad^tban, ein ^od^bebeutenbed ÜDenfmal eigenartigen 
beutfd^en Sarodfflitö (f^ig. 165 u. 166). Berlin er^ftlt burd^ 
® d^ l ü t e r 'iS geioaltige jtünfllematur ein eigentümlid^eiS ®e« 
f)räge; burd^ bad f$efl^a(ten an ßrengem JtlaffijidmuiS, an 
fraftt^oOer ©eßaltung unb mafftger ffaffabenglieberung faOen 
feine Sßerfe an^ bem allgemeinen 9lal^men ber 3^U- (3^^' 
i)a\a, jtgl. @c^Iog.) 

dfn ben übrigen Sanbern jeigt ber Sorodtfltl leine niefent« 
Itd^en Serfd^ieben^eiten an ber bereitiS befprod^enen f^orm^ 
gebung, ba ein übertoiegenber (Sinflu| ber franjöflfd^n ^unfl 
fafi überaQ jur ©ettung lommt. 

^ie SUbnerei tritt lieber in enge Sejie^ung gur Xrc^i* 
te!tttr nnb bemegt fid^ bnrd^meg in ben Don IBemini oor« 



%k a^afcrei 193 

gqeiJjnctcn Sonnen. Sin allen plafKfd^cn ©d^öpfungen, an 
Altären^ ©artenpgurcn, aWonumcntcn u. bgl. ip in @xnppxt^ 
rung unb 3)utd)bi(bung bciS @an}en unb aOer Steile bie 
molerifc^e Smpftnbung unb beforatioe SBtrIung maggebenb, 
ber ftd^ bie einjelnen f^iguren unterorbnen, bie, fletö in 
(eibenfd^aftlid^er ^enegung unb üppigfler Körperfülle gel^aUen, 
in ber Se^anblung ein feinet ®efü^( unb eine flauneniSiDerte 
©i(^er^cit ju erfennen geben (gig. 167). 3)er größte norbifd^e 
ÄilnjHer iji ber f dfton genannte SJerliner äBeifler ». © d^ I ü t e r, 
ber ftd^, mie in ber Slrd^iteltur, aud^ in ber 93t(bnerei burd^ bie 
tiefe ?luffaffung unb lebenSöotte, ibealfünplerifd^e ©arfieHung 
feiner giguren (bie ergreifenben SRo^fen jierbenber Ärieger 
am Qen^avi^ ju SerKn unb hoB 9%eitermqnument bed grogen 
^tfürflen bafelbfl) ein bleibenbed S)enfmal in ber Aunfl« 
gefc^id^te eriDorben l^at. 

^nii in ber 'SRaitxti treten in bem Streben nad^ effeft* 
Dotier S)arftenung unb prunf^after äBirfung bei flottefler 
Set^ni! bie ©runbjüge beS SarodtftiÖ ^ert)or. !Der ©d^wer« 
punft ber äBalerei liegt jeboc^ im 17. Sa^rl^unbert nid^t in 
3talien, fjranlreid^ ober 5)eutfd^lanb, jonbernin ben 9?ieber* 
lanben unb ©panien, loo bie ganje SebemSfüHe einer 
großen Kunf) jur Entfaltung gelangt. 9Bir nennen ^ier t)on 
ben jal^lreic^en nieberlänbifd^en äßeiflern nur ben genialen 
SRubenö, ber in ber Äompofttion feiner ©emälbe unübertroffen 
bafle^t, SRembranbt, ben berühmten SKalcr be« „^eübunfel", 
unb Dan S)t)df, ben geiftDoQen Silbnidmaler unb auSgejeid^» 
neten Kolorifi, Don ben ©paniern Selajquej unb SnuriQo. 
3n granheid^ gelangen in biefer ^eriobe 9?. "ißoufftn unb 
Elaubc Sorrdin ju bebeutenbem !ünjWerifd^:m SRul^m. ®i<^ 
beutfd^en SReifler bed 17. IJal^r^unbertS al^men burd^ioeg t 
TOeberlSnber unb Sranjofen nad^. 

^actmann, SttRunbe. t8 



194 S5cr Sßarorfftil. 

^ie 5Mettt!üttfte gelangen in ber ^errfc^aft beS 93aro(f< 
\6% namentltd^ in ber jtoelten ^eriobe beSfe(6en, bei hem 
nur auf baS $run!§afte unb bie beforaüDe SluSgeflaltung be3 
SebenS gerid^teten ^n^e ber 3eit ju einer munberbaren Sfüte. 
ffia für ba5 Sunflgemerbe bie franjöfifd^en ©taatömerifiatten 
Don entfd^eibenber SBebeutung n)erben unb l^ier ftd^ biefetben 
SSorgänge äußern, bie für bie Slrd^itettur epo^entad^enb flnb, 
lönnen tüvt aud^ in ber ^(eintunfl aDe 9Banb(ungen beiS @ti(d 
öerfolgen t>on ber ©pätrenaiffancc bis jum öollenbeten 
Äuröenjlil Submigg XIV., bie mir im bi8t|erigeu fd^on be» 
^anbelt ^aben (gig. 168). 




grig. 168. %m Im Jöarotfllil. 

!3)er ganje (SntmidfelungiSgang ber jmeiten ^eriobe beS 
S5arodfflil3 t)on 1680—1715 fennjcid^net ein fortgefefcte« 
3urüdbröngen beiS lonjhultioen ^rinjipiS gu ©unflen ber 
S)e{oration unb Ornamentik unb auf bem eigentlichen ^51^e< 
punft angelangt, bilbet er bie UebergangiSfiufe }um SRototofliL 

2)et 9lo!oIofttL 

Unter 8ubtt)ig XIY., bem glänjenb^en SRepräfentanteti 
9 abfoluten SönigtumiS^ ber tDte taum ein gtoeiter ^errfd^er 
(mittelbar eingriff in bad gefamte ^n{l(eben einer grogen 



?)cr S^ofoloftil. 195 

Nation, toixitt nod^ in ber ©pätjett, toä^renb hcS Ornament 
unb bie ^eloratton ju üppigfler t^ortbilbung brängten, ber 
einfüge fhenge ^(affi}iiSmu0 naä^, eine Siid^tung, bie bem 
frdmnteinben 3uge beiS greifen Sltonard^en entfprad^, unb bie 
in f^anlreid^ einer freien Entfaltung ber nun übermütig ge« 
morbenen fiünft(erlaune, fo mie fie fid^ feit langem in Italien 
unter bem @influg SorrominiS unb feiner Stad^folger ©eltung 
Derfd^affte, gemiffe ©renjlinien )og. ilRit bem STobe beiS 
fionig^ (1715) faDen aud^ biefe tueg, unb ber gemaltige 
Umfc^mung, meld^er fld^ Don nun an in bem koilben Ueber« 
mute unb bem Dödigen Umfd^tag ber @itten in @taat vnb 
©efeUfd^aft ju erlennen giebt, ftnbet aud^ in ber Sunfl ein 
treueiS @))iegel6ilb unb fül^rt ju einer neuen Sunjtform^ bie 
junäd^fl kDä^renb ber Slegentfd^aft für ben unmünbigen S^ron« 
folger (1715—1723) ein eigentümliche« ©eprägc erhält 
(©til Slegence)^ fid^ aber fd^on nad^ einem ÜDecennium jum 
©til SubtoigS XV. (Louis quinze) ausreift. I3n Deutfd^* 
lanb l^at ber lefttere allgemein' ben 9?amen Slofofo erhalten, 
abgeleitet öon ^SlocaiHe" b. i. Sötufd^el« unb ©rottcnmerf, 
toeld^eS in ber neuen gormentoelt eine groge SRolIe f|)ielt; 
bie SSfigence mad^t fid^ ^ier nur al§ ein toeniger auSge^ 
fprod^ener UebergangSflit bemcribar, fo toie er j, S3. in ben 
reid^en 3in^»i«ni ber Sgl. Slefibcnj ju SKünd^en unb ber 
SSabens unb ^agobenburg im SR^mpl^enburger ©arten jur 
Srfd^einung tommt. 

!Der leitenbe ^rd^itelt ber [Regen ce ift ber $ofbaumei{ter 
beiS Siegenten, ©illeS^SiKarie D|)penort, ber in 9lom feine 
Su^Mlbung erhielt, unb beffenSBerfe unmittelbar an bie beiS 
Semini unb SSorromini anlnüpfen. S)urd^ i§n mad^en flcf 
in ber franjöpfd^en ärdjiteftur bie Anregungen bc5 italiC' 
ni\ifm Sarocco, bie fid^ unter Submig XIY. fletd in gci 



IOC, tiex tRoroIpiltl. 

wiffen ©^ranfen feewegten, no^malS gellenb. SRtt einer 
au^effiTO^enett ^reube an Triftigen p(a|lifc^en ^Itebernngen, 
in bereit (eibenfc^oftüc^en ©(^wingungen atlma^tic^ ein uBtliget 
!Bru^ mit bem bieder noc^ eingehaltenen j!(af|ijiSntuS f!^ 
funbgieCit, beginnt Oppenort im SoDgefQ^t [ouDerSner fünft' 
tetif^er, Srnft ben fiuroenflil ber ©pfltieit Pubmigä XIV. 
üufä ^ä(f|fie au tleigem. ^aburt^, bog er benfelfcen aber 
aui^ (einet bisherigen ^ffetn noi^ entfleibet, ge^t bie w 




fprltnglic^e ©cflolt ber ?trc^itennttei[e oerlDten; nit^t nur bie 
@e^mfe, fonbem au<^ bie tiagenben @licber etfc^einta. nac^ 
unb nac^ als auif(^liegli(f| ft^mUdenbe betitle, in beren 
Sugerer Formgebung bie ffatifi^e Aufgabe fafl nur noi^ nm 
gebeutet i(t. Snfotge beffen Berfc^minben ober autft oQe 
ftäftigen formen berfetben; [it werben immer f^roä^et «nb 
(Bfen fli^ ft^liegli^ ganj auf, nur noc^ ein jterli(4e9 ©rrujt 



fRegcncc. 197 

bilbenb in beut leidet betveglid^en ^(ug beS Sla^meniDcrfd 
unb ber Drnantentit. 3n ben S£§üren unb SSSaubbelletbungen 
toetd^en bie big ba^in nod^ Dor^errfd^enben geometrifd^en Um^ 
i'iffe einer elafttfd^ gefd^toetften Sinienfül^mng. Slnd^ im 
Drnoment Derfd^minben bie avabeStenartig eingeflod)tenen 
geroben Sinien; bie fiutDen felb|l üevUeren i^re @(afticitöt, 
werben toM)tt, ungejiDungener unb erfd^einen fd^Ue^Iid^ nur 
nod^ als ein todfereiS ®eringe(^ meld^eS an ben S3erüt|rung3:: 
punften lofe jufammenge^alten toirb. 3)aiS 3lIant^UiSbIatt 
t)erliert ebenfaQS feine biiS^erige %otm; e§ niirb gu einem 
langgezogenen, fd^ilfartigen föiatt, an meld^em ber urfprüng« 
(id^e 93Iattfd^nitt fafl nid^t mc§r ertennbar ifl. jDie ^{ud^I 
i|l ein beüorgugteiS SIement; Oppenort unb bie 9Rei{!er ber 
9iegence t)ertt)enben fte aber nod^ ald einjelne ©dualen tofe 
in boiS Ornament eingelegt, unb barin liegt nod^ boiS d^aral« 
teriftifd^e ÜRerlmal ber Slegence. ®enn mit ber Umge^altung 
ber SRufd^elform gu einem bie ©runblage beiS ganjen Oma« 
mentiS bilbenben fd^nörlel^aften S)e!orationdmotit) treten tuir 
in ben neuen fJormenfreiS Subtüigd XV. 

©teilen mir gur SSergleid^ung ber feit ber ©pätrenaiffancc 
eingetretenen @tiln)anb(ungen alS befonberiS begeid^nenbeS 
»eifpiel bie in gig. 153, 168, 169 u. 174 bargepeDten 2i|c^* 
formen einanber gegenüber, fo ergiebt ftd^, bog ber Slenaiffance* 
jTifc^ burd^ bie ausgeprägte ®inge(burd[)bi(bung beffen, toaS ge^ 
tragen »irb, unb ber ©tü^en unb bie gormen ber legteren ba§ 
fonPruftiöe ^ringip öoD gum äugbrudf bringt, am Sifc^ 
im SSarodtjHI fe^en »ir fd^on ein 3u^üdtmeid^en bei8 gefeß^ 
mäßigen aufbauet, ein ©inbringen SSerain'fd^er Äuröen in 
gufeform unb Dmamentif unb ein SJorbrängen bei8 befo* 
ratioen ©d^mudtroerte. Sm lift^ ber Slegence (gig. 169' 
geraten bie f^ü|e fd^on in lebhafte ©d^toingunflen, unb au 



198 2)er 9lofofofttt 

ber tlfried tft (erettS Don ber S3ett>egung ergriffen. 3)ie 
immerhin nod^ erlennbare ©d^eibung in @tü^en unb Ober* 
bau^ fomie ber 33Iattfc^mtt c^aralterifleren nod^ ben lieber« 
gangiSflit. SBeim Siofofotifc^ (t^ig. 174) ifl aber biefe 
©Reibung Derfd^tounben; STifc^fu^ unb t^tied ftnb nur ein 
@tü(I, tueld^ed aufgelöfl ifl in einem in ben launigflen unb 
tü^nflen Sinienjügen gehaltenen Ornamentmett, avS »eld^em 
fld^ aud^ ber (e^te 9{efl bed f!ruTtit)en ©ebanlend üoIIenbiS 
Derflüt^tigt ^at. 

®ie t)on ben SDteiflcrn ber Slegence befolgten S5e* 
fhebungen gelangen eixoa mit bem 3a^re 1725 gur DdOigen 
Keife, unb mit biefem g^tpunfte beginnt in fjranfreic^ ber 
et« Sotiiö XV., bo« eigentlid^e IRofofo. S)er fc^öpferifc^ ^er* 
öorragenbfle Äünfttcr biefer ©poc^e ifl äuröle SKeiffonier, 
ein ©olbfd^mieb au3 Surin, ber fd^on öon 'feinen ß^itgenoffen 
atö ber eigentlid^e @rftnber ber fpejiftfc^en Siotoloformen be« 
trad)tet toirb. sbiefelben lommen faft au^fc^Iiegßd^ auf bem 
©ebiete ber ^nnenbetoration unb Steintünfle jur @rf(^einung. 
3ür bie SlugenardEjitettur toerben feine neuen fhuftiöen @lc» 
mente me^r ^eroorgebrad^t; für fie bebeutet ber Eintritt bed 
SioIoIoflilS eine 9lüdfe§r gur Sinfad^^eit unb meifl eine ßr* 
nüd^terung, bie namentlid^ in ber fpäteren ^At be§ Sfololo 
einen au^gefprod^enen unb meift beabftd^tigten ^ontraf! ^er« 
Dorruft jmifd^en ber trodfenen e^affabenbilbung unb ber 
pruniDoHen inneren Sluigfiattung. S)er SlofofofMI ift eben 
lein eigentUd^er S3aufli( me^r; er i{t eine ^unfiform für bie 
beloratiDen ^ünfle, bie unter feiner ^erifd^aft i^re eigenen 
SBege ge^en unb i§re ^öd^pen STriumpl^e feiern. 

3n ber Hn tage ter ^ürflen^öfe unb Suf!fd)tdffer finb 
in ber Siolologeit bicfelben 9lüdf|ld^ten maggebenb mie in ber 
Dor^erge§enbenSpodE)e. S)ie f^af faben erhalten, um bie bamaU 



etil SoutJ XV. 199 

für bte Hugenatd^tteTtur geforberte „üome^nte Sinfac^^t" }u 
erjtelen^ in Srmdngelung neuer SRtttel ein burd^ StajiSfe 
unb anmutige SSel^anblung DerfeinerteiS, gelSuterteS unb metfl 
a&gefc^to&d^teiS SBarocf ober auij einen fc^Kd^ten^ ruhigen 
ßlaffi^iiSmud mit too^tgeformten, ^orijontal burd^ge^enben 
©efimfen, etmoö rcid^crem SDtittelrifalit mit SSalfonen unb 
STerraffen, an meld^em nur ber ©iebet mit bem fürfißd^en 
SBappen unb ber ßrone, biiSmeilen nod^ in fü^nen $urt)en 
gef c^tt)ungen, jum 9luSbrud(fefKid^er ^rad^t ^d^ ergebt (flfig. 170). 
92id^t feiten flnb aQe baroden Xntlftnge üermieben, unb nur in 
ber Slufna^me ornamentaler S)etaitS an ben portalen, Sen^ 
fterumral^mungen unb $i(aflem lennjeid^net fld^ nod^ baiS 
Stolofo. 3n ben meiflen fällen geigt ha» ganje Seugere 
eine flache, lü^Ie unb fd^mudHofe ^e^anb(ung. 

@rfl im 3nnern empfangen biefe Sauten i^ren fünfl* 
lerifd^en SBert. $ier fe^t baiS Slolofo an @telle ber pom^» 
)>ofen ^rac^t eine fotette ©ragie, in ber fld^ eine ungebftnbigte 
ober aud^ elegante unb oerfeinerte SebenSluft in befiec^enbem 
©lange auiSfpric^t 3)ie ®runbibee ber üon bem SSarocco 
unb ber Stegence überfommencn Einteilung ber SBanb« 
flächen burd^ $i(after unb Sflal^men toirb beibehalten; aDein 
bie {huIttDen ©lieber, bie Mftigen Seiften bed Sarocco, 
werben fd^toäd^er unb gierlid^er unb erhalten fd^Iie^Iic^ fetbft 
organifd^eiS Seben, inbem fle fld^ auflöfen in eine eigenartige 
Omamentil, bie toeber ISIatt, toeber IBanb nod^ f^igur ift, 
fonbem als eine bid ba^in unbelannte Serflüd^tigung ber 
fjormen erfd^eint. 

Sn biefem Ornament bed Sflolofo (tegt eigentlich 
ber Inbegriff beiS ganjen @ttIiS. 3)enn in aDen bisher 
trad^teten @tilarten toax ha9 Omamentale fletS nur eine i 
©truftiöen untergeorbncte, fc^müdfenbe Qüif)at; ^ier jeigt 




V 



200 



3)ei Ülototoflif. 



fid^ abn als ein feUipttnbign alle ©lieber Ufftvc^ätmin 
CiganiSmue, in beffen buftig [eitlen 3>nf°nneti (ic^ fe[b^ 
bte oc^tettonif^en Wotite tmlieren. ^ie ©runblogt biefeS 
OmomentS etfi^int a\S ein neii^n; bilbfamei: Stoff, bet tn 
bct eißenortigen Teilung bei 
SRuf^Ifia^e mit i^ten 
^lenrei^rn nnb bem jq> 
digen ©aunt nai^ ben 
^ouptjflgen be8 CmamenlS 
in bie ffibene ouSflebteitet 
ober in bie Vertiefungen 
gefnetet nirb , übet baS 
Sla^menlDert nud)ert nnb fit^ 
an bemfelben ^inf^länged, 
in feinen (Snbigungen im 
jorteflen ^Relief Derf(^win< 
bcnb. @in gerabegu über* 
fprubetnbei SfaturaliSmuS 
Derlei^ bemfelben feinen 
bef onberen 91ei j : J^ongge» 
jogene S^ilfblSltei ndd^fen, 
bie Stoßen begUitenb, auä 
> bem Ornament ^auS ober 
m- »"■ SniMo^momeni. ge^^n |,i„(t in bie 5IJhif<^e(. 

form über; natürtii^ 99lumen in anmutigfier @ru)))]ieniiig dtS 
ietrf)te, jierlii^ @ntr(anben, lofe 3i''^8' i»'' flatternben 
iBISten winben fi[^ auS ben ^Dtufc^eln, füllen bie Scten uni> 
umft^lingen bte!Ra|men; f))ielenbe Sßaffer, XropffieiRgebilbe, 
entfaltete Siegel fügen |teili<^ fi^ ein in ben leisten, 6e< 
toeglii^en 7$Iug beü märi^enl)aft ))^anta^f(^n iJoanengebilbtS, 
' '-' ftounenSloerte ^^ntofie ber Äiinjlter, bie ungemeine 




etil Soul« XV. 



201 



8et(^tiglcit hd ©c^affenS, bit fi(^ in biefein Crniauientneil 
ju ertenntn gtfbt, jtDtngt un8 unfere St^ung unb iBehiun' 
betung ab. ^n elegantem, gtojiSd lofdtem Sotliag ifl aDeS 
fret^Snbig Uä^ienb beS SluftragS mobelliect ; bcnn iaä '3io' 
IjIo geflottet teine SBiebet^olung, fein tnet^onif^eS Slbfotmen. 
§iet fut^ wir öergcbftiS nadf SRegel unb ®efe$; oHeS et' 
fi^eint was al3 untniltelbar ^eiDorqiieQenbei: SuSfluEt einft 




btü^enbtn, laiinen^often unb ttbetreit^m ftunfllJfiontarie. Unb 
bod( ijl biefe gtegeflorißteit nui eine ft^einbate; betin haä 
Mofpto bulbet fo (onfcquenl toic nui irgcnb eine abgeriäite 
ffuupBwtfe ni^ta grembe« in fl^; aüt feine Sinjelfi 
finb flili|ii(^ Hot «nb befiiramt auSgeptägt. E^ ift nit^l, 
gut mBflIi(^, bie gntmiJetung berfelben in onf(l^auIic1]cr 3ßcif 






202 S)er SRofofofttl. 

}u fentt}etd^nen; in f^g. 171 unb 172 bringen tote aber 
einige befonberiS c^atafterifiifd^e Sinjet^eiten unb bie Ser« 
koenbung berfelben aU Sldd^enbdotatton gut S)atfieIIung. 

S)iefed Slolotoornament nimmt nun baiS bie SBanbfelber 
umfd^Ite^enbe iRa^mentoerl ooHflänbig in feinen S3ann. 
3)ie biiS ba^in fd^on mannigfad^ gefd^ioungenen Seiften tt>etben 
in ben gefd^meibigflen ^rt)en ein« unb auiSmärtö gebogen, 
umfd^lingen fld^ oben unb unten unb meifteniS anäf in ber 
SDtitte ju Ornamentfelbem gufammen, inbem bie einjelnen 
9ia^men))roftIe an ben (Snbigungen ftd^ aufroüen unb un« 
mittelbar in hcS aRufd^el« unb SSIumenmerl einflec^ten 
(Sig. 173). ®ic Stamme bittet alfo nic^t me^r bie fhuftioe 
(Sinfaffung beiS Drnamentd, fonbem ein mit biefem oöHig 
Oerma^fened 3)eIorationiSmottk). 2)ie l^nnenfläd^en berfelben 
bleiben fafl immer glatt ober erhalten ^5d^fien§ Xrop^äen, 
@mbleme ober figürlid^en Sdjxaud; nur Heinere fetter werben 
bi^toeilen mit bem fc^on im Sarodflil Dermenbeten neuartigen 
©ittertoerl mit aufgefegten Stofetten überfponnen. 

S9ei biefer Snttoicfelung ber inneren f^ormen mu§te 
batt bie (Symmetrie beiS Ornamentik aufgegeben tottizn; bie 
Unf^mmetrie, bie t)on äReiffonier t)on oorn^erein ge« 
forbert tourbe, n)irb aOmä^Iid^ jur Siegel. 3n ber Ser^ 
koenbung beiS OrnamentiS bleiben bie f^anjofen nod^ bu^'c^« 
toeg ft)mmetrif d^ ; bie fpäteren beutfd^en Sünftler oerbannen 
aber auc^ hierin bie Symmetrie unbebingt, bewahren aber 
immer ein getoiffeiS groteSied ©leid^getoid^t, toeld^ei^ bie 
koogenartig anfd^toeQenben ÜRaffen in ben i^nen angetoiefenen 
3la§men ^ält (Sig. 173). 

3n ber ^auptbiiSpofition beS beloratioen 

©d^mudmertiS {inb nur nod^ bie Mdfjid^ten auf male« 

\ ptaflifd^e ©lieberung maggebenb. 3lüx bie grogen 



Dmomettt bti 9lo!oIo. 203 

$runls unb %tft{lüt erhalten noij rem beforattt) be^aubelte 
©äulcn unb ^ttaflcrjlcHungcn (?ftfl« 173); in bcn Hcinen 
©Öfen unb bcn 3'^^^^J^ ^crrfc^t ba5 Sla^mcntücrl Dor. 
%a\t in allen ^Räumen toerben bie oon ben fcnfrec^tcn S33än* 
ben gebitbeten (^en abgecunbet. 3n ben 3^i[^)^tiP^^^n 
ifl burd^ bie Spüren unb ^nfler unb bie in ben SWittel* 
ad^fen angeorbneten großen @pteget unb ®emä(be bie @tn* 
teilung in gelber gegeben, bie nun bie bereite betrachtete 
aial^menomantentif erhalten. ®ie Trennung ber SBonb 
Don ber ®ecfe tüirb intnter unmerflic^er; bie (Sefimfc 
treten gurüd, ergeben (id^ über ben 9iunbungen unb 2Rittct* 
ad^fen unb fled^ten \idj in bie ^artufd^en ein, bie auS jenem 
plaflift^en ©toffgebitbe Dollftänbig gur SKufc^el umgeformt 
»erben. I3n ber ben Uebergang jur 2)edEc öermittelnben 
Soute fpielen Die @tud(ornamente in freiem tül^nem ©d^nmng 
in bie ®edEe §inein ; reijenb mobeüicrte Äinberflgürd^en treiben 
^ier mit Stumen unb Emblemen ber SEBjffenfd^aften unb 
flünfle, ber 3»agb unb gifd^crei il^r munteret ©piet. ®ie 
^fafonbS felbfl erhalten perfpcftitoifc^ gemalte Äuppeln ober 
gterüd^e^, um eine meitfhra^lige, mu[d^e(artig be^anbelte 9io^ 
fette gefd)Iungene5 Stegtüerf, beffen äußerpe ®nbigungen fld^ 
meifi in ben SSoutcnjluccaturen vertieren. ®o ift felbfl bie 
3)edte einbezogen in ba0 ben gangen Slaum umfpannenbe 
üppige 9{a^mengefled)t. Stid^t nur im eingelnen, aud^ in 
großen 3%" ^P ^ÖeS ^lajiifd^e Icbenbig bewegt, flatternb 
h)ie im SBinbe. Unb bod^ erhalten biefe Sidume burd^ bie 
gellen, elfenbcinartigen garbentöne auf ben ©runbfläc^en, 
t)on benen ftd^ bie 9fla§menproftle unb Dmamente in toeig, 
©ilber ober ®olb unb bie SBlätter unb ©lüten mand^mal in 
jarter, naturaliftifd^er 93emalung nur fanft abgeben, eir 
Derl^ältniSmägig ruhige unb üome^me ©runbflimmuna. 



204 ^cr ?RoTofüftiI. 

($ür bie übrige S^neneinvid^tung koerben biebitbenben 
Äünflc unb aUc tleintünftc in be« ®icnft bcr fürjl* 
ltd)en $rac^t gefledt. 3n ber Silbnerei bleiben bie 
SSSerte bed fcfjon genannten italienifdjen $auptmeifleriS 9er« 
nini^ bie äße etroad Slaufd^enbeiS, effeftDoQ unb leiden* 
fd^aftlid^ SSetuegteS an ftd^ ^aben unb oft eine überrafd^enbe 
9!aturn)a^r^eit erreichen, üorbilblid^ für bie gefamte figürliche 
^laftit ber 3lofofoet)0(^e (^ig. 167). «uc^ bie 2» alere i pa^i 
ftd^ ganj bem ®<:ift bed Slototo an unb ftnbet in ben f^an^ofen 
äßatteau unb 93oud)er, in bereu (äemälben ftd^ bie Seic^tfer» 
tigteit ber bamaligen Dorne^men ©efeUfd^aft n)ieber[))iegelt, unb 
bem SSenetianer SCiepolo ausgezeichnete SSertreter. Wlt)» 
t^ologifd^e ©toffe, 3ögb* unb ©djäferib^Den bilben bie be* 
liebteften 9J{ottDe. S)ie S)e{oration§malerei greift gu ben ruf* 
ftnierteflen üJtitteln; um eine täufd^enbe S93ir!ung ^erDorgu* 
rufen, lägt fte oft an b^'u großen SDecfengemälben bie SOta* 
lerei unmittelbar in bie ^ilbnerei übergeben, inbem üon 
ben f^iguren ani 9ianbe einzelne Seile, ©liebmagen, @e* 
»üänber, ^xapexkn unb bgl. plajlifd^ niobeHiert »erben, 
n)äl)renb ber übrige STeil in lü^nen Uebergängen auf bie 
ebene gläd^e gemalt »irb. — S^ejtitfunft unb ©tide« 
rei erfreuen fic^ eifrigfter Pflege feiten^ ber gürjlen; bie 
funftDoQen ©obeliniS, b. f. Don $anb geroirlte, ganje 
©emälbe barfteüenbe Sieppid^e unb munberbare ©eiben« 
tapeten finben in ben Heineren fürftlid^en ©emäd^em für ben 
S^ejug oon SBanbfläc^en an ©teile Don ©tuccaturen mit $or* 
liebe Serroenbung. S)aS erft öor furjem erfunbenc ^orjct« 
lan, melc^eS alle formen »iüig annimmt unb beiS^alb ein 
gerabeju ibealeS äRateriat für bad Slololo bilbet^ toirb ted^« 
nifc^ unb fünftlerifc^ jur ^öc^ften SoHenbung gebracht. 9uc^ 
^ür bie mit t>cn gropartigflen Aufträgen bebad^te ©itber* 



aSilbenbc ffünfte, 



205 



Miib ®otbf(^mieb((unfl erroeifen |1^ bie iWofofoformen 
befonbetS banlbir. ®ie übtraQ ju tage frctenbe ?te(i^pbeKi 
an ejotif^en Eijeitgniffen, c^iitsfift^en Sfippfac^en, japanift^en 
?a[f malere int unb bgl. fii^it ju auSgiebiget ^ertnenbung brt 
^ittarfia au8 frembliinbi|(l|en $Bljern an ti^ürcn unb ^Sben 
unb namentlich an bem gefaniten 3)Itibi[iar; bie Xi|(^e, 
Äommoben, <Bd\xSttlt, U^ren n. f. to. äeijen nid|t nur rei^eä 




eoiofe iu tuucibuig. 



ornamentales S^nit^netf nad) bem SSotbiEb ber ©tuccaturen, 
ionbern aut^ alle Stüfecn, aüe Sauten unb fet6|l bie Slawen 
in turnen S^ffieifungen (?tig. 174). Die ^radit niirb nc^ 
et^B^l burc^ 3iernieubung Boti fein cifeliertet, Bergolbetet 
SronüP, mit ber bie Kanten, jüge unb bgl. gefaßt fm' 
Unter ben »iclen ttbiigpn Sroeigen be8 gefamten flunftgeroetbi 



206 ^n !Ro!pfoHiI. 

nelt^^ in bet Stotolojeü ben ®ipf(l feinn Slüte etteii^te, 
tooOca mii nur no^ bie @(^miebtlun{l etnd^nnt. <£8 
ift gerob^ ei|taiuili^, mit totidiem ^onnengefö^E imb t«^< 
ntf(^eti ASniien bte Äuuftf^loffet bei bamaliflcn 3^ t>te 




)ierli(^en StolDlDfoimeit in boS ^arte Stfen ^inetn trieben, 

att mSTC <5 ein aRatecial fo bübfam unb gefQgig wie neit^- 

^B (^. 175 unb 176). ffiaS fle an ja^Ii»<^en ®ittci' 



Sn ^eutfd)Ianb unb bcn übriflctt SSnbcrn. 



207 



toerfen unb ^rad^tt^oren getetflet f)aim, ge^rt jum ©d^önßen 
Don QÜem^ voaS je bte JKemlunP ^ert)org66rad^t. 

Der 5RofoIo|Kl bc^cnfd^tc in granlrcic^ bie gcit öon etwa 
1725—1750, in ©eutfc^Ianb bie öon 1725—1770. ätö 
bie bebeutenbßen ^(rd^itelten beiS franjöflfd^en Slolofo gelten 
Stöbert be Sötte, toelc^er t)on unJS fd^on bei Betrachtung bed 
Sarodflitö ertt)ft^nt tt)urbe, unb ber fic^ tt)o^( beiS ttieitgel^enb« 
ßen iRufed atö löniglid^er Saumeifler erfreute; ber ebenfalls 
f(^on genannte ÜReiffonier unb 
©ermain Soffranb, ber in ben 
S)eIorationen bed ehemaligen $otet 
@oubife Qe^t 9?ational « Srd^it)) 
icS gtftnjenbße iDtußer beiS auiS« 
gereiften fronj^öfifd^en Slololo ge« 
fd^affen §at 

3n S)eutf(^Ianb na^m bie 
Saut^fttigleit nad^ bem SOjä^rigen 
Kriege einen gang ungett)ö§nli(^en 
Sluff d^n)ung , fo bag ben 83au« 
meiflern retc^Iic^ ©elegen^eit ge« 
geben tonxhe, baiS nad^gu^olen, um 
tDod man n)ä^renb bemf elben gurüdC« 
geblieben ttiar. 3)ai3 beutfc^e 
9{ofo!o {teilt im allgemeinen eine 
Serfd^meliung ber ©tllformen Soui§ XV. mit bem italie« 
nifc^en f))äten Stofoto bar, bei augerorbentlid^ reid^er, natu« 
ralißifd^er Se^anbtung beS gefamten Drnamenttoerfö. (Sd 
§at fld^ nidftt, toit in granlreid^, au§ einer jheng Ilaffifd^en 
Sorfd^ule enttoidCelt; man geigte fic^ beiS^alb für bie auf« 
fallenbjlett Steuerungen befonbcr« empfänglid^ unb übernal^r 
biefelben in ber borten erfi f))äter gur (Selluttj lommenb 




8f{0. 176. Setail bom 
^rac^ttJ^ote in XBürgBurg. 



208 ^cr So^jffttl. 

freieren Äuffaffung. StcIIcid)t ^aben bic bcutfdften Äitnillcr 
beiS 9iofofo{liI^ bie ^einl^eit unb gierltd^e Detailburd^bilbung 
bed franjdftfd^en 9totoIo ntd^t gan} erretdjt; aber in 83e}ug 
auf Slet^tum unb SIegan} ^aben fle baSfelbe fafl nod^ über« 
boten. 'Die ^malienburg im $arl t)on St^mp^enburg bei 
ÜRünd^en t)on f$r. (Suoillieg, baS Sußfd^log ©aniSfouci Don 
®. Anobetöborf, haS t)on ©d^raum erbaute ©d^log 93rü^l 
bei Sonn jä^len unter anbern ju ben toorgüglic^ßen Sei« 
ftungen be8 18. Sa^r^unbertS. 3)er bebeutenbfle Saumeifler 
beiS beutfd^en Stototoflitd unb t)ieneid^t ber größte fdan^ 
meijler feiner Qtit i|l aber ber Ärd^iteft ber baulujligen 
©räflid^ ©d^önborn'fd^en SJamilie, Salt^afar Steumann, 
beffen getuattige ^ünfllernatur im Aird^en« unb ^rofanbau 
eine faß unglaublid^e ^^Stigfeit entfaltet, unb bem loir in 
ber Äird^c jur Sierje^n^eiligen bei Samberg, hem fürfibi« 
fd^öflic^en ©d^Ioffe gu Srud^fal unb bem unöergteid^Iid^ 
grogartigen Sleftbenifc^Ioffe ju SSSürgburg loo^I bie j^errlic^flen 
©d^öpfungen bed beutfd^en 9{ofoIo|liß ju üerbanlen ^aben 
(5?ig. 170, 172, 173, 175). 

3n ben übrigen Säubern bleibt bie S5aut^ätigfeit in ber 
Spod^e beiS 9iotofo hinter f^ranlreid^ unb S)eutf(^lanb er« 
^eblid^ gurüdf. Italien lommt über bai3 t)on i^m enttuidfelte 
nationale SBarocco nid^t l^inauö; bie 9?ieberlanbe entfalten 
überl^aupt feine große Saüt^ätigfeit me^r, unb in (gnglanb 
bebeuten bie S)en!male biefer ^eriobe faum me^r atd eine 
Siad^a^mung ber franjöfifc^cn unb beutf^en Sorbilber. 

2)er BopffrtI (Stil 2oux» XYI). 

S)er ^errfd^aft beS 3tof of oflil« rtar faum ein ÜKenfdften« 

alter befc^ieben. ®ie rein ^öpfc^en Äunflformen be«felben, 

'u jebe SBurjel im SoIfStum fehlte, bie eine Serein« 




gig. ITS SniunbtrocilHan Im @tit Soui« SYI, 






•"»I 



51 



ar^tttftut. 209 

fai^ung ni^t ettiugen, o^ne gur Ißiii^tern^eit unb 9Iafiett< 
^etl ^fijupnfcn, forberten ft^on Bon Anfang on ben ÜBibef 
iprudt bei aus bem $oUe ^nDoigegansenen Aünflter ^etau8 
unb föcbnten unter bUfen eine mSi^tige, gegen ben il))(>igfn 
©ttl tm 0ür|lenrai)|nungen gaiäftete ^Bewegung, bie in bem 
energtfi^en blieben m4) äTa^^it unb statin; bte SßiebcT' 
belebung bec Stntite fl^ jum 3i(^ f^C'' »"^ i" 'i'^tt neuen 
ffilaffijiSmnS tna Seten rief, bec neben bem tRoloto T«^ 
enimidelte unb aamtt^Itt^ immer meitere J^;eife um fii^ jog. 
SJerfelben fanten Sreigniffe gu $ilfe, benen bamaU bie 
gauje gebitbetc ÜBcCt i^c §B^|teä ^ntereffe entgegenbrachte: 
$oni))eii nnb $edu(anum »aten entbetft; bte ^eOentfi^e unb 
römifc^ Untite tourbe aufd neue Don ben @ete^rten als eine 
untte^Snglii^e Sonn tüfl fßn|lleri|^ec @eflaltung gef)riefeii, 
unb bie Uebecjeugung, ba| biefelbe iebet anbem Jtun|ifDrm 
Dorgujie^n fti, bemSd^tigle flc^ balb aDei ©ebtibeten. 

Unter biefen Stnfl&ffen machte fl^ in Stanfreic^ f^on 
um bie aRitte beS 18. ^a^t^unbert« in Sti^it^nt unb 
Üjefocation ein Sbtoenben Dou bem iJonnenieii^tum be8 
!RofoIo bemecfbor — eine mit bem 9}tebergang beS ^öfifi^en 
OtanjeS ^jaraflel taufenbe Stft^einung, — unb um 1760 ip 
baSfelbe f^on DoII|lfinbig überMunben. SMefet rafi^ Uxw 
iäfioQ tenn|et(i)net fo rei^t bie allgemeine Ueberffittigung unb 
Srfc^Iaffung, bie auf ben nnge^uren ^aftaufmanb in ber 
9lDtoto}ett gefolgt iß. Sßa biefei fftaffijiSmuä jebDifi non 
teiner fiift^n geiftigen ISeuegung Dorbeiettet war, fonbcLn 
^u))tf<I(^lii| eine Umte^iung ber bis ba^in geltenbeit %m' 
ji))ien bleutet, errettet er nur eine fil^toäi^tii^, untetflanbene 
Sute^nung an bie Sntife. IXn beniegten iSaumaffen fe^le 
man „groge Sht^ bed ©effl^IS", ber malerifd^n ©luppie 
rung gere0>»''l<8' 'Srfc^inung gegenüber; bie freie £ünft!e 




p^otitafle mugte ber 
jltengen ©t^udi^tigteit 
nwii^eti, bie JJurtwnüebe 
in Slri^itettut unb ^cto^ 
ratton bec gerubtinigen 
©tcif^tt, fSB i^ Utebet 
eine 3^it gefotninenj 
in weldjet ber SSegriff 
„S^Bn^eit" bur^ letn 
foc^Iii^e SmSgungen mit 
@eft$ unb Siegel genau 
mnfdltieben wirb: 

3)ie ff a f f b e n 
erhalten toiebet gerabs 
(inige, onttle ©eflmfe, 
an benen jebe 83er(tiS» 
)][ung angftli^ Dennieben 
witb ; freifte^nbe ©fiulen 
ober ^albfaulen tugen 
bie @ebaite; bie fhenge 
boiif^ @fiule mit mei|l 
unfannetiertem ©d^aft 
imb f)ai( mtSgeiiragtent 
SEtiflt^p^gefimS erfreut 
P4 befonberer SBeliebt- 
^eit. SSSie bie Sienpet im 
aOgemetnen butd^gebilbet 
meiben, ijl an iJig. 177 
erfii^tlit^. %at Bugere 
3)eli)rQtion wirb auf ein 
geringes IDtag befdE|ranft. 



Ornament. 21 1 

'^ie ^lifc^en unb bie grogen SSoInten an ben SiT^enfaffabcn 
Derft^ninben, unb no (e^tne no^ beibehalten iDerben, finb 
fie in Ri^tminfelig na{^ Hxt bet SRfionbn gebrochene 
Enbigungen umgeroonbelt. 

3m Innern uirb btefe ^ebantifi^e @inFa^f|eil ju einer 
lotten SRü^tcrn^eit. 3)ie gormen bet Hu^eren ©teinan^ifeltur 
nwrben auf bie Snnenbtlororion fibertragen, in meieret fireng 
antiüperenbe ©fluten oft gonj jufQmmen^ongebS oB Srflgcr 
Don Snfcn u. bergl. SSermenbung finben. Xie Einteilung 
bei 3Banbfläi|en in f^lb« tvitb beibehalten; bie ouiS bOnnen 




fcijlen mit antifcn S^ttgf,Khem gebilbeten JRa^men erhalten 
akc ßetS f^ntmdrifi^ Unorbnung unb im eii^elnen 
le^tedige, treiSrunbe ober oBoIe ®mnbformen (gig. 178). 
7)11 ^nnenflS^en b» Sanbfelber nerben niieber mit iDrno« 
ntmten unb figSrlit^em Si^ntud, Stmoietlen, (Seniengrupfien, 
Jrop^en mit anlififierenben ©(gilben unb Reimen, ©tili» 
leben u. bgl. gefSOt; an SteQe ber $artufd)en treten heis^ 
lärmige ober eUifttift^ SRebaiHonS, bie mit .^almiuebeln unb 
Schleifen aaS Initterigen iSfinbem bßrftig geft^mäctt finb. 
3m Ornament bitten Stumcnfrflnje — meijl fieif( 



313 



sjtr Sopfpa. 



ioAtttttmlfle — unb leitete 'dopecUn, bie jtoifi^en SRorttten 
im SSogen aufge^ngt nwtben, bif (^ai(dteriftif(^en IDIotiDC 
(Big. 182 u. 164). 'S>aB ^tanl^blatt et^Blt einen ttgen< 
artigen Stattfd^nitt, ber in ben langgtjogenen , IBffelortigeti 
9)iatterfonnen an bie rSmif^sIoriiit^ifi^en JlatiitHIe erinnert. 
^atmnebel unb ttatuiatiflif^ be^anbelte ifiliunen, nomentlit^ 
bünnbiatteriger Lorbeer, Sftofen, <&pfjt\i unb Sikinlaub et' 
f^einen in ben SQlIunsen, an iStcinje' 
befc^tfigen u. bgt. aiS ^Hufig bermen' 
bete Sierformen (^ig. 179 u. 180). 
Am 3Äo6iliar tommen bie für 
bie Stt^itdtui geltenben @runbfä^e 
no^ lebbaftec juin ÜuSbcuif. StOe 
tJoimen bterben bereinfai^t unb bent 
))ratttf<^en ISebflrfntS angcpagt. 3>et 
rein lonfhuttiM Stufbau unb bie 9tÜd' 
fe^t jut jeraben jinie bewirten in 
ber @efamtecf(^inung eine grraiffe 
9[nna^entng an bie Stenaiffonce Oig. 
181); bun^ boS ^fl^alten an ben 
flarren Üri^itehurfcirmen bei Xntite 
unb bie no^eju fflaDif^e Siac^btlbung 
i^rer 3ingttebec (jtannelureu, SKSam . 
gt.), famie bui(^ baS ornamentale @^mu(f< 
»erl er^&lt jebof^ bie ^nneneinii^titng einen §B^ft eigen< 
tUmlid^en S^ataFter (^g. 178 u. 182). UeberaO begegnen mir ben 
joiifactig gemunbrncn ^Snjen, mit benen fafl alleä beringt 
ifl, ben anff)nt<^3[i)fen SRebatHonS, ben umflorten Urnen, 
abgebtoi^enen ©Suten, ben U^ren mit Senfenminnem unb 
-n^let ne^mütigen SmUemen, in benen ^d) bie ouf ben 
-noufi^ unb bal frioole Seben ber Dot^efienben 




ber.Sellenbanbern 




SlB. 181. X1F4 In etil Souti XVI. (6(«[d| in BIlii&inB), 
SpiK^ gefolgt« @entimentalitSt in f))m^enbei Sßeife offen< 
to. @o enbete baS Stoloto, baS mit einem aufS ^St^fle 
gefleigertett Sortiffbno eiitgefeQt ffattt, au<^ in tut 0!ntien' 
beFotatton mit einer 9tü^teni^it , bie no(^ ni^t bos 
Semefen tDat. 

ffitp um 1775 6a^nte fl^ eine SBenbung jura SBefferen 
an. ÜDie neuen ©Klformen nSrten fii^ bis ba^in noi^ unb 
niK^ ob; an ©tefle ber gefe^maiiflen Uebettroflung bet Än^ 
life trat bet freie fiinfllerif^e ©inn, burc^ md^en bie bisset 




gll. ist. e4rel6;eug bei «aiü KnlsliuttE (oui »»nie;. 



214 ®er 8«>^ffW. 

noc^ fd^toerf&Qtgen ttnb mtDerjlanbenen f^ormen gelftutett unb 
bem ßetd auf baiS (Elegante unb (Srajidfe gerid^teten franj^ö^ 
ftfc^en jhtnßgefü^( entfpred^eub t)etfeinert n^urben. S)iefer 
entmtdfelte @ti( SubtotgiS XYI. etretd^te eine eigenartige unb 
burd^aud nid^t reiglofe S)eIorationiSmeife, bie DieSeic^t noc^ 
manc^ed S^rodtene unb Sfüd^teme an fld^ ^at^ jebenfaUiS aber 
aud^einefe^r Dome^meSBirlung ausübt (f^tg. 178 u. 182). Sber 
faum toax biefetbe auiSgereift, ba brad^ aud^ fc^on bie äletoo« 
(ution herein, bie in toilbent ^affe gegen alled ^öfifd^e auc^ 
bem legten ber bret jtöntgdflile, bem „Sop^e", fein ®nbe 
bereitete. 

3nS)eutfd^tanb lommt ber ÄlaffigidmuiS burc^fd^nitt« 
lic^ erfl ein ^a^rje^nt fpftter jur Srf^einung. S)ie SEra« 
bittonen ber jhtnj) ermatten ftc^ §ier ^artnädtiger ald in 
f^ranlretd^. 3^^^ mad^en fic^ fc^on t)on 1755 an in Htd^U 
teltur unb S)eIoration antitifierenbe Steigungen geltenb; bie« 
felben Supern fid^ aber faft nur in ber äBieberaufna^me ber 
üaffifd^en Saugüeber unb i^rer S^tt^^vm^n, gerabliniget 
(Seftmfe unb äta^men^ SSereinfad^ung beiS Drnamentd unb 
t)ielfad^ aud^ StüdRel^r ju barodfen SSerjiemngen. ^ad SHofoIo 
behält jjebod^, namentUd^ in ber ^uSfc^müAing Reinerer 
9läume, baiS Uebergen^id^t, bid ei3 etn^a um 1770 DoOenbd 
üerfc^inbet. f^eilid^ tonnen biefe ©renjen nur in fe^r be» 
bingtem SDla^t gejogen toerben; benn S)eutfd^Ianb fe^It eine 
tonangebenbe QexdxaU in ber ^nflpflege unb infolge beffen 
aud^ bie Sinl^eitlid^feit in ber (Snttoidtelung ber jlunfl. 31vlx 
an ben f^ürflenft^en bemerten n)ir, befonberiS im SRobiliar, 
einen engen Snfc^Iug an bie franjöflf d^en 93orbilber; im 
Jtirc^en« unb ^ritoatbau entfielt aber j|ene fteife unb nüd^teme 
unb im sollen @inne bei^ SBorted traurige Serbiubung 
ber antifen Sauglieber mit bem @tile SouiiS XYI. unb 



33« SolifRtl In I«ut(Ataiib. 



215 



meifl DSOig eiitatteten SBorod' unb IRoIoIofornien, »elc^e toir 
^autrtfäf^Iii!^ unter bem btjeit^nenben 9iamen „Sopfl^il" i>^<^' 
pe^en (gig. 183). ©egeit ffinbe beS 18. Sa^r^unberlS trill 
ber franjSfif^ ©influg in art^iteftur unb Sleinfunfi ttmaS 
flStlet ^"^oot. 'lierfette füf)rt jrtiodi öier jut Sänge- 
miU. tite ^i^iteFtuc i|at fii^ totat eift^Spft. 




gtg. 18> SoBobeiiPflilaut sacjbnis (SspfQU- üRtt M ■& 3iiM-) 




g<g. IM. Stunnin uu« 9Ba\il (Stil Sauil XVi). 



'S>it ^laftit unb SRaleiei jeisen ein erfteulid^ireS 
99tlt>; auf fie äbt boS Streben uai^ rnntn flaffifi^en Sonneti 
eine Ifiutembe äBiidutg ouS. S)aS Ann^geuerbe unb 
bie Aletnfünfle gefien aber inforge ganjlt(^ec Snnattung 
ber $^tafie unauf^allfam t^cein bSQtgen Sluin entgegen, 

3on btn in bie jueite $fitfte beS 18. ^a^r^unbertS 

faOenben fflunflüeftrebmigen bet Sbiigen 9anber loimnt 

it ni)(^ (Snglanb in SSetrai^t, mo fIdE| etnerfeitd ein eigener 



5)cr (glr^rir^€tiI. 217 

JKaff{)tdmttd im Sinne bed ^ollabio entmtdfett, in mannig« 
fac^er %nnä§erung an ben @tit SoniiB XYI., anberfeitö in 
her SSHeberbe(e6ung ber mittelatterlic^en Sonnen bie erflen 
SJorl&nfer enlßel^en für bte 9lomanttI bed 19. ^a^r^nnbertiS. 

Set (&mpm'^tiU 

^aijbem ber unglütflid^e JSönig l^ouid XYI. auf bem 
©d^afott geenbet ^atte, um SuBe gu tl^un für bie @ünben 
feiner Sftter, lam über f^rantreid^ eine S^xt ber ^eftigjlen 
polittfc^en äEBirren unb Umn)ä(jungen, in ber t)on einer 
ruhigen f^ortentmicfelung ber ^unfl leine SRebe fein tonnte. 
@r{} atö bie ©{^redeniS^errfd^aft geßürjt »ar nnb 9!apo(eon 
SSonaporte fi(^ bie fönigtid^e ©emalt angeeignet unb begonnen 
^atte, @taat unb ©efeüfd^aft nac^ bem Sorbilb ber einfügen 
römifd^en 9le)>u6nt ju organifieren unb ein Aaiferreid^ gu 
grünben Don ber ©röge unb Wtaijt beS römifc^en SEßelt« 
reic^eiS, ba mürbe aud^ bie Pflege ber Aun|l n)teber auf« 
genommen. S)ie t)on bem neuen Söfar errid^teten 83aun)erle 
großen @titS beginnen mit einer unmittelbaren Stad^a^mung 
ber römifd^n Sntile (ber SEriumpl^bogen beiS Carrousel ifl 
eine ^opie beiS @e))timud«@et)erui8'Sogend in 9lom, bie S3en« 
bomefäule eine fol^e ber SrajauiSfäuIe, bie 2)?agba(enenfird[)e 
unb Sörfe f!nb 9!ad^6itbungen ber römifc^en ^empelard^t« 
teftnr). S)ie Heineren 93auten Inüpfen an bie @ti(formen 
SouiiS XYI. an, gelangen aber balb )u einer neuen ^uiSbrudfiS« 
toetfe, in ber bai3 (Streben nad^ reinen Kafftfd^en formen 
nod^ ftärler ^ertoortritt, oB in bem flaffigipifd^en Qop^ bed 
vorigen Sa^r^unbertiS. 3ebod^ fü^rt biefeiS Streben nic^t 
etttia gu einem tieferen SerßänbniiS ber Slnttle, fonbern gu 
einem SlüdffaO in einen falfc^en AtaffigiSmnd, ber fid^ in 
ber pfammen^angdlofen unb rein äuger (ic^en Uebertragun 



218 Ter gtiipiM Stit. 

ber ontifen Soimtneltmente auf Slr^iteTtur unb 3nn«t< 
betoralion ju erftnnen giebt, 

3n fcen tJaffaben tritt bie Sottiebe für bie fi^roer- 
ffiDigen borift^en formen in fa|l oufbringtii^ei Sßeife ju 
S^ge; ben borifi^, meifl unlatmetierten ©äuten begegnen 
iDti fi^ün Oll ben portalen, benen gerne eine Säulenhalle 
mit ©iebel Oorgebaut rottb. VÜix bie Senfler mirb, nomentltc^ 




im erftcn €taif bct rSmifc^e J^unb^ogenf^tug nttt ben tnU 
fptet^enben @(iebecungen befoiibeiS ^aufig UerlDenbet. 3>ie 
@iirtgefinife treten jurüd an ben ^auptgefimfen meinen bie 
Tümifi^en goi^to^n beS JtonfalengefimfeiS betiorgugt. CEine 
^oi)e Ittita unb giemlic^ fleite ftreng bunfigefü^rle ©ietiel 
»ilbnt bie obeiften ^ffabenbeTiönungen ^ie SDIouerfiaiften 



«trd^itcftut. 



219 



bleiben la^I ober tuerben burd^ ^aI6fäu(en unb leidste 
Duabenmg ettoa» belebt, f^igärlid^e unb ornamentale S)e!cs 
rotion fuiben tt)tr nur fe^r fparfam t)ertoenbet; au^er ben 
römift^en ^icrgliebem, großen Siofctten unb fleifcn Sorbeer« 
fränjen unb »©utrianben begegnen tnir nur noc^ anttfifteren> 
hzn Steßefplatten^ bte vertieft etngefe^t n)erben, Dafenbilbarttgen 
Slelteffriefen unb jenem t^pifc^en Smptreornament, ton wd- 
(^em toir in fjig. 189 ein Seifpiet geben. S)er für biefen 
©tt( be}et(i^nenbfie 93au tft ber Slrc be TStotte in ^artiS, 
meld^er unter 9!apoleon „jum 9lu^me ber großen Slrmee" 
burc^ (S^algrin entd^tet tourbe (e^ig. 185). 

^ ber Snnenbefo« 
rat ton offenbart fld^ ein be^ 
fonbereä ^ntereffe an ber 
^c!oration5»etfe beSSUtertum«. 
^ier finben toir treue Äopien 
ber pompejanifd^en äßanbma- 
lereien, bte ythoii, toeti ein 
gon} oerönberter 3){apab ju 
©runbc gelegt ifl, oft nur öon bürftiger SBirfung flnb. 3n 
ÜKalerei unb ^lafti! erinnern ©iegeStrop^äen, Slbler, ?or* 
beerfränjc u. bgl. an bie 5RapoIeonif(^en Kriege, ?}t)ramiben, 
Äopitäte mit SotoSblumen unb ©p^injen an ben gelbjug 
be« ÄaiferÄ in baS Sanb ber ^^araonen. Slud^ c^inefifd^e 
©inflüffe mad^en fld^ bemerfbar. ®ie ©igpoption be^ 
©anjcn jeigt ben ©til 8oui5 XVI. mit gefud^ter Sunä^e-- 
rung an bie römifd^e Slntile. S)er SWangel an inbiötbueder 
ÄünfHerp^antafic erjeugt eine eigentümliche SErodenfieit urb 
Äälte^ weld^e nod^ er^ö^t ttjirb burc^ eine auffallenbe Sarben^ 
f(^eu, bie iebcö »ärmere Kolorit ju meiben f^eint. ^ 
atleg iji tt)ei§, unb too noc^ ®olb öerrtenbet lüirb, trf 
in berber Srette auf. 




Safe im (£mpirefti(. 



330 



^Btt (^t)ln-®tit 



liaS Ornament beS Smpiie unttrfc^eibet (i^ uon 

hm heS @tiU iemi XYL ^oiqitfac^Iü^ babin^, bog neben 

ben auc^ ^ta in eiftei "SUi^ Dortommenben natinalifKf^ra 

luib ftilifierten SaubriBnjen, 3>t(itienen unb iBanbfi^Iitiifen 

noc^ bie antittn ^Imettm oertoenbet »nbm, 

oft gebtibet avS mageten SOant^nSblSttent, femet 

Slofettcn in rtti^fln HnSaaiji, jl^ heujenbe 

tÜadetn, S^ibbertSfife, Safen mit maanberortig 

gebio^enen $enteln (tjria. 186) unb namentlich 

aaäf bie 3sq))ttfd|en iJelotatiottfmotitK, ®)>^inFe 

u. bgl. 2)08 bünne iSfattnert, bie bur^fidittBen, 

bUrftigen @uirlanben ^ben ben 9taturaIiSmu8 

htS (Sm^itre oon bem SoutS XVL ab (^ig. 167). 

S>te Snabet, gemü^nlt^ auS lädiertem 

aRo^goni^oIj gefertigt, jeigen eine nrnnittelbare 

Uebertragung bei antilen Si^itefturfonnen in 

tleifem, »in tonfhiirtiDem ünfbau. 3)it 3:ifi^' 

, fäge unb fonfligen ®tüt)fn finb Oierfoutige 

Pfeiler ober ©fluten, lefttere oft ft^Uarj loffiert, 

mit ^itflt unb IBafid auä Ueigolbeter Sionje 

(^ig. 188). ^ie ^(ä^en bei ^aftenmäbel bleiben 

meiß glatt unb erhalten, wie oui^ aStt übrige 

URobtliat, nur aufgeFegte jtnlii^e SRetaDbef^lSge 

' unb SiDnjeomamente, bie bui^ i^ feine, fheng 

m^"i. '" «ntifem ®<n>« Monbelfe ffiifelierung oft 

Cdtamcnt einen ^0^ tünf)Ierifd|en Sßert ^aben unb 

'*""">■ mit Mec^t uttfere BoDe SBeitinnberung et« 

tegen. 3)er ^efamteinbruct bleibt aber ^inter bem iSiert 

ber Srongen in ber 9legel fe^i ei^ebli(^ gurfld. Sßte 

'SipiiemBbel jeigen mo^I eine aparte jtuuflmeife unb 

ii^en viedeit^t ovä) in moni^ Sqie^ung, aaif nictnt fte 




3rtg. 199, IIniBir«"ttf(6 «ul btm Sdilüflt $u (BflijSnra. 
nit^t in fftiflli^ aSJc^nungcn fte^tn, einen Oorne^men (£in< 
brud; abet jenen ©tanbn^en ouS iIlaba|terfSu(en mtl bem 
armfeligen friedl^nlti^en Suffag au8 bOnnetn ilßefflngblet^ 
unb traurigen @mitn, bit baS @m^ite tno^I am tceffenbßen 
d^atatteiilieien, unb in benen fi^ bte ungutangltt^e Snffaffimg 
ber Kntile am f^e^enb|ien ju erlennen giebt, toiTb man 
räum me^ aU ein rein funj^iflorifc^ Sotetetfe entgegen' 
bringen fBnnen. 

'SItan glaubte bamald gemi^, ba^ man fi(f| flreng in 
ben iSa^nen bei Xntife bemege, unb bix^ E|at man (i(^ (aum 
einmal fi^mecet gegen biefelbe Detffinbtgt, wie getabe ^iei; 
benn efi fe^lt biefen unberflanbenen SRai^btlbungen ber tiefe 
®eifl bet Üntife, bie retn Dcgantfi^e (Sntnidelung ber formen, 




VtoniitaTtismtnt (Cmpfit). 



222 SJet gmpfte-Stit. 

bad bi$ ins titiit^t abgellStte Set^aitniS beS ®anjen ju 
ben einjelnen @ltebnn unb Doc aQem boS fein enttDtdelle 
Simjlgefil^I, bnS ber Sntile bie »unbeibare 3)oIIenbung gab. 
XaS Empire ip eben ber ©fit etneS UfurpntotS, ber fein« 
^erDorflei^fnbflen Q^^araftrejüge , ben nSlIigen SDIanget an 
3beatiäniii8, bie no^eju obfotufe (Scfii^Koriateit, bie Mlteiie 
Sere^nung unb feine etgeitfinnige SUßittenStraff mit gtaoie» 
renbem ©lenipel out^ feiner Äunfl aufbtürfte. 3>ie SSe« 
nennung biefer Sunproeife mit iftrem Se^en-ft^er alS 
9IapoteDn=, Omperial« ober fiaiferflil ip beS^alb nirgenbS fo 
gere^tfertigt roie i)iet. 9!apoIeon noaie benfelben jum Sell< 




190. «Inflab OD" bet )h>tRclle »ovoKoitS tm SAIotle iu ffiaribucg. 



|lii er^ben unb fanb ou^ in ben Don t^m abhängigen 
?änbeni, namentlii^ in Deutft^fanb, miHige SJoc^a^mer. 
Sinein nur in ber ^nnenbetoralion unb bem äRobiUar ge< 
Inngt berfelbe ju na(^!)al(tgerem @influg; [Ur bie {[n^itettui 
i{1 bie 3^" f^'ner Sntwiifelung unb Sinniirlung ju tutj. 
T)enn ber Smptnfiit überbauert baä Saifeneic^ nii^t lange; 
""t nunmet)! emai^enbe dteuIlafriiiSmud imb 9lomanidmud 

19. Qo^t^mibertS mai^en biefer nü(^tem|ten aller ^iift' 

en ein Enbe. 



3)ic ©tilttrfitungcn bc§ XIX. Sfo^rl^unbcrt«. 223 

Sie StUrtd^tnngen im 19« ^al^rl^unbert. 

3)0^ S9tlb, meld^eiS bod ßunfUeben im Anfang beiS 19. 
Sal^rl^unbertiS mtb iniSbefonbere naij bean 3ufammenbrud^ bed 
franjöflfc^en ^aiferreic^d barbietet, ifl ein fetneiStoegd er« 
freuHd^eiS. ^ fjranfreic^ I^Qtte bie Steüolution nid^t nur 
mit ber ^öftfc^n Ttaäjt, fonbent auc^ mit ber ^öftfc^en .^unfl 
grünblid^ aufgeräumt, o^ne ba| für biefelbe bem SoRe anttj 
nur einigermaßen ein Srfa^ geboten töorben m&re. 3n 
ÜDeutfc^Ianb l^atten bie napoleonifc^en jhtege unb i^re 9?ad^« 
mirfungen ha^ menige, um maiS fid^ bie beutfc^e SoItSlraft 
feit bem 30iä^rtgen ^iege er^ott \)attt, DoIIenbS gerflört. 
S)ie Äunft, bie im ©d^oge beg SotfeiS feinerlei Pflege me^r 
fanb, geriet in eine beifpieDofe S3erfumpfung, in ber fc^lieg* 
lid^ iebe äfl^etifc^e @mpfinbung abgeflumpft töurbe unb ein 
fc^onungSlofer SanbaUiSmuiS fic^ breit machte, Don bem bie 
unbofrat^ersig jugepu^ten @tuccaturen unb ©d^ni^ereien unb 
bie mit toeiger ^alf« ober himmelblauer Seimfarbe über« 
tünchten Sßanbgemälbe uniS §eute nod^ ein traurigeiS S^^S^i^ 
geben. 9tur Italien, bod fid^ nie fo meit Don ben Sahnen 
ber 9(nti!e entfernt ^atte, blieb feiner angeflammten natto' 
nalen Äunft treu unb iDurbe gu einer ?lrt neutralen Qom, 
mdj toeld^er balb toieber, tok einjleniS, bie norbifc^en Huftier 
i^re SBaQfal^rten unternehmen follten, um ^ier aufiS neue 
SJorbilber gu fuc^en für bie ^Regeneration ber fo tief l^erun* 
tergefommenen Äunft i^reS $eimatlanbe5. ®a aber ba5 
©titgefü^t unb ©tilbettjugtfein ber großen ÜRaffe DöHig ab^^ 
^anbcn gefommen mar, bauerte t^ geraume 3^^t, 6ii8 bie 
SRottoenbigfeit einer fol(^en überhaupt erfannt unb ber Stuf 
naäf 5Reubele6ung ber ^unft ein allgemeiner tourbe. @ng« 
lanb, ha^ fd^on im äuiSgang beg 18. 3ö^^^^wntcct8 mit 
feinem Älofjtjigmu« treffli(^e ©rfolqe erhielte, gab ein an* 



224 ^te ©tilrtt^tungen bei XIX. Sal^r^unbertd. 

regenbed Setfptel, haS aÜmS^ltd^ befrud^tenb iurüdtDirfte auf 
ben Aontfatettt. 

& toavtn Derl^ältnidmägig wenige, aber ^oc^bebeutenbe 
SRänner, bte in ber SrfenntitiS, ba| nur an $anb ber ünttfe 
ein glüdflid^er $fab für bte ®en)tnnung einer neuen, geitge« 
nt&gen ^unflrtc^tung gefunben merben fönne, im 3)ienf}e er« 
leud^teter unb funßUebenber f^ürßen einen 9?eutIaffi)iiS« 
muiS ind Seben riefen, ber gerabe in 3)eutf erlaub glängenbe 
Vertreter fanb: 3n ©erlin ifl c« Ä. fjr. ©^in!el, ber mit 
feinem @inn unb toa^r^aft fünßlerifc^er Segetfierung bie 
^eUenifc^en ^nflformen auf bie SBerfe ber mobemen ^n^ 
^unß übertrug (3Rufeum, @(l^auf))teI§auiS gu Serlin), in 
SRünc^en ber in ft^nlid^em ©inne mirlenbe Seo Don Alenge 
(Stuf^mt^ffaUt in ÜRünc^, Sßal^alla bei SlegeniSburg), in 
S)reiSben unb SEBien ®ottfr. @em))er, neben ®d^inte( n)o^( 
bie bebeutenbfte ©c^öpfertraft ber neueren S^it, in beffen ©ou* 
werten (Sweater in S)redben, äßufeum unb Surgt^eater su 
SBien, ^ol^ted^nüum gu B^ric^) bie italienifc^e ^od^renaif^ 
fance in neuem ©etoanbe unb ebeljler 2)ur(i^6ilbung er« 
fc^eint. 

S)iefem 92euf(afftjimuiS, oer auc^ in anberen JDrten, 
namentlich in jiartöru^e unb Stuttgart (Sfr. SEBeinbrenner 
bejn). S. SeiuiS) ^erDorragenbe Vertreter fanb, ertoud^d jjebod^ 
ba(b ein heftiger SEBiberfprud^ in einer Partei, meldte im 
ünfd^Iug an bie romantifc^en S9e{fa:ebungen in ber Sitteratur 
f^ü^Iung fud^te mit ber mächtigen religiöfen Semegung unb 
bem neuermac^ten religiöfen ©eifie. Son i^r »urbe bie 
SBieberbelebung ber d^rif^lic^^mittelalterltd^en 
©tile atö l^5(^fled 3beal gepriefen unb gletd^geitig burc^ 
^el^r bebeutenbe 3)enlmale in ber ^ra^rid Dem^irllid^t: 3n 
Htfdblanb Don f$. Don ®Srtner in aßünd^en, Si. SB. 



SßcuTIairiiidmttiJ. 225 

$ofc in $annot)cr, 3. 3. (Sifcnlo^r in fiatöru^c, gr. ö. 
@c^mibt in SBien. yiaij benfelben ^rinjipien toixUn in 
grantrcid^ Siottct-tc-Dnc, in ©nglanb (£§. fBatxt) unb SQ3. 
$ugin. @o ge^n alfo bid tief in bie jmeite ^älfte bed 
19. Sol^r^unbertö in ber S9au!unß flaffifc^e unb xomaxtf 
ttf^e @tilrid^tungen neben einanber ^er^ o^ne haj^ ed einer 
berfelben gelungen toüxt, fic^ ein bleibenbed Uebergetöic^t pi 
emerben unb tiefer in bad Solfdleben einjubringen. 

3)ie Silbnerei Derbanft ber SBieberauf nannte beiS 
^(afi^iSmud einen neuen 9uff(^tt)ung. 3)ie rein beforatioe 
^lafltt bed Sarocf unb Stofofo mit ben oft bebeuHid^ ge«" 
fteigerten ffornten unb ber Dor aDem aufd (SffeftDoÜe ge« 
richteten, rein äu|erli(i^en unb manieriftifd^en Se^anblung 
f^attt ftd^ fd^on gegen @nbe bed Dorigen S^^r^unbertd über« 
lebt. ®ie öeränbertc S^^tfirömung, toeld^c in ber 2Ritte 
bed Dortgen ^a^r^unbertiS in ber 93au!unfl ben epod^ema« 
d^enben Umfd^Iag l^eroorrief, ergriff andj bie S9tlbnerei; man 
{Irebte lieber nad^ einem tieferen 3n^alte unb ßrengen, reine« 
ren tJformen nad^ bem unoergleid^Iid^en Sorbilb beS Kafftfd^en 
2lUertum«. ÜDiefer Sleuflafr^iÖmuS ber Sitbnerei, ber öor^err« 
fc^enb blieb big auf unfere Sage, pnbet feine ^eröorragenbften 
Vertreter in (Sanooa, ÜDannedfer, I^orttjalbfen, ®. ©d|aboto 
unb &). Slauc^, b. f. bie ÜReifter, bie beftimmenb eintoirfen 
auf bie 3Rel)r2a^l ber S9ilb^auer ber neueren 3cii* 

!Die ÜRalerei, töeld^e p^ in ber Sarodf« unb iRofofo« 
epod^e ganj in ben Sahnen einer ^mar brillanten, aber bod^ 
rein äußerlichen, to!etten Aunft bewegte, gelangt mit @in« 
tritt beiS JilaffljiiSmud ju einem äSSenbepunft, mit meld^em 
eine (Sinlenfung erfolgt in bie rein tlafflfd^e Stic^tung ber 
äntüc im ©inne ber SRafaerfd^en Äompofltionen. ÜDlef'' 
Semegung töurbe angebahnt burd^ 9. 9Rengi8 unb Sngef 

^arfmanit, etilTunbe. 15 



826 4)te @tttrtd^tuttden hti XIX. ^^fal^rl^unbertd. 

Sandmann, beten SEBerte iebod^ nod^ burd^ bte mamerifltfd^e 
Se^anblung bte UebergangiSfiufe barfleüett. (£tn DdQtger 
Umfd^mung tritt aber in ben @d^5pfungen beiS tbealen unb 
l^od^bebeutenben Sldmud SarjlenS ein, in benen f!4 ^in 
enger Slnfc^lug an bie üntüe gu ertennen giebt. I^nt^ranl* 
reic^ tfled 3. S. S)at)ib, beffen ^erfe nnmittelbar Don ben burd^ 
bte SteDoIutton l^erDorgerufenen 3been erfaßt toerben, unb bte 
in ä^nlid^er 3Betfe ba^nbrec^enb nierben für bte franjSflfc^e 
^unfl. ÜRtt aSeginn beS 19. ^a^r^unbertiS er^&It bie ro« 
ntanttfd^e (Strömung, bie in ber fünftlerifd^en Ser^errlid^ung 
ber Slnfc^auungen beiS 9RitteIatteriS bie Dorne^mfle Aufgabe 
ber ßunft fte^t, bad Uebergemic^t; biefelbe »trb ^auptfSd^lic^ 
gepflegt bnrd^ %. Döerbecf, SB. ©c^aboio, % D. ©ornetiu« 
unb 3. ©c^raubotp^. 3)er ©influg biefer äReijler blieb nac^* 
mirfcnb bi§ in unfere 3^i*^ i« ^cr flc^ bie SKalerei bnrt^weg 
bem realifiifc^en unb foloriftifc^en ^rinjtp gugetoenbet f^at 

Slud^ für bie Sautunft unb haB Aunßgetoerbe 
ba^nt fic^ aQnt&^Iid^ in ber {tnetten $ä(fte beiS 19. 3a^r« 
l^unbertd ein Suffc^mung an, 3n ber ganjen erflen ^&Ifte 
^atte fld^ bte ©efamt^eit bed Solfed ben oben betrachteten 
Singelbeßrebungen ^erDorragenber WlUnnet gientüd^ teUna^miS« 
loiS gegenüber gefieOt. ^üx fie ntugte eben ein neuer baiS 
ganje Kulturleben förbernber ffaftor fommen, ber töteber bie 
Sü^rung ber ßunfl übernahm, bie im SlUertum ber nationale 
©taat, alSbann bie retigiöfe 3bee, im ÜKittetatter bie Äirc^e, 
in ber Stenaiffancejeit bad Sürgertum ber freien @t&bte unb 
gule^t baiS abfolute jiöntgtum übernommen l^atte, unb biefer 
3a!tor fam mit bem Einbringen frei^eitlid^er 3been in bie 
Solf^feele unb mit bem auftreten beiS ©efamtooRed für bie« 
felben. 3n engem 3ufammen§ang mit bem Stingen bed 
^^ nad^ politifd^er f^ei^eit ermad^t bie iEeilnabme beS« 



eUbnerei unb SRoIerei. 227 

felben an bett lünfUertfd^en SBefhebungen^ unb nttt ber ®tei* 
gerung ber SoIfiSanfprüd^e, alfo j[entr Setuegung, bte im 
3a^re 1848 gunt 9bfd^Iug lontmt, toirb b'tefelbe gu einem 
aDfeittgen, lebhaften 3ntereffe für bie Sunfi ®ic eifrige 
®rünbung Don reic^ awSgeßatteten SRufeen unb tvo^Iorga« 
nifierten 8au« nnb ^nflgemerbefc^ulen, in ber @taat unb 
$riüate mit einanber wetteifern, jeigt beutlid^, mit töeld^er 
aRac^t bod Sntereffe an t^athäftiger Aunftpflege gum ÜDurc^« 
bruc^ gelommen ifl. 9Qein tro^ ber mit bem june^menben 
SBo^tßanb aQgemein geworbenen ^eube an ber fünf^Ierifc^en 
9uiSgeftaltung beiS SebeniS finb toir gu einem neuen, bem 
3eitd^arafter entfpred^enben ®til nid^t ge!ommen. Unferer 
3eit fehlen bie Sorbebingungen, bie früher eine ein^eitüd^e ßunfl« 
meif e l^erbeigef ü^rt l^oben ; ^eute arbeitet bie ^unfl nic^t mie früher 
für bie Aird^e ober bad ^runfbebürfnid eineiS ©tanbed, f onbern 
bie ©efamt^eit beiS SoIfeS iß ßonfument, unb ber Sluftrag* 
geber, beffen ®ef(^macf unb Urteil ni^t me^r mie früher 
burd^ SErabition unb eine gerabegu jum ©efe^e getvorbene 
faß auiSfd^Ueglid^e ^ormenfprac^e geläutert unb in gang be« 
ftimmte Stid^tung gelentt ifl, erhält einen übem^iegenben @in« 
flug auf bie tünfilerifc^e ©efialtung. ®o mürben, um ben 
Snforberungen beiS Singeinen gu genügen, bie §i{lorifd^en 
@tile neu ind Seben gerufen. S^Qein biefe „äBieberbelebung'' 
trieb bei ber ungefunben $aß nad^ Steuerungen unb bem 
toie bie 3Robe mec^felnben ©efc^madC l^öd^fl töunberlid^e 
Slüten, bon benen und bie oft alle möglichen ®ti(ar« 
ten auftoeifenben ©tragengüge unferer mobernen ©täbte 
manchmal rec^t unerfreulid^e )iBeif))ieIe geben. @rfl in ben 
(e^ten gtöei ÜDecennien ^at fid^ aUmä^Iid^ ein flareiS Urteil 
über bie Sebeutung ber ^ißorifc^en ®ti(e unb bie 9{ottoen* 
bigfeit, biefelben fletd in i^rem Jiultttrgufammen^ang auf^ 



228 ®ic ©tilrid^tunöcn bcg XIX. ^o^rl^unbert«. 

faffen^ l^eraudbKbet, unb in ber (SxUnntni^, bag unfere Set« 
^SUntffe benen ber Slenaiffance immerhin am ttS^ftcn fie^en^ 
ttjurbc ber gonnenfreid berfetbcn^ ber ja eine unerfci^öpflid)e 
aRonnigfoItigfeit in ftd^ fc^liegt unb ben nationalen j^rabt« 
tionen am meinen entfpric^t ^^^ bominierenbe. %Qein n?tr 
ftnb ntc^t me^r auf benfelben angemiefen ; miroerfügen (eute^ 
im 3^i(^^^^^ ^^^ Serfe^riS auf allen ©ebteten, über aQe 
@pracf)en in ber ^unjl, aQe ©tilarten unb !5unen biefelbcn 
fo üertoenben^ töie eB vm§ in iebem einzelnen t^aUe gut unb 
gmedmägig erfd^eint. Unb barin liegt jebenfaQ auc^ ein ge« 
toiffcr SSotjug. Ob eS ber neujeitüd^en Äunftpflege gelingen 
luirb^ tote in früheren ä^i^oltem auS eigener Äraft bem 
®eifle ber 3^^* entfprec^enbe Äunftformen fid^ felbji ju 
fd^affen, unb ob überhaupt bie S9efirebungen, einen „neuen 
StiC' gu getuinnen, bered^tigt finb^ erfd^eint bed^alb bod^ 
atö fraglic^. 3Ba$ umS ^eute an ben jum großen Xett bor« 
jügUc^en Seijlungen ber 93au(unfl unb bed ^nflgetöerbed 
mie ber gefamten bilbenben Itünfle aU erfreulid^ed 3^^^^^ 
JU Xage tritt, ifi bie äSSiebergetvinnung eines geläuterten^ 
funfierfüQten ©efc^madCiS, ber bie l^iflorifd^en ®ti(e in i^rem 
Äulturjufammen^ang gu erfaffen Deifle^t unb mit fou* 
oeräner, fünfllerifc^er Äraft in einem unfern l^eutigen An» 
fd^auungen entfprec^enben ©etvanbe gu neuer ©eflaltung 
bringt. 

Unb fo boQgie^t fic^ bor unfeten Singen eine SEBieber« 
geburt nic^t nur ber tlafftfd^n ßunfiformen, mie einflend 
im 15. unb 16. ^ol^r^unbeit fonbem auc^ ber mittelaltcr« 
lid^en @tile, unb bad ifl bie gtveite Stenaiffance am 
^«iSgang beiS 19. 3a§r^unbertd. 



229 



fittteratur. 



9enu|te Ouelten: 

Sempera., Heber Oauflile. Bflrid^ lBß9. 

@ (^ n a a f e G., ^efc^ic^te ber bilbenben fianfle. Dflffelborf 1806/79. 

ff u g I e r Q., (Befc^ic^te ber OauTunll. Stuttgart 1856-67. 

^urm3., <£nbe^., @(^mitt(S, XBagner^., ^anbbuc^ ber ^rc^iteUur. 

1) Surm 3, S)ie Ooulunft ber ®rir(^en. !CarmftQbt 1881. 

2) „ „, „ « „ (Strudfer unb 925iner. ^Corinftabt 1885. 
S) a Gff enmein ^, 2)ie 91 Umgänge ber tlaffifc^en Saufunft im oft« 

unb »eftrömifc^en Stetere. S)armftabt 1886. 
b 3rana'$af(^a, ^ie iBautunll tti 38Iam. S)annfiabt 1837. 
£ ü b r e fB , ®runbrt& ber ßunftgefd)i(^te. Stuttgart 1832. 

„ „ , ®rfc^i(^te ber ^rc^itettur. £dpaig 1384. 
L> ü 6 l e 9B. unb £ a g o m (£. M., S^enfmdler ber ffun|l. (Stuttgart 1879. 
(Eeemann'S ITunft^iftorifd^e Silberbogen. SeipMS 1881—91). 
9)2 o t ^ es 0., dnuftrierte« Saulesiton. £eipaig > 863/68. 
9 ü ^ 1 m a n n 9-, Die ^(rc^iteTtur beS flafftf c^en ^ttertumS unb ber 9tenaiffance. 

Stuttgart 1872—1885. 
» 5 1 1 i (^ e r «[., S)ie SIYropoIiS bon «t^en. Berlin 18S8. 
S o I m e t f (^ ^., %tx Ornamentenf (^a^ 3. Qluflage. Stuttgart 1897. 
STZ e 9 e r Sf. 6., Ornamentale gformenle^re. fieipaig 1886. 
3 n e 9 0., (Brammatil ber Ornamente. £onbon unb ßeittaig 1863, 
r o p i u 8 SD{., 9lrd)iD fflr ornamentale IFunfl. Serlin 1880. 
€ t e m a n n & t)., ^anbbuc^ ber Silbnertunft CBeimar 1884. 
93 u f c^ S., S)ie lOauftUe l. unb 2. XeiL £eipAig 1868—1878. 
^ a b f c^ $., S)ie a(t(4rifir{(^en fiir(^en k. ßarisru^e 1859—63. 
S ^ b e i, %tx Som tton Varenjo }C. Oerltn 1859. 
Salaenberg SB., 91t(^riftli(^e SaubenYmale ItonftantinopelS bom 5. MB 

18. da^r^unbert. Serlin 1855. 
tnigeineine 9au}eitung 1856. 

Sc^lagintmeit S., dnbieit in SBort unb Silb. Selpaig 1880—81. 
C 6 e r S 0., Vegbpten in «tlb unb SBort Stuttgart unb fieipaig 1879. 
d ft 6 o » C^. b., Die SReiflerwerTe ber ff iri^enbauYunfL Beipsig 1862. 
9 r ft e r S., Denimale beutft^er ftunft bon (Sinfü^rung beS Q^rißentuml 

hxl auf bie neuere Seit. £eipiig 1855/66. 
€tra§tuTg unb feine 9auten. Straftbura ^834. 



230 Cittcratur. 

^ e i b e 1 f f S., 2){e Ornamentit bes 9RitteIaIterB. 92fim(erg 1847. 

®e)Derbel^aae. Stuttgart 1863 unb {Ig. 

fiunftgemerbeblatt fieipatg 1886. 

L'Art pour tous. Encyclopödie de Tart indnstriel et dteoratUL 

Paris 1861 ff. 
^irtl^ (»., %ai beutfc^e Sitnmec. SOlünd^en unb Seipaig 1886. 
S)eutf(^e Slenaiffance t)on Orttuein, ©c^effetS u. a. £eU)iig 1871/90. 
8 üble m., 0ef(^i(^te ber beutft^en ftunft. Stuttgart 1890. 
0dbl @., SBürsburg, ein tultur^iltor. Stäbtebilb. XBflraburg 1896. 
(£ i f e n r 1^ c unb XB e i g I e , Qlrc^itettonifc^e Stunbf c^au. Stuttgart 1890 u. 1891 
Lambert nnb Stal^I, SKotibe bec beutfdien Krt^iteltur , II. ttbt. 

Stuttgart 1898. 
(Süxlitt^, ®ef(4{($te beS JBarodfti» in 3taUen. StuHgart 1887. 

m f,, „ „ if unb beS Koloto in S>eutf(4Ianb. 

Stuttgart 1889. 
® u r ( i 1 1 S., ®ef(^i(^te beS Oarodfti», bes Rololo unb beS ftlafiiaiSmui» in 

Belgien, ^oHanb, Sfranlreic^, (Snglanb. Stuttgart 1888. 
S b e 0., bie Spfttrenaiffance. SerUn 1886. 
d e f f e n $., S)a8 Ornament beS 92oloTo. fiei^iaig 1894. 
D a 1 y C, Motifs historlqnes d'archltecture et de scnlpture d'ornemenW 

PariB 1869/1880. 



9iegifier 



231 



AbacOS 29,32,35,80,100. 
Ablauf 81. 
Ke0t9))tif(4er 6ti( 7. 
Utant^ui 86, 86, 38, 52, 

160. 161, 190. 
«Cfrotmen 8& 
mtarttlbftne 68. 
mtcbtimic^e ftunft 67. 
ÄmboAen 70. 
ÄmptalprostyloB 83. 
Amphora 42. 
Slnlauf 81. 
Antefiza 26. 
Slnten 85, 89, 83, 36. 
natentempel 28. 
Snt^emien6anb 84, 36, 87. 
Anaii S9. 
%q)ftS 68, 8a 
Sia^edlen 82. 
«rt^oifctier @ti( 40. 
9[c(^itTat> 26, 29, SS, 179. 
0r4it»olte 59. 
«rf oben^au 66. 81, 102, 153. 
«n^rifc^e ftun|l 14. 
Aatragal 32, 85, 49. 
Atlanten 86. 
Atiiam 70« 
%tt\ta 64. 
Attif(^e fßafi^ 81. 

Skb^Ionifc^e ftunft 14. 
ea(uflraben 152, 186. 
Sinti fierien 78, 106. 
BotoctfHI 177. 
eaftUta 65, 68, 90, 122. 
Basis 85, 80, 31, 84, 43, 

49, 188. 
Sau^fltten 181. 
Bronieomamente 220. 
9üiü>elpfeilec liS. 
»paonttuif^er 6t« 78. 

Qanteen 48. 
Canallcnli 28. 
Oella 21. 

Itntratt'avL 73, 74, 156. 
Siborium 70. 
biii^a 68. 
i^Koben^SRauem 20. * 

toQob 16. 
iiamaittfrieS 104. 
lienfte 101. 
Dipteros 28. 



S)orij(^e Oxbnutifl 28, 49 
S)reifc^at»e 29. 

Echlnus 29, 82. 
ddblatt 9a 
(^n^ornIa|>itft( 15. 
(Slifabet^enftil 173. 
(Smpire 217. 
(fmpiieornament 219. 
(Snfauftiff^e 2»alerei 41. 
Entasis 28. 
Epistyi 26. 
(Srfer 162. 
<Sfel«tü(fen 133 
(Stcuttifc^e »afi« 49. 
I£trustitd)e ttunft 44. 
Exedra 68. 

^ad^loerlbau 189, 160. 
^elfengidber 9. 
^elfentempel 9, 16. 
Maltn 122. 
Orifcfiblafen 183. 
^lec^tbdnbei 36, 37. 
i$rie« 26, 29, 83. 

<9auben 168. 

Geison 26, 80. [172. 

®efuppelte ttapitiU lOO, 
Oemmenfc^nitt 42, 63. 
®ef(^)veifter@pt^bogenl83. 
(Seioötbeaurten W, 102, 131. 
@eto5tbeio(4 118. 
(Semöibebau 45, 65. 
OftDÖlbelappen 91, 119. 
@iebeifelb 26, 97, 103. 128. 
®todmalerei 109, 136. 
Sobelin 204. 
&oti\ditx ®til 114. 
(0ratgemö(be 92. 
(Sratlinien 92. 
(8rie(bif(^fr @ti( 19. 
«ruftlirdie 70, 89. 
Guttae 80. 

^aHenfird^eti 121 183. 
^alSriiifl »2. 
^at^orlapitdl 11. 
Rennen 158, 165, 179. 
hezastylos 28. 

iietog(9p^en 11. 

fiflorifc^e 6tt(e 7. 

•ufeifen bogen 80, 112. 

[ydrla 48. 



hypalthros 28. 
Hypäthraltempel 2S. 
Hjrpotracheliam 29. 

fjfabanifdge ftunft 18. 
Sefuitenßil 181. 
dmperialftil 223. 
3nbif(^e ftunfl 16. 

entaglien 42. 
ntarfia 169. 
Jntercolnmninm 29, St. 
donifc^e Orbnung .HO, 50. 
df0latnitif(^er @ti( 78. 

AaffgeflmS 126. 
ftaifetlMI 222. 
Kaljrmmatien 27. 
ftampfer 75, 80, lOl. 
ftanneluren 28. 
ftantentciec^blumen 128. 
Kantharos 43. 
Kantharas 70. 
ffapitdl 11, 29, 32. 84, 52, 

75, 80, 181, 149. 
ffarnieS 84. 

Üartufc^en 181, 188, 203. 
Karyatiden 36, 158, 165. 
fiaffettenbetfen 27, 66, 57, 

69, 161. 
ftatalomben 68. 
Kathedra 70. 
ttelc^lapitftlll, 24, 47, 48. 
fteramil 42. [100, 

ßibla^ 79. 

filaffUiSmud 209, 224. 
meebiattbogen 80,i03,li2. 
ftnofpenrapit&I li, 98, 112, 

118. 
ßompofltTapitftl 62. 
ftonfolen 27, 132. 
ftonntbif(:^e Orbnung 84, 
srrabben 128. [50. 

ftran^gefintS 26, 83, 52, 

125, 159, 186. 
Krater 42. 
ftreuiblume 128. 
ftreusgdnge 106. 
ttreuagetoölbe 66, 98. 
fireuftrippen 91, lOi, 131. 
Sttttpta 70, 89, 118. 
Ihtppeln 77, 81, 88, 156, ISO 
ftnppelgetodlbe 57, 73. 
Kymation 29. 
Kylix 48. 



252 



!RcöiIlcr. 



Sdpgengurten 91. 
ßanjettfcnpcr 113, 141. 
£af Aenen 91. 
Laterne 156. 
£aternenlrana 156. 
fieiBungett 102. 
Seberorncment 166. 
LekythOB 43. 
ßertnen 94. 
ßettncr 9S, 118. 
fiifcncn 94, 96. 
ßotoSblume 12, 15. 
Loais quatorze 182. 
Louis qalnze 198. 
LouiB Beize 208. 
Lacarnen 16S. 

SRäonber 86, 87. 
9Ranfarbenba(^ 186. 
9)2a6merle 123. 
Metopen 30. 
Mihrab 78 
^Jhnarct 79. 

SHinlaturmaterel 109, 137. 
Monopteros 23. 
aWofait 60, 71. 
9!Kof4cen 78. 
Mütulen 80. 

Naos 21. 
9?apoleonftiI 222. 
Narthex 70. 
92eullafr^idmu8 224. 
92eggetodibe 119, 141. 

jDbelUIen 10. 

OÖrcn 168, 179, 186. 

Oinochoe 43. 

Oktastylos 23. 

Oplsthödomos 92. 

Ornament 14, 86, 59, 71, 
75, 81; 106, ISH, 149, 
166, 183, lb9, 199, 
211, 220. 

Vag oben 16. 
Salmette 26. 
^atmettenTcanj 3a 
«ßirabie» 89, 117. 
^enbentifg 73, 180. 
Peripteros 22. 
<Berm*e Äuitft 15. 
^mi 31. [179. 

«Pilaftet 65, 149, 162, I6l, 
9Jant^e 26, 3T 
^ompejanifc^e SBanbrnale« 

reien 219. 
$ortiru8 66, 68. 



Posticam 22. 
Presbytei liun 70, 89. 
Pronaos 22. 
ProstylOB 22. 
^rotoborifc^eS Sta)(tiiäl 11. 
PseudoperipteroB 22. 
Unionen lO. 
$^ramiben 8. 

jQuergurten 90, 181. 

Stabfenfter 96, 128. 
Kautenfries 104. 
Regenoe 195. 
3«cIieF 12, 14. 
9ienaiffaitce 144, 146, 16R, 
Rhyton 43. [172. 

detnnteifte 26. 
9iip))engen)ölbe 92. 
m\al\t 158, 186. 
Rooaille 195. 
mototo 194. 
»JoaenfrieS 104. 
aiomanift^er (Stil 87. 
diömifier ©til 43. [50. 
9iömifcpnoni[(^e Orbniing 
9iömif(^«tonnt^if(^e Dcb« 

nung 50. 
aiojcnfcnftet 128. 
9iunbbogenfTted 94, 103. 
dtunbftabfrifS 104. 
dtmhtimpil 28. 48. 
9tufrif*ct ©til 77. 
9iuftica 147, 185. 

6dulen 11, 24, 49, 70, 80, 
97, 149, 152, 165. 

@ftuIenorbnungen 28, 30, 
84, 49, 50, 179. 

(Sdutenfc^aft 24. 

@(iutenfiu^I 53. 

ScamiUas 29. 

Scapus 24. 

6c^ad»btettfrie8 104. 

©(^lugftein 93, 132. 

(Sc^uppenfried 104. 

@(^tt)ibbogen 122. 

©graffito 150. 

@tegedf Aulen 16. 

@ima 26, 30. 84. 

©Pbins 10, 12. 

Spira 30. 

(5pi^bogen80, 112, 113,183. 

@))i$fdulen 122. 

©pilftab 132. 

gtalattitenrciuöfbe 81, 

Stalaltitrntapitäl 80. 

etempelfc^nitt 42. 



stereobates 24. 
©temgemölbe 119, Ul 
Strebebögen 122. 
©trebepfeilec 122. 
etil 6. 

©tirnaiegel 26. 
@tu|rippen 143. 
Stylobates 24, 
Stylol 24. 

Taönia 29. 
Xambour 156. 
Xaufrie« 104. .^ 

XempellO, 16, 17,21, 4l|jl 
tetrastylos 23. X^. 

XonnengeiDölbe 56,7' 1 
Zopen 16. P 

Tonis 81. 5 

Xoeianiftfte Drbnung m 
Xragfteiue 132. !? 

Xrttufleifte 80. 
Zxa^oetn 118. 
Sribuna 66. 68. 
Sriforien 121. 
XriglDPben 20. 
Trochilus 30. 
Xrommeln 28. 
Xropfenregula 29. 
2:uborbogen 133, 141. s| 

Tympanon 26 97, 103^- 

lleberfaEfenbe 3Bpae 3< 
Ueberganggftil lli. 
Urne 43. 



(Ol 

inr 

«11 

•^3 



gjafen 42, 63, 65, 21»:'' 
SBcrbatbung 27,l49,i5s:' 
Serlröpfungen 64, i7l' 
Ißierung 88, 119. ( 

IßolutenTapitdl 14, 32^, 
ißoiutenpolfter 32, 50.L 
iBoute lb8, 208. ^ 

«Banbblenfle 10 1 i 

iSSafernale 84. 
«Bafferfc^lag 125. ' 

©afferföeier 26, 125. ^ 
^Simberg 128. > 

©ulft 31. J 

SBürfellapitdle 99. i 

(adenbogen 80. I 

Jadenfrie» i04. i 

$abnfd)mtt 34, 10 1. i 
^eitftile 7. 
U(!«a(!frieS 104. 
jopmil 208. 
Zopnoros 26. 



6. 3. edfcben'Tcb« Ttrlagsbandtung, C«ip|i9. 



t 



Butten Me: ^ad^i. 

Itifi, 4>0bere, ir. 

$iof. Sf. 6fluter unb Dr. $aul 
2)tnfe. SRit 70 «66tib. m. 80. 

Kir^enlie^ tias, 5^5 16. 

JafftlfUnbCttS fie^e: ßut^er. 

JKUmalel^re »on $rof. Dr. 9b. 

ftöppen. aVUt 7 Xafeln u. 2 (^ig. 
Kr. 114. 

;u&run ttn5 tiletrl^epen» 

I Wit dinleitung unb SB&rterbud) 
I toon Dr. O. ß. 3iricacf. S^^r. 10. 
»— — fie^e audj: fieben, S)eutj(^ «, 
im 12. 3a^T^unbert. 

»on Dr. Wein^. «untrer. Ißt. i)6 

Kttrjf^tlft. Sc^rbu* ber ber« 
einfact^ten bfutfc^en Stenographie 
(©^flem 6toI/ie - ©tftreo), nebft 
ecftlüffel, i'efe^üden unb einem 
Änbang bon Dr. «mfel. ««r. 86. 

Cätt^erfun5« t)on €uropa 

bon $rof. Dr. »Iran} ^eiberic^. 
SRit 14 Xestfärtc^en u. £tagram' 
men unb einer STarte ber Alpen« 
einteilung. nv. 62. 

— bct aufeereuropälfd^en 

^Xbtcile Don $tof. Dr. Sfranj 
^beri*. SRit ll Xejträrtt^en 
unb Profilen. 9{r. 63 

icf>tn, X^cnt^dfcs, im 12. 

2^lfXlfUnbexL ftulturl&iftor. 
Srl&nterungen sunt 92Tbe(ungenIieb 
unb lur ftubrun. iBon $rof. Dr. 
3ul. ^Cieffenbac^er. SWit 1 lofel 
nnb 80 «bbitb. 'J^r. 93. 

f efflng, Tlntiquaxljdfe nnb 
cpi^ammat. iXblianb' 

Ittn^en. g^it ^Inmerlungen tt 
mtftot Dr. SBert^er. 91t 9. 

- Citt^rarif^e u; btama- 
ttxxg. Tlbfianblnngen. 

SJHt 9(nmerlungen bon IRettor 
Vr. ©ert^er. »Jir. 8. 



Cefftng , €mtlta ^alottL 

Wit (^inteitung unb Slnmerlungen 
üon Cberle^rer Dr. »otf*. 9lv. 2. 

— ^dbcln, nebft JlbbanbTungen mit 
btefer $t(l)tung«art berwanbten 3n= 
balts Wit Anleitung bon Kax\ 
WoebeTe. 9tt. 3. 

— CaofOOn* SWlt einreltung tj. 
ftart ©oebefe. dlt. 4. 

— lltinna von ^atnl^eXm. 

SWit Änmerfungcn bon Dr. Xonm* 
fcbecf. m. 5. 

— ttailian bex tPeifc. mu 

9(nmerlungen bon $rof. 2)en5cl 
unb Ära*. 9'?r. 6. 

— pl^ilotas unb oie ^oefie bc« 
7idbrtgen Krieges in^tuSroal^t u. mit 
8lnm. b. $rof. O. ©flntter. «Wr. 2i. 

Cl^t fipbe: $bt)nf, 5:beoretiT(fie. II. 

mit (^rammatit, tteberfegung unb 
Crfduterungen bon $rof. St). 
echauffier. S^lr. 28. 

Cittcraturgef^v ^eutf^e, 

ö. «Brof. Dr. gWoj ffotb »ir 31 

bcs 19. ^aifxlinnbexis. 

iBon 4iTof. Dr. daxl XBeitbrec^t. 
1. Zeil, mt 184. 

2. Zeil. «Rr. 135. 

— (Englifd^C, »on ?ßrof. Dr. fiarl 
»Beifer. 9ir. 69. 

— ^Xicäfi^äfC, t)on ?ßrof. Dr. 
Wlfreb Oertfc. !Kr 70. 

— Jtallenlfd^e, »on Dr. ffQTt 
Wo6Ier. Wt. 125. 

— Höntifd^e, öon ©erw. ^oac^im. 
9ir. 52. 

Cogaritl^mentaf ein , X^ier- 

fteEigC/ 1> $rof. Dr. ^erm ©rfiu= 
bert. dn ameif arbig. 2)ru(f. 92 r. 81. 

Cogif fiebe: ^focbologif. 

Cutl^er^ lltartln, Zffomas 
ttlnxnex u* 6a5 Kir^en- 
licb bcs 16. ^affxlfnnb.i 

9Iu8getvä^(t unb mit (Stnleitungen 
unb 9lnmerlungen berfe^en DO' 
iProf. ®. »etlit. «Rr. 7. 






tllagnetismus fic^c: ^^^fit 
tXtaUxei, iSef^id^tc 6cr, 

t). $) of. Dr. »i(^. anutljcr. I II. III. 
J V. V. mi. 107, 108, 109, 110, 111. 

tlTcnfi^U^c Körper, ^ex, 

fein '^au unb feine S^ljätigTeiten 
t)Oit Oöecrealfc^ulbireTtor @ 9ie6' 
mann, unb @efunb^eit§Te^re üon 
Dr. i>. ©eiler. SOiit 47 abbilb. 
unö l XafeL 9Jr. 18. 

ttletcOXOlogiC ». Dr. SB. ^Irabeit. 
SDJit 49 ^Ibbilbungen u. 7 Xafelu. 
Ißr. 54. 

inincralo0ie »on «prot. Dr. w. 

^öraun?. «iit 130 Slbbilb. Vir. 29. 

tlTtnnefan0 rictic: SBalt^er bon 
ber SSoflchüoibc. 

tlXurncr, (El^otnas, ric^c: fintier. 

Htufit ißcf^t^te 5er alten 

nnb tnittetalterltd^en , 

üon Dr. Ä. 9Rö^ler. 9Jtit ?iabl= 
reichen VbbUbungen unb a^uftt« 
be IIa gen. i«r. 121. 

Ulttl^ologie, X^eutfd^e, oon 

^43ruf. Dr. gfriebrtc^ ftauffmann. 
iRr. 1.5. 

— iSriedbif^e »♦ rötnlf^e, 

b. ^rof. Dr. ©ecm. Stcubing. ytt.27. 

— pcöe aviäi: ^elbenfage. 

Hauttf t)on ©ireftor Dr. JYrona 
©rtuiTje. aWit 56 ^ilbbilb. «Rr. 84. 

ttihclnnge, T^cx, tlöt unb 

^Httel^o(t)beutf(f)e @rammatif mit 
furjpm SBörterbut^ oon $rof. Dr. 
SB. ©olt^er. m. 1. 

fie^c ou(^: Seben, ©cutfc^eS, 

im 12. 3a^rbunbert. 

nu^pflanjen o. Dr. 3. »ebren». 
^ 9Jitt 53 Slbbilbuntieu. 9?r. 123. 

päbagogif im ©runbrig b. $cof. 
Dr. SB. 9Jein. 9it. 12. 

— f. a. : ©c^ulprajig, — Unterrtc^tg». 

Paläontologie* »on $rof. Dr. 
SRub. ^oerneiS. SRit 87 ttbbitb. 
">r. 95. 



perfj>eltit)e nebft einem «lU 
über ©cbattenfonftrultion 
$araIIeIperf))eIt{oe oon { 
^re^berger. 9Rit 88 gfifli' 
9(r. 57. 

pflan5e, ^le, t^t ©au unb 

Scben bon Dr. ®. ^ennert. 
96 )abbttbungen. 9lv. 44. 

pfXan5enl>iolo0ie o, «Prof. 

SB. ^Wlfliila. m. 127. 

pfXansenreid^, X^as. m 

lung beS gefamten ^fEanftenn 
mit ben micbtigfleu u. belannt: 
Wirten bon Dr. ff. Sleinecte 
«ßrof. Dr SB. ÜRtgula. SRV 
äfiguren. Kr. 122. 

pl^ilofopl^ie , €inf iil^rti: 

in biC, fic^e: ^f^c^ologie 
ßoflü. : 

p]^oto0rap]^ie. »on $. ftei 

9Rit 4 2:afeln unb 52$lbbtlbu(f 
9Jr. 94. 

pl^^fif, (El^eoretif^e, i. $ 

äl^ecbanit unb %Iuftit. ^on % 
Dr. (»uftab Säßer. äRit 19 Ab': 
mx. 76. : 

II. Seil: Sic^t unb ©Äf 

SBon «Prof. Dr. ®uftab 3J| 
- »at 47 «ibbilbungcn. 9^. 77.^ 

— — IIX. Je«: efeltricit&t 

9Kagnpti«inu8. ©on $rof. 
@uftab (täger. «DHt 33 »bi 
yir. 78. 

pl^tflfalifd^e ^orntelfant 

lun0. {Bon $rof. ®. 9»a) 
«Diit oielcu Ofig 9Jt. 136. 

plafttf, Vic, bcs nur 

langes oon Dr. ^an§ <& 
mann SKit 23 3:afeln. «ir. i: 

poefle bes rjäl^r. Krle^ 
poetif, X^eutf^e, oon Dr. i 

SorinSft. 9lr. 4<». 

Pfie^olo0le ttn6 Co0if 

einfübrung in bie «ßbilojoot): 
Dr. Zfi. C^lfen^anS. Tiit 13 
Wr. 14. 




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