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Full text of "Synagogal-poesieen: Hebräische Texte mit der deutschen Uebertragung aus der ..."

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SYNAGOGAL-POESIEEN. 



Hebräisclie Texte 

mit 

der deutschen UebertTagung 

aus xler 

sjQig(^1eir Poesie des Sttehlters ren Dr. Im. 



Heraaögegeben 

von 



BERUN, ^8 8i^. 



Dnfik Y<fn Ö. It2kow9ki, Gr. Hamlmvgerstr. 18*19, 



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SYNAGOGAL-POESIEEN. 



Eebräisclie Texte 

mit 

der deutschen Uebertragung 

ans der 

sjnigogaleD Poeue des littelalters Ton Dr. Joni. 



Herausgegeben 

▼on 



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BERUN, 118 8<^ 



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Sunt 10« Hitgitfl 1884. 



Von Dir ist alles dies, 

und Yon Deiner Hand geben 

Dir wir es wieder. 

(Nach Chronik I S9, 14.) 



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yorliemerkDUE. 



Für die hebräischen Poesie'n, welche Zunz in 
dem Werke : ,,Die sjnagogale Poesie des Mittelalters'^ 
in's Deutsche übertragen hat, die Originale aufzusuchen 
und mit dieser Uebersetzung zusammen herauszugeben, 
hierzu hat mir ein Verehrer der hebräischen Sprache, 
Dr. S. Neu mann, die Anregung gegeben; — 

Zum Jnbeltage des greisen Verfassers erscheint 
diese erste Grabe; möge es mir rergönnt sein, ihm 
auch die Fortsetzungen überreichen zu können. Ihm 
selbst aber sei es noch beschieden, die ganze 
Sammlung aller von ihm nachgewiesenen Synagogal- 
Poesie'n aus dem Schlummer in den Bibliotheken 
erstehen zu sehen und die Freude zu gemessen, den 
Weg hiefor nicht allein gezeigt^ sondern auch ihn 
zugleich urbar gemacht zu haben. 



^. berliner. 



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Verzeichuiss und Quellennachweis der 
einzelnen Poesie'n s. am Schlüsse. 



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SYNAGOGAL-POESIEEN. 



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1. 

Gib, gib, rafen die Gottlosen; 
Geld herbei! 
Ihr Feldgeschrei. 

2. 
Gib, gib, sie sprechen, 
Und keiner da zu brechen 
Den Üebermuth der Frechen. 

3. 
Er waget Dir zu fluchen. 
Angesichts der Deinigen; 
Gegenrede darf ich nicht yersuchen, 
Sie sind schon da, um mich zu peinigen. 

4. 
höre wie sie spottet, 
Hoffb ihr noch, es wird gebauet? 
Verlassen, bleibt es und verrottet, 
Und ihr vergessen, nicht mehrangeschauet. 

5. 

Sie sprechen: schon hoffb sie nicht mehr, 

sie träumt 
laicht mehr vom Heil, dn es so lange säumt. 



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1. 

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2. 

3 

4. 

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HDt^^l 3Tj; Dnoi^S -[JTK \nSN HÖH 

K3pi ijnpjk j;cti»i DciiJ^ nySi ti^ö^i 
5. 



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— 10 — 

6. 
Mein Heil, ich dachte, 
Sollten schauen noch die Hamer. 
»Es flieht, sie spotten, gleich der Wolke» 
Keine HofBiung mehr dem Volke, 
Um welches rings umher es nachte.« 
Beschämt ich höre, die Augen strömen 

Wasser. 

7. 

Wann wirst Du uns rächen 
An den mächtigen Frechen, 
Die Tag für Tag sprechen: 

»Wo ist er Dein Gott? 
Kannst Du in Schlaf Dich betten? 
Meinst Du Dich schweigend zu retten 
Vor Schwertern, vor unseren Ketten? 

Rufe ihn doch Deinen Gott« 

8. 
Bleibst Du meiner Lehre treu, 
Bist Du wie ein König frei; 
Wer lüstern ist nach stolzen, schlechten, 
Wird ein Knecht von Ejiechten. 

9. 

Dich, den meines Namens Laute zeigttn, 
Beschwör' ich, nicht zu schweigen; 
verdecke nicht mein Blutl 
Pen himmlischen Gewalten, 



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— 11 — 

6. 

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7. 
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8. 
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9. 
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— 14 — 

I 

Mit Gewalt und Hass 

Ein Bösewicht 

Zu lehren wehrt, 

Was Mose spricht 

Und Israel hört; 

In Finsternisse hüllt 

Ein Götzenknecht 

Was im Talmud gilt 

Und Juda's Recht. 

»Auf! den Bund gebrochen, 

Vergess't was Gott gesprochen« ! 

11. 

»Was die Feinde Böses brüten 
Wider mich zu allen Zeiten wüthen, • 
Können Bücher nicht beschreiben, 
Ueber meine Ohnmacht bin ich selbst 



Meine Zuflucht Bussgebete bleiben. 
Doch soll der nicht auf Erlösung hoffen, 
Der täglich sieht Erlösungen ihn hüten?« 

12. 
1 Ha, den Armen geschieht Gewalt! 
Meine Schwachen stöhnen, 
Schwerterklirren hallt. 
Meine Mörder höhnen 
Und das Wuthgerase schallt 
Entgegen meinen Söhnen; 
Die mich kränken, die Dich lästern, 



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— 15 — 

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11. 

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12. 

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— 16 — 

Fälleu Brüder mir und Schwestern. 
Es strömt bis in die Felsenspalten 
Meiner Jnngen Blut und meiner Alten— 
Und Du, Gott! kannst an Dich halten? 

2 Unrein heissen wir, verkehrt, 
Verwirrt, Verirrte sonder Rast; 

Bei den Völkern rund umher verhasit 
Ist uns der Sinn verstört: 
Geängstiget als rasten Leuen, 
Wir die oflTne Strasse scheuen ; 
Die Bachedurstigen sich ireuen 
Nach Gelüst mit uns zu schalten; 
Kinder, Frau'ngestalten 
Liegen zerspalten, 
Und Du, Gott 1 kannst an Dich halten? 

3 Meine Widersacher brüllen, 

Die Fahne kündet ihren Willen; 
Mit Speer und Spiessen ihre Buben 
Mich rupfen, mich unurennen, 
Das Gesicht mir brennen; 
Meinen Schritten drohen Gruben, 
Angstvoll lauf ich ohne anzuhalten; 
Ein Moor, der mich berge, wird mein 

Grab: 
Es blickt auf mich der Feind herab — 
Und Du, Gott, kannst an Dich halten? 



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— 17 — 

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— IS- 



IS. 



Die Stimme erklingt des Gottes der Götter, 
Die Erde leuchtet, es nahet Israelis Better, 
Die Sterne erdröhnen im feurigen Wetter, 
Auseinander Himmel fallen, welke Blätter, 
Und aus der Höhe donnert Posaunen- 
geschmetter : 
Da packt die Völker, sie mit den Götzen, 
Beklemmung, Schmerz, Angst, Entseteen, 
Betroffen springen in gewaltigen Sätzen, 
Libanon, Sirjon wie junge Farren, 
Und Earmel, Baschan, Tabor harren 
Von ihren Gipfeln herab mit stolzem Blick 
Doch die Höhen der Höchste setzet 

zurück: 
Den armen Sinai, den niedrigen, er nicht 

beschämt, 
Ihm die Spitzen er mit Wolken verbrämt, 
Auf seinen Rücken au^eschichtet wird 

ein Himmelszelt 
Erfüllt von Schaaren der Engel weit; 
Und zu dem Menschenwald 
Der bekränzten Reihen, 
Die ihm Gehorsam weihen, 
Sein Ich bin erschallt. 
Die Geliebten am heiligen Ort 
Hören das Berge spaltende Wort: 
»Ich der Ewige, bin dein Gott, dein Hort. 
Dessen Thun ist tadellos, 



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19 — 



13. 

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— 20 — 

Der Himmel bauet riesengross, 

Bäume zimmert im Erdenschooia, 

Vor Fluthen legt ein Schloss, 

Und lenket wie ein Boss 

Der Hinmielslichter Glanz, 

Die im Beigentanz 

Fuhren den Tag und die Nacht. 

Ich will — und der Donner kracht, 

Ich schaffe Blitze, Thau, des Begens Macht, 

Ernähre Pflanz, und Blüthe, 

Was athmet ich behüte; 

All eurer Geister 

Bin ich Meister; 

Jeglichem nach seiner Weise 

Lass' ich zubereiten 

Zum Wohlgeschmack die Speise ; 

Ich gebe Tod, gewähre Lebenszelten 

Selber lebend Ewigkeiten; 

Erhaben, dauernd immerdar 

Ist meiner Wunderzeichen Schaar; 

Ich beschütze dich 

Im Bunde mit edlen Vorfahren, 

Ich erlöse dich 

Von Lasten der Barbaren, 

Dem Abgrund winke ich, das er sich 

erschliesse 
Und sein Bachen sie verzehre. 
Und Dir einen Weg ich ebne im Meere, 
Dich ich speise mit des Mannas Süsse: 
Ich habe aus Nationen Dich erlesen, 
Theurer mir, als eine je gewesen. 



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— 21 — 

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14. 

liebevoll trage 
Die am HoBchana-Tage 
Dich preisen entzückt! 
Bettung für die Deinigen 
Mögest beschleunigen, 
Dass in Salem beglückt 
Wie heut wir dich einigen 
Am siebenten Tage. 
hilf! 

mach* aus den Reichen 
Das Göteenthum weichen, 
Und ich mit freudigen Tönen 
Werde den Festtag verschönen. 
Mit Erlösung lacht 
Von erhabener Macht 
Die binnen Jahresfrist 
Gepriesen auf Zion ist 
Am siebenten Tage 
hilf! 

errichte die Pforte 

Am heiligen Orte 

Und dem ewigen Horte 

Gaben ich bringe 

Und singe; 

Lasse aus fernen Gauen 



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— 23 — 
14. 

Ttt^n« ^S -u' wi 



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— 24 — 

Seufzende sammeln 
Und Deine Hütte erbauen, 
Da88 Dank wir stammeln 
Am siebenten Tage. 
hilf! 

15. 

Auf Mensch undThiere schau, 

Dass Fleisch mit Geist und Seele» 

Adern und der Knochen Bau 

Mit den Zügen sich gesund vermähle. 

Schönheit ist nur Dunst 

Und eitel alle uns're Kunst. 

Der Erde stattlich Aussehen bringe, 

Dass sich die Flur verjünge, 

Bäume zieren 6de Stellen, 

Keltergut und Saaten schwellen 

Die Weinstöcke und die Feigen 

Bis auf den Boden neigen 

Lass die Regengüsse stürzen 

Die das Erdreich würzen 

Und bevölkern das Kahle 

Mit Stauden im Thale, 

Die Süssigkeiten in der Schaale 

Uns bereiten zum Mahle. 

Lass auf benässten Pflanzen 

Stattliche Blumen tanzen 



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— 25 — 

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15. 

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— 26 — 

Und den Ott kleiden 
Mit Gewächsen Haiden, 
Und wai im Räume schwebt 
Werde neu durch- Dich belebt. 
16. 
Die Speichen des Windes mass er mit seinem Gewicht, 
Die Urgewässer mit der hohlen Hand, 
Mit der Spanne die Himmel; 
Alles Gebirge ist mit dem Zeigefinger gewogen, 
Mit des Daumens Glanz getragen, 
Und die Erde mit ihrem Sande 
Ist mit dem Mittelfinger gefasst. 

17. 
Ihm singt der Mund aller Geschöpfe, 
Von Oben her erschallt und von unten sein Ruhm. 
Einziger! ruft die Erde, Heiliger! der Himmel; 
Aus den Wassern tönen Lieder für den Mächtigen 

in der Höhe; 
Majestät kommt aus dem Abgrund, Hymne von den 

Sternen, 
Rede von dem Tage, Gesang von der Nacht^ 
Seinen Namen verkündet das Feuer, 
Der Wald lässt Melodien hören, 
Das Thier lehrt Gottes überwältigende Grösse. 
18. 
Vier Elemente 
Früher getrennte, 
In Allem was lebt 
Nun liebend verwebt. 
Des Himmels Wand 
Ein metallener Spiegel; 
Ein glänzender Riegel 



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— 27 — 

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— 28 — 

Für Wasser und Land« 

Stürme erwachen, 

Donner krachen. 

Von Wind und Gewitter 

Der Felsen Gezitter. 

Er entlockt der Scholle 

Das Grün der Laube 

Dem Dunst und Staube 

Die Wolke, die volle. 

Serafim-Gewühl 

Und Cherub-Spiel 

Sie kommen, sie gehen 

Mit Sturmeswehen. 

Sonnengefimkel 

Und Monde und Dunkel; 

Berge, grausige, kahl. 

Schatten und Bäume im Thal 

Seelen, Menschen und Thiere 

Wundergebilde; Basaltgefilde, 

Perlen, Sapphire. 

Hoch über Bergessäulen 

Die Himmel siebenfach theilen, 

Wo der Planet, das Sternbild 

Des Beisenden Führer und Schild. 

Kleinode und Gold 

Und heilende Stoffe, 

Dem Leidenden Hold 

Flüsstem sie: hoffe! 

Herrscher und B«iche 

Heere und Schlachten, 

Meere, Ströme, Teiche, 



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— 29 — 

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DTD1 np-n D'»öS:i nopii 
.|*"wn hkSö -j:wja 



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Metalle in Schachten — 

Alles, Herr, hast Da verrichtet. 
Jegliche« i«t Dein Besitz; 
Ein Wink, ein Blitz ~ 
Und Alle sind vernichtet. 

19. 

Zwischen Polen kreist der Himmel 
Ohne Lippen allen Landen 
Deine Herrlichkeit er kündet. 
Und die Erde im (Gewimmel 
In der Mitte schwebt an Banden, 
Wie sie Deine Liebe bindet 

20. 

Gebilde imRanm, Rftdergestalten, 
Rechts und Links Himmelsgewalten, 
Steigen auf und steigen nieder; 
Ohne Worte hallt ihr Ausruf wieder: 
Wer unter den GOttem ist Dir gleich zu 

halten? 

21. 

Wahrheitsfrennde ich nicht mehr habe. 
Die Lehr- Arbeiter schlummern im Grabe, 
Helden im Gebete, siegende mit Klagen, 
Waren sie des Volkes Schutz in Utaen 

Tagen; 
Zomesflammen lOschte aus ihr Ruf, 
Ihr Wort Versöhnung schui^ 
Noch bevor sie für uns schrien, 
Antwort ihnen ward verliehen; 
Gleich dem grössten der Propheten 



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— 31 - 

nwDJ idj;d ni3nö rmtn 
.y^i^n HK^D i^wj^ 
19. 

D^:aKD IMDD D3001 

Dwa rnov pKni 
20. 

21, 

nmn ••Soy noK "»^jk 
nnapa lasr hm d'»kd 

nTwn iw ü^rm 
üvn nt*? noirt^ vn 

Dpwn Dn'»:j; •]iKnp diö 
Dp «S VlIM irK aio 



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— 32 — 

Wnuten jene mit Gebeten 

Dich geneigt zu macheo, 

Zu gewähren uns den Schwachen; 

Sie traten nicht zurücki unverrichteter 

Sachen. 
Als wir wurden Misseth&ter, 
Da verloren wir die edlen Beter» 
Nach ihrer Buhestatt gereiset 
Liessen uns sie seufzend und verwaiset. 
Seit die Lehrer haben au%ehört 
Und die Sühnverständigen zerstört, 
Verstummt die vor dem Risse standen 
Und die würdig zu besänftigen ver- 
schwanden : 
Irren wir zerstreut in die Runde 
Ohne Mittel für die Wunde, 
Kehren in der Noth zu Dir zurück, 
Beschämt wir suchen Deinen Gnadenblick 
22. 

Wie könnte rein sein, dessen Aussicht täglicher Tod? 
Was ein Sterblicher reden, stets vom Grabe bedroht ? 
Sein Leib verfällt der Grube, dem dunkelen Reich, 
Die Einbildungen schwinden, wird dem Thiere er gleich. 

Kurz sind seine Lebenszeiten und schlecht, 

Fehl all seine Thaten und Unrecht. 

Einsicht nur und Reue bereiten ihm ein besseres Theil, 

Das edle Thun ein dauerndes Heil, 

Du nichtiges Leben, endend in Staub! 
Besser ungeboren als den Qualen ein Raub. 



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— 33 — 

nim^oS HÖH ij?D 

IDH J>1ßn D"»Op 

iJTOoS w-afö kS nenn 

22. 

nono nio^ dv San noi- ■]-« dik 

napS Saiö Kim IDT nö ii^n 

Sdw i^n nipoS Scj maS vi: 

noTJ nionas Sro: oai nöi ^anS livöi 

D'^yii ö5?ö ro" Sa K^n 

D'^yu^Di nuip vu>3?D Sai 

arp-'a iSipS iS Kßii ai^i pa- laaSai 

.wr 0« niut-oi /nat 

.nonoi DUO Kafo'» ona 

aii^"» ncyS iöidi aii^n j-Ka v^n 

Kia: kSi^ iS aiö 

mavi mar ovh Kiaii^o 

3 



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— 34 — 

Was können Reichthumer taugen 
Schliesst am letzten Tag* er die Augen ? 

Ist seines Lebens Feuer verglommeni 

Kehret nackt er heim, wie er gekommen, 

Muss Abschied nehmen von Hausem, von Fluren, 

Sein Licht erlischt, von ihm schwinden die Spuren. 

Drum erinn're sich der Mensch, das er sterbe 
und dass Würmer sein Erbe; 
DasB vor Schmerzen auf dem Todtenbette 
Vielleicht Gebet und Tugenden rette. 

23. 
. Warum das Haupt vor Gott erheben 
Und nicht liegen schamverhüllt, ergeben 
Wir haben ja gesündigt und verrathen, 
Und viele schlechte Thaten — verübten wir. 

2 Auf Sinai er sprach: ich bin dein Gott; 
Wir erwiderten : wie Du ist keiner Gott. 
Vierzig Tage waren kaum verflossen, 

Und mit dem Kalb, das wir gegossen — 
tauschten wir. 

3 Aus seinen Himmeln lies der Erhabene uns 

hören: 
Keinen andern Gott ihr neben Elge dürft 

verehren. 
Ich bin der erste, bin der letzte, kann be- 
leben und zerstören. 
Dennoch mit fremden Göttern verkehren-* wir. 



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— 35 — 

.lo^iy n'»3^ air^ D-ijn 
rnD'' i:^nöi W3ö 

jKtt^"« K*a^a D^3i:nnai "»aan 

.»an"' piD^ö "»Si» 

83. 

ncSi ^K "»jdS t^KT onj pnö l 
noSaa noanii ntj^ua naatt^: kS 
noti riKon Sai nayim noi^K Sa ^a 
.wm» ij'»ain nöa ny D-ö5?e 

•[loa j^K M ih i:oKJi 

.ijmK u-^n wiiaa 
.T,T nh liy^'örn lonö -osj'ö d-) 3 

.•üWK iray inSit v:b Syi 



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— 36 — 

4 Er sckloBB den Bund mit uns: „Eb gilt, 
Dass nicht zu finden sei bei dir ein Bild; 
Hältst du das, bleib' ich dein Schild««. 
Doch schnitzten jeglich Abbild — wir. 

8 „Ehre deine Eltern, sie trugen für dich Mühen 
Plagten sich, dich gross zu ziehen : 
Dann wird ein langes Leben dich ergOtsen.'* 
Aber Vater und Mutter geringsch&zten — wir. 

12 Er sprach: Der Lügner muss sterben! 
Das falsche Zeugniss traf des Herrn Rüge, 
Fluch er dem verkündigt, der betrüge. 
Dennoch als Lügenzeugen erwerben — wir. 

14 Wir übertraten göttliche Verbote, 
Vergingen uns gegen Zehngebote; 
Sühnbedürfkig nur zu Dir empor wir schauen, 
Eilen zu Dir, denn auf Dich vertrauen — wir. 

24. 

Gnade, Gott, Gnade uns gewähre! 
Heute Gott, heute uns erhöre! 
Hilf, Du unsr'e Wehre! 

Diese mit Rittern kommen, jene mit Wagen; 

Wir es auf deinen Namen wagen 

Und schauen die Hülfe aus Wolken ragen. 



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— 37 — 

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24. 

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— 38 — 

Diese mit Legionen, vermessen jene dch brüsten; 
Wir haben sein Wort statt Eriegeslisten, 
Unter dem Schutze der Schwachen wir rüsten. 

Diese mit Tartschen sich decken, jene mit Schüden; 
Wir mit deinem Wort, unsre Zuflucht zu bilden, 
Das uns berge vor dem Grimme der Wilden. 

Diese mit funkelnder Waffe, jene mit stampfenden 

Bossen, 
Wir nennen den Lichtumhüllten unseren Bundes- 
genossen, 
Ihn dessen Fusstritt drohet ihren Kolossen. 

Diese mit Heeren von Stahl, jene - mit Hömerge- 

schmetter ; 
Wir, unter dem Schilde der Treue, mit dem zuver- 
lässigen Better, 
Der über die Höhen einherföhrt, vernichtend im Wetter. 
Diese mit PosaunengetOse, jene mit Eriegesgeschrei ; 
Wir kommen mit der Stimme Gottes herbei, 
Die bändiget Fluthen, und Felsen bricht sie entzwei. 
Diese mit geordneten Reihen, jene mit Büstungs- 

schimmer; 
Wir mit dem Feldherrn, dess Gleichen nimmer, 
Getretene setzt er ein in der Tyrannen Zimmer. 
Diese auf Kämpfer bauen, jene auf Fechter; 
Wir beten, ohne zu zagen, verachtend Verächter, 
Die Israelis Biegesh err uns macht zum Gelächter. 
25. 
Schreckliches Verhängniss mich niederreisst 
Und ziehet zu Boden meinen Geist, 



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— 39 — 

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25. 

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— 40 — 

und des Kummers Raub 

Liege ich im Staub. 

Ist ganz verloren meine Sache? 

SchlÄfet du Hoffnung? o erwache! 

Oeffiie das Gefängniss weit, 

(Gefesselte werden dann befreit; 

Ueberspring' die Frist der Leidenszeit, 

Sammle von der ganzen Erde 

Die versprengte Heerde 

Und verstunmien muss die Ungerechtigkeit. 

Die Liebesversicherungen alter Zeiten, 

Dem Altarbauer, dem Unschuldigeui dem Opferbereiten 

Gegeben, wirst Du sie erfüllen? 

Wirst entbieten dein trostreiches Wort, 

Die Schuld zu verhüllen, 

Und wieder sein zu wollen unser Hort? 

Jacob ist dein, — 

Doch ach, er ist elend, klein, 

Ist krank und ein Spott. 

Du unser Schutz, unser Gott, 

Du bist Leben, Du bist Macht, — 

Lass sie erscheinen in voller Pracht! 

26. 
Mit Anstrengung schweige ich und weh ist mir um'sHerz, 
Die vor den Götzen knieen sind mein Schmerz $ 
Stumm ist mein Mund, es brennt mein Herz, 
Mein Inneres zittert im verschlossenen Schmerz. 
Zum Verschlingen öffiien sie den Mund, ein Grab ist 

ihre Kehle; 
Eine Hast ringsum, wer am gründlichsten mich quäle, 
Dass in meinem Gram ich die Tage zähle, — 
Ach, wer zu Dir fliegen könnt' aus dieser Höhle« 



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— 41 — 

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26. 

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— 42 — 

27. 
Zur Erde gebückt lass mich flehen, 
In Gesang vertieft will ich vor Dir stehen« 
Voraus der Morgenröthe meine Lieder gehen, 
Wenn ich Dich preise, Herr mein Gott 

Mein Gott! ruf ich, sinkt mein Geist auf einmal, 
An die Schuld erinnert, wächst der Leiden Zahl;. 
Erhebe ich die Hand, so wird mein AntlitE &hly 
Ich erröthe es ssu erheben, mein Gott. 

Mein Gott! mit Dir« erhaben in des Aethers Bläue, 
Ich Erdenscholle mich zu messen scheue. 
Mit Gbade dem Vertrauenden erfreue. 
Auch das gedenke mir, mein Gott. 

Mein Gott! ich suche Dich mit Furcht und Zagen; 

verachte nicht des Getretenen Klagen, 

Den Weh und Armuth plagen, 

Blick* herab, erhöre mich, Herr mein Gottl 

Mein Gott, heute hab' ich Dich besucht. 

Zu beflügeln meinen Schritt versucht. 

In deinem Schatten auszuruhen gesucht 

Stehend an der Schwelle im Hause meines Gottes. 

Mein Gott, forsche nicht zu tief nach meinen Streichen, 
Mit meinen Thränen, komm, die Sünde zu erweichen, 
Und dem Rufenden die Hand zu reichen. 
Zögere nicht, um deinetwillen, mein Gott! 



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— 48 — 

27. 

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— 44 — 

Mein Gott, wenn ich Dich befrage, ich erzittere; 
Suche ich Dich auf, ich schüttere, 
Und ich bebe, so ich deine Nähe wittere: 
Gedenk' mir das, mein Gott! 

Mein Gott ! Mitleid mit uns, deren Schmerzen toben, 
Schickte uns den Sühnet^g von Oben; 
Aus der Grube hat gehoben 
Mein Leben der Herr mein Gott. 

Mein Gott! diesem Volke, ausgezeichnet durch dein Licht, 

Ist dieser Tag gegeben ihm zur Pflicht; 

Meinen Lobpreis unterlass' ich nicht. 

Er soll nicht verstummen, Herr mein Gott 

Mein Gott! meine Laster mich erschrecken; 
Neuen Kummer müssten sie erwecken, 
Würde meine Fehler nicht abermals verdecken 
und sie verwerfen mein Gott. 

Mein Gott, für Vergehen eine Lösung mir bereite, 
Nicht zum Aeussersten, dem ich erliege, schreite. 
Führst Du mich vor Gericht, so leite 
Mich nach deiner Gerechtigkeit, Herr mein Gott! 

Mein Gott, um deinen Namen löse mich, befreie! 

Dass meine Werke werden fleckenfreie. 

Ein reines Herz mir verleihe 

Lehre mich deinen Willen thun, denn Du bist mein Gott. 

Mein Gott! Schütze die Geliebte vor Höllenhitze, 
Jene die am Abend sprüht der Frühe Blitze 



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— 45 - 

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- 46 - 

Und Dir gefolgt war aus dem Zauberer-Sitze 
In alter Zeit, Herr mein Gott. 

Mein Gott! getrieben aus meiner heiligen Welt, 
Sitze ich verlassen in der Wilden Zelt; 
Mich, ich sprach, die im Finstem sitzt, erhellt 
Mein Licht, der Herr mein Gott. 

Mein Gott! Umgeben von bissigen Schlangen bin ich; 
Sie, Lügespeiend, wünschen mich abtrünnig, 
Und in meiner Klage sprach ich sinnig: 
Weichet! ich hüte die Gebote meines Gottes. 

Mein Gott, darf ein Jubel dauern, der Dich schände? 
Erleuchte mich, der Bösen Augen blende 
Und gegen Götzenknechte Hülfe sende 
Deinem Knechte, Du mein Gott! 

Mein Gott, ich dachte Dein, wenn der Feind gesiegt; 
Die Hände gefaltet, das Herz in Hoöhung eingewiegt 
Horchte ich offnen Mundes auf Alles was verfagt 
Hat der Mund des Herrn meines Gottes. 

Mein Gott, die yerschworene Frechheit yemichte, 
Stütze Gerechtes, widerstrebendes schlichte, 
Den Blick auf das Fasten richte 
Wie mir geboten hat der Herr mein Gott. 

Mein Gott! Angebetet hab' ich und bereuet, 
Am Fastentag die HofiPnung sich erneuet. 



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— 47 — 

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— 48 i- 

Dau, wenn ich gesprochen, auch der Herr venseihet: 
So stehe auf Ewiger, Hilf mir mein Gott! 

Mein Gott ! sich jagen Plagen wie Minuten, 
Wunden, bitter empfanden, in Stunden sich sputen ; 
Sind viele meine Missethaten und sie überfluthen: 
Vieles schon hast Du verrichtet, Du Herr mein Gott. 

Mein Gott, die Gebete deines Volkes o höre sie gern ! 
Sprich es frei, mache leuchtend seinen Stern, 
Dem Nahen wie dem, der ist fem 
Werde Frieden, spreche mein Gott 

Mein Gott! Gedrückte schauen zu Dir empor, 
Mit klarem Antlitz schreite ihnen vor, 
Mach' ihr Herz empfänglich und fclr uns dein Ohr! 
So wirst Du antworten, o Herr mein Gott! 

28. 
Sie fahren fort zu walten 
Im Dienst der Hjnmen als die Alten, 
Vor Gott auszuschütten 
Ihr Herz und ihre Bitten. 

Bald den Opferdienst uns verleihe. 
Geht nach Zion hin die Reise, 
Darzubringen beständiges Opfer nach der Reihe, 
Und Musaistücke in gesetzlicher Weise. 



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— 49 — 

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— 50 — 

Bie &hren fort zu kommen, die Dich liebten, 

Und der Lobgeeang sie in dein Haus begleitet; 

Die Gedanken der Ungeübten 

Er Dir sinnig deutet, 

Dass er ihnen Lösung schafit, 

Sühne mit Yerzeihungskrafb. 

Bald sie nach Zion führe, 
Dort EU opfern Stiere 
Und Böcke, nach dem Buchstaben, 
Sammt flüssigen und trockenen Gkiben. 

Sie fahren fort, und ein vorgeschrieben 

Sündenopfer ist ihr Herz geblieben. 

Die Hand sie zu Dir erheben. 

Statt des Mehlopfers Heben; 

Das Opferfett sind Mark und Sehnen, 

Als Gusshebe nimm ihre Thränen. 

Bald, wo es nach Zion gehet, kommen 
Liebliche Gaben auf den Altar, 
Und sie werden wohlgefällig aufgenonunen, 
Wie es das Versöhnungsopfer war, 

Sie ^ren fort da Furcht sie qufilt, 
Dass Du untersuchest Herzenstiefen, 
Dass jeder Fehler wird gezählt, 
Um den Betrag genau zu prüfen. 



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— 51 — 

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— 52 — 

Du bist es, der ihre Schw&che stählt, 
Kräfte weckt, die ohne Dich noch schliefen. 

Bald sie das Lied von Zion singen, 
An heiliger Stätte die rechten Opfer bringen, 
Und die Darbringung ihrer Seele 
Wird die Sühnegabe für die Fehle. 

Sie fahren fort, denn heut es sie ergötzt 

Zu verlassen der Sterblichen Geleise; 

Sie haben Engel zum Vorbild sich gesetzt, 

Und nehmen Theil in ihrer Weise, 

Und wie jene singen sie ihr Lied 

Auf dem Platz in Reih' und Glied. 

Bald wallt nach Zion's Pforten 
Israel zu seinen Standorten, 
Wo Leviten werden zu den Tempelstufen 
Und die Priester zu dem Dienst gerufen. 

29. 

Denke ich auf meinem Lager 

An des Herzens Trotz und seine Schuld, 

Tret* ich hinein in meines Gottes Haus, 

Werfe mich ihm zu Füssen 

Und rufe, zum Himmel gehoben 

Augen die überfliessen: 



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— 63 - 

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29. 

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— 54 — 

Besser ist's uns Allen, 
Durch Gottes Hand zu fallen, 
Denn gross ist seine Huld. 

DU| mein Schutz, mein Hort, 

In meiner Noth die Zuflucht imd das Ziel, 

Auf Dich ich hoffe, Dich erwart' ich 

In dem Elend, im Exil; 

Dir, den mein Herz verlangt, 

Die Zähren meiner Sehnsucht rannen, 

Der den Knecht befreiet, 

Wenn er zu Dir schreiet, 

Von seinen Peinigem und Tyrannen. 

Antworte mir, o Herr! antworte, 

Wenn ich rufe aus der Enge, 

Empfunden werd' es von den Völkern, 

Dass nie zu kurz deine Hand. 

Verschmähe nicht des Armen Leid, 

Er klaget über Feindes Strenge; 

Hat Reines er entweiht — 

Er hat es auch bereut 

Und offen die geheime That bekannt. 

Darf reden, sich beklagen 

Und pochen auf sein Recht 

Das Geschöpf der Erden 

Mii^dem Leib aus Staub gewebt? 

Was gewähret Dir ein Mensch, 

Ob gut er ist ob schlecht? 

Aufgezeichnet ist sein Tichten, 

Ist sein Verrichten 

Und die Tage, die erlebt. 



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— 55 — 

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— 56 — 

Deine Diener Mitternacht 

Mit Preisgeeängen vor Dir stehen. 

Denke ihnen dasi Verdienst der Väter, 

Wollest nicht auf ihre Thaten merken ; 

Siehe, Heiliger, ihre Leiden an 

Und niiss nicht nach ihren Werken. 

Erhebe Dich, o Macht! 

Die Frieden macht 

In den Himmelshohen. 

30. 

Der Du übersiehest Sünde 
Und erträgst die Schuld, 
Den Flehenden finde, 
Höre ihn mit deiner Huld, 
Zeige mir, deinem Kinde, 
Liebende Geduld, 
Es werd* in dieser Nacht 
Zum Guten mein gedacht. 

In diese deine Hütte 

Kommen Morgens deine Kinder; 

In dem Heiligthum, nach alter Sitte, 

Dich suchen, schmerzbewegt, die^ Sünder 

Mit des Mundes Lob, der Bitte 

An den prüfenden Ergründer. 

gehe nicht, bleibe da! 

Die Gefahr ist nah. 

Hör' ihr Flehen 



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— 57 — 

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30. 

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— 68 — 

Du unser Hort, 

Wasche ihr Vergehen 

Mit Thftnenenwasser fort, 

Sie, Dich erwartend, stehen. 

An dem heiligen Ort; 

Verkünde ihnen Heil 

Und deiner Liebe firbetheil. 

Richte auf die Treue, 

Ihr Herz bestürmen Leiden; 

Lass ihre Tage auf das Neue 

Sich in ihre Jugend kleiden, 

Und mit der Botschaft sie erfreue 

Dass getragen von den Heiden, 

Strömend und in Heerden 

Ihre Kinder kommen werden. 

31. 

Schlfifer! werde wach, 

Die Betäubung lasse, 

Nicht Menschen folge nach, 

Des Höchsten Weg' erfasse*, 

Laufe hin zu dienen Gott 

Rasch wie Himmelsfunken. 

Wie, du bist Schlafes trunken? 

Rufe doch zu deinem Gott! 

Schaue an, erwacht, das Himmelnelt 

Die Werke seiner Hände« 



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— 59 — 

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31. 

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— 60 -r. 

• Des Firmamenta Wände, 
Das er in den Armen hält, 
Wo seiner Ringe Siegel 
Den Sternen leihet Flügel. 
Vor seinen Schrecken bebend 
Auf seine Hülfe blicke hin, 
Dass das Schicksal dich erhebend 
Stolz nicht mache deinen Sinn. 
Schlummernd bringe nicht dein Leben hin, 
Stehe auf, rufe deinen Gott! 
Und betritt um Mitternacht 
Die bewährten Spuren 
Jener edelen Naturen, 
Deren Mund ein Hymnus seiner Macht, 
Deren Nächte andachtsvolle Klage, 
Und fromme Fasten ihre Tage; 
Ihre Herzen Gottes Strassen, 
Sie an seinem Throne sassen, 
Ihr Weg ist eine Leiter 
Hinaufzusteigen zu Gott. 
Und du schläfst weiter? 
Auf und rufe deinen Gott! 
Woher käme Weisheit Geringen, 
Die aus Staub ein Kurzes Sein empfingen? 
An dem Menschen ist vor Thieren 
Kein Vorzug zu verspüren. 



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— 61 — 

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— 62 - 

Gottes Herrlichkeit werden inne 
— Mit Augen nicht, doch im Sinne, -^ 
Die den Quell von ihrem Sein 
Finden, der köstlicher denn Wein: 
Also, Fleisch und Bein! 
Wirst du finden deinen Gott; 
Schlafe drum nicht wieder ein, 
Stehe auf zu rufen deinen Gott. 

Der ewig unwandelbare 

Schaffet was er will. 

Er tödtet, er belebt, 

Schleudert nieder und erhebt. 

Dass im Gericht er dich bewahre, 

Verehre ihn, folgsam still; 

Frage nicht nach Wo und Wann, 

Was unten, oben sein kann; 

Sei vertrauensvoll, keine Frage 

üeber deinen Gott! 

Auf, dem Schlaf entsage 

Und rufe an, o rufe deinen Gott! 

32. 
Ein Gott kein Zweiter, 

Dein Arm mein Sti'eiter 

Und dein Bund der Leiter 

Für mich und Enkel und weiter, 

Als Du stutztest die mich rächten, 



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- 63. — 

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32. 

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— 64 — 

Hadasa und Mor den ächten 

Und mich, stets mit Dir, fasstest bei der Rechten. 

Der Lea entstammten zwei 

Von der Himmelslichter Range: 

Des ersten Hände, aushaltend treu, 

Den Sieg beschworen bis zum Sonnenuntergänge, 

Wo Amalek's Leuten 

Verging die Lust zu fechten. 

Das Haupt der Schlange 

Ward gespalten von dem zweiten. 

Als Du mich, stets mit Dir, fasstest bei der Rechten. 

Rachel sollte drei gebären 

Helden von hoher Pracht: 

Josua zerschmetterte den Bären, 

Der tückisch überfiel bei Nacht; 

Und Saul er bleib' in Ehren 

Sammt Esther, die uns Sieg gebracht. 

Wo Gottes Hülfe mir gelacht 

Halte meine Lust ich an den Schlechten, 

Denn mich, der stets mit Dir, Du faastest bei der Rechten. 

Deine Rechte war emporgestreckt 

Zu erlösen leidende Verehrer. 

Da sie vertrauten dem göttlichen Lehrer 

Ward an ihre Gabe die Erinnerung geweckt: 



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— 65 — 

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— 66 — 

Es wog der halbe Schekel schwerer 

Als die Talenten-Myriade. 

Meine Sünden nur mich tödten möchten, 

Doch mich belebet deine Gnade 

Wenn Du mich, stets mit Dir, fassest bei der Rechten. 

Könnte quälen mich mein Hort? 
Dem Rufenden versagen Trostes Wort? 
Mich überlassen den Barbarenknechten, 
Umsonst den Fremden mich verkaufen, 
Den Söhnen meiner Magd, die mich knechten, 

Dem Bruder, der mich legt auf Scheiterhaufen ? 

Vater sieh mein Auge 

Wund von Thränenlauge 

und mich, stets mit Dir, fasse bei der Rechten! 

33. 

Die Augen aufzuschlagen, 
Gebete herzusagen 
Dürfte wagen 
Der an Sünden schwer? 
Verdient er Gehör? 
Des erbetenen Gewähr? 
Ich war Gottvergessen, 
Giug in Finsternissen; 
Doch ich bin vermessen 
Dir mich vorzustellen. 
Ohne rechtes Wissen, 
Im Handeln ein Thor, ~ 



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— 67 — 

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.•»j-o"^ Ti nrnfc* -[öy ron "»jk! 

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33. 

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— 68 -- 

So wuchsen meine Sünden 

Himmelehoch empor 

Und wie Mcereswellen • 

Schlugen über mich zusammen. 

Wie entflieh' ich dem Verdammen? 

Wo ist, zerrissen 

Von Gewissensbissen 

Linderung zu finden? 

Wo ist des Altars Dampf? 

Der meine Schuld entführe? 

Oeflfne Du mir eine Thüre, 

Siehe meinen Seelenkampf, 

Ich flehe mit grossen Schmerzen 

Tief in meinem Herzen. 

Nur das bleibt meine Zuversicht, 

Du führst Bereuende nicht 

In strenges Gericht, 

Trägst die Fehler deiner Kinder 

Und verzeihest dem Sünder. 

34. 
Ich zittere und zage 
Vor dem Tage, 
Wo Gott hält die Wage. 
Mein Sinn, meine Ränke, 
Wenn ich sie bedenke 
Ich im Innersten mich kränke. 



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— 69 — 

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mix loS orn rrne nne 
nSttn viyö ji^yo msf 

34. 

ipio jT'aS .Tn'» üvh 

•»aS ]im mar'» 



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— 70 — 

Darf ich hoffen dreiqter, 
Wenn der Greaturen Meister 
Mich richtet und alle Geister? 

Meine Thaten machen mich erröthen; 
Es könnte vieles, das ich übertreten, 
Mich woh' tödten. 

Ich missfalle mir; 

Weiss nicht bei meiner Ungebühr, 

Wohin ich meine Schande fuhr*: 

Zumal da wir sind Scherben, 
ünversehenes verderben 

An unbekanntem Ta^e sterben. 

* * 

* 

Ehe dein Leben zerbricht 

Handle gut warte nicht 

Bis verlöscht das göttliche lache. 

Liebend uns Dir verbinde ; 
Erlösung er verkünde 
Euch, die er heut am Leben finde! 
35. 

Vermag ein Sterblicher 

Gott den Richtenden zu überwinden? 

Ihm Stand zu halten 



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— 72 — 

Mit Rechtfertigung, mit Gründen? ■ 
Zittert, wenn er nahet, vor euren Sünden ! 
Suchet den Ewigen, wenn er sich läset finden. 

Bevor der Tod ihn fodert, 

£h' im Grab er modert 

Erbaue sich der Mensch ein Gebet-Gerüst; 

Ein aufrichtiges Flehen Gott uns nicht vergisst: 

Rufet ihn an, da er nahe ist. 

Gottgefälliges Opfer ist ein Gemüth im Schmerz, 
Wohlgeruch ist ihm ein demuth volles Herz; 
Nicht Schlachtopfer sind es, was er möge. 
Auch nicht dafür die Werthbeträge; 
Ein Freund, ermahnet er die Trägen, 
Sie zu wahrer Busse zu bewegen, 
Dass der Frevler verlasse seine Wege. 

Dass gerade werden die Verkehrten, 
und gesund die an ihrer Seele kranken; 
Untergingen, die nicht hörten, 
Sie ohne Rettung in die Grube sanken. 
Nicht den Tod will er, die Weisen lehrten. 
Doch es andre der, dessen Schritte wanken. 
Und der Mann der Uutbat seine Gedanken. 

Wer ist furchtbar und wer erzieht wie er? 
Zuflucht* der Vertrauenden, der Schutz der Armen ; 



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— 73 — 

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— 74 — 

Jeglicher Yeraeiliaiig von ihm begehr*, 

Und kehre um su Gott, er wird sich sein erbarmen. 

Heilung sendet er Bedrängten, 

Antwortet liebreich dem Gekränkten: 

So kommet zu ihm, den Kopf gesenkt, die Herzen weich. 

Zu unserm Gott, denn im Vergeben ist er reich. 



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— 75 — 

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Noten, 



Die aufgenommenen Texte und die dazu gehörigen 
Uebersetzungen sind im Buche selbst, wie in dem 
nachfolgenden Verzeichnisse derselben, mit der jedes 
Mal beigefügten Zahlnummer übereinstimmend ver- 
sehen. 

Die Abtheilung der Verszeilen im hebräischen 
Texte ist, soweit es typographisch nur irgendwie zu- 
lässig war, nach den Zeilen in der deutschen Ueber- 
tragung erfolgt, so dass eine jede hebräische Zeile 
auf dieser Seite der entsprechenden deutschen auf der 
anderen gegenübersteht. 

An einigen Stellen mussten des Zusammenhanges 
wegen in den hebräischen Text einige Worte oder 
Zeilen mehr als zur üebersetzung gelangten, ange- 
nommen werden. 

Die angefahrten Handschriften und seltenen Ritu- 
alien hat Herr S. J. Halberstam in seiner vielfach 
bekannten Liberalität zur Benutzung hergegeben, was 
mit besonderem Danke hier erwähnt werden möge. 

Die in diese erste Sammlung aufgenommenen 
Piecen sind folgende: 

1) Ahaba 27]1 von Tsaak halevi, im Machsor Mont^ 



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^ 77 — 

peUier, ehemals S. D. Luzzatto, jetzt S. J. Halberstam 
angehörig; bei Zunz, Sjnagogale Poesie S. 10, 

2) ^niS^^DÖ pon^ von Jehuda halevi, im rh''» 
irrten ed. Mantua, S^ 74a; bei Zunz S. 10. 

3) Meora 7113 lü bü von Abenesra, im Machsor 
Montpellier; bei Zunz S. 11. 

4) Klagelied Hön, zum 9. Ab, von Kalir; bei 
Zunz S. 12. 

5) ^mn^S no von Jehuda halevi, aus dem Di- 
wan von Luzzatto mitgetheilt bei Sachs, »Religiöse 
Poesie« S. 38 der hebräischen Abtheilung und eben- 
das. S. 105 der deutschen Abtheil, übersetzt; hieraus 
bei Zunz S. 12. 

6) D\1 iS 1t5^N von einem Ungenannten, in '•/IDU^ 
mJJI ed. Livorno S. 133 b; bei Zunz, S. 12. Was 
bei Zunz S. 17 zu lesen ist 

»Ein Volk, das man in Feuer 
Und in Wasser bringt hinein, 
Mu88, Dir wieder theur. 
Gereinigt von der Sünde sein« 
lautet in demselben hebräischen Texte: 

.ino^ nSh Nene tr«i d^o iinn n31o oyi 

7) SnII^'» nyr^ von Isaak Seniri, in m:31 "nOtJ^ 
144; bei Zunz S. 12. 

8) Selicha ^K^cn^ "»JK von Abenesra, im Ritus 
Avignon ed. Amsterdam, 3. Tag; bei Zunz S. 15. 

9) Selicha ^ÖT h» DM^N, am 5. Busstage nach 
deutschem Ritus; hieraus die Buchstaben *7~K und 
D-D; bei Zunz S. 22. 

10) TJV'lX von Mose b. Abraham, gegen die Ab- 



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— 78 — 

trünnigen^ welche den TaJmud denunciren, im y(ttV2 
hyi} Luzzatto*8, jetzt im Besitze HalberstamB; bei 
Znnz, S. 82. 

11) Aus Pismon nipH TON des Pinchas halevi b. 
Joseph, im Machsor Montpellier für den Sabbat vor 
Neigahr; bei Zunz S. 36. 

12j Selicha nit$^0 von R. Meir, zum 10. Adar u. 
23. Ijar, im Sammelwerke mmj^O Ritus Worms, ed. 
Frankfurt a. M. S. 31b; bei Zunz, S. 42. 

13) Aus dem Gedichte niaro ln^e im Machsor des 
Wochenfestes, Abth. 2 und 3, illustrirend die Versan- 
fange von Exod. 20, l u. 2 ; von Elasar b. Ealir ; bei 
Zunz, S. 67—69; s. auch Note a S. 69 das. 

U) Die drei ersten Sätze aus Hoschana 11^' N3K 
im Machsor Ritus Garpentras, ed. Amsterdam S. 175; 
bei Zunz, S. 74. 

15) Hoschana ni2T]y\ ÜIH von Elasar b. Kalir, im 
deutschen Machsor; bei Zunz S. 75. 

16) Aus dem Thaugebete Eoilirs; bei Zunz 8 130. 

17) Aus der Aboda des Jose b. Jose, im ^^Ip 

ü'my w^m: "»n* ^irj;«: s. i und im jöp -nmo ed. 

Livomo S. 16; bei Zum S 130. Im kleinen Machsor 
lautet die Stelle: 

pN3 IHN hn 
D^eK'a imnp 

.Oncn TIK 0^31 D-OO 

18) Aue Isaak Giat's Maamad, im ni331 TlCt^ 
S. 209; bei Zunz S, 131. 



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— 79 — 

19) Aus ^C'};D ':iT]r'' des Mose b. Esra bei Sacks 
religiöse Poesie S. 22 der faebr. Abth.; bei Zunz S. 133. 
Bei Sachs lautet die Üebersetzung: 

Der Himmel kreist im Gleichmass unverwandt. 

Vollbringt den Lauf an seiner Pole Hand, 

Und ohne Laut macht er Dein Lob bekannt. — 

Inmitten hält die Erde festen Stand. 

Sie schwebt und hängt an Deiner Liebe Band 

20) Aus dem UC des Isaac halevi zu Sabbat 
hachodesch Ritus Avignon, in m012f "1 ITiÜ S. 76 a; 
bei Zunz S. 133. 

21) nöK ^l^JN, ;aus m3:i ••nCU^ S. 131b; bei 
Zunz S. 15S. 

22) Aus der Selicha 7\2V JH DTK, zum Rüst- 
tage des Neiyahres; die- Buchstaben ^tühy sind über- 
gangen; bei Zunz S. 162. 

23) l^NI Dn: J?no im Siddur der Karäer, zum 
Vorabend des Versöhnungstages; von Meborach ben 
Natan, bei Zunz S. 164. 

24) Pismon 13^n des Salomo b. Jehuda, in der 
Selicha* Ordnung vor, in manchen Riten nach dem 
Neujahrsfeste; bei Zunz S. 167. 

25) Aus der Selicha inn 13^:iV DK des Salomo b. 
Jehuda am ersten Tage der Sehchot in unserem Ritus, 
die Strophe 4 bis 7; bei Zunz 8. 169. 

26) Zwei Strophen aus der Selicha l^nfTN des 
Binjamin b. Serach, in dem Buche fm2fV lYDIJ^O nach 
dem Ritus von Worms; bei Zunz S. 178. 

27) }:iö von Salomo Gabirol, Frühgebet am Ver- 
söhnungstage, im Siddur Amram's; bei Zunz S. 222. 



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— 80 — 

28) Musaf-Pismon des Isaac ibn Giat, im ^D&t^ 
m:^ S. 212 b; bei Zunz S. 225. 

29) Selicha Jehuda b. Balams im n")33T "»nOI^ 
S 28b; bei Zunz S. 227. 

30) Selicha Mose b. Esra's, im niJJI ^nClT S. 103 b ; 
bei Zunz S. 228. 

31) Pismon Jehuda halevi's im grossen Machsor 
(s. oben Note 10) am Versöhnungstage ; in mJJI ^HBU^ 
S. 22 b und in der Selicha-Ordnung ed. Amsterdam 
an mehreren Stellen abweichend; bei Zunz S. 232. 

32) Esther-Selicha Abenesras, im grossen Machsor 
S. 84; bei Zunz, S. 238. 

33} Aus der Peticha Jesaja b. Mali^s, im grossen 
Machsor S. 56; bei Zunz S. 299. 

34) Aus der Tochecha ^^S N*l^ des Isaak b. Me- 
schulam, im grossen Machsor S. 189; bei Zunz S. 317. 

85) Aus der Sehcha des Binjamin b. Seracb, am 
5. Busstage; bei Zunz S. 177. 



Djrnck von H. Itzkowski, Berlin, Gr. Hambiurgerstr. 18-19 



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