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Full text of "Töpfer und Fabriken verzierter Terra-Sigillata des ersten Jahrhunderts"

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::^c) TÖPFER UND (o^: 
FABRIKEN VERZIERTER 
TERRA-SIGILLATA DES 
ERSTEN JAHRHUNDERTS 

VON 

ROBERT KNORR 

MIT 100 TAFELN, 52 TEXTBILDERN 
UND CHRONOLOGISCHER TABELLE 



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STUnOART 

DRUCK UND VERLAG VON W. KOHLHAMMER 
1919. 



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Inhaltsübersicht. 

Seite 

Vorwort und Inhaltsübersicht I — XI 

Literatur. Chronologische Bestimmung und Bestimmung der Herkunft 

der Gefässe. Chronologische Tabelle (Töpferliste). Bemerkungen 

zu den Textbildem 5 — 13 1—20 

Text zu den Tafeln 1—100 21—98 

Bemerkungen zu den Textbildem 1—4 und 14 — 52 99 — 126 

Töpferverzeichnis mit Angabe der Abbildungen der entsprechenden 

Tafeln und Textbilder ' . . . . 128—129 

Nach Fundorten geordnetes Verzeichnis 130—132 

Aufbewahrungsort (Sammlungen, Museen) der abgebildeten Sigillaten 133—136 

Punzenverzeichnis (Zahl der Punzen der Töpfereien) 137—138 

Verzeichnis der mit Töpfernamen versehenen, abgebildeten Gefässe 

und Angabe der Zahl der bekanntgewordenen Exemplare . . . 139—140 



Vorwort. 

Die vorliegende Arbeit ist ein Versuch, die mit Töpfer- 
namen gestempelten, aus Modeln geformten, verzier- 
ten Sigillata-Gefässe des ersten Jahrhunderts n.Chr., 
welche die Erde Hollands, der Schweiz, Deutschlands 
und Österreichs bewahrt hat, und die durch (Trabungen 
oder durch Zufall in die Museen gelangt sind, einer genaueren 
Prüfung zu unterwerfen, Stil und Art der einzelnen 
Töpfer und Töpfergruppen festzustellen, die zeitliche 
Aufeinanderfolgenachzuweisen, und diese Fundstücke 
in für archäologische Untersuchungen zweckmässigen 
Abbildungen vorzulegen. Manches Stück, das mir entgangen 
ist, wird leicht einzureihen sein und mein Ergebnis nicht wesent- 
lich ändern, aber gewiss vervollständigen und verbessern. Die 
an*etinischen Fabriken sind nicht aufgenommen; auch nicht die 
von Lezoux und anderer Töpferplätze, deren Tätigkeit mehr in das 
zweite Jährhundert fällt. — Da die gleichen Töpfer auch glattes 
Geschirr fabriziert haben, so ist auch über dieses nun mehr Klar- 
heit geschaffen. Eine zusammenfassende Publikation dieser Art 
mit Abbildungen in solchem Umfang fehlte bisher; auch in dem 
vortrefflichen Werke von Dechelette werden die schönen süd- 
gallischen Sigillaten nur gestreift uud in Dechelettes Inventaire 
sind nur wenige der vielen von mir mitgeteilten und abgebildeten 
Gefässe genannt. Gute Abbildungen gibt es nur spärlich, was 
gestempelte und verzierte Sigillaten des ersten Jahr- 
hunderts betrift't. Das Sigillatamaterial nach den Töpfern ge- 
ordnet zu publizieren, nicht nach Fundorten, ist von Anfang an 
meine Absicht gewesen; diese einheitliche und zweckmässige Ait 
der Publikation konnte dann bisher nur zum Teil durchgeführt 
werden; doch habe ich auch in meinen früheren Arbeiten schon 
nicht unbeträchtliche neue Beiträge zur Kenntnis der Arbeiten 
vieler Töpfer mitteilen können. Meine Vorarbeiten reichen in das 
Jahr 1883 zurück. In früheren Arbeiten hatte ich hauptsächlich 
die Terra-Sigillata schwäbischer Fundorte veröffentlicht: Canustatt 
und Köngen 1905, Rottweil 1907 und 1912, Rottenburg 1910. 



— IV — 

Aislingen 1913 und Ilisstissen 1912; in ,. Fundberichte aus Schwa- 
ben" 14, 1907, S. 73, finden sich neue Mitteilungen über die 
Töpfereien von Western dorf und Heiligenberg'; in einer Studie 
„Terra-Sigillata von Geislingen, Rottweil und Heidenheim", Fund- 
berichte 18, 1911, S. 32 ist nebenbei Sigillata von Günzburg, Druis- 
heim, Aquincum und Aquileia behandelt, in Fundberichte 21, 1914 
S. 112 Sigillata von Emerkingen. In den oben genannten Arbeiten 
war auch ziemlich viel erstmals veröffentlichtes Vergleichsmaterial 
anderer Fundorte beigegeben; so von Donnstetten, Ennentach, 
Worms, Andernach, Bonn, Köln, Trier, Rheinzabern, Heddernheim, 
Riegel, Baden-Baden, Badenweiler, Windisch, Strassburg, Heiligen- 
berg, Metz, Augsburg, Reichenhall, Passau, Wels, Wien, Deutsch- 
altenburg, 0-Szöny, Aquincum, x\quileia, Pompeji und Arezzo. — 
Bei Untersuchung und Bearbeitung der Rottweiler, der Rotten- 
burger, der Aislinger und der schönen noch nicht veröifentlichten 
Sigillaten der Ausgrabungen Goesslers im Kastell Cannstatt ergab 
sich für mich die Notwendigkeit der Beschaffung von noch viel 
mehr Vergleichsmaterial des ersten Jahrhunderts, und ich habe 
die meisten Museen in meinen Ferien aufgesucht, um an Ort und 
Stelle die Fundmassen zu studieren und vor allem die gestempel- 
ten verzierten Gefässe zu zeichnen. Die signierten Fa- 
brikate mancher Töpfer haben sich so zahlreich gefunden, dass 
nun z. B. frühe und späte Arbeiten des gleichen Töpfers, ja seine 
ganze Entwicklung klar vor Augen liegen. 

Vielen Museumsvorständen und Forschern bin ich Dank schuldig 
für freundliches Entgegenkommen und für die Publikationserlaubnis 
ihres Slaterials ; ich benütze die Gelegenheit zu danken vor allem 
Herrn Professor Dr. J. H. Holw^erda in Leiden, Herrn G. M. Kam 
in Nymegen, Herrn Professor Neeb und Herrn Kessler in Mainz, 
den Verwaltungen und Herren Konservatoren in Crefeld, Neuss, 
Wiesbaden, Mainz, Kreuznach, Bonn, Köln, Worms, Speier, Mannheim, 
Heidelberg, Basel, Brugg, Zürich, Aarau, Solothurn, Kempten, 
Günzburg, Dillingen a. D., Augsburg, München, Wels, Wien, Aqui- 
leia, Bregenz, Rottweil, Stuttgart und anderen Orten. Herrn 
Prof. Dr. Oxe danke ich herzlich für freundlichste und freigebigste 
Überlassung seiner vielen Skizzen, Photographien und Abdrücke 
wichtiger früher Sigillata, für Vermittlung der Zusendung mehrerer 
Sigillataoriginale, für Hilfe bei Entzifferung einiger schwer lesbarer 
Stempel und für wertvolle Winke über Museen mit wichtigem 
Sigillatamaterial. Zu sranz besonderem Dank bin ich verpflichtet 



— V — 

• 

Hei in v(»ii Schwerzenbach uud Herrn Hild, welche mir die Aufnahme 
sehr interessanter Sig-illaten von Bregenz ermöglichten ; auch durch 
die Güte von Herrn Dr. Fraas in Kempten kam ich zu viel schönem 
Material. Ebenso danke ich Herrn Donald Atkinson für Photo- 
graphien von ihm aufgenommener Stücke und für wertvolle neue 
Mitteilungen über in Pompeji gefundene Sigillaten aus südgallischen 
Fabriken ; nach Atkinsous gründlichen Untersuchungen im Museum 
Neapel ist dieser Pompejifund noch weit grösser und als Stützpunkt 
für die absolute Chronologie bedeutsamer, als sich aus dem Werk 
von Dechelette ersehen lässt. Herr Obermedizinalrat Dr. Otto 
Roger in Augsburg bat dem Verfasser freundlichst seine Zeich- 
nungen neugefuiidener Günzburger Sigillaten übermittelt. Für Er- 
laubnis der Veröifentlichung von Sigillaten des Kastells Burladingen 
danke ich Herrn Dr. Bersu. Herr Dr. Felix Oswald hat mir in 
sehr freundlicher Weise ^Mitteilung gemacht von seinen mit Dr. 
T. Davies Pryce unternommenen Ausgrabungen des frührömischen 
Lagers Margidunum, dessen älteste bisher gefundene südgallische 
Sigillata in der Zeit Neros dorthin gelangt ist. Herr Fabia hat dem 
Verfasser Photogi-aphien von Sigillaten aus seinen Ausgrabungen 
Ton Four^'iere zukommen lassen und Herr Hermet hat von seinen 
Ausgrabungen in La Graufesenque ein Sigillatabodenstück mit dem 
Grussstempel SALVE TV geschickt, auch verdanke ich ihm Mit- 
teilungen über das Material seiner grossen Sammlung und\\bdrücke 
verzierter Sigillata. Herrn Dr. Otto Egger in Wien danke ich 
auch hier für Auskunft über Sigillaten österreichischer Museen 
und für Erleichterungen der Benützung dieses Materials. Nicht 
unterlassen darf ich zu danken den vielen Fachleuten und Freunden 
dieser Forschungen, die meine früheren Arbeiten in Literatur- 
zeitungen ausnahmslos iu aufmunternder und anerkennender 
Weise besprochen oder in Fachzeitschriften dazu Stellung genommen 
haben; die gute Wirkung mancher freundlichen Anregung zeigt 
sich, wie ich hoffe, nun in dieser neuen Arbeit. Besonders möchte 
ich noch erwähnen, dass württembergische Kriegsteilnehmer, Nicht- 
fachleute, unter den schwierigsten Verhältnissen gesucht haben, 
der Sigillataforschung zu nützen und mir eine Freude zu bereiten. 
Obgleich es sich dabei um Sigillata anderer Zeit und etwas anderer 
Gattung, als in der hier vorliegenden Arbeit handelt, möchte ich 
zwei Fälle mitteilen. In einem Fall erhielt ich ein Fundstück, 
das in Frankreich gefunden worden war, und vom Finder sorgsam 
im Tornister nach Russland getragen wurde, von wo dieser Sigil- 



— VI — 

latafreimd dann schwer verwundet lieimkani. In einem andern 
Fall schickte mir ein Kriegsteilnehmer Skizzen und Mitteilungen 
von der Westfront über beim Graben gefundene Reste einer römi- 
schen Töpferei verzierter Sigillata mit genauer Ortsangabe, und 
versäumte nicht, mich einzuladen, die vor den deutschen Gräben 
auf der aufgeworfenen Erde liegenden Model und Sigillaten selbst 
in Augenschein zu nehmen und auszusuchen. 

Man befürchte nicht, dass es sich bei diesen Untersuchungen 
um zweckloses Sichverlieren in Einzelheiten handelt. Nur durch 
aufmerksamste Stilvergleichung und genaueste Prüfung auch kleinster 
Dinge wurde es möglich, diese Sigillaten chronologisch zu ordnen 
und tief in die Arbeitsweise der einzelnen Töpfer und der Töpfer- 
gTuppeu einzudringen; es ist ermöglicht, mit Hilfe dieser Kenntnis 
vieler kleiner Einzelheiten von sicher führenden Scherbenfunden 
geleitet, in die Frühgeschichte der Heimat, die verhältnismässig 
sehr im Dunkeln liegt, manches Licht zu bringen. Die Aufklä- 
rungen, die diese Scherben geben, hellen die Geschichte der Okku- 
pation in den römischen Provinzen weit über Deutschland hinaus 
auf; die Zeit der Errichtung von Wallanlagen und Kastellreihen 
lässt sich nun viel besser feststellen. — Es ist schwer, in Württem- 
berg keine Sigillata zu beschreiben; nicht Zufall ist es, dass gerade 
in Württemberg gefundene Sigillaten mich seit 3ö Jahren zu ge- 
naueren Untersuchungen veranlasst haben, und dass diese Unter- 
suchungen zu neuen Resultaten führten, denn es ist ja nur natür- 
lich, dass Württemberg ganz besonders viel und verschiedenartige 
Sigillata aufweist, weil namentlich im letzten Viertel des ersten 
Jahrhunderts ungeheure Massen [verzierter Terra -Sigillata von 
Westen ihren Weg durch Württemberg hindurch bis in die Provinzen 
der unteren Donau genommen haben; anfangs rechts der Donau; 
seit Vespasian über Rottweil und seit Domitian noch mehr abge- 
kürzt über Cannstatt und die Schwäbische Alb. Die Sigillaten 
machten einen Weg, der bekanntlich auch heute noch nicht seine 
ausserordentliche Bedeutung verloren hat: es ist der Weg, auf 
welchem man, wie ein alter Schriftsteller sagt, leicht von Gallien 
nach dem Schwarzen Meer reisen kann. 

Man hat immer wieder in Betracht zu ziehen : Die literarische 
Überlieferung über die Ereignisse der römischen Periode Süddeutsch- 
lands ist nicht lückenlos und man ist namentlich über die Vor- 
gänge der Zeit zwischen Augustus und Trajan nur ungenügend 
unterrichtet. Das wenige, das überliefert ist, scheint zudem nicht 



— VII — 

niibediimt zuverlässig zu sein ; ja gerade die am meisten benutzten 
römischen Berichte über die Ereignisse am Ende des ersten Jahr- 
hunderts sind, wie sich immer mehr herausstellt, stark zu^insten 
Trajans gefärbt und der dadurch in üblen Ruf gebrachte Domitian 
erscheint infolge neuer Forschungen in besserem Licht. Bei Er- 
forschung der Ereignisse dieses Zeitraums sind alle geboteneu 
Gelegenheiten zu benützen; man ist gedrängt hier vorzugehen fast 
wie bei Erforschung prähistorischer Kultur. Als nicht zu ver- 
achtendes Hilfsmittel haben sich iu dieser Richtung Geltung, ver- 
schaöl ganz besonders die Terra-Sigillata-Gefässe. Mit Hilfe der 
unscheinbaren, aus dieser Zeit zurückgebliebenen Scherben sucht 
man neuerdings mit Erfolg die Art des Vordringens der Römer, 
die Strassenverhältnisse, die Grenzverhältnisse, Umfang und kultu- 
relle Bedeutung der einzelnen Provinzen, der Industrie und des 
Handels und vieles andere mehr zu erschliessen, und diese Scherben 
werden immer mehr anerkannt als wertvolle historische Urkunden, 
die recht oft zuverlässiger sind als Münzfunde, und jedenfalls 
reichlicher zur Veifügung stehen als die sehr seltenen Inschrift- 
steine. Wie in der Geologie die Leitmuscheln, so sind für die 
römisch-gennanische Forschung diese Scherben zuverlässige und 
unzweideutige Zeitmarken. Die grossen Töpfei-zenti-alen in Sud- 
gallien haben in den Jahren 20 — 110 n. Chr. die römischen Provinzen, 
und zwar namentlich auch die Truppen in den Grenzkastellen, 
mit Sigillata versorgt ; man findet Sigillatagefässe der gleichen Art 
und mit den gleichen Töpfernamen sowohl in römischen Kastellen 
in England und Süd-Schottland, als auch am Rhein, am oberen 
Neckar und an der Donau hinab mindestens bis Ungarn : übrigens 
sogar in Nordafrika und namentlich auch in Italien. — Die Be- 
strebungen, das Gefühl für den Wert der Sigillatascherben in 
ihrer Eigenschaft als geschichtliche Urkunden zu schärfen, reichen 
in Süddeutschland ziemlich weit zurück, wie z. B. aus der 17.57 
erhobenen Klage hervorgeht: ,.Wir müssen hier abermalen die 
Unachtsamkeit der Leute beklagen, welche auf diese Dinge, als 
alte Scherben, keine Achtung haben mögen, dass sie entweder in 
fremde Hände zerstreuet, oder sonsten missbraucht werden." 
(Sattler, Tübingen 1757, Band I S. 232.) Leichtlen sagt 1825 über 
die Erforschung der Frühgeschichte der Heimat mit Hilfe der ge- 
fundenen Denkmäler, Trümmer und Kleinfunde: „Die meisten 
Menschen verlangen buchstäbliche Beweise aus alten Schriftstelleni, 
lind verschliessen, wo diese fehlen, ihr Auge allen anderen, auch 



— viir — 

noch so einleuchtenden Gründen und Anzeichen. Und wie mancher 
Deutsche, der mit kühner Sicherheit Italien, Egyi)ten, den Orient 
ordnet und festigt, verfällt in Kleinmuth, Zweifelsucht und Ver- 
legenheit, wenn vom Vaterlande die Rede ist?" (E. J. Leichtlen, 
Schwaben unter den Römern, Freiburg i. B. 1825.) Inzwischen ist 
ja gewiss vieles anders geworden ; aber immer noch liegen (gründe 
vor, die es angebracht erscheinen lassen, sich noch ein wenig mehr 
mit diesen Dingen zu beschäftigen. Denn dass diese Scherben 
besonders zuverlässige Zeugen zur genaueren Feststellung der Art 
des Vordringens der Römer, und des Widerstandes den sie fanden, 
sind, ist einleuchtend. Auch bilden diese Scherben wichtige 
Zeugen zur Kultur- und Handelsgeschichte. — Dechelette war es 
gelungen, die Sigillata in grosse Gruppen zu trennen und wichtige 
Fabrikationsorte festzustellen, aber er hat nicht Stil und Art 
der einzelnen Töpfer nachgewiesen; (Dechelettes „Stil des Liber- 
tus'' macht hier nichts aus); wie er selbst sagt, hat er durchaus 
nicht die Töpferzentralen aller gallischen Provinzen behandelt und 
das von ihm bearbeitete Material von La Graufesenque hat Sigil- 
lata, die eigentlich zum Teil schon der Verfallzeit angehört ; ebenso 
Bauassac; Montans ist etwas knapp behandelt, wie überhaupt die 
schönen Sigillaten der Frühzeit, der eigentlichen Blütezeit, bei 
Dechelette nicht studiert werden können; nur eine Anzahl Namen 
früher Töpfer, aber bei weitem nicht alle, sind von ihm aufgeführt. 
Das Neue und Eigentümliche meiner Untersuchungsmethode besteht 
unter anderem darin, dass ganz besonders die unscheinbaren 
Merkmale und Einzelheiten, wie Perlstäbe, Rosetten, 
Sternchen und dergleichen, neben der Anordnung d er Deko- 
ration, dazu benützt werden, die Arbeiten der einzel- 
ne u Töpfer herauszufinden, und dass der Umstand, welcher 
lange Zeit die Erforschung des verzierten Geschirrs sehr gehemmt 
hat, nämlich dass mehrere Töpfer die gleichen Typen haben, gerade 
dazu benützt wird, besonders enge Beziehungen mehrerer Töpfer 
nachzuweisen, oder auch das Gegenteil, das Fehlen jeden Zu- 
sammenhangs, zu zeigen. Der Versuch Stil und Art der einzelnen 
Töpfer und zugleich bisher nicht gewürdigter deutscher Töpferorte 
klar herauszustellen, war vorher nie und ist zuerst von mir ge- 
macht worden in meinen Arbeiten über Sigillata von Cannstatt 
und von Rottweil, 1905 und 1907. Ich hatte die Freude zu sehen, 
dass diese Untersuchungsmethode dann nachher als zuverlässig und 
die römisch-germanische Forschung fordernd anerkannt und später 



— IX — 

zum Vorteil der Sache fast allgemein aufgenommen und ange- 
wendet wurde; so zum Beispiel von \\'. Barthel (Kastell Zugniantel 
1909), Oelmaun (Rüm.-germ. Korrespondenzblatt IV 1911 S. 90), 
Forrer (1911), J.Jacobs (1912), K. Hähnle (1915). Dass die vom 
Verfasser angewandte Untei-suchungsmethode und das damit ge- 
wonnene Resultat von den Fachleuten angenommen wurde, war 
mir eine um so grössere Beruhigung, als mir gegenüber früher 
von einem erfahrenen Trierer Archäologen der Auffassung Aus- 
druck gegeben wurde, dass es überhaupt unmöglich sei, dieses 
Scherbendui'cheinander zu ent^virren und die Gefässe einzelnen 
Töpfeni zuzuteilen. Als ich die ersten Mitteilungen veröffentlicht 
hatte, wurde von anderer Seite zwar zugegeben, dass Stil und 
Art der einzelnen Töpfer der Sigillata des zweiten Jahrhunderts 
nachgewiesen werden können ; aber es wnrde bezweifelt, dass« die 
Sigillata des ersten Jahrhunderts nach Töpfeni geordnet werden 
kann, weil namentlich die frühen Gefässe rein ornamental sind 
und deshalb (bei oberflächlicher Betrachtung) die Merkmale zu 
fehlen scheinen, welche das Trennen und Ordnen ermöglichen. Die- 
Schwierigkeiten sind zweifellos beträchtlich. Aber vielleicht wird 
man in Fachkreisen nun sehr bald ebenso eifrig von Arbeiten der 
Art des Albus, Amandus, Baibus, Bilicatus, Carus, Daribitus, DaiTa, 
Licinus, Passenus, Senicio, Maccarus, Modestus usw. sprechen, 
ganz wie man nach dem Erscheinen meiner ei-sten Arbeiten be- 
gonnen hat, von Stil uud Art der Töpfer Satto, Janus, Eeginus, 
Cerialis, Ciriuna, Cibisus, Cobnertus, Giamilus, des „Meisters der 
kleinen Meddaillons" von Heiligenberg usw. und von dem Stil der 
Triertöpfer Amator, Dexter, Censorinus. Criciro, wie von etwas 
sehr selbstverständlichen zu schreiben uud zu sprechen. 

Der grösste Teil des Materials war schon 1914 gesammelt 
und auf den Tafeln zusammengestellt ; die Druckplatten der Tafeln 
1—100 waren im Frühjahr 1916 fertig; bei den Textbildern linden 
sich wichtige Nachträge, die nicht mehr den Tafeln eingefügt 
werden konnten. Der Text ist unverändert gelassen worden, wie 
er schon 1916 vorlag; Nachträge im Text sind als solche zu er- 
kennen. Kein Billigdenkender wird bei einer in solchen Zeiten 
entstandenen Publikation den strengsten Massstab anlegen. Ver- 
leger und Verfasser liätten sehr gerne z. B. etwas besseres Papier 
verwendet gesehen wegen der Textbilder. Derartige Arbeiten 
wollen übrigens ja keine protzigen Prachtwerke sein, sondern 
zweckmässige, handliche, inhaltsreiche Bücher, die z. B. bei Aus- 



— X — 

grabungen immer in Benützung des Ausgrabungsleiters sein können, 
und deren Anscliatfiing jedem Freunde der römisch-germanischen 
Forschung möglich ist. 

Bezüglich 2 oder 3 Gefässen war es mir wegen der Verkehrs- 
hemmungen nicht mehr möglich, die Erlaubnis der Publikation 
einzuholen; ich darf sie voraussetzen. 

Für den seltenen Fall — doch ist er ja ganz unwahrschein- 
lich -^ dass ein diesen Forschungen Fernstehender meine Arbeit 
in die Hände bekommen sollte und es etwa verwunderlich und 
sehr überflüssig findet, dass diesen provinzialen Töpferprodukten 
einer längst vergangenen Zeit so viel Sorgfalt zugewendet wird, 
darf ich vielleicht sagen, dass, wie sich gezeigt hat, 2000 Jahre 
nicht so sehr viel bedeuten in der Entwicklungsgeschichte höchst- 
stehender Organismen. Ein Blick auf das Fundortkärtchen S. 127 
zeigt, wie das Älteste mit dem Neuesten sich berührt und welche 
Rolle der Ehein, die obere Donau und Süddeutschland in den 
Völkerkämpfen und im Völkerleben spielen und spielten. Diese 
Dinge sind auch für den modernen Menschen wichtig und er darf 
sich wohl ein wenig mit diesen vielsagenden Scherben beschäftigen. 
Mag man auf der Seite des Germanen stehen oder auf der anderen 
Seite: es handelt sich hier bei diesen Jahrtausende dauernden 
Kämpfen um eine der furchtbarsten und grössten Erscheinungen, 
die jeden Menschen aufs naheste berühren. Nicht nur die Gegen- 
wart und Zukunft, auch die „Vergangenheit" geht uns an; sie wirkt 
in uns und auf uns; wir können uns ihr nicht entziehen. — Wie 
schon in „Rottweil 1907" Seite 10 möchte ich auch hier wieder 
aussprechen : Mögen die hier mitgeteilten, aus ihrer Verborgenheit 
herausgehobenen Scherben den beabsichtigten Zweck ihrer Publi- 
kation erfüllen : in ihrem kleinen Teil beizutragen zur besseren 
Kenntnis grosser Ereignisse einer grossen Zeit, und einer Kultur, 
die in ihren Nachwirkungen auch heute noch fühlbarer und leben- 
diger ist, als manchem bewusst ist. 

Ich bitte diese neue Veröffentlichung ebenso freundlich auf- 
zunehnien wie meine früheren Arbeiten. 



Stuttgart, Juli 1919. 

Robert Knorr. 







Textbilö 1. 



Literatur. Chronologische Bestimmung 

unö Bestimmung öer Herkunft öer Gefässe. 

Chronologische Tabelle unö Bemerkungen zu 

Textbilö 5—13. 



Literatur. 

Diese Angaben sind nicht als vollständige Liste der Sigillata- 
Literatiir aufzufassen, sondern es handelt sich hier um Arbeiten, 
die neues Abbüdungsmaterial der südgallischen Sigillata des 
ersten Jahrhunderts und neue Forschungsergebnisse enthalten. 
Dragendorf f, Terra Sigillata, Bonner Jahrbücher 96, 1895, ist 
oft genannt, ^eil schon lange und allgemein nach ihm die Gefäss- 
formen Dragendorff 11, 29, 37 und 30 zitiert werden, obgleich 
eigentlich nach Holder, Römische Tongefässe, Stuttgart 1889, 
zitiert werden sollte, weil Holder schon vorher Typentafeln ver- 
öffentlicht hat; Holder Tafel VII Fig. 1 ist gleich Dragd. 37, Holder 
VII 3 gleich Dragd. 29, Holder VIII 6 gleich Dragd. 30. Es ist 
natürlich zweckmässiger, die Profile nach Dragendorif zu nennen. 

Knorr, TOpfer verzierter Sigillata. 1 



— 2 — 



Die von der Limes-Kommission durch Fabricius publizierten älteren 
Limes-Kastelle enthalten wichtiges südgallisches Material, auch die 
Mainzer Zeitschrift und die Werke von Henning, Roger, 
Curie, Walters, Jacobs und anderen, die sich in meinen 
früheren Arbeiten genau angegeben finden. Die folgenden Arbeiten 




Textbilö 2. 

sind chronologisch geordnet. Die beigegebenen Bemerkungen wollen 
nicht etwa als Kritik der betreffenden Schriften aufgefasst werden, 
sondern sie sollen nur für die hier vorzunehmenden ganz speziellen 
Untersuchungen Winke geben. 

E. Eitterling und L. Pallat. Römische Funde aus Wies- 
baden. Anualen des Vereins für Nassauische Altertumskunde 



3 — 



und Geschichtsforschung, 1898. ~ Es ist eine für die absolute 
Chronologie sehr wichtige und grundlegende Arbeit; die in der 
Wiesbadener Moorschicht gefundene Sigillata (Ritterling, S. 131, 
141, 145) fällt in die Zeit vor der Zerstörung des Kastells durch 
die Chatten im Jahre 69. — 




A(^*ile 



"X^n" 







^ 



Textbilö 3. 

E. Ritterling. Die Fundstücke von Haltern. Haltern 
und die Altertumsforschung an der Lippe. Mitteilungen der Alter- 
tumskommission für Westfalen II, 1901, S. 107. Die Sigillata von 
Haltern zeigt, dass bis zum Ausgang des Augustus und vielleicht 
etwas länger noch keine südgallische Sigillata an diesen augusteischen 
Fundplatz gelangt ist, sondern nur arretinische oder doch nur 
solche ganz arretinischer Art. 

E. Ritterling. Das frührömische Lager bei Hof heim im 
Taunus, Annalen des Vereins lür nassauische Altertumskunde und 
Geschichtsforschung, Band 34, 1904. Die echte italische und die 
in italischer Technik hergestellte Sigillata, die in Haltern aus- 
.««chliesslich herrscht, kommt in Hof heim nicht vor, sondern nur 



_ 4 — 

südgallische Sigillata. Die ältesten Sigillaten sind im Jahr 40 
oder 41 nach Hof heim gekommen. Das Aufblühen der südgallischen 
Fabriken ist nach dem Jahr 17 und vor dem Jahre 40, also in 
der Zeit des Tiberius, erfolgt (S. 68). 

J. Dechelette, Les vases ceramiques ornes de la Gaule 
romaine, Paris 1904. Dechelettes grosses und schönes Werk ist 
die für Sigillata-Untersuchungen wertvollste und wichtigste Arbeit. 

Meine folgenden 6 Arbeiten sind aufgeführt, weil sie auch 
viel neues südgallisches Material enthalten und ich deshalb oft 
darauf Bezug nehmen muss. 

R. Knorr, Die verzierten Terra-Sigillata-Gefässe von Cann- 
statt und Köngen-Grinario, Stuttgart 1905. Enthält einige 
südgallische Sigillaten mit Modelstempeln (Taf. IX 1, XI 1, XII 2). 
Die frühesten Cannstatter Sigillaten fallen in die Zeit Domitians. 

R. Knorr, Die verzierten Terra-Sigillata-Gefässe von Ro 1 1 w ei 1, 
1907. Enthält viel südgallisches signiertes Material, namentlich 
Germanus-Gefässe. Die frühesten Rottweiler Sigillaten sind vom 
Jahr 74 ab dorthin gelangt. 

R. Knorr, Die verzierten Terra-Sigillata-Gefässe von Rotten- 
burg-Sumelocenna, 1910. Die ältesten südgallischen Sigillaten 
von Rottenburg fallen in die Zeit zwischen Cannstatt und Rottweil. 

R. Knorr, Südgallische Terra-Sigillata-Gefässe von Rottweil,. 
1912. 

J. Jacobs, Sigillata-Funde aus einem römischen Keller zu 
Bregenz. Jahrbuch für Altertumskunde 1912. — Es handelt 
sich um eine sehr lehrreiche, geschlossene Fundmasse der Spät- 
zeit Domitians und Frühzeit Trajans. 

R. Knorr, Die Terra-Sigillata-Gefässe von Aislingen. Jahr- 
buch des Historischen Vereins Dillingen, 25. Jahrgang 1912, Dil- 
lingen 1913. (Nicht im Buchhandel: Sonderabdrücke sind zu be- 
ziehen vom Historischen Verein in Dillingen a. D.) Enthält sehr 
viele gestempelte, verzierte Sigillaten, auch anderer Fundorte, 
z. B. von Windisch und Strassburg, hauptsächlich Sigillata der 
Mitte des ersten Jahrhunderts. 

R. Knorr, Die neu gefundenen Sigillaten von Risstissen und 
ihre Bedeutung als südgallischer Import. Festschrift der K. Alter- 
tümersammlung in Stuttgart, 1912. Die Seite 57 gegebene chrono- 
logische Tabelle ist unvollständig und durch meine neue Tabelle 
überholt.*) Die einleitenden Bemerkungen sind vielleicht vielen neu. 

*) Es ist die Tabelle auf den folgenden Seiten 6 und 7. 



E. Ritterling, Das frührömische Lager bei Hof heim im 
Taunus. Annalen des Vereins für nassauische Altertumskunde 
'und Geschichtsforschung, Band 40, 1912 (1913). 

A. Oxe, Die ältesten Terra-Sigillata-Fabriken in Montans 
^m Tarn. Arch. Auz. 29, 1914. 

Zur allgemeinen Information über die Geschichte der römischen 
( )kkupation in Deutschland ist folgende Arbeit besonders wertvoll : 
es lässt sich aus ihr auch manchmal ersehen, wie sehr gerade 
-Sigillata-Funde es ermöglicht haben, die vortreffliche beigegebene 
Karte zu vervollständigen ; sie zeigt z. B. im Gebiet der Schwäbi- 
schen Alb einige Kastellpunkte, die auf den bisherigen Karten fehlten. 

W. Barthel, Die Erforschung des Obergermanisch- 
rätischen Limes in den. Jahren 1908 — 1912. VI. Bericht 
der Römisch-germanischen Kommision des Kaiserlichen Archäolo- 
sischen Instituts 1910/11. 1913. 




f\rezzo 




Textbilö 4. 



Chronologie. 

Die oben gegebene kleine Übersicht der Literatur macht schon 
aufmerksam auf Anhaltspunkte für die Feststellung der absoluten 
Chronologie der Sigillata des ersten Jahrhunderts. Haltern, das 
im zweiten Jahrzehnt des ersten Jahrhunderts verlassen wurde, 
hat noch keine südgalUsche Sigillata. Sie tritt erst auf in Wies- 
baden, Hofheim und Aislingen. Hofheim zeigt, welche Sigillata 
vom Jahr 40 ab nach Germanien gelangt ist; die Wiesbadener 
Moorschicht zeigt, welche Sigillata vor dem Jahre 69 dortbin 
kam, und Rottweil zeigt, welche Sigillaten vom Jahr 74 ab nach 
Süddeutschland gelangten. Im zweiten Jahrzehnt des ersten Jahr- 



6 — 





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— 8 — 

hunderts haben die frühesten Töpfer von Montans in Südfrank- 
reich begonnen zu arbeiten. 

Die gleichen südgallischen Fabriken, welche etwa vom Jahr 
20 bis 115 n. Chr. Sigillata nach Germanien geliefert haben, hatten 
auch sonst, namentlich gegen das Ende des Jahrhunderts, ein 
weites Verbreitungsgebiet ihrer Ware ; besonders wichtig ist hier, 
dass nach Pompeji südgallische Sigillaten gelangt sind. Da Pompeji 
im Jahr 79 durch den Ausbruch des Vesuvs verschüttet wurde, 
geben die in Pompeji gefundenen Sigillata-Gefässe südgallischer 
Herkunft besonders wertvolle Anhaltspunkte, welche Töpfer vor 
dem Jahre 79 gearbeitet haben. Bei Dechelette finden sich einige 
dieser südgallischen Pompeji-Sigillaten abgebildet und besprochen 
Seite 95. Es sind inzwischen über die Pompeji-Fundstücke genauere 
Feststellungen gemacht worden von Donald Atkinson, welcher 
im Museum Neapel noch weit mehr gestempelte, verzierte Sigillaten, 
die zu diesem Depotfund gehören, ausfindig gemacht hat, und das 
sehr interessante Besultat seiner Forschungen mit Abbildungen 
publizieren wird oder hoffentlich publiziert hat, was ich leider 
nicht feststellen kann. Herr Atkinson hatte die Freundlichkeit, 
mich (1913) aufzusuchen und mir über die Sache zu berichten. 
Ich möchte seiner Publikation nicht vorgreifen, darf aber vielleicht 
folgendes sagen : dieser Fund muss ganz kurz vor der Verschüttung 
Pompejis durch den Vesuv dorthin gelangt sein; die Ware war 
noch nicht einmal ausgepackt; die Asche des Vesuvs hat diese in 
zwei Kisten verpackte un-d wohlgeordnete Ware im Jahr 79 bedeckt. 
Es sind 90 Schüsseln. Die Schüsseln Dragd. 29 haben folgende Stempel : 
ALBIM, OF BASSI CO, CABVCATI, GEBMANI, GEBMANI OF, 
MANDVLIM, OF MOM 22 Exemplare, OF MOMMO 2, MOMMONIS, 
OF PATBICI, PAVLLVS, OF BVFINI 2, SABINVS 2, SABI- 
NVS F 3, SASMONOS, OF SECVN, OF SILVANI, VIBT . . ?, 
OF VITA 4 ; einige unsichere Stempel lasse ich weg. Auf Dragd. 
37 finden sich: AISVS (?), MEMOBIS, MOM, OF MO. Von diesen 
Töpfern, die unmittelbar vor dem Jahre 79 nach Pom- 
peji geliefert haben, sind folgende in Bottweil, dessen 
Gebiet im Jahre 74 von den Bömern okkupiert wurde, 
durch verzierte Gefässe vertreten: auf Dragd. 29 GEB- 
MANI OF 6 Exemplare, auf Dragd. 3.7 GEBMANI, GEBMANI F, 
GEBMANI F SEB, auf Dragd. 30 GEBMANI, PAVLLI, auf Dragd. 
29 OF BVFINI 3 Exemplare, OF SECVND, OF SILVANI, Ot 
VIBTVTIS, OF VITAL, OF VITA. Ein in Cannstatt gefundenels 



— 9 — 

Gefäss mit Stempel SABIN und eine in Rottweil gefundene Schüssel 
mit SASMONOS habe ich mitgeteilt Fundberichte aus Schwaben 
17, 1910, S. 26. Wie ich mich durch die mir von Atkinson vor- 
gelegten Aufnahmen derPompeji-Gefässe überzeugen konnte, handelt 
es sich nicht etwa nur um zufällig gleiche Namen, sondern die 
Gefässe selbst sind die gleichen Fabrikate mit den gleichen Deko- 
rationen wie in Rottweil. — Die Bedeutung der ältesten Rottweiler 
Sigillaten für diese Untei-suchungen liegt auf der Hand. 

Hier ist es zweckmässig, einige Bemerkungen über • die für 
das erste Jahrhundert in Betracht kommenden Gefässformen. 
die Profile, einzuschalten. Über die verschiedenen Arten der 
Dekoration vei-weise ich auf Ritterlings Darlegungen, Hofheim 1913, 
Seite 212 ff. Die früheste Form ist der Kelch" mit Stengelfuss, 
Dragd. 11: diese Form ist eigentlich noch ganz „arretinisch". 
Sehr häufig ist im ersten Jahrhundert die Schüssel Dragd. 29 mit 
zwei durch einen Wulst getrennten Ornamentstreifeu. Wohl zu 
unterscheiden sind die frühen und späten Variationen dieser Form 29: 
im Text zu den Tafeln wird eingehender darüber zu sprechen 
sein, ebenso über die verschiedenen Dekorationen, au welchen 
leicht fi'ühe und späte Schüsseln der Form 29 zu erkennen sind. 
Eine grosse Rolle spielt im ersten Jahrhundert der zylindrische 
Napf der Form Dragd. 30: diese Becher haben oft Töpfernamen 
im Ornament, die also schon in den Model eingedrückt oder ein- 
geschrieben waren. Etwa von der Zeit Neros ab erscheint die 
bekannte halbkugelige Schüssel der Form Dragd. 37. Der kleine 
ißecher mit Reliefschmuck, den ich ..Form 78" nannte (Rottweil 1907, 
Seite 14), ist von Dechelette und Dragendorff nicht berücksichtigt : 
er ist besonders bezeichnend für die frühflansche Zeit und hat 
nur kurze Lebensdauer gehabt, ist also ein gutes chronologisches 
Hilfsmittel. Hübsch ist der kleine bauchige Becher Dechelette 67. 
der auch als kleine Vase betrachtet werden kann; er ist keines- 
wegs nur in Lezoux, sondern sicher auch in La Graufesenque herge- 
stellt, wie seine Dekoration oft zeigt' Eine sehr seltene Form ist die 
Feldflasche, die ich Textbild 33 bringe. Dechelette und Dragen- 
dorff unbekannt ist der Typus der grossen Prachtvase, von welcher 
ich Tafel 100 Fig. A und Textbild 32 sehr seltene Beispiele bringe ; 
besonders schön ist der Rest der Vase Textbild 34. 

Schon diese Profile geben zum Teil Anhaltspunkte, ob ein 
Gefäss des ersten Jahrhunderts früh oder spät ist. Besonders 
aber mnss der Stil der Dekoration dieser Gefässe zur 



— 10 — 

Klärung der relativen Chronologie herangezogen wer- 
den. Dazu ist auch genaue Kenntnis der Herstellungsweise dieser 
Gefässe nötig, über welche die Funde reichlich Auskunft geben. 
Ohne völlige Vertrautheit mit der Technik ist es ausgeschlossen, 
zu guten Ergebnissen über Zeit, Töpfer und Herkunft dieser 
Sigillaten zu gelangen. Aus Eücksicht für neu an die Sache 
Herantretende muss ich hier schon früher von mir Gesagtes wieder- 
holen. Der Töpfer hatte von den einzelnen Dekorationsmotiven, 
die er auf seinen Erzeugnissen verwendete, gesonderte Stempel 
oder Punzen aus Ton. Die Formschüsseln oder Model 
wurden als derbe Schüsseln mit besonders starken Wandungen 
gedreht und dann wurden in die Innenseite der Wandung in den 
noch weichen Model die Punzen in mehr oder weniger geschmack- 
voller Anordnung eingedrückt. Der Model nahm also die Ver- 
zierungen konkav in sich auf. Perlstäbe, Zickzackstreifen und 
Eierstäbe wurden in der Regel nicht mit Punzen, sondern mittelst 
Rädchen, auf welche diese fortlaufenden Verzierungen konvex 
modelliert waren, in den Model eingedrückt. Zarte Blattstiele und 
ähnliches wurde mit dem Modellierholz aus freier Hand konkav 
eingezeichnet. Manchmal drückten die Töpfer auch ihren Namens- 
stempel in den Model, oder sie schrieben den Namen in den noch 
weichen Model ein. Es ist einleuchtend, dass bei dieser Technik 
ein Töpfer, selbst bei kleinem Punzenvorrat, in immer wechselnder 
Anordnung seine Verzierungselemente, seine Punzen, verwenden 
konnte und auf verhältnismässig einfache Weise eine Reihe ver- 
schiedener Model sich fabrizieren Hessen. Nachdem ein solcher 
Model gebraunt war, konnte er als Negativ zur Fabrikation einer 
grossen Anzahl von Reliefschüsseln dienen. Aus dem Model wurde 
aber nur der verzierte Teil der Schüsseln ausgepresst; der Fuss 
und der obere Rand der Schüsseln der Formen 29, 30 und 37 wur- 
den nachträglich aufgedreht. — 

Diejenigen Namenstempel, welche innerhalb des Ornament» 
oder der Figuren einer Schüssel sich finden, sind also Abdrücke 
aus dem Model und bezeichnen den Modelfabrikanten oder dessen 
Mitarbeiter. Dagegen rühren die Stempel, welche innen im Boden 
einer verzierten Schüssel sich finden, vom Töpfer der eigentlichen 
Schüssel her. Doch ist bei den südgallischen Töpfern in der 
Regel der Hersteller des Models auch der Verfeitiger der ausge- 
pressten Schüssel. Eine Eigentümlichkeit nun ist es, welche die 
Erforschung des verzierten Geschirrs sehr gehemmt hat, nämlich 



— 11 — 

der Umstand, dass die Gefässe mehrerer Töpfer oft die gleichen 
Dekorationsmotive zeigen. Es haben eben oft mehrere Töpfer die 
gleichen Punzen benützt. So sehr nun das Vorkommen gleicher 
Figurenstempel bei verschiedenen Töpfern es anfangs ziemlich 
schwierig erscheinen lässt, in dieses Scherbendurcheinander Ord- 
nung zu bringen, so gelingt es doch bei längerer Beschäftigung 
mit diesen Dingen, gerade diesen zuerst unangenehm empfundenen 
Umstand dazu zu benützen, besonders enge Beziehungen mehrerer 
Töpfer nachzuweisen oder auch das Gegenteil, das Fehlen jeden 
Zusammenhangs, festzustellen. So gross die Schwierigkeiten zuerst 
erscheinen, so findet man doch bald, dass zwar einige Typen oft 
mehreren Töpfern gemeinsam sind, dass aber die einzelnen Töpfer 
sich meistens durch gewisse Besonderheiten in der Anordnung 
ihrer Dekorationsmotive oder durch sonstige Eigentümlichkeiten 
verraten. Es gibt ausserdem noch ein Mittel, die einzelnen Töpfer 
und Töpfergruppen auseinanderzuhalten. Ich meine die ganz 
unscheinbaren Dekorationsmotive, wie z. B. die immer 
noch zu wenig beachteten Eierstäbe, Perlstäbe und Zickzackstreifen 
und namentlich die kleinen Sternchen, Rosetten, Grasbüschel, 
Blättchen, Trauben und dergleichen. Die menschlichen Figuren 
und andere auffallende und hübsche Dekorationsmotive wollte 
natürlich jeder Töpfer haben, und er konnte sie sich leicht durch 
Tausch oder auf andere Weise verschaffen. Es ist zum mindesten 
wahrscheinlich, dass das Bedürfnis oder die Nachfrage nach den 
unscheinbaren Sternchen und ähnlichem weniger gross war; derlei 
Punzen konnte sich jeder leicht selbst herstellen. In diesen kleinen 
und kleinsten Verzieruugselementen hat man deshalb nach meiner 
Erfahrung ein nicht zu verachtendes Mittel, Ordnung in diese 
Sigillaten zu bringen. 

Der Weg, der gemacht werden kann, um die Herkunft dieser 
Gefässe nachzuweisen, ist bezeichnet durch das über die Technik 
Gesagte. Die Örtlichkeiten, an welchen Brennöfen, Punzen, Model 
und sonstiges Werkzeug gefunden worden sind, bilden die gesicherten 
Punkte, von denen aus weiter gesucht werden muss. Den Fest- 
stellungen Dechelettes liegen sehr vorsichtige und umfassende Unter- 
suchungen gallischer Fabrikationsorte zugrunde. Die hier in Betracht 
kommenden Zentren der Sigillata-Töpferei sind vor allem Montans, 
La Graufesenque und Banassac. 

Die Figuren der folgenden Textbilder haben, wie die Ab- 
bildungen der Tafeln, halbe wirkliche Grösse. 







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Textbilö 5. 



Bemerkungen zu Textbilb 5—13. 

Textbild 5. Die beigegebenen Namen und Tafel- 
Nummern zeigen, an welcher Stelle meiner Tafelab- 
bildungen die betreffenden Gefässe abgebildet und 
im dazugehörigen Text beschrieben sind. 

Eierstäbe südgallischer Sigillaten. 

Man sieht hier z. B., dass der M. Crestio stempelnde Töpfer 
den gleichen Eierstab benützt, wie Crucuro; beide haben also 
gleichzeitig und in enger Arbeitsgemeinschaft Gefässe verfertigt. — 
3Ian sieht zugleich die Entwicklung und Entartung dieser Eierstäbe : 
oben sind Beispiele, welche in die Zeit des Tiberius fallen, wäh- 
rend die Eierstäbe unten Gefässen des Biragillus und L, Cosius 
•eigentümlich sind, die in die Zeit Domitians fallen. 

Textbild 6. Diese sehr anspruchslos wirkenden Doppel- 
blättchen sind gerade in ihrer Kleinheit höchst interessante Bei- 
spiele und Belege dafür, wie Kunsthandwerker dieser Kulturepoche 
das Pflanzenornaraent behandelten; in keinem einzigen Fall lässt 
sich die Pflanze botanisch bestimmen, welche diesen kleinen Deko- 
rationselementen zum Vorbild gedient haben könnte, und dennoch 
beweisen diese Motive nicht nur ein sehr feines Gefühl für das 
Wesen der Pflanze, für ihre Entwicklung und ihr Wachstum, 
sondern sie sind auch Belege eines bewussten Stilisierens mit einer 
die Sache völlig beherrschenden ausgezeichneten Kenntnis der 
Pflanze und ihrer Teile. So wenig, kann man fast sagen, der 
Schöpfer des borghesischen Fechters ein nur geschickter, aber 
unwissender Künstler gewesen sein kann, so wenig kann man an- 
nehmen, dass diese kleinsten ornamentalen Elemente nur Geschick- 
lichkeit, nicht auch ausserordentlichem Wissen ihre Entstehung 



— 13 — 

verdanken. Wollte ein Botaniker des 20. Jahrhunderts das Keim- 
blatt der Pflanze oder gewisse Erscheinungsformen bei im Anfang 
der Entwicklungsreihe stehenden Pflanzen schematisch darstellen 
und klarlegen, so würden seine Abbildungen ziemlich genau so aus- 
sehen, wie die Typen des Textbildes 6, nur vielleicht nicht so hübsch^ 
sondern etwas trockener. Sicher liegt die Freude, die wohl schon 



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Textbilö 6. 



die früheren Besitzer dieser verzierten Gefasse bei ihrem Anblick 
hatten, und die noch fast 2000 Jahre später der aufmerksame 
Betrachter gemessen darf, darin, dass diese Ornamente in der 
denkbar einfachsten und zugleich anmutigsten Fonn die Entwicklung^ 
zum organischen Leben, das Sprossen und das Streben zu Licht 
und Sonne, die Lebensfreude symbolisieren. — 

Diese kleinen Motive entstammen meistens frühen Gefässen 
des ersten Jahrhunderts. Viele werden von mehreren Töpfern 
benützt; das beweist gemeinsames Arbeiten oder Entlehnen des 
Motivs. Das Motiv oben in der Mitte, ALBINI 8, wird auch von 
sieben anderen Töpfern des Anfangs des ersten Jahrhunderts be- 
nützt; dieses Motiv allein ist also schon leitend. Die Motive,. 



— 14 — 

welche nur von einem Töpfer benützt werden, können natürlich 
ganz besonders als Merkmale der Arbeiten des betreffenden Töpfers 
gelten. 

Den Abbildungen der in dieser Arbeit publizierten sig- 
nierten verzierten Gefässe auf den Tafeln sind immer die ein- 
zelnen Typen, der „Typenschatz" des betreffenden Töpfers, beige- 
geben, bei jedem Töpfer alle von ihm nachweisbar benützten Typen. 
Ein General-Typenkatalog erübrigt sich zunächst, denn wichtiger 
ist es, bei jedem Töpfer die von ihm benützten Punzen mit einem 
Blick sehen zu können*). Man kann auf diese Weise leicht finden, 
welche Typen verschiedenen Töpfern gemeinsam sind, also welche 
Töpfer gleichzeitig gearbeitet haben, und um diese Zusammenhänge 
noch übersichtlicher zu machen, dazu dienen die Textbilder 5 — 13, 
die natürlich nicht alles erschöpfen, sondern nur anleiten wollen 
zum Kontrollieren, Aufsuchen und Nachweisen dieser Beziehungen. 
Diese Textbilder 5 — 13 sind zugleich zum Teil die Belege für die 
Aufstellungen der chronologischen Tabelle Seite 6 und 7. 
Doch sollte immer auch der Text zu den Tafelabbildungen 
zu Rate gezogen werden, wenn z. B, ein Benutzer meiner Arbeit 
sich über einen von ihm gefundenen, noch nicht bestimmten Scherben 
des ersten Jahrhunderts genau unterrichten will. Meistens wird 
aber schon' beim flüchtigen Durchblättern der Tafeln ein nicht 
ganz ungeschickter Benutzer schnell Aufklärung über seinen Scher- 
ben finden. 

Textbild 7. Auch die hier zusammengestellten Punzen sind 
meistens auf Gefässen der Frühzeit und geben oft sehr interessante 
Auskunft über das gleichzeitige Arbeiten vieler Töpfer und über 
das Ineinandergreifen ihrer Tätigkeit. Die Zahlen geben, wie schon 
-oben gesagt, die Tafeln an, auf welchen die Scherben mit der 
vollständigen Dekoration und mit den Namenstempeln abgebildet sind. 

Textbild 8. Hier sind zum Teil sehr hübsche Palmetten, 
phantastische Blätter und Rebenblätter zusammengestellt, die meistens 
charakteristisch für frühe Gefässe sind. Da sie gewöhnlich nicht 
von mehreren Töpfern gemeinsam benützt werden, sind diese Mo- 
tive gute Merkmale der Arbeiten bestimmter Töpfer. 

Textbild 9. Zusammenstellung herzförmiger Blätter und 
Verwandtes. 

Textbild 10. Hier sind einige Motive dabei aus etwas 
späterer Zeit, als die der vorigen Textbilder; charakteristisch für 

*) Mein TypenkataJog ist in Angriif genommen und wird in Bälde erscheinen. 



— 15 — 

frühe Gefässe aber ist das Motiv unten rechts: diese Volute ist 
eines der wenigen Motive, die sich aus den arretinischen Töpfe- 
reien der Zeit des Augustus in die südgallischen Fabriken der 
Zeit des Tibeiius, Caligula und Claudius hinübergerettet haben. 
Vergl. Knorr, Aislingen 1912, Tafel I und II mit Text. 



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•^OACDE- ' 
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OfINGENVl AMANPr' Aul StitttO. 

an. •v.a BALBViF* 




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D*RRAFE*^ SOMOOfT* MO SENIO<5fE 



N*MV5 FE" CALICAM ♦* FIRMOFEC 

«OWJO OFiCINCEN OFCRESTI 

-AL OFUtlNIAf** FICIMCEN _, , .. 

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' 9«'-C-,r Si3S«a»'fi^oV'i' *'' «.A.. 96^. oF.f«s.E 



vr.o 



CARV5FE*' UCINVS*' AMANOI"? PRIMIM*^ 

OFCREST« MELVJFE IVCVNDVJ 

BARJBJTVi OfMOOÜTI M£LV3FE 

^ ^^- O0,F 

•R^SIENI X Au(.I.i. -^ 






Textbilö 7. 



Textbild 11. Rosetten, Blüten, Sterne und dergleichen, oft 
sehr hübsch. 

Textbild 12. Hier sind hauptsächlich Motive von Gefässen 
der Zeit Vespasians und Domitians zusammengestellt : es sind sehr 
bekannte und besonders gut leitende Punzen, die von ganz be- 
stimmten Töpfergruppen gemeinsam benützt werden ; die Mehrzahl 
dieser Töpfer hat offensichtlich nicht nur gleichzeitig gearbeitet, 
sondern auch in der gleichen Werkstätte. Oft reicht ein als früh 
bekannter Töpfer durch einen oder einige Punzen in diese Gruppe 
herein, offenbar in seiner spätesten Zeit: es können also dadurch 
z. B. späte Arbeiten eines frühzeitigen Töpfers von dessen frühen 



— 16 — 

Arbeiten gesondert werden, und seine Entwicklung kann verfolgt 
werden. Umgekehrt kann ein als spätzeitig bekannter Töpfer 
durch einige Punzen Gemeinsamkeit mit frühen Töpfern haben; 
diese Punzen werden also die Anfangszeit des Töpfers kennzeichnen. 
Die Motive OF BASSI CO 7, BIRAGIL 12, OF CALVI 41 und 
OF COTOI 5 finden sich auf in Pompeji gefundenen Sigillaten. 

Textbild 13. Hier sind einige figürliche Punzen der Zeit 
etwa zwischen den Jahren .50 und 85 zusammengestellt ; sehr be- 
liebt waren bei diesen Töpfern die kleinen Nilgänse (in der Mitte). 
Aus den Amoretten unten links und rechts ist zu ersehen, wie ein 
Punzen durch langes Benützen oder durch Entlehnen, durch Ab- 
drücken und damit verbundenes Schwinden des Tons kleiner 
wird; z.B. unten rechts der Amor ist bei Licinus noch scharf 
und gross, bei Calvus stumpf und kleiner, endlich bei Vaderio ganz 
verkümmert. 

Die chronologische Tabelle Seite 6 und 7 sucht das 
Ergebnis gedrängt und übersichtlich auf 2 Seiten zusammenzufassen 
und ermöglicht es, schnell und leicht den Zeitabschnitt zu finden, 
in welchem die einzelnen Töpfer gearbeitet und exportiert haben ; 
auch lässt die Tabelle ersehen, wie die Tätigkeit der Töpfer in- 
einandergreift und welche Töpfer gleichzeitig gearbeitet haben. 
Oben an der Tabelle sind die Regierungsperioden der Kaiser des 
ersten Jahrhunderts und die Jahre 25 — 100 n. Chr. graphisch au- 
gedeutet. Die senkrechte Namenliste der Töpferstempel ist im 
allgemeinen alphabetisch geordnet, und die horizontalen schwarzen 
Striche geben an, in welche Zeit die Tätigkeit der verschiedenen 
Töpfer fällt. Einzelne der späten Töpfer werden vielleicht bis 
110 n. Chr. exportiert haben, oder vielmehr ihre Ware wird noch 
so spät verkauft worden sein. Die Töpfer sind zunächst leicht in 
3 Gruppen zu trennen. Erstens die Töpfer der Frühzeit und zu- 
gleich Blütezeit, etwa bis zum Jahre 55. Zweitens in Töpfer der 
Zeit des intensivsten Betriebs, Nero bis Vespasian. Und drittens in 
Töpfer des Ausklingens und der Entartung dieser Fabriken, etwa 
Domitian bis in die Zeit Trajans. Untergruppen und andere Ab- 
trennungen herauszuarbeiten ist schon etwas schwieriger; die 
Tabelle will keine ganz starre Festlegung- sein, sondern ein Ge- 
samtbild des Tatbestands geben, soweit es sich jetzt zeichnen lässt; 
es kann natürlich verfeinert und korrigiert werden. Berichtigen 
möchte ich, dass es (nach Oxe) einen frühen Acutus gibt, ausser 
dem späteren, und dass Paratus ein sehr früher Töpfer ist. (Aus 



— 17 — 

Versehen ist Domitian um ein Regierungsjahr verkürzt ; das stört 
aber in diesem Falle kaum.) 

Der Herstellungsort, der Töpferort vieler dieser Gefässe ist 
La Graufesenque in Südfrankreich ; nach Dechelette Seite 81 
haben dort folgende Töpfer gearbeitet: Albinus, Albus, Amandus, 
Aquitanus, Ardacus, Avitus, Bassus und Coelius, Bio, Castus, Cela- 




FlRMO-KC'*' CALVll'* Of AQWITANi'mACCARI* KitlJmttU MACCAW « OF BASSI CO*' «^ GiVjSfNICIOfE" 




92,E CJMJ-lCANl'* ftuCISMA' OARRAFE ^ 88,0. 





Aidj-a. 



91,D,E. CARViFt' CtRMANi" Q7,B 




OFK-BfliCATI* «tD ^,U. SEMCIOf** SENICtort^ NAMVSFt' Of IC81UCATI STABIUO F '*» UCINIANA*' 
StWOM 89,M. SCOTTlVS 



TextbilÖ 8. 



dus, Cocus, Crestus, Felix, Frontinus, Gallicanus, Galliens, Ger- 
manus, Ilust, Jucundus, Julius, Justus, Macer, Mandnilus, Marcus, 
Masclus, Meddillus, Momnio, Niger, Passenus, Patricns, Paullus, 
Ponteius, Primus, Sabinus, Salarius, Sasmonos, Secundus, Senicio, 
Silvanus, Vaderius, Virilis, Yitalis, Volus. 

Man kann mittelst meiner Zusammenstellung von Eiuzeltypen, 
namentlich auf Textbild 12 und 13, und durch Vergleichen 
der betreffenden Tüpferarbeiten auf meinen Tafel abbildungen 
sehr leicht feststellen, welche von Dechelette nicht genannten 
oder nicht nach ihrer Herkunft bestimmten Töpfer die gleichen 
Typen benutzten und die gleichen Dekorationen ver- 
wendeten, somit ebenfalls in La Graufesenque gear- 

Knorr, Töpfer verzierter Sigillata. 2 



— 18 — 

beitet haben. Freilich wird die Sache dadurch etwas verwickelt, 
dass einige Töpfer an mehreren Plätzen gearbeitet haben. Bira- 
gillus hat offenbar in La Graufesenque und Banassac getöpfert, 
vielleicht auch noch an einem andern südgallischen Ort. Das 
könnte sich nur durch Model absolut sicher feststellen lassen ; 
die beabsichtigte Untersuchung der Model von La Graufesenque 
und im Museum in Toulouse*) konnte ich leider nicht mehr ermög- 
lichen. Jedenfalls lässt sich auch so der innigste Zusammenhang 
vieler dieser Töpfer nachweisen und gleichzeitiges Arbeiten. Wenn 
z. B. Textbild 5 zeigt, dass M. Crestio und Crucuro den gleichenf 
Eierstab auf ihren Gefässen haben und auf Textbild 12 oben in 
der Mitte die vierblättrige Blüte von Cotto, M. Crestio, Crucuro, 
Jucundus, Meddillus, Vaderio benützt wird, zu welchen sich nach 
Textbild 35 in seiner spätesten Zeit noch Celadus gesellt, so sind 
^as Indizien des engsten Zusammenarbeitens dieser Töpfer, die 
jeden Zweifel ausschliessen ; überdies geben die Textbilder 12 
und 13, so anspruchslos sie aussehen, noch eine ganze Menge 
Nachweise für gleichzeitiges Arbeiten vieler Töpfer an den gleichen, 
Arbeitsorten. Man kann auch leicht herausbringen, welche Töpfer 
die gebenden, die typenschaffendeu sind und welche die nehmen- 
den späteren Töpfer sind ; im allgemeinen handelt es sich bei den 
Typen dieser beiden Textbilder um Töpfer der Zeit Vespasians 
und der Zeit der Verschüttung Pompejis durch den Vesuv ; darüber 
wurde oben schon gesprochen. 

Bei Dechelette (S. 213) findet sich eine Liste von 32 Töpfern 
unbekannter Herkunft; einige Namen scheinen mir auf schlechter 
Lesung zu beruhen; einige andere möchte ich vorschlagen als an 
folgenden Orten arbeitend; in Banassac: Biragillus; in Montans: 
Catlus („Catus"); in La Graufesenque: Calus oder Calvus, Caru- 
gatus, Carillus, M. Crestio, Melanus, Seno (nach meiner Meinung 
Kurzname von Senicio). 

Interessanten Aufschluss geben die Graffiti, die auf Sigil- 
lata-Scherben gekritzelten antiken Warenverkaufs- 
listen, welche Hermet in La Graufesenque gefunden hat (Dech. 
S. 86); auf diesen Graffiti kommen vor die Namen der Töpfer 
Agio(?), Albus, Anduca, Atticus, Cosoius, Cornutus, Felix, Fuscus, 
Illios, LousiusC?), Magiu, Malcio, Meddilus, Momo, Primigenius, 
Quintus. Die haben also dort und zu gleicher Zeit gearbeitet. 

*) A. Oxe, Bericht über Vorarbeiten etc., in Bericht der Röm.-Germ. Kom- 
mission VII, 1912 (1915) Seite 7. 



— 19 — 

Höchst wahrscheinlich in Banassac haben (nach Dech. S. 118, 
Fussuote) gearbeitet: Amandas, Biragillus, Flavius Germanus, 
Giamilus, Masculus, Natalis, Niger. Von Giarailus habe ich nach- 
gewiesen, dass er später in Lehen bei Freibnrgi. B. verzierte 
Schüsseln gemacht hat, was vorher nicht bekannt war (Knorr, 
Rottweil 1907 Tafel X 1, 2, XI 5, XXX 141, 216—220 und Seite 
30, 31 und 61). 




ri.D.c, \ 








MASaV>f J 

. Of IVCVN* 
AAAJjClVS-F Jfl L. 





StNlCIOFt" 



MCRESTIO" CALVl'' JVRRJV" 

Of VITAL OfBASSI* OfAOMTAW' 



90^. VAMRIO* OF IVCVN* OFRVFINI 
MSAWNOi .JVWJIV 
Of SECVND 
97. A. 



»9.D 9).£ 







AMAND)' 
CARVCATl* 0F.CEN9 SCOTTIVJ Of-AMfiO 

ofiKVNO oFSABw ♦9,0.90,8 orcREsno 



Jk A Sf^'^*'- OfBASSI* 

VA-/, V.»-' ,j - ^ OF>MVRRAS. 11^ „ 

CO <^^ CARVCATl' C^„ Z56 ^^ 

EUCIS" ALBINI* , UCINVi" CALVl«» T OfiE€Vt^ x— p- wabi/ö« 

ST^ 2,1. OFMOOEJT CALVS-f OFPAisSENI ► CARVS FE* W t «/»ASSIOf 'V» 

91, A. OARIBITVJ «7,0.7»,» 

OF-MOOEST /\ 

/^ . OFPASSENI ' l 

* ; ofic-BiLicAn' A /-^ r^ 

>?u<.g9 VALERl'^ i 



Of K PRIMI 99,0 
MASCIVS f" FEUCISAWk* ■♦^.P. 92,C. il'l 




OFIC BIUCATI' 

SENICIOFE 



Textbilö 9. 



In Montans haben (nach Dech. S. 136) folgende Töpfer 
gearbeitet: Acutus, L. Apronius, Attillus, Celer, Contouca, Der- 
cillus(?), C. T. S., Felix, Firmanus, Florus, LGßF, Logirnus, Malcio, 

Matugenus, Nie , NOM, Paratus, S. Jul. Prim, PRI, QVIN, 

ßufinus, (Salve tu), Salvius, Valerius. 

Als älteste südgallische Töpfer können bezeichnet 
werden Albiuus der Ältere, Amandus, Baibus, Bilicatus, Catlus, 
Daribitus, Firmo, Ingenuus, Liciuus, Maccarus, Paratus, Scottius, 
Senicio, Seno, Stabilio, Urvoed, Vapuso, Volus. 

2* 



— 20 — 

Dann folgen die Töpfer etwa der Zeit des Claudius und 
zum Teil des Nero: Albus, Aquitanus, Ardacus, Bassus, Cabuca, 
Cantus, Carus, Celadus, Crestio, Daribitus in seiner späteren Zeit,. 
Darra, Felix, Grallicanus, Grenialis, Ing'euuus in seiner Spätzeit, 
Jucundus in seiner Frühzeit, Labio, Libertus, Licinus in seiner 
Spätzeit, Logirnus (?), Martialis, Masclus, Melanus, Melus, Modestus, 
Murranus, Namus, Passienus, Primus, Scotius und Senicio in ihrer 
Spätseit, Valerius. 

In die Zeit Vespasians fallen: Acutus der Jüngere, Albi- 
nus der Jüngere, Albus, Avitus, Bassus und Coelius, Cabiatus,. 
Cabuca in seiner Spätzeit, Calus oder Calvus, Carillus, Carucatus, 
C. ANPATR, OF CENS, OF CEN, Coelius, Cornutus, Cosius Rufus, 
Cotto, Crestus, Frontinus, Fuscus, Germanus, Jucundus, Julius, 
nVST, IVST, Labio, Lucceius (Nero bis Vespasian), Macer, Malcio,^ 
Manduilus, Marcus, Marinus, Matugenus, Meddillus, Memor, Mommo,. 
OF MVR, Niger, Passenus, Patricus, Paullus, Ponteius, Pudens, 
Rufinus, Sabinus, Sasmonos, Secundus, Silvanus, C. SILVI.P, Va- 
derio, Virilis, Virtus, Vitalis, Sex. Jul. Jucund. 

Mehr der Zeit desDoniitian und zum Teil noch der Zeit 
Trajans gehören an: Biragillus, L. Cosius, L. Cos. Viril., M. Crestio, 
Crucuro, Flavius Germanus, Frontinus in seiner späteren Zeit, 
Germaui F. Ser., Masculus, Mercato, Natalis, S. Jul. Prim., Sabinus 
in seiner Spätzeit, Vitalis in seiner Spätzeit. 






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l^l.^q OARIBITVS OAraVAfE 




-VOrK-BiLiCAT^OfK-BtUCAn 3.0 
^ STASiuaF 91 c. 9i>K /-0>-> 

9M \^ OTACMTANI 

"7 C£RM*Wf FEUbSMA 

MCKESTK) MASClVSf 



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9»C UUNV} 

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IVJ-F OTACMTAM 
/MOMMQ OfBAUICO 




ALBiNI 
MNÜMi 

OMMUFE- 
UCINVi 
Of PRIMI 
SIAMtiO-F 



AMANOI 



- BW.BVH Korivj*CAivn ' ^ jtmaofE ofPMMi xomvj vv*.^ 



SCOTTJVJ 



SE NICIOfC 



vttvO€0 



Textbilö 10. 



Text zu öen Tafeln. 



Bemerkungen zur Benützung öer Tafeln. 

Die Töpfer sind alphabetisch geordnet, mit nur kleinen Un- 
regelmässigkeiten, welche durch die Ausnützung des Tafelraumes 
entstanden sind. Bei den Gefässen, welche Töpfer- oder Fabrik- 
stempel haben, sind diese Stempel abgebildet; wo nichts 
Besonderes im Text bemerkt ist. sind die Stempel bei den Gefässen 
der Form -Dragd. 29^ innen im Boden eingedrückt. In den Fällen, 
in welchen aus den Tafelabbildungen die Form Dragd. 29 leicht 
zu erkennen ist (an dem das Ornament in eine obere und untere 
Zone gliedernden, von Perlstäben begleiteten Wulst), ist die An- 
gabe der Gefässform im Text erspart. Diejenigen Gefasse der 



— 22 — 

Form 29, welche einen niederen, gestrichelten oberen Kand 
haben, reichen in die Zeit des Tiberius zurück; auch Strichelung: 
des trennenden Wulstes ist ein Zeichen der Frühzeit; im Text 
jedesmal darauf hinzuweisen ist vermieden. Die Abbildungen haben 
genau die halbe Grösse der Wirklichkeit; es ist absichtlich nicht 
auf malerische Wirkung, sondern auf möglichst treue, klare Wieder- 
gabe des Ornaments oder der Figuren und der Stempel Wert 
gelegt. Die Dekoration ist in einer Art Abwicklung gezeichnet. 
Warum von Photographien abgesehen wurde, habe ich in meinen 
früheren Arbeiten begründet. Bei jedem Töpfer sind die einzelnen 
Verzierungstj'pen, die Punzen der mit Namenstempeln erhaltenen 
Gefässe für sich abgebildet, so dass der Typenschatz jedes einzelnen 
Töpfers zu überblicken ist und leicht festgestellt werden kann,, 
welche anderen Töpfer die gleichen Typen benützt und also In 
der gleichen Zeit und wohl auch am gleichen Ort gearbeitet haben. 
Man muss sich dabei vergegenwärtigen, dass die Töpfer bei Her- 
stellung der Model ihrer Gefässe die einzelnen Ornament- oder 
Figurenpunzen in wechselnder Anordnung, etwa wie der Schrift- 
setzer die Buchstaben, vervvendet haben, und dass viele Töpfer 
die gleichen Punzen, die ja sehr leicht vervielfältigt werden konnten, 
benützt haben. Der Fundort und Aufbewahrungsort der Gefässe 
ist im Text angegeben; der Fundort ist in der Regel auch auf 
den Tafeln vermerkt. Die beiden im Text Seite 6 und 7 einge- 
schalteten chronologischen Über Sichtstabellen zeigen, 
wie sich die Töpfer ungefähr im ersten Jahrhundert verteilen und 
wann sie gearbeitet haben; das ist dort ersichtlich, und im Text 
konnten die Worte darüber gespart werden. Die Textbilder 
5 — 13 erleichtern die Übersicht, welche Töpfer die gleichen Pun- 
zen hatten. 



Zu Tafel 1—4. 

Der Töpfer Albinus der Tafel 1 ist wahrscheinlich ein viel 
früher arbeitender Töpfer als der Albinus der Tafel 5. Doch ist 
nicht ganz ausgeschlossen, dass Albinus lange Zeit, mindestens 
35 Jahre lang, gearbeitet hat, und es zeigt der Stempel ALBINI 
der sehr frühen Gefässe von Bregenz sozusagen die gleiche Hand- 
schrift, wie der in den Model geschriebene Name ALBINI des 
viel späteren Bechers von Mainz. 



— 23 — 

Fig. A. Dieses Stück und alle im folgenden beschriebenen 
Biegenzer Fundstücke der Tafel 1 — 4 sind im Landesmuseum 
in Bregenz aufbewahrt. Herr von Schwerzenbach, Denkmabat 
und Vorstand des Museums, hat die vielen frühen Stücke der 
Tafeln 1 — 4, die Schüssel des Maccarus Tafel 50 E und andere 
abgebildete Scherben im November 1913 durch Grabungen ge- 
wonnen ; diese frühen Stücke sind alle an dem gleichen Fundpunkt 
bei Bregenz in 2 m Tiefe gefunden unter den Fundamenten einer 
späteren römischen Anlage: es ist ein Gesamtfund und alle diese 
Stücke sind gleichzeitig. — Die Schüssel A zeigt in der oberen 
Zone ein Ornament, das in der Zeit des Tiberius, Caligula und 
Claudius sehr beliebt war; auf den Tafeln 6, 11, 14, 32, 71. 72, 





aUDIAVWRRMOFEC 



/"^ASflVS^F ALBINI f Of CREST» ScOTTlVS" OFCABA/APt LIClf.Vi** 



.^ »J^*"*!^ STABIUO-F 



AlBVS- fE. DARlBlTVS Of ARDA 
7f.«K. IVCVNDVJ MACCAM 
StK. 



# 



/,~rm,«- OfBASSICO MASCLVS F 



A^ACCARI* 

SCOTTIVS - _ 

OflCpRlMI ' iran Mon 

^ ip iJer SENiCIOfE 



Of BASJI CO OflC CAWl MACCAW* 

CATU* 

AAACCAW 2^.3. 3,A10 



89, A. 




* 



^qc. 



Of AIUM 
Of N'CW 



OFnVRRAM 
+9,0.5flfC. ^ 



Textbilö 11. 



76—78 ist zu sehen, dass die Töpfer Aman du s, Baibus, Bilieatus, 
Darra, Scottius, Senicio. Seno ganz ähnliche Anordnung der Deko- 
ration liebten; ebenso ist leicht festzustellen, dass das Spiralen- 
ornament der unteren Zone der Schüssel A auch auf Arbeiten 
der Töpfer Aquitanus, Cantus, DaiTa, Licinus, Primus, Stabilio 
und Urvoed sich findet. Unten an der Schüssel ist eine unregel- 
mässige gewellte Linie zu bemerken; diese Wellenlinie ist charakte- 
ristisch für Arbeiten dieses Albinus; auch die Schüssel B zeigt 
diese Linie. — Hier möchte ich aufmerksam macheu auf einen 
Umstand, der bis jetzt kaum beachtet wurde, welcher es aber 
ausserordentlich erleichtert, gleichzeitige oder ungefähr gleichzeitige 
Arbeiten aus Sigillaten des ersten Jahrhunderts herauszufinden. 



— 24 — 

Es ist das der mit anderen Perlstäben oder mit den späteren 
Zickzackstreifen nicht zu verwechselnde Perlstab mit rauten- 
förmigen Perlen, der sich auch bei Albinus findet und von 
dem ich ein Stückchen als Type 7 abbilde. Diesen Perlstab 
haben viele Töpfer der Frühzeit, und alle, die ihn haben, 
müssen in engster Arbeitsgemeinschaft getöpfert haben; das ist 
die nächstliegende Erklärung, deren Richtigkeit ja auch bestätigt 
ist durch die sonstige Stilverwandtschaft dieser frühen Töpfer. 
Freilich ist nicht in jedem Falle sicher, ob diese Töpfer immer 
selbst die Model zu ihren Schüsseln verfertigt haben, die sie 
dann auspressten und ihren Namen in den Boden stempelten. Man 
könnte auch an Arbeitsteilung denken in dem Sinn, dass ein 
Töpfer gerade alle diese Model mit dem Eautenperlstab gemacht 
hat und andere Töpfer diese Hohlformen dann ausgepresst haben. 
Diese Vermutung könnte teilweise zutreffen; eine derartige 
Spezialisierung hat sicher zum Teil stattgefunden. Aber bei ge- 
nauer und vorsichtiger Prüfung dieser Arbeiten findet man doch 
gewisse Stileigentümlichkeiten, Verschiedenheiten, die zeigen, dass 
in der Regel der Töpfer, dei* die Schüssel auspresste, sich auch 
vorher die erforderlichen Model selbst verfertigt hat. Am zwang- 
losesten ist die Erklärung, dass diese Töpfer am gleichen Ort ge- 
arbeitet und Punzen und angenehmes Handwerksgerät abwechselnd 
benützt haben, wie z.B. das Rädchen, mit dem der Rautenperl- 
stab in die Hohlform eingedrückt wurde. Dieser Perlstab kommt 
auf folgenden Gefässen, die in dieser Arbeit abgebildet sind, vor: 
Tafel 4 Fig. Q ; 6 A, B (Amandi) ; 7 F, A ; (bei Aquitanus nur auf 
seinen frühen Arbeiten); 11 A (Baibus f); 14 A, B (ofic. Bilicati) ; 
15 G; 42 0; 43 B, C (Jucundus); 51 N; 71 F (Scottius) und 72 H; 
77 I, K; 78 A (Seno m) ; 84 B (Volus); 91 G; 96 A, B. Von Albinus, 
Amandus, Aquitanus, Jucundus, Senicio und Volus ist bekannt, 
dass sie in La Graufesenque gearbeitet haben. 

Fig. B. Fundort und Museum Bregenz. Diese Schüssel hat 
den gleichen, aber unvollständigen Stempel wie die Schüssel A. 
Die Anordnung der Dekoration der oberen Zone kennzeichnet Ar- 
beiten der Zeit des Tiberius, Caligula und der Frühzeit des Clau- 
dius. Aus den Abbildungen der Tafeln und Textbilder ist zu 
ersehen, dass gleiche Anordnung der Typen der oberen Zone 
sich findet bei Cantus, Licinus, Maccarus, Scottius, Stabilio, Vale- 
rius und Urvoed. Sehr eigentümlich ist das Wellenornament 
der mittleren Zone der Schüssel; begegnet man auf nicht 



— 25 — 

signierten Gefässen diesem Weilenornament, so darf man mit 
Sicherheit auf Albinus schliessen oder auf einen ihm nahestehenden 
Töpfer; man wird z. B. ohne Bedenken den Becher Fig. C dem 
Albinus zuschreiben; denn dieses frühe Gefäss hat ein Wellen- 
ornament, das ganz nach dem gleichen System geordnet ist, \sie 




OFM» CO 
BWAOL 
OF VITAL 

OID 

OfCAlV1'*6 
• MEHOOO 

: orndn 



BIKAOL CALVS F 

OrCAlVI IIViT 

CARILU MEDCMLLVJ 

oMfccatnAM or /nooesTt 

or MAScvu MSA^o^fos 

MtRCATO VITAL 

OFPVOtNT 
Of VITAL 



OfCALVl OF COTOJ 
OH. OOtVlM. M-CR£3TtO 

CRVCVRO CRVCVRO 

Of MARC OF IVCVNW 

MERCATO MEOOILIVJ 

0FP0NT1 VADEMO 
OFPVDENT 
NIC 




OF rvCVN^ BJRACIL 
MEDCHLtVJ MEO0IUV5 
/"^CI«CATO Of B«kSSENI 
OFMO 
OFMICRl 

OFitCVNO CALVSf** 
OFCOELI 
MEOOILLWS 
OFPVOewT 






OriVCVN OFACMTAM 
MERCATO Of BAS» CO 
OF NICRI CABVCA 

Of SECVNO Of coeu 

OF VITAL L- COSI 

C£RAAAMOF 
CCRMAM 
OFIVCVNOl 
OF-IVCCEI 




OFFRDNTMI OFMVriAM . 
MAMNVS-F Of BAUKO OFMATV 



Of AAAJCVU HEIVS-FC 
OFA^Of^MO 



^ 



=0 



OFBASSICcr CRVCVRO FMMTMI^ 
Of LVCCEI OFMTKK OF IVCVN 

Miooiavs JsS /T_^ AAEOooiys 



f>=^=> 




CENJ 

gL-OJMI«.. 
Of-a-URMMfl 
OF MASCVU 
MERCATO 
OF VITAL 

Sid 



Textbüö 12. 



da.s auf der Schüssel des Albinus Fig. B. — Über von vielen 
frühen Töpfeni gemeinsam benützte Punzen geben die Tjpenzu- 
sammenstellungen der Textbilder 5 — 13 Auskunft. 

Fig. C— P undV. Fundort und Museum Bregenz, Herr von 
Schwerzenbach hat Reste von 14 solchen selir frühen, gleichartigen 
Gefässen gefunden, die hier und auf den folgenden Tafeln abge- 
bildet sind. Alle haben das auf Tafel 2 Fig. L abgebildete Profil : 
es ist das eine Gefässform, die noch sehr an die arretinischen 
Gefässe der Zeit des Augustus erinnert; diese in Bregenz 
gefundenen Gefässe sind aber sehr frühe südgallische Ar- 
beiten, die noch in die Zeit des Tiberius zurückreichen. Mit 
diesen Stücken sind zu vergleichen die ganz ähnlichen Gefässe 
des gleichen Profils (Tafel 2 L), die ich auf Tafel 41 G und I 
abgebildet habe. Zwei der Bregenzer Gefässe, C und M, haben 
ein griffartiges Tierköpfchen; also auch darin au ar retinische 
Gefässe erinnernd, die entsprechende Fauusmasken und der- 
gleichen haben. Bemerkenswert sind die verschiedenen, fast arre- 



— 26 — 

tinisch anmutenden Eierstäbe der Bregenzer Gefässe ; den gleichen 
Eierstab haben D, E, F, P, V; einen sehr zierlichen Eierstab haben 
M, N; wieder je einen anderen hat C und H (vergl. auch Text- 
bild 5). Hübsch ist das Eichenblätterornament auf D ; auch die 
Eichenblätterdekoration auf F ist eigenartig. Das Blatt der Ge- 
fässe E, K, M und sieht man hier und da auch auf sehr frühen 
südgallischen Gefässen Dragd. 29; z. B. auf dem Textbild 21, auf 
dem FIEMO. FEC gestempelten Scherben Tafel 32 unten und auf 
Tafel 41 I. Der Punzen des eigentümlichen Blattes der Eanke 
auf N wird später in der Zeit des Claudius von dem Töpfer Darra 
verwendet; das Blatt ist aber natürlich bei Darra etwas kleiner 
und verdorben, wie die PunzenzusammenstelUiug auf Textbild 8 
zeigt. Das Motiv unten an dem zwischen den Löwen des Ge- 
fässes P aufgestellten Ornament ist auch — anders verwendet — 
auf dem frühen Gefäss Tafel 95 C. Der Gefässrest Tafel 4 V 
hat eine merkwürdige Maske, die dann in der Zeit des Claudius 
von dem Töpfer Daribitus verwendet wird, wie aus Tafel 30 B, 
31 D und 90 B und I zu ersehen ist; allzufrüh dürfen demnach 
diese Bregenzer Becher nicht angesetzt werden ; zwischen den 
Jahren 20 und 30 werden sie verfertigt sein. Einzelne Verzie- 
rungselemente verknüpfen diese Arbeiten ausser mit Albinus mit 
den frühen Töpfern Amandus, Baibus, Bilicatus, Daribitus, Finno, 
Maccarus, Stabilio, Urvoed, Vapuso auch mit frühen Arbeiten 
der Töpfer Aquitanus, Ardacus, Darra, Ingenuus, Jucundus (des 
Älteren), Licinus, Primus (des Älteren), Scottius, Senicio und Seno; 
die Textbilder 5 — 13 geben eine Übersicht gemeinsam benutzter 
Punzen und erleichtern eine Kontrolle meiner Aufstellungen, 

Fig. Q, R, S, T, U sind Gefässe Dragd. 29, welche zusammen 
mit den vorhin beschriebenen Gefässen gefunden wurden; Fig. R 
zeigt, ebenso wie P, dass auch in dieser frühen Zeit, die aller- 
dings vorwiegend Pflanzenornament hat, doch auch schon Tiere 
vorkommen. Schüssel T ist höchst wahrscheinlich von Maccarus. 

Zu Tafel 5. 

Oben: Becher der Form Dragd. 30, Weisenau bei Mainz 
Stadt. Museum. Dieser Becher ist von Behrens publiziert mit Ab- 
bildung Mainzer Zeitschrift X, 1915 S. 95. Ich bringe hier einen 
Teil der Dekoration mit dem vor dem Brande in den Model ge- 
schriebenen Namen, um zu zeigen, dass diese Arbeit wesentlich 
später entstanden sein muss als die oben bei Tafel 1 beschriebenen 



— 27 — 

Schüsseln des Albinus. Der eine Antilope niederwerfende Löwe 
findet sich auf Arbeiten des Masclus: aber die Gruppe ist bei 
Mascius grösser; vergl. Tafel 52. Die Typen des Albinus 7 und 8 
sind nach Dechelette (S. 248) auf einem Becher Form 30 mit 
ALBINI. 

Fig. A. Aislingen. Museum Dillingen an der Donau. Das 
Stück ist sehr charakteristisch für die Zeit des Claudius durch 




Textbilö 13. 



seine mittlere Zone, die nach oben gerichtete Schuppen- 
verzierung hat. Verwandte Stücke sind abgebildet Textbild 14 
(Bassus), Textbild 29, Tafel 8 A (Aquitanus), 20 F (Carus), 45 A 
(Licinus), 89 F, 90 F und 93 A, B, C. — Siehe Textbild 43, links. 

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 37 c. Das Stück ist der 
Rest einer Schüssel wie A und hat den gleichen Stempel. 

Figur unten links: Vechten. Museum Leiden I 461 — 467> 
Schüssel der Form 29; Zeit des Claudius bis Nero. 

Figur unten rechts: Oberschwaben? Museum Stuttgart. Art 
des Aquitanus; vergl. Tafel 9 K. — Die Stücke rechts und links 
sind um den Baum auszunützen abgebildet und haben nichts mit 
Albus zu tun. 

Zu Tafel 6 unö 7. 

Fig. A. Mainz. Stadt. Museum. Amandus is£ ein Töpfer 
hauptsächlich der Zeit des Claudius. — Das Motiv Fig. 6 benützt 
er mit vielen Töpfern der Frühzeit gemeinsam, wie die Übersicht 
auf Textbild 6 zeigt. 



— 28 — 

Fig. B. Offstein. Rom. Grabfeld am hohen Kreuz. 841. Museum 
Worms. Die Dekoration der unteren Zone ist ausserordentlich 
ähnlich der auf arretinischen Gefässen der Zeit des Augustus. 
Diese sehr altertümliche Dekoration, die sich auf ägyptische, assy- 
rische und griechische Verzierungsweise zurückführen lässt, ist bei 
südgallischen Töpfern der Zeit des Tiberius, Caligula und Claudius 
sehr beliebt. Man findet gleiche oder verwandte Anordnung 
des Ornaments der unteren Zone auf Tafel IC; 2 1; 4 S und T; 
7 D, G; 40 A (OF. INGENVI), B, C, D; 41 G, H; 42 0; 77 I 
(SENICIOF), K; 78 (SENOM); 80 (VAPVSO); 89 A, B, C; 90 E; 
ferner Textbild 27 (SENICIOFE). 

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 1400. Offenbar Bruchstück 
eines Gefässes, das aus dem gleichen Model geformt ist 
wie Fig. B. 

Von den Punzen sind Nr. 1 — 4 dem von mir, Aislingen Tafel 
VII 3 genau abgebildeten, in Brumath von Riff ausgegrabenen 
Gefäss des Amandus entnommen. (Anzeiger für elsässische Alter- 
tumskunde Nr. 12 und 13 ; Bericht von Riff über „Ein frührömisches 
Gräberfeld im Stephansfeld bei Brumath".) 

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 468. Bruchstück der Art 
des Amandus. 

Fig. E. Vechten. Museum Leiden 1339. In der oberen 
Zone ist der Punzen Nr. 10 des Amandus benützt, den aber auch 
Senicio hat. 

. Fig. F. Vechten. Museum Leiden 479. Man sieht den Punzen 
Nr. 9 des Amandus. 

Fig. G. Vechten. Museum Leiden 370. Zu beachten ist 
das lanzettförmige Blatt Nr. 12 des Amandus und der sehr feine 
Perlstab, der auch von den Töpfern der Bregenzer Gefässe Tafel 
2 I und K verwendet wurde. 

Fig. Aa. Vechten. Museum Leiden 479 m I 377. Von einer 
sehr frühen südgallischen Schüssel. 

Fig. Bb. Vechten. Museum Leiden 1429 I 371. Die Deko- 
ration ist genau wie auf dem folgenden in Bregenz gefundenen 
Bruchstück; beide Gefässe sind offenbar aus dem gleichen Model 
geformt. Ein ähnliches, aber nicht das gleiche Motiv ist der 
Punzen Nr. 14 des Bilicatus Tafel 14. 

Fig. Cc. Bregenz. Landesmuseum. Vergl. Fig. Bb. Es scheint 
mir bemerkenswert, dass Vechten, Neuss und Bregenz die gleichen 
frühen Stücke haben. 



— 29 — 

Zu Tafel 8 unö 9. 

Fig. A. Nijmegen. Slg. Kam 1. Aquitanus hat hauptsächlich 
in claudischer Zeit gearbeitet. 

Fig. B. Weisenau bei Mainz 24. 3. 07. Stadt. Museum. Diese 
Schüssel ist eine spätere Arbeit des Aquitanus, wie die Dekoration 
und der hohe geriffelte Rand zeigen. 

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 83 I 984. Auf Dragd. 29. 

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 7971. Dragd. 29. Reste 
der für die Frühzeit charakteristischen Spiralendekoration. 

Fig. E. Vechten. Museum Leiden 79 b. Form 29. 

Fig. F. Vechten. Museum Leiden 1445. Form 29. 

Fig. G. Vechten. Museum Leiden 2825. Auf 29. Anscheinend 
spätere Arbeit des Töpfers. 

Fig. H. Vechten. Museum Leiden. Auf 29. Eine weitere 
Vechten-Schüssel des Aquitanus im Museum 1j., auch mit Rippen- 
dekoration, hat die Nummer 79 m. 

Fig. I. Fundort und Museum Kempten. Spätere Arbeit des^ 
Aquitanus. 

Fig. K. Kempten. Der untere Abschluss erinnert an Albiuus 1 B.. 

Fig. L. Mainz, Tietz 23. 11. 06. Stadt. Museum. Auf Dragd. 29. 

Fig. M. Mainz, Rheinallee 18. 7. 1900. Stadt. Museum. Auf 29. 

Die auf den beiden Tafeln abgebildeten Punzen sind den hier 
abgebildeten und den zwei in meiner Arbeit über Sig. von Ais- 
lingen Tafel XVII 4 und XVIII 6 publizierten Gefässen (Fundort 
Windisch, Museum Brugg) entnommen. Die späteren Arbeiten des 
Aquitanus nähern sich sehr den OF BASSI COEL gestempelten 
Gefässen. 

Zu Tafel 10. 

Fig. A. Museum Solothum Coli. Amiet 554. Fundort viel- 
leicht Windisch. Ardacus ist etwa gleichzeitig mit Aquitanus. 
Die Rippendekoration der mittleren Zone ist in der Zeit des 
Nero und auch noch unter Vespasian beliebt. Ähnliche Rippen- 
dekoration ist z. B. zu sehen auf Tafel 17 A (CALVI . I), 43 F 
(OF IVCVND), 55 B, E (MEDDILLVS), 67 H (OF PRIMI), 80 D 
(VADERIO), 85 B. 

Fig. B. Museum Bonn. 

Die einzeln abgebildeten Punzen des Ardacus sind den hier 
abgebildeten Gefässen entnommen und den von mir Aislingea 



— 30 — 

Tafel XVII 2, 3 und XVIII 3 mitgeteilten Gefässen von Windisch 
im Museum Brugg. 

Rechts: 3 Punzen des ,,AV.I.IO", nach Walters M 6 Seite 46. 
Von einer in Torre Aununziata bei Pompeji gefundenen südgallischen 
Schüssel. Diese Motive waren also jedenfalls vor dem Jahre 79, 
vor der Verschüttung Pompejis durch den Ausbruch des Vesuvs, 
schon angewendet; es ist dies als chronologischer Anhaltspunkt 
wichtig, weil gerade diese drei Mohnköpfe von vielen südgal- 
lischen Töpfern verwendet werden, wie die Übersicht des Text- 
bildes 10 zeigt. 

Unten: Kempten. Museum Kempten. Der Blätterkranz der 
mittleren Zone ist häufig in der Zeit Nero -Vespasian; dies ist ein 
sehr frühes Beispiel ; etwas jüngere Variationen dieser Dekoration 
sind ungemein häufig unter den Sigillaten des vespasianischen 
Eottweil. 

Zu Tafel 11. 

Fig. A. Andernach. Museum Bonn 1426. Koenen, B. J. 86, 
1888 S. 162, Tafel 6, 16. Wie das Textbild 6 ersichtlich macht; 
ist der Punzen Baibus 10 auch von vielen anderen frühen Töpfern 
benützt, die auch nach anderen Indizien gleichzeitig und zusammen 
gearbeitet haben; es sind: Albinus, Amandus, Bilicatus, Maccarus, 
Senicio, Seno, Vapuso, Volus. 

Fig. B. Museum Wiesbaden 15467. Baibus hat ausser den 
durch diese beiden Gefässe A und B gezeigten Dekorationsarten 
auch noch die, welche eine von mir Aislingen Tafel III 16 mitge- 
teilte Schüssel des Baibus zeigt. Dem Aislinger Gefäss sind die 
Punzen 1 — 5 entnommen. 

Zu Tafel 12. 

Fig. A. Mainz, Rheiuallee, Stadt. Museum. Gefäss der früheren 
Ari3eitsweise des Töpfers. Nach Oxe arbeitete dieser Töpfer zu- 
nächst allein und stempelte seine frühesten Arbeiten Bassus. „Dann 
nahm er sich Gehilfen und Arbeiter und liess Bassi und mit der 
volltönenderen Marke of(flcina) Bassi signieren." Noch spätex 
hat er sich mit dem Graufesenque-Töpfer Coelus (oder Coelius) 
vereinigt und liess of. Bassi (et) Coeli stempeln. (V.ergl. J. Jacobs, 
Auerberg, in Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns 
XVI.Band, S. 79.) 



— 31 — 

Fig. B. Vechteu. Museum Leiden 166 V. Splitter einer frühen 
Arbeit des Bassus. 

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 164 N. Teil einer Schüssel 29. 

Fig. D. Hofheim. Museum Wiesbaden 18984 8. Abgebildet 
bei Ritterling Tafel XXV 17 a und b. Der Hahn ist auch von 
Aquitanus und Licinus verwendet, das geriffelte Blatt auch von 
Macer und Murrauus. 

Fig. E. Weisenau bei Mainz 26. 10. 1902. Stadt. Museum. 
Dragd. 29. 

Textbild 14: Mainz, Eheinallee 1901. Stadt. Museum. Gefäss 
mit der für die Mitte des ersten Jahrhunderts charakteristischen 
Schuppendekoration der mittleren Zone; näher besprochen bei 
Tafel 5 A. — Die Punzen des Bassus 16 — 20 sind einer von mir 
Aislingen Tafel IV 1 publizierten Schüssel entnommen. 

Die hier uud bei anderen Mainzer Fundstücken angegebene 
Rheinallee liegt im Gebiet des antiken Hafens des römischen Mainz. 




Textbilb 14. 



Zu Tafel 13. 

Fig. A. Museum Bonn U 522. Form 29. 

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 1411. Die Dekoration ist 
sehr charakteristisch für Bassus und Coelius. 

Fig. 0. Vechten. Museum Leiden 461 f. 
laufende Kranz der Zone unter den Perlreihen 
für die Zeit Nero-Vespasian. 

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 168. 

Fig. E. Neuss. Slg. Sels 834. 

Fig. F. Vechten. Museum Leiden 1675. 



Der horizontal 
ist Kennzeichen 



— 32 — 

Fig. G. Vechten. Museum Leiden. 168 a. 

Fig. H. Vechten. Museum Leiden. 169 a. Der untere Ab- 
schluss ist selten. 

Fig. I. Vechten. Museum Leiden 169. 

Fig. K. Vechten Museum Leiden 167 b. 

Fig. L. Museum Wiesbaden 08. 402 6. Textbild 10 gibt 
eine Übersicht über die Töpfer, welche dieses Mohnkopfmotiv haben; 
es sind: Aquitanus, Coelius, Meddillus, Melus, Passenus, Primus, 
Senicio. 

Fig. M. Mainz, Rheinallee 14. 8. 1900. 233. Stadt. Museum. 

Die auf Tafel 13 abgebildeten Punzen der zusammenarbeitenden 
Töpfer Bassus und Coelius sind zum Teil entnommen einer von 
mir Aislingen Tafel VIII 4 abgebildeten Strassburger und der 
Tafel XVIII 3 mitgeteilten Schüssel von Windisch des Museums 
Brugg. — Ein weiteres signiertes Stück dieser Fabrik bringt 
Textbild 42. 

Zu Tafel 14 unb 15. 

Fig. A. Wiesbaden. Museum Wiesbaden 14651. 113. Ritter- 
ling Tafel IV. 1 , S. 146. 

Fig. B. Nymegen. Slg. Kam 476. 

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 1448. 46. 

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 469 g. 

Fig. E. Vechten Museum Leiden 179. 

Fig. F. Staudernheim. Museum Kreuznach. Die Stücke F, 
G, H sind nach Papierabdrücken und Skizzen gezeichnet, die ich 
der Freundlichkeit von Prof. Dr. Oxe verdanke. Allen Tafelfiguren 
mit der Bemerkung „nach Oxe" liegen Aufnahmen von Oxe zu- 
grunde, welche er vor Jahren machte, aber nicht publizierte, sondern 
mir in freundlichster Weise überliess. 

Bilicatus ist einer der frühesten Töpfer. Er hat sehr hübsche 
Verzierungs typen und auch die Anordnung seiner Dekoration ist 
oft sehr schön. Das Motiv Nr. 23 hat Bilicatus gemeinsam mit 
Albinus (dem Älteren), Amandus, Baibus, Maccarus, Senicio, Seno 
und Vapuso. Die Eichel des Scherbens Bilicatus E hat auch Sta- 
bilio. Manche Typen des Bilicatus sind von anderen, späteren 
Töpfern lange Zeit benützt und verdorben worden. 

Tafel 15 Fig. G. Mainz. Gefass der Frühzeit; vielleicht von 
Bilicatus. 

Fig. H. Köln. Hat Ähnlichkeit mit manchen Arbeiten des 
Maccarus. 



— 33 — 

Fife^ I. Kempteu. Museum Kempten. Hat ebenso, wie Fig. K, 
die Blume 4 des Bilicatus. 

Fig. K. Museum Bonn. 

Das rechts auf Tafel 15 abgebildete Bodenstück mit dem seltenen 
Stempel Bellici ist gefunden in Vechten; Museum Leiden 1691, I. 
1013. Wohl Zeit des Claudius oder Nero. 

Von Bilicatus sind wohl auch die Stücke Tafel 90 C und E. — 
Eine signierte Schüssel des Bilicatus ist publiziert von Behn in 
Kataloge der west- und süddeutschen Altertumssammlungen II, 
Sammlung Marx, 1913, Tafel VIII 2. 




Zu Tafel 16. 

Diese Typen des Töpfers Biragill sind signierten Gefässen 
entnommen, die ich abgebildet habe Canustatt-Köngen Tafel IX 1 
(Fundort Cannstatt), Rottweil 1907, Tafel XV B (Fundort Rotteu- 
burg), ebendort Fig. 5 (Fundort Riegel). Die Tj^en 19 und 20 
sind auf einer in Mainz gefundenen Schüssel, welche den Namen 
BIRAGILL unter dem Ornament hat, und zwar als Abdruck der 
in den Model vor dem Brande geschriebenen Schrift ; diese Schüssel 
ist publiziert von Behrens in Mainzer Zeitschrift VII 1912, Tafel 
VIII Fig. 10. Biragill hat in Banassac (Dech. S. 118 Fussnote 3) 
gearbeitet in der Zeit Vespasian-Domitian, 

Die Victoria Type 1 des Biragill ist auch benützt von den 
gleichzeitigen Tüpfern Mercator und Pudens. Der Herkules mit 

Knorr, Tupfer verzierter S'igillata. 3 



— 34 — 

der Hydra Biragill 19 ist ebenso bei Mercator; den Silen mit 
Ferkel Type 4 hat auch Paullus, das Blatt 20 auch Patricius; 
den Bestiärius Type 3 hat ebenso Pudens; den Hund 5 hat auch 
Masculus und Pudens; den Hasen, der ursprünglich dem Typen- 
schatz des Germanus enstammt, hat auch L. Cosius Virilis; den 
Löwen & haben auch Germanus, Meddillus und Pudens. Am schönsten 
sind diese Zusammenhänge zu erschliessen aus dem Grasbüschel 
12 und der Blüte 13. Der Grasbüschel 12 entstammt den Töpfern 
Bassus und Coelius und wird dann benützt von Biragill, Calvus, 
Carillus, Masculus, Mercator, Paullus, Pudens, Yitalis und Flavius 
Germanus. Die Blüte 13 wird auch benützt von Meddillus und 
Passenus. Der Gladiator Biragill 2 ist vollständig auf einem Rott- 
weiler Gefäss, das ich publiziert habe Rottweil 1912, Tafel XVI Fig. 1, 
und der gleiche Becher dort hat die Gladiatoren des Mercator 
Type 3 und 4; eben dieser Becher hat den Eierstab des Paullus. 
Dechelette (S. 256) bringt von Biragillus keine Typen. 

Das Schüsselfragment des Gabiatus auf Tafel 16 ist gefunden 
in Neuss (Museum Bonn a 12616). 

Die Typen des Cabuca sind nach einer von mir Aislingen 
Tafel XVIII 5 abgebildeten Schüssel von Windisch (Museum Brugg) 
wiedergegelben. Cabuca hat in der Zeit Neros gearbeitet. 

Zu CALVS . F. Diese Typen des Calvus sind fast alle zwei 
Bechern aus. Mainz entnommen, die Tafel 16 und 17 abgebildet 
sind. Nur die Typen 2 und 3 habe ich nach Dechelette gezeichnet. 
Der unten auf Tafel 16 abgebildete Rest eines Bechers Form 30 
ist in Mainz gefunden (Stadt. Museum). Das gleiche Fragment ist 
behandelt von Behrens, Mainzer Zeitschrift X, 1915 Seite 96. Die 
Schrift ist sicher zu Calus f. zu ergänzen und nicht zu Masclus f. 
Das Blatt Fig. 9 ist ebenso auf dem Tafel 17 abgebildeten Calus- 
becher, ebenso die Blüte 10. Der hübsche Amor 15 a mit Kranz 
ist vollständig zu sehen auf dem Gefäss Tafel 96 C. Die Typen 
4 und 5 sind später von anderen Töpfern in doraitianischer Zeit 
sehr viel auf Gefässen der Form Dragd. 37 angebracht worden 
und spielen dort eine grosse Rolle. (Diese beiden Figuren sind 
von Dechelette Nr. 315 und 333 wiedergegeben nach der schlechten 
Zeichnung bei d'Artaud.) 

Zu Tafel 17. 

Oben : Becher der Form 30.. gelb und rot marmorierte Sigillata, 
Fundort Mainz. Museum Mannheim. Schon besprochen bei dem 



— 35 — 

Calvüsbecher der vorigen Tafel. Eine kleine Abbildung dieses 
Bechers findet sich in „Altert, unserer heidnischen Vorzeit" V S. 249 
und Mainzer Zeitschrift X S. 96. Selten sieht man den Heros mit 
dem Nürnberger Spielzengpferd. 

Fig. A. Museum Bonn 325 b. 

Fig. B. Museum Bonn 17967. 

Fig. C. Neuss, Slg. Sels .59. (Vergl. Aislingen VIII 6. von 
Giengen.) 




Textbilö 16. 



Es wäre interessant zu wissen, ob der Töpfer, der seine Becher 
Dragd. 30 CALVS F stempelt, der gleiche ist, welcher Schüsseln 
der Form Dragd. 29 CALVI . I stempelt. Ich halte ihn für den 
gleichen Töpfer. Der kleine, sehr undeutliche Amor unter 
dem Pferd, den kein anderer Töpfer meines Wissens benützt, ist 
auch verwendet auf der Schüssel der Form 29 Textbild 15, welche 
zwar nicht signiert ist, die aber in der Art, wie in der oberen 
Zone die gleichen Halbkreise zwischen dünnen Stäbchen an- 
gebracht sind, Stil und Art der signierten Calvusschüssel A, von 
Bonn, zeigt. Auch ist das Sternchen, das auf dem signierten Ge- 
fäss B in der unteren Zone zu sehen ist, ganz gleich in der oberen 
Zone von Textbild 15, an den Enden der Halbkreise. 

Textbild 15. Lezoux. Museum St. Germain. Das Stück ist 
gezeichnet nach einer Photographie, die ich Atkinson verdanke. 
Lezoux ist nur der Fundort; die Schüssel ist südgallisches Fabiikat, 

3* 



— 36 — 

und zwar, wie ich oben gezeigt habe, von Calvus. In der oberen 
Zone ist der kleine, an einer Schnur vier gefangene Fisch chen (?) 
schwingende Amor zu sehen, der auch auf dem signierten Becher 
des Calvus zu sehen ist. 

Dazu Tafel 18 Fig. D. Bregenz. Museum Bregenz. Der Stempel 
OF CVLVI dürfte ziemlich sicher spätere Arbeiten des Calvus 
bezeichnen. Der Stempel CALVI , I ist anscheinend auf älteren 
Arbeiten des Töpfers; wahrscheinlich war der Originalstempel 
abgebrochen und lautete ursprünglich CALVI . M; Gefässe, die noch 
mit dem unbeschädigten Stempel signiert wurden, wären demnach 
natürlich noch etwas älter. 

Zu Tafel 18. 

Oben : Angst. Antiquarium Basel. Töpfer der Frühzeit. Das 
Spiralornament der unteren Zone ist bei Tafel 1 Fig. A besprochen. 

Der Stempel oben links: Mainz, Rheinallee. 12. 1. 1901. Stadt. 
Museum. Auf Bodenstück 29. Der Stempel ist anders als auf 
der Schüssel von Angst. 

Die Schüssel des „Culvus" ist bei Tafel 17 besprochen. 

Zu Tafel 19. 

Die Typen des Carillus sind entnommen einer Aislingen 
Tafel VIII 3 abgebildeten Schüssel von Strassburg. Carillus ist 
auch in Eottweil durch das Bodenstück einer verzierten Schüssel 
vertreten und hat in der Zeit Vespasians gearbeitet. 

Zweite Reihe Fig. A. Mainz. Stadt. Museum. Canrugatus 
oder Carugatus hat in der Zeit Vespasians gearbeitet. 

Dieser Töpfer ist durch 2 Stempel auf Dragd. 29 auch in 
llottweil vertreten (Knorr, Rottweil 1907 Tafel XXX 195, 196); 
ich habe dies oben S. 8 bei der Zusammenstellung der in Pompeji 
und Rottweil festgestellten Töpfer aus Versehen nicht verwertet. 

Fig. A. Vechten. Museum Leiden 204 a. 

Unten Fig. A. Neuss. Slg. Sels 722. 

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 1763. 

Fig. C. Neuss. Slg. Sels GO. 

Zu Tafel 20. 
Fig. D. Weisenau bei Mainz 1911. Stadt. Museum. 
Fig. E. Weisenau bei Mainz I. 1912. Stadt. Museum. Wäh- 
rend die Gefässe A, B, D, F, G sehr deutlich CARVS . FE zeigen. 



— 37 — 

hat der Stempel bei E ganz scharf CABVS . FE ; das ist sicher nur 
ein Fehler des römischen Töpfers; denn dass auch diese Schüssel 
von Carus ist, zeigt die Art der Dekoration und namentlich das 
Rebenblatt, das ebenso auf G vorkommt. 

Fig. F. Windisch. Museum Aarau 129, 4. Die mittlere Zone 
hat die für die claudische Zeit charakteristische, bei Tafel 5 A 
besprochene Schuppendekoration. 

Fig. G. Vechten. Museum Leiden 1764. Carus hat haupt- 
sächlich in der Zeit des Claudius gearbeitet. Das Blatt Carus 1 
Tafel 19 ist später von Germanus verwendet worden und ist bei 
diesem Töpfer kleiner und abgenützt. 




f^awT 



Textbilö 17. 



— 38 — 

Zu Tafel 21. 

Oben links: Stempel im Museum Bregenz G. 66. 358 auf Boden- 
stück 29. Der Greif ist nach Walters M 287 auf einer in London 
gefundenen Schüssel des C. ANPATR. 

Oben rechts : Carutius oder Garutius ; Stempel auf einem Boden- 
stück Dragd. 29 von Neuss, Slg. Sels 303. 30. 3. 97. 

Zweite Reihe: die Typen des Catlus sind entnommen einer 
von mir Aislingen Tafel VII 2 abgebildeten Schüssel aus Strassburg. 
Catlus ist durch das Epheublatt verknüpft mit Maccarus ; er muss 
in der Zeit Tiberius-Claudius gearbeitet haben, 

Fig. A. Vechten. Museum Leiden. 696. I. 44. Das Gefäss 
hat als seltene Variante der normalen Form 29 keinen Wulst 
zwischen oberer und unterer Zone. 

Fig. B. Weisenau bei Mainz. Stadt. Museum 1913. Der 
Adler findet sich auch bei den Töpfern Daribitus, Germanus, 
Masclus, Niger. Das kleine Motiv Nr. 5 hat auch Aquitanus. Siehe 
Nachtrag, zu Celadus Textbild 35, 

Fig. C. Vechten. Museum Leiden. Der Scherben ist, um den 
Raum auszunützen, hier abgebildet und hat nicht die Art des Celadus. 
Dieses grosse Blatt ist sehr selten. 

Fig. D. Neuss. Nach einer mir von Oxe mitgeteilten Auf- 
nahme. Splitter eines Bechers Dragd. 30. Das Blatt entstammt 
offenbar sehr früher Zeit, etwa des Tiberius oder Caligula. Der 
Scherben ist zur Raumausnützung abgebildet und hat nichts mit 
Celadus zu tun. 

Zu Tafel 22. 

Fig. A, Vechten. Museum Leiden 474 a. Die Anordnung der 
Dekoration und zum Teil auch die Typen sind wie auf der Schüssel 
des Coelius Tafel 23 B. 

Fig. B. Vechten. Museum Leiden. Das Motiv der mittleren 
Zone ist ausserordentlich häufig auf Sigillaten des vespasianischeu 
Rottweil. 

Fig. C. Kempten. Museum Kempten, 

Der Rehbock Fig. 4 kommt auch vor bei den Töpfern Calvus, 
Coelius, Justus, Meddillus, Mercator, Passenus, Sasmonos. Der 
wie ein mittelalterliches Wappentier wirkende Löwe Fig. 2 ist 
auch von Coelius verwendet. Mit anderen Töpfern vespasianisch- 
domitianischer Zeit ist dieser Töpfer verknüpft durch die Blüte 7, 
die auch verwendet ist von Cosius Rufus, Cornutus, Crucuro, Passe- 



— 39 — 

«US und Secundus. Die Stempel OF CEN und OF CENS wird 
man der Offizin eines südgallischen Censorinus zuschreiben dürfen ; 
die Gefässe A, B, C sind jedenfalls gleichzeitig. 








Textbilö 1-8. 



Zu Tafel 23. 

Fig. A. Rottweil. Museum Rottweil. (Hat den alten Vermerk 
9 a mit weisser Farbe.) Der kleine Löwe Fig. 2 ist auch zu 
sehen auf den Gefässen des L. Cosius, Masclus, Mommo, Passienus, 
Rufinus und Sasmonos. 

Fig. B. Rottweil. Museum Rottweil. Der Stempel ist publi- 
ziert Rottweil 1907, und die rechte Hälfte der Schüssel ist schon 
von mir abgebildet Rottweil 1912 Tafel IX 12; die übrigen Teile 
fanden sich erst später im Museum in Rottweil und ermöglichten 



- — 40 — 

es, den Stempel und diese Stücke als zusammengehörig zu erkennen. 
Sehr ähnlich ist die Schüssel des OF CEX Tafel 22 A. 

Weitere Gefässe dieses Töpfers sind auf der folgenden Tafel. 

Zu Tafel 24. 

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 185. 2. Zu vergleichen 
sind die Bemerkungen zur vorigen Tafel. 

Fig. D. Nymegen. Slg. Kam. 5. 

Fig. E. Vechten. Museum Leiden 1332. 

Zu COSI RVFI, Fig. A. Nymegen. Museum Leiden 1908, 
4. 1. 61. Der Blätterkranz der mittleren Zone kennzeichnet Sigil- 
lata vespasianischer Zeit, aber auch der Zeit Neros. 

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 479 b. 

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 550. 

Fig. D. Mainz. Stadt. Museum 15. 7. 98. 

Die T}T)en 1 — 6 sind von einem Gefäss aus Strassburg, das 
ich abgebildet habe Aislingen Tafel VII 5. Der Töpfer hat haupt- 
sächlich in vespasianischer Zeit gearbeitet. 

Textbild 44. Rheingönheim. Museum Speier. 

Zu Tafel 25. 

Oben: Druisheim. Museum Augsburg. Der Becher Form 
Dragd. 78 ist schon früher von mir behandelt in Verbindung mit 
Sigillata von Rottweil und Geislingen (Fundberichte aus Schwaben 
XVIII 1910, Tafel VI Fig. 15). 

Fig. 1 — 37. Tyl)en des L. Cosius. Die Typen mit Nummern 
in Klammer sind höchstwahrscheinlich dem Typenschatz des L. Cosius 
zuzurechnen; die übrigen sind entnommen Gefässen, die den Namen 
L. COSI haben (als Abdruck, der vor dem Brande in den Model 
gedrückten Schrift). Die Typen 4, 17, 18, 20, 21, 22, 23, 31, 32 
sind auf signierten Gefässen, die ich abgebildet habe Rottweil 1907 
Tafel XIV 1 — 5. Die Typen 6, 7, 11, 12, 13, 25, 26, 27, 28, 33 
sind Gefässen der Art des L. Cosius entnommen, die mitgeteilt 
sind Rottenburg 1910 Tafel II 6 (Rottenburg) und 7 (Rottweil). 
Der Eber ist auch auf den Gefässen Rottenburg Tafel I 1 und 2 
zu sehen ; diese Gefässe sind unverkennbar aus der Werkstatt des 
L. Cosius. Die Figuren 5, 8, 9, 10, 15, 16 sind auf einem Gefäss, 
das abgebildet ist Rottweil 1912 Tafel XXII Fig. 2. Type 35 ist 
auf einem Splitter von Rottweil mit L. COSI. Die übrigen Typen 
sind auf Gefässen der folgenden Tafel. 



— 41 — 

Zu Tafel 26. 

Fig. A. Bregenz. Museum Bregenz. Die Schüssel scheint 
eine sehr späte Arbeit des Töpfers zu sein; der Name der sonst 
deutlich als L. COSI erscheint, sieht hier wie I. COSI aus; die 
untere Leiste des L war also am Originalstempel weggebrochen. 

Fig. B. Rottweil. Museum Eottweil. Fundberichte aus Schwa- 
ben XVIII 1910, Tafel IV Fig. 11. Die Typen des L. Cosius sind 
auf der vorigen Tafel zusammengestellt; der Töpfer muss weit in 
die Zeit Domitians hinein, vielleicht bis Trajan, gearbeitet haben. 



#«^^ 




Textbilö 19. 



Zu Tafel 27. 

üben links : Bruchstück 29, Fundort und Museum Baden-Baden. 
Im Boden der Stempel OF. L. COS. VIRIL, der von glattem Ge- 
schirr vom Ende des ersten Jahrhunderts wohl bekannt, aber auf 
verzierten Gefässen sehr selten ist. Die Typen 5 — 10 sind auf 
einer Schüssel Dragd. 37 von Stockstadt (0. R. L. Kastell Stock- 
stadt Tafel XVIII 17 und XIX 171). 

Zu OF. COTOI: Bonn. Museum Bonn 10773. Der Töpfer 
hat in vespasianischer Zeit gearbeitet. Rottweil hat den gleichen 
Stempel im Boden einer Schüssel Dragd. 29 (Rottweil 1907 Tafel 
XXIX 189). 

Fig. A. Weisenau bei Mainz. Stadt. Museum. Das Ornament 
der oberen Zone ist fast gleich dem des Carus Tafel 20 D. Die 
hübsche Schüssel dürfte noch vor das Jahr 55 zurückreichen. 

Fig. B. Museum Bonn 2561. 56. 



— 42 — 

Fig. C, D, E auf Textbild 16: Fig. C. Weisenau bei Mainz 
10. 3. 97. Stadt. Museum. Die Dekoration ist fast gleich der des 
Carus Tafel 20 D. 

Fig. D. Weisenau bei Mainz. Stadt. Museum. Obere Zone 
wie bei Carus Tafel 20 F. 

Fig. E. Mainz. Stadt. Museum. Es ist noch der Rest des 
Motivs sichtbar, das vollständiger auf Tafel 27 Type 17 abgebildet 
ist. Dieses Motiv findet sich auf Arbeiten des "wesent- 
lich später arbeitenden M. Crestio, Tafel 28 Type 25 und 
Textbild 17 E. Der OF CRESTIO stempelnde Töpfer hat ziemlich 
sicher auch Becher der Form 30 gemacht; wenigstens erinnern 
die Becher Tafel 39 unten und 95 A sehr an ihn, sowohl was 
Einzeltypen als auch Anordnung betriift. 

Zu Tafel 28. 

Fig. A. ßregenz. Landesmuseum Bregenz. Die Darstellungen 
auf diesem Becher ennöglichen den Nachweis interessanter Be- 
ziehungen zu anderen, gleichzeitig arbeitenden Töpfern. Den 
Apollo Type 10 hat auch das von mir Aislingen Textbild 5 ab- 
gebildete merkwürdige Gefäss von Windisch; auf Textbild 32 teile 
ich ein Rottweiler Gefäss der gleichen seltenen Form mit, das 
ebenfalls den Apollo hat *). Der sehr roh dargestellte Merkur Type 1 1 
ist auch auf einer von mir Rottweil 1907 Tafel XI mitgeteilten 
seltenen Schüssel des Crucuro zu sehen; Tafel 95 M ist ein Scherben 
von Emerkingen abgebildet mit diesem Merkur. 

Fig. B. Nymegen. Slg. Kam. 55. Form 37. Der untere Ab- 
schluss ist aus der vierblättrigen Blüte T5'^pe 5 gebildet, die auch 
benützt wird von den Töpfern, welche stempeln: OF CELADI**), 
OF COTOI, CRVCVRO, OF. IVCVNDI, MEDDILLVS, VADERIO. 
Den sitzenden Hirsch hat auch der Töpfer Germanus, auch Secun- 
dus benutzt ihn noch. 

Fig. C. Günzburg. Museum Günzburg. Es sind links noch 
Reste der Fig. Dech. 336 erhalten. 

Fig. D. Nymegen. Slg. Kam. 75. 155. Die beiden Stücke 
B und D sind ziemlich nachlässig gearbeitet. 

Textbild 17 Fig. E. Mainz. Stadt. Museum. Form 37. Der 
sitzende und der springende Löwe sind auch auf Arbeiten des 



*) Vergl. Textbild 34. 
♦*) Textbild 35. 



— 43 — 







Textbilö 20. 



Gennanus und des Sabinus zu seheu; der (links au der Schüssel 
noch sichtbare) Greif ist ebenfalls auf einer COSI EVFI ge- 
stempelten Schüssel von Strassburg, die ich abgebildet habe Ais- 
lingen Tafel VII 5. Durch das Motiv des unteren Ab- 
schlusses, Type 25, ist der Töpfer verknüpft mit der 
OF CRESTIO stempelnden Offizin. Viel ÄhnUehkeit mit 
diesem Gefäss hat der Becher von Burladingen Tafel 99 B und 
auch der späte Becher des Germanus Tafel 38 P von Bregenz. 

Fig. F (Textbild 17). Weisenau bei Mainz, 3. 11. 94. Stadt. 
Museum. Das Blatt des Rankenornaments ist ebenso z. B. auf 
dem Textbild 32 abgebildeten merkwürdigen Gefäss von Rottweil, 
das auch den Apollo des M. Crestio hat. 

Textbild 36. Bingerbrück ? Museum Kreuznach. Gladiatoren 
wie bei Mercato. 

Textbild 46 B. Günzburg. Museum Günzburg. 

Zu Tafel 29. 

Oben Fig. A. Vechten. Museum Leiden 324 C. 

Fig. B. Museum Bonn. 14623. 

Die Typen 1 — 3 habe ich nach der von Ludowici lU Seite 135 
abgebildeten Schüssel gezeichnet. Der Töpfer hat in der Zeit 
Nero-Vespasian gearbeitet; er ist auch in Rottweil vertreten. 

Mitte Fig. A. Nj-megen. Slg. Kam. 36. Diese kleine Vase 
der Form 67 ist zweimal gestempelt. Zur Dekoration hat Crucuro 
die Traube von Germanus entlehnt. Über Crucuro enthält das 
Werk von Dechelette nichts, wenigstens keine Typen. Crucuro 



— 44 — 

hat auch Becher der Form 78 gemacht, wie ein Aislingen Tafel 
VIII 7 mitgeteiltes Stück von Strassburg zeigt. Die meisten der 
auf Tafel 29 abgebildeten Typen des Crucuro sind einer signierten, 
von mir Eottweil 1907 Tafel XI 1 mitgeteilten Schüssel der Form 37 
entnommen; die AVölfin mit den Zwillingen Type 6 ist nach Rott- 
weil XI 3. Der Eber 11 ist nach dem Becher Rottweil 1907, 
XVI 9, der zwar nicht signiert ist, aber Anordnung und Tj'^peu 
des Crucuro hat. Die Gladiatoren 4 und 5 sind auf einem Bruch- 
stück, das den Eierstab des Crucuro hat*; auch sonst sah ich diese 
Gladiatoren auf Rottweiler Scherben, die Stil und Art des Crucuro 
haben. Crucuro hat in der Regel den gleichen Eierstab wie 
M. Crestio. Die Diana Type 1 hat er gemeinsam mit L. Cosius 
und Masculus; die Tänzerin 2 hat auch Sabinus; den barbarischen 
Merkur 3 hat auch M. Crestio. Andere Verknüpfungen ergeben 
sich aus der Prüfung der Textbilder 12 und 13. Crucuro hat sehr 
wahrscheinlich in Banassac und in La Graufesenque gearbeitet. 

Zu Tafel 30 unb 31. 

Fig. A. Vechten. Museum Leiden 350. 

Fig. B. Windisch. Museum Brugg. Wiederholt nach Ais- 
lingen XVII 1. 

Die Maske Type 1, die auch auf Gefäss D ist, findet sich 
ebenso auf dem sehr frühen Gefäss Tafel 4 V und auf Tafel 90 
B und J. Der Delphin 3 wird etwas später auch benützt von 
Jucundus, Meddillus, Mommo, Niger, Sasmonos, Vitalis. Die Gans 4 
ist auch benützt von L. Cosius, Germanus, Licinus, Macer, Secundus, 
Vitalis; sie ist aber bei Daribitus und Licinus grössei- und schärfer: 
die anderen Töpfer sind spätere Entlehner. Die kleinen Nilgänse 5 
und 6 haben auch Calvus, L. Cosius, Germanus, Matugenus, Med- 
dillus, Mercator, Niger, Passenus, Patricius, Paullus, Primus, Ru- 
finus, Vitalis. Der Bär 2 ist auch bei Licinus zu sehen. Den 
Adler 23 hat auch Celadus, Germanus, Masclus, Niger. Ziemlich 
sicher sind Daribitus und Licinus die Schöpfer oder 
ersten Benutzer dieser und vieler anderer Typen. 
Auffallenderweise bringt Dechelette über Daribitus und Licinus 
gar nichts, was sich wohl dadurch erklärt, dass diese Töpfer nicht 
oder erst in ihrer späten Zeit nach Graufesenque gekommen sind 
"und an einem ganz anderen, südlicher gelegenen Ort gearbeitet 
haben. Der Kopf Type 1 ist auch auf der in La Grai\fesenque 
gefundenen Schüssel Textbild 51 e. 



— 45 — 

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 479 a. 
Fig. D. Vechten. Museum Leiden 996. L 45. 
Fig. E. Bonn. Museum Bonn 20758. 




NfUSJ. 

Textbilö 21. 



Zu Tafel 32. 

Oben links: Mainz, Rheinallee 7.7.1900. Stadt. Museum. 
Gefässe dieses Töpfers sind selten. Er ist mir sonst nur bekannt 
aus Ritterling, Wiesbaden 1898 Tafel VIII 84 MONI; im Text von 
Ritterling bemerkt: „Bodenstück einer tiefen Schale (29)."' Da 
der Wiesbadener Scherben dort in der älteren Schicht gefunden 
wurde, muss dieser Töpfer vor dem Jahre 69 gearbeitet haben. 

Oben Mitte: Neuss. Slg. Sels 1026. 19. 12. 1900. 

Dazu Textbild 18 oben: Weisenau bei Mainz. Stadt. Museum 6. 

Textbild 18 unten: Mainz, Rheinallee 28. 7. 1900. Stadt. Museum. 

Darra hat in der Zeit des Claudius gearbeitet. Dechelette 
bringt nichts über ihn. 

Fig. A. Vechten. Museum Leiden 1294. 

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 1938. 

Fig. C. Neuss. Slg. Sels 883. 

Fig. D. Angst. Antiquarium Basel. 

Dazu E auf Textfigur 19; Weisenau bei Mainz. 18. 1. und 
19. 2. 99. Stadt. Museum. 

Felix hat in der Zeit Neros gearbeitet. — 

Zu Flavius Germanus siehe Textbild 20 : Weisenau bei Mainz 
KX 7. 98. Stadt. Museum. Der Töpfer hat, nach Stil und Typen 
zu schliessen, in der Zeit Vespasian-Domitian, wahrscheinlich in 
Banassac (Dech. I Seite 118, Fussnote 3) gearbeitet. — 



— 46 — 

Tafel 32 unten links: Weisenau bei Mainz 28. 12. 99. Stadt. 
Museum. 

Rechts: Mainz. L. Str. 20. 5.8.1902. Stadt. Museum. Der 
Töpfer muss, nach seinem Stil zu schliessen, in der Zeit des Cali- 
gula und Claudius gearbeitet haben. Über diesen Firmo, der einer 
der frühesten südgallischen Töpfer ist, bringt Dechelette nichts. 

Dazu Textbild 21 : Neuss. Slg. Sels 237. Das Stück erinnert 
sehr an den FIRMO. FEC stempelnden Töpfer. Das Blatt — 
wie bei Firmo — ist auch auf den sehr frühen Gefässen Tafel 2 
E, K und 3, M, 0. Das eigentümliche Motiv der oberen Zone 
Textbild 21 ist auch auf Gefässen des Bassus, der Offizin Bassus- 
Coelius, des Daribitus und Ingenuus zu sehen (dieses Motiv darf 
nicht verwechselt werden mit zwar ähnlichen, aber viel späteren 
und gröberen Verzierungstypen). Das andere rautenförmige Motiv 
verknüpft die Töpfer Aquitanus und Senicio. 

Zu Tafel 33. 

Oben links: Stempel FVSCVS auf einem Bodenstück Dragd. 29 ; 
Fundort Äugst 1899, Antiquarium Basel. 

Zu Frontinus: Das Bruchstück A mit den Typen 10, 11, 12 ist 
nach Rottweil 1907 Tafel I 2, 3 wiedergegeben. Die Typen 1—3 
sind nach Curie, Newstead, S. 209 Fig. 1 und 4. Die Typen 4 — 9 
sind nach Walters M 289, Stempel 9 innen im Boden, Stempel 8 
im Ornament. Das Bruchstück B von Günzburg (Mus. G.) ist nach 
einer Skizze gegeben, die ich Roger verdanke. Alle diese in 
Rottweil, Newstead, London und Günzburg gefundenen Frontinus- 
arbeiten sind auf Schüsseln Dragd. 29. Auffallend viel Ware hat 
dieser Töpfer nach Rottweil geliefert in der Zeit Vespasian-Domitian : 
vergl. die vielen Stempel Rottweil 1907 Tafel XXX; auch die 
Stempel XXXII 308 und 313, auf welchen das wie ein Punkt 
dargestellt ist, gehören dazu. Frontinus drückt unter dem Hund 
seinen Stempel in den Model, ganz wie Mercator Tafel 57 H 
und G. 

Zu Gallicanus: Weisenau bei Mainz 25. 3. 98. Stadt. Museum. 
Die Typen 1—12 sind von einem Gefäss aus Rom im Museum 
Dresden, das ich abgebildet und eingehend besprochen habe Ais- 
lingen Tafel V 1. Das Tier Type 1 hat auch Passenus; siehe 
Textbild 40. 

Zu Genialis: Die Typen 1 — 5 sind einem Gefäss von Windisch 
(Museum Brugg) entnommen, das ich abgebildet habe Aislingen 



— 47 — 

Tafel X\TII 4. Das kleine Hündchen und die Knospe 2 verknüpfen 
Genialis mit Aquitanus und auch mit Germanus und Niger. 

Zu Tafel 34—39. 
Diese 6 Tafeln enthalten 91 Typen und 22 Arbeiten des Töp- 
fers Geimanus, d. h. auch Arbeiten seines GERMANI F. stempeln- 
den Sohnes oder Nachfolgers (später findet sich diesem Stempel 
noch S oder SER beigefügt). Fast alle Tv-pen des Germanus habe 
ich von mir veröffentlichten signierten Sigillaten entnommen. 
Dechelette waren nur die T3'pen (als von Germamis benutzt) be- 
kannt, welche (auf meinen Tafeln) die Nummern 5, 9, 10, 16, 29, 
33, 38, 42 haben. 




Textbilö 22. 



Die Typen auf Tafel 34 und 35 sind von folgenden Gefässen 
gewonnen. Rottweil 1907 Tafel IV Fig. 1, Form 29, Germani of, 



— 48 — 

hat Type 24, 34, 45, 46, 5b, 66 ; ebendort Fig. 2, Form 29, Ger- 
mani of, hat Type 23, 25, 60, 78, 79; ebendort Tafel V Fig. 1, 
Form 29, Gerraani of, hat die Löwin 26, den Löwen 23, den Hund 
25, die Typen 52, 58, 63, 68, 7L Rottweil Tafel VI Fig. 1, Form 30, 
Germani, hat den Genius mit Fackel 3, den Delphin 42, die Gans 44, 
die kleinen Nilgänse 47 und das Motiv 70 ; der Becher \I Fig. 2 
hat 46, 52, 71; ebendort Fig. 3 Form 37 mit Germani, hat die 
Löwin 30, den Stier 41, den Hund 29, die Hirschkuh 37, die 
Ornamente 63 und 70. Rottweil Tafel VIII Fig. 1, Form 37 mit 
Ger[mani, hat die Hirschkühe 37 und 40, den sitzenden Hirsch 39, 
den Löwen 28 und die Typen 63, 69, 72 ; ebendort ist ein Schüssel- 
rest mit Germani f. Ser und einer von Wels mit Germani f. S 
abgebildet und andere signierte Germanusarbeiten. Rottweil Ta- 
fel XI Fig. 4 ist ein Becher der Form 30 von Riegel in Baden 
abgebildet mit dem Vulkan 1 *) und dem Motiv 64. Weitere Gefässe, 
die zwar nicht signiert sind, die aber den unverkennbaren Stil 
und die Typen des Germanus haben, sind zahlreich abgebildet 
Rottweil 1907 Tafel IV Fig. 3, 11, 13; besonders interessant die 
Becher der Form 78: 17 und 18; Tafel V Fig. 2, 3, 5—8, 10; 
Tafel VI Fig. 5—8; Tafel VII Fig. 1—10; Tafel VIII Fig. 9—12; 
Tafel IX Fig. 5—10; Tafel X Fig. 3—11; Tafel XVI Fig. 3, 5. 
Rottweil 1912 enthält Tafel XII: Schüssel 29 mit Germa[ni of Fig. 
1 und 2 mit Blatt Type 55; ebendort sind auf Tafel XII — XV 
eine Menge zum Teil recht merkwürdiger Sigillaten der Art des 
Germanus abgebildet. In Sig. Aislingen sind abgebildet Text- 
bild 6 C ein Bruchstück aus Windisch (Museum Brugg) mit Ger- 
mani F und den Typen 51 und 60; unter D Bruchstück eines 
Bechers Form 78 mit Germ[aui und dem Löw^en Type 28 ; sodann 
unter A und B sehr merkwürdige Becherreste von Windisch (Mu- 
seum Brugg) im Stil des Germanus, mit der Bacchantin Type 13 
und dem Krieger 11. — Auch alle übrigen Einzeltypen sind auf 
signierten Gefässen oder auf solchen, die Stil und Art des Ger- 
manus haben. 

Germanus war einer jener Töpfer, die, ähnlich wie der auf 
Tafel 45—47 behandelte Licinus, Schöpfer oder erste Benutzer 
von sehr vielen hübschen, figürlichen und ornamentalen Typen 



*) Dass es eine Darstellung des Vulkan ist, die auf ein bedeutendes antikes 
Werk zurückgeht, auf welchem Vulkan und Minerva dem Peleus Sclnvert und 
Schild, Helm und Speer darreichen, habe ich nachgewiesen Fundberichte aus 
Schwaben XVIII Seite 42, Tafel VI 11 und 13. 



— 49 — 

waren, die dann später von anderen Töpfern weiter benutzt und 
verdorben wurden; man findet seine Typen z. ß. teilweise bei 
Sabinus, Secundus und M. Crestio. Die Anordnung seiner Typen, 
seine Dekorationen, zeigen fast immer Geschmack, Eigenart und Ab- 
wechslung. Die meisten anderen Töpfer dieser Zeit sind Stümper 
gegenüber Germanus. 

Tafel 36 Fig. A. Rottweil. Museum ßottweil. Arbeit des 
Germanus mit den Typen 23 a, 24 a, 51, 67, 70, 81, 82 und mit 
den seltenen kleinen Tierköpfchen 33 a. 

Fig. B. Rottweil. Museum Rottweil. Diese schöne Schüssel 
ist teilweise Rottweil 1907 Tafel IV 2 abgebildet; ich habe seither 
noch mehr dazugehörige Scherben gefunden, wodurch die neue Ab- 
bildung dieser schönen Schüssel wünschenswert erscheint. 

Fig. C. Windisch. Museum Brugg. Schüssel mit Gerraani f. 

Fig. D. Luxeuil. Nach Vaissier Tafel III 68. Man sieht die 
Löwin Type 26, die Germanus sehr gerne auf seinen Arbeiten 
anbringt, wie auch Fig. E zeigt und Tafel 39 T. 

Fig. E. Windisch. Museimi Brugg. Schüssel mit Gei-mani f ; 
Spuren der gleichen Löwin wie auf D. 

Tafel 37. Fig. F. Museum Bonn 10764. 

Fig. G. Nymegen. Slg. Kam 50. 0. 

Fig. H. Vechten. Museum Leiden. Offenbar Rest einer 
Schüssel wie Fig. B der vorigen Tafel. 

Fig. I. Vechten. Museum Leiden 1979. Dekoration wie auf 
B und H. 

Fig. K. Museum Bonn. 9212. Diese Dekoration ist bei 
Germanus selten. Der Stempel ist anders als sonst. 

Fig. L. Vechten. Museum Leiden 1396. 

Fig. M. Vechten. Museum Leiden 452 e. Schlechte Arbeit. 

Fig. N. Vechten. Museum Leiden 1387. 

Tafel 38 Fig. 0. Bregenz. Museum Bregenz. 12. 553. Auf 
Dragd. 37. Späteste Arbeit mit GERMANI F. Rottweil 1912 
XXVI 3 ist ein verwandtes spätes Stück von Augsburg abgebildet. 
Roger (Zeitschrift des Hist. Vereins f. Schwaben und Neubiirg 
39, 1913) bringt Tafel III la, b eine Schüssel sehr verwilderten 
Stils (des Germanus?) mit SER im Oniameut. — Vergl. Text zu 
Natalis, Tafel 61*). 



*) Der Spätzeit des Germanus gehört auch an das Gefäss ORL 74, Kastell 
Kösehing, Seite 33 und Abbildung Tafel 111 Fig. 9, mit Text Seite 30. 
Knorr, Töpfer verzierter Si^lata. . 4 



— 50 — 

Fig. P. Bregeuz. Museum Bregenz. 11. 462. Becher Dragd. 30. 
Weil sonst nie die Diagonalverzierung- auf Arbeiten des Germanus^ 
zu sehen ist, überrascht hier diese Dekoration. Offenbar späte, sehr 
nachlässige Arbeit des Germani f stempelnden Töpfers ; auffallend 
verwandt mit der Dekoration des Bechers des M. Crestio Tafel 28 A. 

Fig. Q. Kempten. Museum Kempten. Dieser Becher ist 
zwar nicht signiert, hat aber ganz die x4.rt der Becher der älteren 
Zeit des Germaniis. 

Die Figur Tafel 38 Type 89 ist nach einem Gefäss 37 im Stil 
des Germanus (Museum Bregenz 12. 519). 

Tafel 39. Fig. R. Windisch. Museum Zürich. A. G. 4201. 
Becher der Form 78 mit Stempel Germa, der aber anscheinend 
schlecht, mit Verdoppelung, in den Model gedrückt wurde. Die 
Hasen werden später von vielen anderen Töpfern benützt in der 
Zeit Domitians. 

Fig. S. Windisch? Museum Solothurn 503. Anscheinend 
Form Dragd. 30. Mit Type 49. 

Fig. T. Äugst. Antiquarium Basel. Dragd. 37. Bemerkens- 
wert ist das dem Namen angeschlossene verkehrte S. 

Fig. U. Äugst. Antiquarium Basel (Herzog). Becher Dragd. 30. 
Dieser Apollo, Type 90, ist selten auf Arbeiten des Germanus. 

Fig. V. Museum Strassburg. Becher Form 78. Wiederholt 
nach Rottweil 1907, VIII 8. 

Fig. W. Windisch. Museum Brugg. Form 78. Wiederholt 
nach Aislingen Textbild 6 D. Germanus scheint viele solche kleine 
Becher gemacht zu haben. 

Tafel 39, unten: Mainz. Stadt. Museum. Der Töpfer hat 
Beziehungen zu dem Töpfer Ingenuus, der bei Tafel 40—42 be- 
sprochen ist; viele Typen und die Dekorationsweise aber hat er 
gemeinsam mit dem OF. CRESTIO stempelnden Töpfer, dem sicher 
auch der Becher Tafel 95 A zuzuschreiben ist. Der schlanke Hund' 
spielt auch eine Rolle auf Sigillata des Licinus. 

Textbild 22. Drei Beispiele kleiner Gefässformen. Fig. 3 
steht in Beziehung zu Germanus 

1. Günzburg. Museum Günzburg. Becher der Form 78, aber 
ungewöhnlich breit. Zeit Vespasians. 

2. Rottweil. Museum Rottweil. Kleine Vase der Form 67. 
Zeit Vespasians. 

3. Cannstatt. Slg. Knorr. Museum Stuttgart. Der Becher 
ist ein besonders spätes Beispiel der Form 78; er ist plump und 



— 51 — 

roh gearbeitet. Der tanzende Faun stammt ans dem Typenschatz 
des oben besprochenen Töpfers Gerraanus; aber dieses Figürchen 
erscheint auf dieser späten Arbeit völlig verdorben. Zeit Domitians. 

Zu Tafel 40-42. 
Fig. A. Neuss. Slg. Sels 150. Die untere Zone zeigt noch 
sehr frühe Anordnung, die an arretinische Sigillata anklingt. Ver- 
wandte Dekoration haben die Gefässe C, D und G, die vielleicht 
auch aus der Offizin des Ingenuus stammen und jedenfalls von 
einem ihm sehr nahestehenden Töpfer sind. 




Mainz . 

Textbilö 23. 



Fig. B. Hofheim. Museum Wiesbaden 09. 57.5. 9. Eitterling 
1913 S. 239, 277. 

Fig. C. Hofheim. Museum Wiesbaden 10. 428. Ritterling 
Hofheim 1913 Tafel XXXII 17 A und S. 216. Verwandt mit Ar- 
beiten des Ingenuus. 

Fig. D. Neuss. Slg. Sels 156. Nahe verwandt mit der Schüssel 
des Ingenuus Fig. A. 

Fig. E. Vechten. Museum Leiden 452. 1178. Sehr zierlich 
ist das eigentümliche Motiv in der oberen Zone, das als Type 36 
besonders abgebildet ist; es ist auch auf Gefäss P Tafel 42. 

Tafel 41 Fig. F. Neuss. 'Slg. Sels 1167. Anscheinend etwas 
spätere Arbeit des Ingenuus. 

Fig. G. Neuss. Slg. Sels. Die Aufnahmen und Skizzen der 
Gefässe G, H, I, K verdanke ich Oxe. Profil von G und I wie 



— 52 — 

Tafel 2 L. Hier ist das Motiv Ingenuus 2 zu sehen, wie auf Fig. 
B und H. Ebenso hat dieser altertümliche Becher das gefiederte 
Blatt Type 1 des Ingenuus. Der Vogel ist wie auf der frühzeitigen 
Bregenzer Schüssel Tafel 4 S und wie auf 42 N. 

Fig. H. Mainz 37. 3. 96 Schustergasse 41. Stadt. Museum. Becher 
Dragd. 30. Offenbar sehr frühe Arbeit. Der Vogel und das Motiv Inge- 
nuus 2 ist auch auf dem sehr frühen Gefäss G von Neuss zu sehen. 

Fig. I. Neuss. Slg. Sels. Dieser sel^r frühe Becher der fast 
noch arretinischeu Form Tafel 2 L ist ziemlich genau wie 
das gleichartige Gefäss aus Bregenz Tafel 2E und ähn- 
lich wie Tafel 3 M und 0. 

Fig. K. Neuss. Slg. Sels. Becher Dragd. 30. Das Gefäss 
gehört in die Reihe der frühesten südgallischen Erzeugnisse. Der 
springende Löwe ist ebenso auf dem sehr frühen Gefäss 3 P von 
Bregenz. Selten ist der Ochsenkopf. 

Fig. L. Mainz. Stadt. Museum. 

Tafel 42. Fig. M. Speier, Allerheiligenstrasse 1874. Slg. 
Heydenreich. Museum Speier. Dieser Becher ist merkwürdig als 
Bindeglied zwischen sehr frühen und ziemlich späten Sigillaten. 
Der Hund und der Hase werden noch von vielen Töpfern der 
Zeit Vespasian-Domitian weiterbenützt. Die weibliche Figur ist 
sehr beliebt bei Masclus Tafel 52. Das spitze Motiv, das in den 
Zwickeln der Bogen nach oben steht, ist auf der frühen Schüssel 
des Ingenuus Fig. A Tafel 40 anders verwendet ebenfalls zu sehen ; 
ebenso das Motiv Ingenuus 1. 

Fig. N. Museum Bonn. Der Vogel in der oberen Zone ver- 
bindet diese Schüssel mit dem sehr frühen Becher G Tafel 41. 

Fig. 0. Vechten. Museum Leiden 1322. 9. I. 347. 

Fig. P. Nymegen. Slg. Kam 219. Das Ornament der oberen 
Zone wie auf E. 

Fig. Q. Mainz. Rheinallee 1. 10. 1900. Stadt. Museum. Der 
Töpferstempel ist anders als auf den Gefässen A, B und F. 

Fig. R. Mainz. Stadt. Museum. Stückchen mit merkwürdiger 
Palmette. • 

Nachtrag siehe Textbild 37. 

Zu Tafel. 43 

(unö 44 oben). 
Bei den hier abgebildeten Gefässen und Typen ist sehr zu 
beachten, dass die IVCVNDVS gestempelten Gefässe, also B, (V 



— 53 — 

D, K, die frühesten Arbeiten dieses Töpfers sind oder aber von 
einem früheren Töpfer gleichen Namens stammen. Die 
OF. IVC\TsDI signierten Arbeiten E, F, G, H, sind später und 
reichen bis in die Zeit Vespasians. Am spätesten sind die OF. 
IVCVN gestempelten Gefässe, die z. B. in dem vespasianischen 
Eottweil auffallend zahlreich sind. 

Die Type 14 ist auf einem Gefäss Rottweil 1907, I 5. Die 
Typen 2, 3, 4, 5, 7, 10 sind auf einem Gefäss, das ich abgebildet 
habe Rottweil 1907, Tafel II 2; das Motiv 9 ist ebendort auf Fig. 3. 







Textbilö 24. 



Fig. A. Wiudisch. Museum Brugg. Den schlanken Leoparden 
hat auch die Firma Bassus-Coelins, aber er ist bei Jucundus kleiner. 

Fig. B. Vechten.- Museum Leiden 491. Durch seine T3rpen 
ist dieses Gefäss verknüpft mit Albinus, Amandus, Melus und 
Scottius. Den eigentümlichen Perlstab 22 der frühesten Ar- 
beiten des Jucundus sieht man auch auf Arbeiten des Albinus, 
Amandus, Aquitanus, Baibus, ßilicatus, Ingenuus, Scottius, Senicio. 

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 2034. L 1190. Dekoration 
ähnlich bei Maccarus Fig. E Tafel 50, und bei Scottius Fig. F 
Tafel 71. 

Fig. D. Neuss. Slg. Sels 732. 

Fig. E. Museum Bonn. 49. 2561. Die Blüte Type 27 ist 
auch benützt von den vespasianischen Töpfern Cotto, M. Crestio. 
Crucuro, Meddillus, Vaderio, Celadus. 

Fig. F. Vechten. Museum Leiden. 489 a. 



— 54 — 

Tafel 44. Fig. G. Vechteu. Museum Leiden. 

Fig. H. Vechten. Museum Leiden. 

Fig. I. Vechten. Museum Leiden 1467. Oxe machte mich 
darauf aufmerksam, dass dieser Stempel sehr wahrscheinlich zu er- 
gänzen ist SEX. IVL. IVJCVND, wie die 3 Stempel Tafel 87 unten. 

Fig. K. Mainz, Rheinallee 24. 7. 1900. 712. Stadt. Museum. 

Noch zwei Gefässe des Jucundus bringt Textbild 45. 

Zu Tafel 44. 

Die obere Reihe schon besprochen im Text zu Tafel 43. 

Zweite Reihe links: Neuss. Slg. Sels 688. — 

Rechts. Kempten. Museum Kempten. Das Bruchstück hat 
IIVST im Ornament und .... STI als Rest eines Bodenstempels, 
den man vielleicht zu OF. IVSTI ergänzen darf. Der gleiche 
Töpfer stempelt auch IVST. Die Typen 11 und 12 sind nach Dech. 
gezeichnet, die übrigen nach Stücken dieses Töpfers, welche Beh- 
rens in Mainzer Zeitschrift X, Seite 96, mitgeteilt hat, mit Ab- 
bildungen von Kessler. 

Mitte Fig. A. Museum Bonn 326. 22. 

Fig. B. Neuss. Slg. Sels 1108. 

Fig. C. Bregenz. Museum Bregenz 6. 66. 352. Der Greif 
Type 12 kommt auch vor bei den Töpfern C. ANPATR, Cosius 
Rufus, Crestio, M. Crestio, Mommo und auf den Gefässen 90 A, 
C, D, also auf Arbeiten der Zeit Claudius-Nero- Vespasian. 

Die Type 3 ist nach einem Gefäss Aislingen Tafel III Fig. 10. 

Weitere Arbeiten dieses Töpfers bringt Textbild 38 und 43. 

Unten: Vechten. Museum Leiden. 2104. 226. Gefässe der 
Form 29 mit dem Stempel dieses südgallischen Töpfers Libertus 
sind sehr selten. 

Zu Tafel 45—47. 

Die LICINVS und LICINVS F. gestempelten Gefässe dieses 
Töpfers sind die älteren; die OF. LICINIANA gestempelten sind 
jünger. 

Fig. A. Hof heim. Museum Wiesbaden 17766. Ritterling 
Hofheim 1913 Tafel XXIII. Das Gefäss ist typisch für die Zeit 
des Claudius. 

Fig. B. Weiseuau bei Mainz 18. 1. 99. Stadt. Museum. Das 
Gefäss bringt sehr viele Typen des Licinus. 

Fig. C. Weisenau bei Mainz 1913. Stadt. Museum. Diese 
Schüssel zeigt, dass Licinus der Schöpfer oder erste Benutzer einer 



Meoge vou Typen war, die dann in der Zeit des Nero und Ves- 
pasian von vielen Töpfern weiterbenützt wurden. 

Fig. D. Mainz. Stadt. Museum. 33,114. 464. 

Fig. E. Neuss. Slg. Sels 1650. 21. 9. 07. 

Tafel 46 unten Mitte : Angst. Museum Solothurn, Coli. Amiet, 
519, auf Dragd. 29. Eest einer Schüssel etwa in der Art des Ge- 
lasses Tafel 47 F. 

Fig. F. Fundort sehr wahrscheinlich Windisch. Museum 
Solothurn. 

Fig. G. Windisch A. G. 1847. Antiquarium Basel. 

Fig. H. Bregenz. Museum Bregenz 1909. 5. ,,vis ä vis Höll". 
Erinnert an Licinus. 

Fig. I. Asberg, westliche Seite der Römerstrasse, Weuz, Juni 1894. 
Museum Crefeld. Erinnert an Arbeiten des Ingenuus, Licinus und Naraus. 




TextbilÖ 25. 



Zu Tafel 48. 

Fig. A. Weisenau bei Mainz 10. 1911. Stadt. Museum. Der 
Töpfer ist etwa gleichzeitig mit der OF. BASSI COELI stempelnden 
Offizin. Interessant ist die Darstellung des kleinen gallischen 
Kriegers. (Diese Schüssel ist publiziert Mainzer Zeitschrift VLl, 
Tafel VI 6.) 

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 2127. Der Kranz ist wie 
bei Daribitus. 

Mitte links: Kempten. Museum Kempten. Auf Dragd. 29. 

Unten: Köln. Museum Bonn 8b. Die Gans stammt aus 
dem Typenschatz des Daribitus und Licinus und ist dann von 
vielen Töpfern benützt. 



— 56 — 

Zu Tafel 49-51. 

Die Arbeiten des Maccarus haben viel Selbständigkeit nnd 
einen ganz bestimmten Stil, wie namentlich die Gefässe der Tafel 50 
zeigen. Das Stück G ist zwar nicht signiert, kann aber mit 
Sicherheit dem Maccarus zugeteilt werden. Beachtenswert ist bei 
den Gefässen E, F, G besonders der sehr schmale obere ge- 
strichelte Rand, der für sehr frühe Zeit, für die Zeit des Tiberius, 
spricht. Der Stempel auf E und F bezeichnet die ältesten Arbeiten; 
der Stempel bei A und I bezeichnet etwas jüngere Gefässe; die 
Schüsseln mit dem Stempel wie auf B, OF. MACCAEI, sind die 
spätesten Arbeiten des Töpfers oder seiner Arbeiter. 

Fig. A. Neuss. Slg. Sels 163. Diese gelappten Blätter sind 
sehr charakteristisch für Maccarus ; sie sind auch auf C, D und H. 

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 515. 2. 12. 

Fig. C. Neuss. Slg. Sels 27. 10. 05. 

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 1324. 2. L 345. Zwar 
nicht signiert, aber sicher von Maccarus. 

Fig. E. Bregenz. Museum Bregeuz. Diese interessante 
Schüssel ist zusammen gefunden worden mit den sehr frühen 
Gefässen, die ich Tafel 1 — 4 abgebildet habe. 

Fig. F. Äugst. Antiquarium Basel 1906. 627. 

Fig. G. Angst. Antiquarium Basel. Coli. Fre}'. Der Stempel 
ist zwar verloren, aber die Schüssel kann mit Sicherheit dem 
Maccarus zugeschrieben werden, weil sie den gleichen schmalen 
oberen Rand und den kräftigen, geriffelten Wulst hat wie E und 
F und die gleiche Rosette wie A, F, I, ferner den gleichen kleinen 
gestrichelten Ring wie I und weil die Stiele der Ranken gleich 
zitterig gezeichnet sind wie auf F. Auch ist die Anordnung 
der oberen Zone wie auf E. 

Fig. H. Bregenz. Museum Bregenz 1896. 400. Becher der 
Form 30 mit dem Blatte des Maccarus und mit einem Eierstab, 
der auch auf den sehr frühen Bregenzer Gefässen Fig. D, E, F 
Tafel 2 und P Tafel 3 vorkommt. 

Fig. I. Windisch. Museum Aarau 129. 10. 

Fig. K. Basel. Antiquarium Basel 1906. 3030. Das Stück- 
chen hat die Rosette der signierten Maccarusschüssel I, die herz- 
förmige Blüte von H und zeigt auch sonst Stil und Art des 
Maccarus. 

Fig. L. Vechten. Museum Leiden I 359. 3. 



Fig. M. 

Fig. N. 

29-Schüssel. 



57 



Windisch. Museum Aarau 129. 147. 
Äugst. Antiquarium Basel. Untere Zone einer 



Zu Tafel 52. 

Oben links: Typen nach Dechelette S. 284. 

Oben rechts: Diese drei Typen schreibt Dechelette S. 285 
einem OF. MARC stempelnden Töpfer zu; ich halte den Stempel 
für verlesen aus OF. MERC, wie Tafel 57 Fig. 26; für diesen 
südgallischen Mercator würden die Typen ganz gut passen. 




Textbilö 26. 



Zweite Reihe: Fig. A. Mainz, Castrum. Röm.-Genu. Zentral- 
Museum 11. 

Fig. B. Vechten. Museum Leiden. 605. 13. 

Fig. C. Mainz, Gautorplatz, 1. 7. 1901. Stadt. Museum. — 
Durch die Palmette verknüpft mit Frontinus. — Dieser südgallische 
Marinus darf natürlich nicht verwechselt weitlen mit dem viel 
späteren Rheinzabern- und Kräherwald-Marinus. 

Dritte Reihe links: Njmegen. Slg. Kam 417. Auf Dragd. 29. 

Mitte: Museum Bonn 16414, auf Dragd. 29 und Mainz, 
Stadt. Museum. 



— 58 — 

Zu Masclus, Fig. A. Vechten. Museum Leiden 1530. 

Fig. B. Neuss. Slg. Sels 89. Masclus hat besonders gerne 
Becher der Form 30 gemacht und hat hübsche Typen, die dann 
viele andere Töpfer weiterbenützen. Die Gruppe Löwe mit Ga- 
zelle ist von Albinus (dem Jüngeren) ebenfalls benützt ; die Gruppe 
ist aber dort kleiner und etwas verdorben. — Auf den Bechern 
des Masclus sieht man in der Regel zwischen das Ornament seinen 
Namen geschrieben, aber manchmal auch auf seinen Gefässen 
Dragd. 29, wie das von mir Rottweil 1912 Tafel VIII 12 publizierte 
Stück von Reichenhall im Nat.-Museum München zeigt, auf das 
mich Jacobs aufmerksam gemacht hat; auf diesem Gefäss sind die 
Typen 9, 16, 17, 26, 28 und die Schrift 32. Die meisten Typen 
sind dem schönen Gefäss aus Wien entnommen, das ich abgebildet 
habe Rottweil 1907 Tafel XIII 2 und Aislingen Textbild 2. Einige 
Typen sind von dem in Asberg gefundenen Becher, der von Sie- 
bourg in Bonner Jahrbücher XCVI und XCVII, S. 262 Tafel 10 
beschrieben wui-de und auch Aislingen Textbild 3 abgebildet ist. Die 
Typen 11, 19 und 20 und die Schrift 31 sind nach dem Becher 
Walters M 444 gezeichnet. — Die Typen 33, 34, 35, 36 sind nach 
einem bisher unbekannten Becher des Masclus gezeichnet, der 
Tafel 98 A abgebildet ist; nur das M des Namens ist erhalten. — 
Ich halte auch den Tafel 87 H wieder abgebildeten Becher von 
Hofheim (Ritterling Hofheim 1905 S. 416) für eine Arbeit des 
Masclus; die letzten Buchstaben seines Namens VS sind erkenn- 
bar, das F ist verkehrt. Dieser Hofheimer Becher hat den Eier- 
stab der späteren Arbeiten des Masclus und die 3 Mohnkapseln und 
Ranken, die auch auf dem Rottweiler signierten Becher Tafel 98 A 
zu sehen sind und auf einem von Behrens mitgeteilten Mainzer 
Becher (Mainzer Zeitschrift X, S. 96, mit Abbildung von Kessler). 
Die beiden letzteren Gefässe sind späte Arbeiten des Töpfers. 
Einen sehr feinen- frühen Becher des Masclus, der aber nicht 
signiert ist, habe ich mitgeteilt Sigillata Risstissen S. 58, in der 
Festschrift der Stuttgarter K. Altertümersammlung 1912. — Auf 
Textbild 13 ist zu ersehen, dass Masclus durch einige Typen mit 
mehreren älteren und vielen späteren Töpfern verknüpft ist. Mit 
dem späteren Masclus der Tafel 53 darf er nicht verwechselt 
werden. — Dechelette S. 285 kannte nur 3 Typen des Masclus: 
die „Penelope", den Panther und den kleineu Bären; bei den 
beiden letzteren war er auf die schlechten Abbildungen bei Roach 
Smith angewiesen. 



— 59 — 

Eine Arbeit des Masclus ist auch der Becher Tafel 87 G: er 
hat Reste von Schrift, die von links her zu lesen ist. Das ligierte 
M und A mit angeschlossenem schrägem S ist wie auf der Masclus- 
signatur Tafel 52 Nr. 32 (von Reichenhall, oben erwähnt), nur sind 
die Buchstaben auf dem Windisch-Becher nicht so klar eingeschrieben 
oder ausgedrückt; auch das C ist zu erkennen, ebenso das L und 
die Hälfte des U. Dieser Becher Tafel 87 G hat auch das Motiv 
Masclus Tafel 52 21 : es wird sich um eine späte Arbeit des 
Masclus handeln. 

Textbild 41. Schitterstadt. Museum Speier. Schöner Becher 
i^mit der Signatur des Masclus MA links im Ornament; der Name 
ist bisher nicht bemerkt worden. 

Textbild 23. Weisenau bei Mainz 18. 1. 99. Stadt. Museum. 
Verwandt mit Bechern des Masclus, ebenso Textbild 39. 




■:^Uüi)öoox^C;0^iO^!-S^^-''^^^^^ 




Zu Tafel 53. 

Oben: Typen des OF. MASCVLI stempelnden Töpfers der 
Zeit Domitians, der nicht verwechselt werden darf mit dem bei 
Tafel 52 behandelten Masclus der Zeit des Claudius uud Nero. 
Die T\-pen sind entnommen den von mir Cannstatt-Köngen 1905 
Tafel XI 1, 3 und XII 2 abgebildeten Gefässen mit seinem schwer 
lesbaren Stempel. Stil und Art des Töpfers ist aus diesen Ge- 
fässen gut zu ersehen. Die Hasen stammen aus dem Typenschatz 



— 60 — 

des Germanus und sind dann z. B. auch von Biragill benützt; diese 
Hasen sieht man sehr viel auf Sigillaten vom Ende des Jahr- 
hunderts. Diese Diana hat auch L. Cosius und Crucuro. 

Unten: Hofheim. Museum Wiesbaden 17614, 20. Ritterling 
Hofheim 1904 S. 418. Die anderen Typen des Matugenus sind 
nach der auf Textbild 24 abgebildeten Schüssel und nach einem 
von mir Aislingen Tafel IV 3 mitgeteilten und einem anderen von 
Windisch, Aislingen Tafel XVHI 7. 

Textbild 24: Weisenau bei Mainz. Stadt. Museum. Arbeit 
der Frühzeit des Matugenus. Der Töpfer hat in Montans gearbeitet 
(Dech. S. 286). t 

Zu Tafel 54. 

Fig. A. Rottweil. Museum Rottweil. Zu dieser Schüssel, 
die schon Rottweil 1907 Tafel HI 1 veröffentlicht ist, haben sich 
inzwischen weitere Bruchstücke gefunden; und da gerade dieses 
Gefäss sowohl über die Typen, als auch über .Stil und Art des 
Meddillus guten Aufschluss gibt, ist es hier vollständiger wieder- 
gegeben. Durch gemeinsam benützte Typen ist Meddillus beson- 
ders eng verknüpft mit den Töpfern Biragill, Calvus, M. Crestio, 
Crucuro, Felix, Jucundus, Mercator, Modestus, Mommo, Niger, 
Passenus, Paullus, Secundus, Vaderio, Yitalis. — Einige Typen 
' sind den auf Tafel 55 abgebildeten 10 Schüsselresten des Meddillus 
entnommen. Die Typen Nr. 2, 5, 10 habe ich Walters M 308 
entnommen und Nr. 14 Walters M 400. Der Hase Fig. 9 ist nach 
Dech. S. 286. Der Töpfer hat in La Graufesenque gearbeitet. 

Zu Tafel 55. 

Zu den hier abgebildeten Gefässen des Meddillus vergl. das 

im Text zur vorigen Tafel Gesagte. 

Fig. B. Mainz. Stadt. Museum 463. 32. 107. 

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 2225. 

Fig. D. Grimmlinghausen. Museum Bonn 6467. 

Fig. E. Vechten. Museum Leiden 479 e. 

Fig. F. Vechten. Museum Leiden 2242. 

Fig. G. Vechten. Museum Leiden 1476. 

Fig. H. Vechten. Museum Leiden 636 a. 

Fig. L Augsburg. Museum Augsburg. 

Fig. K.. Mainz. Stadt. Museum (nicht: Marcellus). 

Fig. L. Weisenau bei Mainz. Stadt. Museum 14. 2. 99. 



— 61 — 

Unten: Vechten. Museum Leiden 23. Seltener Stempel. Der 
Töpfer muss, nach seiner feinen Arbeit zu schliesseu, in der Zeit 
Claudius-Nero gearbeitet haben. 

Zu Tafel 56- 

Fig. A. Wiudisch. Museum Aarau. Katalog Gessner-Siegfried 
S. 104 Tafel XII 76. 

Fig. B. Weisenau bei Mainz 10. 1911. Stadt. Museum. 
Mainzer Zeitschrift 1912 Tafel VI. Dieses Gefäss ist etwas jünger 
als A. 

Textbild 25. Mainz. Stadt. Museum. 

Die Typen 10, 11, 21, 22 sind dem von mir Aisliugen Tafel 
VII 4 abgebildeten Strassburger Gefäss entnommen. Melus ist 
ein sehr interessanter Töpfer, der in der Zeit Claudius-Xero ge- 
arbeitet hat. 





iOOOOOOOOOOOüOOüOOüc/' 




MalnT. 

Textbilb 28. 



^6 



Zu Tafel 57. 

Der südgallische Mercator, der nicht mit den gleichnamigen 
Töpfern in Lezoux und Heiligenberg verwechselt werden darf, 
hat hauptsächlich Schüss'eln Dragd. 37, aber auch Gefässe der 
Form Dragd. 29 mit dem Fig. 26 abgebildeten Stempel gemacht: 
(Den von Dech. S. 285 zitierten Stempel OF. MARC von Vienne' 
halte ich für verlesen aus OF. MERC; dessen Typen habe ich 
Tafel 52 wiedergegeben.) — 



— 62 — 

Die Gladiatoren des Scherbens E sind vollständiger Fig. 3 
und 4 wiedergegeben nach einem von mir Rottweil 1912 Tafel 
XVI 1 mitgeteilten Becher, der aber nicht signiert ist. Diese Gla- 
diatoren hat auch M. Crestio, siehe Textbild 36. Der Töpfer 
ist durch seine Typen hauptsächlich verknüpft mit Biragillus. 
Paullus und Pudens. Die Typen 22 — 25 sind auf einer Schüssel 
aus Günzburg*), von welcher mir Roger eine Zeichnung übermittelt 
hat. Nur die Typen 1, 2 und 7 habe ich nach Dech. S. 286. Die 
folgenden Scherben A — I sind alle von Schüsseln Dragd. 37. 

Fig. A. Rottweil. Museum Rottweil. 

Fig. B. Nymegen. Slg. Kam 208. Die gleiche Darstellung, 
Kampf eines Bestiarius mit einem Stier, ist besser zu sehen auf L 

Fig. C. Antiquarium Basel. Die Victoria 21 ist ebenso bei 
Biragill und Pudens. 

Fig. D, Windisch. Museum Brugg 532. Man sieht links 
noch den Fuss des Gladiators Fig. 4. 

Fig. E. Windisch. Museum Brugg 4041. 

Fig. F. Windisch. Museum Brugg. 

Fig. G. Windisch. Museum Brugg 2523. Man beachte die 
ganz ähnliche Art, wie Frontinus (Tafel 33) seinen Modelstempel 
unter dem gleichen Hund anbringt, wie Mercator auf G und H. 

Fig. H. Rottweil. Museum Rottweil. Wiederholt nach Rott- 
weil 1907 Tafel XIV 6. 

Fig. I. Baden-Baden. Museum Baden-Baden. Wiederholt 
nach Rottweil 1907 Tafel XIV 12. Die Darstellung auf diesem 
Scherben ist fast gleich der des Scherbens von Nymegen Fig. B. 

Zu Tafel 58. 

Oben: Diese Typen sind dem Gefäss Ritterling Hofheim 1913 

Tafel 24, 9 entnommen. Weitere Typen gibt die Schüssel Mainzer 

Zeitschrift X Seite 97. 

Fig. A. Vechten. Museum Leiden 472. I. 48. 10. Sehr 

hübsche Schüssel des Modestus, die in der Zeit des Claudius ent- 
standen sein wird. Der eilende Merkur im Medaillon ist ebenso 
auf dem schönen Becher Tafel 97 B, der ohne Zweifel ebenfalls 
der Offizin des Modestus entstammt. Die Anordnung des Orna- 
ments der oberen Zone des Gefässes A von Vechten erinnert noch 
ein wenig an die des wesentlich älteren Albinus Tafel 1 B und 
an 90 C. 



*) Abgebildet Textbild 47. 



— 63 — 

Fig. B. Museum Wiesbaden 17154. Die Schüssel ist aus der 
späteren Zeit des Modestus. Die drei Köpfe sind auch auf dem 
Scherben von Vechten. 

Fig. C. Bregenz. Museum Bregenz 12, 43-1:. Bruchstücke einer 
späten Schüssel des Modestus. 

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 1343. Hier sind die drei 
Köpfe deutlicher als auf C. 




Textbilö 29. 



Zu Tafel 59. 

Die Fabrik des Mommo hat sehr lange gearbeitet; dieser 
Töpfer ist einer der bekanntesten von La Graufesenque. Einige 
Einzel typen habe ich entnommen den Stücken A — D; die Typen 
1—4, 11, 22, 24, 25 sind nach einem Becher Dragd. 30 aus Win- 
disch, den ich abgebildet habe Aislingen Tafel 18, 8: die Typen 
5, 6, 9 und 10 sind nach Dech. S. 287. 

Fig. A. Nymegen. Slg. Kam 36. Auf Dragd. 37. 

Museum Aarau 129. 13. Auf Dragd. 29. 
Museum Aarau 129. 11. Hübsch ist das 



Fig. B. Windisch. 

Fig. C. Windisch. 

ganz kleine Vögelchen. 

Fig. D. Windisch. 



Museum Aarau 129. 12. 



Unten rechts; 
Form 29. 



Vechten. Museum Leiden 2321. Bodenstück 



— 64 — 

Die Typen des Murranus 1—4 habe ich der Schüssel Walters 
M 259, S. 89 Fig. 96 entnommen, deren Stempel nicht OF. MAETII, 
sondern OF. MVRRANI zu lesen ist; dass der Stempel so zu lesen 
ist, habe ich begründet Aislingen (im Jahrbuch des Hist. Vereins 
Dillingen 25, 1912) Text zu Tafel III Fig. 12 und X 12. — Die 
meisten anderen Typen des Murranus sind von den sehr interessanten 
Gefässen gewonnen, die Behrens mit Zeichnungen von Kessler in 
Mainzer Zeitschrift X, 1915 Seite 97 mitgeteilt hat. — Durch die 
Type 14 ist Murranus verknüpft mit dem recht frühen Amandus. 

Unten Fig. A. Vechten. Museum Leiden 705 a. 

Fig.B. Vechten. MuseumLeiden 1497. Die OF. MVR gestempelten 
Gefässe sind wesentlich später als die mit OF. MVRRANI; es sind 
wahrscheinlich 2 Töpfer. 

Zu Tafel 60. 

Fig. A. Mainz. Rheinallee 28. 7. 1900. Stadt. Museum. 

Fig. B. Mainz. Rheinallee 31. 7. 1900. Stadt. Museum. 

Fig. C. (Tafel 61) Mainz. Rheinallee 28. 7. 1900. Stadt.. 
Museum. Der Fundpunkt ist der antike Rheinhafen. 

Dazu Textbild 26: Mainz, Rheinallee 28. 7. 1900. Stadt. 
Museum. 

Gefässe des Namus sind selten, und es ist ein ganz besonderer 
Glücksfall, dass in Mainz am gleichen Fundplatz und fast am 
gleichen Tage 4 interessante Gefässe dieses Töpfers ans Licht 
kamen. — Das herzförmige gezackte Blättchen Type 16 hat Namus 
mit dem ebenfalls in früher Zeit arbeitenden Scottius gemeinsam; 
das Blättchen Type 2 hat auch der frühe Volus. Andere Typen 
verknüpfen ihn mit Senicio; das Blättchen 1 hat auch Oaius. 
Dechelette bringt über diesen Töpfer nichts ; Namus dürfte zu den 
ältesten Töpfern in La Graufesenque gehören. 

Zu Tafel 61. 

Fig. C. Namus ist im Text zur vorigen Tafel besprochen. 

In der Mitte: Typen des südgallischen Natalis, Töpfers in 
Banassac. Er wird bis weit in die ZeitTrajans gearbeitet haben. 
Die Typen sind nach einem signierten Gefäss 37 von Rottweil, 
das ich abgebildet habe Rottweil 1907, Textlig. 2 S. 17. Mit diesem 
Natalis, oder mit ihm sehr nahestehenden Töpfern, sind zusammen- 
zubringen die im folgenden aufgeführten Gefässe, die alle ein ganz 
bestimmtes, barbarisches Gepräge haben. Dieser Natalis — oder 



— 65 — 



seine Genossen — haben in sehr später Zeit die nun heiTenlosen 
Typen früher Töpfer in recht roher Weise weiterverwendet. Da- 
durch erklärt sich auch die Tatsache, dass auf diesen rohen Pro- 
dukten manchmal sehr hübsche Einzeltypen zu sehen sind. (Dieser 
Natalis darf nicht verwechselt werden mit späteren Töpfern gleichen 
Namens.) Es handelt sich um folgende Gefässe, auf deren Eigen- 
art ich schon früher aufmerksam gemacht habe : Cannstatt-Köngen 
1905 Tafel X 1—8, XIII 8, XV 8; Rottweil 1907 Tafel XIV 10, 
XV 9, 11, 12; Rottenburg Tafel I 14, 17; II 5 (unten mit Spuren 
des A des Aisus?), 8; III 1—12; IV 1—13; Rottweil 1912 Tafel 
XIX 4 (dort sieht man das Motiv Ingenuus 20 Tafel 40, das zwar 
arg verdorben, aber deutlich zu erkennen ist als eine Type, welche 




Textbilö 30. 

die frühen südgallischen Töpfer vielleicht schon in der Zeit des 
Tiberius benützt haben und dann die Banassactöpfer) ; XXIV 1 — 11; 
XXV 1—6; XXVI 1, 2. Sehr selten sind diese Produkte signiert; 
ich kenne fast nur die Schüssel des Natalis ; manchmal haben diese 
Arbeiten unten am Ornament ein A, vielleicht zu Aisus zu ergänzen; 
und was das merkwürdigste ist, man begegnet hie und da auf 
Gefässen dieses Stils oder dieser Spätzeit dem verkümmerten 
Stempel GERMANI F. S oder SER, z. B. Rottweil 1912 XXVL 3, 
auf einem Stückchen von Augsburg. Ein später Nachkomme oder 
Nachfolger des in der Zeit Nero-Vespasian schöne Arbeiten ferti- 
genden Germanus hat also derart schlechte Arbeiten gemacht. 
Das Bregenzer Stück Tafel 38 0, ist ebenfalls ein spätes Produkt; 
vergl. auch bei Roger Tafel III 1 die barbarische Schüssel mit 
SER im Ornament. — 

Knorr, Töpfer verzierter Sigillata. 5 



— 66 — 

Auf Textbild 50 gebe ich eine Schüssel der Art des Natalis, 
mit einem Medusenkopf und mit anderen sinnlos verwendeten älteren 
Elementen. — In diesen Kreis gehört auch die Schüssel ORL 74 
Kastell Kösching Tafel III Fig. 9, Text Seite 30 und 33, mit Stempel 
Germani f. ; vergl. oben das im Text zu Tafel 34 — 39 über späte 
Arbeiten des Germanus Gesagte. — Das erwähnte A sieht man 
auch auf Tafel 85 D. 

Zu Niger: 

Fig. A. Museum Bonn 17281. 

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 1320. 

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 2349. 

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 1493. 

Durch seine Typen und durch seinen Stil ist Niger verknüpft 
mit vielen Töpfern der Zeit Neros und Vespasians. Die Typen 
1, 2, 3, 4 habe ich nach Walters M 355 und 356 gezeichnet. Töpfer 
in La Graufesenque. 

Zu Tafel 62. 

Oben links: Diese 3 Typen sind nach Dech. S. 288. 

Oben rechts: Nach Dech. S. 288; 3 Typen in einem signierten 
Model der Form 37, aus Montans. Zeit des Tiberius. 

Fig. 1 — 66. Typen des Passienus oder Passenus. Die Arbeiten 
mit Stempel OF. PASSIENI sind die älteren. Die meisten Typen 
sind den auf Tafel 62 — 64 abgebildeten Gefässen entnommen. 
Peinige sind nach Gefässen, die ich abgebildet habe Aislingen 
Tafel IX 1 und XVII 5. Nur die T3T)en 2 und 4 sind nach 
Walters M 352. — Weitere Typen gibt mein Textbild 40. 

Fig. A. Äugst. Antiqiiarium Basel. „PIPIENI". Deutlicher 
Passenusstempel. 

Zu Tafel 63. 

Fortsetzung zu Tafel 62. 

Fig. B. Rottweil, Brandstellen auf St. Nicolaus. Ausgegraben 
1907. Museum Rottweil. Man beachte den horizontal gerichteten 
Kranz der mittleren Zone der Gefässe B, C, F, G; diese Deko- 
rationsart beginnt schon in der Zeit Neros, ist aber besonders 
beliebt in der Zeit Vespasians ; unendlich viele Rottweiler Gefäss- 
scherben zeigen diese Verzierungsweise. 

Fig. C. Kastell Neuenheim bei Heidelberg. Stadt. Museum 
Heidelberg. Fritsch, Terra-Sigillata-Gefässe Tafel 6, 791. Meine 
Abbildung, auch des Stempels, ist nach dem Original gezeichnet. 



— 67 — 

Fig. D. Nymegen. 8lg. Kam 2. Das Motiv der mittleren 
Zone ist ausserordentlich häufig in Rottweil; siehe meine Ab- 
bildungen Rottweil 1912 Tafel VI. 

Fis-. E. Vechten. Museum Leiden 240(i. I. 1329. 

Zu Tafel 64. 

Zu vergl. die Bemerkungen bei Tafel 62 und 63. 
Fig. F. Weisenau bei Mainz 10. 1911. Stadt. Museum. 
Fig. G. Hofheim. Museum Wiesbaden 18984. Ritterling 
1913 Tafel XXIII 3. 









ersi 



iJV 



OJix^jiOiii^iSiSi: 



ccuoc'--ooü.3°£gi 





Textbilö 31. 

Fig. H. Vechten. Museum Leiden 1300. 

Fig. I. Museum Bonn 3410. 

Fig. K. Museum Bonn 326. 13. 

Fig. L. Kempten. Museum Kempten. 

Fig. M. Kempten. Museum Kempten. 

Fig. N. Bregenz. Museum Bregenz. 

Fig. 0. Mainz, Ludwigstrasse 3. 13. 5. 98. Stadt. Museiun. 

Zu Tafel 65. 

Oben links: Mainz, Ludwigstrasse 3. 6. 6. 98. Stadt. Museum. 

Erste Reihe: Die Typen des Patricus sind auf einem üefäss 
von Strassburg, das ich abgebildet habe Aislingen Tafel VIII 2. 
Töpfer von La Graufesen que. 

Zweite Reihe: Die Typen des Paullus sind nach einem Rott- 
weiler Becher der Form 30, den ich abgebildet habe Rottweil 



— 68 — 

1907 Tafel XIV 7, und nach einem Günzburger Stück, dessen 
Skizze ich Eoger verdanke*). — Der kleine Amor mit dem Renn- 
wagen ist auch auf den von J. Jacobs publizierten Sigillaten 
aus einem römischen Keller in Bregenz Tafel II Fig. 10; Fig. 9 
und 13 haben eine ähnliche Gruppe; besonders auch Tafel III 
Fig. 17 (Jahrbuch für Altertumskunde Band VI 1912). 

Dritte Reihe : Die Typen des Ponteius oder Pontus entstammen 
einem Bodenstück Dragd. 29 von Bonn, das ich Aislingen Tafel 
VIII 5 abgebildet habe; dieser Töpfer hat in der Zeit Vaspasian- 
Domitian gearbeitet. Töpfer in La Graufesenque. 

Unten Fig. A. Vechten. Museum Leiden 803 c. In Rottweil 
ist ganz der gleiche Stempel auf einem Bodenstück Dragd. 29;^ 
siehe Rottweil 1907 Tafel XXXI 80. Weitere Arbeiten des Primus 
sind auf Tafel 66 und 67 mitgeteilt; diesen sind die meisten der 
37 Typen entnommen; einige sind auf einem Strassburger Gefäss, 
das ich Aislingen Tafel XVIII 2 mitgeteilt habe. Der Töpfer muss 
sehr lange Zeit gearbeitet haben, oder es handelt sich um 2 Töpfer 
gleichen Namens. 

Zu Tafel 66. 

(Arbeiten des Primus auch auf 65 und 67.) 

Fig. B. Weisenau bei Mainz 18. 1. 99. Stadt. Museum. 

Fig. C. Wöllstein 12. 4. 96. Stadt. Museum Mainz. 

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 2054. Bodenstück einer 
sehr frühen Schüssel Dragd. 29. 

Fig. E. Hofheim 19262. Museum Wiesbaden. Ritterling 
1913 Tafel XXIH 4. 

Fig. F. Vechten. Museum Leiden 2467. Das Stückchen 
lässt erkennen, dass Primus auch Gefässe mit der sehr frühen 
Spiralendekoration gemacht hat. 

Fig. G. Vechten. Museum Leiden 1473. 

Fig. H. Weisenau bei Mainz 27. 9. 1912. Stadt. Museum. 

Fig. I. Mainz, Castrum 19. Röm.-Germ. Zentralmuseum. 

Fig. K (auf Tafel 67). Nymegen. Slg. Kam. 

Zu Tafel 67. 

Oben: Die Schüssel des Primus ist behandelt im Text zu 
Tafel 65 und 66. 



*) Siehe Nachtrag Textbild ^ A. 



69 



In der Mitte: Typen und Stempel des S. IVL. PRIM, nach 
D6ch. S. 294. Töpfer in Montans, Den Altar dieses Töpfers sieht 
man oft auf Sigillaten domitianischer Zeit, z. B. Cannstatt-Köngen 
Tafel XIV 4 und Rottenburg Tafel I 10 und 11, auf Stücken aus 
Rottweil und Riegel. 

Unten: Fig. 1 — 14. Typen der auf Tafel 68 abgebildeten 
Schüssel. Die Typen und der Stil zeigen, dass dieser Töpfer be- 
sonders nahe verwandt ist mit Biragillus und Mercator. 







IKoityJtit 



Textbilb 32. 



Zu Tafel 68. 

Oben: Schüssel mit Stempel OF. PVDENT; Fundort und Museum 
Rottweil. Der Stempel ist deutlich. (Falsch wiedergegeben von 
Rehn, Rom. Keramik, S. 89, 636.) Links ist der gleiche Stempel 



— 70 — 

abgebildet, von Emerkingen, nach Fundberichte- aus Schwaben 
XXI 1913 Tafel VII 8, S. 112. Vergl. den Text zu den Typen 
dieses Töpfers auf Tafel 67. 

Unten : Fig. A. Fundort und Museum Rottweil. Der Stempel 
ist sicher OF. RVFINI zu lesen, obgleich er — wie dieser Stempel 
meistens — in der Mitte undeutlich ist. Behn, Rom. Keramik, 
S. 155, Nr. 1067, gibt auch diesen Stempel falsch wieder. Für 
Behn ist, wie es scheint, diese Terra Sigillata ein sehr fernliegendes 
Gebiet; Behn beschreibt z. B. S. 122, 853 eine Günzburger typische 
Schüssel Dragd. 29 des Germanus und will den bekannten Stempel 
GERMANI OF. lesen: CINNAMI OF. ; dabei ist nichts leichter 
zu unterscheiden als diese ältere Germanusware von den einem 
ganz anderen Fabrikationszentrum entstammenden Cinnamus- 
gefassen; (Schüsseln der Form 29 hat Cinnamus nie gemacht). 
Eine andere Schüssel 29 von Günzburg beschreibt Behn S. 155, 
1066; den bekannten und deutlichen Stempel OF. VITAL gibt er 
als ,,0F. VRSV(?)" wieder. Was Behn bei Besprechung einer 
Schüssel des Bilicatus S. 156, 1069 und bei der Stabilio-Schüssel 
S. 157 Nr. 1072 über Döchelettes „Übergangsstil" sagt, zeigt, dass 
Dechelette, der sehr deutlich und klar ist, hier arg miss verstanden 
worden ist; Dechelette meint damit die Übertragung der Zwei- 
zonendekoration vom ausgebildeten Typus 29 auf die 
spätere Form 37, im letzten Viertel des ersten Jahrhunderts (wie 
sie z. B. auf Tafel 94 Fig. D zu sehen ist); Bilicatus, Scottius 
und Stabilio aber sind so frühe Töpfer (der Zeit des Tiberius 
und Caligula), dass ihre Schüsseln das eigentliche Profil 29 noch 
gar nicht haben; Behn verwechselt die bekannte, für die 
Zeit des Tiberius und Caligula charakteristische frü- 
heste Vorstufe zum Profil 29, die noch nicht jene spätere starke 
Knickung des eigentlichen Profils 29 hat, mit der Form Dragd. 37 
vom Ende des ersten Jahrhunderts. Das ist ein Durcheinander- 
werfen von Gefässformen und Stileigentümlichkeiten der Zeit des 
Tiberius mit solchen der Zeit Vespasians und Domitians. Wie 
unrichtig der Katalog der Römischen Keramik die Entwicklung 
dieser Gefässprofile darstellt, ist auch aus dessen Profilfolge 
227 — 228 — 229 ersichtlich, und wie irreführend dieser Katalog 
manchmal ist, bestätigen z. B. die Anmerkungen zu der Schüssel 
von Faimingen Seite 158, Nr. 1081. Dieses Gefäss schreibt der 
Katalog der Fabrik in Banassac zu (erstes Jahrhundert). Auch 
wer sich nur flüchtig mit Sigillata beschäftigt hat, sieht aber ohne 



— 71 — 

weiteres, dass die Schüssel ein etwa 80 Jahre jüngeres typisches 
Produkt von Rheinzabern, und zwar der Fabrik des Cerialis, 
ist. — Das Ding Rom. Keramik Seite 167 Nr. 1140, das Behu 
rätselhaft ist und ihn so fesselt, dass er es abbildet (Abb. 16, 2), 
dürfte eher für die Kostümgeschichte des 17. Jahrhunderts von 
Interesse sein als für einen Katalog der Rom. Keramik. (Dass 
Bregenz, S. 261, in die Schweiz vei-setzt wird, ist doch eigentlich 
fast ein wenig allzu keck.) In der Vorrede gibt Behn folgende 
Weisung: ^Zweck dieses Katalogs ist weniger, Stück tur Stück 




Textbilö 33. 



der Sammlung ausführlicher zu beschreiben, als durch Fixierung 
chronologischer Punkte die historische Entwicklung darzulegen, 
als Gerüst für weitere Arbeiten über diesen Gegenstand. Das 
ist der Gesichtspunkt, unter dem die vorliegenden 
Studien betrachtet und beurteilt sein wollen.'* — Des- 
halb durfte hier im Interesse der Sache nicht verschwiegen w^erdeu, 
dass es sich empfiehlt, die Festigkeit dieses Gerüstes voi-sichtitj- 
zu prüfen, bevor darauf weitergebaut wird. — 

Der Rufinus der Tafel 68 hat hauptsächlich in der Zeit 
Vespasians gearbeitet und ist durch seine Typen mit vielen 
Töpfern dieser Zeit verknüpft. — Dazu auf Tafel 69 die Rufinus- 
gefässe B — E. 



— 72 — 

Zu Tafel 69. 

Oben zu Rufiuus: Fig. B. Vechteii. Museum Leiden 854. 
Fonn 29. Rufinus ist im Text zu Tafel 68 behandelt. 

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 479 f.; nicht: OF. PINNL 

Fig. D. Rottweil. Museum Rottweil. Form 29. 

Fig. E. Mainz 15. 2. 04. Stadt. Museum. 

Type und Stempel Ruti ist nach Dech. S. 297. Der Töpfer 
hat in Montans gearbeitet. 

Zu Sabinus : Fig. A. Mainz. Kanalbau Wallau-Lahnstr.-Ecke, 
30. 9. 1913. 1433 a. Stadt. Museum. 

Fig. B. Mainz. Rheinallee 5483. Stadt. Museum. Sabinus 
gehört zu den Tüpfern, die nachweislich vor dem Jahr 79, vor 
Verschüttung von Pompeji durch den Vesuv, gearbeitet Haben, 
und dann noch in der Zeit Domitians tätig waren. Die meisten 
Tj^pen des Sabinus habe ich einem Gefäss der Form 37 entnommen, 
das ich in Cannstatt gefunden habe; Cannstatt ist etwa in der 
mittleren Zeit des Domitian besetzt worden. Dieses Cannstatter 
Gefäss ist publiziert Fundberichte aus Schwaben 17, 1909, Tafel 
III und S. 26. Nur der springende Löwe ist nach Dech. 297. 
Durch seine T^pen ist Sabinus besonders eng verknüpft mit Ger- 
manus und Crucuro. 

Zu Tafel 70. 

Die Typen des Sasmonos sind einer von mir Fundberichte aus 
Schwaben 17, 1912, Tafel IV 1 publizierten Schüssel der Form 37 
aus Rottw^eil entnommen. Der Töpfer hat in La Graufesenque in 
der Zeit Vespasians gearbeitet (Dech. S. 298); Sasmonos hat noch 
vor der Verschüttung Pompejis (im Jahr 79) dorthin Ware geliefert. 

Fig. A. Urmitz. Museum Bonn 17849 e. Auf den folgenden 
Tafeln sind weitere Arbeiten des Scottius abgebildet. Scottius ist 
ein Töpfer der frühen Kaiserzeit. 



Zu Tafel 71. 

Fig. B. Windisch. Museum Aarau 129. 15. Das Blatt der 
unteren Zone ist auch auf Fig. E, auf dem Emerkinger Stück oben 
Hnks und auf Tafel 91 H. 

Fig. C. Kempten. Museum Kempten. Früher Becher Dragd. 30. 
Die grosse Blüte ist auch auf dem signierten Gefäss A von Urmitz. 



— 78 — 

Der Blätterkianz erinnert an Arbeiten des Crestio ; vergl. Tafel 
27 A, Tafel 39 (unten) und Tafel 95 A. 

Fig. D. Bregenz. Museum Bregenz 9. 66. 364. Das Blatt 
findet sich ebenso bei dem Töpfer Namus. 




Textbilö 34. 



Fig. E. Wiudisch. Museum Aarau 29. 44. Das Blatt wie auf 
dem signierten Gefäss B und wie auf dem Scherben oben links. 

Fig. F. Windisch. Museum Aarau 129. 3. Interessant ist 
die Dekoration der unteren Zone, die sich ähnlich auf den beiden 
folgenden Stückchen und bei Maccarus findet. 



— 74 — 

Fig. F 1 und F 2. Aislingeii. Museum Dillingen. Hier wieder- 
holt nach Aislingen Tafel IV 6 und 11. Die untere Zone wie auf 
der Schüssel F des Scottius. 

Fig. oben rechts: Weisenau bei Mainz 2U. 11. 1901. Stadt. Mus. 

Fig. oben links: Emerkingen. Museum Ehingen a.D. Hier 
wiederholt nach Fuudberichte aus Schwaben XXI 1913, Tafel 
VII 1. Das Blatt und die ganze Art wie bei Scottius. 

Zu Tafel 72. 

Fig. G. Vechten. Museum Leiden 998. Ungewöhnlich ist 
die Dekoration der unteren Zone. 

Fig. H. ' Mainz. Stadt. Museum. 

Fig. I. Weisenau bei Mainz 20. 6. 02. Stadt. Museum. Der 
obere Eand ist ausserordentlich fein und schmal. 

Fig. K. Vechten. Museum Leiden 922 c. 

Fig. L. Vechten. Museum Leiden 915. 

Fig. M. Neuss. Slg. Sels 835. 

Fig. N. Vechten. Museum Leiden 922 d. Kleiner Best mit 
Dekoration ähnlich wie auf F. 

Fig. 0. Vechten. Museum Leiden 922. • 

Gefässe mit dem Stempel wie Fig. D mit OFL SCOTTI sind etwas 
später als die übrigen. 

Zu Tafel 73—74. 

Die Arbeiten dieses Secundus sind typisch für die Zeit Ve- 
spasians. (Er darf nicht verwechselt werden mit einem anderen 
Secundus, der viel früher glatte Ware gemacht hat.) Die Typen 
25 — 31 habe ich von einem Mainzer Gefäss, das Behrens mitgeteilt 
hat Mainzer Zeitschrift VIII/IX Tafel 5, 3. Der Amor Type 25 
ist auch benützt von Meddillus; er ist auch auf 96 C und auf 
einem Becher gleicher Art Rottweil 1907 Tafel XIII 3 zu sehen. 

Fig. A. Rottweil. Museum Rottweil. Der Stempel ist keines- 
wegs unleserlich, wie Behn, Rom. Keramik S. 88, 634 meint. 

Fig. B. Windisch. Museum Brugg 823. 

Fig. C. Wendisch. Museum Brugg 6697. Schlechte Arbeit. 

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 479 e. 

Fig. E. Rottvveil. Museum Rottweil. Der Töpferstempel ist 
nicht erhalten; aber das Gefäss hat Stil und Art des Secundus 
oder eines ihm sehr nahe stehenden Töpfers. 

Fig.'F. Weisenau bei Mainz 27. 2. 1900. Stadt. Museum. 

Fig. G. Mainz, Münstergasse 21. 9. 95. Stadt. Museum. 



— 75 — 

Zu Tafel 75—77. 

Die Gefässe mit Stempel Senicio f. sind älter als die mit 
Senicio fe. Die Typen 1—14 sind auf einem Gefäss, das ich mit- 
geteilt habe Aislingen Tafel VI 1, 2 und auf einem Strassburger 
Stüc^ Aislingen VIII 1. 

Fig. A. Asberg, Museum Crefeld C. M. V. 3007. 

Fig. B. „Nr. 10 in Armsheim bey Alzei in einem Grabe ge- 
funden anno 1823." Emele III, 1. 4972. 2274. Museum Wiesbaden. 

Fig. C. Yechten. Museum Leiden 476 d. 

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 2668. 

Fig. E. Vechten. Museum Leiden 959 b. 

Fig. F. Mainz. Stadt. Museum. 

Fig. G. Vechten. Museiun Leiden 1484. 8. 

Fig. H. Vechten. Museum Leiden 960 c. 

Fig. I. Weisenau bei Mainz 9. 12. Ol. Stadt. Museum. — 
Klein abgebildet bei Ritterling Hof heim 1913 S. 215 Abb. 49. 




Textbilö 35. 

Fig. K. Museum Wiesbaden 17262 a. Der Stempel ist aus- 
gebrochen. Vielleicht von Senicio. 

Fig. L. Neuss. Slg. Sels 5. 12. 00. 925. 

Textbild 27. Mainz, Rheinallee 2S. 7. 1900. Stadt. Museum. 

Die Dekoration der ältesten Gefässe des Senicio (Fig. I) wirkt 
wie eine unmittelbare Fortsetzung ganz ähnlicher Dekoration auf 
arretinischen Kelchgefässen der Zeit des Augustus. Das Gefass 
Fig. A ist eine späte Arbeit des Töpfers. Den auf Tafel 78 
behandelten, SENOM stempelnden Töpfer halte ich für Senicio und 
SENO für eine Kui-zform seines Namens. 

Zu Tafel 78. 

Fig. A. Nymegeu, Slg. Kam 217. Die Ähnlichkeit dieser 
Schüssel mit der SENICIO F. gestempelten, auf Tafel 77 I abge- 



— 76 — 

bildeten ist sehr auffallend. Ich halte Seno und Senicio für den 
gleichen Töpfer. 

Fig. B. Risstissen. Museum Stuttgart. Aus späterer Zeit 
als Fig. A. 

Fig. i\ Weisenau bei Mainz 1903. Stadt. Museum. Auf 
Dragd. 29. Teilweise noch sichtbar ein Eichenblatt, das auf sehr 
frühen Gefässen auch sonst vorkommt; vergl. Tafel 9.5 C. Das 
gleiche Blatt findet sich auf einer Schüssel Dragd. 29 von Fried- 
berg (0. R. L. Kastell Friedberg Tafel III Fig. 16). Die Deko- 
ration der Mainzer Schüssel C des Seno (oder Senicio) war allem 
nach ganz gleich der des Friedberger Stückes. 

Mitte links: Rottweil. Museum Rottweil. Silvanus hat in 
vespasianischer Zeit gearbeitet. Er hat kurz vor dem Jahre 79 
Gefässe nach Pompeji geliefert. 

Mitte rechts: Fig. A. Mainz, Castrum 9. Röra.-Germ. Zentral- 
museum. Den gleichen Stempel, C. SIL VI P, zeichnete ich nach 
einem Bodenstempel Dragd. 29 im Stadt. Museum Heidelberg. Aus 
seinem Stil ist zu schliessen, dass der Töpfer in der Zeit Vespasians 
gearbeitet hat. 

Unten : Wie der Stempel dieser beiden Gefässe zu lesen ist, 
weiss ich nicht. Der Töpfer hat in der Zeit Vespasians gearbeitet. 
Windisch, Museum Brugg 759, und Vechten, Museum Leiden. 

Zu Tafel 79, 

Fig. A. Neuss. Slg. Sels 149. 

Fig. B. Bregenz. Museum Bregenz. 

Fig. C. Weisenau bei Mainz 14. 2. 99. Stadt. Museum. 

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 2724. 21. 

Stabilio ist einer der ältesten und interessantesten südgallischen 
Töpfer. Die Spirale Fig. 2 haben auch die Töpfer, welche stempeln 
ALBINI, OF. AQVITANI, OFIC. CANTI, DARRA FE., LICINVS, 
OF. PRIMI, VOLVS, VRVOED. Das Blatt 5 hat auch Seno ; die 
Eichel 7 hat auch Bilicatus; das Motiv 6 haben ähnlich Licinus 
und Scottius. Stabilio hat etwa in den Jahren 25—30 gearbeitet. 

Textbild 28. Weisenau bei Mainz, Februar 1915. Stadt. 
Museum. Mit Stempel VRVOED. Sehr früher Töpfer. 

Zu Tafel 80. 

Der Stempel VADERIO ist vielleicht zu lesen VANDERIO. 
Fig. A. Kempten. Museum Kempten. 



77 



l'ig. B. Vechteu. Museum Leiden lOGO. Nicht: Valerius. 

Fig. C. Windisch. Museum Brugg. 

Fig. D.' Vechten. Museum Leiden 479 g. 

Fig. E. Fundort Rom 308. Bonn. Akad. Kunstmuseum. 

Der Töpfer ist durch seine Typen verknüpft mit vielen in der 
Zeit Vespasians arbeitenden Töpfern von La Graufesenque. 

Unten: Mainz, Peterseck S. 5. 95. Stadt. Museum. Sehr 
früher Töpfer, der in der Zeit zwischen den Jahren 25 und 50 
gearbeitet hat. • 




Textbilö 36. 



Zu Tafel 81. 

Oben: Augsburg. Museum Augsburg. Roger Tafel I 4 und 
XVI 4. Die nicht diesem Gefäss entnommenen Typen sind nach 
Dech. S. 302 ; Mlher Töpfer in Montans. *) 



*) F. Drexel machte im VII. Bericht der Röm.-germ. Kommission, in der 
Museographie, Seite 35 Mitteilungen über seine schöne sehr wichtige Entdeckung 
des augusteischen Fundplatzes Augsburg-Oberhausen. Nicht richtig ist aber, 
wenn er sagt, die bisherigen Funde Augsburgs seien nicht älter als frühflavisch 
und gleichzeitig mit Günzburg und R o 1 1 w e i 1. In Augsburg findet sich Geschirr 
mit den Stempeln Valeri, Seno. m, Scotti of., Aquitaui, Licinus, Maccari, of. Bassi, 
Carus f., Damonus, Modestus ; das sind sehr deutliche Spuren der Zeit des Clau- 
dius. Bei dieser Gelegenheit darf ich im Hinblick auf die Fussnote Drexels 
Seite 45 des Berichts vielleicht bemerken, dass ich nach den Sigillaten die Zeit 
der ersten römischen Okkupation der Gegend von Rottweil schon 1907 (Rottweil 
S. 14 und Rottenbnrg 1910 S. 19) in die Zeit Vespasians, in das .Jahr 74 n., Chr. 
gelegt habe; ebenso in Rottweil 1912 Seite 18 Fig. 11. Richtig ist, dass das 



Mitte links: Stempel und Typen nach Walters M 17; dieses 
Gefäss wurde in Torre Annunziata — also am Fusse des Vesuv — 
gefunden, wohin es wohl vor dem Jahre 79, dem Jahr des Aus- 
bruchs des Vesuv, gekommen sein wird. Zeit Vespasians. 

Mitte rechts: Windisch. Museum Brugg. Zeit Vespasians. 

Mitte: Rottweil. Museum Rottweil. Zeit Vespasians. 

Unten: Bregenz. Museum Bregeuz. Gefäss des Vitalis mit 
interessanter figürlicher Gruppe. 

Zu Vitalis bringeif die Tafeln 82—84 weiteres Material. 

Zu Tafel 82. 

Fig. B. Nymegen. Slg. Kam 4. Mit dem gleichen Stempel 
VITALIS wie auf Tafel 81 A. Gefässe mit diesem Stempel scheinen 
die älteren Arbeiten des Töpfers zu bezeichnen. Dieser südgallische 
Vitalis darf natürlich nicht mit dem viel späteren Rheinzabem- 
Vitalis verwechselt werden, wie das immer noch manchmal geschieht. 

Fig. C. Freinsheim, Bez.-Amt Dürkheim 2. 3. 1911. Grabfund. 
Museum Speier. Mit anderem Stempel als A und B. 

Zu Tafel 83. 

Fig. D. Grimmlinghausen bei Neuss. Museum Bonn 6990. 

Fig. E. Windisch. Museum Bnigg 3100. Sigillaten dieser 
Art finden sich massenhaft unter den Scherben von Rottweil. 

Rechts zu Vitalis, Fig. M. Typen einer zerbrochenen, aber 
vollständigen Schüssel Dragd. 29 mit wieder anderem Vitalisstempel; 
im Besitz eines Händlers in Nymegen, bei welchem ich diese Typen 
(Sept. 1913) zeichnete. 

Zu Tafel 84. 

Fig. F. Weisenau bei Mainz 18. 1. 1899. Stadt. :^useum. 
Verwandt mit E. 



Resultat meiner früheren Untersuchungen und Publikationen, dann 1912 auch 
von anderer Seite bestätigt wurde. — Wenn unter den wenigen südgallischeii 
Sigillaten in Günzburg vorflavische Stücke vorkommen, so ist das ein ganz anderer 
Fall, \ne in ßottweil, wo unter einer ungeheuren Masse wenige ältere Stücke 
.sind ; warum es prinzipiell bedenklich sein soll, (im Röm.-germ. Korrespondenz- 
blatt VI 1913 S. 72—74) eine vorvespasianische röm. Zeit Günzburgs zu vertreten 
oder für nicht ausgeschlossen zu halten, verstehe ich nicht. Dass in Günzburg 
die Zeit Vespasians durch Sigillaten gut vertreten ist, das wollte ich durchaus 
nicht abstreiten. 



— 79 — 

Fig. G. Weisenau bei Mainz 31. l. 98. Ähnliche Scherben 
massenhaft in Rottweil. 

Fig. H. Vechten. ^hiseum Leiden 1076 P. 

Fig. I. Vechten. Museum Leiden 1100. 

Fig. K. Windisch. Museum Brugg 798. Scheint aus dem 
gleichen Model geformt zu sein wie E. 

Fig. L. Windisch. Museum Brugg 2173 d. Stück eines Bechers 
der Form 30 mit Stempel VIT Yergl. Aislingen Text- 
bild 5 D und A. 

Fig. M. Rottweil. Museum Rottweil. Art des Vitalis. 

Fig. N. Rottweil. Museum Rottweil. Verwandt mit der Deko- 
ration des Vitalis. 

Zu Volus: Die Typen habe ich nach Dech. S. 3Q3. 




Mm-s. Kres^Tnoch 




aVMJMöLK ^^ 

Textbilö 37. 



Fig. A. Hofheim. Museum Wiesbaden 18987. Ritterling. 
Hofheim 1913 Tafel XXTI 265 nnd S. 411. — Das herzförmige 
Blättchen der oberen Zone hat auch der Töpfer Namus. 

Fig. B. Paris. Dieses Stück gebe ich nach dem etwas will- 
kürlichen Stich in dem Werke von Grivaud de la Vincelle XVII .5: 
immerhin ist gut zu erkennen, dass Volus die für die frühe Zeit 
charakteristische Spiralendekoration hat. Damit stimmt überein, 
das.*; dieser Töpfer frühe Kelche des arretinischen Profils gemacht 
hat: vorgl. Dech. Tafel I 11 und S. 68. 



Zu Tafel 85. 

Oben: 5 Typen von einer in Strassburg gefundenen Schüssel 
Dragd. 29: im Boden anstatt des Namens der Rosettenstempel 6. 
Dieses sehr frühe Gefäss ist abgebildet Aislingen Tafel VII Fig. 1 . 



— 80 — 

Fig. A. Bregenz. Museum Bregenz 12. 455. Der Stempel ist 
für mich nicht leserlich. Ich halte es für zweckmässig, gerade 
auch die unsicheren Stempel abzubilden, um die manchmal doch 
ganz leicht mögliche Entzifferung durch Fachleute herbeizuführen. 
Dieser Scherben hat viel Ähnlichkeit mit einem Gefäss von Mengen, 
das ich abgebildet habe Aislingen Tafel VllI 6, und OF. C'ALVI 
gestempelt ist. Jedenfalls Zeit Vespasians. 

Fig. B. Fundort sehr wahrscheinlich Windisch. Museum 
Solothurn, Coli. Amiet 547. Stempel für mich unleserlich. Zeit 
Vespasians. 

P'ig. C. Worms. Museum Worms. Slg. Freih. Heyl zu Heins- 
heim. Der Stempel ist sehr wahrscheinlich OF. COTOI zu lesen. 
Zeit Vespasians. 

Fig- D. Antiquarium Basel, Slg. Fre}^ Auf einer 37-Schüssel 
der Art des Natalis: A, Abdruck aus dem Model; vielleicht zu 
Aisus zu ergänzen. Auch sonst erinnere ich mich, dieses A ganz 
in ähnlicher W^eise angebracht gesehen zu haben. So auf einer 
Schüssel in Bregenz, die zu einem Gesamtfund etwa der Zeit 
Domitian-Trajan gehört und der viel glatte Gefässe mit Stempel 
AISIM enthält. Vergl. das S. 64 über Natalis Gesagte. 

Fig. E. Rottweil. Museum Rottweil. Aussen unter dem 
Ornament einer 37-Schüssel vespasianischer Zeit; die Schrift ist 
vor dem Brande in den Model geschrieben. 

Fig. F. Museum Bregenz 1059. Beispiel der oberen Zone 
einer 29-Schüssel claudischer Zeit. 

Fig. G. Museum Kempten. Beispiel der oberen Zone einer 
29-Schüssel claudischer Zeit. Diese Blume wird benützt von Senicio 
und von der Firma Bassus und Coelius. 

Fig. H. Museum Rottweil. Das Stückchen (Form 37) ist für 
Rottweil eine grosse Seltenheit. Man sieht rechts ein gefiedertes 
Blättchen, das schon auf Sigillaten claudischer Zeit sich findet. 

Fig. I. Günzburg. Museum Günzburg. Bruchstück der Art 
des Natalis; Töpfer der Zeit Domitian-Trajan, welcher bei Tafel 61 
ausführlich behandelt ist. Mit Darstellung eines merkwürdigen 
Fischmenschen; schon publiziert von Roger, Bildertypen von Augs- 
burger Sigillaten Tafel XXIV 5; ebendort Fig. 4 Reste eines 
Bechers 30, ebenfalls von Günzburg, mit 2 solchen Meerkentauren. 

Unten: Mainz. Stadioner Hof 25. 1. 04. Seltener Stem- 
pel. Der jedenfalls südgallische Töpfer hat in der Zeit Neros 
gearbeitet. 



— 81 — 

Zu Tafel 86. 

Fig. A. Rottweil. Museum Eottweil. Stückchen der oberen 
Zone einer 29-Schüssel, mit den Buchstaben SA (oderVS?). Rest 
einer Masclus-Siguatur liegt hier nicht vor : eher käme hier Sabinus 
in Frage. Frontinus (Tafel 33 j und Mercator (Tafel 57 G. H, 
bringen ihi'eu Namen gern neben diesem Hund an. 

Fig. B. Museum Bonn. Stempel von mir nicht zu entziffern. 
Töpfer der Zeit Vespasians. 




Fig. C. Museum Wiesbaden. Vom Stempel ist nur ein S er- 
halten. Die hübsche Blüte der oberen Zone ist auch auf dem 
Gefäss Tafel 40 C von Hofheim: das Rebenblatt der unteren Zone 
hat der Töpfer Canis, an dessen Arbeiten dieses Gefäss sehr er- 
innert. Vielleicht ist der Stempel zu ergänzen: CARV]S; S[ENICIO 
FE ist weniger wahrscheinlich. Töpfer der Zeit des Claudius. 

Fig. D. Vechten. Museum Leiden. Der Stempel ist sehr 
undeutlich. Töpfer der Zeit des Claudius. 

Fig. E. Wiesbaden. Museum Wiesbaden 14651. 115. Ritter- 
ling Wiesbaden Tafel IV 7 und IX 23. Schade, dass der Stempel 
dieser interessanten Schüssel vorläufig nicht zu entziffern ist. Die 
kleine Rankenverbindung der unteren Zone hat auch Bilicatus und 
Seuicio; das Blatt hat auch Bilicatus. .Jedenfalls Töpfer der Zeit 
des Claudius. 

Knorr, Töpfer verzierter Sigillata. 6 



— 82 — 

Fig. ¥. Vechten. Museum Leiden 1320. 1321. Dekoration 
der oberen Zone eines Gefässes claudischer Zeit. 

Fig. G. Museum Bonn 326, 69. Vom Stempel ist nur ein N 
erhalten. Etwa Zeit Vespasians. 

Fig. H. Vechten. Museum Leiden 1430. Mit Stempelrest 0. 
Das Blatt ist kleiner als bei Firmo. Töpfer claudischer Zeit. 

Zu Tafel 87. 

Fig. A. Museum Bonn. Man begegnet diesem (für mich unleser- 
lichen) Stempel öfter auf Bodenstückeu Dragd. 29. Zeit Vespasians. 

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 475 b. Stempel für mich 
unleserlich. Frühzeit Vespasians. 

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 474 b. Undeutlicher Stempel. 
Frühzeit Vespasians. 

Fig. D. Nymegen. Slg. Kam 45. Etwas undeutlicher Stempel 
im Ornament. Zeit Vespasian-Domitian. 

Fig. E. Museum Bonn 6997. Stempel undeutlich. 

Fig. F. Vechten. Museum Leiden 1469. Vom Stempel ein 
erhalten. Zeit Vespasians. 

Fig. G. Windisch. Museum Brugg. Unten im Ornament 
Reste von Schrift, die in den Model vor dem Brande geschrieben 
ist. Es ist eine Signatur des Masclus; dieser Becher ist oben 
Seite 59 behandelt. 

Fig. H. Hofheim. Museum Wiesbaden 17614 a. Bitterling 
Hofheim 1905 S. 416, Abb. 14. Der Stempelrest VS F ist — ob- 
gleich das S und F verdreht ist — nach meiner Meinung zu er- 
gänzen MASCL]VS F. Denn die Mohnkapseln, der kleine Vogel, 
die Spirale und der gleiche Eierstab finden sich auch sonst auf 
signierten Bechern des Masclus in gleicher Anordnung; ich 
habe im Text zu. Tafel 52 auf einen von Behrens publizierten 
Mainzer Becher hingewiesen und auf einen Rottweiler Becher mit 
2i\ . . . ., den ich Tafel 98 A bringe. 

Unten links: Museum Bonn 12522. Der Stempel ist — worauf 
mich Oxe aufmerksam machte :;— höchst wahrscheinlich zu lesen 
SEX. IVL. IVCVND = CIL XIII 10009, 1070. 

Unten rechts: Vechten. Museum Leiden 987. Vom Stempel 
ist erhalten SEX. 

Eine andere Schüssel dieses Töpfers aus Vechten habe ich 
versehentlich eingereiht bei Jucundus, Tafel 44 Fig. I; an diesem 
Stück ist erhalten CVND. 



— 83 — 

Noch einen weiteren Stempel dieser Art habe ich unten links 
in der Ecke (Tafel 87) abgebildet : Museum Bonn 7011, auf Dragd. 29. 
vom Ornament nichts erhalten; der Stempel zeigt noch SEX. IV. 
Töpfer der Zeit Vespasians. 

Zu Tafel 88. 

Fig. A. Bregenz. Museum Bregenz 510. Das Gefäss fällt 
noch in die Zeit des Tiberius und erinnert an Arbeiten des Töpfers 
Maccariis. 




Mu5. KrtumacK. 

Textbilö 39. 



Fig. B. Neuss. Slg. Sels. Die Unterlagen zur Publikation 
dieser Schüssel verdanke ich Oxe. Die untere Zone ist dekoriert 
etwa wie bei Maccarus Tafel 50 E und ganz ähnlich wie bei 
Scottius Tafel 71 F und 72 N. 

Fig. C. Bregenz. Museum Bregenz 1054. Das Gefäss dürfte 
im zweiten Viertel des ersten -Jahrhunderts entstanden sein. Gross 
ist die Ähnlichkeit der unteren Zone mit H. 

Fig. D. Bregenz. Museum Bregenz 12. 805. 

Fig. E. Bregenz. Museum Bregenz 1056. 

Fig. F. Bregenz. Museum Bregenz 1055. Etwa Zeit des 
Caligula, wie auch D und E. 

Fig. G. Kempten. Museum Kempten. Zeit des Claudius. 

Fig. H. Vechten. Museum Leiden 1418. Das gleiche Blatt 
wie auf C. Etwa Zeit des Caligula. 

Fig. I. Antiquarium Basel. Zeit des Claudius. 

Fig. K. Antiquarium Basel. Claudische Zeit. 

6* 



— 84 — 

Zu Tafel 89. 

Fig. A. Antiquarium Basel. Mitte des ersten Jahrhunderts. 

Fig. B. Antiquarium Basel. Frühzeit des Claudius. 

Fig. C. Antiquarium Basel. Zeit des Claudius. 

Fig. D. . Antiquarium Basel. Claudische Zeit. 

Eig. E. Kempten. Museum Kempten. Das Blatt kommt vor 
hei Primus, die Palmette rechts hat Marinus und später Meddillus. 
Zeit des Claudius. 

Fig. F. Kempten. Museum Kempten. Mitte des I. Jahrhunderts. 

Fig. G. Äugst. Antiquarium Basel 1906. 414. 11. Der Ton 
ist Silber grau. Der Wulst zwischen oberer und unterer Zone 
hat sehr feine Rädchendekoration, nicht Strichelung. Das Figür- 
chen mit Vögeln wie D^ch. 563 ; sehr wahrscheinlich Fabrikat von 
Banassac. 

Fig. H. Wiesbaden. Museum Wiesbaden. Ritterling Wies- 
baden Tafel VI. Sehr interessant stilisierter Löwe. Ritterling^ 
Hofheim 1913 Tafel XXVI 3 ist ein ähnlicher Löwe zu sehen. 
Besonders eigenartig ist der Pudel-Löwe auf Fig. L. Mitte dea 
ersten Jahrhunderts. 

Fig.I. Windisch? Museum Solothurn. Zeit des Claudius oder Nero. 

Fig. K. Nymegen. Slg. Kam 46. Mitte des ersten Jahr- 
hunderts. Das gefiederte Blättchen hat auch Ingenuus. 

Fig. L. Bregenz. Museum Bregenz 1074. Auf der unteren 
Zone .einer Schüssel Dragd. 29. Der Blatt chenkranz erinnert an 
Masclus. Zeit des Claudius. 

Fig. M. Kempten. Museum Kempten. Das Rebenblatt hat 
auch Bilicatus. Zeit des Claudius. 

Fig. N. Antiquarium Basel. Auf 29. Art des Licinus oder 
Daribitus. Das schwertförmige Blatt hat auch Amandus. 

Fig. 0. Antiquarium Basel. Auf 29. Frühzeit des Claudius. 

Fig. P. Bregenz. Museum Bregenz 451. Das herzförmige 
Blättchen haben auch die Töpfer Ardacus und Vapuso. 

Zu Tafel 90. 

Fig. A. Vechten. Museum Leiden 477. 53. Zeit des Claudius. 

Fig. B. Äugst. Antiquarium Basel. Art des Daribitus. Die 
Maske kommt schon auf dem frühen Kelchgefäss Tafel 4 V und 
auf 90 I vor. Das herzförmige Blättchen haben auch Amandus^ 
Bassus und Scottius. 



— 85 — 

Fig. r. Antiquariiim Basel. Die Anordnung des Ornaments 
der oberen Zone erinnert an die des Albiniis Tafel I B und an 
die des Modestus Tafel 58 A. Einige der Typen haben auch Baibus 
und Bilicatus. Das schöne Gefass ist sehr wahrscheinlich aus der 
Offizin des Bilicatus. 

Fig. D. Museum Crefeld. Form Dragd. 37. Zeit Nero-Vespa- 
sian. Man beachte, dass der Greif hier etwas kleiner und stumpfer 
als auf dem Gefäss der Zeit des Tiberius Fig. (' ist: der Punzen 
war durch sehr lange Benützung abgescheuert. 




Fig. E. Neuss. Slg. Sels 9. 8. 97. Sehi- wahrscheinlieli au-^ 
der Offizin des Bilicatus. Zeit des Tiberius oder Caligula. 

Fig. F. Museum Wiesbaden. Frühzeit des Claudius. 

Fig. G. Äugst. Antiquarium Basel. Das Motiv der oberen 
Zone haben auch Darra und Licinus. Zeit Claudius-Nero. 

Fig. H. Windisch. Museum Aarau 129. 91. Das Bruchstück 
hat innen keine Glasur und gehört zu einer jener schönen, sehr 
.seiteneu grossen Vasen, wie ich zwei solche Tafel 100 und Text- 
bild 32 bringe, und zwar gehört das Windischer Stückchen H 
des Museums Aarau offenbar zu dem gleichen Prachtgefäss, 
das ich abgebildet habe Aislingen Textbild 5 und das ich wieder- 
hole Textbild 34. 



— 86 — 



Fig. I. Aislingen. Museum Dillingen. Wiederholt nach Ais- 
lingen III 13. Der Kopf wie auf B und 4 V; Art des Daribitus. 

Fig. K. Aislingen. Museum Dillingen. Nach Aislingen IV 9. 
Ist ebenso bei Amandus auf 6 B, 7 F und auf 91 G. 



Zu Tafel 91. 

Fig. A. Museum Crefeld. Zeit des Claudius. 

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 1419. Zeit des Claudius. 

Fig. C. Neuss. Slg. Sels 6. 12. 99. Zeit des Tiberius oder 
Caligula. 

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 1. 1906. 3. 45. I. 891. 
Ein ganz gleiches Gefäss ist in Kempten gefunden worden, wie 
die folgende Figur zeigt. 

Fig. E. Kempten. Museum Kempten. Genau wie das Fig. D. 
abgebildete Gefäss. Zeit des Claudius. 

Fig. F. Köln 3134. Die Abbildung verdanke ich Oxe. Zeit 
des Claudius. Schöne Gefässreste mit diesem Epheublatt sind 
publiziert Ritterling Hof heim 1913 Tafel XXV 10 und Ritterling 
Wiesbaden Tafel V 10. 

Fig. G. Bregenz. Museum Bregenz 12. 449 und 12. 462. 
Durch die Einzeltypen ^'erknüpft mit Amandus und Bilicatus. 

Fig. H. Bregenz. Museum Bregenz 33. Das Blatt gehört 
zuin Typeuschatz des Scottius; vergl. Tafel 71 B, E und Figur 
oben links. 

Zu Tafel 92. 

Fig. A. Neuss. Slg. Sels 30. 4. 97. Eine Rosette der oberen 
Zone hat auch Albinus der Ältere; diese Eichel Bilicatus; das 
längliche Blatt zwischen den Eicheln Senicio; der gleiche grosse 
Kreis auch auf 90 C. Sehr wahrscheinlich aus der Offizin des 
Bilicatus. 

Fig. B. Vechten. Museum Leiden. Obere Zone Dragd. 29. 
Etwa Zeit Neros. Die gleiche hübsche Palmette benützt noch in 
der Zeit Domitian-Trajan der bei Natalis Tafel 61 behandelte 
Töpfer des verwilderten Stils, wie einige Beispiele zeigen, die ich 
mitteilte Rottenburg Tafel III Fig. 3 und 5 ; dieser späte Töpfer 
dort missbraucht auch noch das kleine sitzende Figürchen des 
frühen Töpfers Volus Tafel 84 Fig. 1, wie die Stücke Tafel 85 I 
und Rottenburg Tafel III 11, 12, 13 zeigen. 



— 87 — 

Fig. C. Vechteu. Museum Leiden 1369. Seltene Dekoration 
der oberen Zone einer 29-Schüssel. Wohl Zeit des Claudius. 

Fig. 1). Vechten. Museum Leiden 1312 und 1319. Das Ge- 
fäss dürfte vom gleichen Töpfer sein wie bei Fig. G. Zeit des 
Claudius. 

Fig. E. Neuss. Slg. Sels. Zeit des Claudius. 

Fig. F. Neuss. Slg. Sels 11. 11. 97. Die kleine Ranken- 
verbindung haben auch Bilicatus und Senicio. 

Fig. G. Neuss. Slg. Sels 240. 23. 1. 96. Wohl aus der 
gleichen Offizin wie Fig. D. 



5.v«;(itriUit -t:^ 




TextbilÖ 41. 



Zu Tafel 93*. 

Fig. A. Museum Kreuznach. Auf diese höchst interessante 
Schüssel hat mich Oxe aufmerksam gemacht, dessen Freundlichkeit 
ich auch die nötigen Unterlagen zu der Zeichnung verdanke. Nach 
Stil und Art des Gefässes zu schliessen, ist es in der Zeit des 
Claudius entstanden. Der Kopf im Medaillon ist offenbar ein Münz- 
abdruck, und es wäre sehr wertvoll für die Chronologie dieser 
Gefässe, wenn festgestellt werden könnte, welchen julischen Kaiser 
der Kopf darstellt. Vielleicht hat der Töpfer die Umrisse etwas 
verändert; aber der Hals und die Schädelform sind so charakte- 
ristisch, dass ein Numismatiker, der röm. Münzen der frühen Kaiser- 
zeit gut kennt, vielleicht doch Aufklärung bringen kann. Das 
kleine, rückwärtsblickende Hündchen verwenden auf ihren Gelassen 
die Töpfer Aquitanus, Genialis, Germanus i nur in seiner Frülizeit) 
und Niger. Das Medaillon wie auf 89 E. 



— 88 — 

Fig. B. Bregenz. Museum Bregenz 442. Diese Schüssel ist 
sehr nahe verwandt mit Gefäss A. Das herzförmige Blättchen 
der oberen Zone sieht man auf Gefässen des Namus und Volus. 

Fig. C. Neuss. Slg. Sels. Auf dieses schöne Gefäss hat mich 
Oxe aufmerksam gemacht und mir die Unterlagen zu der Zeichnung 
gegeben. AVohl Zeit des Claudius. 

Textbild 29. Mainz. Stadt; Museum. Zeit des Claudius. Das 
untere Bankenornament wie^ bei Carus 20 D oben, und Textbild 
51 B, auch Aislingen Tafel I 1. Verwandt mit der Art des Namus. 

Zu Tafel 94. 

Die Gefässe dieser Tafel sind in Rottweil gefunden und dort 
im Museum. 

Fig. A. Dieses Gefäss (wie auch B, C, D) ist sehr charakte- 
ristisch für das vespasianische Rottweil. Den Schwänen der unteren 
Zone begegnet man auf Arbeiten des Felix (Tafel 32 C), Passenus 
(Tafel 63 D), Vitalis (Tafel 83 M) und auf 87 A. Ferner bei Cosius 
Eufus, Textbild 44. 

Fig. B. Der Adler der oberen Zone ist zwar oft zu sehen 
auf Arbeiten der Zeit des Claudius und Nero, aber dann immer 
in Verbindung ganz anderer älterer Dekoration. Auch die 
Sternblume der unteren Zone sieht man auf Sigillaten anderer Art 
der Zeit des Nero. Es ist möglich, dass dieses Gefäss schon in 
der Spätzeit Neros entstai;den ist; aber daraus etwa eine vorvespa- 
sianische Besetzung Rottweils abzuleiten, wäre natürlich verfehlt. 

Fig. C. Das Gefäss hat die für Sigillaten des frühesten Rott- 
weil charakteristische Dekoration, die allerdings schon in der Zeit 
Neros sich zu entwickeln beginnt. Art des Passenus. 

Fig. D. Gefäss der Form Dragd. 37. Wie man sieht, Lst 
hier die Dekorationsweise der früheren Gefässe Dragd. 29 über- 
tragen worden oder übergegangen auf die ganz andere jüngere 
Form 37. Darüber ist schon vorn bei Tafel 68 gesprochen worden. 
Es ist dies ein frühes Stück der Zeit Nero-Vespasian. Hier liegt 
das vor, was Dechelette „decor de transition" nennt. 

Fig. E. Bruchstück Form 37. Dieses Motiv findet sich nach 
Atkinson auch auf einem Gefäss des Mommo, das in Pompeji ge- 
funden wurde: es findet sich auch auf einem Scherben von Waib- 
lingen, Cannstatt-Köngen Tafel XIII 10. 

Fig. F. Form. 37. Eigenartiges Motiv; in Rottweil selten. 



— 89 — 

Fig. G. Stück von einem frühen Gefäss Dragd. 37. Die 
-rössere Blüte hat später L. Cosius weiterbentrtzt ; sie sieht bei 
ihm sehr abgenützt aus. 

Fig. H. Fomi 37. Die Tiergruppe links ist selten auf diesem 
Midgallischen Geschirr. Ähnliche kleine Tiere sieht man auf frühen 
Heiligenberg-Sigillaten und auf viel späteren in Trier hergestellten 
(befassen. 







Textbilö 42. 



Zu Tafel 95. 

Fig. A. Bonn. Museum Bonn. Form 30. Der Becher \\drd 
in die Zeit Claudius-Nero fallen. Die schöne Blüte benützt 
auch der OF. CRESTIO und später ein M. ORESTIO stem- 
pelnder Töpfer. Das herzförmige Blättchen ist auch bei 
Crestio zu sehen, ebenso der gerippte Pfeiler und der 
Blättchenkranz. Der Bonner Becher stammt somit ziemlich 
sicher aus der Ofiizin des Tafel 27 und Textbild 16 behandelten 
Töpfers. 

Fig. B. Kempten. Museum Kempten. Sehr interessanter 
Becher einer Foim, die man fast als Mittelding des arretinischen 
Kelchs und des Profils Dragd. 30 bezeichnen kann. Die Darstellung 
— Affen, und wie es scheint, Pygmäen — ist merkwürdig. Links 
lässt sich ein Atfe auf einen Boxkampf ein, wohl mit einem Zwerg, 
der leider fehlt. Ganz rechts ist ein sitzender Affe. Der Hund 



— 90 — 

rechts kommt vor auf Sigillaten der Töpfer Felix, Masclus, Mommo 
und Yalerius. Wahrscheinlich Fabrikat von Montans; Mitte des 
ersten Jahrhunderts. 

Fig. C. Windisch. Museum Aarau 129. 165. Sehr früher 
Becher der Form 30; feine gelbrote Sigillata. Das Eichenblatt 
ist auch auf einem Gefäss des Seno (Tafel 78 C) und auf einer 
Schüssel 29 des Kastells Friedberg (0. E. L. Friedberg Tafel III 
Fig. 16). Das zierliche kleine Akanthusmotiv ist auch, aber in 
anderer Anwendung, auf dem sehr frühen Kelchgefäss Tafel 3 P. 
Auch ein im V. Bericht der Kömisch-germanischen Kommission S. 81 
abgebildetes kleines Gefäss hat dieses Blatt und ist nach meiner 
Meinung aus der Fabrik des Seno oder Senicio. 

Fig. D. Basel. Antiquarium Basel. Hübscher Becher; der 
Eierstab ist wie auf Textbild 30 ; wohl Zeit des Claudius oder Nero. 

Fig. E. Vechten. Museum Leiden I. 399. 400. Auf 29. 
Ähnlich roh ist die Darstellung auf dem ebenfalls frühen Gefäss 
Tafel 96 D. Auf diesen frühen Gefässen der Zeit des Claudius 
sind ligürliche Darstellungen selten, und sie fallen auch durch ihre 
barbarische oder naive Art auf; dass der Töpfer dem Kentauren 
ein Jäckchen angetan hat, ist hübsch; die reitende Nymphe hat 
sehr kleine Beine und eine grosse Pansflöte. 

Fig. F. Kempten. Museum Kempten. Hier ist der Panther 
sichtbar (auf Dragd. 30), den Masclus (Tafel 52 Fig. 3) verwendet, 
und der teilweise auf dem daneben abgebildeten Becher zu 
sehen ist. 

Fig. G. Museum Crefeld. Auf diesem Becher ist ein Teil des 
Panthers des Masclus sichtbar, der auf F ebenfalls zu sehen ist. 

Fig. H. Aislingen. Museum Dillingen. Von einem feinen 
Becher Dragd. 30. 

Hg. I. Aislingen. Museum Dillingen. Splitter, Becher 30. 

Fig. K. Museum Zürich. Nach Angabe oder Vermutung des 
Verkäufers des Stücks, Hauser, ist dieses Modelbruchstück in 
Fahrwangen gefunden; diesen Model habe ich schon früher ab- 
gebildet Aislingen Textbild 6 E; leider damals nach einem stumpfen 
Gipsausguss, so dass ich bezüglich des Stempels auf ^'ermutungen 
angewiesen war. Der Stempel ist im Original sehr deutlich: 
ACVTI. Es scheinen mehrere Töpfer dieses Namens gearbeitet 
zu haben. Ein viel früher lebender Acutus ist doch wohl der, 
von welchem Gnirs in Jahreshefte des östr. Instituts 1911, S. 186, 
in Pola gefundene Sigillata abbildet. Vergl. 0x6, Die ältesten 



— 91 — 

Sigülata-Fabriken in Montans am Tarn, im Archäologischen Au- 
zeiger des Jahrbuchs des K. Deutschen Archäologischen Instituts 
1914, S. 61. 

Fig. L. Kempten. Splitter eines Bechers 30. Hier ist ein 
Teil der Löwengnippe sichtbar, die Masclus (Tafel 52) und später 
Albinus (Tafel 5) verwendet. 

Fig. M. Emerkingen. Museum Ehingen. Bruchstück Dragd. 30. 
Mit Darstellung des barbarischen Merkurs wie bei M. Crestio 
und Crucuro. Wiederholt nach Fundberichte aus Schwaben XXI, 
1913 Tafel YII 4, S. 112. 

Textbild 30. Weisenau bei Mainz, Stadt. Museum 1912. 
Zeit Claudius-Nero. Eierstab wie auf 95 D. 









RKc<it^*nK<m. K«it«H. 



KWci^««heiw. CrÄUr^t^ 



Textbilö 43. 



Zu Tafel 96. 

Fig. A. 3Iainz. Museum Mannheim. Becher Dragd. 30. Die 
Figui" ist nicht etwa A^on mir schlecht gezeichnet, sondern sie ist 
so. Jedenfalls aus der gleichen Fabrik wie B. Mitte des ersten 
Jahrhunderts. 

Fig. B. Mainz. Museum Mannheim. Diese Dekoration des 
hängenden Kranzes ist hier auf Dragd. 30 ebenso, wie man sie 
oft sieht auf der unteren Zoue von Schüsseln Dragd. 29 der Zeit 
des Claudius. Manches erinnert an den Töpfer Amandus, Akan- 
thus wie auf F. 



— 92 — 

Fig. C. Rottweil. Museum Rottweil. Stücke eines Bechers 30. 
Den Amor links sieht man auf Arbeiten des Meddillus und Secun- 
dus: der Amor mit Kranz rechts ist auf dem Calus f. signierten 
Becher Tafel 16 unten. Hübsch ist das kleine sitzende Figürchen 
mit den Tieren. Zeit Nero-Vespasian. 

Fig. D. Windisch. Museum Brugg. Auf der unteren Zone 
eines frühen Gefässes Dragd. 29. Die Figur mit auf den Rücken 
gebundenen Händen wird von viel später arbeitenden Töpfern 
noch benützt, wie Fig. E zeigt. 

Fig. E. Günzburg. Museum Günzburg. Von einer Schüssel 
Dragd. 37 der Zeit Domitians. Ähnliche Stierkampf-Darstellungen 
linden sich manchmal auf späteren südgallischen Sigillaten, z. B. 
Roger Tafel IV 3. 

Fig. F. Aislingen. Museum Dillingen. Gefässform nicht 
bestimmbar. Akanthus wie auf B. 

Zu Tafel 97. 

Fig. A. Bregenz. Museum Bregenz 180. 401. Schöner Becher 
der Zeit Nero-Vespasian. Aber die Arbeit ist nicht mehr so vor- 
trefflich wie der folgende Becher der Fonn 30. Der Amor schnellt 
nicht wie sonst den Pfeil mit dem einfachen Bogen ab, sondern 
er benützt eine auf einem Gestell befestigte Wurftnaschine. 

Fig. B. Xanten. Antiquarium Berlin. Publiziert von Sie- 
bourg. Bonner Jahrbücher XCVI und XCVII Tafel X. Der schöne 
Becher zeigt die bei Masclus, Gallicanus und, wie es scheint, auch 
bei Modestus beliebte Wellenlinie des feinen Blättchen- 
kranzes. Der Merkur im Medaillon ist ebenso auf dem Gefäss 
des Modestus Tafel 58 A : Vergleicht man die Anordnung der Wein- 
ranken mit der Anordnung des kleinen Rankenwerks der oberen 
Zone der eben genannten Modestusschüssel, so glaubt man dieselbe 
Hand ^u fühlen. Aber auch Masclus hat ähnliche Rankendekoration 
(Rottweil 1907 Tafel XHI 2). Das Rebenblatt hat ähnlich Carus. 
Ich halte den Berliner Becher für eine Arbeit des Modestus. 
Modestus hat nicht nur Schüsseln ausgepresst, sondern auch Negativ- 
formen, Model, zu Gefässen gemacht und signiert, wie hervorgeht 
aus der Schüssel 29, die Ritterling mitteilt Hof heim 1905 S. 69, 
Abb. 28 ; sie hat MOD (Abdruck von in den Model vor dem Brande 
geschriebenen Buchstaben) unten am Ornament und zwar hat 
diese Hofheimer Schüssel jene Schuppendekoration der mittleren 
Zone, die auch bei Masclus vorkommt, und einen kleineu Pfeiler, 



— Ba- 
den Masclus ebenfalls hat. Masclus und Modestus haben in der 
gleichen Zeit gearbeitet. Eine andere schöne Schüssel 29 mit 
MOD ist publiziert von Behrens in Mainzer Zeitschrift X s. 07 
mit Abbildung von Kessler. 

Fig. C. Museum Crefeld. Auf diesen schönen Becher, etwa 
der Zeit Neros, hat mich Oxe aufmerksam gemacht, und ihm ver- 
danke ich auch gute Unterlagen der Zeichnung. 




Textbilö 44. 



Zu Tafel 98. 

Fig. A. • Fundort und Museum ßottweil, wie B und C. Das 
Gefäss stammt aus der Töpferei des Masclus; das M seines Namens 
hat sich . erhalten (unten am Ornament bei dem kleinen Bären). 
Die Dekoration der Spiralen, Mohnkapseln und Vögel ist ebenso 
auf dem signierten Becher bei Behrens, Mainzer Zeitschrift X 
1915, S. 96 und auf dem von mir Tafel 87 H wiedergegebeuen 
Stück von Hofheim. Der kleine Bär und der Löwe sind durch 
den Wiener Becher als Masclustj'pen bekannt, und der Eierstab 
ist der der späteren Arbeiten des Töpfers, die in die Zeit Neros 
fallen. Siehe Tafel 52 und Textbild 41. 

Fig. B. Stücke eines Bechers Form .30. Zeit Vespasians. 
Die Figur links ist Oedipus vor der Sphinx (Dech. 488, 488 a>. 
die leider weggebrochen ist. 

Fig. C. Becher 30. Gute ältere Arbeit, vielleicht noch nero- 
nischer Zeit. Die Minerva ist auch auf dem als Textbild 31 ab- 



— 94 — 

gebildeten älteren Becher von Mainz. Zur Zeit der Herstellung: 
des Rottweiler Bechers war — wie man sieht — der Punzen der 
Minerva schon stark abgenützt. 

Textbild 31. Weisenau bei Mainz 9. 10. 1912. Hübscher 
Becher der Zeit Claudius-Nero. Die Minerva sieht hier noch besser 
aus als auf dem Eottweiler Becher C; der Arm fehlte in beiden 
Fällen an dem Punzen und er ist durch Einzeichnen in den Model 
ergänzt; ebenso die Lanze, die der Töpfer ergänzt hat, indem er 
ein Stück Perlstab eindrückte und unten sogar ein Motiv, das 
man (in vernünftigerer Anwendung) öfter auf Gefässen claudischer 
Zeit sieht; auch zur Lanzenspitze ist ein möglichst unpassender 
Punzen verwendet. Sehr hübsch aber sind die kleinen Viktorien 
zu beiden Seiten des Altars. Die Minerva mit der angeflickten 
Lanze sieht man auch auf dem Burladinger Becher G der folgen- 
den Tafel. 

Zu Tafel 99. 

Die hier abgebildeten Objekte sind im Kastell Burla- 
dingen, das noch nicht lange entdeckt ist, von Bersu bei seiner 
Grabung 1914 gefunden worden. Diese Burladinger Sigillaten 
sind wertvolle chronologische Anhaltspunkte deshalb, weil das 
Kastell Burladingen nur kurze Zeit besetzt war. Wir können 
aus diesen Stücken ersehen, welche Ware gleichzeitig importiert 
wurde. Nach den sehr sorgfältigen Beobachtungen Bersus, die 
auch durch Münzfunde bestätigt sind, war das Kastell Burladingen 
etwa vom Jahr 85 ab besetzt und zwar nach Bersus Überzeugung 
nur kurze Zeit; es wurde nach wenigen Jahren aufgegeben. 
(Spätere Sigillaten linden sich imKastell nicht, sondern nur 
in der an anderer Stelle liegenden bürgerlichen Niederlassung.) 
Burladingen gibt also Auskunft darüber, welche Sigillaten in der 
Zeit Domitians in die Grenzkastelle gelangt sind; und diese Aus- 
kunft stimmt mit dem, was man bisher gewusst und vermutet hat, 
gut überein. Im Römisch-germanischen Korrespondenzblatt „Ger- 
mania" 1917 S. 111 findet sich ein Bericht von Bersu über seine 
Ausgrabung im Kastell Burladingen. 

Fig. A. Becher Dragd. 30. Viele mit dieser Burladinger 
Sigillata sehr nahe verwandte Rottweiler Stücke habe ich zusammen- 
gestellt Rottweil' 1912 Tafel 21, 1—11. Das Motiv über den 
springenden Tieren wird von folgenden Töpfern benutzt: Calvus, 
L. Cosius Virilis, Crucuro, Mercator, Ponteius, Pudens.- 



95 



Fig. B. Becher Dragd. 30. Die Dekoration mit dem den 
Löwen angreifenden Bestiarius erinnert sehr an gleichartige Ar- 
beiten des Biragill, M. (..'restio, Mercator, Pudens, Sabinus und 
.späteste Arbeiten des Germanus. Der sitzende Löwe fällt auch 
auf bei M. Cre«tio, Germanus und Sabinus. Die vierblättrige Blüte 
in den Zwickeln der Diagoualverzierung ist auch zu sehen auf 
»Tefässen des OF. CEN stempelnden Töpfers und des Cosius Rufus, 
< 'ornutus, Passenus, Seeundus. Der stehende Mann mit den sonder- 
baren Stiefeln ist auch — aber noch in etwas besserem Zustand — 
zu sehen auf Rottweiler Bechern der Zeit Vespasians, 
die ich mitsfeteilt habe Rottweil 1907 Tafel XII 2 und XIII 4. 




^ßm'^ 



Textbilö 45. 



Fig. ('. Becher Dragd. 30. Das merkwürdige Blatt dieses 
noch ganz guten Bechers ist ebenso in einem in den Töpfereien 
von Montans gefundenen Model (Dech. 1169). 

Fig. D. Kleiner Becher jener Art. die ich Form 78 genannt 
und also nur in der Zeit Vespasians und der ersten Zeit Domitians 
vorkommend bezeichnet habe (Rottweil 1907 S. 14 und 15). 

Fig. E. Kleiner Becher der Form 78. wie Fig. D. Art des 
Germanus. 

Fig. F. Form 37. (Gefunden 1912 im Graben des Stein- 
kastells, das zeitlich bald folgte auf das Erdlager). Arbeit des 
Töpfers Germanus. (Vergl. Rottweil 1907, IX 7.) 

Fig. G. Becher Dragd. 30. Die gleiche Minerva wie auf dem 
Becher Tafel 98 C (Rottweil) und Textbild 31 (von Mainz). Der 



— 96 — 

Becher von Burladingen ist ganz gute Arbeit, noch aus der Zeit 
Vespasians stammend. Wahrscheinlich ist der Becher späte Arbeit 
aus der Töpferei des Calvus; er hat das gleiche kleine gezackte 
Blättchen auf seinen Bechern. 

Fig. H. Becher Dragd. 30. Das Gefäss zeigt den für Ar- 
beiten des M. Crestio und des Crucuro charakteristischen Eierstab. 
Diese Töpfer haben in der Zeit Vespasian-Domitian gearbeitet. 

Zu Tafel 100. 

Fig. A *). Fundort Hartlip (Kent) gefunden 1845. Vor vielen 
Jahren veröffentlicht von Roach-Smith in Collectanea Antiqua. 
Diese Angaben und eine gute Photographie dieses Stückes verdanke 
ich Donald Atkinson, welcher mich auf dieses Gefäss aufmerksam 
gemacht hat. (Der Aufbewahrungsort des sehr interessanten Ge- 
fässfragments ist mii- nicht bekannt; er wird sich aber später in 
geeigneterer Zeit leicht feststellen lassen.) Meine Abbildung ist 
nach der Photographie Atkinsons gezeichnet. Die frühere Publi- 
kation habe ich nicht gesehen. — Es liegt hier eines jener sehr 
seltenen grossen Prachtgefässe vor, über welche sich bei Deche- 
lette nichts findet. Aislingen Textbild 5 habe ich ein überaus 
interessantes Stück dieser Art abgebildet, das in Windisch gefunden 
wurde; siehe Textbild 34. Auch in Rottweil sind Reste eines 
solchen Gefässes gefunden worden, die ich hier als Textbild 32 
mitteile. Ein Bruchstück eines solchen Gefässes aus Augsburg 
ist von Roger Tafel XV Fig. 6 mitgeteilt, und zwar zeigt das 
Augsburger Gefäss den gleichen Krieger (aber schlecht verdoppelt 
ausgepresst) wie das Gefäss von Hartlip. Diese Art von Gelassen 
muss ziemlich gross gewesen sein und eine Form gehabt haben 
etwa ähnlich — nicht gleich — Dech. I Textbild 41 = Tafel III 
Form 62. Derartige Sigillata-Vasen oder -Flaschen dürften sich 
aus einer hellenistischen Art Reüefflaschen entwickelt haben, etwa 
wie der, welche von Pagenstecher in Expedition Ernst von Sieglin 
Band II 3 im Abschnitt B (die griechisch-ägyptischen Tougefä§se) 
S. 79, Abb. 92b besprochen ist. 

Die oberste erhaltene Zone des Hartlip-Gefässes hat Schuppen- 
dekoration ; dann folgt eine Zone, in welcher abwechseln Ornament, 
sitzende Fortuna, Ornament, Leda usw. (Die Fortuna ist ebenso, 
aber viel kleiner, auf dem sehr zierlichen Becher der Form 78 



*) Fig. A bat etwas mehr aJs halbe wirkliche Grösse. 



— i)7 — 



Kottwi'il I!)tt7 T.tCt'l XVI 7.) \'\i\ov (lir^rr Zone ist die Ilaiipt- 
rlrtistellung: fiiio l)i:iim in Arcintöktui-: linlcs oitf^ efwaJ; bar1)M- 
risclie Viktona, die einem Sie;>er den Kran/ reicht (von- diesem 
Heros ist auf dieser Seite nur ein Teil der Feder de«^ Helltis 
sichtbar) ; rechts ist dieser Krieger vollständig", aber von der Vik- 
'toria nur der Kranz erhalten. Der Heros ist eine ziemlich 'tohe, 
aber sehr eigenartige Darstellung, anscheinend eines Asiaten (Tro- 
janers). Eine Amazone Avird es doch Avohl nicht sein ; ich weiss 
nicht, wem Viktoria den Kranz reicht, hiese gleiche Figur ist 
kleiner und vi^l undeutlicher zu sehen auf dem oben erwälmten 
Augsburger Bruchstück und auf einem in A\'indisch gefundenen 
Becher (P'orm 30) der Art des Germaniis, den ich mitgeteilt habe 
Aislingen Textbild 6 A. Die Figur ist abgebildet bei den Typen 
des Germanus Tafel 34, 11. 











S^^ih: 







Textbilö 46. 

Fig. B. Neuss. Museum Bonn GTTlb. AufDragd. 37. Wölfin 
mit einem Säugling: nicht die römische Wöltin. Das umrahmende 
.Medaillon ist ebenso auf Fig. D; beide Gefässe werden aus der 
gleichen Fabiik sein. Zeit Vesi>asian-I)omitian. 

Fig. C. Windisch. Museum Brugg" 5738. Foiin" 30. Dieser 
Becher ist wahrscheinlich aus der Töpferoi dos Baullus, der bei 
Tafel 65 behandelt ist; rechts ist eine Figur sichtbar, (\ie auch 
51. Crestio, Tafel 28 G, bat. Die Gruppe mit dem Pferd ist auch 
auf dem Bruchstück D. Es ist die rätselhafte Gruppe Dechelette 
575, die aber auf den hier mitgeteilten Stücken C und D viel 
deutlicher ist als bei Dechelette. 

Fig. l). Museum Crefeld 1. 18ß3. Form 37. Im Medaillon 
die bei Fig. ( ' erwähnte Gruppe. 1 >as Gewiss dürfte aus der gleichen 
Fabrik sein wie B. 

Kiinrr, Töpfer verzierter SigiU.ifa. 7 



9.^ 



IVxtbild 32. Fuudort und Mus(*ura RoUweil. Scherben eines 
seltenen Gefässes der bei A und Textbild 34 besprochenen Ali. 
Die Scherben haben auf der Rückseite keinen Farbüberzug; die 
Mündung dieser grossen Sigillata-Flasche nuiss also ziemlich eng 
gewesen sein. In der oberen Zone sieht man Tiere und den 
Apollo, wie auf dem gleichartigen Praclitgefäss Textbild 34. Unter 
dieser Darstellung ist eine Zone mit Wellenornament im Stil der 
Zeit Nero-Vespasian ; das ausgezackte Blatt benützt auch M. Crestio 
Textbild 17. Unter dieser Zone ist der Durchmesser des Gefässes 
am .grössten, und hier sind, wie an deu gleichen Gefässen von 
Windisch und von Hartlip, die beiden aus zwei Modeln ausgepressten 
Hälften der Vase zusammengesetzt und die Ansatzstelle glatt ab- 
gedreht. Das Gefäss hatte ah dieser Stelle etwa 20 cm Durch- 
messer; es ist also kleiner als die Gefässe von Wiudisch und 
Hartlip. Das Motiv der unteren Zone erinnert ein wenig an Bassus. 
Zeit Nero-Vespasian. 

Textbild 33. Nymegen. Slg. Kam 22. Keste einer seltenen 
Feldflasche. Nach Einzeltypen und Stil zu schliessen aus der 
Zeit Vespasians. Die Flasche hat auf beiden Seiten das gleiche 
Ornaiftent. 

Textbild 34. Das oben bei 100 A und Textbild 32 erwähnte 
Gefäss seltener Art im Museum Brugg. Wiederholt nach Ais- 
lingen Textbild 5. - 




Tcxtbilö 47. 



KöIt 




Textbilö 48. 



Bemerkungen zu öenTextbilöern 1— 4 unö 14—52. 

Die Textbilder 1 — 4 sind nur beigegeben, nm einige wenige 
Beispiele jener Sigillaten zu zeigen, welche den frühesten süd- 
gallischen Gefässen zum Teil unmittelbar vorhergehen. 

Textbild 1. „Aeobecher", Fundort (riubiasco. Schweiz. 
Landesmuseum 15085, Zürich. Publiziert von Ulrich, Die Gräber- 
felder in der Umgebung von Bellinzona, Kt. Tessin, 1914. 

Textbild 2, oben: „Acobecher", Fundort Giubiasco. Schweiz. 
Landesmuseum 15916, Zürich. Das sehr interessante Stück ist publi- 
ziert von Ulrich; ich gebe aber eine neue Abbildung wie auch bei Text- 
bild 1. Nach Ulrich (8. 536) ist die Schrift zu le^en: C. ACO. G(ai) 
L(ibertus) HA!s(no). Das muss ein Irrtum sein. Die Buchstaben Gu.L 
konnte ich auf dem Original nicht linden; es scheint, dass die 
beiden Henkel der Vase links (der Körper der Vase fehlt) für 
ein G und ein L gehalten worden sind. Auf die Buchstaben HAN 
folgen ganz ohne Zweifel die Buchstaben V.S, die von Ulrich nicht 
erwähnt sind. (Oxe teilte mir mit, dass hier etwa [DIOP]hanes 
zu ergänzen ist.) Sehr wahrscheinlich ist die nicht richtige Lesung 
durch eine undeutliche Abbildung entstanden. Ähnliche Becher 
bei Dech. I S. 32, Behrens, Mainzer Zeitschrift X, 1915, S. 90. und 
H. Lehner, Vetera, Bonner .Jahrbücher 122, 1913, S. 430. 

Textbild 2, unten: 3 „Acobecher". Museum Klageufurt. 
Prof. Dr. Oxe hat mich auf diese Stücke und auf die Tassen Fig. 3 
links und rechts aufmerksam gemacht; meine Skizzen sind mit 

7* 



— 1 ort — 

ßeiiützung seiner Photographicü f^ezp.ichnet. Die Kinzellieiteu niifl 
auch (He Anordnung- zeig:fn, dass diese 3 T3echer und die 4 Tassen 
auf Textbild o ans der gleichen Fabrik sind; das Deko- 
rationssystem des mittleren Bechers ist von den südg-allischen 
Töpfern übernommen worden, wie der Vergleich zeigt mit den 
Gelassen Tafel 1 Fig. C und 2 Fig. 1. 

Textbild 3, 3Iitte: Fundort vermutlich Oberitalien. Museum 
Stuttgart, Sammlung v. Wundt. Die Skizze dieser Tasse ist nach 
einer Photographie gezeichnet, die ich Prof. Dr. Gössler verdanke. 

Textbild 3, links und rechts: Museum Klagenfurt. 

Textbild 3, unten': Fundort und Museum Aquileja. Bruch- 
stück einer eben solchen Tnsse mit A. TEREX im Ornament. 
(In Abwicklung gezeichnet.) Das Motiv lechts ist in die frühesten 
südgallischeu Fabriken übergegangen. Diese 4 Tassen und die 
3 Becher Textbild 2 unten sind aus der gleichen Fabrik, die sehr 
wahrscheinlich in Oberitalien zu suclien ist. Ähnliche, aber nicht 
gleichartige Tassen sind besprochen bei Dechftlette I S. 39. — 
Zu A. Tereutius vergl. Oxe, VII. Bericht der 11. G. K. S. 13. 

Textbild 4, a und c: Fundort Arezzo, Sammlung Zaberer, 
Stuttgart. Fig. b: Fundort Arezzo; Albertinum Dresden. Diese 
Bruchstücke aus Arezzo sind zum Vergleich beigegeben, um ersicht- 
lich zu machen, wie nahe sich die späten Gefässe von Arezzo und 
die frühesten von Südgallien berühren. (Diese Stücke mit Stempeln 
sind von mir schon früher mit anderen Arezzo-Sigillaten publiziert 
Aislingen Tafel I und IL) 

Die Textbilder 5 — 13 sind im Abschnitt über die 
Chronologie besprochen. 

Textbild 14. Mainz, Rheinallee 1901, Stadt. Museum. Diese 
frühe Arbeit des Bassus ergänzt die auf Tafel 12 gegebenen Bei- 
spiele. Die Blättchen- oder Schuppendekoration ist auf Sigillata 
der Zeit des Claudius und der ersten Zeit des Nero häutig; zu 
vergleichen ist besonders Textbild 29 und Tafel 93. 

Textbild 15. Fundort Lezoux. Museum St.-Germain. Die 
Skizze ist nach einer Photographie gezeichnet, die ich Atkinson 
verdanke. Der Stempel ist weggebrochen, aber es ist sicher eine 
Arbeit des südgallischen Calus oder Calvus, von welchem sich auf 
Tafel 16 und 17 signierte Gefässe linden, die oben Seite 34 und 
35 beschrieben sind. Der kleine Amor mit gefangenen Fischen 
ist auch auf dem Mainzer Becher der Form 30 mit Modelstempel 
CALVS. F, Tafel 17, und die gleichen Halbkreise sind ebendort 



~ 101 ~ 

auf der Schüssel der Foim 29 mit tjteiupcl ('AL\'L Es ist also 
bei beiden Gefässeii der gleiche Töpfer, 

Textbild 16. Die Gefässe C, D, E bilden eine wichtige 
Ersfänzung der Gefässe A, B anf Tafel 27, die Seite 41 beschrie- 
ben sind. 

Fig. ('. Weisenau. lu. 3. 97. Stadt. Museum Mainz. Der 
Töpfer steht Carus und ^lelus sehr nahe, wie Tafel 20 zeigt 
und 56 A. 

Fig. D. Weisenau. Stadt. Museum Mainz. Obere Zone wie 
bei Carus Tafel 20 F. 

P'ig. E. Mainz. Stadt. Museum. Das unten noch zum Teil 
erhaltene Motiv Of. Orestio 17 hat auch M. Crestio, der aber viel 
später arbeitet. 




MIJ, 



« i ' i 1 > ( i IS ^M% 1 1) mit) M 



Textbilö 49. 



Textbild 17. Die Gefässe E, F, auch die Textbilder 36 
und 46 B, sind wichtige Nachträge zu den Gefässeu des M. Crestio 
auf Tafel 28, die oben Seite 42 beschrieben sind. 

Fig. E. Mainz. Stadt. Museum. Die Löwen zeigen, dass 
dieser Töpfer ein späterer Entlehner der Typen des Gennanus 
ist; genauer erörtert Seite 43. 

Fig. F. Mainz. 3. 11. 94. Stadt. Museum. Behandelt Seite 43. 

Textbild 18 oben: Weisenau. Stadt. Museum Mainz. Das 
Stück ist besonders interessant als Belog dafür, dass Dana noch 
die Volutendekoration verwendet hat. 

Unten: Mainz, Eheinallee 28. 7. 19oO. Stadt. Museum. Diese 
beiden Gefässe bilden einen Nachtrag zu dem Geffiss des Darra 
Tafel 32. das oVen Seite 45 beschrieben ist. 



— 102 — 

Textbild 19. Weisenau. 19. 2. 99. Stadt. Museum Mainz. 
Das Stück bjldet eine Ergänzung zu den Gefässen des Felix auf 
Tafel 32, die Seite 45 beschrieben sind. 

Textbild 20. Weisenau. 10.7.98. Stadt. Museum Mainz. 
Dieser Flavius Germanus hat nichts zu tun mit dem Germanus 
der Tafeln 34 — 39. Er ist ein Töpfer der Zeit Domitians und hat 
höchst^Yahrscheinlich in Banassac gearbeitet. Verzierte Gefässe 
dieses Töpfers scheinen selten zu sein. 

Textbild 21. Neuss. Slg. Sels 237, Museum Neuss. Rest 
eines frühen Gefässes der Foim 29. Das Blatt verwendet Fimio, 
Tafel 32, und bemerkenwert ist, dass es auch vorkommt auf den 
sehr frühen Kelchgefässen von Bregenz, Tafel 2 E und K, Tafel 
3 M und und auf dem Kelchgefäss Tafel 41 I von Neuss. Das 
Motiv der oberen Zone ist ganz ähnlich bei Bassus Tafel 12 D, 
Bassus und Coelus Tafel 13 Fig. IG, bei Ingenuus, Tafel 40 A 
und bei Daribitus Tafel 31 E; dieses feine Motiv darf nicht ver- 
wechselt werden mit ähnlichen gröberen Verzierungen späterer Zeit. 

Textbild 22, 1. Museum Günzburg. Interessante Variante 
der Becherform der Zeit Vespasians, die ich „Form 78" genannt habe. 

2. Museum Rottweil. Hübsche kleine Vase der Form 67. 
Vergleiche die signierte Vase mit Modelstempel CRVCVRO auf 
Tafel 29 Fig. A. 

3. Cannstatt. Slg. Knorr, Stuttgart. Sehr späte und rohe 
Variante der Form 78. Zeit Domitians. Das Stück ist interessant 
dadurch, dass es die spätere Entartung und das Ausklingen der 
Form 78 zeigt. Wahrscheinlich liegt eine sehr späte Arbeit des 
Germanus vor. — In Cannstatt kommt die eigentliche Form 78, 
die an den etwas älteren Plätzen Rottenbürg und Burladingen 
(siehe Seite 94 und Tafel 99) noch vertreten ist, nicht mehr vor. — 
Merkwürdig ist, dass Cannstatt so lange Zeit hindurch für das 
antike Clarenna gehalten wurde, und es erscheint notwendig, einige 
Worte über das Suchen nach dem antiken Clarenna der Peutinger- 
karte hier einzuflechten. Welche Mühe man sich gegeben hat, 
den Platz des antiken Clarenna auszuforschen, und wie sehr die 
verschiedenen Ansichten auseinandergingen, ist daraus zu ersehen, 
dass Clarenna in den letzten 300 Jahren an folgenden Orten gesucht 
wurde: zwischen Mengen und Ulm, in Tübingen oder Nürtingen, 
in Eöngen, in Ehingen an der Donau, in Lauterach, in Kirchheim 
unter Teck (noch 1916), in Weilheim oder bei Uhingen (noch 1912), 
in Zainingen, aber nicht in Donnstetten. Die herrschende Mei- 



103 



iiung-, die auch alle Kartenwerke beeiutliisst hat, war bis vor 
kurzem oder eigentlich bis heute: Clarenna ist Cannstatt. — In 
dem Werke Inscriptiones Baiuariae Romanae von Vollmer 1915 ist 
jetzt auf der archäologischen Karte und Seite 228 meine neue 
Gleichung DonnÄtetten-Clarenna aufgenommen, anerkannt 
und verwertet; Seite 213 und 214 bei „Clarenna" und „Donn- 
stetten" finden sich aber ganz ungenügende und irreführende Lite- 
raturangabeu. Wie Vollmer in seinen Vorbemerkungen sagt, war 
einer seiner württembergischen Vertrauensmänner oder Gewährs- 
männer Professor Hertlein. In allen meinen Mitteilungen, die 




Textbilö 50. 



sehr leicht ern-ichbar sind, ist der Zweck der Sigillataunter- 
süchungen : Ausforschung und Festlegung von Kastellplätzen, Grenz- 
anlagen etc., angegeben. Noch in „Die Altertümer des Oberamts 
Heidenheim" 1912 Seite 94 lässt Professor Dr. F. Hertlein „un- 
entschieden, ob Clarenna etwa in Weilheim oder bei 
Uhingen zu suchen ist"; Hertlein hat also damals jedenfalls 
noch nicht Clarenna in Donnstetten gesucht oder gar gefunden. — 
Die Literaturangaben Vollmers sind einer Richtigstellung oder 
Ergänzung sehr bedürftig. Ich habe, der herrschenden Meinung 
entgegen, als erster die Strecke Grinario-Clarenna-ad 
Lunam der Peutingerkarte mit Donnstetten in Verbindung 
gebracht und bin seit 1907 und vor 1911 dreimal dafür 
eingetreten, dass Donnstetten das antike Clarenna ist (Rottweil 
1907 S. 45, Fussnute; Fundberichte aus Schwaben XVI S. 56; 
Fimdberichte a. Schw. XVIIT S. 34 und 35). Schon in „Cannstatt" 
(1905) und dann besonders in „Rottweil-' (1907) habe ich viele 



~ 104 — 

Doimstettensigillaten publiziert und mitBestimmtlieit ausgesproclieu: 
,, I) u n s t e 1 1 e n m u s s , n a c h s e i n er S i gi 1 1 at a z u s c h ] i e s s e 1), 
ein Platz von mindestens ebenso grosser Bedeutung 
gewesen sein wie Küngen ((jlri-nario) und Urspring 
(ad Lunani?). Vielleicht sind Buchner, Leichtlen und 
Z a n g e ni e i s t e r nvi t i h r e m L ö s u n g s v e r s u c h d e r C 1 a r e n n a- 
frage der Wahrlicit doch ziemlich nahe gekommen. — 
(Vergl. 0. It. L. Urspring, S. 3.3)." — An anderer Stelle habe 
ich, lange vor llertlein, ausgeführt, dass durch meine genaue 
Prüfung der Donnstettensigillaten „die Bedeutung und der 
Charakter des i'öniischcn Donnstett en in ganz anderes 
Licht gerückt ersclieint als bisher", habe noch einmal betont, 
dass und warum ich Donnstetten für das antike Clarenna 
halte, und habe gesagt: „Donnstetten ist jedenfalls als Römerplatz 
sehr ernst zu nehmen und ein sicher ergebnisreicher Ort für 
Kastellgrabungen." — In der Studie: Terrasigillata von Rottweil, 
Geislingen und Heidenheim (Fundberichte aus Schwaben, XVIII 
S. 34 und 35), die Hertlein zweifellos auch gelesen hat (eine 
damals an mich gerichtete Anfrage Ilcrtleins bezieht sich auf 
diesen Aufsatz), ist dann neben anderem die Kastellreihe „Röthen- 
berg-Waldmössingen-Sulz- Geislingen -Gomadingen-Dounstetten-ür- 
spring-Heidenheim" besprochen und ebenso die Querlinie „Urspring 
(ad Lunam '?)-Donnstetten (Clarenna yj-Köngen (Grinario)". Ebendort 
ist bemerkt: ..Wenn man auf der jedem Kastellheft des limes- 
werkes beigegebeneu Übersichtskarte den Verlauf der Kastellreihe 
Oannstatt-Köngen-Urspring-Faimingen betrachtet, so fällt die Strecke 
Köngen-Urspring durch ihre Länge so sehr .auf, es fehlt hier ein 
Kastell, es klalft gerade hier eine deiartige Lücke, dass ich da- 
durch und durch Sigillatafunde zu der Überzeugung gekommen 
bin, dass Donnstetten als Kastell sich erweisen wird. (Die 
Karte der älteren Lieferungen des Limeswefkes gibt sonder- 
barerweise gerade dieses wichtige Gebiet falsch wieder; die Fils 
ist ganz weggelassen und die Lindach ist falsch als Fils be- 
zeichnet.)" Dass ich bei meiner neuen Aufstellung nicht nur die 
Sigillata, sondern auch die Ortsnamen und Ortsentfernungen ge- 
prüft und berücksichtigt habe, ist selbstverständlich. Ich bin also 
zuerst und wiederholt dafür eingetreteu, dass Donnstetteu ein 
Kartell und dass es das antike Clarenna ist, bin aber 
mit meiner Aufstellung zunächst völlig alleingeblieben. (Die spätere 
Untersuchung der Sigillaten und der Verhältnisse von Donnstettefi 



— 105 — 

vuii audeier Seite, vergl. Fuiulberichte aus Schwaben XVI (1909) 
S. 51 und Beschreibung des Oberamts Urach 1909 8. 165, folgte 
auf meine Verötfentlichuug vieler Donnstettensigillaten und meiner 
Notiz in Kottweil 1907 S. 45). 

Es erscheinen deshalb die Erörterungen und Begründungen 
in den im Inschriftenwerk von Vollmer S. 213 und 214 zitierten 
Arbeiten Hertleins von 1912 reichlich verspätet, so wertvoll und 
dankenswert diese eifrige Zustimmung zu meiner Aufstellung ist. 
Dabei ist die Behauptung Hertleins, dass die Gleichung Donn- 
^tetten = Clarenna ..einer alten Vermutung" entspreche, die 





3 i^^f 



n 



Textbüö 51. 



ich „wieder aufgenommen" habe, nicht richtig, soweit Donnstetten 
in Frage kommt; gerade Donnstetten war im Gegenteil immer 
unglaublich unterschätzt worden als Kömerplatz, und eist meine 
Sigillatauntersuchungen haben dem eih Ende gemacht. Es ist 
nicht unwichtig für diese Forschungen, dass man sich klar bleibt, 
durch welche Untersuchungen ein Fortschritt erzielt und fester 
Boden gewonnen wurde, und es ist nicht gut, dass in dem Werke 
von Vollmer zwar eine neue Feststellung verwertet wird, aber 
die Sigillatauntersuchungen, welchen dieser wenn auch kleine, so 
doch recht hübsche Fortschritt zu verdanken ist, vollkommen ver- 
schwiegen sind. Meine Gleichung Donnstetten =CIarenua ist 
deshalb nicht ganz belanglos, weil mit dieser Ausfüllung einer 
bisherigen Lücke endlich richtiggestellt ist, dass die römische 
Wegstrecke Grinario-Clarenua-ad Lunam durch das Lenninger Tai 



— 106 — 

über Guteuberg lief, und über Donustetteu imd ürspring die 
Schwäbische Alb durchquerte, und nicht über Weilheim (oder bei 
Uhiugen) oder gar, wie bei der Gifeichung Clarenna=Canustatt, über 
Cannstatt und das Remstal hinauf zum Rätischen Limes ging. — 
Die Gleichung Donnstetten = Clarennaist also eine entscheidende 
Anregung zu beträchtlicher und befriedigender Änderung der 
archäologischen Karte, und in Vollmers Inschriftenwerk — einer 
Veröffentlichung der K. Bayerischen Akademie der Wissenschaften 
in München — hätten hier namentlich auch deshalb richtigere, 
kurze Literaturangaben über die Entstehung der neuen Aufstellung 
beigegeben werden sollen, damit die Nachprüfung und Kritik der 
Gründe, die mich dazu geführt haben, erleichtert oder ermöglicht 
wäre; denn die von Vollmer angeführten Darstellungen Hertleins 
von 1912 und 1913 sind so ungeschickt abgefasst, dass jeder, der 
über die vorhergehenden Arbeiten nicht sehr gut unterrichtet ist, 
zu der ganz falschen Ansicht verleitet wii*d, er, Hertlein, habe 
die Sache zuerst aufgestellt, und es handle sich im übrigen um 
eine „alte Vermutung". Hertlein, der noch 1912 Clarenna in 
Weilheim oder bei Uhingen vermutet hat, hat 1912/13 
nur bestätigt, dass meine schon zwischen 1907 und 1911 wieder- 
holt von mir vertretene Aufstellung Clarenna = Donnstetteu 
seiner Nachprüfung standhält. — Die Nachlässigkeit Vollmers 
in diesem Fall ist um so störender, als im gleichen Werke nicht 
gespart wird mit Anführung und Mitteilung belangloserer Sachen 
und weil sonst die Verfasser von solchen Publikationen selbst in 
ganz äusserlichen, unwichtigen Dingen peinlich genau sind und 
nicht einmal das Geringste, ganz Nebensächhche versäumen, son- 
dern sich lieber den Finger abbeissen.*) 

Textbild 23. Weisenau 18. 1. 99. Stadt. Museum Mainz. 
Sehr schöner Becher der Art des Masclus. Zu vergleichen sind 



*) Fniulbericlite aus Schwaben 22/24 Seite 62 sagt F. Hang: „Clarenna 
winde dann seit (?) der Entdeckung römischer, auch militärischer Funde bei 
Donnstetten auf der Alb gesucht." Dna ist nicht richtig. Entdeckt oder ge- 
funden waren diese Fundstücke von Donnstetten schon längst; aber niemand 
suchte ein Kastell oder Clarenna in Donnstetten ; das geschah zuerst durch meine 
Publikation von Donnstetten -Sigillaten in „Rottweil" (1907) mit Fussnote S 45. — 
Haug nimmt sich in Fundberichte 22/24, S. 62 Fussnote, sehr freundlich meiner 
an, zitiert aber die Arbeiten, in denen ich mich zu dieser Sache geäussert habe, 
nicht richtig ; Eottweil 1907 S. 45 fehlt, und Haugs Hinw eis auf Fundberichte 
20, 1912 S, 35 ist ein Versehen; dort findet sicli keine Mitteilung von mir. 



— 107 — 

die signierten Arbeiten dieses Töpfers Tafel 52, «7 G, H, 9« A und 
und Textbild 41, die oben Seite 58 uud 59 behandelt sind. 

Textbild 24. Weisenau. Stadt. Museiun Mainz. Hübsche 
Schüssel des Matugenus; Nachtrag zu Tafel 53 und Seite 60. 

• Textbild 25. Stadt. Museum Mainz. Rest einer Schüssel 
des Malus; Nachtrag zu Tafel 56 und Seite 61. 

Textbild 26. Mainz, Rheinallee 28. 7. 1900. Stadt. Museum. 
Nachtrag zu den drei seltenen Gefässen des Namus Tafel 60. 
Alle diese vier Gefässe sind im Juli 1900 am gleichen Fundplatz 
gefunden. Naraus ist behandelt Seite 64. 

Textbild 27. Mainz, Rheinallee 28. 7. 19nu. Nachtrag zu 
den vielen Gefässen des Senicio Tafel 75 — 77, beschrieben S. 75. 
Zu vergleichen ist auch Seno (liöchstwahrscheinlich Kui-zname von 
Senicio) Tafel 78. 

Textbild 28. Weisenau, Februar 1915. Stadt. Museum 
Mainz. Dieser Urvoed ist ein besonders interessanter früher 
Töpfer. Die Schüssel ist publiziert Mainzer Zeitschrift X S. 79. 

Textbild 29. Stadt. Museum Mainz. Charakteristisches 
Beispiel des Schuppenornaments der mittleren Zone. Zu vergleichen 
sind besonders das Gefäss des Bassus Textbild 14 und die Bei- 
spiele auf Tafel 93. Das untere Rankenornament wie bei Carus 
20 D, oben: auch wie Textbild 51 B und Aislingen Tl»fel II. — 
Alt des Namus. 

Textbild 3o, Weisenau 1912. Stadt. Museum Mainz. Hüb- 
scher Becher etwa der Zeit Neros; der Eierstab wie auf dem 
Becher Tafel 95 D. 

Teiitbild 31. Weisenau 9. 1912. Stadt. Museum Mainz. 
Becher mit hübschen Viktorien an einem zierlichen Altar. Der 
Speer der Minerja ist von dem Modeltöpfer in sehr schlauer AVeise 
unter Verwendung von Punzen und des Perlstabrädchens ergänzt. 
Etwa Zeit des Nero. Die gleiche Minerva, aber sehr verdorben, 
findet sich noch auf den späteren Gefässen Tafel 98 C und 99 G. 

Textbild 32. Museum Rottweil. Viele Bruchstücke einer Vase 
des seltenen Typus Textbild 34 and Tafel 100 A. Das Blättcheu 
des Rankenoniaments verwendet auch noch M. Crestio, wie Text- 
bild 17 F zeigt. Zeit Nero-Vespasiau. — Auf der Rückseite haben 
die Scherben solcher Sigillatavasen keinen Farbüberzug; die 
Mündung dieser Gefässe muss also klein gewesen sein. — Das 
sogenannte »Geheimnis der Terrasigillata'-, d. h. die Frage der 
Zusammensetzung des roten Farbüberzugs, spielt keine geringe 



— 1 08 — 

liOlle in den Unterhaltungen derer, die nichts anderes zur Sache 
zu sagen wissen und sich durch sensationelle Mitteilungen wichtig 
machen wollen. Was dieses „Geheimnis" betritFt, so habe ich 
meine Meinung in Terrasigillata-Gefässe von Rottenburg-Sumelocenna, 
1910, S. 7, Fussnote, ausgesprochen und bin in meiner Auffassung 
seither nicht w^ankend geworden; nicht einmal dadurch, dass in 
überaus geistreicher Weise der Geist Böttgers gegen mich zur 
Hilfe gerufen worden ist („Die Saalburg" Xr. 27); Böttger war, 
das wird dabei übersehen, nicht nur ein glücklicher Erfinder, 
sondern auch ein Fälscher (seine ersten Produkte haben chinesische 
Marken); ausserdem war er — als Goldmacher — ein Charlatan. 
Böttger hatte doch nicht die Verpfiiclilungen eines Archäologen, 
sondern seine spezielle Aufgabe war das Fälschen und das 
Goldmachen. Auch gibt es in Deutschland keinen chinesischen 
Sigillataimport zu bekämpfen. Bestärkt in meiner Auffassung 
wurde ich namentlich auch durch das gegen (!) mich geltend 
gemachte Argument, dass (offenbar nra ein lukratives Geschäft zu 
machen) von den Interessenten in langwierigem Prozess 
um das Reichspatent des technischen Verfahrens ge- 
stritten worden sei; — alle Achtung vor diesem schönen Be- 
weis industrieller Regsamkeit; aber was haben derlei Dinge mit 
römisch-geiAanischer Forschung zu tun? Ich habe eben nun die 
vielleicht jetzt veraltete Anschauung, dass Gelderwerb und Alter- 
tumsforschung zwei' ganz verschiedene Dinge sind. Diese plumpen 
und albernen Sigillatanachäffungen oder Fälschungen erkennt 
übrigens jeder, der sich ernstlich mit Sigillata beschäftigt, sofort 
als solche; darüber können die begeisterten Freunde dieser Fäl- 
schungen ganz beruhigt sein. Aber im allgemeinen, beim grossen 
Publikum, wird das Vertrauen in die bisherige absolute Sicherheit 
der Echtheit aller Sigillatastücke durch solche Fälschungen merk- 
lich untergraben, was für die wirkliche Sigillataforschung kein 
Nutzen ist. Das zweifelhafte Verdienst, dies nicht ganz klar er- 
kannt zu haben, bleibt also dem bekannten Verfasser von Saal- 
burggeschichten und Mitarbeiter des Saalburgblättchens, und dieses 
Verdienst kann ihm nicht abgestritten werden. Herr Direktor 
Karl Blümlein mag sich beruhigen: zur Beantwortung der Frage 
,.Wie wurde denn eigentlich die Sigillata hergestellt," ist jedenfalls 
von anderer Seite unendlich mehr beigetragen worden, als von 
ihm und seinem Kreis; er ist dabei V(3llig überflüssig und kann 
nichts nützen, sondern nur schaden. Blümlein spielt sich der 



— IdO — 

Ötfentlichkeit gegenüber als Sigülataforscher, als ^wahrer Forsch^i- 
auf, hat aber bis jetzt ängstlich vermieden, sich als solcher zn 
legitimieren; er lebt ja bis jetzt in dieser Beziehung sozusagen 
von den Keflexen, die von den von ihm behandelten Sigillata- 
schriften auf ihn fallen. Er sollte nun nicht länger geheimhalten, 
welche selbständige, ernstzunehmende Sigillataarbeit von Wert 
gerade ihn geeignet erscheiuen lässt, z. B. über die Art und Weise 
der Publikation alter Sigillata zu urteilen. — Es liegen jetzt 
schon reichlich Anzeichen vor, die mich in die glückliche Lage 
versetzen, mit Seelenruhe abwarten zu können, ob die durch die 
Lärmtrommel des Herrn Karl Blümlein vermittelten Tonprodukte, 
oder ob die von anderer Seite gelieferten ^lauersteine brauch- 
bareres und tragfähigeres Baumaterial für die Bauleute der rö- 
misch-germanischen Foi*schung bilden werden. — Ganz anders 
liegt der Fall, wenn ernste Forscher, wie Drageudortf oder Ludowici, 
nebenbei auch die Frage des Sigillata-Farbüberzugs erörteni. 
Blümlein aber, der zur Sigillataforsehung nicht das Geringste bei- 
getragen hat, wendet sich in Zeitungsartikeln an die Geldgier 
und versichert den Wiederertindern, es sei im Fall des Gelingens 
„ein lukratives Geschäft zn machen". — Ich wundere 
mich ein wenig, dass Herrn B. nicht auch von anderer Seite ent- 
gegengetreten wird; wie es scheint, hat diese Scheu ihren Grund 
darin, dass B. gelegentlich als Rezensent archäologischer Schriften 
auftritt: dieser Umstand darf aber nicht abhalten, dem Blümlein- 
schen Unfug entgegenzutreten, denn Lob oder Anerkennung von 
selten dieses Herrn ist sicher weit fataler, als eine absprechende 
Beurteilung, durch die B. sein Mütchen zu kühlen sucht. — Die 
Lösuug des „Geheimnisses" der Terra-Sigillata wird von einer 
Seite kommen, von welcher sie am wenigsten erwartet wird; das 
Dringendste aber ist vorläufig die Publikation echter Sigillata. 

Textbild .33. Xymegen. Sammlung Kam 22. Seltene 
Sigillatafeldflasche. Dekoration und Einzelheiten zeigen, dass sie 
ein Produkt von La Graufesenque ist. Zeit Vespasians. i 

Textbild 34. Windisch. Mus. Vindonissa, Brugg. Pracht- 
geföss in der Art der Gefässe Textbild .32 und Tafel 100 A. 
Schon in Knorr, Terra-Sigillata von Aisliugen, HM:^ beschrieben 
und abgebildet. Nachträglich fand ich im Museum in Aarau ein 
weiteres Bruchstück, das ich Tafel 90 H abbilde. 'J'extbild 34 hat 
oben den Ro^^t fmor Sjo-natnr: VS oder SA. - "-^An.imis? Mn^HiVS? 
i,Jerman]VS ;- 



- llo — 

Textbild 35. JMu.seum Köln 7543. Dieses Bodenbruchstttok 
mit Steiiii»elrest zeigt, dass Celadus in seiner späteren Zeit sich 
mit Crucuro, M. Oestio, Meddilhis und anderen berührt. Nachtrag 
zn Tafel 21, mit Text Seite 38. 

Textbild 36. Sehr wahrscheinlich Bingerbrück. Museum 
Kreuznach. Diese Schüssel mit dem Modelstempel M. CRESTK) 
ist interessant, weil sie zeigt, dass die beiden Gladiatoren nicht 
nur benützt werden von dem AIF]RCATO stempelnden Töpfer, 
Tafel 57 ; das Blatt hat auch Coelius, wie T^fel 23 A zeigt. Text- 
bild 36 ist Nachtrag zu Tafel 28 und Textbild 17 E, F und 46 B, 
behandelt Seite 42 und 43. 

Textbild 37. Sehr wahrscheinlich Bingerbrück. Museum 
Kreuznach. Bodenstück einer Schüssel Dragd. 29 mit Stempel 
INGENVI, rückläufig. Nach Stil und Art Zeit Vespasians. Wenn 
es der gleiche Ingenuus ist, der die Gefässe Tafel 40 A, B, 41 F 
und 42 Q gemacht hat, müsste er sehr lange Zeit, über 40 Jahre, 
gearbeitet haben, was ja nicht unmöglich ist; wahrscheinlicher ist 
mir, dass es zwei verschiedene Töpfer sind. Es könnte sich auch 
so verhalten, dass der Ingenuus Textbild 37 der gleiche ist, wie 
Tafel 41 F und 42 Q, und dass der Töpfer Tafel 40 A, B ein 
anderer, sehr früh arbeitender Ingenuus ist. Die Sache kann sich 
nur befriedigend aufklären durch noch mehr bekannt werdende 
signierte Exemplare. 

Textbild 38. Museum Köln, 2527. Reste einer 29-Schtissel 
mit Stempel OF. LABIONIS. Nachtrag zu Tafel 44 und Text- 
bild 43. — Das Stück ist schon publiziert von DragendorflF, Terra- 
sigillata, 1895, Seite 129, Fig. 20; aber Drageudorfis Zeichnung 
ist sehr wenig gut und der Stempel ist nicht genannt. 

T e X t b i 1 d 39. Bingerbrück ? Museum Kreuznach. Rest eines 
Bechers der Art des Masclus, Tafel 52, oder auch des Albinus, 
Tafel 5. Zeit Neros. 

Textbild 40. Sehr wahrscheinlich Bingerbrück. Museum 
Kreuznach. Die Schüssel ist wichtig, weil durch sie viele neue 
Tj'pen des Passenus bekannt werden. Zeit Nero-Vespasiau. Nach- 
trag zu Tafel 62, 63, 64. 

Textbild 41. Schitferstadt. Museum Speyer. Sehr schöner 
Becher mit dem Rest der Signatur des Masclus: MA links 
im Ornament; der Stempel ist bisher nicht bemerkt worden. Das 
Stück ist typisch für Masclus und beweist durch seine fast zu 
schön gezogenen Ranken, wie geschickt der Mann war, denn diese 



— in - 

•Stiele wiirdun iii den Model eingezeichnet; sie jnussten also in 
die Innenfläche des Zylinders des Negativs gezeichnet werden. 
Nachtrag zu den signierten Masclusgefässen Tafel 52, 87 G, H 
und 98 A. Auch der Becher Textbild 23, zwar nicht signiert, ist 
sicher von Masclus. — Vergl. Text Seite 58 und 59. 

Textbild 42. Kastell Kheingönheim. Museum Speyer. 
Schüssel mit Stempel OF. BASSI COEL. Zeit Neros. Das Kastell 
war, nach Barthel, von der Mitte des Jahrhunderts bis zum Jahr 74 
besetzt. — Nachtrag zu Tafel 13 und Seite 31. — Über das Kastell 
Rheingönheim finden sich Mitteilungen im VIT. Bericht der Röm.- 
Germ. Kommission, Seite 184—192. — Die beiden Tiere der 
Rheingönheimer Schiissel sind ebenso auf der Schüssel Ritterling 
Hofheim 1913 Tafel XXIII 1. 

Textbild 43 links. Kastell Rheingfjnheim, Baracke 1. 
Museum Speyer. Zeit Claudius-Nero. Dieser Albus scheint be- 
gonnen zu haben, unter dem Wulst den horizontal laufenden Blätter- 
kranz anzubringen, der dann namentlich von Passenus sehr geni 
angewandt ist. Die späteren Abarten dieser Dekoration sind auf 
den frühesten Rottweilgefässen sehr häufig zu sehen. — Nachtrag 
zu Tafel 5 A, B. 

Rechts : Rheingönheim, Gräberfeld Gr. 149. Museum Speyer. 
Mit Stempel OF. LABIONIS. Zeit Neros. Nachtrag zu Tafel 44 
und Textbild 38; Text Seite 54. 

Textbild 44. Rheingönheim, Grabfund, 17. 6. 13. Museum 
Speyer. Schüssel mit Stempel COSIRV. Zeit Vespasians. Nach- 
trag zu Cosius Rufus, Tafel 24, Text Seite 40. 

Textbild 45, Fig. A. Museum Günzburg. Mit Stempel 
OF. IVCVNDI. Zeit Vespasians. 

Fig. B. Museum Günzburg. Mit undeutlichem Stempel OF. 
IVCVN. Gefässe dieser Art und mit diesem Stempel sind in Rott- 
weil sehr häufig. Zeit Vespasians. Fig. A und B ist Nachtrag 
zu Tafel 43 und 44. Bemerkenswert ist die nahe Verwandtschaft 
mit Mercato und Vitalis. 

Fig. C. Museum Günzburg. Teil einer Schüssel Dragd. 29 
mit dem gleichen Motiv, das auch auf dem Prachtgefäss von Hartlip, 
Tafel 100 A rechts und links von de;- Leda, sich findet. (Diese 
Skizze Tafel 100 A hat ausnahmsweise etwas mehr als halbe wirk- 
liche Grösse.) Das Günzburger Stückchen stammt aus der Zeit 
Neros oder Vespasians, und in die gleiche Zeit wird das Gefäss 
von Hartlip fallen. 



— 112 - 

Tox tbild 46, Fig. A. Museinii Günzbms. Toil eines IJechors 
Dragd. 30 mit dem Modelstempol PAV'LLI. wIp auf den Stücken 
Kuorr, Rottweil 1907 Tafel XIV Fig-. 7 und Ritterling, Wiesbaden 
Tafel VI Vi und IX 60. Tiipfer der Zeit Vespasian-Domitian. 
Nachtrag- zu Tafel 65. 

Fig. B. Museum Günzburg-. Splitter einer 37-Schüssel mit Model- 
stempel M. CRKSTIO. Nachtrag zu Tafel 28 und Textbild 17 u. 36. 

Fig. C. Museum Günzburg. Von einer Schüssel des GrERMA- 
NIF. SER stempelnden Tüpfers. Nachtrag zu Tafel 34—39. Zu 
vergleichen ist Rottweil 1907 Tafel VIII 2 und 7. Nur das R 
ist erhalten. 

Textbild 47. Museum Günzburg. Diese Schüssel bildet 
eine wertvolle Ergänzung der signierten Gefässe des MERCATO 
auf Tafel 57. Man beachte die nahe Verwandtschaft mit Vitalis. 
Zeit Domitians. — Im Museum in Kreuznach notierte ich mir ein 
weiteres Bruchstück mit dem Löwen wie Type Biragil 6 und mit 
diesem Au-ssenstempel des ^lercato. 

Textbild 48. Museum Köln 4270. Flüchtige Reiseskizze 
eines Bechers in der Art etwa des Masclus. Zeit Neros. 

Textbild 4!>. Stadt. Museum Mainz. Zierlicher Becher; 
etwa Zeit Neros. 

Textbild 50. Fundort wahrscheinlich Epfach. Sammlung 
des Hist. Vereins von Überbajern in München, Nr. 1335. Schüssel 
des entarteten Stils des Natalis; zu vergleichen ist Text S. r.4— 66 
und Tafel 61, Mitte. Zeit Oomitian-Trajan. 







Tcxtbilö 52. 



Im Interesse der Sache und um zugleich einen kleinen Beitrag 
zu geben zur Entwicklungsgeschichte, der neueren Sigillata-Forschung, 
darf ich vielleicht einige Wünsche anschliessea und motivieren, 
deren freundliche Erfüllung und Berücksichtigung nicht nur die 
allgemeinere Nutzbarmachung nachweisbar fördernder neuer Sigil- 



— 113 — 

lata-Publikationeu wesentlich ciieichtern, sondern auch das Ver- 
öffentlichen neuer wissenschaftlicher Feststellungen leichter 
ermöglichen würde. Obgleich in den letzten 14 Jahren erschienene 
tührende Sigillata-Arbeiten längst und fortdauernd von allen Stellen, 
die mit Terra-Sigillata zu tun habeu, anerkannt, benützt und ge- 
nannt werden, so sind doch noch in 1912 und 1914 erschienenen 
Nachschlagwerken zur deutschen Geschichte oder der Einwirkungen 
Roms in Germanien und bei ähnlichen Gelegenheiten, welche die 
Römer in Deutschland und die Sigillata-Literaturbetre f f e n, 
gerade Arbeiten, die neues Material in Abbildungen, 
neue Forschungsergebnisse und neue fördernde For- 
schungsweise brachten, nicht genannt, oder es wird 
höchstens indirekt auf einen Bericht, oder auf andere, nicht 
immer zuverlässige ^Mitteilungen aus z^^eiter Hand hingewiesen. 
In einem Fall erhalte ich fast den Eindruck, als ob eben einige 
mehr oder weniger veraltete Büchlein, die gerade zur Hand waren, 
und die Produkte befreundeter Personen erwähnt wären. Derlei 
wirkt auf' solche, die nicht sehr gut unterrichtet sind, ausser- 
ordentlich irreführend; es entsteht dabei, wenn auch unbeabsichtigt, 
ein unklares oder falsches Bild des Entwicklungsgangs und des 
Fortschritts dieser Untersuchungen, Für diese Forschungen ist es 
durchaus nicht gleichgültig, sondern recht wichtig, dass ungetrübt 
bleibt, durch welche Art oder Methode, durch welche Forschungs- 
technik und durch welchen Forscher Vertiefung, Fortschritt und 
Belebung erzielt wurden. Neue Forschungsresultate sollten un- 
mittelbar aus erster Hand und ungehindert zur Kenntnis und zur 
Wirkung gelangen können. Deshalb ist auch die Klärung von 
Prioritätsfragen für den Fortschritt und das Gedeihen dieses 
Forschungszweigs nützlich und jede Trübung schädlich. Es darf 
vielleicht hier der Wunsch geäussert werden, es möchten so gute 
Gelegenheiten, mit so geringen Kosten und Mühen den ..Respekt 
vor der Scherbe'' zu zeigen, die nennenswerten Arbeiten zu nennen 
und damit das Gefühl für die Wichtigkeit dieser Kleinfunde auch 
in Fernerstehenden zu wecken, noch besser benützt werden. — 
Von die Sache ungemein schädigender Wirkung ist es, wenn ein- 
seitige Parteinahme oder die Aversion gegen die Arbeiten luiderer 
oder die Unwissenheit so weit geht, dass neuen Feststellungen 
(die sich dann später als wichtig genug herausstellten), so begegnet 
wird wie im folgenden. (Zu vergleichen ist dabei neben Cannstatt 
1905 besonders: Die verzierten Terra-Sigillata-Geßsse von Rott- 

K n 1- r , Tupfer verzierter SigUlata. "> 



- 114 — 

weil 1907, namentlich S. 10 tf., S. 39, 43 und Tafel XIX Fig. 15, 
16, 17; Die verzierten T.-S.-Gefässe von Eottenburg-Sumelocenna 
1910, Seite 9 und 11, 32 und Textfigur 15.) Nachdem schon am 
5. Dezember 1905 an Herrn Professor Dr. Dragendorff von Stuttgart 
aus eine (am 28. März 1906 freundlich beantwortete) Mitteihmg 
abgesandt worden war über Untersuchungen von in Süddeutschland 
und dem Ehein- und Moselgebiet gefundenen Sigillaten, 
mit kurzer Ankündigung „bisher unbekannter Fabriken 
(in Deutschland), deren allgemeinere Kenntnis die 
noch nicht bestimmbaren Fabrikate auf einen ziemlich 
kleinen Rest bringen würde, dessen vollständige Auf- 
arbeitung dann vollends leicht wäre", ist die erste, mit 
der unten und oben genannten in Beziehung stehende Mitteilung 
über den bisher nicht bekannten deutschen Arbeitsort der Töpfer 
Amator, Censorinus und Dexter und über das Verbreitungsgebiet 
ihrer Ware (17. Oktober 1906), abgeschickt worden an einen 
bekannten Verein im Rheinland, dessen damaliger Präsident als 
Sachverständiger in Keramikfragen galt, dem eine Freude zu 
machen beabsichtigt war; der Einsender hat aber vergeblich auf 
Beantwortung oder Rücksendung seiner Mitteilung gewartet, welche 
die Anfrage enthielt: „ob eine kleine Studie von mir über bisher 
nicht näher bekannte Sigillatafabriken in das nächste Heft der 
, Bonner Jahrbücher' aufgenommen werden kann. Die Belegstücke 
müssten notwendigerweise in Abbildungen nach meinen Zeichnungen 
beigegeben werden und würden etwa 4 — 5 Tafeln beanspruchen. 
Es handelt sich um Sigillaten, die namentlich auch in der Wetterau 
und vom Main rheinabwärts eine grosse Rolle spielen und welche, 
wie ich aus dem neuesten Limesheft 27, Kastell Kapersburg, er- 
sehe, bedauerlicherweise eine einwandfreie Bestimmung nach 
Zeit und Herkunft nicht erfahren können, weil bisher, fast gar 
nichts darüber gearbeitet oder bekanntgegeben worden ist. Es 
sind verzierte Sigillaten der Form 37, die sich durch ihren Stil 
scharf von Lezoux-, Rheinzabern- und Heiligenberg- Sigillaten los- 
lösen lassen. Dieser Gruppe gehören z. B. die Töpfer an, welche 
stempeln : AMATOR, Cas'SOR und DEXTRI. Eine grosse Anzahl 
bisher nicht bestimmbarer Scherben der Wetteraukastelle könnte 
an Hand meines Materials besser gesichtet und gedeutet werden, 
ebenso sehr viele der innerhalb der Punkte Nancy, Metz, 
Luxemburg, Köln und Koblenz gelegenen Fläche ge- 
fundenen verzierten Sigillaten.-' — Ein glücklicherweise 



— 115 — 

verciuzeltes oder seltenes Vorkomnmis, das sicher nur einer Person 
zur Last fällt und nicht verallgemeinert werden soll, das sich 
aber wiederholen kann, trat dann — Mai 1907 — in Erscheinung: 
es wurde die Veröffentlichung der kurzen vorläufigen Mitteilung 
neuer Feststellungen über die schon oben berührte Sigillatafabrik 
Westdeutschlands in einem Korrespondenzblatt, dessen Schriftleiter 
zugleich Museumsdirektor ist, mit sehr schlecht angebrachter 
Dreistigkeit zu hintertreiben gesucht, und nicht einmal 
die erbetene bescheidene Aufnahme und Erwähnung 
wenigstens in einer Fussnote der von dem betreffen- 
den Museum geplanten Veröffentlichung wurde zu- 
gesagt. Erst später und erst dann, als man dort erkannte, 
dass der so hässlich Behandelte die Unterdrückung seiner durch- 
aus neuen, wie sich daun zeigte, wertvollen ^Mitteilung nicht zu 
dulden gewillt war und einen Strich durch die Rechnung gemacht 
hatte, wurde die kleine Notiz aufgenommen im Korrespondenz- 
blatt der Westdeutschen Zeitschrift 1907 Spalte 114 („In 
Trier fabrizierte Sigillaten und ihr Verbreitungsgebiet"), und es 
ist dabei wohl zu beachten: schon im April 1906, also lange vor- 
her, hatte dem Verfasser die Direktion des Museums schriftlich 
die erbetene Erlaubnis der wissenschaftlichen Verwertung und 
der Publikation des schon im September 1905 vom Verfasser ge- 
zeichneten, im Museum Trier damals ausgestellten (aber dort nicht 
verstandenen und in seiner Bedeutung nicht erkannten) Materials 
erteilt (es handelt sich hier um ganz unscheinbar aussehende 
Modelbrocken); später hatte dann die gleiche Direktion diese 
schriftliche Zusage ganz vergessen ; die Bearbeitung der verzierten 
Sigillaten dos Museums wurde einer wissenschaftlichen Hilfskraft 
übertragen, die in Sigillata keinerlei Erfahrung oder Selbständig- 
keit hatte. Es kann nicht der geringste Zweifel darüber bestehen, 
wer sich zuerst mit Erfolg der Erforschung dieser Sigillaten zu- 
gewandt und den in Betracht kommenden Stellen zutreffende Mit- 
teilungen gemacht hatte, und wer erst später hinzutrat. Im Röm.- 
germ. Korrespondenzblatt 1910 Seite 14 ist wesentlich deutlicher 
als im Bericht IV 1910 Seite 73 zugegeben, dass der Verfasser 
als erster die Aufmerksamkeit auf die stark arbeitenden iii.d noch 
wenig bekannten ostgallischen Töpfereien von Trier und Heiligen- 
berg mit ihren Abzweigungen gelenkt, und eine Liste der dort arbei- 
tenglen Töpfer und instruktive Beispiele in Abbildungen mitgeteilt 
hat; welcher Art die verzierten Fabrikate von Trier und 

s* 



— 116 — 

Heiligenberg siud,^ darüber war aber vorlier nicht etwa nur 
wenig, sondern gar nichts bekannt *). Der Verfasser Jiat selbst, 
schon vor vielen Jahren, Originalstücke Trierer Sigillata dort und 
in Köln gesammelt, die er teilweise schon längst dem Museum in 
Stuttgart geschenkt hat; es gründete sich also sein viel älteres 
Resultat nicht nur auf Material des Museums Trier, sondern auch 
auf das seiner Privatsammlung und übrigens auch auf das vieler 
anderer Museen. — Die anfängliche Verweigerung und die Ver- 
zögerung der Aufnahme der vom Verfasser eingesandten kleinen 
Notiz in das Korrespondenzblatt hatte ihre Ursache nach Angabe 
der Direktion (und zugleich Redaktion) darin, dass eben diese viel 
später an die Sache herangezogene wissenschaftliche Hilfskraft 
den Abdruck verhindert „wünschte"; es geschah also 
auf Betreiben einer ausserhalb der Redaktion dieser 
wissenschaftlichen Zeitschrift stehenden Person. Wie 
sich später bestätigte, war die Zurückweisung der Notiz nicht etwa 
erfolgt, weil sie wertlos war, also nicht aus sachlichen und ein- 
wandfreien Gründen ; die zurückgewiesene Notiz bildete im Gegen- 
teil den Schlüssel zur Kenntnis des Typenschatzes und der 
Namen der Töpfer, von Stil und Art und vom Umfang des Ver- 
breitungsgebiets der Ware dieser Sigillatafabrik, über deren Art 
und Ort man vorher nicht das Geringste wusste oder bemerkt 
hatte; denn Dechelette und Dragendorff kannten in Deutschland 
noch 1904 und 1905 (Bericht I S. 60) nur Art und Stil der Töpfer 
von Rheinzabern und Westerndorf, und noch im Bericht II 1906 
S. 96 äussert sich Dragendorff: „So sind vereinzelt auch in 
Trier, Heddernheim und an manchen anderen Orten Schalen her- 
gestellt, ohne dass die Töpfereien es zu selbständigen Leistungen 
gebracht hätten." Dies sagt deutlich genug, dass damals die in 
Wirklichkeit eigentlich höchst auffallende Art, der recht 
bedeutende Betrieb und das ziemlich grosse Verbrei- 
tungsgebiet der Trierer (und Heiligenberger) Fabriken von den 
Lokalforschern und von den ersten Autoritäten des Rhein- und 
Moselgebiets noch nicht einmal geahnt wurden; damals war aber 
vom Verfasser schon in dem im gleichen Bericht II 1906 Seite 96 
besprochenen Buch: Die verzierten T.-S.-G. von Cannstatt und 
Köngen-Grinario (1905) Seite 26 und Tafel XIII auf die ganz 

*) Einer von anderer Seite ausgehenden, sehr in-tümlichen Darstellung bin 
ich entgegengetreten in „Keramische Rundschau" 1913 Nr. 4, S. 34 „Zur Kewnt- 
nis der Terra- Sigillata". 



— 117 — 

besonders cigeiiartigeu, sehr selbständigen und ziem- 
lich verbreiteten Fabrikate des „Töpfers der kleinen 
Medaillons" mit beigegebenen Abbildungen zuerst 
aufmerksam gemacht und Heiligenberg als Ausgangs- 
punkt bezeichnet worden. Man sah im Rheinland au dem von 
Stuttgart ausgehenden unleugbaren Fortschritt anfangs zum Teil 
allzuskeptisch und geringschätzig vorbei, denn z. B. auch der vom 
Verfasser 1905 zuerst charakterisierte und dann später viel ge- 
nannte Töpfer Satto hat seinen ganz persönlichen, sehr selbstän- 
digen Stil; diese Fabrikate ostgallischer Sigillatafabriken auf 
deutschem Boden sind mindestens so originell wie die von Lezoux 
und hatten ein recht respektables Absatzgebiet. Noch 1912 steht 
Koepp auf dem von anderen längst verlassenen Standpunkt, dass 
(nur) die Töpfereien von Rheinzabern und Westerndorf die gal- 
lischen Fabrikate (von La Graufesenque und Lezoux) verdrängten; 
von Heiligenberg und Trier wird nichts gesagt (Die Römer in 
Deutschland, 1912 Seite 150). Dragendorff glaubte noch 1907 die 
Töpferei des Dexter in Heddernheim suchen zu müssen*); vergl, 
Mitteilungen über röm. Funde in Heddernheim IV 1907 Seite 145, 
besonders aber Seite 150 und 164; die dort gegebene Darlegung 
der Sachlage ist korrekt; nur ein kleiner, aber störender Irrtum 
ist richtigzustellen; es wird doil Seite 150 gesagt: „Während 
des Druckes dieser Arbeit werde ich von befreundeter Seite darauf 
aufmerksam gemacht, dass sich die Anzeichen mehren, wonach 
Dexter und der mit ihm eng verbundene Zensor(inus) in Trier 
gearbeitet haben. Schon Knorr hatte in brieflicher Mit- 
teilung die Vermutung ausgesprochen." Diese letztere 
Zuschrift (4. Juni 1907) des Verfassers an Dragendorff oder an 
die Röm.-germ. Kommission des Archäologischen Instituts bestand 
in der wörtlichen Mitteilung von eben der kurz vorher vom Korre- 
spondenzblatt der W. Z. zurückgewiesenen Notiz, die man auch 
Rottweil 1907 Seite 11 nachlesen kann. In Heddernheim IV Seite 166 
sagt Dragendorff sehr zutreffend, dass ihm die besten Beweise für 
Herstellung der Dexter-Sigillaten, die Formschüsseln, in Hed- 
dernheim fehlen. Wenn Formschüsseln beweisend sind, und das sind 
sie, dann haben mir die Beweisstücke nicht gefehlt ; ich habe nicht 

*) Willers urteilt richtig: ^Der Frage, ob Dexter in Heddernheim oder in 
Trier gearbeitet hat, wäre Dragendorff besser aus dem Wege gegangen." Lite- 
rarisches Zentralblatt 1908 Xr. 44 Spalte 1428, Mitteilungen über röm. Funde in 
Heddernheim, besprochen von H. Willers. 



— 118 — 

Ulli' zuerst die „Vermutimg" ausgesproclieii, sondern ich habe zu- 
erst festgestellt, dass Trier der Herstellungsort ist. Wer meine 
Mitteilung nachprüft, wird linden, dass ich mit der grössten Be- 
stimmtheit nicht nur meine Überzeugung vertreten habe, sondern 
dass ich auch, zwar kurz, aber in kontrollierbarer Weise meine 
Feststellung begründet habe; in Trier gefundene Formschüsselreste 
und das Verbreitungsgebiet sind Beweise. Wie sehr meine Fest- 
stellung mehr war als eine Vermutung, zeigt der Fortgang der 
Sache; es hat sich bestätigt, dass die anfangs so verächtlich be- 
handelte Notiz ein recht fester Grund zum Weiterbauen war und 
dass nach ihr gerichtet und gemauert werden konnte. Uas be- 
stätigt namentlich auch W. Barthel, O.-E. L. Kastell 
Zugmantel (1909) S. 112 und S. 128; dort wird loyal an- 
erkannt, dass es sich um eine neue Feststellung han- 
delt. — Die Publikation einer das Fortschreiten archäologischer 
Untersuchungen ermöglichenden, dabei so kurzen Mitteilung ohne 
^Abbildungen hätte natürlich auch dann nicht verhindert werden 
dürfen, wenn eine so bestimmte ältere schriftliche Zusage nicht 
gegeben worden wäre, wie sie in Wirklichkeit in Trier gegeben 
worden ist, denn die ööenilichen deutschen archäologischen 
Museen sind keine Privatetablissements, und mit den in den Glas- 
kästen ausgestellten Objekten wird doch wohl, neben der Belehrung 
des Publikums, der gute Zweck verfolgt, die Forschungen anzu- 
regen und ihnen in liberaler Weise zu dienen. Die Bekanntgabe 
flir die Wissenschaft wertvoller neuer Feststellungen anderer 
aufzuhalten und zu stören, ist jedenfalls keine wissenschaftliche 
Leistung. Die gleiche Persönlichkeit nun, der diese nicht gute 
Beeinflussung der Redaktion des Korrespondenzblattes zur Last 
fällt, hat es dann zu machen gewusst, obgleich sie sich nicht durch 
eine selbständige Arbeit über Sigillata legitimieren konnte (grie- 
chische Hj^drien bilden keinen wirksamen Talisman gegen die 
Tücken der Terra-Sigillata), sich in die Reihe der Mitarbeiter des 
Berichts der Röm.-germ. Kommission einzudrängen oder sich herein- 
schieben zu lassen, um in einem keramischen Bericht (IV 1910) 
sich als kompetent hinzustellen und eben das gleiche Forschungs- 
resultat, dessen Bekanntwerden sie 3 Jahre vorher zu hindern so 
energisch beflissen war, und dessen Lautwerden zu ersticken trotz 
des besten Willens ihr nicht gelungen ist, nun allzu verspätet an- 
zuerkennen; diese späte Anerkennung ist zwar nicht ganz ohne 
Wert, aber es hätte sich geziemt, sie 3 Jahre früher in Wirkung 



— 119 — 

treten zu lassen ; auch hätte den Tatsachen entsprechend in diesem 
Bericht deutlich gesagt werden müssen, dass der Verfasser als 
erster diese Feststellungen gemacht und bekanntgegeben hat. In 
eben diesem keramischen Bericht (IV 1910) macht sich im grossen 
und kleinen bemerkbar eine seltsame Unsicherheit und Unkenntnis 
in bezug auf Terra-Sigillata ; es wird z. B. konsequent falsch Lezouz 
anstatt Lezoux geschrieben ; der Unterschied von Model und Modell 
scheint unbekannt zu sein (S. 74, 75); bei Besprechung der Arbeit 
.,Rottweil 1907" wird der Hauptinhalt und das Wesentliche des 
Inhalts mit keinem Wort erwähnt, während sonst bei Besprechung 
anderer Arbeiten die Berichterstattung sehr ins einzelne geht und 
z. B. das für die römisch-germanische Forschung recht belanglose 
singulare Stück „eines italischen T5^pus" S. 64 (Haltern V S. 197) 
für besonders erwähnens- und hescbreibenswert gehalten wird. 
Was von diesem keramischen Bericht (im Bericht IV 1910) zu 
halten ist, ergibt sich z. B. daraus, dass offenbar die meisten Tafeln 
des besprochenen „Rottweil 1907" gar nicht angesehen wur- 
den; denn wären diese Tafeln geprüft oder auch nur angesehen 
worden, so hätte nicht im Eöm..-germ. Korrespoudenzblatt 1910 S. 42 
von der gleichen wissenschaftlichen Hilfskraft behauptet werden 
können, man kenne nicht die Modelfabrikanten der süd- 
gallischen verzierten Sigillata; in der Arbeit „Cannstatt- 
Köngen 1905" und gerade ganz besonders in dem im Be- 
richt (IV 1910) besprochenen „Rottweil 1907" sind im 
Gegenteil eine beträchtliche Anzahl südgallischer 
verzierter Gefässe mit Modelstempeln publiziert und 
abgebildet: BIRAGIL, OF. MASCVLI, NATALIS, SEVER, 
GERMANI, GERMANI F, GERMANI F. S, GERMANI F. SER, 
A. GIAMILVS (später in Lehen), CRVCVRO, MASCLVS F., MER- 
CATO, L. COSI, PAVLLI, und ebendort ist am Beispiel 
des Töpfers Germanus zuerst nachgewiesen, dass bei 
südgallischen Töpfern in der Regel der Modeltöpfer 
auch der Töpfer der ausgeformten Schüssel ist. Diese 
Kenntnis hätte die wissenschaftliche Hilfskraft sich übrigens sehr 
leicht gerade auch aus dem Material des im gleichen Bericht von 
ihr behandelten Werkes von Walters (1908) erwerben können: 
Walters Fig. 96 OF. MVRRANI, M 289 FRONTINI aussen im 
Ornament und im Boden der gleichen Schüssel OF. FRONTINI: 
der Modeltöpfer ist also auch der Töpfer der ausgepressten Schüssel, 
Fig. 114 MASCLVS. F und Fig. 124 MA(sclus), M 554 M. CRESTIO, 



— 120 — 

M 589 SABIN und M 1362 CRVCVRO (südgallischer Töpfer, nicht 
Lezoux). Ebenso hätte aus Dechelette (1904) die im Korrespon- 
denzblatt und im Bericht referierende Hilfskraft leicht und längst 
^lernen können, dass Dechelette folgende Stempel von südgallischen 
Modeltöpfern bequem genug zusammengestellt hat, die man 
zum grössten Teil schon längst kennt: Dechelette I S. 247 If. 
ACAS[TVS?], ACVTI, ALBINI, OF. AMAND, ATTILLT, BIOM. II, 
M. CRESTIO, FLORI, OF. FRONTINI-FRONTINI, C. T. S, IVSTVS, 
IVST, LOGIRN. M, MASCLVS. F, OF. MO, MOM, NIC, PARATI. M, 
PAVLLVS. F, RVFI , SALVIVS, OF. SILVANI; Dechelette 11 
1089 S. IVL. PRIM. — In meiner neuesten Sigillatapublikation 
sind noch einige weitere Namen und Arbeiten von Modeltöpferu 
mitgeteilt, die man aber teilweise auch schon seit mehr als 100 
Jahren kennt: CALVS F., CORNVTI OF., SASMONOS, MOD , 
VOLVS. Dabei muss bemerkt werden, dass natürlich das Studium 
der südgallischen Modeltöpfer und ihrer Formschüssel-Stempel eine 
sehr wichtige, reizvolle und interessante Sache ist, mit welcher 
sich jeder, der mit südgallischer Sigillata arbeitet, oder der darüber 
etwas an massgebender Stelle sagen will, als elementarster Vor- 
bedingung vor allem abzugeben hat. Alle diese längst publizierten 
südgallischen, besonders wichtigen Modelstempel vollständig zu 
übersehen und gar nicht zu kennen, dazu gehört schon eine ganz 
besondere Art wunderbarer Geschicklichkeit seltenster Art. Die 
Hilfskraft, die im Röm.-germ. Korrespondenzblatt 1910 S. 42 be- 
hauptet hat, dass „wir (!) von der ganzen südgallischen 
verzierten Sigillata nnr die Töpfer, nicht aber die 
Modelfabrikanten oder deren Mitarbeiter kennen", 
hat selbst gezeigt, inwieweit sie sich zur Berichterstattung im 
Bericht der Röm.-germ. Kommission oder im Röm.-germ. Korrespon- 
denzblatt und zur Erforschung von Terra-Sigillata eignet. Wem 
ein Referat in einem wissenschaftlichen Bericht dieser Art anver- 
traut ist, der hat auch die Pflicht, ein besprochenes Buch (und 
die entsprechende Literatur) vorher, wenn nicht zu lesen oder 
zu prüfen, so doch wenigstens anzusehen; dieses Mindestmass 
von Gewissenhaftigkeit zu erhoffen und zu erwarten ist keine 
Unbescheidenheit eines dabei berührten Autors, und es darf 
ihm nicht verwehrt werden, den entstandenen Knäuel der Ver- 
wirrung ohne Hast zu entwirren und die Sache klarzulegen. 
Im Interesse der Sigillataforschung ist zu wünschen, es 
möchte zu einem solchen Referat nie wieder ein Neuling aus- 



— 121 — 

g-esucht werden, der sich nocli irar- nicht als Sigillataforscher 
bewährt hat. 

Die Bibliothek der Röm.-genn. Kommission in Frankfurt a. M., 
die ich sehr gerne, nur wenigstens 8 Tage lang, an Ort und Stelle 
benutzt hätte, schien mir leider nicht möglich, bei meiner Arbeit zu 
verwerten, weil der Arbeitsraum dort nun schon viele Jahre 
hindurch in nicht gerade bescheidener Weise von eben der 
gleichen Hilfskraft, die aber eigentlich nichts mit dem Institut 
zu tun hat, für sich in fast ausschliessliche Benützung genommen 
ist. Es ist nicht anzunehmen, dass es den Absichten der Röm.- 
gerni. Kommission und der Stellen, welche die Mittel verwilligen, 
entspricht, die Benützung der Bibliothek und eines Arbeitraumes 
der Röm.-germ. Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts 
in dieser ausgedehnten Weise nur einer und gerade dieser Seite 
zugutekommen zu lassen, wodurch es anderen erschwert oder un- 
möglich gemacht ist, die Arbeitserleichterungen und sonstigen Voi'- 
teile, die das Institut bietet, zu geniessen. Die durch solche Aus- 
nützung der Liberalität des Institus entstehende Hinderung und Be- 
einträchtigung der Forschungen anderer ist sehr zu bedauern. — 

Ich habe mich 1907 mit dem — anfangs verweigerten — "Ab- 
druck meiner oben erwähnten Triernotiz im Korrespondenzblatt 
1907 Spalte 114 begnügt und in Rücksicht auf die damals,*geplante 
Arbeit des Museums Trier von weiterer Veröffentlichung meiner 
älteren Trierergebnisse abgesehen, weil mir Herr Direktor Dr. 
Krüger damals schriftlich versicherte: „Unsere Veröffent- 
lichung der Trierer Sigillata ist für diesen Winter 
(1907) geplant"; in Wirklichkeit aber ist die Trier- 
publikation erst 1913, also 6 Jahrenach dem angesetzten 
Termin, erschienen. — Hier will ich nicht näher auf diese Pub- 
likation eingehen, sondern einstweilen nur bemerken, dass sie eigent- 
lich, was Trier-Sigillata betrifft, ganz wenig über meine Feststellung 
von 1907 hinauskommt, und andere Töpfereien, die wenig oder 
nichts mit Trier zu tun haben und auf welche ebenfalls von an- 
derer Seite zuerst aufmerksam gemacht wurde, herangezogen werden 
mussten, damit dieser Mangel nicht zu sehr auffällt. Über die 
Abbildi^ngen dieser mit so grossem Aufwand von Zeit und Geld 
gemachten Publikation des Museums Trier möchte ich aber hier 
einiges sagen, weil die Frage der Abbildungen in Sigillatapubli- 
kationen von prinzipieller Wichtigkeit ist. In wissenschaftlichen 
Veröffentlichungen sollen doch wohl die Abbildungen, namentlich. 



— 122 — 

wenn es sich um Stilveigleichung handelt, ein der Wahrheit mög- 
lichst entsprechendes treues und klares Bild der dargestellten und 
beschriebenen Dinge sein. Es sind in dieser Beziehung, auch was 
Sigillataabbikkmgen betrifft, erfreuliche Fortschritte gemacht wor- 
den; die Abbildungen der Publikation des Museums Trier (1913) 
aber sind so schlecht, dass es unverständlich ist, wie es kommen 
konnte, dass die verantwortliche Hilfskraft nicht von befreundeter 
Seite rechtzeitig auf diesen verhängnisvollen Missstand aufmerksam 
gemacht worden ist; nur einige ganz wenige Abbildungen, die 
offenbar von einem anderen, von anderer Seite vorgeschlagenen, 
(leider nicht genan?iten) Zeichner herrühren, sind gut. Die weit 
überwiegende Mehrzahl der Zeichnungen ist nicht nur wertlos, 
sondern sie wirkt schädlich, weil diese Abbildungen ein falsches 
Bild der Qualität dieser in Wirklichkeit anders und besser 
aussehenden Einzeltypen vermitteln; wer die hübschen Typen des 
Satto und anderer Töpfer kennt, fragt sich vergeblich, was mit 
diesen irreführenden, jammervollen Zeichnungen bezweckt werden 
soll ; schon nach den ersten Abbildungen hätte die beauftragte 
Hilfskraft, wenn ihr nicht der Sinn dafür völlig fehlen würde, 
sehen müssen, dass der Zeichner ungeeignet ist. Verantwortlich 
ist der Zeichner nicht. Die Stümperhaftigkeit der Zeichnungen 
macht sich auch peinlich bemerkbar bei den Abbildungen einiger 
figürlicher Gruppen, die in Wirklichkeit nicht so sehr abstossend 
wie auf den Abbildungen der Trierpublikation, sondern vielmehr 
humoristisch oder grotesk wirken. Bezeichnend ist auch die viel 
zu laute Betonung der Bruchstellen und fehlenden Teile der Sigil- 
lataschüsseln durch dicke Linien und unglaublich rohe barbarische 
Schraffierung. Man merkt eben überall, dass sowohl der Zeichner, 
als auch die leitende Hilfskraft und anscheinend auch die Museums- 
verwaltung nicht recht wussten, auf was es ankommt, dass sie 
der Aufgabe unerfahren gegenüberstanden und diesen Mangel durch 
äusserlichen Aufwand zu ersetzen suchten, der aber das Unzu- 
längliche der Abbildungen nur um so greller hervortreten lässt.*) 



*) über den Publikationen des Museums Trier waltet auch sonst ein beson- 
derer Unstern, wie aus den folgenden Bemerkungen hervorgeht, die ich ver- 
mehren könnte. Die NichtVeröffentlichung der Neumagener (eigentlich Trierer) 
Denkmäler ist eine „Schuld, an die wir nur mit Beschämung 
denken können". (Germania II 96.) „Vor kurzem haben die Neumagener 
Skulpturen bei einem Fliegerangriff schwer gelitten; sollte ihnen das tragische 
Schicksal beschieden sein, vor der Veröffentlichung unterzugehen?" (Anthes, 



— 123 — 

Ich steile mit meinem Urteil nicht allein; auch von anderer, sehr 
gut unterrichteter und massgebender Seite ist mir gegenüber der 
Verwunderung Ausdruck gegeben worden, dass man es in Trier 
gewagt hat, l)ei solchem Aufwand mit so kläglichen Abbildungen 
hervorzutreten *). 

T e X t b i 1 d 5 1 . Fig. a— i. Fundort La Graufesenque. Kollektion 
Hermet. Herr Hermet, Cure in Hospitalet (Aveyron), besitzt, 
wie er mir (1913) mitteilte, mehr als 3000 verzierte Gefässe von 
seinen Ausgrabungen der Sigillatatöpfereien in La Graufesenque. 
Die Proben a— i sind nach Papierabdrücken gezeichnet, die ich 
Hermet verdanke. Er bestätigt mir, dass fast alle Sigillaten, die 
ich ,,Aislingen 1913" publiziert habe, aus La Gi-aufesenque im- 
portiert sind nnd aus den dortigen Töpfereien stammen. Fig. a 
Textbild 51 entspricht genau dem Gefäss des Ardacus aus Win- 
disch, Aislingen Tafel XVIH Fig. 1 ; beide Stücke müssen aus dem 
gleichen Model geformt sein. Fig. b entspricht genau dem Orna- 
ment auf dem Gefäss Aislingen Tafel I Fig. 1. Ganz gleich ist 
auch das Ornament der oberen Zone der Schüssel des Carus 
auf Tafel 20 Fig. D der vorliegenden Arbeit (1919). Fig. c ist 
wie Aislingen Tafel II Fig. 2. Fig. d ist ähnlich, nicht gleich, 
Aislingen Tafel XVIII Fig. 2. Der phantastische Kopf Fig. e ist 
ebenso auf dem Gefäss des Daribitus aus Windisch, Aislingen 
Tafel XYII Fig. 1, und auf dem Stück Aislingen Tafel HI Fig. 13 ; 
dieser Kopf ist auch zu sehen in der vorliegenden Arbeit (1919), 
auf dem frühen Gefäss Tafel 4 Fig. V und auf dem Gefäss des 
Daribitus Tafel 31 Fig. D. Die Dekoration der Schüssel Fig. f 
mit dem bellenden Hündchen entspricht genau dem Ornament der 
kleinen Schüssel aus Windisch, Aislingen Tafel XVIII Fig. 4, mit 
Stempel des Genialis ; beide Gefässe sind aus dem gleichen Model 



Berl. Phil. Wochenschrift 1918 S. 1139.) Ebendort: Dass sie immer nocli nicht 
publiziert sind, ist „ein positiver Schaden für die römisch-germanische Forschung, 
die nun seit fast 20 Jahren auf die Veröffentlichung dieses grössten Schatzes 
des Trierer Museums vertröstet wird und allmählich unter ihrer Verzögerung 
Schaden zu leiden beginnt". 

*) Zu der oben erörterten Benützung der Vorteile des Instituts in Frankfurt 
ist auch von anderer Seite bemerkt worden, dass die Hilfskraft des Trierer Museums 
sich in Frankfurt „aufspielte, als wäre sie ein integrierender Bestandteil des 
Instituts" ; auch Dr. W. Barthel, der darunter zu leiden hatte, hat sich zu mir 
recht missbilligend geäussert und aus Mitteilungen von Direktor~Koepp an~mich 
geht hervor, dass auch er wohl fühlte, wie weit diese Art und Daner der Be- 
nützung über das Nonnale hinausgeht und dass sie schadet. 



— 124 - 

geformt. Der Hase und der Hund mit Kingelsehwänzchen der 
Fig. g ist ebenso Aislingen Tafel IV Fig. 12 und Tafel X Fig. 6. 
Die Dekoration Fig. h ist ganz ähnlich auf dem Gefäss des Bassus 
Aislingen Tafel IV Fig. 1. Die Dekoration Fig. i ist ähnlich, 
nicht gleich, Aislingen Tafel III Fig. 3, Gefäss der Art des Albus; 
ganz ähnliche Ringdekoration auch in der vorliegenden Arbeit 
(1919) Tafel 48 Fig. A mit Stempel des Lucceius, dann Tafel 56 
Fig. B mit Stempel des Melus und Textbild 43 mit Stempel des 
Albus. — Diese Vergleichungen und Feststellungen zeigen, dass 
Walters irrt, wenn er solche Dekorationen den Töpfern von 
Lezoux zuteilt, was ich schon Aislingen, Text zu Tafel III Fig. 1 
und 3, Tafel IV- Fig. 1, richtiggestellt habe. (Walters, Catalogue 
of the roman pottery in the departments of antiquities, British 
Museum, 1908.) Die Stücke Walters, Fig. 158— 163, 165—167 
sind nicht Lezoux-Fabrikat, sondern südgallisch. Ebenso ist das 
Gefäss W^alters Fig. 178 nicht Lezoux-Arbeit, sondern Fabrikat 
des Germanus von La Graufesenque, wie meine Mitteilungen über 
Germanus in Rottweil 1907 zeigen; das gleiche gilt von Walters 
Fig. 183. Richtig der südgallischen Ware zugeteilt sind Walters 
Fig. 106, 128 und 137; aber Walters hat diese typischen Arbeiten 
des Germanus nicht als solche erkannt. — 

Textbild 52. Fundort Risstisseu. Museum Ehingen an der 
Donau. Der Kreis mit Schnurrand wird auch benützt von den 
Töpfern Aquitanus und Murranus. Diese Rosette ist mir sonst 
noch nirgends begegnet. Etwa Zeit Neros. — 

Den frühen Kastellen Mengen, Emerkingen, Risstissen, Günz- 
burg, Aislingen und Druisheim am Donaulimes ist nach meiner 
Meinung auch Finningen bei Ulm sicher zuzuzählen, wenigstens 
für die Zeit Vespasians ; ich sah in der Sammlung des Historischen 
Vereins in Neu-ulm schon vor längerer Zeit ein bisher nicht be- 
achtetes Bodenstück mit OF. PONTI; der Töpfer ist aufgeführt 
Tafel 65. Da auch sonst Sigillatareste des ersten Jahrhunderts, 
wenn auch keine besonderen Museumsstücke, von Finningen vor- 
handen sind, so scheint die Fundberichte 22 Seite 22 verlangte 
vorptolemäische Befestigung Finningens gesichert. In Finningen 
vermutet man schon längst das Phainiana des Ptolemäus. Da 
man neuerdings (Hertlein, Die römische Donaustrasse im OA. 
Laupheim, Fundberichte aus Schwaben 22 Seite 19), anknüpfend 
an alte Vermutungen und wohl auch cingeregt durch Sontheimers 
in dieser Richtung wirkende Tätigkeit in Ulm, das Viana des 



— ]:>5 — 

l'tolemäus wieder sehr vernünftigerweise mit der Weiliuug- und 
mit Unterkirchberg in Verbindung bringt, darf ich vielleicht hier 
sagen, dass in der Neuulmer Sammlung ein Sigillatabodenstück 
ist, gefunden 1909 in einer Kiesgrube beim der Mündung der 
Weihung gegenüberliegenden Gurrenhof rechts der Hier. Wande- 
rungen dem leider jetzt verdorbenen „warmen Wässerle" entlang 
zum rätselhaften Gurrenhof mit seinen kuriosen Fundstücken w^aren, 
wie sich vielleicht der eine oder andere ältere Ulmer erinnert, 
für manche Ulmer Buben immer etwas ganz besonderes, und auch 
der ergiebige Fundplatz „auf der Bleiche" bei Ünterkirchberg war 
den Buben wohlbekannt, während die erwachsenen Ulmer sich 
Sonntags den Untersuchungsobjekten der donauabwärts gelegenen 
Au nicht entziehen wollten; ähnlich wird es heute noch sein, 
wenigstens was das letztere betrifft. Die oben genannte Kastell- 
reihe an der Donau ist durch folgende von mir als Urkunden für 
die Chronologie publizierten Sigillaten des ersten Jahrhunderts 
bezeichnet ; die bei einigen dieser Punkte noch nicht sicher nach- 
gewiesenen Graben- und Wallanlagen haben sich nur deshalb bis 
jetzt noch nicht gefunden, weil noch nicht gesucht w^orden ist. 
Mengen ist als militärischer Pönkt beglaubigt durch eine Schüssel 
des Calvus, die ich Aisliugen (1913) Tafel YIII Fig. 6 mitgeteilt 
habe und durch ein Gefäss der Art des Germanus, das abgebildet 
ist in „Die neugefundenen Sigillaten von Risstissen", Festschrift 
1912 (1913) Tafel II Fig. 7. Emerkingen: Fundberichte aus 
Schwaben 21, Tafel VII Fig. 1 und 3—8, S. 112: (ebeudort Sont- 
heimers Mitteilung S. 50). ßisstissen: „Risstissen^- 1913 Tafel 11 
und Textbild 2 und 3, ferner in der vorliegenden Arbeit (1919) 
Tafel 78 Fig. B, Schüssel des Seno. Fundberichte 21, Tafel VII 
Fig. 9 — 11, S. 112. Die meisten Stücke aus den Grabungen von 
Goessler und Bersu stammend. Unterkirchberg. Noch nichts 
publiziert, aber südgallische Sigillatascherben des ersten Jahr- 
hunderts können — neben späteren — auf der Bleiche in genügen- 
der Menge aufgelesen werden. Finningen: Belegstücke, der 
ol)en mitgeteilte Stempel OF. PONTI und andere frühe Scherben. 
Günzburg: Fundberichte aus Schwaben 18, Tafel IV Fig. 12, 
Tafel V Fig. 11. Röm.-germ. Korrespondenzblatt VI 1913 S. 72— 74 
und Textbild 31. In der vorliegenden Arbeit (1919) Tafel 66 E, 
Textbild 22, 45, 46, 47: viel Material bringen überdies die Ar- 
beiten von Bencker und von Roger. Aisliugen: Die Terra- 
Sigillata-Gefässe von Aislingen, .Tahrbuch des Hist. Vereins Dil- 



~ 126 — 

lingeii 25, 1912 (1913). iJrui.slieim : Becher des Coriuitus. Fund- 
berichte aus Schwaben 18, 1910 (1911) Tafel VI Fig. 15 und S. 40; 
auch abgebildet in der vorliegenden Arbeit (1919) Tafel 25. — 
Bei Beschäftigung mit diesen frühen Donaukastellen sind sehr zu 
beachten die Mitteilungen W. Bartheis : Die Erforschung des ober- 
gerraanisch-raetischen Limes 1908 — 1912, im VI. Bericht der röm.- 
germ. Kommission, 1913, besonders der Abschnitt II, Eaetia, S. 158; 
auch Goessler, das Kastell Risstissen und seine Bedeutung für 
die römische Okkupationsgeschichte Südwestdeutschlands, in der 
Festschrift der Altertümersammlung Stuttgart, 1912 (1913). 

So gut wie vollständig geben die Literatur über Röm.-germ. 
Forschung die folgenden Verzeichnisse: 

Bibliographie zur Röm.-germ. Forschung für die Jahre 1910-1911. 
Von Walter Müller. (Unter Ritterlings Leitung.) Im VI. Bericht 
der Röm.-germ. Kommission. 

Bibliographie für das Jahr 1912. Von Walter Barthel. (Unter 
Ritterlings Leitung.) Im VII. Bericht der Röm.-germ. Kommission. 

Bibliographie für die Jahre 1913 und 1914. Von Friedrich 
Drexel (bis Nr. 1219). Im VIII. Bericht der Röm.-germ. Kommission. 
Weitergeführt von Nr. 1220 ab von F. Koepp in „vereinfachter 
Weise" ; Koepp glaubt, dass die Bibliographie in seiner Anordnung 
„an Brauchbarkeit gegen die früheren [von W. Müller, W. Barthel 
und F. Drexel] nichts eingebüsst hat". Das ist ein Irrtum. S. 193 
der Bibliographie registriert Koepp die Literatur zur römischen 
Keramik zum Teil in einer Weise, die nachlässig ist, oder nicht 
erkennen lässt, um was es sich handelt. — Z. B. S. 193 „Nr. 186 
(Vorflavische Sigillata)". Vorflavische Sigillata ist gar nichts 
besonderes; wesentlich ist, dass diese Sigillata in Günzburg 
gefunden ist, weil dadurch eine frühere römische Okkupation 
Günzburgs anzunehmen ist als bisher. — „Nr. 247 (Sigillaten von 
Emerkingen)." Die Nummer ist falsch, es soll heissen: 237 und 
246. — „875 (Verzierte Sigillatagefässe von La Madeleine)." Das 
ist wieder gar nichts besonderes; verzierte Sigillata von diesem 
Fundort gibt es genug; sehr selten und wichtig aber sind sig- 
nierte verzierte Gefässe dieses Töpferplatzes; es hätte hinzuge- 
fügt werden sollen: „mit dem Stempel C. C. SACRI". — Es ist 
übel angebrachte Sparsamkeit, gerade die wenigen aber entschei- 
denden Worte der Titel wegzulassen. 




In die Fondkarte sind im allgemeinen nur die Fundorte eingetragen, von welchen 
Material in der vorliegenden Arbeit publiziert ist. Ausserdem enhftlt die Karte nur einige 
besonders wichtige oder vielveisprecUende Orte, deren Bedeutung im Text erwähnt ist. 
(Zwischen Xanten und Neuss ist natürlich Asberg einzufügen.) Die kleine Karte lässt mit 
einem Blick übeisehen, zu welch grossartigen Abwehrvorkehiuugen das römische Weltreich 
genötigt war, um den Rhein und das Gebiet der oberen Donau gegen die Germanen zu sichern; 
anch lässt die Karte in Verbindung mit lien Tafelabbildungen ersehen, dass sich die Bedeutung 
der Orte in der Sigillata ansdrflekt, so z. B. in Veehten, ilainz und Bregenz. 



Töpferverzeichnis. 



Die Ziffern bedeuten die Nummern der Tafeln und der Textbilder. 



Acutus, Tafel 95 K. 

A = Aisus oder Aistus? 85 D. 

Albinus (der Ältere), 1. ■ 

Albinus (der Jüngere), 5. | 

Albus, 5 und Textbild 43. I 

Amandus, 6. 

Aquitanus, 8, 9. 

Ardacus, 10. 

Baibus, 11. 

Bassus, 12 und Textbild 14. 

Bassus und Coelius, 13 und Text- 
bild 42. 

Bellicus, 15. 

Bilicatus, 14, 15. 

Biragillus, 16. 

Cabiatus, 16. 

Oabuca, 16. 

Calus, Calvus-, 16, 17, 18 und 
Textbild 15. 

Canrugatus, 19. 

Cantus, 18. 

Carillus, 19. 

Carus, 19, 20. 

C. An. Patr (?), 21. 

Carutius, 21. 

Oatlus, 21. 

Celadus, 21 und Textbild 35. 

OF CENS, 22. 

OF CEN, 22. 

Coelius, 23, 24. 

Cornutus, 25. 

Cosius Rufus, 24 und Textbild 44. 

L. Cosius, 25, 26. 

L. Cosius Virilis, 27. 



Coto (Cotto, Cottius), 27. 

Crestio, 27 und Textbild 16. 

M. Crestio, 28 und Textbild 17, 
36, 46 B. 

Crestus, 29. 

Crucuro, 29. 

Damonus, 31. 

Daribitus, 30. 

Darra, 32 und Textbild 18. 

„Fabus", 20 E. 

Felix, 32 und Textbild 19. 

Firmo, 32. 

Flavius Germanus, Textbild 20. 

Frontinus, 33. 

FuscLis, 33. 

Gallicanus, 33. 

Genialis, 33. 

Germanus, 34—39 und Textbild 
46 C. 

Ingenuus, 40, 41, 42 und Text- 
bild 37. 

Jucundus, 43, 44, Textbild 45. 

Sex, Jul. .Jucund, 44 1, 87. 

S. Jul. Prim, 67. 

Julius, 44. 

Justus, 44. 

Labio, 44 und Textbild 38, 43. 

Libertus, 44. 

Licinus, 45, 46, 47. 

Logirnus, 48. 

Lueceius, 48. 

Macer, 48, 

Maccarus, 49, 50, 51. 

Malcio, 52. 



— 12'.i — 



Maiidiülus;, Chronolog. Tabelle. 

Marcus, 52. 

Marinus, 52. 

Martialis, 52. 

Masclus, 52, 87 G, H, 98 A und 

Textbild 41. 
Masculus, 53. 

Matugenus, 53 uud Textbild 24. 
Meddillus, 54, 55. 
Melanus, 55. 

Melus, 56 und Textbild 25. 
>Iemor, Chronolog. Tabelle. 
Mercato, 57 und Textbild 47. 
Modestus, 58. 
Moninio 59. 
Munanus 59. 

Namus, 60, 61 und Textbild 26. 
Natalis, 61. 
Niger, 61. 
Nie, 62. 
Paratus, 62. 
Passienus, Passenus, 62, 63, 64 

und Textbild 40. 
Patricius 65. 

Paullus, 65 und Textbild 46 A. 
Ponteius, 65. 
Primus, 65, 66, 67. 
Pudens, 67, 68. 
Rufinus, 68, -69. 
Sabin US 69. 
Sasmonos 70. 
Scottius, Scotius, Scotnus, 7u, 

71, 72. 



Secundus, 73, 74. 

Senicio, 75, 76, 77 und Text- 
bild 27. 

Seno, 78, siehe auch Senicio. 

Sever, S. 119 (Rottw. 1907 Taf.II 
Fig. 1, S. 21 und Mainzer Zeit- 
schrift 12/13 S. 3.5). 

Silvan, 78. 

C. Silvi P., 78. 

Surriu?, Veriu?, 78. 

Stabilio, 79. 

Vaderio oder Vanderio, 80. 

Valerius, 81. 

Vapuso, 80. 

Yirilis, 81. ' 

Virtus, 81. 

Vitalis. 81, S2, 83, 84. 

Volus, 84. 

Urvoed, Textbild 28. 

OF. GABA^ • äP+, 85. 

SA (oder AS?), 86 A. 

SA (oder VS), Textbild 34. 

Sehr unvollständige, oder schwer 
lesbare Stempel und andere 
Töpferschriftreste : 85, 86, 87. 
Töpfernamen auf italischer 
Sigillata : 

C. ACO HANES, Textbild 2. 

A. TP:REN , Textbild 3. 

M. PEREN , Textbild 4 a. 

M.PERENNT, Textbild 4 b. 

SATVH . Textbild 4c. 



Während des Drucks wird mir durch die Freundlichkeit von Herrn Stadt- 
rat Wiesinger in Wels ein Scherben bekannt mit 2 Stempeln : SFß (nicht SEE) 
und GERMAlXi;? . Er ist abgebildet in einer von Wiesinger vorbereiteten Pub- 
likation der Welser Sigillaten. Dieser Doppelstempel bildet eine IV^ichtige Er- 
gänzung zu den in meiner Arbeit erörterten spätesten Arbeiten des German-us 
Seite 47, 49, 64, 65. 

Knorr, Topf er verzierter Sigillata. 9 



Funöortverzeichnis. 

Nach den Fundorten geordnetes Verzeichnis der auf den Tafeln 1 — 100 und deu 
Textbildem abgebildeten Sigillaten. Dazu die Fundortkarte Seite 127. 



Aislingen, Tafel 5 A, 34 Fig. 17, 71 F ^ F -, 90 IK, 95. HI, 9H F. 

Andernacli, IIA. 

Aqiiileia, Textbikl 3 (italische Sigillataj. 

Arezzo, Textbild 4 (italische Sigillata). 

ArmSheim, 76 B. 

Asberg, 47 I, 75 A. 

Augsburg, 55 1, 81 oben. 

Äugst, 18 oben, 3^ D, 33 oben links, 39 T U, 46 unten, 50 F G, 
51 N, 62 A, 89 G, 90 B G. 

Baden-Baden, 27 oben. 57 1. 

Basel 51. K, 57 C, 85 I), 88 I K, 89 A— D N 0, 90 C, 95 I). 

Bingerbrücky Textbild 36, 37, 39, 40. 

Bonn, 10 B, 13 A, 15 K, 17 AB, 27 oben und B, 29 oben B, 31 E, 
37 FK, 42 N, 43 E. 44 A, 52 Mitte, 61 A, 64 IK, 86 B G, 
87 AE und unten, 95 A. 

Bregenz, 1 A B C, 2 D— L, 3 M— P, 4 Q— V, 7 Cc, 18D, 21 links 
oben, 26 A, 28 A, 38 P, 44 C, 47 H, 50 E, 51 H, 58 C, 
64 N, 71 D, 79 B, 81 A, 85 A F, 88 A C D E F, 89 L P, 91 G H, 
93 B, 97 A. 

Burladingen, 99 A— H. 

Cannstatt, Textbild 22. 

Druisheim, 25 oben, 

Emerkingen, 68 oben, 71 oben links, 95 M. 

Epfach, Textbild 50. 

Freinsheim, 82 C. 

Giubiasco, Textbild 1 und 2 (italische Sigillata). 

La Graufesenque, Textbild 51. 

Grimlinghausen bei Neuss, 55 D, 83 D. 

Günzburg, 28 C, 39 Crucuro B, 33 oben fechts, 85 I, 96 E, Text- 
bild 22, 45, 46, 47. 

Hartlip, 100 A (nach Atkinson). 

Hof heim, 12 D, 40 B C, 45 A, 53 unten, 64 G, 66 E, 84 unten A, 
87 H. 



— 131 — 

Kempten. 7 H. 9 K. lu unten, lö I, :^2l. 3.s (^. 44: zweite Reihe, 
48 links, 641.^1, 71 C, 80 A, 85 G, 88 G, 89 EF, 91 E, 95 BEL. 

Köln, 15 H, 48 unten, 91 E, Textbild 35, 38, 48. 

Kreuznach, 93 A. 

Lezoux. Textbild 15 (nach Atkinson). 

Luxeuil, 36 I) (nach Vaissier). 

Mainz, ö oben, 6 A, 8 B, 9 L M, 12 AE. 13 M, 15G, 16 unten, 
17 oben, 19 oben A, 20 D E, 21 B, 24 D unten, 27 A, 32 oben 
links, unt^n rechts und links, 33 Mitte, 39 unten, 41 H L, 
42 Q R, 44 K, 45 B, 46 C D, 48 A, 52 Marinus A C und Mar- 
tialis, 55 B K L, 56 B, 60 AB, 61 C, 64 E 0, 65 oben, 66 B C 
HI, 69 AB, 71 oben rechts, 72 HI, 74 EG, 76 F, 77 1, 78 C 
und Mitte, 79 C, 80 unten, 83 D, 84 F G, 85 unten, 96 A ß. 
Textbild 14, 16—20, 23 — 31. 49. 

Neuenheim-Heidelberg, 63 C. 

Neuss, 13 E, 16 Mitte, 17C, 19 unten A C, 21 oben rechts und 
unten D, 32 oben und C, 40 AD, 41 E G I K, 43 D, 44 links 
und B, 46 E, 49 A C, 52 Masclus B, 72 M, 77 L, 79 A, 88 B, 
90 E, 91 C, 92AEEG, 93 C, 100 B. Textbild 21. Ife 

Nyniegeu, 8 A, 14 B, 24 D oben und A unten, 28 B D, 29 Crucuro A, 
37 G, 42P,.52 Mitte, 57 B, 59 A. 63 D, 67 K, 78 A, 82 B, 
83 M, 87 T). ^^9 K. Textbild 33. 

Offstein, 6 B. 

Paris, 84 unten B (nach- Grivaudj. 

Rheingunheim, Textbild 42, 43, 44. 

Risstissen, 78 B und Textbild 52. 

Rom, 80 E. 

Rottweil, 23 A B, 26 B, 33 oben, 34 Fig. 17, 36 A B, 54 A, 57 A H. 
63 B, 68 oben und A, 69 D, 73 A, 74E,'78 links, 81 Mitte, 
83 oben rechts, 84 M N, 85 E H, 86 A, 94 A— H, 96 C, 98 A— C. 
Textbild 22 und 32. 

Solothurn, 10 A. 

Speyer, 42 M. 

Staudernheim, 15 E. 

Strassburg, 39 V. 

Urmitz, 70 A. 

Vechten, 5 B, 6 C, 7D-GAaBb, 8 C D E, 9 F G H, 12 BC, 13B 
C D F— K, 14 C D E, 15 rechts, 19 B oben und B unten, 20 G, 
21 AC, 22 AB, 24rE oben und BC unten, 29 oben A, 30 AC, 
31 D, 32 A B, 37 H-N, 40 E, 42 O, 43 B C E, 44 G H I und 

9* 



— 132 — 

unten, 48 B, 49 JJ D. 51 L, 52 Maiinus ]> und Maselus A, 

55 C E F G H und unten, 58 A D, 59 unten, 61 unten B C D, 
63E, 64H, ,65A, 66DFG, 69BC, 72GK— 0, 74D, 76CDE, 
77 GH, 78 unten, 79 D, 80 B D, 84 HI, 86 D F H, 87 B C F 
und unten, 88 H, 90 A, 91 BD, 92 B C I), 95 E. 

Weisenau, s. AFainz. 

Wiesbaden, IIB, 13 L, 14 A, 5h B, 77 K, 86 C E, 89 H, 90 F. 

Windiscli, 20 F, 30 B, 36 C E, 39 R S \\^ 43 A, 47 F G, 51 IM, 

56 A, 57 D— G, 59 B C D, 71 B E F, 74 B C, 78 unten, 80 C, 
81 rechts, 83 E, 84 K L, 87 G, 95 C, 96 D, 100 C, Textbild 34. 

Wöllstein, 66 C. 
Worms, 85 C. 
Xanten, 97 B. 

Über die römisclien Festungsanlagen in Vechten, Nymegen und sonst in 
Holland geben Auskunft die Arbeiten : 

J. H. Hol wer da, Die Römer in Holland. Im IV. Bericht der Eöm.-germ. 
Kommission S. 81. — 

J. H. Holwerda, Uppidum Batavorum. In „Germania", Korrespondenzblatt 
der Röm;*germ. Kommission 1917, S. lOö. 

J. H. Holwerda, Die Bataverstadt und das Legionslager der Legio X in 
Nymegen. In „Germania" 1918, S. 51. 

rber Xanten : 

H. Lehn er, Vetera, Bonner Jahrbücher, Heft 122, 1913. 

P. Steiner, Xanten, Kataloge west- und süddeutscher Altertumssamm- 
lungen, Nr. I, 1911. 

Über Neuss : N o v a e s i u m , Bonn 1904. 

Über Mainz gibt die Mainzer Zeitschrift Auskunft und z. B. „Obergermanisch- 
rätischer Limes" Nr. 30, Kastei bei Mainz. Die beigegebene Karte der römischen 
Spuren in Mainz, Weisenau und Kastei ist sehr instruktiv. 

Über Rottweil: Neue Mitteilungen in „Fundberichte aus Schwaben'- 21, 
1913 (1914) S. 73: P. Goe ssler und G. Bersu, Auffindung von zwei Kastell- 
anlagen. 

Die Literatur über andere Fundorte ist au and'erer Stelle in meiner Arbeit 
angegeben, oder ist so bekannt, dass sie leicht ausfindig gemacht werden kann. 
Dazu dienen am besten die oben Seite 126 aufgeführten Literaturberichte der 
Eöm.-germ. Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts. 



Aufbewahrungsorte, 

Sammlungen, Museen der abgebildeten Sigillata. 



A a r a u , Kantonales Antiqua- 
rium. 

20 F, Windisch (Fundort). 
51I,M 

56 A ,. 
59B, C, D ,. 
71B,E, F ^ 
90 H 

95 C 
A q u i 1 e i a , Archäologisches 

Staatsmuseum. 

Textbild 3 unten. 
Augsburg, Maximilians- 

Museum. 

25 oben, Fundort Druisheim. 

55 I, Augsburg. 

81 oben, Augsburg. 
Baden-Baden, Städtische 

Sammlung. 

27 oben links, Baden-Baden. 

57 I, Baden-Baden. 
Basel, Antiquarium. 

18 oben. Äugst. 

32 D Äugst. 

33 oben links, Äugst. 
39 T, U Äugst. 

47 G Windisch. 
50F, G Äugst. 
51 K Basel. 
51 N Äugst. 
57 C — . 

62 A Äugst. 
85 D — . 

88 I, K — . 



Basel, 89A, B, C, D — . 
89 (J Äugst. 

89 N, — . 

90 B Äugst. 
90 C Basel ? 
90 G Äugst. 
95 D Basel. 

Berlin, Antiquarium. 

97 B Fundort Xanten. 
Besanyon, Museum. 

36 D Fundort Luxeuil, nach 
Vaissier. 

Bonn. Akademisches Kunst- 
museum. 
80 E Fundort Rom. 

Bonn, Provinzial-A[useum. 
10 B Bonn? 
IIA Andernach. 
13 A — . 

15 K — . 

16 (GABIATVS) Neuss. 

17 A, B — . 

27 (OF. rOTOI) Bonn. 
27 B — . 
29 B — . 
31 E — . 

37 F, K — . 

42 N — . . 

43 E — . 

48 unten, Köln. 

52 Mitte, — . 

55 D, Grimlinghausenb. Neuss. 

61 A — . 

64 I, K — . 



1.34 



Bonn, 70 A Urmitz. 

83 D Grimlingliausen b. Neuss. 

86 B, G — . 

87 A, E — . 

87 unten links — . 

95 A i^onn. 
100 B Neuss. 

Bregenz, Landesmuseum. 

Alle unter Fundort Bregenz 
verzeichneten Sigillaten sind 
im Museum Bregenz. 
Brugg, Museum Yindonissa. 

30 B Windisch Fundort. 

36 C, K 

39 W 

43 A 

57D,E,F,(t 

74 B, C 

80 C 

81 rechts ., 

83 E 

84 K, L 

87 G ,. 

96 1) 
100 C 

, Texthild 34 

Cref eld, Kaiser Wilhelm-Mus. 
47 I Asberg. 

75 A ,. 

90 D ~. 

91 A — . 
95 G — . 

97 C — . 

100 D — . . 
Dillin gen an der Donau, 
Sammlung des Historischen 
Vereins. 
■ 5 A Aislingen. 

71F\F* 
90 I, K 



D i 1 1 i n g e n , 95 H, I Aislingen. 

96 F Aislingen. 
Dresden, Albertinum. 

Textbild 4 b, Arezzo. 
Ehingen a.D., Sammlung des 

Altertums Vereins. 

71 oben links, Emcrkingen. 

95 M Emerkingen. 
Textbild 52, Risstissen. 

St.-Germain-en-Laye. Mus6e 
des Antiquites Nationales. 
Textbild 15, Fundort Lezoux. 

Güuzburg, Sammlung des Hist. 
Vereins. Die unt.FundortGünz- 
burg verzeichneten Sigillaten: 

28 C. 

29 Crucuro B. 
33 oben rechts. 
85 1. 

96 E. 

Textbild 22. 
Textbild 45 A, B, C. 
Textbild 46 A, B, (". 
Textbild 47. 

Heidelberg, Stadt. Museum. 
63 C Fundort Neuenheim- 
Heidelberg. 

L'Hospitalet, Slg. Hermet. 
Textbild 51. 

Kempten i.A., Stadt. Mus. 
Alle unter Fundort Kempten 
verzeichneten Sigillaten sind 
im Museum Kempten. 

Klagenfurt, Museum. 
Textbild 2 unten. 
Textbild 3 rechts und links. 

Köl n , Wallraf-Bichartz-Museum. 
Textbild 35. 
Textbild 38. 
Textbild 48. 



Kreuz na eil, ]iluseiini. 

15 F Fundort Staudernlieini. 

93 A. 

Textbild 36, 37, 39, 4(J. 

Leiden. Mus. van Ondheden. 
Siehe im FundortAerzeichnis 
.,Vechten". In Vecliten ge- 
fundene Sigillateu, die hier in 
dieser Arbeit publiziert sind, 
werden im Museum Leiden 
aufbewahrt. 
24 A N^niegeu. 

Mainz, Altertumsmuseum der 
Stadt Mainz. 

Fast alle in Mainz und in 
Weisenau gefundenen Sigil- 
laten, die unter Fundort Mainz 
aufgefühil sind. Siehe Museum 
Mannheim. 
66 C Fundort Wüllstein. 

Mainz. Eöm.-germ. Zeutralmus. 
52 MARINVS A Castrimi in M. 
66 I Castrum in Mainz. 
78 Mitte rechts Castrum in M. 

Mannheim, Altertums-Samml. 
17 oben, Fundort Mainz. 
96 A, B Fundort Mainz. 

München, Sammlung des Hist. 
Vereins für Oberbajern. 
Textbild 50, Epfacli. 

Neuss, Sammlung Sels, Museum 
in Neuss. Alle unter Fundort 
Neuss verzeichneten Stücke, 
mit Ausnahme von 16 GABLA- 
TVS, 55 D, 83 D, lOOB. 

Nymegen, Sammlung Kam. 
Alle unter Fundort Nymegen 
verzeichneten Stücke mit 
Ausnahme von 24 A und 
83 M. 



K 1 1 \v e i 1 , Sammlung des Rott- 
weiler Geschiehts- und Alter- 
tumsvereins. Die unter Fund- 
ort Rottweil verzeichneten 
Stücke sind im Mus. Rot t weil. 

Solothurn, Antiquar. Samm- 
lung. 

loA Coli. Amiet, Wiudisch? 
39 S Fundort Wiudisch? 

46 unten Mitte, Äugst. 

47 F Windisch? 
85 B Windisch? 
89 1 Windisch? 

Speyer, Hist. Mus. der Pfalz. 
42 M Speyer. 
S2 C Freinsheim. 
Textbild 41, Schifferstadt. 
Textbild 42, 43, 44, Rhein- 
gönheim. 

Strassburg, Elsässische Alter- 
tumssammlung. 

39 V Strassburg. 
Stuttgart, Staatl. Altertums- 
sammlung. 

5 unten rechts, Oberschwaben? 

78 B Risstissen. 

Textbild 3 oben. 

Textbild 22, Cannstatt. 

Die Sigillaten von Kastell 

Burladiugen Tafel 99 A— H 

waren 1914 im Mus. Stuttgart 

aufbewahrt. 
Stuttgart, Sammlung Zaberer. 

Textbild 4 a und c, Arezzo. 
Wiesbaden, Museum. 

IIB — . 

12 D Hof heim. 

13 L Wiesbaden? 

14 A Wiesbaden. 

40 B Hofheim. 



136 



Wiesbaden, 45 A Hofheim. 
53 unten, Hofheim. 
58 B — . 
64 G Hof heim. 
66 E Hofheim. 

76 B Armsheim. 

77 K — . 

84 A Hof heim. 
86 C — . 

86 E Wiesbaden. 

87 H Hofheim. 



Wiesbaden, 89 H Wiesbaden. 

90 F — . 
W 1- m s , Paulusmuseum. 

6B Offstein. 

85 C Worms. 
Zürich, Schweizerisches Lan- 
desmuseum. 

39 R Windisch. 

95 K Banassac? 

Textbild 1 und 2 Giubiasco, 

Kanton Tessin. 




30 



29 



37 



78 



Gefässprofile: , 

Form Dragenöorff 29, 30, 37 unb Form Knorr 78. Besprochen Seite 1 u. 9. 



Punzenverzeichnis. 

Zusammeüstellung der Anzahl der Punzen der Töpfereien. 
.,KiT." bedeutet die in der neueu Publikation (1919) festgrestellten Punzen. 
,D.** bedeutet die durch Dechelettes Inventaire (1904) bekannten Punzen. 



Südirallisclie Tiipfer 



Krr. D. 



ni'igallische Töpfer 



Krr. D. 



ALBLM a 

ALBINI b 

ALBVS • FE 

AMANDI 

OF. AQVITAXI 

OF. ARDACI 

BALBVS . F 

BASSVS 

OF. BASSI COELI 

OFIC. BILICATI 

BELLICI 

BIKAGIL 

CABIATVS 

CABVCA 

CALV.S . F 

CALVI . I 

OFCALVI 

_OFCVLVI" 

OFIC . CANTI 

CARILLI 

CARVGATI 

GARYS . FE 

OARI . JI 

C. ANPATR 

CARVTIVS 

CATLI 

CELADI ■ MAX 

OF GENS 

OF. GEN 

OF COELI 

COSIRVFI 

GOSIRV 

GORNVTIOF 

L. COSI 

OF.L. COS. VIRIL 

OF COTOI 



9 — 


OFCRFSTIO 


8 2 , 


M CRESTIO 


13 - , 


OF CRESTI 


22 — ' 


CRVCVRO 


47 - 


DAMOXI 


30 — 


DARIBITVS 


18 - 


' DARRAFE 


22 . — 


FELICIS MA 


39 2 


FELIX 


80 - ' 


OF FELICIS 


1 — 


FIRMO F 


20 — 


OF FROXTINI 


2 


FROXTIXI 


3 - 


FVSCVS 




GALLICAXIMA 


48 - 


GALIGAXI 
GEXIALIS 




GERMANI OF 


5 — 


GERMANI 


7 — 


GERMAXI F 


4 — 


GERMAXIF SEK 


22 


OF. INGEXVI 




OFIC. IXGEN 


1 — 


OF. IVCVN 


— — 


IVCVXDVS 


4 — 


IVCVXDI 


15 — 


OFIVCVNDI 


18 - 


IVLLI 
IVST 


30 - 


II VST 


19 - 


OF. LABIOXIS 
OF. LABIO 


4 — 


LIBERTVS 


37 — 


LICLXVS 


lu - 


OF. LICINIAXA 


10 — 


OF. LVCCEI 



22 ^ 

32 - 
5 — 

15 — 

1 — 

26 — 

15 — 

16 . 2 

5 — 

10 — 

15 — 

3 — 

90 11 

19 — 

33 - 

1 — 

12 2 



1 '' - 

3 — 
• 46 — 



i:]8 



Südgallische Töpfer 


Krr. D. | 


Südgallische Töpfer 


Krr. D. 


LOGIRN • M 


1 


PRIMIM 






MACßl . MA 


7 — 


OFIC PRIMI 


40 


— 


MACCARI 1 




OF PRIMI 






ÜF. MACCARI 1 


22 — 


8 IVL PRIM 


1 


1 


MALCIO 


3 3 


OF PVDENT 


14 




OF MARC ? 


3 3 i 


; OFEVFINI- 


22 


— 


MARINYS-F 


5S-' 


• RVFI 


1 


1 


MARTIALIS FE 


1 ■ 


SABINI 






]\IARTIALIS MA 


i 

4 i — 


OF. SABINI 


■24 


1 


MARTIALIS F 




1 SABINI- MA j 






MASCLVS . F 


38 1 3 


SASMONOS 


16 


— ■ 


OF. MASCVLI 


17 j - : 


SCOTTIVS 






OF MA TV 


23 - 


SCOTIVS 


38 


— 


MEDDILLVS 


41 1 1 I 


OFI SCOTTI . 






MELAIXI MA 


3 


— 


OFSECVNl) 


30 




MELVS • FE \ 


rt"7 




SEXICIO FE 


50 


— 


MELVS FECI 1 


27 


~ 


SENO M 


13 


— 


MERCATO 


25 




OF SILVANI 


1 


— 


OF MERC 


2 ; 


C. SIL VI P 


4 


— 


MOD 

OFMODESTI 


4 
17 


— 


SVRRIV.^ 1 
SVERIV ■ J 


6 


— 


OF MOMMO 




1 

t 


STABILIO • F 


16 


- 


OFMOM 
OFMO 


24 4 : 


VRVOEl) 
VADERIO 


7 
13 


— 


MOMMONIS 


1 
1 


VAPVSO 


7 


— 


OF. MVRRANI 


15 -: 


VALERI 


13 


7 


OF. MVR 


3 1 - ^ 


vmiLio 


3 


— 


NAMVSFE 


17 


— j 


OF VIRILI 


1 


— 


NATALIS 


5 


— 1 


OF VIRTVTIS 


1 


— 


OF NIGRI 
NIC 


17 
3 


1 

3 ^ 


\1TALIS 1 
VITAL ) 


25 


— 


PARATI • M 


3 


8 


OF. VITA 
OF VITAL 


26 




OF PASSIENI 1 




1 




OF PASSEXI j 


73 


"~" 1 


VOLVS 


12 


9 


OF PATRIC 


13 


— 


OF. GABAL • API- 


6 


— 


PAVLLI 


14 


— 1 


SEN IVL IVCVND 


5 


— 


OF PONTI 


3 


i 


OF. FL . GERMANI 


4 




Diese Zusammenstelli 


ing zeigt, 


dass viele südgallische Töpfer, über 


deren Arbeitsweise Dechel 


ette nichts 


mitteilen konnte, jetzt wesentlich 


besser bekannt sind. 







Verzeichnis 

der sübgailischen mit Töpfernamen versehenen 

abgebilöeten Gefässe. 

Weitaus die meisten der 400 signierten Gefässe sind zum 
erstenmal publiziert. Die erste Ziifer gibt die Anzahl der in dieser 
Arbeit auf den Tafeln und Textbildern abgebildeten, mit Töpfer- 
namen gestempelten Gefässe an ; die Ziffern in Klammern beziehen 
sich auf früher von mir mit Abbildungen publizierte signierte süd- 
gallische Gefässe. 



Acutus 1 

Albinus a 2 

Albinus b 1 

Albus 2 (1) 

Amandus 2 (1) 

Aquitanus 12 (3) | 

Ardacus ^ (3) i 

ßalbus 2 (1) I 

Bassus 6 (l) I 

Bassus und Coelus . . 13 (2) | 

Bellicus 1 

Bilicatus 6 

Biragillus ..... (3) 

Cabiatus 1 | 

Cabuca (1) i 

Calus, Calvus .... 5 (1) | 

Canrugatus .... 2 i 

Cantus 1 I 

Carillus (l) 

Carus 7 

Catlus (1) 

Celadus 3 

of. Cens 1 

of. Cen 2 (1) 

Coelius 5 

Cornutus d) 



Cosius Eufus .... 5 (1) 

L. Cosius ..... 1 (5) 

L. ('osius Virilis ... (1) 

Coto (Cotto, Oottius) . 1 

Crestio ö 

M. Crestio 8 

Crestus 2 

Crucuro ...... 1 (,3) 

Damonus 1 

Daribitus 4 (1) 

Darra 3 

Felix .5 

Firmo 2 

Flavius Germanus . . 1 

Frontinus 1 (l) 

Gallicanus 1 (1) 

Genialis (1) 

Gerraanus 18(15) 

Ingenuus 5 

Jueundus H (3) 

Sex. Jul. Jucund ... 3 

Julius 1 

Justus 1 

Labio 5 (1) 

Libertus 1 

Licinus 7 



140 — 



LucceiQS ..... 2 

Macer ^1 

Maccarus 5 

Marinus 3 

Martialis 1 

Masclus 6 (3) 

Masculus (2) 

Matiigenus ..... 2 (2j 

Meddillus . . ... 10 (1) 

Melanus 1 

Melus ...... 3 (1) 

Mercato 8 (2) 

Modestus 3 

Mommo -1 (0 

Murranus 1 

of. Mur 2 

Namus -t 

Natalis (l) 

Niger 4 

Passienus 15 (2) 

Patricius 1 (1) 

Paullus 1 (1) 

Ponteius (1) 

Primus 11 



Pudeu.s 1 

Kufinus ö 

Sabiniis; 2 (1> 

Sasmoiios (1) 

Scottius 13 

Secundus 6 

Seuicio 10 (2> 

Seno . . . . . . .3 

Silvanus (1) 

(\ Silvi P 1 

Surriu? 2 

Stabilio 4 

Urvoed 1 

Vaderio 5 

Valerius 1 

Vapuso 1 

Yirilis (1> 

Vii-tus (1) 

Vitalis 11 (2> 

Volus 1 

OF. GABAL. äP4- . . 1 

SA oder VS . . . . 1 

VIT oder TIV . . . (1) 

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Irrtümer. 

Seite 72 im Text zu Tafel 70 zweite Zeile: 1909 ansUtt 1912. 

Seite 117 Zeile 22 von oben: Seite 164 anstatt 150. 



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